Ur.94 Erstes Blatt
186. Jahrgang
Mittwoch, 22. April 1936
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Das Gesetz der Wett.
Äon Or. Hans von Malottki.
Atempause in der großen Politik. Freilich nicht im Sinne einer befreienden Entspannung, eines Abklingens der Erschütterungen, die das politische Gefüge Europas nun schon seit Monaten aufwühlen bis auf den Grund. Es ist vielmehr, als verharre die europäische Politik gegenwärtig nur in einem Zustand nervöser Erschöpfung und allgemeiner Ratlosigkeit, um sich alsbald wieder von neuem in eine mehr aufreibende, als klärende Auseinandersetzung zu stürzen.
Die einzelnen Gegenstände dieser Auseinandersetzung sind bekannt. Aber der diplomatisch-politische Tageskampf um Abessinien urtb Rheinlandfrage, die Debatten um Wiederaufrüstung Oesterreichs und Dardanellenbefestigung usw. vermitteln immer nur begrenzte Einblicke in Sinn und Bedeutung des gegenwärtigen Geschehens. Erst wenn wir die geistig-politische Gesamtsituation ins Auge fassen, die Bewegung, in die alle diese Einzelprobleme einmünden, erst dann sind wir der Frage nahe, um die es heute auf dem weiten Felde der europäischen Politik letztlich geht. Um die Frage, ob Europa in dem gegenwärtigen Niederbruch seiner zwischenstaatlichen Ordnung Grundlage und Form eines echten Gemeinschaftslebens findet oder rettungslos einer völligen Anarchie, einer Herrschaft der Willkür und Gewalt anheimfällt.
Wo ist heute das Gesetz der Welt, das Herr Baldwin im Bölkerbund verwirklicht sehen möchte? Heute spüren auch die Völker der ehemaligen Siegerstaaten, daß dieses Gesetz nicht vorhanden ist und daß man in Versailles, im Völkerbund, in Pakten und Bündnissen nicht den Frieden, sondern den Unfrieden organisierte. Die seelischen Rückwirkungen dieser Erkenntnis sind nur zu ermessen, wenn man sich den Abscheu, ja den Haß vergegenwärtigt, den die Vernichtungserscheinungen des Weltkrieges bei allen kriegführenden Völkern hervorgerufen hatten. Dies zwang die Regierungen, zugleich mit der Beendigung des Krieges ein umfassendes Programm der Kriegsverhütung und Friedenssicherung aufzustellen, ein Programm, dem die Ideale Wilsons leuchteten und das in eine bessere Zukunft führen sollte. Es wurde in Angriff genommen. Aber in der politischen Wirklichkeit mußte es sich als ein völliger Fehlschla a erweisen. Deshalb, weil man den wahnwitzigen Versuch gemocht hatte, das neue Friedenssicherungssystem mit der gewaltsamen Aufrechterhaltung eines ungerechten Status quo und mit der künstlichen Niederhaltung und Ehrenminderung eines Teiles der Völkerfamilie in Verbindung zu bringen. Dies ist der tiefste Grund, aber auch die ungeheure Schwierigkeit der gegenwärtigen Krise: Man kann nicht dem Frieden dienen, nicht die Geschicke der Welt nach Grundsätzen höherer Gerechtigkeit lenken und zugleich den Gei st des Unfriedens und der Rachsucht verewigen wollen!
Der Versuch, diesem unerfüllbaren, in sich widerspruchsvollen Anspruch nachzukommen, macht die geschichtliche Schuld und Tragik der ganzen französischen Nachkriegspolitik aus. Erst dieser Tage hat sogar eine Persönlichkeit wie der frühere französische Ministerpräsident D a l a d i e r es offen zugegeben, indem er der französischen Politik vorwarf, sie habe „Deutschland nicht erledigt, aber auch nicht versöhnt". In der Tat hat das Nach- kriegsfrankreich kaum einmal die Kraft zu einer reinen Friedensaktion gefunden: immer waren feine Beiträge zur neuen Gemeinschaft mit Restbeständen eines ausgesprochenen Gewaltdenkens belastet und dadurch weithin entwertet.
Auf kaum einem Gebiete hat sich die unheilvolle Verklammerung von Friedensrecht und Diktat deutlicher erwiesen als in der Praxis des Völkerbundes. Der Idee nach sollte die Genfer Einrichtung jene überstaatliche Institution abgeben, die nach festen und bindenden Normen das Dölkerleben leiten und alle Probleme und Streitfragen der zwischenstaatlichen Politik nach Maßgabe eines höheren und alle verpflichtenden Rechtes entscheiden und klären sollte. Es lag die Vorstellung zu Grunde, daß es möglich sein müsse, an Stelle der Herrschaft der Gewalt, die Herrschaft des Rechtes a u f z u richte n", um mit Baldwin zu sprechen. Diese sicherlich kühne und eindrucksvolle Idee stößt an sich schon auf eine Schwierigkeit. Sie setzt den Willen und die Fähigkeit der Nationen und der Staatsmänner voraus, sich den Forderungen dieses Rechtes stets und in jedem Falle zu unterwerfen, gleichgültig gegen wen, oder für wen dieses Recht gegebenenfalls spielt. Ein Höchstmaß von Sachlichkeit, von Verleugnung eigener Interessen, politischer Bindungen und Freundschaften ist notwendig, wenn dieses System verläßlich funktionieren soll. Vor allem aber muß die Richtigkeit des Rechtes, das die Grundlage aller Entscheidungen bilden soll, gewährleistet sein. Dieser Frage ist man bei der Errichtung des Völkerbundes bekanntlich aus dem Wege gegangen; ja, indem man das „Recht" der Friedendiktate als Grundlage des Genfer Bundes proklamierte, machte man aus einer erhabenen Rechtsinstitution ein politisches Werkzeug zur Erhaltung der ungerechten Macht- und Besitzlage von 1919.
So hat vor allem die französische Politik den Völkerbund von Anfang an aufgefaßt. Weil sie in ihm nur ein Instrument zur Bewahrung der Versailler „Ordnung" sah, seine Wirksamkeit in anderer Richtung sich gar nicht vorstellen konnte, deshalb hat sie stets auf die Steigerung seiner Zuständigkeit, auf die Verstärkung
England und die Krage der Mandatsgebiete.
„Es wird weder die Auslieferung der Kronkolonien, noch der Mandate erwogen."
London, 22. April. (DNB.) Im Unterhaus fand am gestrigen Dienstagabend eine Aussprache über die Frage der Mandatsgebiete statt. Der konservative Abgeordnete Wise forderte von der Regierung eine eindeutige Erklärung, lieber die Kronkolonien habe sich die Regierung zwar geäußert, nicht aber über die Mandatsgebiete. Es handle sich besonders um Tanganjika. (Das frühere Deutsch-Ostafrika. D. Red.)
Der konservative Abgeordnete und frühere Kolo- nialminifter Amery widersprach der Auffassung, daß Deutschland ein Recht auf einige der Mandatsgebiete habe.
Der konservative Abgeordnete Hauptmann Guest betonte, daß Kenia und Tanganjika heute eine verwaltungsmäßige Einheit bildeten.
Der oppositionelle Arbeiterführer Grenfell widersprach der von Wise vertretenen Auffassung, daß England Tanganjika auf friedlichem Weae erworben habe. Der Redner stellte sich auf den Standpunkt, daß
die Frage dieser Besitzungen auf dem Wege einer freundschaftlichen Vereinbarung zwischen den Nationen der Welt geregelt werden müsse. Zur Begründung kolonialer Forderungen verwies er auf die lleberbevölkerung in Japan, Deutschland und England sowie den Wunsch nach einem Zutritt zu den Rohstoffen.
Amery scheine zu glauben, daß England sich nicht von einem Quadratzoll britischen Gebietes trennen könne, obwohl 27 v. H. der Bevölkerung der Welt unter britischer Flagge lebe. Seiner Ansicht nach sei für die Regierung die Zeit gekommen, der Welt zu erklären, daß die britischen Gebiete jedermann offen ständen. Ottawa und andere Abmachungen hätten die Politik der offenen Tür von Grund auf geändert.
Der Minister
für die Dominien Thomas,
der vor der Unterhaussitzung zwei Unterredungen mit Baldwin hatte, erwiderte, daß er die Opposition vor Gedankengängen, wie sie Grenfell vorgebracht habe, warnen müsse. Deutschland dürfe keinen falschen Eindruck bekommen. Es könne feit der Uebernahme der Mandatsgebiete durch England jeden Rohstoff zu genau den gleichen Bedingungen erhalten wie England. Für die Erschließung Tanganjikas seien neun Millionen Pfund ausgegeben worden. Er habe einer großen Firma, die jetzt weiteres Kapital in Höhe von einer Million Pfund in Tanganjika anlegen wolle, geantwortet, daß er, soweit es sich um die politische Lage handele, keinen Grund sehe, hiervon abzuraten. Dies habe er auch mit Zustimmung des Schatzamtes erklärt.
Es werde weder die Auslieferung der Kronkolonien, noch der Wandale erwogen. Sollte ein Land — Deutschland oder ein anderes — irgendwie behaupten, daß es sich — soweit es sich um die Mandatsgebiete handele — nicht sämtlicher Vorteile und Vorrechte erfreue, deren sich England erfreue, so entspreche diese Behauptung nicht den Tatsachen. England habe das seiner Obhut a?vertraute Gebiet fair und gerecht verwaltet. Die Eingeborenen, für die England seht verantwortlich fei, begrüßten feine Verwaltung, wenn die Frage der Uebertragung
irgendeines Wandates jemals auftauche — bis jetzt fei es nicht der Fall, und er möchte klarmachen, daß England diese Frage nicht anschneiden werde —, fo werde England nicht allein zu entscheiden haben, da Australien, Neuseeland und Südafrika Wandale hallen und die britische Regierung die Auslieferung irgendwelcher ihrer Wandale nicht erwägen werde, solange nicht gleichzeitig die ganze Frage der Empire-Wandale überprüft werde. Darüber hinaus gehe diese Frage auch Frankreich und Belgien an.
Das Unterhaus, so hoffe er, werde diese Frage nicht nur vorn Gesichtspunkt des Tauschhandels an- sehen, sondern sich auch daran erinnern, daß es ein großes menschliches Problem sei. Die Eingeborenen müßten befragt und ihre Interessen erwogen werden. Die Politik der Regierung laute: „W i r haben diese Frage nicht erwogen und erwägen sie nicht. Es wird aber unsere Pflicht sein, die Umstände zu prüfen, wenn irgendwelche anderen Leute die Frage ,aufwerfen'."
Für deulsch-sranzösische Verständigung
Das Ergebnis einer französischen Abstimmung.
Paris, 22. April. (DNB.) Die Tageszeitung „L e I o u r n a l", die seit einigen Tagen die Ergebnisse ihrer Abstimmung unter ihren Lesern über vier wichtige Fragen veröffentlicht, gibt am
Dienstag das Gesamtergebnis von 212 000 Einsendungen bekannt.
Auf die erste Frage: „Glauben Sie, daß der Frieden Europas von der französisch-deutschen Annäherung abhängt?" äußerten sich mit Ja 162363, mit Nein 48868.
Die zweite Frage: „Glauben Sie, daß wir uns mit Deutschland verständigen können?" wurde von 135110 Abstimmenden mit Ja beantwortet und nur 62 212 stimmten mit Nein.
Die dritte Frage: „Haben Sie zu dem französisch-sowjetrussischen Pakt Vertrauen?" beantworteten mit Ja 31 972, mit Nein 174128.
Die vierte Frage: „Glauben Sie, daß der Völkerbund eines Tages dahin gelangen wird, einen dauerhaften Frieden in Europa zu errichten?" beantworteten mit Ja 42 264, mit Nein 166 496.
Eden über die Dardanellensrage.
London, 21. April. (DNB.) Auf eine Frage des Oppositionsführers Attlee gab Eden, der erst kurz zuvor aus Genf zurückgekehrt war, eine Erklärung über die Dardanellenfrage ab. Der türkischen Regierung sei ferner mitgeteilt worden, daß die englische Regierung, bevor sie im einzelnen Stellung nehmen könne, mit den britischen Dominions Rücksprache nehmen müsse, da die Dardanellen-Konvention im Namen des gesamten britischen Reiches unterzeichnet worden sei. Die Regierung sei daher gezwungen, gegenwärtig einen Kommentar zur Lage zurückzustellen. Nichtsdestoweniger erkenne sie jedoch an, daß die türkische Regierung durchaus zu der Forderung nach Besprechungen berechtigt sei.
Der Dank des Führers.
Berlin, 21. April. (DNB.) „Zu meinem gestrigen Geburtstag find mir von meinen Volksgenossen aus dem Inlande wie dem Auslande Glückwünsche und Zeichen treuen Gedenkens in fo überwältigender Fülle zugegangen, daß es mir leider unmöglich ist, jedem einzelnen zu antworten. Ich muß daher diesen weg wählen, um all denen zu danken, die meiner mit Glückwünschen gedacht haben: ich verbinde hiermit auch meinen Dank an die vielen Tausende, die gestern vor der Reichskanzlei und bei der Parade mir durch Zurufe ihre Treue und Verbundenheit zum Ausdruck brachten.
A d o l f h i t l e r."
Wettere Glückwünsche des Auslandes.
Berlin, 21. April. (DNB.) Seine Durchlaucht der Reichsverweser von Ungarn richtete an den Führer und Reichskanzler nachstehenden telegraphischen Glückwunsch:
„Anläßlich Ihres Geburtstagsfestes bitte ich Eure Exzellenz, meine und der ungarischen Nation herzlichste Glückwünsche entgegenzunehmen. Möge der Allmächtige Eurer Exzellenz zur Durchführung Ihres großen Werkes noch viele glückliche und erfolgreiche Jahre schenken.
H o r t h y , Reichsverweser des Königreiches Ungarn."
Der Führer hat mit folgendem Danktelegramm geantwortet:
„Eurer Durchlaucht danke ich herzlichst für Ihre mir anläßlich meines Geburtstages ausgesprochenen freundlichen Wünsche.
Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler." Ferner erhielt der Führer und Reichskanzler ein Glückwunschtelegramm des Ministerpräsidenten der chinesischen Nationalregierung in Nanking, Marschall Tschiangkaischek, worin dieser die freundschaftlichen Beziehungen und die erfolgreiche wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China besonders hervorhob. Der Führer und Reichskanzler hat ihm in gleichherziger Weise telegraphisch gedankt.
Die in Berlin ansässigen ausländischen Missionschefs, an ihrer Spitze der apoftollfche Nuntius, Monsignore O r s e n i g o , sowie zahlreiche Mitglieder der fremden Vertretungen haben dem Führer und Reichskanzler ihre Glückwünsche durch (Eintragung ins Besuchsbuch und im Hause des Reichskanzlers aufliegende Gratulationsliften übermittelt.
Unter den in der Präsidialkanzlei eingegangenen, nach Zehntausenden zählenden Kundgebungen für den Führer befinden sich zahlreiche Telegramme und Schreiben von Ausländern, die ihm neben ihren Geburtstagsglückwünschen den Ausdruck höchster Verehrung und größten Vertrauens in eindrucksvollster Weise kundtun, darunter auch herzliche Glückwunschtelegramme von Lord und Lady L o n • donderry, sowie von Lord Rothermere.
seiner Machtfülle hingearbeitet. Deshalb auch die immer wiederkehrenden Versuche, die kollektive Aktion, den Artikel 16, immer automatischer zu gestalten. Maßgebend war dabei stets der Gedanke, daß die Parallelität der Genfer Prinzipien und der Interessen Frankreichs nach menschlichem Ermessen gesichert sei, alle Vorkehrungen gegen den Angrei- fer aber um so nützlicher wären, als ein Angriff — bezeichnende Bloßstellung des schlechten Gewissens! — nur von Deutschland zu erwarten sei. Man hat versichert, daß schon Herr Laval schlaflose Nächte wegen des italienisch-abessinischen Konfliktes gehabt hat. Dies wäre in der Tat verständlich: denn nun, da der Genfer Apparat einmal in anderer Richtung spielen muß, fängt sich die französische Politik — wie schon oft — in ihrer eigenen Schlinge. P a - r i s war nun gezwungen, sich jenen Anwendungsmöglichkeiten der Genfer Satzung in den Weg z u stellen, um deretwillen man einst den ganzen Völkerbundbau führend mitbetrieben hatte.
Nur selten in der Geschichte, nur selten sogar in der Geschichte der Versailler Zeit ist der nackte, bedenkenfreie (Egoismus eines Staates so deutlich in Erscheinung getreten, wie bei der augenblicklichen französischen Politik. Sanktionen gegen Italien? Dieselbe Pariser Presse, die sich sonst nicht genug tun konnte in der Lobpreisung der kollektiven Aktion, überbietet sich jetzt in Warnrufen vor ihrer Gefährlichkeit. Sanktionen bedeuten Krieg, bedeuten Entfesselung eines Brandes, einer Katastrophe, — das schreibt die gleiche Presse, die sich zu dem R u s s e n p a k t beglückwünschte, weil er noch über die normale Anwendungsform des Artikels 16 hinausgeht! Es wirkt fast komisch, wenn der „Temps" in diesem Fall den Sanktionswahn mit genau den Argumenten bekämpft, die von deutscher Seite schon immer
geltend gemacht wurden. Freilich, was deutscherseits grundsätzliche Ueberzeugung ist, ist auf französischer Seite nur taktischer Winkelzug. Denn man ist bereit, die eben geäußerten Erkenntnisse sofort wieder zu verleugnen, wenn es sich nicht um Abessinien, sondern um das Rheinland- Problem handelt. Dann hält man es wieder mit jener Generalisierung eines Konfliktes, den man in dem anderen Falle zur gleichen Zeit als Wahnwitz verurteilt. Aber nicht nur das. Obwohl man in Paris die Schädlichkeit der Sanktionen gegen Italien betont, ist man bereit, sie weiter fortzuführen. Italien skrupellos also als Objekt zu benutzen, wenn mit diesem „Opfer" ein ähnliches Verfahren gegen Deutschland in Gang gebracht würde. Freundschaft gegenüber Italien? Es ist wenig davon zu merken bei einer Politik, die Ita - lien in jedem Falle nur als Objekt und nur als Figur auf dem Schachbrett des Quai d'Orsay benutzen will: sei es als „Rechtsbrecher", sei es als „Rechtswahrer".
Welche Folgen dieses Spiel mit hohen Menschheitsidealen und mit den Belangen und Interessen der anderen Völker heraufbeschwören wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist, daß die Genfer I n ft i t u t i o n in ihrer gegenwärtigen Gestalt sich kaum von den schweren Schlägen erholen wird, die ihr — Ironie der Geschichte — von ihrer wichtigsten Gründermacht zugefügt werden. Wir Deutsche, die wir durch 17 Jahre die unheilvolle Verquickung von Frieden und Versailles in ihrem ganzen bitteren Ausmaß zu kosten bekamen, können diesen Prozeß der fortschreitenden Zerstörung der Versailler Welt nur mit Zustimmung begleiten. Er ist geschichtlich notwendig, wenn der Gedanke einer echten und reinen Friedensordnung und einer echten
Staatengemeinschaft belebende Wirklichkeit werden soll. Daß auch die übrige Welt hellhörig geworden ist, gibt uns, neben der Wiedergewinnung der eigenen Kraft, vermehrte Zuversicht. Denn entweder gelingt es in den Kämpfen und Auseinandersetzungen der kommenden Wochen und Monate, das neue Friedensrecht aus der tödlichen Umklammerung der Gewaltverträge von 1919 zu lösen und das von den Völkern ersehnte wahre „Gesetz der Welt" zu errichten, oder (Europa sinkt ab in die Niederungen einer politischen und moralischen Anarchie.
Glückwünsche der SA.
Berlin, 21.April. (DNB.) Aus Anlaß ihrer Beför- derung hat Stabschef Lutze dem Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg und den Oberbefehlshabern der Wehrmachtsteile, Generaloberst Freiherrn von Fritsch, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder und Generaloberst Göring telegraphifd) die herzlich sten Glückwünsche der SA. übermittelt.
Oer Stabschef zeichnete zuerst.
Berlin, 21. April. (DNB.) Stabschef Viktor Lutze zeichnete sich am Montagfrüh als erster in dem für seinen Wohnbezirk zuständigen Sturmlokal des Sturmes X/7 in der Iltis-Straße in Dahlem in die Ehrenliste des Dankopfers der Nation ein. Und so wie der Stabschef feinen SA.- Männern ooranging, so werden die SA.-Männer ihren deutschen Volksgenossen vorangehen und wer- den mit ihnen gemeinsam das große Dankeswerk für den Führer schaffen als ein Teil dieses Volkes mit diesem Volke.


