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Spielvereinigung 1900 Gießen.

Ober-Widdershelm 1900 0:6 (0:1).

Die Spielvereinigung 1900 weilte am vergange­nen Sonntag mit ihrer Ligamannschaft in Ober- Widdersheim beiViktoria 1926" zu Gast und kam zu einem hohen Sieg. Der Sieg ist insofern be­achtlich, als Ober-Widdersheim besonders auf eige­nem Platze, der sehr kleine Ausmaße aufweist, als recht spielstark einzuschätzen ist. Mußte sich doch im vergangenen Jahr der Sportverein Bad-Nauheim mit einer kombinierten Mannschaft, in der sieben Spieler der Ligamannschaft vertreten waren, eine 7:0-Niederlage gefallen lassen. Gestern jedoch schien die Mannschaft nicht sehr in Form zu sein, denn im Verlaufe des ganzen Spieles sah man nur we­nige Ansätze zu einer verständnisvollen Spielhand­lung. Anders dagegen die Blau-Weißen! Ein Erfolg in den ersten Minuten gab ihnen das nötige Selbst­vertrauen und so sah man stellenweise Spielmo­mente, die durch die Einstellung der neuen Spieler nicht zu erwarten waren.

Der Anstoß der Spielvereinigung kam sofort vor das Tor der Gastgeber. Die Verteidigung brachte den Ball nicht weit genug aus der Gefahrenzone und die folgende Flanke des Linksaußen Hain nahm Enders auf und schoß aus nächster Nähe ein. Dieser Erfolg hatte das Selbstvertrauen der Blau-Weißen mächtig gestärkt und so erfolgte Angriff auf An­griff auf das Tor der Gastgeber. Die zahlreiche Verteidigung, meist waren es 7 bis 8 Spieler, wußte jedoch vorerst die Gefahr zu bannen. Ledig­lich acht Ecken waren die Ausbeute. Erft nach der Pause, als die Angriffe der Blau-Weißen unver­mindert anhielten und sich eine deutliche Ermü­dung der Gastgeber bemerkbar machte, fielen die

Tore in regelmäßigen Abständen. Schäfer erzielte mit wuchtigem Schuß aus 20 Meter Entfernung den zweiten Treffer. Enders markierte Nummer 3 und 4. Hain zeichnete für den fünften verantwort­lich und Enders beschloß den Reigen. Der Schieds­richter konnte befriedigen.

1900 1. Jugend Leihgestern 1. Jugend 2:1.

Eine angenehme Enttäuschung bereitete die 1. Ju­gend, indem sie auf dem Platze des Gegners einen knappen aber verdienten Sieg errang. Beide Mann­schaften befleißigten sich eines fairen Spieles. Bel Halbzeit stand das Spiel 1:0 für die Blau-Weißen. In der Mannschaft war kein Versager, der beste Teil war die Läuferreihe.

Eine hohe 1:7-Niederlage mußte die 2. Jugend im Kampf gegen den Lokalrivalen einstecken.

Ein prächtiges Spiel 1:1 lieferten sich die beiden Schülermannschaften der Gießener Vereine.

FETeutonia" Watzenborn-Steinberg

VfR. Buhbach I Watzenborn-Steinberg 11:0 (1:0).

Am Sonntag waren vonTeutonia" drei Mann­schaften auf dem Plan. Die erste Mannschaft war zum Gesellschaftsspiel nach Butzbach gefahren und mußte dort eine knappe Niederlage (1:0) mnne9' men. Die Teutonen waren wieder verstärkt durch Lang. Pech (Lattenschüsse) und die Härte der Butz­bacher ließen die Teutonen nicht gewinnen. Fett und Schmandt wurden erheblich verletzt.

Die zweite Mannschaft lieferte in Klein-Linden ein Spiel, mit dem sie sich sehen lassen konnte und gewann mit 2:0 Toren.

Die Kleinsten der Teutonen spielten gegen ihre Kameraden von Lollar und siegten hier mit 5:1.

Hans Sluck fährt neuen Anlo-Weltrekord

Fünf Kilometer mit 312,423 Stdkm. - Versuchsfahrten der Auto-Union.

Links: Blick auf die Autobahn während der Rekordfahrt. R e ch t s: Der Konstrukteur des Renn­wagens, Direktor Porsche (im Bilde rechts), erteilt letzte Instruktionen. (Aufn.: DNB., Schmidter.)

Arn Montagvormittag fanden auf der Reichsauto­bahn zwischen Frankfurt und Darmstadt, die nun schon zum dritten Male Schauplatz von Rekordfahr­ten war und ihre Eignung hierfür auch diesmal wieder glänzend bewies, Probe- und Versuchsfahr­ten der Auto-Union in Gemeinschaft mit den Con­tinental-Gummiwerken statt. Die Fahrten dienten in erster Linie dem Zweck neue, von den Con­tinental-Werken konstruierte Rennreifen zu erpro­ben. Hans Stuck legte mit seinem Auto-Union- Rennwagen eine Strecke von fünf Kilometer mit rennmäßiger Geschwindigkeit zurück und unterzog so die Reifen einer aufschlußreichen Prüfung. Zu­

gleich stellte der deutsche Meisterfahrer aber auch einen

neuen internationalen Klassen-Rekord für die fünf Kilometer-Strecke in der Klaffe B (5000 bis 8000 Kubikzentimeter) auf.

Hans Stuck erreichte bei Hin- und Rückfahrt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 312,423 Stun­denkilometer und überbot damit den bestehenden Klassen-Rekord des Amerikaners Abe Jenkins, den dieser mit 227,8 Stundenkilometer auf Düsen­berg hielt, um etwa 30 Prozent. Die genauen Zei­ten für die Rekordfahrt Hans Stucks waren:

Hinfahrt: 5 Kilometer in 57,39 Sekunden = 313,643 Stundenkilometer.

Rückfahrt: 5 Kilometer in 57,84 Sekunden - 311,203 Stundenkilometer.

Mittel: 5 Kilometer in 57,615 Sekunden r- 312,423 Stundenkilometer.

Die Probefahrten fanden bei herrlichstem Fruh- lingswetter statt. Obwohl die Versuche der beiden Firmen ziemlich geheim gehalten wurden und in der Öffentlichkeit'nur die offizielle Schließung der Reichsautobahn für den gesamten Verkehr bekannt­gemacht worden war, hatten sich längs der Strecke und auf den sie überquerenden Brücken doch eine ganze Anzahl interessierter Zuschauer eingefunden. Großer Betrieb herrschte natürlich am Depot und am Start. Zahlreiche Presseleute und Photographen beobachteten zusammen mit den leitenden Ingenieu­ren der beiden Firmen Auto-Union und Continen­tal gespannt die Vorbereitungen für die Versuchs­fahrten. Der Konstrukteur des Auto-Union-Renn- wagens, Dr. Porsche, leitete selbst die Arbeit der Monteure und überwachte sehen ihrer Handgriffe. Kurz nach neun Uhr war der Wagen soweit start­fertig, daß erwarm" gemacht werden konnte. Alt­meister S e b a st i a n fuhr die Maschine in gemä­ßigtem Tempo über die Strecke.

Nach feiner Rückkehr wurden noch einige letzte Einstellungen vorgenommen und bann brauste Hans Sluck ab. Ein blitzschneller Anzug und

schon nach wenigen Sekunden war der silber­weiße Wagen dem Blickfeld entschwunden. Ulan hörte nur noch das laute Brummen des Motors

dessen Stärke jetzt etwa bei 500 PS liegt.

Auf der Rückfahrt ergaben sich einige Kerzenschwie- riqkeiten, die aber leicht behoben werden konnten. Der zweite Versuch glückte dann in bester Weise: es wurde ein Stundenmittel von über 312 Kilo­meter erreicht.

lieber das Ergebnis der Reifenprufung konnten natürlich Einzelheiten noch nicht in Erfahrung ge­bracht werden. Genaues wird hier auch erst bei der eingehenden Untersuchung in der Fabrik festgestellt werden. Der erste Eindruck war aber der, daß die Reifen bei den kurzen Fahrten mit höchster Ge­schwindigkeit das gehalten haben, was man sich von ihnen versprach. Die Abnutzung war äußerst gering, da nicht gebremst werden mußte und nur unwesent­liche Kurven zu nehmen waren.

Erwähnt sei noch, daß die Nachrichten-An­lage von der SA. vorbildlich in kürze st er Ze it angefertigt wurde. Es mußten 100 Kilometer Leitungsdraht gelegt werden. Beteiligt an dieser Arbeit waren die Standarte 81 Frank­furt, Brigade 50 Darmstadt, Standarte 115 Darm­stadt und Motor-Standarte Darmstadt.

Der erzielte Klassen-Rekord ist erst dann gültig, wenn er vom Internationalen Automobil-Verband I (AJACR.) anerkannt wurde.

Leichtathletik-Tagung des Gaues XII in Kassel.

Veranstaltungen des Jahres 1936.

Das Gaufachamt XII Leichtathletik hatte am Sonntag die Fachamtsleiter der 13 Sportkreise des Gaues Hessen nach Kassel einberufen. Gau- sportwart Dr. Schlotthauer eröffnete die Ta­gung. Gaupressewart Beuermann gab einen Rück- und Ausblick und betonte, wie gerade durch die mit dem Reichsbund für Leibesübungen ge­schaffene einheitliche Linie ein Herzenswunsch der Leichtathleten in Erfüllung gegangen sei. So sei es auch zu begrüßen, daß eine Reihe von Veranstal­tungen der kommenden Saison die einzelnen Orts­gruppen im DRfL. als Träger sehen würden. Vor­gesehen sei auch die Errichtung einer Gausportschule, wahrscheinlich mit dem Sitz in Bad Wildungen.

Gausportwart Dr. Schlotthauer berichtete alsdann über die in der verflossenen Saison statt- aehabten Veranstaltungen und das erzielte Lei- stungsniveau. Er gab die Standardtermine für 1936 bekannt und betonte dabei, daß neben einer plan­mäßigen Schulung der Spitzenkönner der Alte-Her- ren-Sport eine stärkere Förderung erfahren müsse. Wie nun die Jugend als das wertvollste Gut zu betreuen ist, darüber gab Herr Beuermann die notwendigen Anweisungen. Dem Nachwuchs soll so­wohl in Mannschaftskämpfen (Gauvereinsjugend­meisterschaft) als auch in Einzelkämpfen Gelegen­heit geboten werden, seine Tüchtigkeit unter Beweis zu stellen. Eine Veranstaltung großen Stils, mit Gemeinschaftslager, sollen die für 20/21. Juni in Gießen vorgesehenen Gau-Jugendmeisterschaften werden. Nachdem Gau- frauensportwart D l a b a l in seinem Bericht aufge­zeigt hatte, daß von den Vereinen eine intensivere Arbeit auf dem Gebiet der Frauenleichtathletik ge­fordert werden müsse, hob Gauvolksturnwart Engelbrecht das kameradschaftliche Verhältnis und das gedeihliche Zusammenarbeiten zwischen Turnvereinen und Sportvereinen hervor, lieber die Wichtigkeit des Dietwesens machte dann Gaudiet- wart Vesper grundsätzliche und praktische Aus­führungen. Die völkische Aussprache wird vom Gaufachamt Leichtathletik in der kommenden Sai­son für die Vereine anläßlich eines Versuches um die Deutsche Vereinsmeisterschaft angeordnet werden.

Bevor die einzelnen Kreisfachamtsleiter zur Be­richterstattung aufgefordert wurden, gab Herr Beuermann bekannt, daß der Deutsche Leichtathletik­verband zwei verdienten Pionieren der Leichtathletik die hohe Auszeichnung der goldenen Ehrennadel habe zuteil werden lassen, nämlich Dr. H e y m a n n, Diez (Lahn), und Gg. Richt- berg, Gießen.

Nachdem der amtliche Veranstaltungsplan für 1936 bekanntgegeben worden war, wurde die Ver­sammlung mit einem Sieg-Heil auf den Führer geschlossen.

Amtliche Veranstaltungen 1936:

5. April: Frühjahrswaldläufe in allen Kreisen.

26. April: Leistungsproben der Trainingsgemein­schaften.

17. Mai: Versuche in der Deutschen Vereinsmeister­schaft für Männer und in der Gau-Vereins- Jugendmeisterschaft. 35-km-Laufen in Gießen.

24. Mai: Groß-Staffeltag mit Olympiakundgebung.

7. Juni: Gau-Junioren-Meisterschaften in Gießen, verbunden mit Zehnkampf und 15=km=ßauf. Kreis-Jugendmeisterschaften.

14. Juni: Kreismeisterschaften für Männer und' Frauen.

21. Juni: Gau-Jugend- und Jungmann-Meisterschaf­ten (Jungmann-Jahrgänge 1916/17) in Gießen.

5. Juli: Gau - Vereins - Jugendmehrkampfmeister< schäften. Kreisturnfefte.

11. und 12. Juli: Deutsche Meisterschaften in Berlin. Rhön-Turnfest.

19. Juli: Gaukampf Hessen Westfalen in Corbach.-

26. Juli: Weitere Versuche um die Deutsche Ver­einsmeisterschaft. Alte-Herren-Kämpfe.

16. August: Olympia - Abschluß - Sportfeste in allen Städten.

29. und 30. August: Jugend-Mehrkampftag.

6. September: Hoherodskopf-Fest.

27. September: Gaukampf Hessen Südwest in Hanau.

4. Oktober: Gau-Marathonlauf in Weilburg. Schluß­tag für Vereinsmeisterschaften (ausschließlich Sonderklasse).

11. Oktober: Kreis-Waldlaufmeisterschaften.

25. Oktober: Gau-Waldlaufmeisterschaft in Gießen.

HandballimKreisLahn-Nill(OauXH) Das Endspiel um die Gaumeisterschaft der Frauen in Gießen!

Der Kreis VIII ist durch das Gaufachamt für Handball mit der Ausrichtung des Endspiels um die Gaumeisterschaft beauftragt worden. Als Ter­min wurde der 5. April in Aussicht genommen. Mit Rücksicht darauf, daß es sich beim Handball für Frauen um einen Sport handelt, der eigen­artiger Weise bis jetzt in unserem Kreis noch keine Pflegestätte gefunden hat, wird es all denjenigen, die die Gründung von Frauenmannschaften schon lange vorgesehen haben, eine willkommene Gelegen­heit sein, die in Frage kommenden Kreise entspre­chend zu interessieren. Neben diesem Spiel werden sich zwei Mannschaften zusammengestellt aus den besten Spielern des Gaues gegenüberstehen, aus denen heraus dann die endgültige Kreis­mannschaft gebildet werden soll, die im Laufe des Sommers verschiedene Spiele gegen andere Kreise unseres Gaues austragen wird.

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