Nr. 144 Dritter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Dienstag, 25. Zum 1956
Ratschläge der Post für die Reisezeit
Anschrift so, daß auch der Wohnungsgeber, Gast- Postamt die Nachsendung schriftlich zu beantragen Hofbesitzer usw. sie entgegennehmen darf, z. B. „An oder auf das Postscheckkonto für Fernsprechgebühren
." oder „An Herrn
Herrn .... zu Händen des .
R. B.
auf.
wie stark kann man bräunen?
Nun — da gibfs keine feste Skala; die natürliche Veranlagung entscheidet! Fest steht aber, daß Sie das „Braunwerden" ganz wesentlich fördern, wenn Sie sich vor jeder Sonnenbestrah-
Hat der Empfänger keine ausreichenden Ausweis- papiere, so wähle man bei Wertsendungen usw. die
des zuständigen Amtes (unter Angabe der Vermittlungsstelle und der Rufnummer des Anschlusses, für den die Zahlung bestimmt ist) einen ausreichenden Betrag einzuzahlen. Nach dem Ausland werden Fernsprechrechnungen nicht nachgesandt.
„Verlassen" dünkte sie sich, „aber einsam nicht" — erschüttert war sie, „aber nicht zerdrückt, solange noch das liebe Licht auf mich mit Liebesaugen blickt!' In dieser klingenden Maistunde empfinde ich sie nach, die Gnade des hereinströmenden Lichts, das den Kranz blühenden Heidekrauts, von treuen Westfalen alljährlich der toten Landsmännin gespendet, rot aufglühen läßt, dem zierlich geschweiften Schreibtisch, dem Ofen, dem Ebenholztischchen Leben em- haucht und Vergangenheit und Gegenwart, Nähe und Ferne bindet in eine einzige Ewigkeitsminute. Das Mattsilber, der Goldstaub, das Gleißende des südlichen Lichts ist mächtig in der Meersburger Landschaft, wie ja auch das Felsennest Meersburg selbst in der Nähe der Riviera stehen könnte. Die Dichterin
stanz, auf das heitere Rokoko des Seminars und das lautlose Silberglimmen des mittäglichen Bodensees; und blättere weiter und weiter bis zur hoheitsvollen Bitterkeit der Strophen der Entsagung, geschrieben nach dem Abschied von Schücking, afe ihn und seine Frau der Dampfer für immer entführt hatte:
Lebt wohl, es kann nicht anders fein! Spannt flatternd eure Segel aus, Laßt mich in meinem Schloß allein, Jrn öden, geisterhaften Haus.
Lebt wohl und nehmt mein Hetz mit euch Und meinen letzten Sonnenstrahl;
Er scheide, scheide nur sogleich, Denn scheiden muß er doch einmal.
der Reichsführer auch zum Sport antreten. Standartenführer Müller sah sich veranlaßt den Mannschaften des Sturmbannes 1/83 für ihre Leistungen besonderes Lob auszusprechen, da sie gerade in Anbetracht der Sommerhitze besonders erfreulich erscheinen. Den Abschluß der würdigen Feier bildete das Treugelöbnis zum Führer, in das die Staffelmänner und die Volksgenossen, die zu der Feier erschienen waren, begeistert einstimmten.
Geheimrat D. Nr. Nr. Gustav Krüger feiert goldenes Oozentenjubiläum.
Von der Presse st elle der Universität wird uns mitgeteilt:
Am 24. Juni, unmittelbar vor Erreichung seines 74. Lebensjahres, begeht Geheimrat D. Dr. Dr. Gustav Krüger, der emeritierte Kirchengeschichtler unserer Landesuniversität, das Jubiläum seiner 50jährigen Zugehörigkeit zur Dozentenschaft. Seine Verdienste um Fakultät und Universität, um die Stadt Gießen und unser Hessenland, sind bei seinem 70. Geburtstag im Jahre 1932 und bei der Feier seines goldenen Doktorjubiläums im Jahre 1934 in der Oeffentlichkeit eingehend gewürdigt worden. Von seiner Habilitation 1886 bis zu seiner Emeritierung 1927 hat er fast nur in Gießen gelehrt. Einen Ruf nach Göttingen und nach Straßburg lehnte er ab und war seit 1899 Ordinarius für Kirchengeschichte als Nachfolger von Karl Müller. 1892 verlieh ihm die Theologische Fakultät der Universität Marburg den theologischen Ehrendoktor. Zu seinem 70. Geburtstag wurde er Ehrendoktor der juristischen Fakultät unserer Lan- desunioersität. Zweimal war er Rektor der Universität: 1922/23 und 1924/25. Sein Bild schmückt den Senatssaal des Dorlesungsgebäudes. Als Sti- pendienephorus leistete er über ein Dierteljahrhun- dert (von 1906 bis 1933) der Universität und ihren Studierenden treue Dienste. Kurz vor seiner Emeritierung hatte er im Jahre 1926 die Ehre, als Gastprofessor in Chikago Vorlesungen über einen Lieblingsgegenstand seiner Forschung, die Aufklärung, zu halten.
Oie Sonnwendfeier der SS.
Die SS. hielt am Bismarckturm auf dem Hardtberg am Samstagabend ihre Sonnenwendfeier ab. Auf dem Platze vor dem Turm marschierte die Schutzstaffel in zwei Kolonnen auf, rechts und links des Turmes hatten Abordnungen der HI. Aufstellung genommen. Unterhalb des Vorbaues stand der Standardenführer der SS.-Standarte 83 Müller mit seinem Stab. Mit Hellen Fanfarenstößen kündeten zwei Jungvolkbläser den Beginn der Feier
Lornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
an. Sturmführer Rebholz sprach den Appell zur Bereitschaft an dieser Feier. Weit in die Stille des Abends hinein klang das Lied vom Morgenrot, das aus dem Osten aufdämmert. Oberscharführer Horn sprach vor den prasselnden Flammen am Holzstoß den Feuerspruch.
Der Schulungsleiter des Sturmbannes 1/83, Dr. Goubeaud, hielt die Feueransprache, erinnerte an die Sonnwenfeier als Brauch der Menschen nordischen Blutes, der aus der Vergangenheit herauf bis in die Zeit unseres neuen Glaubens leuchte. Die Sonnwendfeier fei geblieben, wenngleich Kirchen und Klöster an Stelle der Thingplätze gebaut wurden. In den letzten Deutschen sei Widukind lebendig geblieben und aus neuer reiner Flamme sei die einige deutsche Nation herausgeboren worden. Der Schulungsleiter Dr. Goubeaud sprach sodann den Weihespruch durch den sich der SS.-Mann seinem Führer neu verpflichtet fühlen muß.
Sturmbannführer H e i n b a ch lenkte die Gedanken der um das Feuer Stehenden zu jenen, die für Volk, Vaterland und Bewegung starben, zu den Besten des Volkes. Er wies darauf hin, daß unsere Gedanken immer jenen gehören müßten, die auf dem Felde der Ehre starben und ihr Leben für das neue Deutschland gaben.
In stillem Gedenken wurden die toten Helden geehrt. Sturmbannführer Heinbach erinnert auch an alle Brüder und Schwestern die sich draußen über den Grenzen unseres Vaterlandes durch ihr Blut dem deutschen Volke verbunden fühlen. Auch ihrer wurde besonders gedacht. Das Treuelied der SS. beschloß diesen Teil der Feier.
Im Anschluß daran nahm der Sportreferent Behn die Siegerverkündung vor. Er sprach von dem Wunsche des Reichsführers der SS., der von jedem Staffelmanne verlange, daß er in einem gesunden Körper gesunden Geist pflege, da sich immer und überall erwiesen habe, daß aus dem Blut die schöpferische Leistung komme und unsere Vorfahren immer nur dann besiegt wurden, wenn sie die Stimme ihres Blutes überhörten. Der Reichsführer habe in der SS. ein Instrument geschaffen, das dem deutschen Volke eine Grundlage dafür bieten solle, daß es V"*- 1
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Weg des Aufstieges gehe. Aus diesem Grunde lasse I 9 9
Aus Oer Provmzialhaupistadt.
Zwischen Pflug und Erntekranz.
In diesen Tagen gehen wir über die Höhe des Jahres. Feiernd an lodernden Flammenstoßen erleben wir die Sonnenwende, Felder und Fluren 1 treten in ihre große Leistungszeit.
Farbenprächtig strahlt uns em zünftiger Feld- ; blumenstrauß an, edleren Duft spenden Gebinde : von Gartenblumen, aber Gefühle unentrinnbarer Abhängigkeit von Mutter Erde kommen in Bewegung, wenn gesättigter Heugeruch aus unseren Gebirgstälern und breiten Auen unseren Weg kreuzt oder an stillen, warmen Abenden der Mehlgeruch blühender Kornfelder unsere Sinne ansteuert.
Wer stand je staunend vor wogenden, schlankgeknoteten, übermannshohen Halmen leistungsstarker Kornähren und hat nicht zugleich in einem Augenblick tiefer Ergriffenheit die mühevolle und geduldige Arbeit von Jahrtausenden ermessen, die uns dieser (Ebeling unter den Gräsern aus unscheinbaren Ausgangsformen bis in unsere Tage heraufgezüchtet hat?
Der Bauer als Betreuer solch kostbaren Erbgutes folgt jedes Jahr dem neuen Blühen und Reifen mit stolzer Andacht und wacher Sorge zugleich, einer Sorge, die sich aber längst aus schlaffen, untätigen Klagen unter Beistand der forschenden Wissenschaft zu dem unbeugsamen Kampfwillen umgestaltet hat gegen die vielen, allzuvielen wurzelnden und fliegenden, kriechenden und springenden Gäste, denen Mutter Natur Freiplätze auf diesen seinen Feldern spendet, noch ehe er selbst ein Stück Brot auf seinen eigenen Tisch legen kann.
Und dieser Kampf beginnt schon, wenn das Saatgut wurfreif gemacht wird und der Pflug die Scholle bricht. Den pflügenden und säenden Bauer, den die gestaltende Hand des Künstlers sich so gern zum Vorwurf nimmt, erleben wir ja immer wieder über seinen Arbeitskreis hinaus als Symbol des Aufbruchs und trotzigen Lebenswillens schlechthin, als Vorbild zukunstgläubigen Einsatzes für ewige Grundlagen des Lebens. Aber dabei stößt der ■Satter auch auf Gewalten, die ihm den Blick weiten und die Seele aufschließen für Bezirke, die über alle menschliche Kraft hinausliegen. Wenn späte Fröste seine zarten Kulturen schwärzen ober roilbe Stürme seine stolzen Getreibefelber nieberwalzen, wenn bürre Wochen ihm ben kargen Futtergang zu feinem brüüenben Vieh so schwer machen ober reißenbe Fluten ihm bie Muttererbe zu Tal schwemmen, bann erwächst ihm aus solchen Keimerlebnissen bas bebingungslose Gefühl tiefer Dankbarkeit für alles, was ihm für feinen Erntewagen übrig bleibt
Die erwartungsvolle Zeit zwischen Pflug unb Erntekranz stellt aber nicht bloß einseitige Forbe- rungen an ben Bauer, sondern bedeutet auch für jeden einzelnen Volksgenossen eine unabdingbare Verpflichtung. Das war vergessen in jenen Jahrzehnten höfischer Jagdlust und querfeldein stürmender Hetzjagden, bei denen der Bauer verarmte oder in der Gegenwehr zu hohen Strafen kam und in wirtschaftlicher Verzweiflung seinen Wanderstab über die Heimatgrenze stieß. Heute weiß jeder Deutsche, daß er an der Seite des Bauern mitkämpfen muß, damit unserem Volke Brot werde, mitkämpfen bis herab auf die kleinste Mithilfe und die kleinste Unterlassung.
Dann können wir uns aber auch gemeinsam freuen an dem Erntekranz des deutschen Volkes, beit uns bie Arbeitskraft bes Bauern winbet, sein
Vorlockungen von Himmelsblau, Rebengrun unb Woqensilber. Sie verwehte nicht in ber Betäubung des Blütenstaubs. Die Dichterin ber „Jübenbuche", ber „Mergelgrube", bes „Geistlichen Jahres" unb ber Letzten Gaben" schuf immer von neuem bie nieber- s'ächsische Lanbschaft unb ihre Menschen nach bie Lanbschast in ihrer vollkommensten, auch bas Winzige ben Stein unb ben Käfer barfteüenben Art.
Abwesenheit (Reise usw.) befreit Fernsprechteilnehmer nicht von ber rechtzeitigen Zahlung ber Fernsprechgebühren. Es wirb empfohlen, entmeber einen Angehörigen, Angestellten usw. mit der Bezahlung der Fernsprechrechnung zu beauftragen oder bei dem Rechnungsführenden Amt oder beim Zustell-
WtrP in mein Auge — ist es nicht das deine? I« nicht mein Zürnen selber deinem gleich? Du lächelst - und das Lächeln ist das meine. An gleicher Lust und gleichem Sinnen «ich; Worüber olle Lippen «reundl.ch scherzen Wir fühlen heil ger es im eignen Herzen.
^di lese es noch einmal nach, an tiefer himmel- „aben erdenthob7nen Stätte mit dem Blick auf die Schneegipfel des Säntis unb bte Turme von Kon-
Welch eine Schöpferkraft war boch lebenbig in Diesem graziösen, kurzsichtigen Tante Nettchen bas die Lorgnette vor das goethisch übergroße Auge halten mußte, um den Waldkegel des Bregenzer Pfänder", die Schweizer Schneefirnen oder gar em Schiff am Meersburger Landungssteg zu erkennen. Niemals hat eine deutsche Dichterin vor ihr und nach ihr ein so großartiges lyrisches Vermächtnis hinterlassen. Berühmt zu werden, war nicht in ihrem Sinne; wohl aber gelesenzu werden nach dreißig oder fünfzig Jahren. Dazu sollte ihr dieses Friedens- Haus über der Kuppel der Wemstöcke bienen, das ein Fugger einst bauen ließ, der Fürstbischof von Konstanz war. Und so heißt es denn „Furstenhausel ,
abzugeben an ...."
Reisegeld.
Wer nicht viel bares Gelb mit sich führen will, lasse sich einen Postreisescheck ausstellen. Er
Das Fürstenhäusel der Annette von Droste-Wshoff.
Von Werner Schumann.
Der Weg zu Annette wird immer über ihre Gedichte führen, die zu den schönsten, von einer Frau geschriebenen in deutscher Sprache gehören. Aber noch ein anderer, Allen zugänglicher Weg ist da, der, wenn auch nicht zu den Quellen des Schöpfungsrausches, so doch in die Atemnähe jenes landschaftlichen Zaubers führt, der die meisten Verse der westfälischen Dichterin überglänzt. Ich meine das „Fürstenhäusel" hoch über den Felsen von Meersburg, wo da zarte, kränkelnde Fräulein mit den großen Augen in den letzten sieben Jahren ihres nur dichterisch erfüllten Lebens arbeitete; wohin sie sich zurückzog, wenn Sturm den Bodensee oder ihr sehnsüchtiges Herz aufwühlte; wo der Himmel näher und die irdische Dumpfheit entrückter schien. An einem Maitage des Reoolutionsjahres 1848 erlosch sie und wurde begraben in weißem Kleide und mit weißen Rosen in den starren Hän-
berhaft, und wie ich so droben die ganze Gegend controllieren kann, jeden Bürger, der auf bte Gasse ober auch nur ans Fenster, jeben Bauern, ber in seinen Hofraum tritt, fo komme ich mir vor rote ber Stubent von Salamanka, bem ber hinkenbe Teufel bie Hausbücher abgehoben hat, unb mir ist beinahe sünblich zu Muthe." ± .
Da bie Klingel bas stille Haus ber Dichterin burchschrillt, blafft zornig ein unsichtbarer Wach- hunb auf, ben bie jetzige greife Besitzerin bes Hauses, Witwe bes Neffen ber Dichterin, zu ihrem Schutze hält. Im Zimmer zu ebener Erbe, wo Annette arbeitete, herrscht bie pedantische Unordnung und Unübersichtlichkeit eines Museums: da zeigen Bilder und Daguerreotypen das ebenmäßige Antlitz mit der kühnen Nase in Jugend und Alter, ‘ das Staunen der blauäugigen Siebzehnjährigen und • den schmerzlichen Verzicht des vierzigjährigen Aau- 1 leins im blauen Merinokleid, des „Tante Nettchen • mit den wundervollen Händen. Ein Achatpetschaft, 1 mit dem sie ihr Testament besiegelte, alte Ringe, ' ein Versehkreuz, Schultertücher werden unter Glas bewahrt, auch blonde Locken ihres Haares das sie so gern vom Sturm zerzausen ließ. Und im Bude endlich ist alles versammelt, das zu ihrem westfa- Isichen und Meersburger Lebenskreise und ihrem Schicksal gehörte: voran Lemn Schücking, ber um 17 Jahre jüngere, geliebte Freund, und der ge- le hr t e Sch wager Joseph von L a ß b erg der U h- l and und K - r n e rzu Gaste lud und doch Mnette
Zug- und kraflwagenverbindungen.
Bei großen Reisen versäume man nicht, auf das amtliche Reichskursbuch zurückzugehen. Das Kraft- poftkursbuch bildet einen Anhang dazu. Für unsere engere Heimat genügt der vom Rhein-Mainiscken Industrie- und Handelstag für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet und angrenzende Gebiete heraus- gegebene „Kraftwagenfahrplan". Er ist bei allen Kraftpostbetriebsstellen unentgeltlich zu haben.
Rachsendung der Postsachen.
Um die Nachsendung von Postsendungen usw. sicherzustellen, gebe man seinen Angehörigen, Bekannten und vor allem dem heimischen Zustellpostamt seine neue Anschrift an. Die Poft gibt unentgeltlich amtliche Vordrucke hierzu durch die Zusteller und Schalterbeamten ab.
Personalausweis.
Einschreib- und Wertsendungen, Poft- und Zahlungsanweisungen dürfen die Zusteller an unbekannte Personen nur aushändigen, wenn sie sich gehörig ausweisen. Man tut gut, sich beim Postamt eine „Postausweiskarte" — Gebühr 50 Rpf. — ausstellen zu lassen. Sie gilt auch in vielen fremden Ländern im Verkehr mit den Postanstalten.
kann damit bei jeder Postanstalt und bei den Bahnhofswechselstuben beliebige durch 25 teilbare Reichsmarkbeträge des Guthabens abheben.
Luflpostverbindungen.
Zur beschleunigten Beförderung von Postsendungen nach dem Sommeraufenthalt bediene man sich — namentlich bei größeren (Entfernungen der Luftpost. Luftpostsendungen unterliegen nur einer geringen Zuschlaggebühr und werden bei allen Postanstalten angenommen. Die Luftpostliste nebst einer Karte der Luftpostlinien kann bei den Postanstalten eingesehen werden.
Auskunft in Posiangelegenheiten.
Alle Postbeamten haben Auskünfte nach bestem Wissen zu erteilen. Bei großen Aemtern sind besondere Auskunftsstellen eingerichtet. Wer sich eingehend unterrichten will, kaufe sich das vom Reichspostministerium herausgegebene „Poftbuch" — Preis 50 Pf.; erhältlich bei den Zustellern und Postanstalten.
Fernfprechrechnungen.
den — an einem Maitage, da ber Fliederduft über die blühenden Gestade bis aufs Wasser drang, zog es mich hinauf in des Fürstenhäusels vollkommene Abgeschiedenheit. Der Schwarm der eiligen Reisenden blieb im allberühmten „Wilden Mann", in der Gassenheimlichkeit dieser urdeutschen Felsenstadt oder in der Burg zurück, wo schon der Staufenkomg Konradin auf seinem Jtalienzuge verweilte; und so pilgerte ich allein hügelan, einem immer strahlenderen Licht entgegen, das mich die rosane Eremitage da oben wie eine Krone erscheinen ließ; von den Rebhüqeln emporgehoben. Breit und buschig lsuoll der Buchsbaum über die schmalen, memuberrantten Steinstufen, die bis vor die Glastür fuhren Staub- los, schattenlos flimmerte die Luft. Eine Amsel im Fliederbusch, Spatzen auf der altersschwachen Bank, anschwellendes und abklingendes Grlllengezirp vom Wiesensaum der Weinberge, die nun, von oben ge- ehen, wie der dick wattierte Rock der Droste bauchig herabwallen — was könnte den einsamen Z5e= ucher inniger vorbereiten auf eine so erlauchte Begegnung? Es ist ja nur der Seist, den die Phan- taste zu spüren wünscht, jenes unwirklich Allgegenwärtige, das nur etwa in Weimars geweihten Statten den Atem anhalten läßt. Schon dieser Anstieg war wie eine Ballade der Droste. „Es ist eigentlich wunderbar schön", schrieb sie an Elise R u d j g e r, „und die Meersburger halten dieses Furstenhaus- chen (auch der Hindelberg genannt) für eine unschätzbare Perle. Mir ist's aber fast zu viel und zau°
Die öcutfche Arbeitsfront <7 n.9.=6emeirifc|iaft „ftraft burdi freubc"
Ein Museum für Frauenkleidung.
In London soll ein nationales Museum für Frauenkleidung entstehen. Der jetzige Besitzer ist der Theaterfachmann Roy L a n g f o r d , dessen Liebhaberei es war, Dinge des täglichen Gebrauchs in der Frauenkleidung und Stoffe zu sammeln, die oft Jahrhunderte alt sind. Stapel von hell- und buntgefärbten Seidenstoffen bilden wahre Farben- orgien in den Räumen, die bald in würdigem Rahmen gezeigt werben sollen, wo sie sich vor bem Beschauer voll entfalten können.
Neben ben mobischen Gewänbern vergangener Tage find auch Kleiber zu sehen, bie berühmten Frauen gehörten. Ein hübsches schwarzes Taffet- kleib mit einer sehr schlanken Taille würbe von ber Königin Viktoria getragen, unb ein winzig kleines Satinmieber soll ber Königin Alexanbra auf ihrer Brautfahrt nach London gebient haben. Auch ber Sonnenschirm, ber bie Wangen ber großen Dichte- rin Elisabeth Barret-Browning auf ihrer Seereise beschattete, fällt auf.
Sochfcbulnachnchten.
Der Dozent für Astronomie in ber Naturwissenschaftlichen Fakultät ber Universität Frankfurt, Dr. phil. nat. habil. Karl Boba ist mit ber stell- oertretenben Leitung bes Planeten-Jnstituts ber Universität Frankfurt beauftragt worben. — Dr. med. habil. Bertholb Kemkes ist eine Dozentur für bas Fach ber sozialen Hygiene unb Bakteriologie in ber Frankfurter Mcbizinischen Fakultät übertragen worben. — Dr. med. habil. Rubolf Thauerist eine Dozentur für bas Fach ber Physiologie in Frankfurt verliehen worben.
ein Wort mit Respekt unb Anbacht zu nennen, spürt man boch ein großes, allgütiges Herz barin schlagen. Wer es recht vernommen bort in ber Höh', hört seinen Schlag allerwegen in ben Bergen, auf allen Pfaben herab zum Schloß, wo Annette bei ihren Verwanbten wohnte unb still aus biesem Leben ging. Um eine tote Lerche klagte sie einst — es könnte ihr eigener Grabgesana sein unb über ihrer Gruft auf bem Meersburger Friebhof stehen:
Ich möchte Tränen um bich meinen, Wie sie bas Weh vom Herzen brängt, Denn auch mein Leben wirb verscheinen, Ich fühl's oerfungen unb versengt;
Dann bu, mein Leib, ihr armen Reste! Dann nur ein Grab auf grüner Flur, Dann nah nur, nah bei meinem Neste, In meiner stillen Heimat nur!
Abt. Wandern.
Ortsgruppe Heuchelheim: Am Sonntag, 28. Juni wirb folgenbe Wanberung burch- geführt: 7 Uhr Abmarsch ab Kirche Heuchelheim über bie Himberge nach Hofgut Haina, weiter über Königsberg, burchs Strupbachtal über Bieber, Rob- heim nach Heuchelheim. Rucksackverpflegung. Führung: Ortswanderwart Benner.
Gießen: Am Sonntag, 28. Juni, wirb eine Rabwanberung burchgeführt: Abfahrt 7 Uhr ab Marburger Straße - Ecke Wiefecker Weg nach Lollar, Salzdöbetal, Reimertshaufen, Altenvers, Seelbach, Frankenbach, Fellingshausen, Krosborf, Gießen. Rucksackverpflegung. Führung: Wanberwart M. Lösch.
Volkstanzkreis.
Am Donnerstag, 25. Juni, treffen sich bie Teilnehmer vom Volkstanz um 20 Uhr an ber Volks- Halle. Wir gehen diesmal nach dem Trieb, da der Saal in der Schanzenstraße besetzt ist. Pünktliches Erscheinen ist erforderlich.
Oie ehemalige deutsche Feldartillerie in Köln.
Wie nunmehr feststeht, werden sich am 30. August in der alten Hansestadt Köln viel tausend alte Feldartilleristen, Kämpfer des großen Krieges, zum Appell melden. Unter dem Führer ihres Waffenringes werden sie aufmarschieren vor dem Gebenk- und Mahnmal ihrer Waffe, dem Reichsehrenmal der ehern. deutschen Feldartillerie, und all die Kameraden werden vertreten sein, die einmal mit in Reih und Glied marschierten unb bie längst ber kühle Rasen beckt.
Aus allen beutschen Gauen werben sie kommen, bie Männer vom schwarzen Kragen, und bie einzig-. artige Kamerabschaft, bie geboren wurde im schwersten aller Kämpfe eines Volkes um feine Freiheit, wird sie erscheinen lassen als Söhne eines Volkes. Das „Kölner Schwarze Korps" wird in Verbindung mit der Stadt Köln dafür sorgen, daß alle Kameraden gastlich ausgenommen werden.
Schon am 29. August finden Zusammenkünfte statt. Am 30. August wird in feierlicher Weise das Ehrenmal der Oeffentlichkeit übergeben. Die rheinischen Garnisonen zweier Armeekorps werden vertreten sein und eine Batterie wird während des Weiheaktes Salut schießen. Nach einer Ansprache des Schirmherrn bes Waffenringes, Sr. Exzellenz bes Herrn Generals des Artillerie V Ga11witz, erfolgt bie Enthüllung des Denkmals unb anschlie- ßenb burch ben Führer bes Waffenringes, Sr. Exz. Herrn Generalleutnant Frhr. v. W a 11 e r, bie Uebergabe bes Ehrenmals an ben Oberbürgermeister von Köln. Nach einem Vorbeimarsch gehört , der Nachmittag roieber ben einzelnen Vereinigungen.
Am Abenb ist großes Treffen auf ben Rhein- terraffen. Bei einem Groß-Konzert verschiebener Kapellen veranstaltet bie Stadt ein großes Feuerwerk mit Rhein- unb Dom-Beleuchtung.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Natascha". — Ober- hessischer Kunstverein: 16 bis 19 Uhr Ausstellung „Frauenbildnis mit Schmuck" im Foyer bes Stadt- theaters. — Bauwirtring: 20.30 Uhr Lichtbilber- oortrag im Hotel Schütz von Organisationsleiter Fritz Fellenberg. ____________________________
Kampfwille oertelbigt, ben bie Volksgemeinschaft schützt unb ben Gottes Gnabe mieberum segnen möge.
K ° r n ° -8u a>a| e u - t | blieb auch hier Westfättn. die Hülshoff behaup-
nie ganz begrifs. ihrer cnchleri,cye i > I it männlicher Entschiedenheit inmitten aller
immer ein wenig fremb aeflenubentono.^«r flu IJ Himmelsblau. Re
Natur ein kühnes Herz sang sie zwar — uno jie meinte damit die Kühnheit des Begehr-ns, das Recht des genialen Menschen auf em volles Au-mesten und Dransetzen seiner Kräfte. Und d°ch ""de r>on einem gnabelofen, unbarmherzigen 6$itffat biefem kühnen und starken Herzen das Schwerste auf- erleat was es auf dieser Welt zu trageni gibt: Ver- ttcht un" Abschied Hatte die Liebe ihre dichterischen Näfte mächtig entbunden, daß der Federkiel in d,e- sem lichtdurchstuteten Zimmer und in dem darub-r nimmer ruhen wollte, so brandete nach dem letzten Wiedersehen mit Lemn der Berfe Flut abermals


