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Tagung wurde mit einer Rede des Reichsamts­leiters Dreßler-Andreß fortgesetzt.

Der litauische Staatspräsident hat von den 72 ver­urteilten Memelländern aus dem großen Kownoer Prozeß, die anläßlich der litauischen Un­abhängigkeitsfeier Gnadengesuche eingereicht hatten, folgende drei Verurteilte begnadigt: Herbert Metzler (4 Jahre Zuchthaus), Lehrer Ga- vehn (4 Jahre Zuchthaus) und den Jugendlichen Mitzkat (IV» Jahre Zuchthaus). Das Kriegsgericht hat ferner die Begnadigung von drei weiteren Ver­urteilten, die wegen ihres Gesundheitszustandes nicht mehr haftfähig sind, befürwortet. Die Gnadengesuche der Uebrigen sind nicht befürwortet worden.

Staatssekretär Suvich traf in Begleitung seiner Gattin sowie seines Kabinettschefs auf dem Bahn­hof Santa Maria Rovella bei Floren z ein. Zu seinem Empfang hatten sich der österreichische Außen­minister Berger-Waldenegg und der öster­reichische Botschafter in Rom eingefunden.

Die Ernennung des englischen Generalmajors Reil Malcolm zum einstweiligen Flücht­lingskommissar des Völkerbundes wird vom Völkerbundssekretariat bekanntgegeben: Malcolm ist der Nachfolger des Ende vorigen Jahres zurückgetre­tenen Kommissars Macdonald.

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In Bukarest wurde ein Handels - und Zah­lungsabkommen zwischen Rumänien und Sowjetrußland unterzeichnet. Es sieht ein völliges Gleichgewicht im Warenverkehr der beiden Länder auf Grund der Meistbegünstigung vor. Die seit fast zwei Jahrzehnten unterbroche­nen Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Län­dern werden damit wieder ausgenommen.

Der Unterstaatssekretär für die Dominions teilte im Unterhaus mit, daß zwischen Großbri- tnnien und Irland ein Wirtschaftsab­kommen zustandegekommen ist. Nach dem In­halt dieses Abkommens kann der irisch-englische Handelskrieg als so gut wie beendet angesehen wer­den.

Montagnachmittag sind die englisch-fran­zösischen Besprechungen über eine Anleihe in Höhe von 40 Millionen Pfund Ster­ling zu einem Zinssatz von 3 v. H. und mit einer Laufzeit von 9 Monaten zum Abschluß gelangt.

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Die drei wegen Mittäterschaft an der Ermor­dung König Alexanders und des Außenministers Barthou verurteilten Kroaten haben nach Beratung mit ihren Verteidigern beschlossen, keine Beru­fung gegen das Urteil des Schwurgerichtes einzu­legen.

Evening News" berichten über den angeblichen Erfolg einer BombenmaschineBritain First", die auf Veranlassung von Lord Rothermere gebaut worden sei. Die Maschine entwickelte 4 0 0 Kilo­meter Stundengeschwindigkeit bei vol­ler Belastung und sei auf Grund der letzten Erfah­rungen für den Kontinent gebaut Der Erfolg der Maschine sei so groß, daß das Luftfahrtministe­rium 200 Stück des Flugzeuges bestellt habe.

Oie Gachverständigen-Gutachten im Seefeld-Prozeß.

In der Reihe der Sachverständigen erstattete im Mordprozeß Seefeld Medizinalrat Dr. P f r e i m b t e r (Schwerin) sein Gutachten über die Todesursachen, die möglicherweise bei den 12 Kna­ben, deren Ermordung Seefeld zur Last gelegt wird, in Frage kommen könnten. Der Sachverstän­dige kam zu dem Schluß, daß die Befunde an den

Aus aller Welt.

Kunst und Wissenschaft.

Professor Rudolf Stammlers 80. Geburtstag.

Am 19. Februar begeht der namhafte deutsche Rechtslehrer Professor Dr. Rudolf Stammler in Wernigerode am Harz seinen 8 0. Geburts - t a g. Prof Stammler ist gebürtig aus Alsfeld in Oberhessen, wurde 1882 Professor in Marburg, 1884 in Gießen, 1885 in Halle und lehrte von 1916 bis 1921 in Berlin. Aus seinem großangeleg­ten, rechtsphilosophischen Lebenswerk seien hier nur genannt:Die Lehre vom richtigen Recht", die Theorie der Rechtswissenschaft", dasLehrbuch der Rechtsphilosophie" undDer Richter". Zu seinem 80. Geburtstage erscheint, herausgegeben von C. A. E m g e, im Auftrage der Internatio­nalen Vereinigung für Rechts- und Staatsphilo­sophie eineRudolf-Stammler-Festschrift".

Die Kältewelle von Amerika wandert nach Osten.

Die Kältewelle bewegt sich vom mittleren Westen auf die Atlantikküste und nach dem Süden zu. Die Stadt Little Falls (Minnesota) meldet 43 Grad Celsius unter Null. Das ist die niedrigste Temperatur, die seit 50 Jahren in dieser Gegend gemessen wurde. Sturm und Nebel legten die Schiffahrt an der Küste von Neuengland lahm. Fünf Schiffe liefen an der Küste von Massa­chusetts auf. Ein Küstenwachtschiff rettete die 21 Mann starke Besatzung eines Fischerschoners, der gestrandet war. Die Schiffbrüchigen waren die ganze Nacht über in ihren Rettungsbooten auf dem Meer umhergetrieben.

Lawinenunglück im Staate Colorado.

Ein schweres Lawinenunglück ereignete sich im Gebiete des Rio Mancos im Staate Colorado. Eine große Lawine ging über eine teilweise ver­lassene Goldgräbersiedlung hinweg, die in 3600 Meter Höhe an einem Steilhang angelegt war. Mehrere Häuser wurden von den Schneemassen in die 500 Meter tiefe Schlucht des Flusses gerissen. Die genaue Zahl der Toten und Verwunde- t e n steht noch nicht fest. Bisher wurden 6 Todes­opfer geborgen. 11 Verletzte suchten auf einem Felsblock Zuflucht, der jedoch durch die Lawine so gelockert wurde, daß Absturzgefahr besteht.

Drei Kinder im Eise eingebrochen und ertrunken.

Von einem furchtbaren Unglück, das sich in Fries- hcim bei Straubing zugetragen und drei junge Menschenleben gefordert hat, berichtet dasStrau­binger Tagblatt". Im Altwasser beim Eingang zu dem Dorf Friesheim tummelten sich drei Knaben namens Seidl, Neumeier und V 0 ch t auf dem Eise. Die Kinder brachen ein und versanken im Wasser, ohne daß jemand Zeuge des Unglücks gewesen wäre. Erst als man auf dem Eise die Kindermützen liegen sah, wurde man auf das Un­glück aufmerksam. Es wurde sofort die Suche nach den Kindern ausgenommen. Die drei Knaben tonn­ten zwar geborgen werden, doch blieben die sofort angeftellten Wiederbelebungsversuche ohne Erfolg. Die drei Kinder wären im nächsten Monat zur Schule gekommen.

Der Mord an dem Münchner Maler Herpfer.

Die Aufklärung des Mordes an dem Münche­ner Kunstmaler Herpfer ist ein erhebliches Stück vorwärts gekommen. Wie die Polizeidirektion Mün­chen mitteilt, wurde unter dem dringenden Verdacht des Mordes bereits am Tage nach der Tat in der Nähe von Bayreuth der 21jährige Sohn des Er­mordeten, Stefan Herpfer, festgenommen. Es steht fest, daß er in der Mordnacht sich in München auf­gehalten hat. Seine Reise nach München versilchte er dadurch zu verheimlichen, daß er von zu Hause in den Sonntagskleidern abfuhr, aber sich noch am gleichen Tage Kleidungstücke in verschiedenen Ge­schäften Bayreuths kaufte. Auf die Fahrt nach München nahm er eine geladene Pistole und Mu­nition mit. An dem auf die Mordnacht folgenden Tage stahl er in München ein Herrenfahrrad, mit dem er über Regensburg nach Hemau (25

Kilometer westlich von Regensburg) fuhr. Herpfer redet sich damit heraus, er habe die große Reise nur unternommen, um sich mit einem Mädchen namens Margarete zu treffen. Dieses Mädchen wird gesucht. Nähere Personalangaben über sie waren noch nicht zu ermitteln.

Raubmörder zum Tode veruteill

Das Schwurgericht Koburg verurteilte den 23 Jahre alten Wilhelm Schroeder aus Stroeßen- dorf wegen Mordes in Tateinheit mit schwerem Raub zum Tode und zur Aberkennung der bür­gerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Schroeder hatte in der Nacht zum 12. Januar d. I. dem An­dreas Hartmann, mit dem er gemeinsam ein Zim­mer bewohnte, einen Schuß in den Kopf beigebracht und ihn seiner Ersparnisse in Höhe von etwas über 20 Mark beraubt. Hartmann ist an den Folgen der Schußverletzung gestorben.

Gangstermord in Chikago.

Der frühere Helfershelfer Al Capones, M c - G u r n , mit dem SpitznamenMaschinengewehr- Jack", wurde auf einer Kegelbahn im Nordwest- viertel Chikagos von Mitgliedern einer feindlichen Gangsterbande an die Wand gestellt und er­schossen. MacGurn war einer der berüchtigsten Mitglieder der Derbrecherbande Al Capones. Sein Schicksal ereilte ihn am 7. Jahrestag des blutigen Kampfes zwischen der Bande Al Capones und der Moran-Bande. McGurn hatte damals mit einem Maschinengewehr sieben Mitglieder der Moran- Bande niedergeschossen.

Riesenbrand in einem Filmatelier in Valparaiso.

In Valparaiso (Chile) entstand in einem großen Gebäude, in dem sich die Räumlichkeiten einer italienisch-chilenischen Filmgesellschaft befanden, wahrscheinlich infolge von Selbstentzündung von Filmstreifen ein Brand, der in kurzer Zeit riesi­gen Umfang annahm und das ganze Gebäude in Asche legte. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch nicht festgestellt. Man befürchtet, daß es über 30 fein werden. Zahlreiche Personen wurden außerdem verletzt.

Der Leiter der Landesanstalt für Chemie, Prof. Dr. Brüning (Berlin), kam zu dem Schluß, daß eine Vergiftung der Knaben nicht bewiesen und nicht anzunehmen sei und lehnte auch einen Blausäuretod ab. Nach Ansicht des psychiatrischen Sachverständigen, Obermedizinalrats Dr. Fischer, liegt bei Seefeld eine gewisse erbliche Be­lastung vor, aber nicht in dem Ausmaß, wie er das behauptet hat. Auch Schwachsinn besteht nicht; Seefeld ist zwar ein gefühlskalter, asozialer Psycho­path. Geisteskrankheit oder Geistesschwäche liegen aber nicht vor, auch keine Anhaltspunkte für das Vorkommen von Bewußtseinsstörungen. Der Sach­verständige verneinte auch das Vorliegen einer verminderten Zurechnungsfähigkeit.

Leichen nicht eindeutig seien, daß m der Ver­handlung sich nichts Greifbares für brutale Gewal^ anwendung Seefelds habe finden lassen, was auch dem Grundzug seines Wesens, seiner ausgesproche­nen Feigheit, widersprechen würde. Nachgewiesen sei, daß Seefeld viel von rasch tödlich wirkenden Giften gesprochen habe, durch die man ruhig einschlafe. Aus alledem gewinne diese Tötungsart, die feigste Form des Mordes, eine recht hohe Wahrscheinlichkeit. Immerhin bleibe es eine An­nahme, und das Rätsel um das Seefeld-Gift bleibe ungelöst. Eine sichere Entscheidung sei deshalb nicht möglich, weil ein Beweis für Tod durch gasförmige Blausäure nur durch chemischen Nachweis dieser Blausäure erbracht werden könne.

Großer konzerlerfolg Edwin Fischers in Rom.

Auf einer Konzertreise durch Italien konnte der große deutsche Pianist Edwin Fischer in Rom einen Triumph feiern. Im ausverkauften Saal der Academia Santa Cecilia brachte er Werke von Bach Beethoven, Händel und Brahms zu Gehör. Die Zuhörerschaft spendete Fischer starken Beifall. Die italienische Presse zollt dem deutschen Pianisten ungeteilte Anerkennung und gibt eingehende Wür­digungen seines Konzerterfolges. Nach einem Kon­zert in Florenz wird Fischer nochmals nach Rom zurückkehren.

Prof. Havemanns Ausscheiden aus der Reichs­musikkammer.

Von zuständiger Stelle wird auf Anfrage darauf hingewiesen, daß die Gründe, die zum Ausschei­den des Professors Gustav H ave mann aus seinen Funktionen in der Reichsmusikkam- mer führten, in keiner Weise ehrenrühriger, son­dern rein sachlicher Art waren.

Uraufführung des Ranga-Parbal-Films.

Der Nanga-Parbat-Film hat in Mün­chen feine Welturaufführung erlebt. Sie war als Abschluß der IV. Olympischen Winterspiele gedacht als Bildbericht vom Heldenkampf, deutscher Bergsteiger um einen der Achttausender des Erd­balles. Der hohen Bedeutung der Pioniertat ist der Film gerecht geworden. Der Ruhm gebührt zuvör­derst Fritz Bechtold, der die Aufnahmen ge­macht hat, und seinem Mitarbeiter Peter Müll- ritt er. Aufnahmen von großer Eindruckskraft lassen alle Etappen des Aufstiegs, Leid und Freud und Hoffnung der Expeditionsteilnehmer miter­leben. Daneben gewinnt man Einblicke in das Ar­beitsgebiet der wissenschaftlichen Gruppe.

Wetterbericht

des Reichswekkerdiensics. Ausgabeork Frankfurt.

Mit der verstärkten Zufuhr subtropischer Meeres­luft kam es auch in unserem Gebiet in der vergan­genen Nacht zu verbreiteten und recht erheblichen Regenfällen. Gleichzeitig hat sich aber auch das nordrussische Hochdruckgebiet weiter verstärkt, so daß es der aus ihm ausfließenden kalten Luft ge­lang, in den östlichen Gebietsteilen Deutschlands weitere Fortschritte zu erzielen. Von der Rückseite des zur Zeit über Nordengland liegenden Tiefdruck­wirbels bringt unter Druckanstieg kalte Meeresluft nach, die vor allem in der Höhe starke Abkühlung im Gefolge haben wird. Der Witterungscharakter bleibt dabei noch unbeständig, aber nicht durchweg unfreundlich.

Aussichten für Donnerstag: Teilweise nebelig, sonst wolkig und gelegentlich auch aufhei­ternd, nur einzelne Niederschläge, in den Niede­rungen mild, im Gebirge beginnende Abkühlung, Winde aus südlicher Richtung.

Aussichten für Freitag: Voraussichtlich weitere Abkühlung und Beruhigung aber nicht durch­aus beständig.

Lufttemperaturen am 18. Februar: mittags 7,9 Grad Celsius, abends 5,2 Grad; am 19. Februar: morgens 4,3 Grad. Maximum 8,3 Grad, Minimum heute nacht 3,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Februar: 0 Grad; am 19. Februar: morgens 0,1 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 0,2 Stunden. Niederschläge 6,4 mm.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwort­lich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. 1.36: 11000. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange,K.-G., sämtlich in Gießen.

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