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auf die durchaus versohnungsb'ereiten Gemüter ge­wirkt. Der italienische Delegierte hatte Genf bereits unter Protest verlassen, sobald ein abessinischer Ver­treter am Ratstisch zugelassen worden war. Nun lebte in der italienischen Presse auch der alte Haß gegen England als Seele des Sanktionskrieges wie­der auf. Dabei fehlt es nicht an deutlichen Hinwei­sen daraus, daß Italien sich stark genug fühlt, auch einen Waffengang mit dem Britischen Reich zu wagen, wenn es die Verteidigung des soeben er­oberten Imperiums notwendig machen sollte. Man erwähnt den beiderseitigen Flankendruck auf die englische Stellung in Aegypten und im Sudan und läßt sich auch durch die Drohung mit einer Schlie­ßung des Suezkanals nicht ins Bockshorn jagen. Kurz die Sprache der italienischen Presse ist wie­der sehr selbstbewußt geworden und auch die Re­gierung bekundet, daß sie auch anders kann, wenn man in London noch keine Versöhnung will. Die Ausweisung einiger britischer Zeitungskorrespon­denten aus Addis Abeba war ein Vorgeschmack, der weitereVorschlag", die Verstärkung der briti­schen Gesandtschaftswache in Addis Abeba zurück- zuziehen, deutet an, daß Italien in seiner Kolonie den Schutz der Fremden selbst zu übernehmen wünscht. Ein böser Lapsus ist allerdings den Ita­lienern mit dem gefälschten Dokument unterlaufen, das die Lieferung britischer Dumdum-Munition an die Abessinier beweisen sollte. Eden hat vor dem Unterhaus diese ganze Geschichte als plumpen Schwindel eines geschäftstüchtigen internationalen Gauners entlarvt. An sich hätte dieser Vorfall sehr wohl dazu beitragen können, beide Mächte wieder zueinander zu bringen, aber es ist klar, daß so­lange die Völkerbundssanktionen noch in Kraft sind, es für Italien keine Versöhnung geben kann mit den Mächten, deren Politik an dem Phantom der Sank­tionen festhält.

Andererseits scheint im englischen Kabinett trotz der wachsenden Opposition innerhalb der konserva­tiven Partei die Richtung Eden nicht an Einfluß eingebllßt zu haben. Vermutlich sehen auch diejeni­gen britischen Staatsmänner, die nach dem Fiasko der Sanktionen über diese Art von Völkerbunds­politik und kollektiver Sicherheit sehr skeptisch ge­worden sein mögen, trotzdem im Augenblick noch die Fortdauer der Spannung mit Italien nicht un­gern, weil unter diesem Druck dem englischen Volk die Notwendigkeit vermehrter Rüstungen, die natür­lich sehr viel Geld kosten, eher eingehen wird, als nach Beilegung des Konflikts. Und diese Aufrüstung des Britischen Reiches ist vielleicht das wichtigste Ergebnis dieses langen politischen Kampfes, Eng­land hat eingesehen, daß kein internationales Sy­stem kollektiver Sicherheit den Frieden zu verbür­gen vermag, wenn man sich nicht stark genug fühlt, gegebenenfalls auch an die Überzeugungs­kraft der Waffen zu appellieren. Es geht sehr kon­sequent daran, aus dieser Lehre die praktischen Folgerungen zu ziehen. Denn nicht nur im weite­ren Radius britischer Weltpolitik sieht es Anzeichen neuer Konflikte, die einen starken britischen Arm erfordern der jüdisch-arabische Streit in Palä­stina und die Auseinandersetzung mit den ägyptischen Nationalisten sind innerhalb der augenblicklichen Gefahrenzone besonders unangenehm aber auch im Spiel der europäischen Mächte ist ein starkes England eher bereit, die ihm zukommende Rolle zu übernehmen statt bequemerweise in den Fran­zosen die Gendarmen des Kontinents zu sehen. Auch deshalb sollte man wünschen, daß die italie­nisch-englische Spannung bald beendet werden wird, damit beide Mächte wieder ganz ihre euro­päische Aufgabe übernehmen können.

England und der Welthandel.

Tagung der Deutschen weltwirtschaftlichen Gesellschaft.

Düsseldorf, 22. Mai. (DNB.) Die Tagung der Deutschen weltwirtschaftlichen Gesellschaft in Düsseldorf begann mit einer Arbeitstagung. Der Präsident der Gesellschaft, Gouverneur i. R. Dr. Schnee, M.d.R., begrüßte Lord Riverdale o f Sheffield, den Vorkämpfer für internatio­nale wirtschaftliche Zusammenarbeit, der in seinem VortragDas Britische Weltreich und die Welt­wirtschaft" zunächst Wachstum und Bestand des Britischen Reiches herausstellte. Britannien lebe nicht von passiven Erträgnissen eines ausländischen Ein­kommens (Zinserträgnisse ausgenommen), sondern vom aktiven Handel. Es habe die landwirt­schaftliche Unabhängigkeit vorsätzlich aufgeqeben und sich abhängig gemacht durch Einfuhr von Nahrungs­mitteln. Im Interesse des internationalen Handels und der Menschheit liege es, die heutigen Handels­barrieren, Restriktionen usw. zu beseitigen. Ihre Aufrechterhaltung bedeute eine Verlängerung vieler politischer Schwierigkeiten, die aus wirtschaftlichen Quellen stammen, und ein Zurückdrängen der all­gemeinen Aufwärtsbewegung des Handels, die man jetzt auf so vielen Gebieten spüre. Ein Land allein könne enbensowenig das Heilmittel dazu liefern, wie es sich selbst erfolgreich isolieren könne. Das bedeute aber Zusammenarbeit und in erster Linie Zusammenarbeit aller derjenigen Länder, welche noch die große Masse des Welthandels kon­trollieren. Die Lage sei reif für eine mutige Initia­tive in der Zusammenarbeit von zwei, Drei oder vier Regierungen. Das Britische Reich sei bereit und gewillt, an der Befreiung des internationalen Handels tatkräftig mitzuwirken.

Eupen-Malmedy im belgischen Wahlkampf.

Weiße Stimmzettel als Protest.

Berlin, 22. Mai. (DNB.) DieBerliner Börsenzeitung" meldet aus Brüssel: Am Sonntag finden in Belgien Kammer- und Senats­wahlen statt. Damit gelangt ein teilweise sehr heftig geführter Wahlkampf zu seinem vorläufigen Abschluß. Am 7. Juni folgen die Wahlen zum Prooinzialrat. Als Vertreter altbelgischer Interessen werben in der Hauptsache die durch den sogenannten Seegers-Prozeß unrühmlichst bekannt gewordene Katholische Union und die bel­gische Arbeiterpartei sowie die Rex- Bewegung um die Wählerstimmen.

In dem durch das Diktat von Versailles vom Deutschen Reich abgetrennten Gebiet Eupen- M a l m e d y - S t. V i t h hat die C h r i st l i ch e V o l k s p a r t e i auf die Aufstellung von Wahl­listen zugunsten der neugebildeten Heimat­treuen Front verzichtet. Diese Front wendet sich in einem von ungefähr 2000 Deutschen aller Stände unterschriebenen Aufruf an die gesamte deutsche Bevölkerung von Eupen-Malmedy-St. Dith und fordert sie auf, zum Zeichen ihres Pro- t e st e s gegen die Ausbürgerungsgesetze und andere zahlreiche gegen das Deutschtum gerichtete Maß­nahmen belgischer Organe weiße Stimmzettel abzugeben.

Gefechtsübung englischer Tanks.

Zum erstenmal nach dem Kriege wurde in England vor der Oeffentlichkeit und den ausländischen Militär­attaches das Königliche Tankkorps in Aktion vorgeführt. Man sieht hier die Tanks beim Feuern in der Nähe von Lulworth, Dorset. (Deutsche Presse-Photo-Zentrale-M.)

Brückenweihe in Duisburg-Rheinhausen.

Dr. Goebbels übergibt die Admiral-Graf-Gpee-Brücke dem Verkehr.

Duisburg, 22. Mai. (DNB.) Mit der feier­lichen Einweihung der Admiral-Graf- Spee-Brücke, die Duisburg mit Rheinhausen verbindet und damit eine neue Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und dem niederrheinischen Lande schafft, erlebte das ganze Volk am Niederrhein einen Tag von besonderer Bedeutung. Festlichen Schmuck trugen beide Städte. Die Zugangsstraßen zur Brücke auf beiden Rheinufern schmückten wehende Fahnen. Die Gliederungen der Partei und Tausende von Volksgenossen bildeten ein dichtes Spalier. Der Rauch, der aus den hohen Schorn­steinen der Werke aufstieg, vermählte sich mit düste­ren, regenschweren Wolken, die über dem ganzen niederrheinischen Lande lagen. Schiff um Schiff zog mit schwerer Last stromauf und -ab, ein lebendiges Bild dieser größten Industrie- und Binnenhafen­stadt Deutschlands und Europas. Herzlich begrüßt traf um die Mittagsstunde Reichsminister Dr. Goebbels am Brückenkopf ein.

Oberbürgermeister D i l l g a r d t gab seiner Freude Ausdruck, den Minister als Sohn des nie­derrheinischen Landes begrüßen zu können. Jener Mann des niederrheinischen Geschlechtes, dessen Name die neue Brücke tragen werde, Admiral Graf S p e e, sei weitab vom deutschen Vater­land, bei den Falkland-Jnseln, zum Symbol deut­schen Heldentums geworden, zum Symbol des steten einsatzbereiten Opferwillens zum Wohle der gesamten deutschen Volksgemeinschaft. Der beson­dere Gruß des Oberbürgermeisters galt dem Vize­admiral Schultze und den anwesenden Mitglie­dern der Familie Spee.

Ein Arbeiter aus der am Bau der Brücke tätig gewesenen Gefolgschaft gab in seinem Leit­spruch den Gefühlen Ausdruck, die die Brücken­arbeiter heute hätten. Wir haben, so sagte er, an diesem großen Werk des Friedens und des Aus­baues mitgeschaffen. Unser aller Wunsch ist es, daß

diese Brücke Segen bringen und das hier Geschaf­fene lange bestehen möge. Unseren Nachkommen möge sie ein Zeichen sein aus der Zeit, da Adolf Hitler das deutsche Volk nach Jahren der Zwie­tracht und der Not wieder einte, damit die deutsche Volksgemeinschaft einer glücklichen Zukunft ent­gegenmarschiere.

Reichsminister Dr. Goebbels hielt dann die Weiherede. Die Brücke sei ein Symbol dafür, daß die beiden Ufer, die sie verbinde, zusammengehören, daß der Rhein Deutschlands Strom und nicht Deutschlands Grenze sei.Wenn wir alle schon zu Staub zerfallen sind, wird diese Brücke Zeugnis ablegen von deutschem Denken und deutschem Handeln. Die ganze Nation ist von einem unbändigen Schaffens- und Aufbauwillen erfüllt. Ungezählte Hände haben unter Mühen und Schwie­rigkeiten diese Brücke gebaut. Aber aus der Ueber- winduna von Schwierigkeiten wird der Mensch hart uno zähe. Wenn wir auch selbst noch keinen unmittelbaren Nutzen von unseren Werken haben, so müssen wir uns doch bewußt sein, daß wir auch aus den Werken unserer Vorfahren Nutzen ziehen und daher verpflichtet sind, Werke zu schaffen, von denen unsere Nachkommen zehren können."

Dr. Goebbels dankte dann allen, die am Bau dieser Brücke mitgearbeitet haben und gedachte der Arbeiter, die beim Bau dieses Werkes den Tod als Opfer der Arbeit fanden. Die Versammelten ehrten die Toten, deren Gräber am Morgen des Festtages mit Kränzen geschmückt worden waren, durch stilles Gedenken.

Nach einer Minute Schweigen erklärte Dr. Goebbels:Und somit sei diese Brücke dem Volk übergebe n."

Die Nationallieder erklangen, die Sirenen der Werke und Schiffe heulten, und Reichsminister Dr. Goebbels fuhr als erster über die neue Brücke zum anderen Ufer, wo freudiger Jubel ihn umfing.

80 LahreVerein deutscher Lngenieure"

Kon Or. Wolfgang Mejer

Vom 26. bis 29. Mai feiert der VDJ zu­gleich mit der Hundertjahrfeier der Technischen Hochschule Darmstadt sein achtzigjähriges Bestehen.

Die größte technisch-wissenschaftliche Organisation der Welt, derVerein deutscher Ingenieure", ver­dankt ihr Dasein dem Idealismus der Jugend. Ein junger Saardeutscher, Friedrich Euler aus Sulzbach bei Lauterecken, der am Gewerbe-Institut zu Berlin studierte, machte einigen befreundeten Mit­schülern den Vorschlag, einen akademischen Verein zu gründen. In ihm sollten sich die an­gehenden Ingenieure über das im Unterricht Gebo­tene hinaus durch Gedankenaustausch unter Alters­genossen in der technischen Wissenschaft weiterbilden. Euler fand für den neuartigen Gedanken Anklang bei seinen Freunden. Arn 16. Mai 1846 schlossen sie sich zu einemVerein der Zöglinge und ehemali­gen Zöglinge des Kgl. Gewerbeinstitutes" zusammen. Bald gaben sie dem Verein den schönen Namen Hütt e". Euler wurde der erste Vorsitzende.Die Hütte wird das Band sein, das Männer und Jüng­linge aus den verschiedenen deutschen Gauen liebend umschlingt und vereinigt, die im bürgerlichen und staatlichen Leben die verschiedensten Stellungen ein­nehmen", hieß es im Gründungsprotokoll. Die Tat­sache gerade, daß immer mehr der älteren Mitglieder Stellungen draußen im Lande einnahmen und doch den Grundgedanken der Hütte treubleiben wollten, die gesteigerte Geltung der Industrie nach der Welt­ausstellung von 1851 auch in Deutschland, nicht zu­letzt aber auch der mächtig auflebende deutsche Eini­gungsgedanke, führten zur Stellung neuer, weiterer Siele, die über den Rahmen eines akademischen Ver­eins hinausginqen:Ein inniges Zusammenwirken der geistigen Kräfte deutscher Technik zur gegen­seitigen Anregung und Fortbildung im Interesse der gesamten Industrie Deutschlands!"

Die größere Aufgabe verlangte eine neue Form. Beim zehnjährigen Stiftungsfest derHütte", am Zweiten Pfingstfeiertage des Jahres 1856, fuhren die Hütten-Leute auf maiengeschmückten Leiter­wagen von Halberstadt nach dem reizenden Harz­ort Alexisbad und gründeten hier als Nach­folgerin derHütte" denVerein deutscher Ingenien r e". Dreiundzwanzig Unterschriften trägt die Gründungsurkunde. Vorsitzender wurde wieder E u I e r, nun schon längst Ingenieur in sei­ner pfälzischen Heimat. Als wissenschaftlicher Lei­ter des Vereins mit dem TitelDirektor" wurde ihm der ausgezeichnete Lehrer am Düsseldorfer Gewerbeinstitut Franz G r a s h o f beigegeben. Durch Arbeit in Bezirksvereinen und vor allem durch eine Zeitschrift, deren Bearbeitung Grashof zufiel, sollten die Ziele des Vereins erreicht werden. An Aufgaben fehlte es nicht. Als eine der wichtig­sten nannte Euler auf der ersten Hauptversamm­lung des 1857 schon 300 Mitglieder zählenden Ver­

eins die Schaffung eines einheitlichen Maß­stabes in Deutschland, wo es damals vierzehn verschiedene gab! Ferner müsse der Verein daran arbeiten, die deutsche Industrie vom Auslande unabhängig zu machen und ihr Anerkennung im eigenen Lande zu verschaffen. Der Verein müsse eine Großmacht werden, um solche Gedanken zu verwirklichen! Er besaß damals einen Archiv- und Kassenschrank, einen blauen Farbstempel, ein Pet­schaft und eine Bibliothek von vier Büchern! Aber auch einen unbeugsamen Zukunftsglauben und Opferwillen. Alle Vereinsarbeit wurde unentgeltlich aeleiftet, die Mitglieder waren zu unentgeltlicher Mitarbeit an der Zeitschrift verpflichtet und zahl­ten den für die jungen Leute erstaunlich hohen Jah­resbeitrag von fünf Talern!

Der Erfolg blieb namentlich dank Grashofs über­ragender Tätigkeit nicht aus. 21 u f der Pariser Weitaus st ellung 1867 treffen wir schon eine Beratungsstelle des VDJ. Beim 25jährigen Jubiläum 1881, noch unter Führung Eulers und Grashofs, zählt der VDJ. schon 26 Be- zirksvereine mit 4000 Mitgliedern. Immer größer wird der Aufgabenkreis. Fast alle Gebiete der Technik, besonders die schwierig einzuordnenden Grenzbereiche, wie Chemie-Jngenieurwesen, Ver­fahrenstechnik, Werkstoffe werden heute von den Fachausschüssen des VDJ. bearbeitet. Fragen der Gesetzgebung, der Schulung, der Pflege von Aus­landsbeziehungen nahm der VDJ. früh in feinen Aufgabenkreis auf, so die Patentgesetzgebung schon vor her deutschen Einiauna. Auch die Geschichte der Technik wird vom VDJ. schon seit langem gepflegt. In den jährlich erscheinendenBeiträgen zur Ge­schichte der Technik und Industrie" schuf der VDJ. schon 1909 das erste ausschließlich der Geschichte der Technik gewidmete Organ der Welt!

Die Geschichte des Vereins selbst weist manches weit über die Fachkreise hinaus bedeutende Ereignis auf. So am 6. Februar 1896 den Vortrag des Grasen Zeppelin über seine Luftschiffpläne im Württembergischen Bezirksverein in Stuttgart. Das Eintreten des VDJ. für Zeppelin führte zum Bau des ersten Luftschiffes des Grafen. Denkwürdig war auch bi? 44. Hauptversammlung 1903. auf der Oskar v. Miller den Entwurf desDeutschen Museums" entwickelte. /

Mit rund 34 000 Wtgliedern ist der VDJ. heute die größte technisch-wissenschaft­liche Organisation der (Erbe. Bebeutenbe Vereinigungen, wie die Automobil- unb Flugtech­nische Gesellschaft, ber Deutsche Kälteverein, her Verein beutscher Heizungsingenieure, ber Verein beutscher Revisionsingenieure besten Arbeitsge­biete Unfallverhütung unb Arbeiterschutz sind haben sich als Fachgruppen dem VDJ. eingeglie­dert. Der Einsatz ber Technik im Kampf um Deutsch- lanbs wirtschaftliche Selbstbehauptung, die Behand­

lung der Maschine als dienenden Gliedes des Volks­ganzen geben ber Wirksamkeit des VDJ. eine be­deutungsvolle Stelle im Dritten Reich. Das bewies der vom VDJ. durchgeführte ersteTag der deut­schen Technik" in Breslau 1935 unter dem Leitwort Technik ist Dienst am Volk" Das zeigt auch die Themenwahl der 68 Fachvorträge auf der bevor­stehenden Jubeltagung in Darmstadt, die sich nach folgenden Gruppen gliedern:Jngenieurausgaben bei der Sicherung der Nahrungs- und Rohstoff­freiheit des deutschen Volkes",Energiewirtschafts­fragen",Schutz von Mensch und Sache",Verfah­renstechnik und ihre Auswirkungen auf Gestaltung unb Herstellung",Ingenieur unb Wirtschaft" und Technikgeschichte".

Ungarns Kamps gegen das Judentum.

Budapest, 22. Mai. (DNB.) Auf einer vom Bund der ungarischen Zukunft" in ber alten ungarischen Universitätsstadt Debrecen ein- berufenen Massenversammlung wandten sich die na­tionalen Reichstagsabgeordne'ten Dr. Franz R a j - n i ß, Stefan M i l t a y und Dr. M a k k a i in scharfen Ausfällen gegen die bisher noch ungebro­chene Stellung des Judentums in Ungarn unb gaben hierbei offen ihrer Bewunberung für das nationalsozialistische Deutschland) und seinen Führer Adolf Hitler Ausdruck. Die Ausführungen ber Abgeorbneten würben von ber zahlreichen Zuhörer­schaft, bie sich hauptsächlich aus ber akademischen Jugend zusamensetzte, besonders bei den sich auf Deutschland beziehenden Worten mit stürmischen minutenlangen Eljen-Rufen aufgenommen.

Der Reichstagsabgeordnete M i l t a y erklärte, mit der allergrößten 2Inerfennung und Hochachtung blicke das nationale Ungarn auf den Mann, ber das beutsche Volk aus ber größten N o t geret- t e t und es von jenen fremden Mächten befreit habe, gegen die bas nationale Ungarn heute kämpfe. Die ^Versammlung brach bei biefen Worten in stürmische minutenlange Eljen - Rufe auf Hitler aus. Wenn bie von Abolf Hitler er­klärte Politik, eine gefünbere Verteilung bes Gr>mb- besitzes, bie Befreiung bes Arbeiters von dem jüdi­schen Kapital, Brot unb Hilfe für bie Angehörigen ber ungarischen Intelligenz bebeute, so mache bas nationale Ungarn zweifellos Politik im Sinne Adolf Hitlers. Das deutsche Volk siebe ber ungari­schen Nation in biefem Kampfe mit Sympathie ge­genüber, aber bas christliche Ungarntum müsse sein Ziel aus eigener Kraft erreichen.

Der Reichstagsabgeordnete Dr. R a j n i ß betonte, daß er aus grundsätzlichen Erwägungen Judengeg­ner sei. Das kleine Ungarn beherberge fünfmal so viel Juden wie das große England. Diese fremden Ausbeuter hätten sich in Ungarn festgesetzt und saug­ten das Volk aus. Es fei völlig untragbar, baß ein ungarischer Taglöhner einen Pengö am Tage vcr- biene, sremdrassige Einwanberer bagegen Einkünfte von Tausenben hätten.

Oer ReichMhrer GS. Himmler vorderHL -FührerschastaufdemVrrcken

Auf dem Brocken, 22. Mai. (DNB.) Der Reichsführer SS. Himmler hielt im Brocken- Haus vor den Bann- unb Jungbannführern, bie vom Reichsjugendlager in Braun­schweig auf ben Brocken gekommen waren, eine Rede über Wesen unb Aufbau ber SS. Er fchil- berte den Ausbildungsgang des SS.-Mannes unb -sührers unb sprach vor allem über bie Wechsel­beziehungen zwischen weltanschaulicher unb körper­licher Ausrichtung, wobei er betonte, daß i der SS-Mann das SA-Sportabzeichen unb bas Deutsche Turn- unb Sportabzeichen erwerben müsse. Die HI stelle wie für alle Glieberungen ber Bewegung, so auch für die SS. den Nachwuchs dar, ohne den sie nicht lebensfähig sei. Daraus ergebe sich eine besondere Verbundenheit und ein Gleichklang ber weltanschaulichen Marschrichtung ber SS. und der HI.

Stabsführer Lauterbacher dankte dem Reichsführer für feine Worte unb erklärte, baß bie HI. sich bemühe, in ihren Reihen bieselben Grunb- sätze ber Treue, Disziplin unb des Gehorsams zu pflegen, die bie Grunbsätze ber Partei unb ber SS seien.

Kleine politische Nachrichten.

Der Leipziger Oberbürgermeister Dr. G o e r b e (er ist nach Ablauf seiner Wahlzeit erneut als Oberbürgermeister ber Stabt Leipzig für bie Zeit vom 23. Mai 1936 bis 22. Mai 1948 vorn Reichs­und Preußischen Minister des Innern berufen worden.

Das englische Unterhaus nahm die Finanzentschlie­ßung zu der Regierungsvorlage über bie A b - schaffung bes Kirchen zehnten mit 160 gegen 59 Stimmen an. Die Entschließung sieht bie Ablösung bes aus bem 10. Iahrhunbert ftammenben Kirchenzehnten, ber in gewissen ©egenben Englanbs eine starke Belastung ber Landbevölkerung barstellte, auf bem Wege einer Anleihe vor.

England feiert om Samstag feinen Reichs» lufttag, der in diesem Jahr besonders groß­artig ausgestaltet wird. Rund tausend Militär- und Verkehrsflugzeuge sind an den Vorführungen betei­ligt, bie auf zahlreichen Flugplätzen ftattfinben. Etwa fünfzig Kriegsflugplätze sind für das Publikum geöffnet.

In Kowno haben Besprechungen zwischen einer deutsch-litauischen Unterkommission über Fragen des kleinen Grenzverkehrs ftattoefunöen. In einer Reihe von Fragen ist eine Annäherung erzielt worben.

Kunst und Wissenschaft

Internationales Schachturnier in Bad-Nauheim.

In ber 7. Runbe des Internationalen Schachturniers in Bad-Nauheim schlichtete H e i n i ck e sehr schnell gegen Prof. Vidmar in einem orthodoxen Damengambit. Van den Bosch spielte eine italienische Partie gegen Ahues und mußte aufgeben. Stahlberg konnte gegen R e l l- st a b nur remis erzielen. Eine prächtige Leistung bot Dr. A l j e ch i n gegen Bogoljubow in einem Damengambit, das er er nach fünfstündigem Kampf gewinnen konnte. Weißgerber verlor eine spanische Partie gegen Keres. Die Hänge­partien brachten den Sieg von Bogoljubow über Prof. V i b m a r, Dr. Aljechin konnte gegen Ke res nur remis erzielen.