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Ir. 248 Erstes Blatt

186. Jahrgang

Donnerstag, 22. Oktober M6

r|d)emi rüg ltch. außer onntags und Feiertags eilagen: Die Illustrierte iießenei Familienblätter ittmat tm 23ilb Die Scholle

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General-Anzeiger für Oberhesfen

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Ein deutsch-italienisches Institut fürIngendsührnng.

Der italienische Außenminister aus einer Berliner Kundgebung der Hitler-Jugend.

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1936" Eröffnung. EBER

Berlin, 21. Oft. (DNB.) Der Kameradschafts- cbenb des Gebietes Berlin der Hitlerjugend, in dem pon 20 000 Hitlerjungen, BDM.- und Jungvolk-An- geljorigen bis auf den letzten Platz besetzten Sport­palast, erhielt eine besondere Bedeutung durch die leilnahme des italienischen Außenministers G r ä - (er Ciano, der die Uniform eines Generals der liliz trug. Als weitere Ehrengäste erschienen der alienische Botschafter, Exzellenz Attolico, sowie Bertreter des Berliner Fascio und seiner Jugend- iruppen, der Reichsleitung der NSDAP, und der Vebrmacht. Der Saal war mit Fahnen und Blatt- ;rün schlicht ausgeschmückt worden. Die an der «btiinseite angebrachten Bannfahnen flankierten die lleulsche und die italienische Flagge. Auf einem 'Spruchband längs des Ranges las man den 'llusspruch des italienischen Regie- nun g 5 d) ef s:Die Jugend kennt nur eine Losung: ,,Nichts i st u n rn ö g l i ch!"

Nach dem Fahneneinmarsch und der Begrüßungs- «mssrache des Obergebietsführers A x m a n n betrat

Exzellenz Graf Elano

»IS Rednerpult. In einer kurzen Ansprache, die vom Zsülrer des Berliner Fascio übersetzt wurde, grüßte üerjMinister die Kameraden der deutschen Jugend, Llmn er seine Bewunderung für ihre stolze Haltung omsprach. Nur wenn die Jugend bereit sei, dem Lebn mit dem Verantwortungsbewußtsein des Hstaatsbürge»s und dem Herzen des Soldaten die <26tim zu bieten, könnten die Nationen auf eine machtvolle Zukunft rechnen. Für Deutschland sei eine Mche Zukunft in der Hitlerjugend durch Adolf Hit- Ik gesichert.

50er Aelchsjugendführer spricht.

2er italienische Königsmarsch und die Giooinezza lütteren über zu einer Rede des Reichsjugendführers eio r Schirach.Es ist für mich und für uns alle eine große Freude, Sie, Graf Ciano, hier rriitm in der Jugend der Reichshauptstadt begrü-

_£U dürfen. Wir begrüßen in Ihnen nicht nur abu Staatsmann und einen der vertrautesten Mitar- tiiit.r Mussolinis, nicht nur eine der hervorragend­en Persönlichkeiten in der europäischen Politik, ttozrn vor allem auch den Vertreter eines Lan-

das genau so wie wir neue Methoden Mer Jugenderziehung begründet hat und Mw Segen der jungen Generation Tag für Tag Mchnrklicht. Die Welt mag diesen Erziehungs­methoden mit einer gewissen Kritik begegnen eine; steht fest: Deutschland und Italien haben tlircj ihr System der Jugenderziehung d i e j u n g e Cd e i e r a t i o n ihrer Länder stolzer, Mik er und glücklicher gemacht."

2^r Reichsju'gendführer erinnerte dann an den Slestch der HJ-Abordnung in Italien, der Gele- Mnleit gegeben habe, eine Gemeinschaft der Ju- kennen zu lernen, die wie die deutsche zum Reirußtsein einer höheren Lenkung erzogen werde, L-mb die mit tiefer Hingabe an die ewigen Ziele iittreH Volkstumes erfüllt sei. Auch in künftigen "obren sollten viele Fahrten deutscher und itattem- fflher Jugendführer stattfinden, damit sich bte Freundschaft zwischen der Hitlerjugend und der Melilla weiter festige.

Ls freut mich", so fuhr der Reichsjugend- jibrer fort,der deutschen Oeffenttichkeit zum ec len Ulate TNitteilung machen zu dürfen von einem plan, den ich in Italien mit dem Führer bet faschistischen Jugend besprochen habe, und ber die Zustimmung beider Staalschefs gefunden hat:

Ls wird sowohl in Rom wie in Berlin ein Institut für deutsch-italienische Iugendführung errichtet, das die Iugend- siihrer des anderen Landes aufnehmen wird, um sie mit den kulturellen, wirtschaftlichen und Poli­tiken Verhältnissen und Errungenschaften naher bekannt zu machen. Es soll damit aber keines­wegs eine gegenseitige Kopie der Jugendorgani- * hüonen bezweckt werden.

3n einer Seit, in der in vielen Landern da^ des Bolschewismus ausgebrochen ist, istesnolwew., big, zu erkennen, daß Deutschland und Italien Zellen derOrdnung sind, an denen ganz Europa gesunden muß. Es ist die^euchvom Schicksal auferlegte Ausgabe, meine Kameradin- een und Kameraden, dafür zu sorgen, an Zelle der Ordnung, die Deutschland h ß. immer stärker wird, und das; ei n V amm in $eut|d)lanb errichtet wird, an dem sich die Wellen des Bolschewismus brechen ollen.

wenn der Bolschewismus meint, Deutschland Md Italien Höllen nur in der Segenwarl Ihre starke posiiion, und es könnte vielleicht spater einmal der Augenblick kommen da diese can- drr, schwach geworden, die Möglichkeit zu griff böten, fo wird die Jugend da ür s-rgen, das; nicht nur die Gegenwart gegen dm Bolschewismus kämpsl, sondern das; auch in lommenben Jahrzehnten und ^"bchunderten immer wieder e i n e <3 e tii e r a io n b a ist, die ihr Land gegen die bolschewistische Ge- |»r bitten Qe, Gras Ciano, dem Führer der^ita- ttlniishen Jugend und Seiner Exzellenz, H P

der faschistischen Regierung, mitzuteilen, daß hier in Deutschland eine Jugend aufwächst, deren Herzen i n heißer Freundschaft zur italienischen Jugend schlagen. Die Jugend Deutschlands wird in der historischen Auseinandersetzung mit der bol­schewistischen Welt fest ihre Pflicht erfüllen!"

Die Jugend bekräftigte ihr Bekenntnis zu dieser Pflicht mit dem vom Reichsjugendführer ausgebrach­ten Sieg-Heil auf den Führer. Die deutschen Natio­nalhymnen beschlossen die Feierstunde. Nach der Kundgebung gab die Menge, die trotz des Regens vor dem Sportpalast ausgeharrt hatte, ihrer Sym­pathie für den italienischen Außenminister erneut lebhaften Ausdruck.

Am Ehrenmal.

Berlin, 21. Oktober. (DNB.) Der italienische Außenminister G r af Ciano di Cortellazzo hat heute vormittag dem Reichsaußenminister Frei- Herrn von" Neurath im Auswärtigen Amt seinen Besuch abgestattet, der die Gelegenheit zu einem längeren Gedankenaustausch bot. Gegen Mittag stattete der Reichsaußenminister dem ita­lienischen Staatsmann im Hotel Adlon seinen Gegenbesuch ab.

Um 16 Uhr begab sich der königlich-italienische Minister des Aeußern Graf Ciano di Cortel­lazzo in Begleitung des königlich-italienischen Bot­schafters Attolico nach dem Ehrenmal, vor dem je eine Kompanie des Reichsheeres und der Luftwaffe mit Musik angetreten war, um dem ita­lienischen Minister die Ehrenbezeugung zu erwei­

sen. Bei seiner Ankunft wurde Graf Ciano von dem kommandierenden General des III. Armeekorps General der Infanterie von Witzleben, dem kommandierenden General im Luftkreis II General der Flieger K a u p i s ch und dem Kommandanten von Berlin ©eneraleutnant Schaumburg be­grüßt. Unmittelbar darauf schritten Graf Ciano und der königlich-italienische Botschafter in Begleitung der drei Generale die Front der Ehrenkompanien ab. Während das Musikkorps des Wachregiments das Lied vom guten Kameraden anstimmte, betrat Graf Ciano mit seiner Begleitung das Innere des Ehrenmals und legte einen Lorbeerkranz nieder, dessen in den italienischen Landesfarben gehaltene Schleifen die Inschrift trugen: Der Minister für äußere Angelegenheiten. Als der Minister wieder auf den Stufen des Ehrenmals sichtbar wurde, brachten ihm die Tausende eine spontane Huldigung dar. Zum Abschluß des feierlichen Totengedenkens marschierten die Ehrenkompanien in Exerzierord­nung an dem italienischen Außenminister vorbei.

Abendtafel

beim Äeichsaußenminister.

Berlin, 21. Okt. (DNB.) Zu Ehren des königlich-italienischen Außenministers veranstaltete der Reichsmini st er des Auswärtigen und Frau von Neurath eine Abendtafel im Hause des Reichspräsidenten. Von italienischer Seite waren außer dem italienischen Botschafter und Frau Attolico sowie sämtlichen

Vesuch beim Reichsaußeummister.

(Scherl-Bild erdienst-M.)

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Ehrung der Gefallenen des Weltkrieges.

Jrn Ehrenmal Unter den Linden. Links von dem Grafen Ciano der deutsche Botschafter in Rom o. Hassel. (Scherl-Bild erdienst-M)

Herren der Begleitung des Grafen Ciano die Her­ren und Damen der hiesigen königlich-italienischen Botschaft erschienen. Neben Reichsministern und Reichsleitern waren führende Persönlichkeiten aus Staat, Wehrmacht und Partei sowie Vertreter des Auswärtigen Amtes mit ihren Damen zugegen.

Während des Essens begrüßte

der Reichsminister des Auswärtigen

den Gast der Reichsregierung mit folgenden Worten:

Ew. Exzellenz! Es ist mir eine große Ehre und Freude, Sie i m Namen des Führers und Reichskanzlers sowie im Namen der Reichs­regierung auf das herzlichste in Deutschland will­kommen heißen zu können. Wir begrüßen Sie als Vertreter der befreundeten italieni­schen Nation und als den Abgesandten Ihres großen Regierungschefs, Seiner Exzellenz des Herrn Ministerpräsidenten Mussolini. Nach Ihrer Rückkehr aus einem Feldzug, in dem Sie Ihrem Lande als tapferer Soldat dienten, haben Sie kürzlich das verantwortungsvolle Amt des Ministers der Auswärtigen Angelegenheiten über­nommen. Wir wissen es voll zu würdigen, daß Sie einer Einladung der Reichsregierung folgend uns Ihren ersten offiziellen Auslandsbesuch abftatten. Ihre Anwesenheit bietet uns Gelegenheit, zu einem offenen und freundschaftlichen Mei­nungsaustausch über die Fragen, die unsere beiden Völker bewegen. Ihre persönliche Fühlung­nahme mit den führenden Männern des Dritten Reiches wird sicherlich dazu beitragen, die zwischen unseren Völkern bestehenden freundschaftlichen Be­ziehungen weiter auszubauen. Dadurch dienen wir zugleich dem hohen Ziel der internationalen 23 e r ft ä n b i g u n g, die unseren beiden Ländern gleichermaßen am Herzen liegt. Ich erhebe mein Glas und trinke auf das Wohl Ihres er­habenen Souveräns, seines hervorragenden Regierungschefs sowie auf das Gedeihen der im Faschismus zusammengefaßten großen italienischen Nation."

öer italienische Außenminister

antwortete barauf:

Herr Minister! Ich bunte Ihnen herzlich für den Willkommensgruß, den Sie mir im Namen des Führers und Reichskanzlers und der deutschen Regierung überbracht haben. Ihre freundschaftlichen Ausführungen haben den aufrichtigen Wi­derhall in meinem Herzen gefunden, ich lege Wert darauf. Ihnen zu erwidern, daß ich wirklich glücklich bin, nach Berlin gekommen zu sein, und persönliche Fühlung zu den leitenden Persönlich­keiten des Dritten Reiches ausgenommen zu haben, insbesondere auch zu Ihnen, Herr Minister, der Sie als Vertreter des Reiches in Rom dem siegreichen Aufstieg des italienischen Faschismus bei­gewohnt haben. Die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern sind so, wie sie zwischen zwei gro­ßen Nationen bestehen und bestehen sollen, die auf der hohen Ueberlieferung ihrer jahrhundertealten Geschichte das starke Bewußtsein für die ihnen über­tragenen Aufgaben der Zivilisation haben. Der Ge­dankenaustausch, zu dem mein Besuch geführt hat, wird, wie Sie mit Recht hervorgehoben haben, dazu beitragen, diese Beziehungen zu verstärken im Interesse unserer beiden Länder und der gemein­samen Bestrebungen, die Sie auf das Werk des all­gemeinen Friedens und des europäischen Wieder­aufbaues zu richten beabsichtigen. Der Duce hat mich beauftragt, bei meiner Reife nach Deutsch­land dem Führer, der Reichsregierung und dem deutschen Volke den Gruß des faschistischen Italiens zu überbringen. Ich erhebe mein Glas und trinke auf das Wohl Ihres großen Führers und Reichskanzlers und auf das Gedeihen des nationalsozialistischen Deutschland.

Verbesserung

der Wehrmacht-Versorgung.

Berlin, 21. Okt. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat eine Verordnung zum Wehrmachtversorgungsgesetz erlassen, durch die die Versorgung der Berufssoldaten des alten Heer es erheblich verbessert wird. Die Ver­ordnung gilt für Unteroffiziere und Mannschaften, die nach dem 31. August 1936 nach zwölf­jähriger oder längerer Dienstzeit aus dem ak­tiven Wehrdienst entlassen werden und den Zivildienstschein besitzen. Sie haben die Wahl zwischen den Uebergangsgebührnissen nach dem bisherigen Recht oder den Uebergangsbezügen nach dieser Verordnung. Die Uebergangsbezuge werden zunächst für drei Monate gewährt, darüber hinaus aber bis zur planmäßigen Anstellung, wenn sie bei mindestens fünf Vormerkungsstellen für Be- amtenftetten vorgemerkt sind. Die Bezüge steigen je nach der Länge der Dienstzeit und nach dem Er­gebnis der Ausbildung an einer Wehrmachtfach­schule. Kinder- und örtliche Sonderzuschläge werden nach den Vorschriften für Reichsbeamte gewährt. Versorgungsanwärter, die infolge eines Gebrechens zur Erfüllung der Amtspflichten eines Beamten dauernd unfähig find, haben Anspruch auf ein lebenslängliches Ruhegehalt. Das Recht auf Uebergangsbezüge erlischt, wenn der 23 er- sorgungsanwärter ohne zwingende Gründe eine Einberufung in Stellen ablehnt oder solche wieder aufgibt, ferner bei unwürdigem Verhalten. Bezieht der Versorgungsanwärter ein Arbeitseinkommen aus der freien Wirtschaft, fo werden die lieber- gangsbezüge um die Hälfte gekürzt, wenn das Ar- beitseinkommen 50 Mark monatlich übersteigt. Die Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. September 1936 in Kraft und gilt ausschließlich für Ange­hörige der Wehrmacht.