Gpielvereinigung 1900 Gießen.
1900 I — Germania Marburg I 3:1 (1:0).
Kalter Nordwest-Wind fegte gestern über den Trieb und wenn die hie und da durch die Wolken lugende Sonne die mitströmende Kälte nicht ganz beseitigen konnte, dann war es weiter nicht verwunderlich, daß nur ca. 200 Zuschauer zu dem Spiel anwesend waren.
Der Spielverlauf sah die Blauweißen sofort im Angriff. Der Schuß von Enders ging an die Latte und der Nachschuß sprang vom Pfosten dem Tormann in die Hände. Pfosten und Querlatte waren überhaupt öfters Helfer des Torwächters. Mehmals standen sie Schüssen von Garth, Dörr und Henkelmann hindernd im Wege. In der 18. Minute allerdings fand Enders den richtigen Kurs. Eine Flanke von links schlug er dem abwehrenden Verteidiger vom Fuß ins Netz. Zahlreiche Angriffe der Platzbesitzer waren die Folge. An dem Resultat änderte sich jedoch nichts mehr bis zur Pause.
Nach dem Wechsel glaubte man an eine Aende- rung des Spielgeschehens, denn der heftige Wind, der den Blauweißen vor der Pause zur Seite stand, war nun Bundesgenosse der Gäste. In teilweiser bewußt flacher Kombination überwanden die Blauweißen jedoch diesen Widerstand und sie hatten auch jetzt wieder mehr vom Spiel. In der 65. Minute erzielte Enders nach guter Vorarbeit des linken Flügels den zweiten Treffer. Zwischendurch machten sich die Gäste mit verschiedenen Angriffen bemerkbar, doch waren Schmidt, Zeiler und Lippert auf dem Posten. Im Anschluß an eine Ecke erzielte Heilmann mit Nachschuß den dritten Erfolg. Durch Abseits von Garth wurde derselbe jedoch annulliert. Wenig später war es trotzdem Heilmann, der inzwischen mit Günther seinen Platz getauscht hatte, der für das dritte Tor sorgte. Bei einem Durchbruch kurz vor Schluß kamen die Marburger zu dem Ehrentreffer.
Bei den Germanen wgr die Hintermannschaft der beste Mannschaftsteil. Die Läuferreihe war ziemlich ausgeglichen. Der Sturm dagegen war eine ziemlich stumpfe Waffe.
1900 1. Schüler — Sportfreunde Wehlar Jugend und Schüler kombiniert 3:0.
Ein flottes Spiel lieferte die erste Schülermannschaft, indem sie die verstärkte Schülerelf des Sportvereins Wetzlar klar und verdient schlug. Die Blau- Weißen zeigten das bessere Gesamtspiel.
1900 2. Schüler — Sportfreunde Wehlar
1. Schüler 1:4.
Die zweite Schülerelf mußte gegen die ersten Schüler der Wetzlarer spielen und hatte gegen die körperlich weitaus stärkere Mannschaft keine Siegesaussicht.
BfB.-Reicksbahn Gießen.
Die Ligamannschaft mit 7:2 in Ockershausen geschlagen.
Nachdem Leutheuser I und Fehling noch abgesagt hatten, war es klar, daß die Gießener in Ockershausen um eine Niederlage nicht herumkommen würden. Allerdings mit der Höhe dieser Niederlage hat niemand gerechnet und sie wäre auch durchaus vermeidbar gewesen, wenn die Gießener bei dem Stande von 3:2 für Ockershausen nicht in den Fehler verfallen wären, Lehrmund, der bis dahin den Sturm sehr gut geführt hatte, in die Verteidigung zurückzunehmen. Von diesem Zeitpunkt an konnte der körperlich schwache Jnnensturm der Gießener sich nicht mehr durchsetzen. Weiterhin hatte ein vorher niedergehender Regenschauer das Spielfeld in kürzester Zeit derart aufgeweicht, daß es an vielen Stellen einfach grundlos war. Die Ockershäuser haben erneut bewiesen, daß ihre Mannschaft sich langsam wieder ihrer glänzendsten Form nähert. Eine Kritik der Gießener Mannschaft erübrigt sich, es sei nur festgestellt, daß kein Spieler seine sonstige Form erreicht hat
Die Ockershäuser hatten Anstoß, scheiterten aber an Knaus, der seinerseits durch eine Flügelvorlage einen Angriff der Gießener einleitete. Nachdem der Ockershäuser Mittelstürmer in aussichtsreicher Stellung daneben geschossen hatte, spielte sich der Gießener Sturm schön durch und Schmidt konnte
trotz Behinderung unhaltbar einschießen. Die Freude über dieses Tor währte jedoch nicht lange. Eine Vorlage des Ockershäuser Mittelläufers zu dem freistehenden Linksaußen, dieser kurvte nach innen und schoß mit wuchtigem Schuß ein. Trotz dieses Gegentores bleiben die Gießener leicht feldüberlegen. Ein Durchspiel des rechten Flügels und Szponik schoß die Flanke erneut zur Führung ein. Jedoch folgte wieder ein Gegenangriff und der Linksaußen schoß erneut zum Ausgleich ein. Ehe die Gießener sich von dieser Ueberraschung erholt hatten, fiel schon das 3. Tor durch denselben Spieler. Jetzt ging Lehrmund zurück und die Gießener konnten bei offenem Feldspiel den Ausgleich erzielen. Heß fiel jedoch drei Meter vor dem gegnerischen Tor, nachdem er sich allein durchgespielt hatte, über den Ball. Dann war Halbzeit.
Nach Wiederbeginn übernahmen die Gastgeber die Spielführung und gaben sie auch während der ganzen zweiten Halbzeit nicht mehr aus der Hand. In guten Kombinationszügen verstanden sie es immer wieder, einen Spieler freizuspielen, der dann ins Tor schoß, ohne daß die Gießener Gelegenheit gehabt hätten, diese Erfolge zu verhindern. Allerdings hätte Balser das 5. und 6. Tor unbedingt verhindern müssen. Kurz vor Schluß hatten die Gießener noch einmal Gelegenheit, das Resultat zu verbessern, als Szponik die gegnerische Verteidigung überlief, sein Schrägschuß ging aber am Dreieck des Ockershäuser Tores vorbei. Da während des Spieles erneut schwere Regengüsse nieder- gingen, war man froh, als dieses Spiel zu Ende wär.
Sportverein 1920 Heuchelheim.
Buhbach I — Heuchelheim I 7:1 (3:1).
Die 1. Mannschaft verlor in Butzbach mit 7:1 (3:1) Toren. In der ersten Halbzeit ließ der Sturm sichere Torgelegenheiten aus. Henkelmann als Mittelläufer konnte gefallen, die Außenläufer mußten mehr Verbindung mit dem Sturm halten und genauer abspielen. Durch die schlechte Abwehr war die Hintermannschaft überlastet und den wuchtigen Angriffen der Butzbacher nicht gewachsen.
Die 1. und 2. Jugendmannschaft spielten als zwei kombinierte Jugendmannschaften, die eine am Vormittag in Gießen gegen VfBR, 2. Jugend 4:4, die andere nachmittags in Heuchelheim gegen Rodheim 1. Jugend 6:1.
Handball im Kreis VIII Üahn-DM.
Bei den Blauweißen laa das Schwergewicht ebenfalls in der Hintermannschaft. Schmidt, Zeiler und Lippert waren ohne Tadel. In der Läuferreihe führte Heilmann die Regie. Sinning und Hain waren willige Assistenten. Im Sturm konnten beide Flügel nicht restlos überzeugen. Enders in der Mitte, der in seinen Bewegungen noch etwas ungelenk ist, zeichnete sich durch seinen Torinstinkt aus.
Schiedsrichter P o st (Wieseck) hatte bei dem fairen Kampf kein allzu schweres Amt.
1900 II — Germania Warburg II 5:4 (1:3).
Ein torreiches Treffen lieferten sich die beiden Reservemannschaften. Kurz nach Beginn sah es nach einem klaren Sieg der Gäste aus, denn bereits in der 10. Minute führten sie 2:0. Durch eifriges Spiel kamen die Blauweißen nicht nur zum Gleichstand, sondern zu einer 5:3-Führung, die die Marburger kurz vor Schluß jedoch auf 5:4 verringerten.
1900 2. Jugend — Turnverein Wieseck 1. Jugend 0:3.
Die zweite Jugendmannschaft spielte die erste Halbzeit dauernd überlegen, konnte dies jedoch nicht durch Tore zum Ausdruck bringen. Als dann die Wiesecker bald nach Halbzeit ein durchaus zu verhinderndes Tor schossen, fiel die Mannschaft merklich auseinander. Sehr gut auf seinem Posten war der Tormann der Blau-Weißen, der manchen Erfolg des Gegners zunichte machte.
1900 3. Jugend — Allen Bufeck 1. Jugend 2:3.
Ein offenes Spiel zeigte die neuaufgeftellte dritte Jugendmannschaft im Spiel gegen die erste Jugend Alten-Busecks. Das Spiel fand in Alten-Buseck statt. Die Gastgeber wußten den Vorteil des eigenen Platzes auszunutzen. Trotz der Niederlage gebührt der Mannschaft ein Lob.
Der vergangene Sonntag war der Auftakt zu den diesjährigen Endspielen um die Meisterschaft der Jugend- und 2. Kreisklasse. Daneben begannen auch im Bezirk II die Kämpfe um den Aufstieg in die Gauklasse. Von den drei teilnehmenden Mannschaften trafen sich Sonntag zwei, nämlich Tv. Vilbel und Tv. Dörnigheim, wahrend der Tv. Wetzlar spielfrei war. In einem Überaus spannenden Spiel blieb Dörnigheim mit 5:3 (2:2) Sieger. Diese Mannschaft sollte, wenn nichts dazwischen kommt, für den Aufstieg in Frage kommen, weil der Tv. Wetzlar zur Zeit seine komplette Mannschaft nicht mehr zur Verfügung hat.
In der 2. K r e i s k l a s s e gab es gleich eine große Ueberraschung. Hier gelang es dem To. Alsfeld den To. Dutenhofen auf eigenem Platz knapp zu schlagen. Der To. Katzenfurt sagte noch am Samstag ab.
Tv. Dutenhofen — To. Alsfeld 4:5 (3:4). Dutenhofen, der als starker Favorit galt, hat sich auf eigenem Platz schlagen lassen. Zwar ist das Ergebnis nur ganz knapp, die beiden wertvollen Punkte sind aber fort. — Das Spiel selbst, das auf beiden Seiten hervorragende Leistungen sah, war, wie schon das Ergebnis besagt, außerordentlich spannend. Beide Mannschaften gaben^nlles aus sich heraus und der Ausgang war noch bis zum Schluß jederzeit offen. Nur durch großes Pech (seine Spieler verrieten eine übergroße Nervosität) hat Dutenhofen verloren.
Jugendklasse.
Tv. Ruttershausen — Tv. Lang-Göns 6:12 (4:5). Bis zur Halbzeit lieferten die Platzbe
sitzer ihrem großen Gegner eine vollständig gleichwertige Partie, obwohl sie ersatzgeschwächt antreten mußten. Nach der Pause allerdings fielen ihre körperlich schwächeren Spieler dem vorgelegten Tempo zum Opfer, so daß es Lang-Göns nicht schwer fiel, den Sieg sicherzustellen.
Tv. Lützellinden — Tv. Münchholzhausen 9:4. Der Spielausgang kommt vollkommen überraschend. Während Lützellinden ein Können an den Tag legte, dos gefallen konnte, war man über die schwache Leistung der Gäste allgemein überrascht. Der ungewohnte Spielausgang mag dann schließlich auch mit dazu beigetragen haben, daß Münchholzhausen bei dem obigen Stand ohne jeden Grund das Spiel abbrach.
Freundschaftsspiele.
Tv. Wetzlar — Tv. Münchholzhausen. Ohne ersichtlich Grund hat M. das Spiel kurz vor Beginn abgesagt, so daß es Wetzlar nicht möglich war, die so wichtige Ausprobierung neuer Spieler vorzunehmen.
Tv. Kirch-Göns — Tv. Wetzlar-Niedergirmes 10:7 (5:4). Die Girmeser bewiesen auch auf dem Platz des Tv. Kirch-Göns ihre derzeitige gute Form. Wenn es ihnen auch nicht gelang, daß Ergebnis von dem Feiertagsspiel herauszuholen, so ist der knappe Sieg von Kirch-Göns immerhin bemerkenswert. Die beiderseitigen zweiten Mannschaften trennten sich mit dem Ergebnis von 5:2 (2:2) für Kirch-Göns.
Spv. 1 9 0 0 Jugend — To. 1 846 Jugend 7:9 (3:2). Auch das erneute Zusammentreffen der
beiden Lokalrivalen in der Handballjugendklasse hat zweierlei bewiesen. Einmal, daß die 1946er ihre gute Form auch heute noch besitzen und zum anderen, daß die Jugend der Spv. 1900 merklich stärker geworden ist. Das von beiden Seiten anständig ausgetragene Spiel nahm den gerechten Ausgang.
Neue Rekordversuche auf der Reichsautobahn.
Zweilagige Langstrecken-Rekordverfuchsfahrten mit Adlerwagen.
LPD. Frankfurt a. M., 20. April. Die Adler, werke in Frankfurt a. M., die bereits auf der Ber- liner Aousbahn mit ihren 1- und 1,5-Liter-Typen zahlreiche erfolgreiche Rekordversuche unternommen haben, setzen jetzt ihre Langstrecken-Versuchs- fahrten mit einem 1,7-Liter-Trumpfwagen fort. Diesmal ist die Reichsautobahnstrecke Frankfurt am Main—Viernheim der Schauplatz dieser Der- suchsfahrten, die aus diesem Anlaß für Montag und Dienstag für den allgemeinen Verkehr gesperrt ist. Montag in aller Frühe startete der Adler- Trumpfwagen an der Stelle des ersten Spatenstiches zu seiner zweitägigen Fahrt, für die die Adlerwerke Langstreckenspezialisten wie Paul von Guilleaume, Löhr, Heckel und Graf Or- sich eingesetzt haben. Alle 4x/i Stunden lösen sich die Fahrer ab. Die Versuchsfahrten dienen in erster Linie der Vorbereitung des 24-Stundenrennens in Le Mans, an dem sich die Adlerwerke beteiligen wollen. Daneben besteht Aussicht, daß es dem Adlerwagen gelingt, die Langstreckenrekorde, die der Engländer E y st o n im März 1934 auf der Bahn in Montlheri) bei Paris aufstellte, zu unterbieten. Die erste Runde legte der Adler-Trumpfwagen in 46:11 Minuten zurück, was einem Stundendurchschnitt von 166,59 Kilometer entspricht. Für die zweite Runde benötigte der Wagen 45:49,1 Minuten. Es sind also schon gleich zu Beginn Zeiten erzielt worden, die zu der Hoffnung berechtigen, daß die Versuchsfahrten einen erfolgreichen Abschluß finden.
Kreis Alsfeld.
# Nieder-Ohmen, 18. April. Bei Schluß des Schuljahres 1 9 3 5/36 wurden hier 32 Schüler, und zwar 18 Knaben und 14 Mädchen, entlassen. Bei Schulbeginn 19 36/37 wurden 23 Schüler, und zwar 11 Knaben und 12 Mädchen, neu ausgenommen. Der Schulaufnahme ging ein Gottesdienst voraus, an dem neben Schülern und Lehrern auch die kleinen Schulrekruten mit ihren Müttern teilnahmen. Pfarrer Alt richtete in seiner Ansprache beherzigenswerte Worte an Schüler, Eltern und Lehrer. Stolz und mit wichtiger Miene trippelten dann die Kleinen, die obligate Brezel in der Hand, vom ersten Schulgang nach Hause.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit her' Schriftleitung.)
W. Sch. in G. 1. Grundsätzlich ist ein Erbhof unteilbar. Mit Genehmigung des zuständigen Anerbengerichts kann er jedoch, wenn die Voraussetzungen für 2 Erbhöfe gegeben sind und 2 Anerben vorhanden sind, in 2 Erbhöfe umgewandelt werden. Es müssen neben 2 Ackernahrungen auch 2 geschlossene Hofstellen vorhanden sein, von denen aus die Bewirtschaftung oorgenommen werden kann. 2. Grundsätzlich geht der Erbhof beim Tode des Bauern als Ganzes auf den Anerben über. Etwa vorhandene Miterben desselben erben lediglich in das erbhoffreie Vermögen. Ist die wirtschaftliche Lage dieser weichenden Erben jedoch schlecht und kann, do fein bares Vermögen vorhanden ist, an dieselben nichts ausgezahlt werden, so besteht die Möglichkeit, daß mit Genehmigung des Anerbengerichts Teile des Erbhofs verkauft und der Erlös an die weichenden Erben verteilt wird. Voraussetzung für die Genehmigung ist aber, daß durch den Verkauf von Grundstücken der Bestand des Erbhofs in keiner Weife gefährdet wird. Das gleiche gilt, wenn die weichenden Erben zur Zeit des Erbfalles noch in der Ausbildung begriffen sind und Kapital für dieselbe benötigt wird.
Hans Albers
Dorsch
I
I
Brigitte | Äy
Hornayl
Käthe
Gustl Huber, Renö Deltgen, Alex. Engel, Aribert Wäscher, Paul Westermeier, Hans Leibelt, Jakob Tiedtke.
Spielleitung: Gustav Uclcky.
Au« der Bünne: 3 LOHdOS
Exzentriker a. d. Schleuderbrett in höchster Vollendung. Letztes Auftreten „Skala Berlin“
Beiprogramm und Fox Ton-Woche.
Täglich 4,6,8.30, Sonntags 3,5,30,8,30 Uhr.
Heute Dienstag die gr. Premiere:
Vor dem Hintergrund des alten, asiatisch und europäisch beeinflußten Moskau der Vorkriegszeit, mit seinem Luxus, seinen Vergnügungen, aber auch seinem Elend entrollt sich das großartige, packende Schicksalsgemälde eines Mannes — Hans Albers — der, von einem wilden Wirbel des Lebens erfaßt, durch alles Glück und alle Not gerissen wird. 1040A
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