Frauen und Mütter ohne Altersunterschied in den Fragen, die täglich an sie herantreten. Die Pflege und Ernährung des Kleinkinde s in gesunden und kranken Tagen, die ein Kurs behandelt, ist ein Thema, das großen Einfluß hat auf die Gesundung unseres Volkes. Noch immer ist die Säuglingssterblichkeit, besonders auf dem Lande, sehr hoch. Behandlung von Erziehungsfragen und Anleitung zum Basteln ersparen der Mutter manchen schweren Kummer. Gesundheitsund häusliche Krankenpflege lassen oft viel zu wünschen übrig. Haushaltführen und Nähen, praktische Heimgestaltung und Hauskultur, das alles sind verschiedene Kurse. Oft zeigt sich ihre Notwendigkeit erst im Verlauf des Kursus, wenn alle Frauen mitarbeiten, und so mancher Fehler ans Tageslicht kommt.
55 Wanderlehrerinnen des Reichsmütterdienstes durchziehen ständig den Gau Hessen-Nassau. Sie tragen durch ihre Kurse nationalsozialistisches Gedankengut bis in das kleinste Dorf. In zwei großen Mütterschulen in Frankfurt a. M. und Mainz laufen immerwährend Kurse.
Zugunsten des Reichsmütterdienstes wird Samstag und Sonntag eine Sammlung durch- aeführt. Frauen der NS-Frauenschaft, der dem Deutschen Frauenwerk angeschlossenen Verbände, SA und SS, alle haben sich in den Dienst der Sache gestellt. Mütterdienst ist Dien st am Volk. Darum gebt in die Sammelbüchsen.
Das Berliner Baugrubenunglück vor Bericht.
Im Berliner Baugrubenprozeß kam der Fahr- meister Michalski zur Vernehmung, der eine Ramme geführt und zahlreiche Rammträger in den Boden geschlagen hat. Er erklärte, daß die für die Rammträger vorgeschriebenen Abstände nicht immer eingehalten werden konnten mit Rücksicht auf die im Erdreich befindlichen Rohr- und Kabelleitungen. Damit wurde wieder eine der technischen Kernfragen des ganzen Prozesses berührt, wird doch einer der technischen Hauptmängel darin erblickt, daß beim Rammen und Aussteifen dem kurven- artigen Verlauf der im Bogen unter dem Hause Pariser Platz 1 nach der Straße Unter den Linden hindurchführenden Baugrube nicht Rechnung getragen wurde.
Ferner wurde der Bauschlosser Wernicke vernommen, der zur Zeit des Unfalls mit dem Abschmieren seines Baggers beschäftigt war. Plötzlich hörte er einen erdbebenartigen Knall, der Bagger senkte sich und er hatte das Gefühl, als ob er in einem Fahrstuhl säße. Hinausspringen konnte er nicht, da die Wand zu hoch war. Er flog zur Seite, zog sich Prellungen zu und erholte sich erst wieder, als er bereits mit dem Bagger auf dem Grunde der Baugrube angekommen war. An die Aussage dieses Zeugen knüpft sich eine lange Auseinandersetzung mit der Verteidigung, die wissen wollte, ob' der Zeuge zu dieser Bekundung etwa auf Grund seiner Zeitungslektüre gekommen sei. Bei seiner ersten Vernehmung unter dem frischen Eindruck der Ereignisse habe er nichts darüber ausgesagt.
Der dritte schwimmende Flugstützpunkt der Luffhansa.
Die Deutsche Lufthansa gab dieser Tage Pressevertretern Gelegenheit, den dritten schwimmenden Flugstützpunkt für den Luftpostdienst Deutschland—Südamerika, „Ostmark", der in Kürze seinen Dienst vor Bathurst (Britisch-Gam-
bien) aufnehmen wird, in Tätigkeit zu sehen. Das Schiff ging von Travemünde aus in See. Während auf der Groß-Flugzeugschleuder-Anlage die letzten Vorbereitungen getroffen wurden, brachte Flugkapitän von Engel, begleitet von Oberflugmaschinist G r u s ch w i tz , den Rekordinhaber für Atlantikflüge, den Motor seines Dornier-Wal „Aeo- lus" auf Touren. Wie ein Blitz schnellte das Flugschiff von den Gleitschienen. Bald war es im Dunst verschwunden.
Der dritte Flugstützpunkt „Ostmark" ist auf Grund der Erfahrungen von 175 planmäßigen Ozeanflügen gebaut worden. Bei diesem einzig in der Welt dastehenden Flugbetrieb legen die Flugzeuge der Deutschen Lufthansa m weniger als fünf Tagen 15 300 Kilometer zurück. Mit Hilfe der auf den schwimmenden Flugstützpunkten eingebauten Heinkel-Groß- Flugzeuschleuder-Anlagen wird der Atlantik in seiner ganzen Breite über 3050 Kilometer ohne Zwischenlandung überbrückt Der ununterbrochene Flugbetrieb auf dieser von Deutschland bis Chile führenden Luftpoststrecke erfordert eine regelmäßig notwendig werdende Ueberholung der schwimmen-
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den Flugstützpunkte in der Heimat. Um jeweils ein Schiff aus dem Dienst zu stellen, wurde es erforderlich, einen dritten Flugstützpunkt zu schaffen. Mit einer Wasserverdrängung von 2000 Tonnen und einer Länge von 75 Meter ist die „Ostmark" kleiner als „Westfalen" und „Schwabenland". Der wesentliche Unterschied liegt darin, daß die „Ostmark" eigens als schwimmender Flugstützpunkt gebaut wurde.
Die Reichspost und das Winterhilfswerk.
Dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes für 1935/36 sind als Barspenden der Po st an- gehörigen durch Gehalts- und Lohnabzug 2,633 Millionen Mark zugeführt worden. Im Vorjahre hatte sich der Gesamtbetrag um etwa 130 000 Mark höher gestellt; das Minderaufkommen ist auf die dem Vorjahre gegenüber etwas geringeren Anteile der Spendensätze an der Lohnsteuer zurückzuführen, prozentual ist das diesjährige Ergebnis aber erheblich besser als das vorjährige. Ferner sind durch die an den Postschaltern aufgestellt gewesenen Sammelbüchsen an Spenden für das Winterhilfswerk über 10 500 Mark (gegenüber rund 6700 Mark im Vorjahre) aufgekommen. Auch die Postscheckämter standen wieder im Dienste des Winterhilfswerkes. Die Aufrufe des Reichsbeauftragten für das große soziale Werk sind allen Postscheckkunden mit den Kontoauszügen übersandt worden, es konnten daraufhin mit rund 500 000 Abbuchungen von den Postscheckkonten rund 3 Mill. Mark dem Winterhilfswerk überwiesen werden. Alle Abbuchungen der Spenden wurden gebührenfrei ausgekührt und ebenso etwa eine halbe Million Plaketten den Postscheckkunden ohne Kosten übersandt. Schließlich hat die Deutsche Reichspost zur Unterstützung des Winterhilfswerkes auch in diesem Jahre wieder bis Ende März Sendungen im Ge wicht bis zu sieben Kilogramm mit Gaben für die Winterhilfe zu den billigeren Po st gutgebühren befördert.
Harpener Bergbau AS., Dortmund.
Die Gesellschaft legt jetzt ihren Abschluß für 1935 vor. Die Jahresförderung übersteigt mit 5,94 Millionen Tonnen die des Vorjahres um 7 v. H., die Kokserzeugung nahm ebenfalls um 7 v. H. auf 1,19 Millionen Tonnen zu. Der Gesamtabsatz in Kohle, Koks und Briketts erhöhte sich auf 5,4 (5,02) Millionen Tonnen. Die Absatzsteigerung betraf, wie im Vorjahre, wieder vorwiegend die Kohle, den Koks nur mit 100 000 Tonnen. Nach etwas erhöhten Abschreibungen von 7,25 (7,12) Millionen Mark, wovon 7,09 (6,35) Millionen Mark auf Anlagen entfallen, verbleibt ein gegen das Vorjahr nur wenig veränderter Gewinn von 2,09 (2,13) Millionen Mark, der sich um den Gewinnvortrag aus dem Vorjahre von 0,77 auf 2,86 Millionen Mark erhöht. Hieraus wird erstmalig wieder seit Jahren eine Dividende von 2Vz v. H. auf das noch 60 (90) Millionen Mark betragende Stammkapital verteilt, während die inzwischen eingezogenen 300 000 Mark Dorzugsaktten für die Zeit vom 1. Januar bis 31. August 1935 noch 6 v. H. Gewinnanteil erhalten. Nach Zuweisung von 0,50 (—) Millionen Mark an die Beamten- und Arbeiterunterstützungsfonds verbleiben 0,85 Millionen Mark zum Dortrag (im Vorjahr wurden aus dem Gewinn 1,29 Millionen Mark der gesetzlichen Reserve zugeführt).
Wochenbericht
vom Frankfurter Produktenmarkt.
Die erwartete Besserung der Angebotsverhältnisie im Getreideverkehr ist noch nicht eingetreten, da die Abgeber sich vielfach schon auf den Verkauf im kommenden Monat vorbereiten. Dagegen hat der lebhafte Begehr nach jeglichem Brotgetreide angehalten.
Besonders die Landmühlen sind bei ihrer geringen Versorgung mit Lagervorräten bestebt, laufende Bezüge von Weizen zu tätigen. Die Großmühlen sind zwar besser versorgt, suchen jedoch ebenfalls zur Erhaltung ihrer bisherigen Mehlmischung hessischen Weizen zu kaufen, da ihnen auch das mittel- und norddeutsche Angebot nicht mehr genügt. Immerhin sind ihre Bestände doch noch für die Herstellung ihrer Mahlkontingente ziemlich ausreichend.
Die Roggen zufuhren von der Landwirtschaft sind, wie bereits in den letzten Wochen, nur ganz vereinzelt und gehen dann schnell an die nächsten Mühlen über, wobei eine erhöhte Handelsspanne von 8 RM. allgemein angelegt wird. Die Zuweisungen der Reichsstelle sind noch nicht besser geworden, dagegen wurde den Mühlen gestattet, die Roggen- Pflichtlagerbestände in Weizen umzuwandeln. Das norddeutsche Angebot ist kleiner geworden und lautet meist nur für die erste Junihälfte, kommt aber aus frachtlichen Gründen fast nur für die nahe der Wasserstraßen gelegenen Mühlen in Frage. Die Versorgung der Mühlen am Oberrhein ist sowohl in Weizen, wie in Roggen wesentlich günstiger.
Während Industrie g e r st e im hiesigen Gebiet kaum mehr Geschäft hat, hat die Nachfrage nach Futtergerste ein wenig angezogen. Trotzdem gestalten sich die Geschäfte wegen der hohen Forderungen, die besonders für norddeutsche Herkünfte erfolgen, schwierig.
In Hafer sind die Abschlüsse ebenfalls entsprechend den kleinen Zufuhren aus hiesiger Gegend und den hohen Preisen für norddeutsche Ware sehr klein, um so mehr, als sich die Verbraucher mehr und mehr auf Ersatzfuttermittel eingestellt haben.
Das M e h l g e s ch ä f t ist bei kleiner gewordenem Angebot stetig. Allen Anforderungen konnte genügend Ware zugeteilt werden.
Der Futtermittelmarkt hat sich mehr und mehr aufgelockert. Immerhin besteht noch lebhafte Nachfrage nach Kleie, Schnitzeln, Futterzucker für Silagezwecke und Oelkuchen. Für Rauhfutter besteht nur wenig Interesse.
Büchertisch.
— L a n g e m a r ck. Ein Vermächtnis. (Die kleine Bücherei Nr. 62.) Albert Langen-Georg Müller, München 1936. — (11) — Aus den „Kriegsbriefen gefallener Studenten", diesem unvergänglichen Denkmal einer opferbereiten Jugend, sind in diesem Bändchen die erschütterndsten Zeugnisse der auf den Schlachtfeldern vor Langemarck gefallenen jungen Generationen vereinigt worden. Eingeleitet durch die Gedächtnisrede Josef Magnus Wehners, die er zur Uebergabe des Gefallenen-Friedhofes Langemarck an die deutsche Studentenschaft gerichtet hat, ist so ein Dokument entstanden, aus dem der Geist einer Jugend spricht, die den Tod überwand im Glauben an die Geburt der Nation.
— Georg Hacker: Die Männer von Manzell. Erinnerungen des ersten Zeppelin- Kapitäns. 200 Textseiten und 16 Bildseiten in Kupfertiefdruck. Brosch. 3,80, Ganzleinen 4,80 Mark. Sozietäts-Verlag, Frankfurt a. M. — (116) — Einer der alten Mitstreiter des Grafen Zeppelin, der Luftschiffkapitän a. D. Georg Hacker, erzählt hier von jenen Tagen da der alte Graf gegen Mißtrauen und Neid, gegen Wind und Wetter, gegen technische Unvollkommenheit und Schicksalstücke die Idee des starren lenkbaren Luftschiffes durchsetzte. Da es bisher keine authentischen Berichte über jene Frühzeit der Zeppelin-Luftschiffahrt gibt, verdienen diese scharf beobachteten, frisch und oft humorvoll erzählten Erinnerungen an Menschen und Fahrten, an fröhliches Gelingen und an schlimme Tage weite Verbreitung. Man erlebt in der offenen Gondel die berühmten Fahrten des Z I und Z II mit, in die Schweiz und nach Echterdingen, die Gewitterfahrt ins Rheintal und den ersten Vorstoß nach Berlin. Unter unsäglichen Mühen und Enttäuschungen werden Erfahrungen gesammelt, in echter Kameradschaft stehen jene Männer der ersten Zeppelinwerft in Manzell zu dem „Luftgrafen", wie ihn spöttisch die Zeitgenossen nennen. Zahlreiche Abbildungen aus den Jahren 1907 bis 1909 ergänzen die lebhafte Anschaulichkeit des Textes. Ein Buch, das der älteren Generation eine Fülle der Erinnerungen weckt, für die Jugend aber den ganzen Reiz und die ganze Spannung kühner und abenteuerlicher Taten hat.
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6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. „Quietschvergnügt am frühen Morgen!" 8.10: Von Stuttgart- Gymnastik. 8.30: Von Kassel: Musik zur Frühstücks» pause. 10: Von Berlin: Schulfunk 11: Hausfrau hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Von Hamburg: Schloßkonzert I. 13.15: Don Hamburg: Schloßkonzert II. 14.10: Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang... 15: Volk und Wirtschaft. Luftschiff und Luxusdampfer. Ein aktueller Vergleich. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Don Kassel: „Das Mailied". 16.45: Wer kennt die Meister deutscher Erzählkunst? Ein literarisches Preisrätsel. 17: Non Kassel: Klaviermusik. 17.30: HI.-Funk. Luis Iren* ker erzählt von sich und seinem Schaffen. 18: Non Stuttgart: Fröhlicher Alltag. 20.10: Zum Liszt-Jahr: Konzert. 22.30: Don Breslau: Tanzmusik 24 bis 2: Von Stuttgart: Nachtkonzert.
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Taaesordnun"
1. Jahresbericht.
2. Rechnungsablage.
3. Enstlastung des Vorstandes.
4. Beschlußfassung über die Umwandlung m eine große Versicherung und die damit verbundenen Satzungs- und Versicherungsänderungen
5. Wahl der Ausschußmitglieder
6. Wahl der Schiedsrichter
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