auf die durchaus versohnungsb'ereiten Gemüter gewirkt. Der italienische Delegierte hatte Genf bereits unter Protest verlassen, sobald ein abessinischer Vertreter am Ratstisch zugelassen worden war. Nun lebte in der italienischen Presse auch der alte Haß gegen England als Seele des Sanktionskrieges wieder auf. Dabei fehlt es nicht an deutlichen Hinweisen daraus, daß Italien sich stark genug fühlt, auch einen Waffengang mit dem Britischen Reich zu wagen, wenn es die Verteidigung des soeben eroberten Imperiums notwendig machen sollte. Man erwähnt den beiderseitigen Flankendruck auf die englische Stellung in Aegypten und im Sudan und läßt sich auch durch die Drohung mit einer Schließung des Suezkanals nicht ins Bockshorn jagen. Kurz die Sprache der italienischen Presse ist wieder sehr selbstbewußt geworden und auch die Regierung bekundet, daß sie auch anders kann, wenn man in London noch keine Versöhnung will. Die Ausweisung einiger britischer Zeitungskorrespondenten aus Addis Abeba war ein Vorgeschmack, der weitere „Vorschlag", die Verstärkung der britischen Gesandtschaftswache in Addis Abeba zurück- zuziehen, deutet an, daß Italien in seiner Kolonie den Schutz der Fremden selbst zu übernehmen wünscht. Ein böser Lapsus ist allerdings den Italienern mit dem gefälschten Dokument unterlaufen, das die Lieferung britischer Dumdum-Munition an die Abessinier beweisen sollte. Eden hat vor dem Unterhaus diese ganze Geschichte als plumpen Schwindel eines geschäftstüchtigen internationalen Gauners entlarvt. An sich hätte dieser Vorfall sehr wohl dazu beitragen können, beide Mächte wieder zueinander zu bringen, aber es ist klar, daß solange die Völkerbundssanktionen noch in Kraft sind, es für Italien keine Versöhnung geben kann mit den Mächten, deren Politik an dem Phantom der Sanktionen festhält.
Andererseits scheint im englischen Kabinett trotz der wachsenden Opposition innerhalb der konservativen Partei die Richtung Eden nicht an Einfluß eingebllßt zu haben. Vermutlich sehen auch diejenigen britischen Staatsmänner, die nach dem Fiasko der Sanktionen über diese Art von Völkerbundspolitik und kollektiver Sicherheit sehr skeptisch geworden sein mögen, trotzdem im Augenblick noch die Fortdauer der Spannung mit Italien nicht ungern, weil unter diesem Druck dem englischen Volk die Notwendigkeit vermehrter Rüstungen, die natürlich sehr viel Geld kosten, eher eingehen wird, als nach Beilegung des Konflikts. Und diese Aufrüstung des Britischen Reiches ist vielleicht das wichtigste Ergebnis dieses langen politischen Kampfes, England hat eingesehen, daß kein internationales System kollektiver Sicherheit den Frieden zu verbürgen vermag, wenn man sich nicht stark genug fühlt, gegebenenfalls auch an die Überzeugungskraft der Waffen zu appellieren. Es geht sehr konsequent daran, aus dieser Lehre die praktischen Folgerungen zu ziehen. Denn nicht nur im weiteren Radius britischer Weltpolitik sieht es Anzeichen neuer Konflikte, die einen starken britischen Arm erfordern — der jüdisch-arabische Streit in Palästina und die Auseinandersetzung mit den ägyptischen Nationalisten sind innerhalb der augenblicklichen Gefahrenzone besonders unangenehm — aber auch im Spiel der europäischen Mächte ist ein starkes England eher bereit, die ihm zukommende Rolle zu übernehmen statt bequemerweise in den Franzosen die Gendarmen des Kontinents zu sehen. Auch deshalb sollte man wünschen, daß die italienisch-englische Spannung bald beendet werden wird, damit beide Mächte wieder ganz ihre europäische Aufgabe übernehmen können.
England und der Welthandel.
Tagung der Deutschen weltwirtschaftlichen Gesellschaft.
Düsseldorf, 22. Mai. (DNB.) Die Tagung der Deutschen weltwirtschaftlichen Gesellschaft in Düsseldorf begann mit einer Arbeitstagung. Der Präsident der Gesellschaft, Gouverneur i. R. Dr. Schnee, M.d.R., begrüßte Lord Riverdale o f Sheffield, den Vorkämpfer für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit, der in seinem Vortrag „Das Britische Weltreich und die Weltwirtschaft" zunächst Wachstum und Bestand des Britischen Reiches herausstellte. Britannien lebe nicht von passiven Erträgnissen eines ausländischen Einkommens (Zinserträgnisse ausgenommen), sondern vom aktiven Handel. Es habe die landwirtschaftliche Unabhängigkeit vorsätzlich aufgeqeben und sich abhängig gemacht durch Einfuhr von Nahrungsmitteln. Im Interesse des internationalen Handels und der Menschheit liege es, die heutigen Handelsbarrieren, Restriktionen usw. zu beseitigen. Ihre Aufrechterhaltung bedeute eine Verlängerung vieler politischer Schwierigkeiten, die aus wirtschaftlichen Quellen stammen, und ein Zurückdrängen der allgemeinen Aufwärtsbewegung des Handels, die man jetzt auf so vielen Gebieten spüre. Ein Land allein könne enbensowenig das Heilmittel dazu liefern, wie es sich selbst erfolgreich isolieren könne. Das bedeute aber Zusammenarbeit und in erster Linie Zusammenarbeit aller derjenigen Länder, welche noch die große Masse des Welthandels kontrollieren. Die Lage sei reif für eine mutige Initiative in der Zusammenarbeit von zwei, Drei oder vier Regierungen. Das Britische Reich sei bereit und gewillt, an der Befreiung des internationalen Handels tatkräftig mitzuwirken.
Eupen-Malmedy im belgischen Wahlkampf.
Weiße Stimmzettel als Protest.
Berlin, 22. Mai. (DNB.) Die „Berliner Börsenzeitung" meldet aus Brüssel: Am Sonntag finden in Belgien Kammer- und Senatswahlen statt. Damit gelangt ein teilweise sehr heftig geführter Wahlkampf zu seinem vorläufigen Abschluß. Am 7. Juni folgen die Wahlen zum Prooinzialrat. Als Vertreter altbelgischer Interessen werben in der Hauptsache die durch den sogenannten Seegers-Prozeß unrühmlichst bekannt gewordene Katholische Union und die belgische Arbeiterpartei sowie die Rex- Bewegung um die Wählerstimmen.
In dem durch das Diktat von Versailles vom Deutschen Reich abgetrennten Gebiet Eupen- M a l m e d y - S t. V i t h hat die C h r i st l i ch e V o l k s p a r t e i auf die Aufstellung von Wahllisten zugunsten der neugebildeten Heimattreuen Front verzichtet. Diese Front wendet sich in einem von ungefähr 2000 Deutschen aller Stände unterschriebenen Aufruf an die gesamte deutsche Bevölkerung von Eupen-Malmedy-St. Dith und fordert sie auf, zum Zeichen ihres Pro- t e st e s gegen die Ausbürgerungsgesetze und andere zahlreiche gegen das Deutschtum gerichtete Maßnahmen belgischer Organe weiße Stimmzettel abzugeben.
Gefechtsübung englischer Tanks.
Zum erstenmal nach dem Kriege wurde in England vor der Oeffentlichkeit und den ausländischen Militärattaches das Königliche Tankkorps in Aktion vorgeführt. Man sieht hier die Tanks beim Feuern in der Nähe von Lulworth, Dorset. — (Deutsche Presse-Photo-Zentrale-M.)
Brückenweihe in Duisburg-Rheinhausen.
Dr. Goebbels übergibt die Admiral-Graf-Gpee-Brücke dem Verkehr.
Duisburg, 22. Mai. (DNB.) Mit der feierlichen Einweihung der Admiral-Graf- Spee-Brücke, die Duisburg mit Rheinhausen verbindet und damit eine neue Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und dem niederrheinischen Lande schafft, erlebte das ganze Volk am Niederrhein einen Tag von besonderer Bedeutung. Festlichen Schmuck trugen beide Städte. Die Zugangsstraßen zur Brücke auf beiden Rheinufern schmückten wehende Fahnen. Die Gliederungen der Partei und Tausende von Volksgenossen bildeten ein dichtes Spalier. Der Rauch, der aus den hohen Schornsteinen der Werke aufstieg, vermählte sich mit düsteren, regenschweren Wolken, die über dem ganzen niederrheinischen Lande lagen. Schiff um Schiff zog mit schwerer Last stromauf und -ab, ein lebendiges Bild dieser größten Industrie- und Binnenhafenstadt Deutschlands und Europas. Herzlich begrüßt traf um die Mittagsstunde Reichsminister Dr. Goebbels am Brückenkopf ein.
Oberbürgermeister D i l l g a r d t gab seiner Freude Ausdruck, den Minister als Sohn des niederrheinischen Landes begrüßen zu können. Jener Mann des niederrheinischen Geschlechtes, dessen Name die neue Brücke tragen werde, Admiral Graf S p e e, sei weitab vom deutschen Vaterland, bei den Falkland-Jnseln, zum Symbol deutschen Heldentums geworden, zum Symbol des steten einsatzbereiten Opferwillens zum Wohle der gesamten deutschen Volksgemeinschaft. Der besondere Gruß des Oberbürgermeisters galt dem Vizeadmiral Schultze und den anwesenden Mitgliedern der Familie Spee.
Ein Arbeiter aus der am Bau der Brücke tätig gewesenen Gefolgschaft gab in seinem Leitspruch den Gefühlen Ausdruck, die die Brückenarbeiter heute hätten. Wir haben, so sagte er, an diesem großen Werk des Friedens und des Ausbaues mitgeschaffen. Unser aller Wunsch ist es, daß
diese Brücke Segen bringen und das hier Geschaffene lange bestehen möge. Unseren Nachkommen möge sie ein Zeichen sein aus der Zeit, da Adolf Hitler das deutsche Volk nach Jahren der Zwietracht und der Not wieder einte, damit die deutsche Volksgemeinschaft einer glücklichen Zukunft entgegenmarschiere.
Reichsminister Dr. Goebbels hielt dann die Weiherede. Die Brücke sei ein Symbol dafür, daß die beiden Ufer, die sie verbinde, zusammengehören, daß der Rhein Deutschlands Strom und nicht Deutschlands Grenze sei. „Wenn wir alle schon zu Staub zerfallen sind, wird diese Brücke Zeugnis ablegen von deutschem Denken und deutschem Handeln. Die ganze Nation ist von einem unbändigen Schaffens- und Aufbauwillen erfüllt. Ungezählte Hände haben unter Mühen und Schwierigkeiten diese Brücke gebaut. Aber aus der Ueber- winduna von Schwierigkeiten wird der Mensch hart uno zähe. Wenn wir auch selbst noch keinen unmittelbaren Nutzen von unseren Werken haben, so müssen wir uns doch bewußt sein, daß wir auch aus den Werken unserer Vorfahren Nutzen ziehen und daher verpflichtet sind, Werke zu schaffen, von denen unsere Nachkommen zehren können."
Dr. Goebbels dankte dann allen, die am Bau dieser Brücke mitgearbeitet haben und gedachte der Arbeiter, die beim Bau dieses Werkes den Tod als Opfer der Arbeit fanden. Die Versammelten ehrten die Toten, deren Gräber am Morgen des Festtages mit Kränzen geschmückt worden waren, durch stilles Gedenken.
Nach einer Minute Schweigen erklärte Dr. Goebbels: „Und somit sei diese Brücke dem Volk übergebe n."
Die Nationallieder erklangen, die Sirenen der Werke und Schiffe heulten, und Reichsminister Dr. Goebbels fuhr als erster über die neue Brücke zum anderen Ufer, wo freudiger Jubel ihn umfing.
80 Lahre „Verein deutscher Lngenieure"
Kon Or. Wolfgang Mejer
Vom 26. bis 29. Mai feiert der VDJ zugleich mit der Hundertjahrfeier der Technischen Hochschule Darmstadt sein achtzigjähriges Bestehen.
Die größte technisch-wissenschaftliche Organisation der Welt, der „Verein deutscher Ingenieure", verdankt ihr Dasein dem Idealismus der Jugend. Ein junger Saardeutscher, Friedrich Euler aus Sulzbach bei Lauterecken, der am Gewerbe-Institut zu Berlin studierte, machte einigen befreundeten Mitschülern den Vorschlag, einen akademischen Verein zu gründen. In ihm sollten sich die angehenden Ingenieure über das im Unterricht Gebotene hinaus durch Gedankenaustausch unter Altersgenossen in der technischen Wissenschaft weiterbilden. Euler fand für den neuartigen Gedanken Anklang bei seinen Freunden. Arn 16. Mai 1846 schlossen sie sich zu einem „Verein der Zöglinge und ehemaligen Zöglinge des Kgl. Gewerbeinstitutes" zusammen. Bald gaben sie dem Verein den schönen Namen „Hütt e". Euler wurde der erste Vorsitzende. „Die Hütte wird das Band sein, das Männer und Jünglinge aus den verschiedenen deutschen Gauen liebend umschlingt und vereinigt, die im bürgerlichen und staatlichen Leben die verschiedensten Stellungen einnehmen", hieß es im Gründungsprotokoll. Die Tatsache gerade, daß immer mehr der älteren Mitglieder Stellungen draußen im Lande einnahmen und doch den Grundgedanken der Hütte treubleiben wollten, die gesteigerte Geltung der Industrie nach der Weltausstellung von 1851 auch in Deutschland, nicht zuletzt aber auch der mächtig auflebende deutsche Einigungsgedanke, führten zur Stellung neuer, weiterer Siele, die über den Rahmen eines akademischen Vereins hinausginqen: „Ein inniges Zusammenwirken der geistigen Kräfte deutscher Technik zur gegenseitigen Anregung und Fortbildung im Interesse der gesamten Industrie Deutschlands!"
Die größere Aufgabe verlangte eine neue Form. Beim zehnjährigen Stiftungsfest der „Hütte", am Zweiten Pfingstfeiertage des Jahres 1856, fuhren die Hütten-Leute auf maiengeschmückten Leiterwagen von Halberstadt nach dem reizenden Harzort Alexisbad und gründeten hier als Nachfolgerin der „Hütte" den „Verein deutscher Ingenien r e". Dreiundzwanzig Unterschriften trägt die Gründungsurkunde. Vorsitzender wurde wieder E u I e r, nun schon längst Ingenieur in seiner pfälzischen Heimat. Als wissenschaftlicher Leiter des Vereins mit dem Titel „Direktor" wurde ihm der ausgezeichnete Lehrer am Düsseldorfer Gewerbeinstitut Franz G r a s h o f beigegeben. Durch Arbeit in Bezirksvereinen und vor allem durch eine Zeitschrift, deren Bearbeitung Grashof zufiel, sollten die Ziele des Vereins erreicht werden. An Aufgaben fehlte es nicht. Als eine der wichtigsten nannte Euler auf der ersten Hauptversammlung des 1857 schon 300 Mitglieder zählenden Ver
eins die Schaffung eines einheitlichen Maßstabes in Deutschland, wo es damals vierzehn verschiedene gab! Ferner müsse der Verein daran arbeiten, die deutsche Industrie vom Auslande unabhängig zu machen und ihr Anerkennung im eigenen Lande zu verschaffen. Der Verein müsse eine Großmacht werden, um solche Gedanken zu verwirklichen! Er besaß damals einen Archiv- und Kassenschrank, einen blauen Farbstempel, ein Petschaft und eine Bibliothek von vier Büchern! Aber auch einen unbeugsamen Zukunftsglauben und Opferwillen. Alle Vereinsarbeit wurde unentgeltlich aeleiftet, die Mitglieder waren zu unentgeltlicher Mitarbeit an der Zeitschrift verpflichtet und zahlten den für die jungen Leute erstaunlich hohen Jahresbeitrag von fünf Talern!
Der Erfolg blieb namentlich dank Grashofs überragender Tätigkeit nicht aus. 21 u f der Pariser Weitaus st ellung 1867 treffen wir schon eine Beratungsstelle des VDJ. Beim 25jährigen Jubiläum 1881, noch unter Führung Eulers und Grashofs, zählt der VDJ. schon 26 Be- zirksvereine mit 4000 Mitgliedern. Immer größer wird der Aufgabenkreis. Fast alle Gebiete der Technik, besonders die schwierig einzuordnenden Grenzbereiche, wie Chemie-Jngenieurwesen, Verfahrenstechnik, Werkstoffe werden heute von den Fachausschüssen des VDJ. bearbeitet. Fragen der Gesetzgebung, der Schulung, der Pflege von Auslandsbeziehungen nahm der VDJ. früh in feinen Aufgabenkreis auf, so die Patentgesetzgebung schon vor her deutschen Einiauna. Auch die Geschichte der Technik wird vom VDJ. schon seit langem gepflegt. In den jährlich erscheinenden „Beiträgen zur Geschichte der Technik und Industrie" schuf der VDJ. schon 1909 das erste ausschließlich der Geschichte der Technik gewidmete Organ der Welt!
Die Geschichte des Vereins selbst weist manches weit über die Fachkreise hinaus bedeutende Ereignis auf. So am 6. Februar 1896 den Vortrag des Grasen Zeppelin über seine Luftschiffpläne im Württembergischen Bezirksverein in Stuttgart. Das Eintreten des VDJ. für Zeppelin führte zum Bau des ersten Luftschiffes des Grafen. Denkwürdig war auch bi? 44. Hauptversammlung 1903. auf der Oskar v. Miller den Entwurf des „Deutschen Museums" entwickelte. /
Mit rund 34 000 Wtgliedern ist der VDJ. heute die größte technisch-wissenschaftliche Organisation der (Erbe. Bebeutenbe Vereinigungen, wie die Automobil- unb Flugtechnische Gesellschaft, ber Deutsche Kälteverein, her Verein beutscher Heizungsingenieure, ber Verein beutscher Revisionsingenieure — besten Arbeitsgebiete Unfallverhütung unb Arbeiterschutz sind — haben sich als Fachgruppen dem VDJ. eingegliedert. Der Einsatz ber Technik im Kampf um Deutsch- lanbs wirtschaftliche Selbstbehauptung, die Behand
lung der Maschine als dienenden Gliedes des Volksganzen geben ber Wirksamkeit des VDJ. eine bedeutungsvolle Stelle im Dritten Reich. Das bewies der vom VDJ. durchgeführte erste „Tag der deutschen Technik" in Breslau 1935 unter dem Leitwort „Technik ist Dienst am Volk" Das zeigt auch die Themenwahl der 68 Fachvorträge auf der bevorstehenden Jubeltagung in Darmstadt, die sich nach folgenden Gruppen gliedern: „Jngenieurausgaben bei der Sicherung der Nahrungs- und Rohstofffreiheit des deutschen Volkes", „Energiewirtschaftsfragen", „Schutz von Mensch und Sache", „Verfahrenstechnik und ihre Auswirkungen auf Gestaltung unb Herstellung", „Ingenieur unb Wirtschaft" und „Technikgeschichte".
Ungarns Kamps gegen das Judentum.
Budapest, 22. Mai. (DNB.) Auf einer vom „Bund der ungarischen Zukunft" in ber alten ungarischen Universitätsstadt Debrecen ein- berufenen Massenversammlung wandten sich die nationalen Reichstagsabgeordne'ten Dr. Franz R a j - n i ß, Stefan M i l t a y und Dr. M a k k a i in scharfen Ausfällen gegen die bisher noch ungebrochene Stellung des Judentums in Ungarn unb gaben hierbei offen ihrer Bewunberung für das nationalsozialistische Deutschland) und seinen Führer Adolf Hitler Ausdruck. Die Ausführungen ber Abgeorbneten würben von ber zahlreichen Zuhörerschaft, bie sich hauptsächlich aus ber akademischen Jugend zusamensetzte, besonders bei den sich auf Deutschland beziehenden Worten mit stürmischen minutenlangen Eljen-Rufen aufgenommen.
Der Reichstagsabgeordnete M i l t a y erklärte, mit der allergrößten 2Inerfennung und Hochachtung blicke das nationale Ungarn auf den Mann, ber das beutsche Volk aus ber größten N o t geret- t e t und es von jenen fremden Mächten befreit habe, gegen die bas nationale Ungarn heute kämpfe. Die ^Versammlung brach bei biefen Worten in stürmische minutenlange Eljen - Rufe auf Hitler aus. Wenn bie von Abolf Hitler erklärte Politik, eine gefünbere Verteilung bes Gr>mb- besitzes, bie Befreiung bes Arbeiters von dem jüdischen Kapital, Brot unb Hilfe für bie Angehörigen ber ungarischen Intelligenz bebeute, so mache bas nationale Ungarn zweifellos Politik im Sinne Adolf Hitlers. Das deutsche Volk siebe ber ungarischen Nation in biefem Kampfe mit Sympathie gegenüber, aber bas christliche Ungarntum müsse sein Ziel aus eigener Kraft erreichen.
Der Reichstagsabgeordnete Dr. R a j n i ß betonte, daß er aus grundsätzlichen Erwägungen Judengegner sei. Das kleine Ungarn beherberge fünfmal so viel Juden wie das große England. Diese fremden Ausbeuter hätten sich in Ungarn festgesetzt und saugten das Volk aus. Es fei völlig untragbar, baß ein ungarischer Taglöhner einen Pengö am Tage vcr- biene, sremdrassige Einwanberer bagegen Einkünfte von Tausenben hätten.
Oer ReichMhrer GS. Himmler vorderHL -FührerschastaufdemVrrcken
Auf dem Brocken, 22. Mai. (DNB.) Der Reichsführer SS. Himmler hielt im Brocken- Haus vor den Bann- unb Jungbannführern, bie vom Reichsjugendlager in Braunschweig auf ben Brocken gekommen waren, eine Rede über Wesen unb Aufbau ber SS. Er fchil- berte den Ausbildungsgang des SS.-Mannes unb -sührers unb sprach vor allem über bie Wechselbeziehungen zwischen weltanschaulicher unb körperlicher Ausrichtung, wobei er betonte, daß i der SS-Mann das SA-Sportabzeichen unb bas Deutsche Turn- unb Sportabzeichen erwerben müsse. Die HI stelle wie für alle Glieberungen ber Bewegung, so auch für die SS. den Nachwuchs dar, ohne den sie nicht lebensfähig sei. Daraus ergebe sich eine besondere Verbundenheit und ein Gleichklang ber weltanschaulichen Marschrichtung ber SS. und der HI.
Stabsführer Lauterbacher dankte dem Reichsführer für feine Worte unb erklärte, baß bie HI. sich bemühe, in ihren Reihen bieselben Grunb- sätze ber Treue, Disziplin unb des Gehorsams zu pflegen, die bie Grunbsätze ber Partei unb ber SS seien.
Kleine politische Nachrichten.
Der Leipziger Oberbürgermeister Dr. G o e r b e • (er ist nach Ablauf seiner Wahlzeit erneut als Oberbürgermeister ber Stabt Leipzig für bie Zeit vom 23. Mai 1936 bis 22. Mai 1948 vorn Reichsund Preußischen Minister des Innern berufen worden.
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Das englische Unterhaus nahm die Finanzentschließung zu der Regierungsvorlage über bie A b - schaffung bes Kirchen zehnten mit 160 gegen 59 Stimmen an. Die Entschließung sieht bie Ablösung bes aus bem 10. Iahrhunbert ftammenben Kirchenzehnten, ber in gewissen ©egenben Englanbs eine starke Belastung ber Landbevölkerung barstellte, auf bem Wege einer Anleihe vor.
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England feiert om Samstag feinen Reichs» lufttag, der in diesem Jahr besonders großartig ausgestaltet wird. Rund tausend Militär- und Verkehrsflugzeuge sind an den Vorführungen beteiligt, bie auf zahlreichen Flugplätzen ftattfinben. Etwa fünfzig Kriegsflugplätze sind für das Publikum geöffnet.
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In Kowno haben Besprechungen zwischen einer deutsch-litauischen Unterkommission über Fragen des kleinen Grenzverkehrs ftattoefunöen. In einer Reihe von Fragen ist eine Annäherung erzielt worben.
Kunst und Wissenschaft
Internationales Schachturnier in Bad-Nauheim.
In ber 7. Runbe des Internationalen Schachturniers in Bad-Nauheim schlichtete H e i n i ck e sehr schnell gegen Prof. Vidmar in einem orthodoxen Damengambit. Van den Bosch spielte eine italienische Partie gegen Ahues und mußte aufgeben. Stahlberg konnte gegen R e l l- st a b nur remis erzielen. Eine prächtige Leistung bot Dr. A l j e ch i n gegen Bogoljubow in einem Damengambit, das er er nach fünfstündigem Kampf gewinnen konnte. Weißgerber verlor eine spanische Partie gegen Keres. Die Hängepartien brachten den Sieg von Bogoljubow über Prof. V i b m a r, Dr. Aljechin konnte gegen Ke res nur remis erzielen.


