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Montag, 25. März 1936

Deutschland durchgeführt haben, werden wir auch versuchen, die Auslandsbeziehungen zu heben und zu vermehren, wie es schon kürzlich in persönlichen Besprechungen in Budapest begonnen wurde. Einmal um der wirtschaftlichen Gesundung, zum andern um der Anerkennung des deutschen Films in der Welt willen."

,Flrbetterhauser statt Granaten."

Denn wir heute in einen Krieg gestoßen würden, dann kostete jede ZO-cm-Granate gleich 3000 Dark, und wenn ich noch andert­halbtausend Reichsmark dazulege, dann habe ich dafür ein Arbeiterwohnhaus, und wenn ich eine Dillion solcher Granaten auf einen Haufen lege, dann ist dies noch lange kein Donumenl. Wenn ich aber eine Million solcher Häuser habe, in denen Arbeiter wohnen können, dann sehe ich mir ein

Denkmal."

Adolf h i t l e r in seiner Rede in Karlsruhe am 12. Därz 1936.

Nr. 7« Zweites Statt

Eichener Anzeiger tSenerat-Anzetger für Ederychen-

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Kulturarbeit am deutschen Film

einer geschmacklichen Erziehung des Pu-

Dr. Goebbels mit den ältesten Berliner Arbeitern

sagen.

heranzuführen, und zugleich dem deutschen Film neue Kräfte dienstbar zu machen. Die vielen neuen

schaftsarbeit zum Ausdruck bringt und damit

streben überall nach der modernsten Form, die , Da der Film seiner ganzen öirunur nach fr art sich aus den bisherigen Erfahrungen herausbilden ^wirtschaftlich bedingt ist, bajen wir Herrn ,

stand dient. So haben wir den Aufbau der Filrn- kammer einer gründlichen Nachprüfung unter­zogen, die heute noch nicht abgeschlossen ist, und

Da der Film seiner ganzen Struktur nach st a r k Abend im Kreise der Arbeitskameraden zu verbringen. Man sieht ihn in angeregter Unterhaltung mit t r h * « f m i --- h"- seinen Gästen. (Presse-Bild-Zentrale-M.)

Reichsminister Dr. G o e b b e l s hatte eine große Anzahl von Gefolgschaftsmitgliedern, die zu den ältesten Angehörigen von Betrieben rechnen, ins Rheingold in Berlin eingeladen. Die Einladungen waren schon im Februar erfolgt, doch ließ es sich Dr. Goebbels nicht nehmen, trotz seiner starken Beanspruchung diesen 'jfrtAM A t WX ©VAt t A X AV Atlr V A AV rtX AM Al« amu (YY\ .Li 7 f- - _ 7 ..... .1 1 1 I « < i . .

Drei Jahre Kulturaufbau in Deutschland, drei Viertel des großen Plans, den sich die Reichsregierung als Aufgabe gesetzt hat! Eine Ueberschau auch auf dem Gebiet des Films über das bisher Erreichte, zugleich ein Blick auf die nächsten Ziele schien uns gerade in diesen Wochen der nationalen Be­sinnung von Wert. Wir haben darum den Geschäftsführer der Reichsfilmkammer Carl Melzer gebeten, uns über die Aufbau-

1 blikums, das ist die große Aufgabe, die wir uns bundenheit und des Vertrauens aus« alle für die Zukunft gestellt haben. lösen. Besonders das deutsche Landvolk, das Adolf

Ebenso wie wir die Ordnung des Films in | Hitler alles verdankt, wird mit Freude die Gelegen»

Melzer, sich auch gerade zu diesem Punkt ein­mal zu äußern.

Der wirtschaftliche Aufbau des deutschen Films wurde an der entscheidenden Stelle in Angriff ge­nommen, beim Theaterbesitz. Durch Beseiti­gung unlauteren Wettbewerbs zwischen den ein­zelnen Unternehmungen, durch eine Beschränkung der Kinoneubauten wurde eine Gesundung der Ein­nahmen erreicht, die dem Verleiher wiederum eine schnellere und sichere Amortisation der investierten Kapitalien ermöglichte.

Der neue Präsident, Staatsminister a. D. Prof. Dr. L e h n i ch, brachte neues Vertrauen und da­mit neue Beruhigung in d i e Produktion, indem er einen Ausgleich zwischen den beteiligten Gruppen schaffen konnte. Eines der wichtigsten In­strumente zur Durchführung der beabsichtigten Maß­nahmen ist die F i l m k r e d i t b a n k, die der Sta­bilisierung der deutschen Filmwirtschaft dienen soll. Es wird versucht, die kommende Jahresproduktion entsprechend den Wünschen des Reichspropaganda- Ministers Dr. Goebbels durch eine fachge­mäße Planung auf das ganze Jahr zu ver­teilen und damit ein wirtschaftlich und künstlerisch gesichertes Arbeiten zu gewährleisten.

Die nächsten Ziele.

So sind die Umsätze im deutschen Film seit der Machtübernahme ständig g e st i e g e n , alles durch die Steigerung der Besucherzahlen, die man als wesentlichste Aufgabe auch für die Zukunft noch ansieht. Wenn man bedenkt, daß in Deutschland bei 60 Millionen Einwohnern jährlich nur 300 Millio­nen Kinobesucher gezählt werden, so beweist dies, daß das deutsche Volk noch nicht in feiner Gesamt­heit erfaßt ist.

hier setzt die Zusammenarbeit mit der NSDAP, ein, der ein großer Anteil am Dank für den Aufbau unseres kulturellen Lebens zu­kommt. Eine weitere Hebung des künstlerischen Niveaus unserer Filme im Zusammenhang mit

Die Grundlage des neuen, kulturellen Aufbaus in Deutschland war die Reichskulturkam­mer die als gemeinsames Bindeglied auch die Reichsfilmkammer umfaßt. Nach der Errichtung einer ,t^rrläufigen. Filmkammer" wurde im Juni 1933 die Reichsskulturkammer durch Gesetz ge­schaffen, und damit auch dieReichsfilmkammer", die sämtliche deutschen Filmschaffenden in ihren Rühen vereint.

Der wesentlichste Erfolg ihrer Arbeit scheint mir darin zu liegen, daß sie alle Gruppen, die früher in Jnteressenverbänden gegeneinander standen, die

soll. Es wird notwendig sein, einen lebendigen Organismus zu schaffen, in dem die Büro­kratie weitgehend zurücktreten muß. Schon heute dürfen wir diesen inneren Zusammenhalt als Er­folg buchen, daß alle einzelnen Fachgruppen wirk­lich ein Ganzes bilden im Interesse des deutschen Films."

Wegbereiter für den künstlerischen $ilm.

Das führt zu einer Steigerung der Lei­stungen, die heute auch im Durchschnittsfilm schon ein beachtliches Niveau erreicht haben. Es werden mehr und mehr Versuche unternommen, künstlerisch wertvolle Filme zu schaffen, und die Reichsfilmkam­mer ermutigt alle diese Versuche, um die neue, mo­derne Form des deutschen Films zu finden. Es ist ja auch hier keineswegs so, daß man Genies aus dem Boden stampfen kann. Wir als staatliche Film­kammer können nur den Künstlern und Produzen­ten, die sich bereit finden. Neues zu wagen man muß anerkennen, daß es nicht wenige find die Schwierigkeiten aus dem Weg räumen und den Boden ebnen.

arbeit am deutschen Film etwas zu

Gemeinschaftsarbeit in der Reichsfilmkammer

Oer Reichsbauernführer an das deutsche Landvolk.

Berlin, 20. März. (DNB.) Der Reichsbauern­führer, Reichsminister Darre, hat folgenden Auf­ruf an das deutsche Landvolk gerichtet:

Der Führer hat das deutsche Volk aufgerufen, am 29. März zu feiner Politik Stellung zu nehmen. Dieser Appell wird bei der ganzen Nation ein Be­kenntnis der Dankbarkeit, der 23 e r

Ein Gespräch mit Carl Melzer, dem Geschäftsführer der Heichsfilmkammer

Von Irih Aeckerle

Jrn Zuge dieser Arbeit liegt vor allem die Nach­wuchsförderung, die sich die Filmkammer besonders angelegen sein läßt. Sie hat auch Mittel

zugleich im Zuge der gesamten Neuordnung un- , Gesichter, die man in unseren Filmen sieht, und serös staatlichen und kulturellen Lebens liegt. | bie Steigerung des Ensemblefpiels, W'chtig ist dabei, daß die Organisation nie sprechen für den Erfolg dieser Arbeit.

S ''stzweck wird, sondern lediglich dem Berufs-

- - Oer wirtschaftliche Neuaufbau

des deutscben Rlms

sich untereinander aufs heftigste bekämpften, heute bereitgestellt, um Autoren und Regisseure, Dar­in einer berufsständischen Organisation zusammen- steller und Komponisten an die praktische Arbeit gefaxt hat, die den Gedanken der Gemein- ' * ' '' * ' "

Lesuch auf dem Gbersalzberg

Deine Stimme dem Zührer!

Gießener Stadttheater.

Tanz-Gastspiel: Menaka.

Die indische Tänzerin Menaka gab gestern vor­mittag mit ihrer Tanzgruppe und indischem Or­chester ein Gastspiel im Theater. Es ist eine ferne und uns fremde Welt, die sich da auftut Da der nationalindische Tanz, wie er hier geübt wird, auf eine sehr alte Tradition zurückgeht und in seiner Ausdrucksbewegung, seinen Inhalten, seiner Kostüm­einkleidung und der zugehörigen Musik teils in volkstümlichen, teils in religiösen Vorstellungen wur­zelt, wäre wohl zuvor eine Einführung in die For­men und Mythen des indischen Kulturkreises er­sprießlich gewesen, um dem sehr umfangreichen Programm beim unvorbereiteten deutschen Hörer die Grundlagen für eine verständnisvolle Ausnahme zu geben. So zerlegten sich die Darbietungen des Gastspiels in eine Reihe von Einzeleindrücken, die teils vom Tanz, teils vom Kostüm, teils auch von der Musik ausgingen. Der indische Tanz dieser Truppe ist nicht, wie wir es gewohnt sind,an sich" oder absolut zu erfassen und aufzunehmen, sondern pan­tomimisch, melodramatisch oder als mythologisches Ballett. Diese Tänze haben alle oder fast alle'einen epischen oder lyrischen Inhalt: sie lassen sich er­zählen. Sie behandeln z. B., als tänzerisches Motiv nicht ohne Reiz, das volkstümliche ThemaDra­chen steigen lassen": oder sie geben ein lyrisches Stimmungsbild:Die Erde erwacht. Die Bäume wiegen sich im leisen Winde. Die Lotosblume öffnet sich den schwebenden Bienen. Der Pfau macht sei­nem Weibchen den Hof. Das Mädchen tanzt in höchster Begeisterung dem erwachenden Morgen zum Gruß." Oder sie bilden, zum Schluß, einBallett in drei Episoden" nach der Hindu-Mythologie, eine rein religiöse Fabel, die nun allerdings, wie wir schon anbeuteten, eine Kenntnis jener inbischen Mythologie wenigstens in ihren Grunbzügen beim Zuschauer und Hörer voraussetzen würbe. Die Führerin ber Truppe, Menaka, besticht tänzerisch burch einen untabeiigen, schlanken Wuchs unb eine geschmeibige, auch vielgestaltige Ausdruckskraft, vor allem in der oberen Körperhälfte, in den sehr biegsamen Armen und Händen. (Manipuri-Tanz: Tanz der Aurora: Moghul-Serenade.) Von den männlichen Mitgliedern der Tanzgruppe erzielte Ramnarayan mit einem Tanz des Shiva für unsere Begriffe den un­mittelbarsten und stärksten Eindruck: tänzerisches Temperament unb ausdrucksvolle Linienführung, zumal in den Ruhepunkten statuarischer Samm­lung, machten den Nationalcharakter diesesTan- dava-Tanzes" in berKathak"-Technik auch dem nichtindischen Beschauer, der sich bei der Inhalts­angabe des Programms wahrscheinlich so gut wie

nichts vorstellen kann, sinnfällig zugänglich. G a u r i Shankar tanzte denSturmgott", anziehend durch den Wechsel zwischen sehr schneller Drehung und äußerster Verhaltenheit. Eine hübsche, auch durch die Kostüm-Einkleidung wirksame Episode: Harao - Mehri, Versöhnung eines erzürnten Ehe­mannes mit feinen zwei Frauen, getanzt von M e - nafa, 23 i m a l a und Ramnarayan. Für die rein musikalischen Darbietungen des Programms fehlte uns, wenn wir offen fein sollen, das Organ. Es war nicht uninteressant, den Jnstrumentalkörper des Orchesters kennen zu lernen. Die Sarode, ein i Saiteninstrument, klingt unferm Ohr eintönig und wenig melodiös: Tabla Tarang, den bekannteren Handtrommeln vieler afrikanischer Stämme nicht unähnlich, gibt im Orchester die scharfe rhythmische Akzentuierung und ist als Solo-Instrument am ehe­sten unserem Klavier vergleichbar. Ein Lied von Ambique Majumdar würde jedenfalls rein inhaltlich einigem Verständnis begegnet sein, wenn man sich die Mühe gemacht hätte, die ans Publikum gerichtete englische Vorbemerkung ins Deutsche zu übertragen. Die malerischen und farbenfreudigen Kostüme gehen auf Modelle des 17. Jahrhunderts zurück. Leiter des Orchesters ist der Solo-Sarodist Unstad Sakha-! wat Hussain Khan. Das nicht sehr zahl­reiche Publikum spendete lebhaften Beifall

hth.

Seerose und Korallenslsch

Von Paul Eipper

Wenn man von zierlichen, von schonen Meeres­tieren spricht, darf man auf keinen Fall die See­rosen vergessen, die Märchenwundern gleich in verschwenderischer Farbenpracht am Grund der Ozeane leben.

Aber das sind doch keine Tiere, diese Seerosen! Sie haften unbeweglich auf dem Steingeröll und müssen gewiß zu den Blumen gezählt werden", so höre ich immer wieder die Menschen sprechen.

Falsch! Die stillen Seenelken und die webenden Rosen des Meeres sind nicht einmal Uebergänge von der Pflanze zum Tiere, sondern eindeutig Tiere, die mit Blütenfühlern und Fangfäden (so­genannten Tentakeln) ihre Nahrung greifen, und deren herrliche Farben, vom wachsjchimmernden Weiß über Rosa und Gelb, Blaßlila, Blau zum feurigen Rot wahrscheinlich Lockmittel sind, die win­zigen Beutetierchen anzuziehen.

Daß aber die Seerosen nicht nur jene eine Fähig­keit haben, sich trotz des festen Standpunktes genü­gend Pahrung zu beschaffen, sondern daß sie auch feinere Gefühle besitzen, unterscheiden können zwi­

Zeitschriften.

Was geschah jedoch in Mülheim? Aus Beweg­gründen, die uns Menschen völlig fremd bleiben werden, erkor sich der kleine Korallenfisch eine der Seerosen als Freundin. Sobald der Aquariumspfle­ger Nahrung in den Beholter warf, griff der Ko­rallenfisch ein Würmchen oder ein Stück Muschel­fleisch, schwamm dicht über die eine Seerose und ließ ihr die Beute unmittelbar in den Mund fallen. Die ersten Male hat die Seerose natürlich ihre Fangarme schützend eingezogen: doch rasch begriff sie, ließ sich die Atzung wohl gefallen, mit dem Er- folg, daß sie ihre beiden Schwestern an Körper­umfang bereits dreifach überragt: denn unermüdlich schafft der freundliche Korallenfisch neues Futter herbei. Ich beobachtete in einer halben Stunden sieben Portionen Muschelfleisch, und erst als die achte von der gesättigten Seerose ausgespien wurde,

Für diese Ammentätigkeit hat er schon seinen Lohn bekommen: der Korallenfisch darf jederzeit in den Fühlerarmen seiner Freundin wohnen und aus- rufjen, ja, er soll schon manche Nacht zwischen den Tentakeln geschlafen haben. Zuweilen schießt er untertags blitzschnell herbei, wühlt sich genüßlich in bie Seerosenarme ein, die zärtlich um seinen Kör­per spielen, wahrend des Fisches Flossen auch ihrer- seits vergnügt fächern und sich bewegen.

Und nun habe ich noch das Erstaunlichste zu bc- richten: dieses niedrige Tierwesen, die Seerose kennt ganz genau jenen Korallenfisch und ist aus- schließlich zu ihm so vertraut. Doktor Kramer der Mülheimer Aquariumsleiter, hat nämlich noch einen zweiten Fisch, einen Balistes, in den Was­serbehälter gesetzt. Wenn dieser nur unwesentlich größere Fisch auf seinen Schwimmfahrten näher als sechs Millimeter an die Seerose herankommt wendet er sich jah ab und auch die Seerose beginnt sich sofort zu schließen: beide sind sich offensichtlich unangenehm. Ob nun die Seerose ein Nesselgift QUr5Itr?mt' . fch nicht: wenn sie es tut, dann gejd)iel)t es zweifellos ebenso wenig als mechani­scher Reflex wie das Einziehen der Tentakeln: denn sie macht es dem Korallenfisch gegenüber nicht. So­bald der Korallenfisch vom Balistes gejagt wird med dieser neidisch ist auf den Wurm, der vom Korallenfisch zur Seerose gebracht werden soll, dann fluchtet der Nahrungsträger schnurstracks in die i^ofe hinein, die sich schützend über ihm schließt, f° daß der Verfolger ergebnislos umkehrt.

Muß man sich da nicht immer wieder ebrfürditia beugen vor den Wundern der Natur? B

« Mch an öie »«rforgung" k-

. Hm neuesten Heft derI l l u st r i r t e n Zei» tikhP9Pnn$Cn?a9 5®ebcr' Leipzig) ist die poli- Usche Lage Europas in der Nachkriegszeit in einem bcr# D?I aüem die Gefahren der Bündnis­politik Frankreichs aufzeigt, geschildert. Drei Karten- sklzzen und Bilder der Diplomaten, die die 23er- panölungen in London führen, machen diese Dar- stellung besonders instruktiv, lieberDie geiftes- geschichtlichen Strömungen Deutschlands unb ihren ®l,nfB aus die Gestaltung der Leibesübungen" g'btDr. Hermann Altrock, Professor an der Umoer» simt Leipzig, em außerordentlich vertieftes Bild. Peter Philippi, dem Maler bürgerlicher Beschau» lichkeit, ist aus Anlaß seines 70. Geburtstage^ eilt mehrseitiger Beitrag mit Abbildungen seiner Kunst gewidmet Die BildreportagenAn Bord des eng» 'sMn Flugzeugmutterschiffes .Furious" Ein Baum wird gefällt",Wildwestmädchen" und Eine

schen Freund und Feind, das habe ich jüngst in Mülheim an der Ruhr auf beglückendste Weise er­fahren. In dieser Industriestadt ist von tatkräftigen Tierfreunden ein zwar kleines, jedoch vortreffliches und beispielhaftes Schau-Aquarium geschaffen wor­den, und hier erlebte ich zum erstenmal eine völlig einwandfreie Freundschaft zwischen Seerose und Korallenfisch, jenen Zweckverband, den die Wissenschaft eine Symbiose nennt. Aber dieseNutz­beziehung" ist nicht einseitig aktiv, so wie beispiels­weise bei den Eelefanten ober den Nashörnern, die gönnerhaft dulden, daß ihnen gewisse Vögel die Schmarotzerinsekten abnehmen, sondern hier bestäti­gen sich beide Partner, die Seerose und der Fisch.

Der winzige, farbig leuchtende Korallenfisch fing die Freundschaft an. Als er in den großen Glas­kasten gesetzt wurde, schwamm er sofort auf Ent­deckungsreisen durch das salzhaltige Wasser und fand so drei purpurrote Seerosen, alle drei gleich groß (oder noch gleich klein) an verschiedenen Stel­len des Steingrundes mit ihren breiten Haftplatten verankert

<£s ist vielleicht zum besseren Verständnis dieser erstaunlichen Freundschaft notwendig, zunächst ein- M öie normale Tätigkeit einer Seerose zu be­schreiben. Dieses Tier sitzt gewöhnlich mit ausge- breiteten Fangarmen ruhig Da, durchaus wie eine aufgeblühte Rose anzuschauen. Sobald aber eine nur geringe Bewegung im Wasser erfolgt, beginnen die Tentakel suchend nach allen Seiten zu spielen, greifen das, was heranschwimmt und als Nahrung aeignet ist, führen es zum Mund, schließen sich aber sofort, wenn Unangenehmes kommt ober Gefähr­liches. Dann pressen sich alle Arme um ben Rumpf ber Seerose, bie nun einer noch festen Blüten­knospe recht ähnlich ist ober einem Apfel.