vormittags bis 1. Juni abends. Der Teilnchmer- preis beträgt ab Friedbera 10,20 Mark einschließlich 1 Mittagessen, 1 Abendessen, 1 Uebernachtung mit Frühstück. Anmeldungen müssen bis spätestens Montag abend auf der „KdF."-Dienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, oder in Friedberg aufgegeben werden.
Gießener WvchenMarktpreise.
* Gießen, 23. Mai. Aus dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibuller, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10%, Klasse B 10, Klasse C 9%, ungezeichnete 8, Enteneier 9 bis 10, Wirsing, % kg 12 bis 15, Rotkraut 20 bis 25, gelbe Rüben, alte 10, neue 15 bis 20, rote Rüben 10, Spinat 10 bis 12, Römischkohl 12, Spargel 25 bis 50, Erbsen 30, Tomaten 60 bis 80, Zwiebeln 12 bis 18, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln, alte % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,90 Mark, neue, % kg 15 bis 18 Pf., Aepfel 30 bis 70 Pf., Erdbeeren 1,40 bis 1,60 Mark, Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 85 bis 90, Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 50 bis 60, Salat 10 bis 15, Salatgurken 40 bis 50, Oberkohlrabi 12 bis 15, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich, das Bündel 15 bis 30, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf.
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** Zum Beauftragten fürNaturschutz in Hessen berufen. Auf Grund der Durchführungsverordnung zum Reichsnaturschutzgesetz hat der Reichsforstmeister den Direktor des Naturhistorischen Museums in Mainz, Prof. vr. ti. c. S ch m i d t g e n, zum Beauftragten für Naturschutz im Bereiche des Landes Hessen ernannt.
** Maienblasen. Heute ab 19 Uhr findet das Maienblasen vom Turme der Johannes- kirche mit folgenden Darbietungen statt: 1. Choral „Wie schön leuchtet der Morgenstern" (Frankfurt am Main 1599); 2. Jägers Abschied („Wer hat dich, du schöner Wald"); 3. „Ein Sträuße! am Hute", Volksweise.
** Zu der Ostlandkundgebung am morgigen Sonntag in der Universität sind alle Volksgenossen, besonders auch die Saardeutschen, eingeladen. Einer Anzahl Eisenbahner, die Damals vom Direktionsbezirk Frankfurt aus die Abstimmungszüge gefahren haben, wird gleichfalls eine Erinnerungsgabe überreicht werden.
♦* Nutzviehmärkte i n Gießen. Am kommenden Dienstag findet hier Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt, am Mittwoch folgt Schweinemarkt.
** Bautätigkeit im Nordviertel. Der neue Straßenteil des Schwarzlachwegs zwischen Marburger- und Schottstraße ist bis zur Befestigung von Fahrbahn und Bürgersteige fertiggestellt. Inzwischen sind die an dieser Straße stehenden Bauten der Fürsorgewohnungen im Rohbau vollendet, während die Bauten der Firma Frese nahezu bezugsfertig gestellt sind und jetzt der Außenverputz zur Ausführung gebracht wird. Auch in der angrenzenden Schottstraße ist im Laufe dieses Frühjahrs ein Einfamilenhaus im Rohbau erstellt worden, und jetzt wird ein Gebäude zwischen Eder- und Weserstraße als Transformatorenstation errichtet. Einschließlich der vor kurzem von der Firma erstellten und bezogenen drei Wohnungsbauten zwischen Asterweg und Ederstraße ist hier ein neues Wohnviertel entstanden, das vornehmlich dem Bedarf an Kleinwohnungen Rechnung getragen hat.
** Oberhessische Sänger im Frankfurter Rundfunk. Arn morgigen Sonntag, 10.30 Uhr, gibt der Gesangverein „Eintracht" von Watzenborn-Steinberg unter Leitung seines Chormeisters Georg Harnisch im Reichssender Frankfurt ein Konzert, auf das hiermit besonders hingewiesen sei.
Zuchthaus für $oifd)tnän*<?r
Lpd. Darmstadt, 22. Mai. Vor der Großen Strafkammer hatte sich der 50 Jahre alte Karl Fischer aus Darmstadt wegen Falschmünzerei zu verantworten. Der Angeklagte hatte 1-RM.- Geldstücke gefälscht und in den Verkehr gebracht. In nichtöffentlicher Sitzung wurde Fischer zu zwei Jahren sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt.
Gedanken über die GA.-Keiterei.
Eindrücke von der Reichsnährstands-Ausstellung.
Die große Ausstellung in Frankfurt nähert sich ihrem Ende und damit das Reitturnier, welches Ausmaße hatte, wie wir sie bisher nie kannten. 350 der besten deutschen Turnierpferde waren zu schweren und schwersten Konkurrenzen angetreten. Man hatte in der einen Woche Gelegenheit, einen Querschnitt durch die gesamte deutsche Turnierretterei zu sehen. Turnierleistungen sind Spitzenleistungen, und Spitzenleistungen zeigen, wie der Name sagt, Spitzen-, aber nicht Durchschnittsleistungen der breiten Masse der deutschen Reiter.
Das Schwergewicht der Arbeit um die Hebung des Durchschnittskönnens ruht heute (schon wegen der zahlenmäßiaen Verteilung) im wesentlichen bei den SA.-Reiterstandarten. Es braucht nicht immer wieder betont zu werden, daß die Hebung der deutschen Reiterei eine Aufgabe von nationaler Bedeutung ist, denn vor und nach der kurzen Dienstzeit muß reiterliches Können und reiterlicher Geist gepflegt werden, weil während des Waffendienstes so viele Anforderungen technischer und anderer Art an den jungen Deutschen gestellt werden, daß das Mitbringen einer gewissen reiterlichen Vorbildung von Bedeutung ist. Daß aber nach der Dienstzeit reiterliches Können gepflegt werden muß, wird jeder einsehen, der nach jahrelanger Ruhe sich wieder einmal aufs Pferd setzt.
Das Pferdematerial, welches den Tausenden von
SA.-Reitern zur Verfügung steht, ist kein Turniermaterial, und deshalb sah man den brauen Rock in den schweren Konkurrenzen des Reichsnährstandsturniers nicht häufig, und doch hatten viele Tausende die Möglichkeit, sich von der Durchschnittshöhe der SA.-Reiterei im Bezirk der Gruppe Hessen ein Bild zu machen. Siebenmal wurde eine Reiterquadrille gezeigt, die auch den verwöhnten Reitkundigen in Erstaunen setzte. 32 Pferde aus dem gesamten Bereich der Gruppe Hessen und 32 Reiter haben bei nur kurzer gemeinsamer Vorarbeit hohes reiterliches Können gezeigt. Dreiviertel der Reiter waren junge, ungediente Reiter und Zweidrittel der Pferde waren solche, die im Alltag im Gewerbebetrieb tätig sind. Die SA.-Reiterquadrille, angeführt von Standartenführer Wehner (Frankfurt), hat ein glänzendes Zeugnis von der stillen, zähen Arbeit in den Reiterstandarten abgelegt. Es haben sich hoffentlich recht viele Väter überzeugt, daß ihre Söhne reiterlichen Geist und reiterliches Können bei der SA.-Retterei lernen können.
Es gehen noch so manche Pferde in ländlichen Betrieben, deren Besitzer den Weg zur SA.-Reiterei noch nicht gefunden hat. Wenn der Anblick der hessischen Reiter in Frankfurt diesen oder jenen die Augen geöffnet hat, dann hat die nicht leichte Arbeit der Frankfurter Reiter ihren verdienten Lohn gefunden. H. E. Büttner, R.-St. 147.
Die Vezirksgruppe Gießen des Soldaienbnndes.
Auf Wunsch des Führers und Reichskanzlers ist der Soldatenbund zum Zusammenschluß der ausgeschiedenen und in Zukunft ausscheidenden Angehörigen des Heeres geschaffen worden. Der Eintritt in den Bund ist freiwillig. Anspruch auf die Zugehörigkeit haben alle Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, die seit dem 1. Januar 1921 im Heere gedient oder geübt haben und in Ehren aus- geschieden sind.
Zum Führer des Bundes wurde General der Infanterie a. D. Freiherr Seutter von Lötzen ernannt.
Die Ziele des Bundes bestehen darin, die Bundesmitglieder '"m Geiste soldatischer Kameradschaft zu vereinigen, um die Erinnerung an die im Heere verbrachte Dienstzeit zu pflegen.
Der Bund ist in Bundesgruppen, in Bezirksgruppen und in Kameradschaften eingeteilt. Die Bundesgruppe IX in Marburg entspricht etwa dem Bereiche des Armeekorps. Führer der Bundesgruppe IX ift General der Infanterie a. D. Schniewinot in Marburg.
Die Bundesgruppe IX ist in vier Bezirksgruppen untergeteilt. Eine davon ist die Bezirksgruppe Gießen. Bezirksgruppenführer ist Oberst a. D. Kleinhans, Gießen. Die Bezirksgruppe Gießen umfaßt ganz Oberhessen und die drei Kreise Wetzlar, Biedenkopf und den Dillkreis.
Die kleinste Gliederung ist zunächst die Soldatenkameradschaft, die an kleinen Orten gebildet wird, wo vorerst nur wenige ehemalige Angehörige der Wehrmacht vorchanden sind. Sind 50 ehemalige Angehörige einer Waffengattung vorhanden (Infanterie, Kavallerie, Artillerie), dann bilden sie eine Waffenkameradschaft. 50 ehemalige Angehörige eines Truppenteiles bilden eine Truppenteilskameradschaft, entsprechend den früheren Regimentsvereinen. Die drei Gliederungen: Soldaten-, Waffen- und Truppenteils-Kameradschaft sind nicht irgendwie einander über- oder untergeordnet, sondern unterstehen gleichberechtigt dem Bezirksgruppen- bzw. dem Bundesgruppenführer.
Ehemalige Angehörige der Marine und der Luftwaffe schließen sich in den für sie bestimmten Bünden zusammen.
Der Soldatenbund hat entsprechend seiner Grundausrichtung keine politische Betätigung zu treiben. Denjenigen Mitgliedern, die sich politisch aktiv beteiligen wollen, steht die gleichzeitige Zugehörigkeit zu Gliederungen der Partei, der SA., der SS. usw. frei.
Aus dem Ziel der Kameradschaftspflege ergibt sich von selbst auch das gute kameradschaftliche Ver
hältnis zum Reichskriegerbund „Kyffhäufer", durch die Schaffung der Truppenteilskameradschaften aucy die enge kameradschaftliche Verbindung zur Wehrmacht.
Die Bundesmitglieder tragen eigene Mützen, die, entsprechend den Formen der Wehrmacht gehalten, aus marineblauem Tuch bestehen und eine Paspe- lierung mit den Farben der Waffengattungen tragen, der das Mitglied angefjört (Infanterie: weiß; Kavallerie: gelb; Artillerie: rot).
Der Bund hat auch sein eigenes Abzeichen. Die Kameradschaften haben das Recht, Fahnen zu führen, die ihnen der Bundesführer verleiht.
Der „Reichstteubund" ist derart in den Svldaten- bund eingebaut, daß er die Betreuung der 23er» sorgungsberechtigten unter den Angehörigen des Soldatenbundes mit übernimmt. Die bisherigen Kameradschaftsführer des Reichstreubundes werden grundsätzlich Obmänner der Abteilung Versorgung. Sie können aber auch zu Führern Der Truppenteils-, Waffen- und Soldatenkameradschaften berufen werden.
Keine Verlängerung derReichsnährstands-Ausstellung
Sonntag: Tag der Städter.
LPD. F r a n k f u r t a. M., 22. Mai. Die Pressestelle der 3. Reichsnährstandsschau teilt mit: Der große Erfolg der 3. Reichsnährstandsausstellung in Frankfurt a. M. wirkt sich dahin aus, daß der Andrang auf dem Ausstellungsgelände mit jedem Tag stärker wurde. Um der Bevölkerung der Gaststadt Frankfurt und ihrer näheren Umgebung eine besondere Gelegenheit zu geben, die Ausstellung zu besuchen, hat die Leitung der Ausstellung vorgesehen, daß am Sonntag nur 28 Sonderzüge mit auswärtigen Besuchern nach Frankfurt geleitet werden, im Gegensatz zu 45 bis 50 Sonderzügen, die sonst im Tagesdurchschnitt in Frankfurt eingetroffen sind. Der Sonntag wird damit für die Reichsnährstandsschau zu einem Tag der Städter werden. Um allen in der Stadt Frankfurt herum- schwirrenden unkontrollierbaren Gerüchten ent- gegenzutreten, sei noch darauf hingewiesen, daß die Ausstellung am Sonntagabend 20 Uhr endgültig ihre Tore schließt. Eine Verlängerung der Schau auch nur um eine Stunde ist schon aus rein technischen Gründen — Abtransport der Tiere mit Sonderzügen usw. — einfach unmöglich.
Gauinspekteur Heyse vor den auslandsdeutschen Bauern. NSG. In seiner Eigenschaft als einer der ältesten Reichsredner der Partei sprach im Auftrage der Reichspropagandaleituna der Gauinspekteur Heyse vor den auslandsdeutscyen Bauern, die aus Anlaß der Reichsnährstandsschau in Bad Soden zusammengekommen waren, über das Thema „Deutschland, wie es war, und wie es heute ist". Der Redner gab einen Aufriß über die Geschichte der national- sozialistischen Bewegung aus der Kampfzeit bis in das heuttge Stadium der Aufbauarbeit im Dritten Reich. Seine Ausführungen fanden den Beifall der versammelten Bauern, denen er einen gründlichen Einblick in den nationalsozialistischen Kampf und die Aufbauarbeit vermittelte.
Der Turm des deutschen Vergmanns.
Der „Turm des deutschen Bergmannes" bei Wissen» buch im Dillkreis, der vor seiner Vollendung steht und am 21. Juni feierlich eingeweiht wird. (DNB.-Heimatbilderdienst. — DNB.-Archiv.)
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LPD. Dillenburg, 22. Mai. Nachdem dieser Tage der Reichsbetriebsgemeinschaftswalter Bergbau der DAF., Padberg, im Dillkreis weilte, um das werdende Hochmal des deutschen Bergmannes auf der 600 Meter hohen Eschenburg bei Wissenbach zu besichtigen, weilten am Himmelfahrtstag Reichsinspekteur Manderbach- Köln, von dem die Idee dieses Baues ausgeht, sowie der Reichsamtsleiter der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Dr. Weiß- Berlin, und (Saumart von Rekowski - Frankfurt auf der Eschenburg. Sie wollten sich von dem Stand der Bauarbeiten für diese Weihe- und Er- holungsstätte der bergmännischen Bevölkerung Deutschlands unterrichten. Die Einweihung des Turmes soll am 21. Juni erfolgen. Von ihm aus hat man einen prachtvollen Ausblick in deutsches Land. Der in der Größe 20 mal 20 Meter aufgeführte Unterbau enthält neben einer Ehrenhalle und einem Gaststättenraum auch ein Museum besonderer Art. Der am Turmbau eingeebnete Platz umfaßt 10 000 Quadratmeter und wird Raum auch für größere Kundgebungen bieten.
Pudding nährt und'schmeckt auch fein. Doch muß es Schräm'$ Pudding fein!
MUinMWAMl
Roman von Marlise Kölling.
Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau.
22 Fortsetzung. Nachdruck verboten!
Aber als Steffens am andern Tag pünktlich auf die Minute erschien, ließ sie sich von ihrem Unbehagen nichts anmerken. Sie war die aufmerksamste Wirtin, und Steffens schien die Kaffeestunde in dem Haus „Endlich allein" ganz entzückend zu finden.
Man saß in dem kleinen Gärtchen in der Fliederlaube. Der Maler erzählte so angeregt von seinen weiten Reisen und von tausend drolligen Erlebnissen, die er gehabt hatte, daß die Zeit im Fluge dahin- S. Erst als der Fünfuhrdampfer tutete, sah
fens erschreckt auf feine Uhr:
„Nun habe ich Sie so lange aufgehalten und habe beinahe den Zweck meines Besuches verfehlt. Würden Sie mir freundlicherweise die Bilder jetzt zeigen?
Benedikte wandte sich an Hans-Hermann:
„Vielleicht bist du so liebenswürdig und führst Herrn Steffens, Hans-Hermann? Ich habe noch eine halbe Stunde zu tun, denn Die Bestellungen für Den Dampfer müssen noch ausgeschrieben werben, Damit wir morgen alles rechtzeitig von StralsunD haben."
Dann nickte sie Dem Maler freunDüd) zu unD sagte:
„Die BilDer finD oben. Ich habe nicht Daran rühren lassen."
„Ich Darf mich Doch noch von Ihnen verabschieDen, gnädiges Fräulein?^
„Selbstverständlich, Herr Steffens." Der Maler stieg mit Hans-Hermann die steile Holztreppe zu dem a-wsgebauten Atelier oben auf dem Boden empor.
„Sie haben Ihrer Kusine noch nichts von meiner Einladung gesagt?" fragte er Hans-Hermann.
„Nein, ich wollte es Ihnen überlassen."
„Ihre Kusine ist ein schrecklicher Arbeitsmensch, scheint mir."
„Leider, Herr Steffens, sie hat es sich nun einmal in Den Kopf gesetzt, aus »Endlich allein* ein kleines Mustergütchen zu machen."
„UnD Sie helfen ihr tapfer Dabei?" Steffens sah Hans-Hermann schnell von Der Seite an. Der zuckte Die Achseln:
„So gut ich kann. LeiDer läßt sie sich von vielen anDeren Leuten in Den Kram reDen, zum Beispiel von--"
Er unterbrach sich. Nein, er konnte Diesem Frem- Den Doch nicht sagen, wie alles in ihm gegen Jens Petersen sprach.
Aber Hella Steffens hatte aus Hans-Hermanns Ton schon genug herausgehört. Aha, Da war ein kleiner Zwist zwischen Dem schönen blonDen MäDel unD Diesem Jungen hier. Gut, Das zu wissen! Das mußte man mit aller Vorsicht benutzen. Ganz behutsam mußte man es anfangen, Die beiDen gänzlich zu entzweien. Dieser ZeDlitz sah nämlich ausgesprochen bockig aus, und Benedikte Zedlitz war sicher auch nicht leicht zu behandeln. —
„Aber das sind ja geniale Kunstwerke!"
Steffens ging von Bild zu Bild, prüfte, trat näher, entfernte sich. Er schien ganz begeistert. Es waren ungefähr zwanzig Bilder, die hier im Atelier aufgereiht waren.
„Wissen Sie, daß in diesen Bildern unter Umständen ein Vermögen steckt?" wandte er sich an Hans-Hermann, der gespannt zugesehen hatte.
„Wenn man diese Bilder dem richtigen Kunsthändler in die Hände gibt, kann man Tausende erzielen. Ist das alles, was Hubert Zedlitz hinterlassen hat?"
„Noch drei Mappen voll afrikanischer Skizzen. Sie stehen hier in der Ecke. Kein Mensch hat sich bisher Darum gekümmert."
„WürDen Sie mir Diese Skizzen gelegentlich mal zur Ansicht mitgeben? Allerdings werde ich zur genauen Inaugenscheinnahme ein paar Tage brauchen, man kann ja solche Schöpfungen nicht auf einen Sitz würdigen "
„Ich werde meiner Kusine Bescheid sagen, sicher hat sie nichts dagegen. Es wäre ja wundervoll, wenn man etwas von Den Sachen verkaufen könnte, denn das Betriebskapital ist bei uns ziemlich knapp."
Steffens schien zu überlegen. Plötzlich sagte er lebhaft: „Wissen Sie was, Herr Zedlitz? Ich werde versuchen, Ihre Kusine" — er lächelte ein wenig — „Damit zu ködern, daß sie erscheint. Wir haben näm- Uch heute abend gerade einen Kunsthändler aus Kopenhagen bei uns zu Gast. Am besten wäre es, man würde die Sache gleich frischweg besprechen. Nicht wahr?
Sie darf ich doch jedenfalls oben auf der „Burg" erwarten? Mein Freund Lonne läßt sich Ihnen empfehlen und Ihnen sagen, daß er mit Vergnügen heute abend auf Sie rechnet."
„Dann will ich mich nur schnell fertig machen", meinte Hans - Hermann geschmeichelt. „Vielleicht sprechen Sie inzwischen mit Benedikte."
Benedikte hatte ihren Besorgungszettel für Stralsund gerade Josua übergeben, als es am Wohnzimmer klopfte.
„Herein!" rief sie, die Tür öffnete sich und Steffens trat ein. „Sind Sie mit der Besichtigung fertig, Herr Steffens, und was haben Sie gefunoen? fragte Benedikte. „Ich verstehe nämlich leider Gottes sehr wenig von der Malerei und habe keine Ahnung, was die Bilder von Onkel Hubert für einen Wert haben."
„Einen viel größeren Wert, als Sie sich vorstellen können, gnädiges Fräulein. Und darum habe ich einen Vorschlag, den Sie bitte freundlichst erwägen wollen. Ihr Herr Vetter sagte mir, daß Sie Betriebskapital für Ihr Besitztum gebrauchen könnten."
Benedikte wurde rot. Wie kam Hans-Hermann dazu, derartige private Dinge einem Fremden anzuvertrauen?
Steffens merkte ihre Befangenheit:
„Fräulein Zedlitz, das geht hier allen Leuten so", sagte er, herzlich lachend. „Sogar Graf Lonne, der weiß Gott über Reichtümer verfügt, meinte neulich: ,,©ott sei Dank, daß ich hier keinen Grundbesitz habe. Bei der unsicheren Witterung und dem schwierigen Boden wüßte ich gar nicht, was ich da nicht alles hineinzubuttern hätte." Ich möchte Ihnen nun folgendes vorschlagen, Fräulein Zedlitz: Nehmen Sie doch einmal Rücksprache mit einem Kunsthändler, und hören Sie an, was er Ihnen für die Bilder zu bieten gedenkt."
„Ach, ich habe keine Ahnung, was so etwas wert ist, und würde mich sehr übers Ohr hauen lassen. Dazu müßte man einen Sachverständigen haben, Herr Steffens."
„Wenn ich mich dazu anbieten dürfte, Fräulein Zedlitz? Wir haben gerade heute abend einen Kunsthändler aus Kopenhagen oben auf der „Burg", auch sonst ein paar nette Leute.
Es würde mir eine wirkliche Freude fein, Fräulein Zedlitz, wenn ich Ihnen da irgendwie behilflich sein könnte. Ich habe ja schließlich auch ein kollegiales Interesse daran, daß solche Bilder in die richtigen Hände geraten. Würden Sie nicht einfach mit heraufkommen wollen? Wir fönnten da die ganze Angelegenheit schon gleich heute besprechen."
„Aber ich bitte Sie, Herr Steffens, wie denken Sie sich das? Ich kenne die Herrschaften auf der „Burg" ja gar nicht."
„Mir scheint, Fräulein Zedlitz, das ist doch die einfachste Sache von der Welt. Gestatten Sie" — er nahm einfach Den Telephonhörer ab — „bitte Nummer einunDzwanzig!"
BeneDikte wollte etwas einwerfen, aber Steffens machte nur eine abwehrenDe HanDbewegung. Schon sprach er:
„Hier Steffens — Martin, Sie? Bitte den Herrn Grafen! — Guten Tag, Lonne — hören Sie, ich sagte Ihnen Doch, daß ich heute abend einen Gast mitbringen würde, Herrn Zedlitz. Nun möchte ich gern noch Fräulein Benedikte Zedlitz einladen — es handelt sich um den künstlerischen Nachlaß ihres Onkels — wir haben doch heute Torsion zu Besuch — natürlich Torsion, den Kunsthändler, Sie wissen doch — ich hätte ihn gern mit Fräulein Zedlitz bekannt gemacht. Fräulein Zedlitz meint nun. sie könnte nicht so ohne weiteres--natürlich, habe
ich ihr auch gesagt — also ich soll ihr eine Emp. fehlung ausrichten und sie bitten, mit heraufzukommen, ganz zwanglos — die Gräfin wird sich gleichfalls sehr freuen — habe ich mir gedacht —' wie? — ach so — den Wagen um acht Uhr — ich komme zu Fuß hinauf, die Herrschaften können ja Dann mit Dem Wagen fahren — Wiedersehen, Lonne"
Steffens legte den Hörer auf Die Gabel. Stroh- lenD schaute er zu BeneDikte hinüber:
„Nun, habe ich es nicht gesagt, gnäbiges Fraulein? Gräfin Lonne unD Graf Lonne finD entzückt. Bitte machen Sie sich Doch keine unnützen ©e- Danfen, wir finD hier Doch nicht in Der steifen StaDt, alles was yier auf Der Insel lebt, gehört Doch irgenDroie zusammen. Also, Sie kommen! Lonne schickt seinen Wagen um acht, unD nun Darf ich mich wohl verabschieDen."
„Mein Gott!" BeneDikte war ganz verwirrt. „Das kommt alles so plötzlich — es ist ja schrecklich nett von Lonne, Herr Steffens, und mir liegt ja auch Daran, wegen Der BilDer irgend etwas zu unternehmen. Aber eine ganz fremde Gesellschaft und ich habe auch gar nichts anzuziehen."
Da lächelte Steffens: „Also habe ich gewonnen, gnädiges Fräulein! Wenn eine Frau sagt, sie hat nichts anzuziehen, bann ist sie schon entschlossen zu kommen. Sie sollen mal sehen, es wirb Ihnen oben gefallen. Wir finb auch nur zehn Menschen — ein Sommerkleibchen, ein bißchen gute Laune, ein bifjr chen sommerliche Leichtigkeit — weiter braucht es wirklich nichts."
(Fortsetzung folgt!)


