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Jerusalem

21. Jan. (DNB.) In D a m a s -

Seefeld war früher im Irrenhaus.

bis

Aus aller Welt.

den

ver-

h gemacht sieht und mit drei Mann Besatzung und drei Flug- Angeklagte gasten an Bord in Marseille gestartet war, mußte Zeichen ein-1 wegen Motorschadens bei Korsika südlich von

Senker, Frauen und Soldaten." des dankbaren ^Drehbuches nach ^Kräften^und^rnU

Pf

Gloria-Palast.

aber nicht nur den einen, sondern auch zugleich den andern Prack: er steht am Ende Äug' in Äuge

für acht

von

Um

rin (Mecklenburg) begann der Prozeß gegen Lv.. w Qafjre alten Adolf Seefeld aus Potsdam, der sich unter der schweren Anklage des Mordes in zwölf Fällen und des. fortgesetzten Sittlich- keitsverbechens an Kindern zu verant­worten hat. Der rätselhafte Tod von ins­gesamt zwölf Knaben im Alter von vier bis zwölf Jahren während der letzten Jahre in den Gebieten Brandenburg-Grenzmark und Mecklenburg-Lübeck verursachte höchste Erregung in der Öffentlichkeit. Die toten Kinder wurden in dichten Schonungen oder Kornfeldern aufgefunden. Auffallend war es, daß die Leichen sämtlich so lagen, als hätten sich die Kinder zu friedlichem Schlummer niedergelegt. An den Leiechen fehlte jedes Zeichen für eine äußere Gewaltanwendung. Die örtlichen Behörden kamen deshalb zunächst zu der Annahme, daß die Kinder an einer Pilzvergiftung oder durch Erfrieren ums Leben gekommen waren.

Ein französisches Verkehrswasserflugzeug, das Personenverkehr zwischen Marseille und Tunis

Nach dem RomanUm wiuhhwiiv neunen» Prack von Fritz Reck-Malleczewen, den wir vor kurzem hier angezeigt haben, hat die Bavaria einen großen, sehr spannenden, abenteuerlich-phan­tastischen Film gedreht. Ein deutscher Rittmeister zwingt als Infanterieflieger an der kleinasiatischen Front kurz vor Kriegsende einen englischen Gegner in der Wüste zum Landen, muß selbst niedergehen und sein Flugzeug im Stich lassen, sucht sich mit jenem zu den Deutschen durchzuschlagen, gerät aber narf) vielen Strapazen in englische Gefangenschaft, bricht aus, flieht mit einem englischen Flugzeug nach Deutschland, wo inzwischen die Revolution ausge­brochen ist, gerät in einen Wirbel von Spielern, Schiebern und Agenten, schon fürchtet man, daß er versackt, aber er findet einen Kameraden, ehemali­gen Offizier, der insgeheim Leute anwirbt für ein Freikorps gegen die Roten im Baltikum. Das ist eine neue Chance für den Rittmeister Prack, der bald an der Spitze eines Detachements gegen die Bolschewiken marschiert. Die Begegnung mit einer schönen und geheimnisvollen Frau, die ihn zuvor

beit sich um eine Auswirkung der Schließung der Nationalistenklubs. Vor dem Hedschas-Bahnhof und an anderen Stellen ging die Polizei mit ge­fälltem Bajonett gegen die Massen vor, unter denen sich Tausende von Studenten befanden. Ueber 100 Personen wurden verletzt und zahlreiche Nationalistenführer, verhaftet. Die französischen Be­hörden haben- angesichts des Ernstes der Lage in ben Straßen von Damaskus marokkanische Kavallerie-Abteilungen und Tanks eingesetzt, während ununterbrochen Flugzeuge über der Stadt kreisen. Bei den Straßenunruhen wurde bedeutender Sachschaden angerichtet und von den Demonstranten einige Straßenbahnwagen um­geworfen.

Französisches Verkehrsflugzeug bei Korsika verunglückt.

Die geheimnisvollen Knabenmorde in Mecklenburg vor dem Schwurgerichl in Schwerin.

im Spiellokal auf Grund einer Verwechslung an» sprach, stellt die Verbindung zur Gegenpartei her: sie hält ihn für seinen Vetter gleichen Namens, der alsGenosse Kommandeur" die Russen gegen die kleine Truppe des Rittmeisters befehligt. Zwar hat sie sich in den deutschen Prack verliebt, aber sie ist Agentin der Roten und kann sich aus dem un­seligen Konflikt zwischen vermeintlicher Pflicht und wirklicher Neigung nicht lösen, bis (ganz zuletzt) ein Volltreffer ihr verpfuschtes Leben endet. Der Kampf zwischen den beiden Pracks, mit Erbitterung geführt, nimmt abenteuerliche Formen an: die Truppe des Rittmeisters gerät in eine verzweifelte Situation, es kommt zu einer persönlichen Begeg­nung der beiden Kommandeure zwischen den Fron­ten und zu einem Säbelbuell vor malerisch brennenden Dorftrümmern, der Russe fällt, der Ritt­meister kommt verwundet (und ohne Rock) zu den Roten, wird dort für den Kommandeur gehalten, aber von der Agentin Vera verraten, als er schon im Begriff ist, seine neue Chance taktisch auszu­nutzen. Im letzten Augenblick gelingt es ihm zu fliehen, zu den Seinen durchzukommen und, ob­wohl auf der Flucht tödlich getroffen, feine kleine Truppe aus der bedrängten Lage zu lösen, zum Durchbruch und siegreichen Gegenstoß anzusetzen. Die Fabel strotzt, wie man sieht, von Handlung und wirkungsvollen Szenen, und der Regisseur

Oer Angeklagte voll verantwortlich.

Der Angeklagte ist nach dem Sachverständigen­gutachten strafrechtlich voll verantwort­lich. Er hat in der Voruntersuchung bisher trotz des erdrückenden Beweismaterials gegen ihn hart­näckig geleugnet. Beim Studium der Akten stellt sich die bezeichnende Tatsache heraus, daß ein Sohn des Angeklagten im Alter von 16 Jahren widernatürliche Unzucht begangen hat. Er ist deshalb auf Grund der neuen Gesetzes­bestimmungen im vergangenen Jahre sterilisiert worden.

Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er sich schul­dig bekenne, erwiderte Seefeld:Das kommt gar nicht in Frage. Ich habe niemanden umgebracht. Die bei mir waren, leben alle noch". Aus der weiteren Fragestellung ergibt sich, daß Seefeld zwar die ihm zur Last gelegten Sitt- lichkeitsvergehen zugibt, jedoch die Morde abftrei-- tet. Meistens will er sich an nichts mehr er­innern, oder er weist darauf hin, daß doch alles in den Akten stünde. Es stellt sich heraus, daß See­feld das jüngste von neun Geschwistern ist. Sein Vater war ein Trinker und ist in einer Irrenan­stalt gestorben. Die weitere Verhandlung gestaltet

Schwere Explosion in einem amerikanischen Bergwerk.

In einem Braunkohlenbergwerk in Lafayette (Colorado) entstand durch Entzündung von Gruben­gasen eine schwere Explosion, wobei acht Bergleute verschüttet wurden. Die Rettungsmannschaften stießen bei ihren Arbeiten auf die Leichen von zwei Bergleuten. Damit ist die Hoffnung, die übri­gen Sechs noch lebend zu bergen, geschwunden.

Achtzig japanische Arbeiter von einer Lawine begraben.

80 Arbeiter, die mit Aufräumungsarbeiten auf der Bahnstrecke Tsuruga-Niigaba beschäftigt waren, wurden von einer riesigen Lawine verschüttet. Bis­her konnten vier Tote geborgen werden. 36 Mann- werden vermißt. Die ungewönhnlich starke Kälte und die heftigen Schneefälle dauern an. Sie verursachen große Verkehrsstörungen.

Der Friedensschlutz zwischen Paraguay und Bolivien.

Buenos Aires, 22. Jan. (DNB. Funkspr.) In Gegenwart des Präsidenten der argentinischen Republik, General I u st o , sand im Regierungs- palaft die feierliche Unterzeichnung des Protokolls der Friedenskonferenz statt. In dem Protokoll bestätigen die ehemals kriegführenden Staaten Bolivien und Para­guay die am 12. Juni 1935 getroffenen Abma­chungen über die endgültige Einstellung der Feindseligkeiten und die Bedingungen über die Sicherheitsmaßnahmen. Bolivien und Paraguay verpflichten sich zur Rückgabe sämt­licher Kriegsgefangener. Das Protokoll bestimmt, daß zwischen Bolivien und Paraguay die diplomatischen Beziehungen wie­deraufgenommen werden, und daß das Ab-

Sochschulnockrichten.

Professor Dr. Josef Vogt, Ordinarius für alte Geschichte an der Universität Würzburg, erhielt einen Ruf an die Universität Breslau.

Professor Dr. Alfred H u e ck, Ordinarius fük Deutsches und Bürgerliches Recht an der Universität Jena, erhielt einen Ruf an die Universität München.

Es kamen dann eine Reihe von Mordtaten an Kindern zur Sprache, die sich um die Jahrhundert­wende ereignet haben. Schon damals stand der An­geklagte im Verdacht, diese Kinder umgebracht zu haben, es ließen sich jedoch keine schlüssigen Be­weise erbringen. Im Laufe der sorgsam durchgeführ­ten Verhandlungen verwickelte sich der Angeklagte in einige Widerspräche. Man kam zu dem Er­gebnis, daß Seefeld, der früher auch in einer Irrenanstalt untergebracht war, ein Simu­lant sei. Seefeld will von allen diesen Dingen im wesentlichen nichts mehr wissen, nur hin und wieder erkennt man, wenn sich plötzlich für manche Dinge bei ihm ein erstaunlich gutes Gedächtnis zeigt, daß er sich nur verstellt, und daß fein harm­los scheinendes Lächeln wie seine Unschuldsbeteue­rungen nur eine geschickte Maske sind.

Am Mittwoch wird die Vernehmung des Ange­klagten fortgesetzt werden, die wahrscheinlich zum Ende des Monats dauern dürfte.

General Göring über Lustschuh.

Berlin, 21. Jan. (DNB.) Am 14. November vorigen Jahres sprach der Reichsminister der Luft­fahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe General Göring im Sportpalast vor über 20 000 Amts­trägern des Reichsluftschutzbundes über grundsätz­liche Fragen des Lustschutzes". Die Ausführungen des Ministers, die jeden Deutschen, ob Mann ober Frau, ob alt ober jung angehen, werben ihrer bleibenden Bedeutung wegen in ihren wesentlich­sten Teilen am Freitag, ben 2 4. b. M., in ber Zeit von 21.30 bis 22 Uhr über alle deut- schen Senb er, mit Ausnahme bes Deutfchlanb- senbers, verbreitet. Der Reichsluftschutzbunb bereitet Gemeinschaftsempfang vor. Jeber Deutsche sollte Gelegenheit nehmen, aus dem Munde des Ober­befehlshabers der Luftwaffe selbst das zu hören, was jeder über den Luftschutz wissen muß.

Eine Burg wird HZ.-Heim.

Die am Nordausgang von Vacha gelegene Burg Wendelstein, die sich seit Jahrzehnten in privatem Besitz befand, wurde jetzt von der Stadt Vacha angekauft. Da die alte Burg gleich­zeitig mit der Stadtmauer erbaut sein dürfte ist sie für das Rhönstädtchen ein geschichtliches Bau­denkmal, das die Stadt schon lange zu erhalten bestrebt war. Es ist geplant, die Burg zu einem HI.- Heim auszubauen.

Hier Schüler durch explodierende Granakzünder

verletzt.

Ein eigenartiger Unfall ereignete sich in einer Schule in Rottenmann in Steiermark. Im Hand- fertigkeitsunterricht waren die Schüler damit be­schäftigt, Nachbildungen einer Granate aus Pappe herzustellen, wobei ihnen ein Granatenblindgänger aus dem Weltkriege als Vorlage diente. Durch einen Zufall fiel die Granate zu Boden, und der Zünder explodierte. Vier Schüler wurden erheblich verletzt. Der Blindgänger, der ungefährlich gehalten wurde, befand 'sich feit Jahren in der Schule.

kommen durch die gesetzgebenden Körperschaften der beiden Staaten zu genehmigen ist. Mit der Unterzeichnung ist unter die Feindseligkeiten ein endgültiger Schlußstrich gezogen. Die Friedenskon­ferenz -wird nunmehr ihre Arbeiten für einige Monate unterbrechen, um sodann die Lo­sung der Gebietsfrage in Angriff zu nehmen.

Kritische Lage in Syrien

nennen wir noch die Herren Dum cke, Wer­nicke und M e y e r i n ck. Der Film scheint, dank Albers, eine beträchtliche Anziehungskraft aus­zuüben. -r-

Bereits 1934 hatte der Oberstaatsanwalt B e u s ch in Schwerin darauf hingewiesen, daß die Knaben seiner Auffassung nach Opfer eines Sittlich­keitsverbrechens waren. Es gelang jedoch nicht, einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Fällen mit einwandfreier Sicherheit festzustellen. Als im Februar 1935 in Schwerin' die Schäler Neumann und Zimmermann verschwanden, wurde eine Sondertommission gebildet, um das ge­heimnisvolle Kindersterben aufzuklären. Bei der Untersuchung zeigten sich mehrere Anhaltspunkte da­für, dbß die Kinder von fremder Hand wahr­scheinlich mit einem schnell wirkenden Gift ge­tötet fein mußten.

OnkelTrck-Tack", der K nderfreund.

Der Verdacht richtete sich schließlich auf den 65 Jahre alten Adolf Seefeld, der als wandernder Gelegenheitsarbeiter von Ort zu Ort zog und Auf­träge für Reparaturen von Uhren sammelte. Am 3. April des vergangenen Jahres wurde er im Kreise Neuruppin verhaftet. Seefeld, der unter der Landbevölkerung unter dem SpitznamenOnkel T i ck - T a ck" oberOnkel Adi" bekannt war, ge­noß überall den Ruf eines Menschen- und Kinder­freundes. Besonders die Kinder, die Seefeld durch Heine Geschenke an sich fesselte, vertrauten dem guten Onkel Tick-Tack".

Bei Nachprüfung des Vorlebens des Angeklagten stellte sich heraus, daß dieser von seinen letzten 40- Lebensjahren über 23 Jahre in Strafan­stalten gesessen hat. Er ist schon zweimal wegen Sittlichkeitsverbrechens an Kindern vorbestraft und hat bereits in den Jahren 1893 bis 1930 in zehn Fällen unter dem Verdacht der Kindestötung gestanden. Erst 1926 war er nach Verbüßung von zehn Jahren Zuchthaus wegen Sittlichkeitsverbrechens wieder auf freien Fuß gefetzt worden. Im Laufe der Ermittlungen konnten ihm ungefähr 40 Fälle der Anlockung und Entführung von Kindern nachgewiesen werden. Es stellte sich ferner heraus, daß der Angeklagte feit 1904 keinen festen Wohnsitz gehabt hat und nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus ein ruhe­loses Wanderleben führte.

'der Indizienbeweis.

hier zum großen Teil verlorengegangen sind. Die Aufgabe der vorwiegend landwirtschaftlich-natur­wissenschaftlich orientierten Deutschen Hindukusch- Expedition war es daher, in Jnnerasien Fragen der Abstammung und Wanderung unserer Kultur­pflanzenarten an Ort und Stelle zu studieren. Dar­über hinausgehend waren durch Sammlungen lebenden Pflanzenmaterials (Samen, Stecklinge, Reifer ufw.) neue Erbanlagen unserer Kulturpflan­zen der wissenschaftlichen und praktischen Zächter- arbeit in deutschen Instituten zuzufähren.

Die Expedition hatte damit sowohl landwirt- schafts-wissenschaftliche wie auch praktisch-wirtschaft­liche Aufgaben, von denen die letzteren in engstem Zusammenhänge mit den Planungsarbeiten der maßgeblichen Reichsstellen auf dem Gebiete der Sicherstellung und des Ausbaues der deutschen Er­nährungswirtschaft stehen. Für die Arbeiten in den afghanisch-indischen Grenzgebieten konnte aber im Einvernehmen und gleichzeitig unter großzügiger Unterstützung seitens der Königlich-Afghanischen und Britisch-Indischen Regierung der Forschungs­rahmen der Expedition noch bedeutend erweitert werden. So hat die Expedition in mehrmonatiger Arbeit die ganze afghanische Provinz Nuristan (auf alten LandkartenKasiristan" bezeichnet) so­wie die in Nordwestindien gelegenen Landschaften Chi trat, Dir und Swat erforscht und in diesen bis­her für Europäer noch fast völlig verschlossenen Gebieten an den Sädhängen der Hindukusch-Haupt­kette wichtige Forschungen in geographischer, an- !^opologisch-ethnographischer, linguistischer, botani­scher und landwirtschaftlicher Hinsicht durchführen können. Die Expedition ist dabei im Norden bis an das Hochland von Pamir und im Osten bis an bas grandiose Gletschermeer des Karakorums vor- gestoßen. Darüber hinaus erstreckten sich die Samm- lungsarbeiten der Expedition in Afghanistan im Süden bis an die Wüstenzonen Belutschistans, im Norden in Afghanifch-Turkestan bis an den Oxus und im Westen bis an die afghanisch-persische Grenze.

Nach zehnmonatiger Auslandszeit, nach Ueber- windung von häufig schweren Strapazen und Ent- u und nach Erledigung von teilweise recht beachtlichen alpinistischen Unternehmungen in der Hmdukusch-Hauptkette kehrte die Expedition in den legten i)ei5embertagen des vergangenen Jahres mit En Teilnehmern gesund wieder nach Deutschland zuruck. Aus diesem Anlaß fand in Berlin am 21. öiefes Monats ein feierlicher Empfang der Mit- glieder der Deutschen Hindukusch-Expedition durch ?Inu^r^lbecnte2 der Deutschen Forschungsgemein- sihaft Prof Dr. Stark, vor Vertretern von ^!.aat und Partei, vor der Presse und geladenen Gasten statt.

und Säbel gegen Säbel sich selbst gegenüber. Frei­lich ist er darstellerisch doch zu primitiv, um beide Gestalten wirklich innerlich gegeneinander abzu­setzen; er spielt sie hinter- und nebeneinander, und es bleibt im Grunde eine Angelegenheit verblüffen­der Ähnlichkeit und gewechselter Waffenröcke. Uebrigens muß man sagen, daß ihm der russische Bluthund wenigerliegt" als die Figur des Ritt­meisters. Den gibt er auf feine derbe, muskelfrohe, zupackende Art; ein Draufgänger, ein Mannsbild, mit Energie und trockenem Witz geladen, ein Kerl, der, wenn es drauf ankommt, einen langen Eng. länber ober ein paar bewaffnete Bolschewiken k. o. schlägt unb sich davon macht, zu Fuß durch die Wüste, im Flugzeug (mit Selbstanlasser), durchs Fenster aufs Pferd, das schon wartend bereit steht. Das geht manchmal wie bei Tom Mix ober Harry Viel. Außer einer riesigen Statisterie ein gro­ßes Ensemble; etliche Gestalten heben sich heraus: Jack Trevor recht glaubhaft als der englische Captain. Charlotte Susa in ber für sie schon typischen Rolle ber Agentin Vera, geheimnisvoll unb bennoch ganz burchsichtig, mit halblauter Stimme unb halbgeschlossenen Augen; man kennt das schon. Sehr gut und scharf profiliert M i - netti als Hauptkommissar bei ben Roten, Wäscher als Waffenlieferant. In kleineren Rollen

Aus einem Taschenkalender, der sich in seinem Besitz befand, ging hervor, daß Seefeld etwa den dritten Teil des Jahres im Freien in dichten Scho­nungen übernachtet hat, obwohl er die Möglichkeit gehabt hätte, Quartier bei feinen Kunden zu er­halten. Es konnte auf Grund seiner Notizen auch festgestellt werden, daß ber Angeklagte sich immer zu ber Zeit,, in ber Kinber. verschwunden waren, in ber unmittelbaren Nähe des spä­teren Fundortes ber Leichen aufgehalten hatte. Besonders belastend ist auch ber Umstand, baß in bem Tagebuch an ben Mordtagen nachträg­lich die Ursprungsvermerke unkenntlich gemacht worden waren. Zum Teil hatte hier der statt der Ortsbezeichnung eigentümliche Zeichen

Vor dem Schwurgericht beim Landgericht Schwe-1 gesetzt, für deren Bedeutung er keine Erklärung ' c x f- v **' " i öen 65 | geben konnte ober wollte.

Die deutsche Hindukusch- Expedition 1935.

3n aller Stille und ohne das Aufsehen der brei­ten Öffentlichkeit für sich zu beanspruchen, hat im abgelaufenen Jahre eine deutsche Expedition in ben Gebirgen und Hochsteppen Südwestasiens umfang­reiche Forschungs- und Sammlungsarbeiten durch- gefuhrt. Jetzt, nach erfolgreicher Arbeit und Rück­kehr m die deutsche Heimat, ist es an der Zeit, die deutsche Öffentlichkeit über Sinn und Zweck dieser Expedition sowie über ihre Durchführung zu unter­richten.

Die Deutsche Hindukusch-Expedition ist ein Unternehmen des Forschungs dien st es der deutschen Landbauwissenschaften gewesen. Die Mittel zu ihrer Durchführung stellte in großzügiger Weise die Deutsche For­schungsgemeinschaft (Notgemeinschaft ber Deutschen Wissenschaft' ) zur Verfügung. Im Auf­trage bes Forschungsdienstes der Landbauwiffen- schaften wurden Vorbereitung, wissenschaftliche Pla­nung unb Auswertung ber Expebition in Deutsch­land ben Professoren Roemer unb Troll von ber Universität Halle übertragen; die Führung und Leitung der Expedition selbst lag in den Händen bes Diplomlandwirtes Dr. habil. 21. Scheibe von ber Universität Gießen. Die weiteren Expeditions- tellnehmer waren: Dr. A. Herrlich (Universität München), Diplomlandwirt Dr. von Rofen - stiel (Kaiser-Wilhelm-Jnstitut Müncheberg-Mark), Dr. G. Kerstan (Universität Halle) und Diplom­landwirt Dr. W. Roemer (Universität Halle). Zwecks besonderer sprachwissenschaftlicher Studien schloß sich der Expedition in Afghanistan noch der wissenschaftliche Hilfsarbeiter an ber Preußischen Akabemie der Wissenschaften Berlin, Dr. W. Lentz, an.

Sinn unb Aufgaben ber genannten Expedition waren, in ben Gebirgen unb Hochsteppen Sübweft- afiens umfangreiche agrar-botanische Forschungen unb Sammlungen durchzuführen, um insbefonbere bie in ben Gebirgslagen Afghanistans unb Norb- westinbiens angebauten Kultur- unb vorkommenben Wilbpflanzen eingehend zu studieren und zu sam­meln. Nach den Ergebnissen der modernen Kultur- pflanzen-Forschung gelten weite Landschaften Jnner- afiens als die Heimat- und Ursprungsgebiete für eine große Zahl unserer Kulturpflanzen. Landwirt­schaftliche unb gärtnerische Kulturpflanzen treten hier in reicher Formenfülle auf; sie enthalten auch heute noch eine Fülle von Erbanlagen, die ihnen nach einer langen Wanderungszeit aus den inner- asiatischen Gebirgen und Hochsteppen nach Europa

Ajaccio auf hoher See notwassern. Obgleich Ajaccio aus sofort zwei Hilfsdampfer an die falXftelle entsandt worden sind und in Marseille ein Flugzeug startete, um sich an der Suche zu beteili­gen, sind alle Nachforschungen bisher erfolglos geblieben. Auch das Flugzeug TunisMarseille, das ben gleichen Kurs fliegt, hat das notgewasserte Flugzeug nicht gesichtet. In zuständigen Kreisen herrscht Beunruhigung über das Schicksal des Flug­zeuges unb seiner Insassen.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer und Reichskanzler hat an Reichsbankpräsident Dr. Schacht, der am 22. Januar seinen 5 9. Geburtstag begeht, folgen- bes Glückwunschtelegramm gerichtet:Zu Ihrem 59. Geburtstag spreche ich Ihnen meine herzlichen Glückwünsche für Ihr persönliches Wohl­ergehen und weitere erfolgreiche Arbeit aus.

Adolf Hitler." *

Der Führer unb Reichskanzler hat Staatsmini- fter Riecke zum Ministerialdirektor im Reichs­und Preußischen Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft ernannt. Riecke trat 1914 15jährig als Kriegsfreiwilliger in das Heer ein. Er wurde viermal verwundet und ist Ritter des Eisernen Kreuzes I. Klasse und des Sächsischen Militär-St.- Heinrich-Ordens. Nach der Novemberrevolte war er zunächst Werbevfsizier für das Freikorps Hälfen und nahm dann an den Kämpfen ber Eisernen Di­vision im Baltikum teil. Born Jahre 1921 ab ge­hörte er bem BundOberland" an. Nach praf- tischer und akademischer Ausbildung als Landwirt war er von 1926 bis 1933 bei der Landwirtschafts­kammer Westfalen tätig. 1933 wurde er Staats- minifter in Lippe und 1934 Sonderbeauftragter für Landeskultur im Reichsministerium für Er­nährung und Landwirtschaft

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Der Danziger Senatspräfibent Greiser hatte in Genf eine Unterredung mit dem polnischen Außenminister B e ck und mit dem englischen Außen­minister Eden.

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Bon einem litauischen Feldgericht wür­ben bie Reserveoffiziere Karutis, Skurauskas und Sinkevicius zum Tode und mehrere Personen zu längeren Freiheitsstrafen verurteilt. Man nimmt an, baß bie Verurteilten Anhänger Wolde- maras gewesen finb, die versuchten, durch einen Handstreich wieder an bie Macht zu kommen.

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Die Wahlen zum japanischen Reichs- t a g werben am 20. Februar stattfinden. Der neue Reichstag wird am 20. April zusammentreten. Man nimmt an, daß die Regierungsparteien Minseito und Kokumin und die neue Showakai-Partei die Mehrheit gegenüber der Seiyukai erringen werden, bie bisher mit 242 von 425 Stimmen im Reichstag eine entscheibende Rolle spielte.

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Die mexikanische Hafenstabt Tampico steht zur Zeit völlig unter bem Terror kommunisti - scher Kreise, deren verstärkte Hetze sich bereits seit einiger Zeit bemerkbar macht. Rote Kraft- wagenfährer erzwangen dieser Tage eine völlige Stillegung des gesamten Verkehrs in der Stadt. Auf die Lichtspielhäuser wurden U e b e r f ä H e ausgeführt, ohne daß die Behörden eingriffen ober für Drbnung sorgten. Der Unterstaatssekretär bes Innenministeriums begab sich im Flugzeug nach Tampico, um die dortige Lage zu prüfen.

bedeutendem Einsatz von Menschen und Material auszunutzen verstanden. Allerdings mußte er Un- Ein Mannsbitt/ namens Wahrscheinlichkeiten und hvchrvmantische Intermezzi . (wie bas Duell und anderes) in Kauf nehmen, unb gegen Ende wird die Berguirfung von Heroismus und Abenteuerlichkeit denn doch ein bißchen beklem­mend. Daß ber Rittmeister eine Paraderolle für Albers ist, wird man schon aus der Erzählung her Fabel haben entnehmen können; dabei spielt er

sich äußerst schwierig, da ber Angeklagte auf die an ihn gestellten Fragen in dummdreister Weise ober überhaupt nicht antwortet. Immer kehrt bie Redewendung bei ihm roieber:D i e Bergan- g, enheit ist für mich tot, nur bie Zukunft ist mein." Es kommt zur Sprache, daß Seefeld in ben 90er Jahren in Kiel seine spätere Frau kennen lernte. Später ließ sich Seefeld, ber auch noch in Beziehungen zu vielen anderen Frauen stand, von seiner Frau scheiden. Die Oesfentlichkeit wurde bei der nun folgenden Erörterung der Bor- v* w i u 1 c vjjw.) -uh jj u m u » »

strafen des Angeklagten wegen Gefährdung der I f u 5 brachen erneut schwere Unruhen aus. Es Han- Sittlichkeit ausgeschlossen.