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m. 93 Erstes Blatt

186. Jahrgang

Dienstag, 21. April 1956

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Oie Liebe des ganzen Volkes gehört dem Führer!

Ein unvergeßlicher Feiertag der deutschen Nation war der gestrige Geburtstag des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler.

Berlin, 20. April (DNB.) Das festliche Bild, das die Reichshauptstadt bietet, belebt sich im Lause der Vormittagsstunden immer stärker. Tausende und aber Tausende von Volksgenossen streben der Straße unter den Linden zu, in der die zur Pa­rade vor dem Obersten Befehlshaber der Wehrmacht bestimmten Truppen aller Waffengattungen Auf­stellung genommen haben. Weitere unzählige Men- schenmafsen haben sich an den Straßenzügen ein­gefunden, auf denen die Truppen nach dem Vor­beimarsch abmarschieren. Schon der Anmarsch der Truppcnverbändc löste überall Begeisterung aus. Ehrenhundertschaften sämtlicher NS.-Verbände mar­schierten inzwischen vom festlich geschmückten Bran­denburger Tor bis zur Haupttribüne in der Nähe des Kleinen Sterns im Tiergarten zur Spalierbil­dung auf. Am Pariser Platz grüßt von der Fran­zösischen Botschaft die Trikolore, wie überhaupt alle Gebäude der in Berlin akkreditierten diplomatischen Vertretungen zu Ehren des Führers ihres Gast­landes geflaggt haben.

Um 10 Uhr haben sich die beiden großen Zu­schauertribünen an der Nord- und Südseite der Charlottenburger Chaussee gefüllt. Auf deni Geh­steig vor den Tribünen stehen in langen Reihen die Wagen der Schwerkriegsbeschädigten. Auf den Tribünen sieht man die Uniformen aller Waffen­gattungen des neuen und des alten Heeres, Mitglie­der des Soldatenbundes, des Kyffhäuferbundes, der SS., der SA., des Arbeitsdienstes und aller anderen nationalsozialistischen Gliederungen.

Gegen 10.30 Uhr ist auch die Haupttribüne fast voll besetzt. Die Mitglieder der Reichsregierung sind eingetroffen. Die Chefs der diplomatischen Missio­nen sind mit den Militär-, Marine- und Luftfahrt­attaches erschienen. Anwesend sind ferner fast alle Reichsleiter und Staatssekretäre, der Reichsführer SS. und der Stabschef der SA., viele hohe Offi­ziere und die Träger des Blutordens.

Vormittags marschierte SA. mit grünen Spie­gel- und Mützenrändern vor der Reichskanzlei auf. Es ist der Sturm 11/10 0 aus Dresden, der nach mehrtägigem Fußmarsch in der Reichs­hauptstadt eingetroffen ist, um dem Führer seine Glückwünsche darzubringen. Gleich darauf erschie­nen die Berliner Blutorden-Träger. In dem Erfinden neuer Sprechchortexte ist die Jugend schier unerschöpflich. So rufen BDM.-Mädchen: Lieber Führer komm heraus, sonst verwelkt der Blumenstrauß!"

Um 10.45 Uhr passierte Reichsminister Dr. Goebbels, der sich inzwischen wieder in sein Ministerium begeben hatte, die Wilhelmstraße, von der Menge lebhaft begrüßt.

Um 10 Uhr empfing üer Führer die Vertreter der Wehrmacht und nahm ihre Glück­wünsche entgegen. Mit dem Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst v. Blomberg, waren General der Infanterie v. Rundstedt als Vertreter des Oberbefehls­haber des Heeres, General der Artillerie v. F r i t f ch, der Oberbefehlshaber der Marine, Admiral R a e - der und der Oberbefehlshaber der Luftstreitkräfte, General der Flieger Göring, erschienen.

Auf die Begrüßungsansprache des Reichskriegs­ministers Generaloberst v. Blomberg erwiderte der Führer:

Herr Generaloberst!

Am heutigen Tage blicke ich mit stolzer Freude zurück auf das hinter mir liegende Jahr. Ich blicke nach vorwärts in unerschütter­

lichem Vertrauen auf die Kraft und damit auf die Zukunft unseres Volkes

Seine wunderbare Wiederauferstehung erfüllt mich mit tiefster Dankbarkeit all denen gegen­über, die mir durch ihre treue Mitarbeit die erfolgreiche Führung der Nation ermöglichten. Meine Hoffnung auf die deutsche Zukunft liegt begründet in der Erkenntnis der unvergäng­lichen Werte unseres Volkes.

Ich baue dabei aber auf jene organisatorische Er­fassung dieser Werte, die mir allein die Garanten zu sein scheinen für die Erfüllung dieser Hoffnung: auf die National! oziali st ischePartei als die Gestalterin und Trägerin des neuen politischen Willens und auf die Wehrmacht als Gestal­terin und Trägerin der militärischen Kraft.

In diesem Augenblick, da Sie, Herr General­oberst, mir mit den Chefs der drei Wehrmachtsteile die Glückwüifche des deutschen Heeres übermitteln, drängt es mich, Ihnen und damit der ganzen deutschen Wehrmacht aufrichtig st en Dank für die gewaltige Leistung der Wiederauf­

richtung des deutschen Heeres, der deutschen Kriegs­marine, und der Neubegründung der deutschen Luft­waffe zu sagen.

3m empfinde diesen Dank um so mehr, als ich glaube, daß wir durch diese neugestaltete Kraft der Nation am ehesten in der Lage fein werden, unserem Volk und vielleicht darüber hinaus auch anderen jenen Frieden zu bewahren, von dem so viel Glück und Wohlfahrt abhängig sind.

Wenn ich Sie, Herr Generaloberst v. Blom­berg, heute zum Generalfeldmarschall befördere; Sie, General Göring und General v. Fritsch zu Generalobersten; Sie, Admiral R a e d e r, zum Generaladmiral, dann voll­ziehe ich damit eine Ehrung für d i e ge­samte deutsche Wehrmacht, für jeden ein­zelnen Offizier und für jeden Soldaten

Ich danke Ihnen nochmals, meine Herren, für Ihre treue Mitarbeit an der Wiederaufrichtung des neuen Deutschen Reiches durch den Neuaufbau der deutschen Wehrmacht.

Ehrung des Führers für die deutsche Wehrmacht.

Oer Reichskriegsminister und die Oberbefehlshaber des Heeres, der Kriegsmarine und -er Lustwaffe befördert.

Berlin, 20. April. (DNB.) Der Führer und Ober st e Befehlshaber der Wehr» macht hat am heutigen Tage befördert:

Den Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht Generaloberst von Blomberg zum Generalfeldmarschall,

den Oberbefehlshaber des Heeres General der Artillerie Freiherrn von Fritsch zum General­oberst,

den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Admiral Dr. h. c. Raeder zum Generaladmiral, den Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehls­haber der Luftwaffe General der Flieger Göring zum Generaloberst.

Telegrammwechfel zwischen dem Führer und General von Fritsch.

Der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, sandte an den Führer folgendes Glückwunschtelegramm:

An den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, Berlin.

Durch meinen Unfall leider verhindert, heute in Berlin zu fein, bitte ich, Ihnen, mein Führer, hier­durch meine ehrerbietigsten und treuergebensten Glückwünsche übermitteln zu dürfen. Das deutsche Heer folgt Ihnen heute wie immer in gläubigem Vertrauen und stolzer Zuversicht auf dem Wege, den Sie uns in Deutschlands Zukunft voran- schreiten. In Dankbarkeit und Treue

Freiherr von Fritsch,

General der Artillerie und Oberbefehlshaber des Heeres."

Der Führer antwortete mit folgendem Tele­gramm:

Mein lieber General von Fritsch?"

Ich habe Sie mit dem heutigen Tage zum Generaloberst befördert. In dieser Auszeichnung wollen Sie den Ausdruck meiner dankbaren Aner­kennung Ihrer hohen Verdienste um den Wieder­aufbau des Heeres und zugleich den Beweis meines vollen Vertrauens zu Ihrer Führung des Heeres erblicken.

Mit aufrichtigsten Wünschen für Ihre baldige Wiederherstellung Adolf H i t l e r."

3m Rang

den Reichsministern gleichgestellt.

Der Führer und Reichskanzler hat angeordnet, daß der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, und der Ober­befehlshaber der Kriegsmarine, Admiral Dr. h. c. Raeder, im Rang den Neichsrninistern gleichgestellt werden. Sie führen ihre bis­herige Amtsbezeichnung weiter.

Die militärische Unterstellung der Oberbefehls­haber der Wehrmachtsteile unter den Reichskriegs- minifter und Oberbefehlshaber der Wehrmacht bleibt unverändert.

Punkt 11 Uhr verlies der Führer in Beglei­tung feiner militärischen Adjutanten mit feinem Wagen die Alte Reichskanzlei, von den Massen mit Jubel stürmen der Begeisterung empfangen, um sich zur

Parade

zu begeben. Ihm folgten Reichskriegsminister Ge­neraloberst von Blomberg und die Oberbe­fehlshaber der drei Wehrmachtsteile, General der Flieger Göring, Admiral Dr. h. c. Raeder und General der Infanterie von Rundstedt in Ver­tretung des Freiherrn von Fritsch.

Im Lustgarten erstattete der Kommandierende General, Generalleutnant von W i tz l e b e n, die Meldung:

III. Armeekorps mit Wachtruppe Berlin, 23. Division, 3. Panzerwagendivision, Schulen, Teile der Luftwaffe und der Marine in Starke von 489 Offizieren, 13 932 Mann, 977 Pferden und 1573 Fahrzeugen zur Parade angetreten." Der Präsentiermarsch und die deutschen National­hymnen klingen auf. Dann beginnt die Abfahrt des Führers von der Schloßfreiheit. Im Wagen stehend grüßt er die Truppenverbände und dankt den jubelnden Volksgenossen. In langsamer Fahrt die Linden entlang bewegte sich die Wagenkolonne bis zur Haupttribüne am Kleinen Stern. Von dort aus werden um 11.20 Uhr vorn Königsplatz her die Wagen mit dem Führer und seinem Gefolge sicht­bar. Durch die dichten Menschenmassen geht freu­dige Erregung. Die Hände recken sich zum Gruß. Heilrufe brausen auf. Der Führer entsteigt dem Wagen und bleibt mit dem Reichskriegsminister und den Oberbefehlshabern der Wehrmachtsteile vor der Regierungstribüne stehen. Immer wieder ertönen die Heilrufe und Gratulationswünsche im Sprechchor.

Der Vorbeimarsch.

Wenige Minuten vor 12 Uhr wird am Kleinen Stern der Marschtakt der Spielleute des Wach­regiments, das an der Spitze der Parade mar­schiert, hörbar. Der Führer begrüßt noch die letzten ihm vorgestellten Offiziere der höheren Stäbe und betritt dann das für ihn errichtete Podium. Hinter ihm stehen Generalfeldmarfchall v. Blom­berg, der General der Infanterie und Ober­befehlshaber des Gruppenkommandos I v. Rund­stedt als Vertreter des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaladmiral R a e d e r als Oberbefehls­haber der Marine und Generaloberst Göring als Oberbefehlshaber der Luftwaffe sowie General der Flieger K a u p i s ch.

Die Parade wurde eröffnet durch den Komman­dierenden General des III. Armeekorps und Ober­befehlshaber im Wehrkreis III Generalleutnant von W i tz l e b e n. Auf dem Point vor dem Führer senkt er den Degen. Der Führer erhebt den Arm zum Gruß. Es folgt dann der Kommandant von Berlin Generalleutnant Schaumburg, hinter ihm das Spielmannskorps und die Kapelle des Wachregiments. Inzwischen sind Generalleutnant vonWitzleben und Generalleutnant Schaum­burg abgefeffen, haben sich zum Führer be­geben und ihm mit gesenktem Degen den Vorbei­marsch der Truppen gemeldet. Zu beiden Seiten des Führers und der Oberbefehlshaber der einzel­nen Wehrmachtsteile nehmen sie nur für die Dauer des Vorbeimarsches der ihnen unterstellten Forma­tionen Aufstellung.

Währenddessen ist die Kapelle des Wachregiments nach links ausgeschwenkt und hat gegenüber dem Standort des Führers ihren Platz eingenommen. Es kommen die ersten Kompanien des Wachregi­ments, die, wie hernach die gesamte Infanterie, in Zugkolonnen vorbeiziehen. Auf die Wachtruppe folgen die Jnfanteriefchule, das Jnfanterielehr- bataillon und die Kriegsschule Potsdam, der junge Offiziersnachwuchs des Heeres.

Für das Heer folgen nunmehr die Formationen der 23. Division, an deren Spitze ihr Kommandeur Generalmajojr Busch reitet. Hinter dem Führer schwenkt er aus und tritt an die Stelle, die bisher der Kommandant von Berlin, Generalleutnant Schaumburg, eingenommen hatte. Die Kapelle des Infanterie-Regiments 9 löst das Musikkorps des

Reizende Trachtenkinder aus Deutschlands Gauen beglückwünschen den Führer.

Kinder in Trachten aus allen möglichen deutschen Gauen kamen mit Blumen in den Händen zu dem Führer in die Reichskanzlei, um ihm ihre Glückwünsche darzubringen. (Presse-Jllustratlon-Hossmann-M.)

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Alarinetruppen vor dem flaggengefchmückten Brandenburger Tor.

Sämtliche Waffengattungen nahmen an der großen Parade vor dem Fhhrer teil. Hier sieht man Marine« truppen beim Durchmarsch durch das Brandenburger Tor. (Scherl-Bilderdienst-M.)