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sprach er, geschehen ist aber das gerade Gegenteil, denn die erwähnten politischen Abmachun­gen zwischen Oesterreich und der Tschechoslowakei wurden fertiggestellt, die viel dringendere Frage »iner Verbesserung der Wirtschaftslage im Donau- raum jedoch wurde wie gewöhnlich zunächst der Beratung der Fachleute überlassen. Tatsächlich gibt es ja auf diesem Wege noch Schwierigkeiten genug, die auch durch den sogenannten Hodscha-Plan einer Donaugetreidezentrale" nicht so rasch aus dem Wege geschafft werden können, ebensowenig durch sein gutes Zureden an England, es solle doch einen Teil seiner Getreidebezüge aus den Staaten des Donauraumes nehmen! Er selbst hat auf die Quali­tät des überseeischen Getreides und auf den billigen Preis hingewiesen, was für England bisher bestim­mend gewesen sei. Schließlich gibt es ja auch noch Ottowa-Verträge ...

Ob man nicht England etwas viel zumutet, wenn man von ihm verlangt, sein Interesse an den Do­naustaaten mit der Abnahme teueren Getreides zu bezahlen, wird die Zukunft zeigen. Niemand wird es dem tschechoslowakischen Ministerpräsidenten ver­übeln, daß er einen Absatz für den Getreideüber­schuß der Donauländer sucht, an dem auch die Tschechoslowakei leidet. Im Gegenteil alle Nach­barstaaten sind an ihrer wirklichen Sanierung inter­essiert. Gerade durch diesen Ruf nach England wird doch vor aller Oeffentlichkeit bewiesen, daß die Donaustaaten allein auch durch einen formellen Zu­sammenschluß weder einander wirtschaftlich zu ge­nügen, noch zu helfen vermögen. Von Hodscha stammt bekanntlich der Plan, einen Staatenblock vom Finnischen Meerbusen bis zur Südspitze Grie­chenlands zu errichten, und zweifellos waren feine Besprechungen mit Schuschnigg eine Etappe auf

der berechtigten Belange der Danziger Bevölkerung gewährleisten.

Wie nicht anders zu erwarten, benutzte der Ver­treter der Sowjetunion Litwinow eifrig die Ge­legenheit, in der Rolle eines internationalen Sit­tenrichters aufzutreten. Litwinow sprach von einer Verkennung oder sogar Verletzung internationaler Verpflichtungen (!). Das Recht müsse eingehalten werden. Wenn man Verträge als Papierfetzen behandele, könne kein Friede sein, keine Ordnung bestehen bleiben, und Macht und nationaler Egois­mus würden allein maßgebend sein. Deshalb dürfe auch der kleinste Fall von Rechtsverletzung gerade in der gegenwärtigen Lage nicht hingehen. Aus einer solchen Unterlassung können die ernstesten Folgen entstehen. Hoffentlich werde der Rat seinen Willen unmißverständlich zum Ausdruck bringen und den Danziger Senat an seine feierlichen Ver­sprechungen erinnern.

Der Kommissar in Danzig L e st e r verwahrte sich dagegen, daß er gegen eine bestimmte Partei eingenommen sei und betonte, daß er die Anwen­dung nationalsozialistischer Grundsätze, soweit sie nicht gegen die Verfassung verstoßen, durchaus ge­rechtfertigt finde.

Der Danztzer Senaisprasideni Greiser

erklärte, daß die Regierung der Freien Stadt Dan­zig niemals und in keiner Weise die Absicht habe, sich irgendwie gegen das Statut der Freien St'adt Danzig zu wenden. Auch alle Befürchtungen in bezug auf die Stellung des Kommissars in Dan­zig seien unbegründet. Es habe in Danzig auch nicht an gutem Willen gefehlt. Es liege lediglich an einer Meinungsverschiedenheit der Ju­risten des Völkerbundes und der Juristen der Freien Stadt Danzig. Von den sechs Empfehlungen des Völkerbundsrates habe der Danziger Senat vier ausgeführt. Die restlichen zwei seien nicht aus Mangel an gutem Willen unausgeführt geblieben, sondern deshalb nicht, weil der Höch st e Dan­ziger Gerichtshof in dieser Frage eine a n- dere Stellung eingenommen habe als die Völkerbundsjuristen.

Wenn die Unabhängigkeit Danzigs eine Tat­sache sein solle, müsse auch die Achtung vor seinen richterlichen Einrichtun­gen gewährleistet sein. Die Danziger Bevöl­kerung blicke auf den Völkerbund als eine Ein­richtung, die Gerechtigkeit und Frie­den verkörpere. Dies feien auch die Ideale der Danziger Bevölkerung, Danzig fei zwölf Jahre lang das Pulverfaß Europas gewefeM. Dieses Pulverfaß fei dank der nalionalfozi^ lislischen Regierung ausgeräumt worden.

Ordens, Sir Gerald Wollaston, tritt in Be­gleitung des Lordmarschalls, der eine goldbesetzte scharlachrote Uniform trägt, vor die Menge. Er ent­rollt ein großes Pergament. Im gleichen Augen­blick präsentieren die Truppen das Gewehr. Alle entblößen das Haupt, und der Wappenkönig ver­kündet, daß Prinz Eduard,mit einer Stimme der Zunge und des Herzens zu unserem einzigen gesetz­lichen und rechtmäßigen Oberhaupt proklamiert wird". Nachdem der Wappenkönig mit dem Satz geschlossen hat:Gott schütze den König", wiederholt der Lordmarschall diese Worte. Die Ar­tillerie feuert Salut. Eine weitere Fanfare wird geblasen und zum Schluß die Nationalhymne ge-

auf diesem Wege. Politisch und geographisch rein nach der Karte gesehen sieht ein solcher Block sehr imposant aus. Er hat nur den Nachteil, daß auf solchem Wege nur ein überwiegender Agrarblock geschaffen wird, dessen größte Sorge wiederum es wäre, wie er seine landwirtschaft­lichen Produkte absetzen könnte. Wie immer man das Ergebnis des österreichisch-tschechoslowakischen Verhandlungen anläßlich des Schuschnigg-Besuches beurteilen mag, klar ist, daß weder durch Besuche und schöne Reden, noch auch durch den besten Wil­len und die intimsten Verträge natürliche Tatsachen der Zusammengehörigkeit des Raumes, der Nach­barschaft und der Wirtschaft kurz: des Blutes und des Bodens aus der Welt geschafft werden können.

Der Danziger Senat habe die Friedensideale des Völkerbundes in die Tal umgefeht.

Der Senatspräsident dankte dem polnischen Außen­minister Beck, daß er diese Friedensaufgabe Dan­zigs anerkannt habe und schloß mit einem Appell an die Ratsmitglieder, als Politiker und nicht als Juristen zu handeln und einen Ausgleich zu suchen, so wie ihn die Freie Stadt Danzig ihrer­seits suche. Es werde stets die vornehmste Aufgabe der Freien Stadt Danzig bleiben, mit dem Völker­bund für die Erhaltung des Friedens und des Rechts weiterhin zusammenzuarbeiten.

Eden

widersprach der Erklärung des Danziger Senats­präsidenten, daß es sich bei den nicht ausgeführten Empfehlungen um geringfügige Fragen und um juristische Streitigkeiten handele. Wenn der Dan­ziger Senatspräsident an die Ratsmitglieder appel­liert habe, nicht nach dem Buchstaben, sondern nach dem Gei st des Gesetzes zu urteilen, so sei nicht notwendigerweise ein Gegensatz zwi­schen dem Geist und dem Buchstaben. Er werde ebenfalls in diesem Sinne seinen Bericht aus­arbeiten. Die Lage könne jedenfalls nicht so bleiben, es müsse eine Lösung gefunden wer­den, doch sei mit dem Völkerbundskommissar zu hoffen, daß die Zusammenarbeit wieder möglich werde. Der Ratspräsident schloß die Aussprache mit der Erklärung, daß kein Zweifel über die drin­gende Notwendigkeit einer Lösung bestehe.

Eine Warnung an Eden.

London, 23. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die englische Presse bemüht sich, die Besprechungen des Völkerbundsrates über Danzig aufzubauschen und damit so hat es den Anschein die Aufmerk­samkeit von der ins Stocken geratenen Behandlung der italienisch-abessinischen Streitfrage abzulenken. Als einzige Zeitung kritisiert das Rothermere-Blatt Daily Mail" den englischen Außenminister scharf, den es dengefährlichen Mini st er Eden" nennt Eden habe eine diktatorische Linie eingeschlagen, die den deutsch-englischen Be­ziehungen zu schaden drohe. In der Danziger Frage sei Großbritannien nicht unmittelbar betroffen. Es habe weder die Mittel noch die Rü­stungen, um sich auf eine Kreuzritter-Politik für diese entfernte Stadt an der Ostsee einzulassen. In der Vergangenheit hat England weder in der Memelfrage noch bei der Besetzung von Wilna etwas getan. Warum soll es sich stets berufen fühlen, das Kind zu schaukeln? Danzig ist eine Streitfrage, von der sich England fern halten sollte. Die ganze Angelegenheit sei nur eine weitere unselige Folgeerscheinung der Mit­gliedschaft beim Völkerbund.

spielt und gesungen. Die Flaggen, die bis dahin auf Halbmast gestanden hatten, steigen zur Mast­spitze empor.

Im Gerichtsviertel wurden die eifersüchtig ge­wahrten Sonderrechte der City von London durch ein rot-silbernes Band symbolisiert, das über die Straße gespannt wurde. An dieser Stelle warteten der Lordmayor, die Sheriffs, die Stadt- ältesten und die Beamten der Verwaltung der City. Der Zug der Herolde, durch eine dreifache Fanfare angekündigt, wird erst nach Erledigung althergebrachter Förmlichkeiten in die City gelassen, worauf der Lordmayor die Verlesung der Prokla­mation freigab. Der Zug wurde von Vorreitern

der Leibgarde geführt. Hinter einer Schwadron von Gardekürassieren, deren Uniformen im Lichte der Sonne erstrahlten, folgten die vier Staatskarossen, in denen die Träger der Proklamationszeremonie saßen. Ihnen folgte der neue König. In Temple Bar, wo die Hoheitsrechte der City von London beginnen, mußte die Prozession halt- machen, und der City-Marschall fragte mit lauter Stimme:Wer kommt dort?" Und die Ant­wort lautete:Seiner Majestät Offizier, um Seine Königliche Majestät, Eduard VIII. zu prokla­mieren". Ein ohrenbeteubender Beifall der Men­schenmenge brach durch, und die Nationalhymne wurde gesungen, lieber geschichtlichem Boden be­wegte sich hierauf der Zug der Börse zu, wo d e r Lordmayor ein von einer unübersehbaren Menschenmenge begeistert aufgenommenes dreifaches Hoch auf den neuen König ausbrachte. In diesem Augenblick ruhte in der sonst so geschäftigen City jede Tätigkeit. Büroangestellte und Stenotypistin­nen, Direktoren und Sekretäre, Börsenmakler und Geschäftsleute aller Art hatten sich auf dem weiten Vorplatz der Börse und in den anliegenden Straßen eingefunden, um die Verlesung der Proklamation zu hören. Soweit das Auge reichte, standen die Menschen Kopf an Kopf, und dennoch war es so still, daß jedes Wort der Proklamation deutlich wahrgenommen werden konnte. Nachdem sich dis Beifallsstürme für den neuen König gelegt hatten, führte der Lordmayor den Zug zum Mansion- House, dem Repräsentationsgebäude der City.

Nach der Verkündung der Proklamation ftattete Ministerpräsident Baldwin dem neuen Köniz im Buckingham-Palast seinen ersten amt« lichen Besuch ab.

In ähnlicher Weise wurde die Thronbesteigung iil der Hauptstadt von Schottland, Edinburgh, unD in Windsor verkündet. Ueberall waren gewal­tige Menschenmengen Zeugen dieses pomphaften Schauspiels, das in London eine seltsame Mischung von mittelalterlichen Brauch und moderner Wissen­schaft war, da an allen Stellen Mikrophone und Lautsprecher aufgestellt waren, die den feierlichen Akt in die weitere Umgebung und in die britischen Dominien übertrugen.

Die Ausbohrung König Georgs in der Westminster-Halle.

London, 23. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Kapelle von Sandringham war den gan­zen Mittwoch über ein Wallfahrtsort, zu dem Män­ner, Frauen und Kinder aus allen Bevölkerungs­schichten strömten, um von dem toten König Abschied zu nehmen. Die sterbliche Hülle des Königs wird am heutigen Donnerstag von Sandringham nach London übergeführt. König Eduard und seine Brüder werden die ganze, etwa acht Kilometer- lange Strecke von der Kirche von Sandringham nach dem Bahnhof von Wolferton und wiederum von dem Londoner Bahnhof Kings Croß nach der West­minster-Halle zu Fuß hinter dem Sarg, der auf einer Lafette ruht, einher gehen. Die Königin und die übrigen Mitglieder der königlichen Familie wer­den ihnen im Kraftwagen folgen.

Auf den Straßen, die der königliche Trauerzug kommen wird, werden 7000 Polizeibeamte Spalier bilden. In der Westminster-Halle wird der Sarg auf einem mit Purpur ausgelegten Katafalk gestellt werden. Die Reichskrone, die mit über 3000 Diamanten besetzt ist, wird den Sarg fronen. Bereits am Donnerstagabend werden sämtliche Mit­glieder des Parlaments dem verstorbenen König die letzte Ehre erweisen, indem sie am Sarg vorbei­schreiten.

Der kommende Dienstag, an dem die Beisetzungs­feierlichkeiten für König Georg stattfinden werden, wird voraussichtlich zum allgemeinen Trauertag für ganz England erklärt werden. Die Geschäfte und Büros werden an diesem Tage geschlossen bleiben. König Eduard wird wahrscheinlich nach der Beisetzung seines Vaters eine Rundfunkbot­schaft an das englische Volk und die Welt richten. Die deutsche Trauerabordnung für London.

Berlin, 22. Jan. (DNB.) In persönlicher Ver­tretung des Führers und. Reichskanz­lers und als Bert re ter derReichsregie« r u n g wird sich als Führer der deutschen Trauer­delegation zu den Beisetzungsfeierlichkeiten für den verewigten König Georg V. von England nach Lon­don begeben der Reichsmini st er des Aus­wärtigen .Freiherr von Neurath. Der Delegation ist ferner angefchloffen Seine Königliche Hoheit der Herzog von Coburg. Als Ver­treter der deutschen Wehrmacht gehören ihr an: Ge­neral der Infanterie von Rundstedt, Admiral Albrecht, General der Flieger Kaupisch. Der deutsche Botschafter in London von H o e s ch wird ebenfalls Mitglied der deutschen Abordnung sein. Kein Vertreter Irlands bei der Königs­proklamation.

London, 23. Januar. (DNB. Funkspruch.) Wie Daily Expreß" meldet, war der Kommissar des Irischen Freistaates in London, D u - lanty, bei der feierlichen Ausrufung des neuen Königs im St.-James-Palast nicht anwesend. Auf Anfrage beim Irischen Kommissariat wurde mit- geteilt, daß sein Fernbleiben auf eine Anwei­sung von Dublin zurückzuführen sei.

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Die Ausrufung Königs Eduards VIII. wurde in allen Staaten des britischen Weltreiches gleichzeitig vorgenommen. WieDaily Telegraph" meldet, machte nur der Irische Freistaat eine Ausnahme. Die irischen Behörden seien der Ansicht, daß eine förmliche Ausrufung nicht notwendig sei, da der Generalgouverneur beim Antritt seines Amtes die Treue fürKönig Georg, feine Erden und Nachfolger" geschworen habe.

General Litzmann« 86. Geburtstag.

Berlin 22. Ian. (DNB.) General Litzmann, der siegreiche Heerführer des Weltkrieges und greife Mitkämpfer des Führers, beging auf feinem Gut Neuglobfow (Mark) in aller Stille feinen 86. Ge­burtstag. Zahlreiche Glückwünsche von führenden Stellen der Partei, des Staates und der Wehr­macht sind demSieger von Brzeziny" und dem alten treuen Nationalsozialisten zugegangen. Der Führer und Reichskanzler' sandte Genet rat Litzmann folgenden Glückwunsch:Lieber Par­teigenosse General Litzmann! Zu Ihrem heutigen 86. Geburtstag sende ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche in der innigen Hoffnung, daß Sie noch recht oft diesen Tag in jenem Dritten Reich feiern mögen, für das Sie als unser alter Parteigenosse mitgefämoft haben. Ihr herzlich ergebener' Adolf Hitler."

Eden als Berichterstatter.

Genf, 22. Jan (DNB.) Der Völkerbundsrat trat in die Behandlung der Danziger Fragen ein. Der englische Außenminister Eden als Bericht­erstatter erklärte, die .zur Erörterung stehenden Fragen bezögen sich erfreulicherweise nicht auf Mei­nungsverschiedenheiten zwischen Danzig und Polen, aber es sei bedauerlich, daß der Rat sich wieder einmal mit der Verletzung der Verfassung der Freien Stadt durch die Danziger Regie­rung zu beschäftigen habe. Diese Verfassung sei unter bie Garantie des Völkerbundes gestellt und der Rat sei verpflichtet, sie ausrecht- zuerhalttti. Der Rat habe zuversichtlich damit rech­nen können, daß seine Empfehlungen vollständig und aufrichtig von der Danziger Regierung aus­geführt werden. Der Danziger Senatspräsident habe selbst die Versicherung abgegeben, daß der Senat entsprechende Maßnahmen treffen werde. Aber obwohl der Senat damit die von feinem Prä­sidenten im Mai abgegebenen Verpflichtungen ver­letzt habe, habe er beschlossen, in mancher Hinsicht die Empfehlungen des Rates nicht auszufüh­ren. Weiterhin fei dieser Entschluß im Dolkstag durch dessen Präsidenten in einer Rede ausgespro­chen worden, deren Wirkung nur sein konnte, eine Atmosphäre der Feindschaft und des Refsentiments gegenüber dem Rat zu schaffen.

Aussprache im Rat.

Der französische Delegierte Leger behauptete, es handele sich nicht um eine Einmischung in die inneren Verhältnisse Danzigs zur Förderung der einen oder anderen politischen Richtung, sondern um die Aufrechterhaltung der vertrag­lichen Autorität des Völkerbundes und um die Wahrung der unverzichtbaren Rechte der Danziger Bürger. Durch das Verhalten des Senats sei eine Lage entstanden, die nicht länger andauern dürfe. Der dänische Außenminister Munch sprach die Hoffnung aus, daß der Dan­ziger Senat eine Befriedung der verschiedenen politischen Richtungen in Danzig herbeiführen und eine ersprießliche Zusammenarbeit mit dem Völker­bundskommissar herbeiführen werde. Der polnische Außenminister Beck erklärte die Befriedigung seiner Regierung darüber, wie die oft recht ver­wickelten Beziehungen zwischen Polen und der Freien Stadt in Zusammenhang mit dem Danziger Senat geregelt worden seien. Er habe die lieber» zeugung, daß der Senat den gleichen guten Willen in seinen Beziehungen zum Völkerbund an den Tag legen werde. Die Völkerbundsgarantie müsse Polen die unbeschränkte Ausübung seiner Grundrechte ge­währleisten, dem Senat der Freien Stadt eine ge­wisse unerläßliche Handlungsfreiheit in der Verwaltung lassen und die Sicherstellung

Oie feierliche Proklamierung Eduards VIII.

Unter alten Zeremonien in der City von London.

London, 21. Jan (DNB.) Vorn Balkon des St. James-Palastes wurde am Mittwochvorm ttag der dort bei winterlich-schönem Wetter versammel­ten Menschenmenge von einem Herold d i e Pro­klamation verlesen, die dem Volke die Thron­besteigung König Eduards VIII. verkündet. Sie hat in freier Uebersetzung folgenden Wortlaut:

Da es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren Herrscher König Georg V. geseg­neten und ruhmreichen Angedenkens zu sich zu rufen, gebührt durch sein hinscheiden die Reichskrone von Großbritannien und Rord- irland allein und rechtmäßig dem hohen und mächtigen Fürsten Eduard. Wir, die geistigen und zeitlichen Lords dieses Königreichs ver­öffentlichen und proklamieren daher unter Bei­stand des Kronrats der verstorbenen Majestät sowie einer anderen Anzahl von Herren von Rang und des Lordmayor, der Aeltesten und der Bürger von London mit einer Stimme der Zunge und des Herzens, daß der hohe und mächtige Fürst Eduard nunmehr durch den Tod unseres verstorbenen Herrschers glücklichen Angedenkens unser einziger gesetz­licher und rechtmäßiger Lehnsherr Eduard VIII. durch die Gnade Gottes Kö­nig des Vereinigten Königreichs von Großbri­tannien und Rordlrland, Verteidiger des Glau­bens und Kaiser von Indien wird. Ihm ge­loben wir volle Treue und stetigen Gehorsam aus vollem Herzen und tiefer Anhänglichkeit und bitten Gott, durch den Könige und Köni­ginnen regieren, den königlichen Fürsten Eduard mit langen und glücklichen Jahren der Herr­schaft über uns zu segnen."

Das gleiche Schauspiel vollzog sich in Abständen von einer halben Stunde an drei weiteren ge­schichtlichen Stätten der Innenstadt, am Charing Croß, in T e rn p le Bar, dem Gerichtsviertel der Londoner City, und vor den Stufen der Königlichen Börse. Auf der ganzen Strecke von dem Palais des bisherigen Prinzen von Wales bis zur Börse hatte Militär in Khaki-Uniform Auf­stellung genommen In auen vier Fällen ging der geschichtlich feierliche Akt in gleicher Weise vor sich. Trompeter eröffneten die Zeremonie mit einer langen Fanfare. Der Wappenkönig des Hofenband-

Ausziehen der Wache.

Unser Bild zeigt eine Abteilung der Leibgarde mit umflorter Fahne vor dem Buckmgham-Palalt. (Scherl-Bilderdienft-M.)

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Danzig vor dem Völkerbundsrat.

Präsident Greiser begründet die Haltlosigkeit der Beschwerden des Völkerbundskommiffars