Nie mißglückte Volksfront-Olympiade
Aus aller Welt
glücklich geschätzt haben, dieses schöne Werk errichten zu können. — Unter den Klängen des Liedes „Märkische Heide" wuPde der Richtkranz an dem Turm aufgezogen. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley begann seine Ansprache mit einem Dank an den Architekten und an die Arbeiter. Es sei sein Vorsatz gewesen, daß an allen großen Festen in unserem Daterlande auch der deutsche Arbeiter Anteil nehmen könne. Darum habe er angeordnet, daß diese Stadt aufgebaut werde. „Ich hoffe, daß die Berliner Arbeiter hier ihre Kameraden aus dem Reich recht oft besuchen werden, und es soll uns eine ganz besondere Freude sein, wenn hier die vielen Gäste aus der Welt gleichfalls einen Besuch abstatten. Sie werden sehen, daß der deutsche Arbeiter nach Jahren drückender Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichen Niedergangs wieder zu Lachen und Frohsinn zurückgefunden hat. Lachen und Frohsinn — dieses neue Gesicht des neuen Deutschlands wird sich hier offenbaren!" Dann übergab Dr. Ley die Hallen in die Obhut des Gaues Groß-Berlin der NSDAP.
Oberst Lindbergh in Berlin.
Der amerikanische Ozeanflieger Oberst Lindbergh ist mit seiner Gattin in seinem Privatflugzeug, von Köln kommend, in Berlin eingetrof- fen. Die Maschine von L i n d b e r g h und die des Attaches der amerikanischen Botschaft Major K ö - n i g, der Lindbergh bereits bei einer Zwischenlandung in Köln begrüßt hatte, landeten auf dem Flugplatz Staaken.
Der Kommandant des Fliegerhorstes Staaken, Oberst Kastner, hieß Oberst Lindbergh im Auftrage des Reichsministers für Luftfahrt, Generaloberst Göring, in Berlin herzlich willkommen. Oberst Lindbergh dankte für den herzlichen Empfang. Zum Empfang waren auf dem Flugplatz anwesend der amerikanische Militärattache Major Smith, der amerikanische Marine- attachs Kapitän D u t t o n und der Leiter der Attachegruppe im Luftfahrtministerium Oberstleutnant Hanesse. Nach rascher Abfertigung der Bordpapiere begab sich Oberst Lindbergh m Begattung des amerikanischen Militärattaches nach Berlin. Beim Verlassen des Flugplatzes begrüßten ihn zahlreiche Staakener mit herzlichen Kundgebungen.
Oberst Lindbergh, der sich als Gast des Reichsministers für Luftfahrt, Generaloberst Go- ring, eine Woche lang in Deutschland aushalten wird,' wird u. a. den Zentralflughafen Tempelhos, die Fliegergruppe Döberitz des Jagdge chwaders Richthofen, die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt in Adlershof, die Heinckelwerke m Warnemünde, die Junkerswerke in Dessau und die sport- fliegerischen Anlagen in der Umgebung Berlins ve-
Jn Deutschland gab es solche proletarischen Turn- und Sportoerbände, Radfahrerverbände, Touristenvereine, wie „Die Naturfreunde", bis herab zu proletarischen Organisationen der Kegler, Angler, Schützen und Segler, die in der Nachkriegszeit sich vor allem durch' politische Resolutionen bemerkbar machten. Auch international waren diese dissentie- renden Gruppen verbunden. In Leipzig fand im Jahre 1922 das „erste Turn- und Sportfest der Proletarier" statt, das angeblich der Dölkerver- söhnung dienen sollte, in Wirklichkeit aber nur dazu bestimmt war, um innerhalb des deutschen Volkes künstlich die Risse zu erweitern. Im Jahre 1925 fand sogar in Frankfurt die erste Olympiade dieser Linksleute statt, die ein volles Fiasko war. Die proletarischen Organisationen sind seit 1913 in der „Sozialistischen Arbeiter-Sport- Jnternationale" in Brüssel vereinigt, die aber sehr zurückgegangen ist, da sich die Arbeiter immer mehr vom unfruchtbaren Mar- xismus abgewandt haben. Mit den französischen Kommunisten und den spanischen Grup- pen, die von den Anarchisten über die Bolsche- misten bis zu den radikalen Kleinbürgern reichen, läßt sich keine sogenannte internationale Olympiade des Klassenkampfes und der Klassenverhetzung machen. Der Zusammenbruch von Barcelona zeigt, daß andere Kräfte mächtiger sind als die Gewalten des Klassen- Hasses.
Französische Sportler fahren nach Hause
Paris, 22. Juli. (DNB.) Etwa 30 französische Sportler, die zur sogenannten „Ar- beiter-Olympiade" nach Barcelona wollten, mußten die Nacht in einem Zeltlager bei Port Bou verbringen und sind wieder nach der französischen Stadt Port-Vendres zurückgekehrt, wo sie den Verlauf der Ereignisse in Spanien abwarten wollen. Die beiden französischen Dampfer „Cheddah" und „Djenne" sind am Mittwochnachmittag nach Barcelona in See gegangen, um etwa 2 0 0 0 französische Reisende und vor allem Sportler an Bord zu nehmen, die sich zur Arbeiter-Olympiade begeben I wollen.
Berlin, 22. Juli. (DNB.) Für die 15 0 0 0 bis 2 0 0 0 0 KdF. -Fahrer, die während der Olympischen Spiele täglich nach Berlin kommen, wird unweit des Reichssportfeldes eine modern ausgestattete K d F. - S t a d t mit vier großen Hallen und einem eigenen Bahnhof errichtet. Die Arbeiten sind soweit gediehen, daß in Gegenwart des Reichsorganisationsleiters Dr Ley die Richtkrone hochgezogen werden konnte. In dreiwöchiger Arbeit ist eine sehenswerte Anlage entstanden. Die Festhallen bieten insgesamt 7000 Personen Platz. Jede Festhalle trägt den Namen eines deutschen Gaues. Für jede Halle steht ein Herd mit 12 Kochstellen und ein großer Kochkessel mit 500 Litern Inhalt zur Verfügung. Die Reichs- post eröffnete ein eigenes Postamt und versieht die hier abgehende Post mit dem Stempel „XL Olympische Spiele — KdF.-Stadt".
Das Richtfest ging im Beisein der tausendkopflgen Belegschaft vonstatten. Der Architekt, Pg. Schulte- Fr o h l i n d e, übergab Dr. Ley die Bauten mit der Versicherung, daß sich alle am Bau Beteiligten
herzlich grüßen, versichern die Brüder der französischen Volksfront sie ihrer engen Solidarität.
Spanischer Auslandödiplomat sagt sich von der LinkSregierung los.
Haag, 23.Juli. (DNB.) Der spanische Gesandte in den Niederlanden, Doussinague y Texidor, hat seinen Abschied eingereicht und wird am Donnerstag Holland verlassen, um sich nach Frankreich zu begeben. Der Gesandte begründet seinen Beschluß damit, daß es ihm u n m ö g l i ch sei, die Politik der spanischen Linksregierung weiter mitzumachen.
Kein Gesuch um Hilfeleistung an Frankreich.
Paris, 22. Juli. (DNB.) Nach einer im „Jn- transigeant" veröffentlichten Erklärung der Spanischen Botschaft in Paris sollen die am Dienstag im Flugzeug in Paris eingetroffenen spanischen Fliegeroffiziere nicht, wie ein französisches Blatt gemeldet hat, die Hilfe der französischen Regierung zur Wiederherstellung der
sichtigen. Im Haus der Flieger findet ein kamerad- schastliches Zusammensein zu Ehren des amerikanischen Gastes statt. Der Deutsche Auslandsklub gibt Lindbergh einen großen Empfang. Oberst Lindbergh wird auch das Olympische Dorf und das Reichssportfeld besichtigen.
Ehrenvolle Ernennung.
Der Führer und Reichskanzler hat den Musikdirektor Müller-John der SS.-Leibstandarte den Titel Leibstandarten - Obermusikmeister verliehen.
Vier Tote an der Eiger-Nordwand.
Der Rettungsmannschaft an der Eiger-Nordwand ist es gelungen, dem vierten Kletterer namens Kurz, der als einziger noch Lebenszeichen von sich gab, ein Seil zuzuwerfen, so daß er sich anseilen konnte. Kurz, der erst 17 Jahre alt ist, vermochte es noch, bis zu einem Ueberhang zu kommen, der nur fünf Meter von der Rettungsmannschaft entfernt war. Dann blieb er plötzlich liegen und gab fein Lebenszeichen mehr von sich. Die Bergführer muhten feststellen, daß er wahrscheinlich infolge Erschöpfung verschieden war. Nach den letzten Mitteilungen, die er nach während der Rettungsarbeiten den Bergführern machen konnte, soll einer feiner Freunde dadurch erftirft fein, daß er sich im Seile verfing. Der zweite stürzte ab und der dritte erfror. Die mit einem Sonderflugzeug und einem Sonderzug dec Wengern—Jungfraubahn nach der Station Eiger- gletscher gekommene Rettungskolonne aus München hat nunmehr die Bergung der vier Toten einge- leitet.
In Barcelona, der roten und separatistischen Hauptstadt Kataloniens, die sich jetzt anscheinend nach wüster Kommunisterherrschaft in den Händen des Heeres, des Generals Franco, befindet, sollte als Konkurrenz gegen die Olympiade der fünf Ringe eine rote internationale Olympiade stattfinden. Man hat eigentlich nicht viel von dieser Olympiade gehört, nur, daß die Volksfront- Politiker, die vorgeben, in Sport zu machen, angesichts der katastrophalen Zustände in Spanien es vorgezogen haben, sich rechtzeitig jenseits der spanischen Grenze in Sicherheit zu halten. Und daß die Spanier, soweit sie marxistisch - international gerichtet sind, den Kopf mit anderen Sorgen voll haben, liegt auf der Hand. Kurzum, diese marxistische Olympiade ist gescheitert, und bemerkenswert bleibt nur, daß gerade die Volksfrontleute in Frankreich, soweit sie der Kommune oder den ihr versippten Gesinnungsverwandten angehören, bereit waren, nach Barcelona zu marschieren und dort für die „Einigkeit des Proletariats" zu demonstrieren. Als das allerdings gefährlich zu werden drohte, kehrten sie wieder um.
Der völkerverbindende Sport, der jeden Menschen, gleich welchen Standes, Aufstiegsmöglichkeiten gibt, ist etwas ganz anderes als jene sogenannte Sportbewegung des Proletariats, die einseitig die Klasse bestimmt und sie einseitig politisch zu erfassen versucht. Diese Sportbewegung hat mit Ertüchtigung des Körpers wenig ober gar nichts zu tun. Im Vordergrund steht einfach der genormte politische Klassenkämpfer, und der Sport ist nur ein Aushängeschild. Die ganze Bewegung hat lediglich den Zweck, eine Gegenbewegung zu der allumfassenden olympischen Bewegung der fünf Ringe zu bilden. Von vornherein wurde darauf verzichtet, die Marxisten überhaupt in sportlichen Wettbewerb zu anderen zu bringen. Es war eine W i n k e l o r g a n i s a t i o n, in der Vereinsmeierei, politischer Fanatismus, Unkenntnis der anderen Welt, von der man so viel sprach und die man durch flammende Resolutionen erledigte, ihr dumpfes Wesen trieben. Gemäß ferner politischen Einstellung versuchte der Marxismus seine Massen konsequent von jedem Wettbewerb fernzuhalten, der ihrer Selbstsicherheit doch manchen Stotz versetzt hätte.
Ordnung in Französisch-Marokko erbitten, sondern gewisse von Spanien bestellte Materialien an Ort und Stelle überprüfen.
3um Schutz der Ausländer.
London, 22. Juli. (DNB.) Der Unterstaatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten Lord Cranborne gab auf Befragen im Unterhaus eine kurze Erklärung über die Lage in Spanien ab. Cranborne gab dann die Maßnahmen der britischen Admiralität zum Schutz von Leben und Eigentum englischer Staatsangehöriger in Spanien bekannt. In verschiedenen Häfen Spaniens seien britische Staatsangehörige auf britischen Fahrzeugen eingeschifft worden.
Lissabon, 22. Juli. (DNB.) Angesichts der ernsten Lage in Spanisch-Marokko hat die portugiesische Regierung fünf Torpedo- !bootszerstörer nach Tanger entsandt, die am Donnerstag dort eintreffen und den Schutz der portugiesischen Staatsangehörigen übernehmen werden.
Die Richtkrone über -er K-F.-Gta-t
Ansprache des Reichsorganisationsleiters Or.Ley.
senkt worden.
Wie havas aus Ca Linea meldet, ist diese Stadt am INittwochnachmittag von Wasserflugzeugen der Linksregierung heftig bombardiert worden. Daraufhin seien Wasserflugzeuge der nationalen Truppen aufgestiegen. Es habe sich ein Luftkamps entwickelt, bei dem es jedoch keine Verluste gegeben habe.
Lagebericht des Senders Sevilla.
Paris, 23. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Radiosender Sevilla betont in einer Erklärung um 1 Uhr morgens, daß die im Lause der Nacht von den Sendern Madrid und Barcelona aus- aesandten Nachrichten völlig falsch seien. Den Meldungen des militärischen Hauptquartiers aus Sevilla zufolge herrscht in Saragossa und in Lo grono vollständige Ruhe, ebenso in der ganzen Provinz Navarra. Diese Orte befänden sich fest in der Hand des Militärs. Die Verbindungen mit I a c a und H u e s c a seien wiederhergestellt worden.
Die Zivilgouverneure von Navarra und G u i p u z c o a seien ins Ausland geflüchtet. Die zivile Garde der Provinz von Badajoz unterstütze die Bewegung des Generals Franco. 3n Pontevedra sei der Belagerungszustand verhängt worden. 3n der Stabt herrsche allgemeine Begeisterung. Die Zivilregierung und die Stadtverwaltung sei von den Truppen der Bewegung Generals Franco abgeseht worden.
Wie der Radiosender Sevilla weiter meldet, hätten sich die Städte Vigo, Orense, La Coruna und Santiago ebenfalls gegen die Regierung von Madrid erhoben. Die in dem Gebiet von Salamanca operierende Militärkolonne mache schnelle Fortschritte. Der Z i v i l g o u v e r n e u r dieser Provinz sei gerade in dem Augenblick, als er sich anschickte, die portugiesische Grenze zu überschreiten, verhaftet worden.
Regierungsbericht.
Madrid, 23. Juli. (DNB.) Wie die Regierung bekannt gibt, sollen die nach L 6 o n ab- kommandierten Madrider L u f t ft r e i t E r ä f t e angeblich den dortigen Militarslughafen bombardiert und die Flugzeughallen, sowie das Munitionsdepot der Aufständischen in Brand
Italiener von Kommunisten überfallen.
Rom, 22. Juli. (DNB.) Zeitungsmeldungen zufolge wurden in Barcelona am letzten Sams- ] tag 15 Italiener in ihrem Hotel von Kom- ! munisten überfallen, die den Italienern vorwarfen, sie hätten vom Fenster aus Revoloer- schüsse abgegeben. Die UeberfaUenen wurden, nach einem Bericht des „Giornale d'Jtalia", mißhandelt, in einem städtischen Gebäude in Gewahrsam gebracht und sollten später von einem „Re- volutionstribunal" abgeurteilt werden, das jedoch die Verhandlung vertagte. Am Dienstagnachmittag konnten einige der verhafteten Italiener, darunter zwei Flieger der italienischen Luftverkehrsgesellschaft Ala Littoria, flüchten. Es gelang den beiden Flugzeugführern, ein Wasserflugzeug ihrer Gesellschaft zu erreichen, mit dem sie in Gesellschaft von drei anderen Flüchtlingen Dienstag in Genua emtrafen. Heber den Verbleib ihrer Leidensgenossen konnten sie keine Angaben machen.
Von unterrichteter italienischer. Seite wird im Zusammenhang mit diesem Zwischenfall erklärt, daß Italien, falls die inneren Wirren in Spanien anhalten sollten, Maßnahmen zum Schutz der italienischen Staatsangehongen er- greifen werde. Nach italienischen Zeitungsmeldungen befinden sich bereits einige italienische Kreuzer auf der Höhe von Tanger, um gegebenenfalls eingesetzt zu werden.
Die Einmischung Moskaus.
Moskau, 22. Juli. (DNB.) Die Moskauer Presse berichtet auch weiterhin mit lebhafter Parteinahme über die Vorgänge in Spanien. „Iswestij a" schreibt in einem redaktionellen Kommentar zu den Berichten aus (Spanien: Der weitere Verlauf der Ereignisse wird davon abhängen, inwieweit die Volksmassen, die Waffen in die Hand bekommen haben, es verstehen werden, ihre Regierung dazu zu zwingen (!), daß sie die in ihren Aufrufen versprochenen entschiedenen und harten Maßnahmen gegen die Rebellen zur Anwendung bringt.
„Brüderliche Grüße."
Die französische Volksfront meldet sich.
Paris, 23. Juli. <DNB. Funkipruch.) Der Svitzenausschuß der französischen Volksfront hat eine Botschaft an bas spani- d) e Volk erlassen, in der es dem „vornehmen spanischen Volk, das so grausame Prüfungen erleidet, seinen brüderlichen Gruß entbietet. Es folgen dann die üblichen Schlagworte von „fa d)ifti= scher Reaktion", „Staatsstreich der Generale und die Erklärung, die französische Volksfront hege die stille Hoffnung, daß es dem „spanischen Volk" gelingen werde, dell (Sieg davonzutragen. Dann werde „auf dem vom Bürgerkrieg verwüsteten Boden die soziale Demokratie blühen . Indem sie die Truppen der spanischen Volksfront
gesetzt, während die zweite aus Regulären besteht."
Aus der südportugiesischen Küstenstadt Villa Real de St. Antonio wird telephonisch gemeldet, daß man von der Grenzstadt Aya- monte her schwere Schießereien höre und daß die große Kirche dieser Stadt in Flammen stehen.
Aus huelva wird auf dem gleichen Wege mitgeteilt, daß dort alle Kirchen in Flammen ständen und dah Linksradikale die Wohnungen nationalgesinnter Bürger plünderten und anzündeten.
Aus Sevilla wird mitgeteilt, daß dort völlige Ruhe herrsche und daß die ganze deutsche Kolonie nicht gefährdet fei.
Badajoz in denHänden derArmee
Luftkampf über La Linea.
Paris, 23. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Stadt Badajoz an der portugiesischen Grenze soll, wie Havas aus Casablanca meldet, auf Grund eines Funkspruches der Militärgruppe, ohne Widerstand zu leisten, in die Hände der Bewegung des Generals Franco gefallen fein. Nach bisher noch nicht bestätigten Gerüchten fei auch ein Torpedobootszerstorerder Madrider Regierung von einem Schiff der Aufständischen in der Meerenge von Gibraltar d er-
lieber die Lage in dem nur wenige Kilometer entfernten San Sebastian sind sichere Informationen nicht zu erhalten. Die Meldungen vom Dienstag, daß San Sebastian von der Militar- gruppe genommen worden sei, schienen dadurch ihre Bestätigung gesunden zu haben, daß der Gouverneur von San Sebastian am Dienstag Oie Stadt verlassen hatte. Es verlautet jetzt jedoch, daß der Gouverneur am Mittwoch mit starken Gruppen bewaffneter Bergleute aus den Gebieten südwestlich von San Sebastian zu- rückgetehrt sei.
rnengestellt, die in Kürze bereit fein durfte, nach Saragossa zu fahren. Die katalanische Regierung habe beschlossen, eine (Summe von 3 Millionen Peseten zur Verfügung zu stellen, um den der Republik treu aebliebenen Truppen eine Sonder- löhnung zukommen zu lassen.
AranMlh-IPWischtt Srenz- verlehr lalimgelegt.
Hendaye, 23. Juli. (Vom Sonderberichterstatter des DNB.) Die Lage an der Pyrenäen- front hat sich im Lause des Mittwoch äußerlich wenigverändert. Diejenigen Truppen der Militärgruppe des Generals Mola, die an der französischen Grenze nachdem Meer hin operieren, gehen in drei Kolonnen vor. Die erste Kolonne bewegt sich entlang des Grenzflusses Bidassoa. Die Spitze befand sich am Mittwoch in Andarlaza. Dort ist die Brücke über den Fluß von der Militärgruppe gesprengt worden. Die zweite Gruppe marschiert von Hernanie aus etwas weiter landeinwärts, die dritte Kolonne nimmt Richtung auf Leica. Diese drei Kolonnen bestehen aus sogenannten Carlisten, monarchistisch eingestellten R e ch t s l e u t e n. Bei der Militärgruppe der Nordarmee ist die Zahl der bewaffneten Zivilisten etwa ebenso groß, wie die der regulären Soldaten.
Im Gebiete von Navarra und Pamplona sind in vielen Dörfern nur ganz junge Leute und Greise zurückgeblieben.
Alle Wehrfähigen haben sich zu den Militär- gruppen Francos geschlagen.
Nördlich von Andarlaza ist die Lage genau entgegengesetzt; dort ist die Bevölkerung durchweg volksfrontfreundlich eingestellt und unterstützt die regierungstreuen Truppen.
3n hendaye ist der Grenzverkehr auch am Mittwoch so gut wie völlig lahmgelegl. Züge und Autobusse verkehren nicht über die Grenze. Der Südexpreß aus Paris brachte am Mittwoch nur fünf Reisende nach hendaye. Ausländer werden auch mit spanischem Visum nicht auf spanisches Gebiet gelassen. Ausnahmen werden mit solchen Ausländern gemacht, die einen Sonderausweis der Volksfront vorzeigen können.
(Sturmtmppen und Milizsoldaten nach Toledo abgefahren sein. Seither führten bewaffnete junge Mädchen und Frauen den Sicherheits- und Wachdienst durch. Auch in Barcelona sei die Lage völlig ruhig. Jrn Laufe des Dienstag hätten sich allerdings noch einige Schießereien ereignet. Die Regierung von Katalonien, so meldet Havas weiter, sei zur Stunde völlig Herr der Lage in dem ganzen katalanischen Gebiet. In Tarragona sei das Straßenbild wieder völlig normal geworden, die Garnison der Stadt sei der Regierung treu ergeben. Die Führer der marxistischen Gewerkschaften in Barcelona haben durch Rundfunk einen Apvell an ihre Gesinnungsgenossen in Saragossa erlassen mit der Aufforderung, den faschistischen Kräften Widerstand zu leisten. In Barcelona werde eine Freiwilligentruppe zusam-
gesetzt haben.
Offiziell wird von der Regierung die Einnahme von La Granja und Guadalajara durch Regierungstruppen mitgeteilt.
In Madrid wurde eine Auskunftsstelle für Verluste gebildet, die ihren Sitz in dem Gebäude des Provinziallandtages hat und stark in Anspruch genommen ist. ...
Die Regierung hat der Volksfrontmiliz wiederholt durch Rundfunk verboten, eigenmächtige Haussuchungen abzuhalten
Auf Grund einer Schießerei auf ein faschistenverdächtiges Miethaus, in dem das chilenische Konsulat untergebracht ist, hat die Regierung durch Rundfunk mitgeteilt, daß in dem gesamten Hause nur „gute Republikaner" wohnen.
Die Pharmazeuten in Madrid wurden durch Rundfunk aufgefordert, sich für Sanitätsdienste zur Verfügung zu stellen. f f ,,
In der Madrider Stadtmitte sammeln zahlreiche weibliche marxistische Jugendmitglieder für die Internationale Rote Hilfe. Zahlreiche Häuser in Madrid, insbesondere in den unruhigen Stadtvierteln, sind mit republikanls ch e n und kommunistischen Fahnen geschmückt.
Bei den vorniüenden Truppen in Aordspanien.
Paris, 23. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter des „Jour" hat den marsch der Kolonne von Oberst R a d o am Mittwoch nach Soria mitgemacht. Diesem Bericht zufolge sei die Kolonne, bestehend aus 3000 Mann regulären Truppen und hundert Kraftwagen, am Mittwochmittag in Soria eingeruckt. Wahrend General Mola mit der Artillerie und zwei weiteren Kolonnen etwas langsamer vorrucke und sur die bevorstehende Einnahme der 1 p - nischen H a u p t st a d t ^e Sicherheitsmaßnahmen treffe, seien neben der Kolonne Rado noch die Kolonnen von Oberst Escanez, von Alfaro und von Oberst Peral, von Najera kommend, mSona em- getroffen. Die Bevölkerung habe, wie der Berichterstatter weiter meldet, die Tr u P p e nftuxsch begrüßt. Gegen 12 Uhr sei em Flugzeug der Regierung erschienen und habe Bom- bei, abgemorfen.
3n Madrid und Barcelona so» Ruhe herrschen.
P a r i s , 23. Juli. (DNB. Funkspr.) In Madrid soll, wie Havas meldet, feit 24 Sauden R u h e herrschen. Zahlreiche marxistische Mlliz- Patrouillen durchstreifen die Stadt, die sonst von Männern fast entblößt sei, da diese an die verschiedenen Fronten abgegangen i^n. Am Mittwochnachmittag sollen etwa 40 Kraftwagen mit


