Gießener ArbeilsdienstfeiertWintersonnenwende
Nun gehen die Arbeitsdienstmänner bald in den
in oer ^ett zwischen Nun gehen die Arbettsdienstmai Januar liege, daran Weihnachtsurlaub. Schon jetzt ist den Besten unseres eifrig damit beschäftigt, Weihn
offe
ner Führer des Stabs, Oberleutnant Grisar,
I fe*nßn Männern besinnliche und eindring- I liche Worte über den ideellen Gehalt eines rechten
37. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
Einen Augenblick schloß Olga Willnoff die Augen. Unsäglich matt fühlte sie sich. Warum ließ man Rammelt schon zu ihr? Sie hatte die Oberin doch gebeten, niemanden hereinzulassen! Sie wollte Rammelt nicht empfangen. Ruhe wollte sie haben, nur Ruhe! Nicht an den furchtbaren Abend erinnert werden--an all das Entsetzliche--. Aber
was war das?
„Fräulein Willnoff, hören Sie doch! Sie sind doch wach! Fräulein Schlicht möchte mit Ihnen sprechen, die Sekretärin von Herrn Generaldirektor Brand!"
„Fräulein Schlicht?"
In tiefem Erstaunen schlug Olga Willnoff die Augen auf „Ja, aber woher wissen Sie, daß ...?"
Wie müde die Stimme klang! Wie bleich und angegriffen das sonst so blühend zurechtgemachte Gesicht aussah!
Inge fühlte, wie Mitleid in ihr aufstieg, Helfen- wollen! Dabei mußte sie doch zuerst das Vertrauen Olya Wlllnoffs selbst erringen, ihre Hilfe erbitten! Wie sollte sie nur anfangen? Es war alles so schwierig---.
Aber da half schon die Oberin, erzählte der Kranken mit wenigen Worten, warum es sich handelte.
„Und so steht es in Ihrer Hand, zum guten Teil wenigstens in Ihrer Hand, ob Generaldirektor Brand verurteilt werden kann oder nicht! Wollen Sie uns helfen, ihn vor dem Schlimmsten zu be- wahren, ihn aus der furchtbaren Ungewißheit seines Schicksals zu befreien, Fräulein Willnoff?"
„Ja, helfen Sie uns, helfen Sie uns, Fräulein Willnoff. Sagen Sie uns alles, was an jenem Abend geschehen ist —--"
Aber was wollen Sie denn wissen?" rief Olga mit müder Stimme. „Es ist doch Wahrheit, daß ich wegen des Gutachtens zu Dr. Rammelt gegangen
Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Die nen Verkaufsstellen in Gießen dürfen am Montag, Dienstag und Mittwoch, 21., 22. und 23. Dezember, für den Geschäftsverkehr bis 20 Uhr geöffnet sein.
Wasche und modernere.
gemahnen, welche Opfer von den
Volkes für die Einheit des Reiches und des Volkes gebracht wurden, begonnen beim Cheruskerfürsten Hermann, über die fruchtlosen Bemühungen einzelner in der Zeit des Mittelalters, dann im Be-
Wege im Re-el.
Roman von Käthe Mehner.
(Copyright by Aufwärts-Derlag, Berlin SW 68.)
bin! Nur freilich war es nicht der Generaldirektor, der mich zuerst aufgefordert hat, mit Rammelt zu verhandeln, sondern ich selbst erbot mich dazu!"
„Wissen müssen wir vor allem, ob Sie wirklich nur verhandeln sollten, oder ob Generaldirektor Brand Sie angewiesen hatte, das Gutachten selbst unter allen Umständen von Rammelt zu erzwingen!" fiel die Oberin ein.
„Und ob Rammelt dann deswegen auf Sie geschossen hat, um sich das Gutachten nicht entreißen zu lassen!" ergänzte Inge die Frage mit keuchendem Atem. Sie hatte in ihrer Erregung fast vergessen, daß es eine Kranke war, der sie die Frage stellte, erschrak nun, wie plötzlich tiefe Blässe das Gesicht Olgas überzog.
„Ich kann nicht--kann nicht--spre-
djen - " rangen sich ihre Worte mühsam von
den Lippen.
®ir haben ihr zuviel zugemittet!" flüsterte die Oberin.
Einen Augenblick zuckte es in Inges Zügen von mühsam beherrschtem Weh. Dann, ehe die Oberin 65 Emdern konnte, lag sie plötzlich auf den Knien vor OlUs Wlllnoffs Bett, flehend blickte sie in das weiße Gesicht der Kranken, in dessen Zügen es wie von geheimen Kämpfen zuckte und zitterte.
„Ach Fräulein Willnoff!" rief sie weinend aus, „bedenken Sie doch nur, was geschieht, wenn Sie Nicht sprechen! Bedenken Sie doch nur, wie viele Menschen dann unglücklich werden! Nicht nur das Leben Walter Brands ist dann auf immer ver- mchtet, nein, — auch das feiner Angestellten, die arbeitslos werden, wenn der Betrieb stillgelegt werden muß, — auch das feines Bruders Gerhard, der dann alles verliert, geächtet und gemieden
Betroffen unterbrach Inge sich plötzlich.
Eine seltsame Veränderung war mit Olga Will- noff vor sich gegangen. Mit geschlossenen Augen lag sie da. Aber das Gesicht, das eben noch wie im Krampf verzerrt gewesen war, war jetzt von einem weichen, fast glücklichen Lächeln verklärt. Und wie im Traum schien ihr Mund einen Namen zu formen — — „Gerhard Brand" flüsterte sie fast unhörbar.
Dann aber richtete sie sich plötzlich auf, sah die beiden Frauen an ihrem Bett mit seltsam ernstem.
Weihnachtsdienffregelung der Partei.
NSG. Die Dienststellen der Gaulettung und der Kreisleitungen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei Gau Hessen-Nassau bleiben zwischen Weihnachten und Neujahr an folgenden Tagen geschlossen:
von Donnerstag, 24. Dezember, 12 Uhr
bis Montag, 28. Dezember, 8 Uhr, und
von Donnerstag, 31. Dezember 1936, 12 Uhr bis Montag, 4. Januar 1937, 8 Uhr.
Für den Geschäftsverkehr bis 20 Uhr offen.
Oie Winter-Sonnwendfeier der Gießener SA
Am kommenden Montag, 21. Dezember, veranstaltet die SA.-Standarte 116 auf dem großen Platz vor der Volkshalle ihre diesjährige Wintersonnwendfeier. Für diese Feier, die um 22 Uhr beginnt, ist folgendes Programm vorgesehen. Nach der Meldung der Einheiten durch den Standartenadjutanten an den SA.-Standortführer, Brigadeführer Schmidt, nach einem einleitenden Musikstück, wird Rottenführer Nieren den Fahnenspruch zum Vortrag bringen. Anschließend folgt das Lied „Flamme empor", das unter der Leitung von Obertruppführer Richter von sämtlichen Einheiten gesungen wird. Sodann wird der Holzstoß entzündet. Die Feuerrede hält Sturmführer Hummel vom Stab der SA.- Standarte 116. In feierlicher Handlung werden dann die Opferkränze der einzelnen Einheiten in das Feuer geworfen. Der Gesang eines Sonn- wend-Ehorals und das Schlußwort des SA.-Stand- ortführers Brigadeführer Schmidt, das Deutsch- landlied und das Horst-Wessel-Lied werden die Feier beschließen.
Znfanterie-Hegiment 116 marschiert heute mittag durch die Stadt
Heute, Samstagmittag zwischen 13 und 14 Uhr wird unser Infanterie-Regiment Nr. 116 mit allen Bataillonen, einschließlich der Maschinengewehr- Kompanie, von einem Uebungsmarsch zurückkehrend, durch die Stadt marschieren. Die Soldaten kommen aus der Richtung Klein-Linden, marschieren durch die Frankfurter Straße, dann über den Hindenburgwall, über Gartenstraße Ludwigsplatz, über Kaiserallee und Sicher Straße in ihre Kasernen. Die Marschkolonne ist etwa drei Kilometer lang, und wer sie in ihrer ganzen Länge beobachten will, wird eine halbe Stünde lang zu schauen haben.
Die Tätigkeit der Grundbuchämter.
Der Pressedezernent des Amtsgerichts Gießen teilt uns mit:
Ratlos blickte der Kommissar das Mädchen an sank dann in einen der riesigen braunledernen Klubsessel, die am Fenster standen. Doch im gleichen Augenblick stutzte er. „Sa, was knistert denn da ...?" murmelte er, griff dann hinter sich in das lederne Polster, zog etwas hervor!
?^a!" rief er dann aus, Inge triumphierend ansehend und ihr ein dickes, gefaltetes Aktenstück, von dem offenbar der Deckel abgerissen war, entgegenhaltend.
„Das Geheimkonto!"
„Das Geheimkonto!" Freudig wiederholte es Inge, wartete dann geduldig, während der Kom- mlsiar das Buch langsam und gewissenhaft durchblätterte, dann plötzlich halblaut zu lesen begann...
„Daß dieses Geheimkonto von solchem Wert für uns fein konnte, hätte ich nicht geglaubt!" sagte er endlich aufatmend, indem er die Akten sinken ließ.
Freudig sah Inge auf:
„Und genügt es wirklich, den Generaldirektor zu ermatten, wenn Olga Willnoff es beeidet, daß Rammelt wegen dieses Buches, nicht aber wegen des Gutachtens auf sie geschossen hat?"
Der Kommissar blickte langsam auf:
„Ganz würde das freilich noch nicht genügen Fraulein Schlicht! Ebenso wichttg ist natürlich, daß Fraulein Willnoff vor allem einen Eid darauf ab- legen kann, daß Generaldirektor Brand ihr nur den Auftrag zu einer Verhandlung wegen des Gutachtens, nicht aber den Auftrag zu dessen Aus- lieferung an ihn gegeben hat! Daß sie selbst aus ganz eigenen Motiven gehandelt hat, als sie es trotzdem von Rammelt 'verlangte! Glauben Sie daß Fräulein Willnoff zu diesem Eid bereit wäre?"
Inge Schlicht nickte:
„Ja Herr Kommissar! Ich glaube es! ffiie Olga Willnoff auch gehandelt haben mag,--sie fff
in diesen furchtbaren Tagen ein anderer Mensch geworden, der nur noch den einen Wunsch hat, wieder gutzumachen, was er verfehlt hat, ehe es — — 3U spät ist?"
„So befürchten Die--?"
..Ich weiß es nicht! Ihr Zustanv ist sehr elend. Und was das schlimmste ist, sie scheint selber keinen Mut mehr zum Leben zu haben--*
(Fortsetzung folgt!)
Blick an, so, wie es außer ihnen wohl noch niemand an Olga Willnofi gesehen hatte:
„Ja ich will jetzt sprechen!" sagte sie. „Um Ger- Hard Brands willen, den ich geliebt habe, will ich alles gestehen!"
XXL
„Sine Dame möchte Sie sprechen, Herr Kommis- sar! meldete der Portier des Polizeipräsidiums in das Amtszimmer Kommissar Wagners, der sich soeben wieder mit den Akten aus dem Prozeß Brand A.-G. beschäftigt hatte.
„Ich lasse bitten!" gab dieser kurz in den Apparat Zurück, legte dann die Akten beiseite. „Vielleicht Fraulein Heller!" dachte er, die ihm Benachrichtigung über Rammelts Befinden versprochen hatte.
Doch schon öffnete sich die Türe, und Inge Schlicht trat ein. ®
»Ach, Fräulein Schlicht? Und was haben Sie mir zu bringen?" fragte der Kommissar, gespannt, was habe Sekretärin des Generaldirektors auszusagen
Stockend vor Erregung, dann immer fließender gab Inge ihren Bericht. Immer gespannter, immer zufriedener wurden währenddessen die Mienen des Kommissars!
„Und deshalb bitte ich Sie, Herr Kommissar" Moh 3nge die Wiedergabe von Olga Willnoffs Geständnis, „kommen Sie mit! Das Geheimkonto muß noch vorhanden fein! Bei sich hat Rolf Rammelt es nicht gehabt, sonst hätte man es ja längst gefunden. Im Institut hätte es erst recht bei der Untersuchung entdeckt werden müssen. Bleibt also nur noch die Wohnung!"
Der Kommissar nickte.
, '/Was Sie da erreicht haben, ist in der Tat un° chatzbar! sagte er anerkennend. „Selbstverständlich komme ich sofort mit Ihnen!"---'__
.".Aber es muß doch hier sein!" rief Inge vom vielen und bis dahin so ganz ergebnislosen Suchen verzweifelt aus.
... Mn auch bald nicht mehr, wo es sein
konnte! erwiderte der Kommissar, indem er sich ötejStirn trocknete. „Alles haben wir nun durch- >ucht, tm Schlafzimmer, hier im Arbeitszimmer — und doch scheint alles umsonst. Es bleibt J'ben nur noch die Möglichkeit, daß er bas Geheim- konto doch vernichtet hat!" 1
deutungsweise die Erinnerung an den furchtbaren deutschen Niedergang vom Kriegsende bis zum Anbruch des deutschen Frühlings am 30. Januar 1933 bei der Machtübernahme des Führers lebendig werden, und richtete ihre Gedanken dann besonders auf die strahlende Größe der gewaltigen Tat des Führers mit der Wiederaufrichtung unserer starken deutschen Wehrmacht. Seinen Soldaten stellte der Kommandeur die aus der Tat des Führers sich ergebende starke Verpflichtung, allezeit Träger des wertvollsten Gutes der deutschen Geschichte zu sein, eindringlich vor Augen. Mit Begeisterung stimmten die Männer in das von dem Kommandeur ausgebrachte Treuegelöbnis für den Führer ein, dem in den freudigen Sieg-Heil-Rufen und in dem Gesang der beiden Nattonallieder der Gruß der versammelten Männer dargebracht wurde.
Der Weihnachtsmann machte natürlich auch seinen Besuch und brachte eine Anzahl netter lieber» raschungen mit. Daneben erhielten eine Anzahl Männer des Stabs durch ihren Oberleutnant noch ein Christkind in Gestalt von Beförderungen und Auszeichnungen als besondere Weihnachtsfreude dargebracht. Dem offiziellen Teil der Feier schloß sich ein gemütlicher und von bester soldatischer Kameradschaft erfüllter Teil an, der alle miteinander bis zur Mitternachtsstunde in froher Gemeinschaft beisammen hielt.
Studenten - Kameradschaffsabend.
In den letzten Tagen ttafen sich die verschiedenen Fachschaften der Gießener Studentenschaft, um mit einem Kameradschaftsabend den ersten Teil des Wintersemesters zu beschließen. Gerade die Zeit vor Weihnachten ist besonders dazu geeignet, sich in einer Festesvorstimmung an einem Abend zusam- menzufinoen. Auch die Männer des Kameradschaftshauses des NSDStB. trafen sich am gestrigen Freitagabend, um noch einmal vor den Ferien gemeinsam zusammen zu fein. Der Hausführer H. T. U. Schmidt leitete den Abend ein und begrüßte die Gäste. Im Verlaufe des Abends sprachen der rühere Hausführer und der Studentenführer zu den Kameraden. Beide Reden waren auf die studentische Disziplin und Haltung, ferner auf die Verpflichtung, die das Weihnachtsfest an die heutige Generation stellt, abgestimmt. Manch lustige Darbietung verkürzte die Zeit, und bei frohem Lied blieb man in kameradschaftlicher Weise bis kurz nach Mitternacht zusammen.
Oer Geschäftsbetrieb
an den Weihnachtsteiertagen.
Don der Polizeidirektton Gießen wird uns mitgeteilt:
Im Handelsgewerbe dürfen offengehalten werden: Bäckereien nur am 1. Feiertag und am Sonntag, 27. Dezember, von 14 bis 17 Uhr; Kon- ditoreien von 14 bis 17 Uhr; Blumenhandlungen und Gärtnereien (als Handelsbetrieb) nur am 1. Feiertag von 9 bis 13 Uhr und am Sonntag, 27. Dezember, von 10 bis 12 Uhr. Das Austragen von Blumen ist bereits von 9 Uhr ab gestattet. Friedhofsgärtnereien nur am 1. Feiertag und am Sonntag, 27. Dezember, von 8 bis 12 ' Uhr (am 2. Feiertag ist jeder Gewerbebetrieb in den Blumen- geschäften, Gärtnereien und Friedhofsgärtnereien untersagt); Milchhandlungen, jedoch nur zum Verkauf von frischer Milch und Sahne, von 8 bis 11 UQr; Speise-Eis- und Kaffeewirtschaften für den
Gerichtsstelle sich durch Anfrage bei dem Amtsgericht nach der Höhe der entstehenden Kosten erkundigen und alsdann den gemäß § 7 der Reichskostenordnung zu zahlenden Kostenoorschuß gleich mitbringen, ebenso von vornherein das Unbedenklichkeitszeugnis des Finanzamts und einen etwa erforderlichen Erbschein, der rechtzeitig vorher und nicht erst am Tage der Grundstücksbeurkundung zu beschaffen ist. Nur auf diese Art werden unnütze Gänge erspart und wird, zumal bei vorheriger Anmeldung, die eigentliche Grundstücks-Beurkundung schnell und in einem Arbeitsgang erledigt werden können. Das Amtsgericht Gießen sieht sich mit Rücksicht auf seine Geschäftslast, vor allem aber auch im Interesse der Rechtsuchenden selbst, gezwungen, künftig nach den obigen Grundsätzen zu verfahren. Wer also nicht vergebliche Gänge tun und Gefahr laufen will, mangels Vorliegens obiger Unterlagen bei dem Grundbuchamt zunächst abgewiesen zu werden, richte sich in seinem eigensten Interesse hiernach.
Artilleristen feiern Weihnachten.
Daß rauhe Krieger auch sehr gemütvoll und stimmungsreich Weihnachten zu feiern verstehen, war am gestrigen Freitagabend bei der Weihnachtsfeier des Stab III/Art.-Rgt. 9 im Unteroffiziers-Speisesaal des Wirtschaftsgebäudes unserer Artilleriekaserne festzustellen. Dort bereitete die Truppe unter der künstlerischen Gesamtleitung ihres Führers, Oberleutnant Grisar, sich selbst, ihren Kameraden aus der Reihe der Militär-Zivilangestellten und Gästen aus dem Kreise der alten Soldaten, insbesondere der ehemaligen Artilleristen, einige prächtige Stunden der Weihnachtsfreude, die außerordentlich vielgestaltig war.
Da erklangen unsere schönen alten Weihnachts- lieber, standen zwei große Weihnachtsbäume im Schmucke zahlreicher Kerzen, trugen die langen Tischreihen ebenfalls viele Kerzenlichter, während das elektrische Licht verbannt war, sah man vor jedem Soldaten und vor den Zivilangestellten bunte Teller mit allerhand Weihnachtsbackwerk, Aepfeln und Nüssen und dazu kleinen Geschenken aufgebaut — kurzum all der reiche und die Herzen erwärmende Weihnachtszauber war in feinsinniger Weise über die Teilnehmer dieser schönen Stunden ausgebreitet. Dazu boten die Soldaten selbst, mit ihrem Oberleutnant voran, in reichem Maße allerlei musikalische Bereicherung, die sowohl hinsichtlich der Weihnachtskompositionen, als auch bei der vielseitigen Unterhaltungsmusik fein und stimmungsvoll war.
,t man im Lager
, „ it beschäftigt, Weihnachtsväckchen zu packen, um jedem Arbettsmann eine kleine Freuoe machen zu können. Und nach dem Weihnachtsurlaub, den die meisten bei Muttern verbringen, geht es im neuen Jahre mit neuen Kräften an die Arbeit.
freiungskampf vom napoleonischen Joch im Jahre 1813, über 1870/71 und das Millionenopfer des Weltkrieges, bis schließlich zu den Toten, die vor der Feldherrnhalle und im Kampfe gegen den Weltfeind für das Dritte Reich Gut und Blut gegeben haben.
Tageskalender für Sonntag.
Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr 7. Morgen- Veranstaltung, Kantaten und Chöre zur Weihnacht; 15 bis 17.15 Uhr „Prinzessin Allerliebst"; 19 bis 21 Uhr „Hänsel und Gretel", Oper von Humperdinck. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Diener lassen bitten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wenn wir alle Enge! wären". — Weihnachtsausstellung der oberhessischen Künstler: ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand.
ver Spielplan des Stadttheaters vom 20. bis 27. Dezember.
Aus dem Stadttheaterburo wird uns geschrieben: Die 7. Morgenoeranstaltung des Stadttheaters am 20. Dezember, „Kantaten und Chöre zur Weihnacht", wird eröffnet mit drei alten Chorsätzen: Nun komm der Heiden Heiland, im Satz von L. Osiander (1586), dem „Quempas" (Quem pastores laudavere) im Satz von M. Praetorius (um 1600) und in Sätzen von Joh. (Krüger (um 1620) und Joh. Seb. Bach, „Dorn Himmel hoch, da komm ich her." Es folgen zwei Zwiegesänge mit Begleitung von drei Streichern: O Jesulein zart (anonym 1623) und „Steffel, du Schlafhaub'n" (Hirtenlied aus Oesterreich) nach Sätzen von Walther Hensel. Inge Birk- mann lieft das „Herodesspiel" von Erwin Witt- stock; darauf singt ber. Chor: Es ist ein Ros' entsprungen, und In dulci jubilo in Sätzen von Praetorius und Hasler (um 1590). Es folgt die Weihnachtskantate des Danziger Organisten Vincent Lübeck, für zwei Solostimmen, zwei Streicher und Continuo. Den Beschluß bildet ein Chorsatz des alten Straßburger Liedes vom „Glückhast Schiff" von Kurt Thomas Die musikalische Leitung hat Kapellmeister Ernst Bräuer. Mitwirkende: Inge Birkmann, Hildegard Jachnow, Ilse Laskus; Karl Jost, Franz Kerzisnik, Ernst Schneider und der Chor des Stadttheaters. Anfang der Morgenoeranstaltung Punkt 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. — Am Nachmittag findet eine Wiederholung des Weihnachtsmärchens „Prinzessin Allerliebst" oder „Der wundersame Regenschirm" von Friedrich Forster statt. Die Spielleitung führt Karl Volck. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Die Vorstellung beginnt um 15 Uhr und endet 17.15 Uhr. — Außer Miete. — Am Abend geht die beliebte Märchenoper „Hänsel und Gretel" von E. Humperdinck in Szene. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Kapellmeisters Hans H. H a m p e l Die Spielleitung führt Paul W r e b e. Anfang 19 Uhr, Ende 21 Uhr. — Außer Miete.
Mittwoch, 23. Dezember, Anfang 15 Uhr, Ende 17.15 Uhr, „Prinzessin Allerliebst" ober „Der wundersame Regenschirm", Märchenspiel von Friedrich Forster. Spielleitung: Karl Volck. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. — Außer Miete. Freitag, 25. Dezember, Anfang 19 Uhr, Ende 22.15 Uhr, Gastspiel Anny von S t o s ch vom Staatstheater Kassel als Gräfin in „Figaros Hochzeit", heitere Oper von W. A. Mozart. Musikalische Lei- hing: Paul Walter. Spielleitung: Der Inten- d a n t. Außer Miete. — Samstag, 26. Dezember, ' Anfang 15 Uhr, Ende 17.15 Uhr, „Prinzessin Aller- ; liebst" ober „Der wunbersame Regenschirm." Märchenspiel von Friebrich Forster. Außer Miete. Von 19 bis 22 Uhr Erstaufführung ber neuen großen Ausstattungs-Operette „Prinzessin Nofretete", Ope- ; rette von Nico Dostal. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul Wrede. — Außer Miete. — Sonntag, 27. Dezember, Anfang i 15 Uhr, Enbe 17.15 Uhr, „Prinzessin Allerliebst^ ' ober: ,Der wunbersame Regenschirm." Märchen- ? spiel von Friebrich Forster. — Außer Miete. Von i 19 bis 21.45 Uhr ber große Erfolg „Der Zare- I witsch", Operette von Franz Lehär. Musikalische i Leitung: Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul i Wrebe. — Außer Miete. '
Die Arbeit der Grundbuchämter, auch des Amts- aerichts Gießen, hat mit der regen Bautätigkeit in letzter Zett derart zugenommen, daß eine schnelle und reibungslose Arbeit im Interesse des Publikums nur bann möglich ist, wenn bas Publikum, ben be» stehenden Vorschriften entsprechend, hier in seinem eigensten Interesse selbst mithilft und nicht selbst den Betrieb der Grundbuchämter erschwert. Hierzu gehört vor allem strengste Einhaltung der festgesetzten Sprechtage und Sprechstunden. Sodann muß der Rechtsuchende bereits vor seinem Erscheinen an
Im Lager Justus von Liebig" ber Arbeitsdienstabteilung 5/222 im Philosophenwald traten am gestrigen Freitagabend die Mannschaften zur Win- tersonnwendfeier an. Inmitten des Hofes der Unterkunft war ein großer Holzstoß aufgeschichtet, der entzündet wurde, als die Arbeitsdienstmänner zur Einleitung der Feier ein Lied fangen, dessen Melodie von einem Kameraden auf der Trompete vorgespielt worden roar. Klar klang der Gesang der Arbeitsdienstmänner zum nächtlichen sternübersäten Himmel empor, weithin hallte ber helle Ruf oer Trompete, hoch auf flackerte bas Feuer und stieß Funkengarben empor. Der Wiederschein ber hellen Flamme lag auf ben Gesichtern ber Arbeitsmänner, die tadellos ausgerichtet im offenen Viereck wie eine Mauer um das yeuer standen.
Das einleitende Lied und kraftvoll oorgetragene, ernste, zukunftweisende Worte, von einigen Kameraden abwechselnd gesprochen, gaben dem Sinn der abendlichen Feier Ausdruck unb gingen ber Weiheansprache von Truppführer P f a n n k u ch voraus. Der Rebner knüpfte an ben Lichtglauben unserer Vorfahren an, ihre Hoffnungsfreuoigkeit um bie Zeit ber Sonnenwsnbe, in ber Erwartung des steigenden Lichtes, und sagte, daß diese Feier auch von uns, gerade vorn Arbeitsdienst, in gleichem Geiste unb gleichem Ausblick auf bie Zukunft begangen werde. Aber gleichzeitig müsse uns ber Tag Der Sonnenwende, ber mitten in ber Zeit zwischen dem 9. November und dem 30. T
Weihnachtsfestes, insbesondere für die Soldaten, und ermahnte sie, ihr Soldatentum auch mit ber rechten Weihnachtserkenntnis in übereinstimmend« Ausrichtung zu bringen.
Der Kommandeur Oer Artillerie-Abteilung, Oberstleutnant Döring, stellte in einer kurzen Ansprache bas Weihnachtsfest unter ben besonderen Gesichtspunkt des bedingungslosen, bis zum Letzten einsatzbereiten Soldatentums, insbesondere wies er feine Männer im feldgrauen Rock auf das Wort des Führers auf dem Parteitag über die Anforderungen an den deutschen Soldaten hin: „In unseren Augen muß der deutsche Junge der Zukunft schlank und rank sein, flink wie die Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl". Er erinnerte bie jungen Solbaten in kurzen, stich- wortartigen Hinweisen an bas gewaltige Erleben ber alten Soldaten bei ben verschiedenen Kriegsweihnachten im Felbe vor bem Feinde, ließ an-
Truppführer Pfannkuch erinnerte bann an ein Wort bes Führers, in dem all sein Glaube und all fein Vertrauen zur deutschen Jugend seinen Ausdruck fand. Zu dieser Jugend, die Der Führer meine, gehöre auch die Jugend, die im Arbeitsdienst steht, die ihre Pflicht erfülle bis zum Letzten, obgleich es nicht Lorbeeren zu ernten, keine Ehrenzeichen zu erwerben unb keinen klingenden Lohn einzuheimsen gebe, sondern nur arbeiten und bienen, bienen bem beutfehen Volke und ber deutschen Erde die Losung sei. Unerbittliche Pflichterfüllung werde den Arbeitsdienstmann immer auf bem Posten sehen, bei jedem Wind unb Wetter, bei Frost und Schnee.
Mit den begeisternden und beschwingten Worten eines Liebes, in bem bie unwandelbare Treue zu Volk und Vaterland ihren Ausdruck fand, beschloß Truppführer Pfannkuch seine kurze Ansprache.
Das Lied, mit dem die Weiherede ihren Abschluß fand, beschloß, gemeinsam gesungen von den Ar- beitsdienstmännern, auch die müroige Feier.


