!tr.I66 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien)
Samstag, l8.Zuli 1936
für
der neue hochempfindliche FEINKORN film 1
OLYMPAN
bitterliche Jugend
Don Manfred Hausmann.
nennen kann, nach einiger Zeit von ihr genommen wird. Vielleicht gewinnt die Jugend erst dann ihre ganze Anmut und Schönheit, wenn sie durch gelegentliches Sicherinnern an die Schicksulhaftigkeit von Sieg und Niederlage ihren auffahrenden Stolz und ihr Selbstbewußtsein durch ein wenig Bescheidenheit dämpft. Nichts steht dem jungen Sieger so wohl an wie Bescheidenheit. Bescheidenheit freilich nicht als Pose, sondern als Ausdruck einer inneren Ueberzeugung.
einer Lx-i*..»».__ ( ,_ . _
Aufbaustreben entgegenarbeitet, gleichgültig
flugtag, Reiterspiele der Bauern, ein Volksfest „Volk spielt fürs Volk" und sportliche und Massenvorführungen ergänzen das Bild. Dabei haben wir absichtlich noch nicht alles genannt, um keine Verwirrung anzurichten. Ader schließlich sind die acht Tage in Hamburg eine lange Zeit, und man wird mehr aufnehmen und innerlich verarbeiten können, als in den zehn Minuten, da man diese Zeilen liest.
An sieben Tagen wird der Kongreß vormittags drei Stunden lang Beratungen abhalten und Vorträge hören über die großen Grundfragen der Freizeitgestaltung. Unter den vier Hauptleitworten wird dies geschehen: Freizeit und Erholung für alle (wobei die sozialen Aufgaben und die volkswirtschaftliche Seite im Mittelpunkt stehen). Dann Freizeit und Arbeit, wobei u. a. Wochenende und Urlaub, Erholung und Wert der Leibesübungen behandelt werden. Weiter F r e i - zeit und Heim, wobei auch die Freizeit für die Frauen und Kinder und die Schönheit der Wohnstätte behandelt wird, und schließlich Freizeit und Gesellschaft, und da wird es sich um die
Das Recht auf Arbeit und Brot für jeden deutschen Volksgenossen wurde von der nationalsozialistischen Sero e q u n g immer deutlich 1) e r a u s g e • fteHL Denn Arbeit allein bedeutet Leben, Zufriedenheit und Freiheit aus der Knechtschaft einer moralischen und seelischen Depression. Desha b bedeutet die Dorenthaltung einer Arbeitsbeschassungs- mohnahme oder fehlende Initiative, wodurch Volks- genossen von der Arbeit ausgeschaltet bleiben, Sabotage am Aufbau. Es gibt wohl faurn em Gebiet des wirtschaftlichen und sozialen Lebens m Deutschland, auf dem sich der staatliche Einfluß nicht geltend gemacht hätte.
Ehe der Staat ober zur Ueberrombung der außerordentlichen Not des Volkes mit klaren Richtlinien und Handlungen heraustreten konnte, mußte in den Ländern und Gemeinden Ordnung geschaffen werden. Was sich hier bei der Machtübernahme offen- barte,' war grauenhaft. Es ist gut, daß wir nicht an Gedächtnisschwäche leiden und immer wieder bei Gelegenheit, wenn es notwendig erscheint, aus die damaligen Zustände Hinweisen.
So übernahm der Staat die deutschen Gemeinden in einer starken organischen und finanziellen Zer- rüttunq. In Preußen allein waren über 600 Staats- Eommiffare eingesetzt, eine Reihe von Städten Tonnte ihre Zahlungsfähigkeit nur notdürftig mit Reichs- und Staatshilfen aufrechthalten. Ganz an- ders sehen die Dinge doch heute aus! Wer wem es denn, welche unerhört großen Aufgaben zu losen waren, um aus dem Morast des wirtschaftlichen Niedergangs herauszukommen. Sind doch weit über 200 Gesetze, Erlasse und Verordnungen seit der
Die Socken des Königs.
Allgemein bekannt ist das liebenswürdige Wesen des jungen englischen Königs. Kürzlich hat er eine hübsche Probe davon gegeben. Der König besuchte eine Gewerbeausstellunq und machte einen Augenblick vor einem Stand halt, wo eine bestimmte Art Socken ausgestellt war, die man ohne Strumpfbänder tragen kann. Der König lächelte: „Sie sind wirk- lief) praktisch", sagte er. „Ich trage sie feit langem und fühle mich sehr wohl dabei." Und mit diesen Worten zog er seine Hose ein wenig hinauf uno zeigte seine Socken. Man kann sich die Freude des Fabrikanten oorstellen. Sein Verkauf verzehnfachte sich auf der Stelle.
tieferen Fragen der Kunst und Kultur, des Brauchtums und des Schöpferischen des »Kleinen Mannes", aber auch um Humanität und Weltfrieden, wie das Proramm sagt, handeln.
Was aber machen die vielen, die nicht nach Hamburg kommen können? Auch für sie ist gesorgt. Während die meisten Teilnehmer am Kongreß zur Olympiade nach Berlin fahren, werden ganze Gruppen durch die deutschen Gaue reifen und dort das Beste und Schönste vorführen, was sie haben und können. Und so wird denn das ganze deutsche Volk Zeuge sein von dem in der ganzen Welt aufbrechenden Willen zu sinngemäßer und schöner Freizeitgestaltung, und es wird sich mit besonderem Stolz des bereits in Deutschland Geschaffenen und Errungenen freuen dürfen. Und in solchem fühlbaren und lebendigen Austausch wird Deutschlands Ansehen wachsen, aber es werden sich auch viele Fäden zu den Volksgenossen anderer Nationen spinnen.
Ueichsminister Or. Goebbels spricht in Hamburg.
sei oder wo er es tut, muß als Volksschädling ae- brandmarkt werden. Es ist eine einfache Methode, anzunehmen, sich der ermahnenden, einfluß- oder einwirkungssuchenden Parteidienststellen dadurch entziehen zu können, indem man die Zuständigkeit anzweifelt, ober dies als unzulässigen Eingriff m die Wirtschaft bezeichnet.
Immer näher dem Ziel...!
Don Gauamisleiter Paul Kugel.
NSG. Jrn Rahmen des „Weltkongresses . Freizeit und Erholung" wird auch Relchsminister Dr. Goebbels in einer großen, über alle Sender geleiteten Rede zu den Kongreßthemen ausführlich Stellung nehmen.
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Die Jugend des Körpers hat ihre Zeit So be- i stimmt es das Gesetz und das Schicksal, dem wir i alle unterstehen. Es hilft nichts, sich dagegen auf- , zubäumen. Ganz natürlicherweise leiden otejem- > gen Menschen am härtesten unter diesem Schicksal, die vorwiegend aus der jugendlichen Körperfrische heraus leben. Die Frauen also und die Spor^- leute. Bei beiden kann das Altern tragisch fern. Es kann tragisch sein, es muß es aber nicht sein.
Der Kamps der Frau gegen das Alter ist bekannt. Reden wir von den Sportsleuten.
Wenn jemand in einem Wettkampf unterliegt, weil der andere der Bessere war, so ist das in der Ordnung, und kein Sportsmann, sofern er den Namen verdient, wird sich darum mehr grämen als nötig. Unterliegt einer aber nur deshalb, weil Der andere jünger, unverbrauchter, hemmungsloser war, muß dreißigjährige technische Meisterschaft dem Ansturm zwanzigjährigen Draufgängertums, das mehr Herz und weniger Verantwortung mehr Reserve und weniger Risiko mitbringt, schließlich weichen, wird, mit einem Wort, das Alter von der Jugend überrannt, dann beginnt die Bitterkeit. Immer wieder kommt es dann zu jenem verzweifelten Aufbegehren gegen das Schicksal, für das die Geschichte aller Sportarten Beispiele genug hat. Wie selten gelingt so ein „coming back"!
Es hat Meisterschaften gegeben, die nur wenige Minuten, und es hat Meisterschaften gegeben, die zehn Jahre und länger ihren Bestand gehabt haben. Eines Tages sind sie alle gesunken. Bei jedem größeren Sportfest, und besonders bei den Olympischen Kämpfen erlebt man das Heraufkommen und rücksichtslose Voranmarschieren öer Jugend und Die tragische, weil unausbleibliche Niederlage des Alters. So lange die Zeit nicht stille steht, wird sich das wiederholen bis ans Ende der Tage.
Nun ist aber bas Schicksal nicht \o grau am, wie es auf den ersten Blick erscheint. Es laht wden schäumenden Pokal der Jugend einen Tropfen Wermut fallen und gibt dem Alter eine ehrliche Chance, die Niederlage in einen Sieg, Die Tragik in einen Triumph zu verwandeln
Auch der großartigste Sieg tragt nämlich, kaum daß er errungen wurde, schon den Todeskeim in sich. Auch der Zwanzigjährige wird ja einmal, wenn er nicht vorher seinen Abschied nimmt, dreißig : Jahre alt sein und einem neuen
i in die Augen sehen müssen. Niemand bleibt davon - verschont. Vielleicht schadet es nichts wenn Die i heranbrausende Jugend hin und wieder einmal > daran denkt, daß ihr wertvollster Besitz eben Die Juqcnd, kein VerDienst, sondern ein Geschenk ist, und daß Dies Geschenk, diese Gnade, wie man es auch
Freizeit — ein kostbares Gut.
Zum Weltkongreß für Freizeit und Erholung in Hamburg vom 23. bis 30. Juli.
Von Or. Hans Hartmann.
Schöpfer.
Wenn er will.
Und was die Tragik des Alters anlangt, so kann sie, wie gesagt, in ihr Gegenteil verkehrt werden. Wenn es etwas Gewaltigeres gibt als Das Schicksal, Dann Den Menschen, Der es trägt. Ein tiefes unD tröstliches Wort! Wer im Sport nichts anderes sieht als einen Kampf der Körper um Sieg, der ist freilich, wenn das Alter ihn schwächt, ohne Rettung verloren. Wer indessen, wie es sich gerjort, den körperlichen Kamps mit allem Vorher unö Nachher als eine Erziehung, Schulung und Erhöhung des ganzen Menschen auffaßt, wird an sich erleben, daß er in demselben Maße, in dem Die Kraft Der Muskeln und Nerven nachläßt, zummmt an Charakter und zuchtvollem Menschentum. Man wird ja nicht nur älter, sondern man wird auch, wenn man die Chance nützt, Die tm sportlichen Kampf selbst liegt, beherrschter und einsichtsvoller. Man gewinnt an innerer Menschlichkeit, was man an äußerer Schnellkraft dahinzugeben gezwungen ist. Und wie ein Kerl, mag er Zeit seines Lebens noch so tapfer gewesen sein, erst in der Todesstunde endgültig zeigt, aus welchem Holz er gemacht ist, so kann ein Sportsmann erst Dann em Sportsmann in eigentlichem Sinne genannt werden, wenn er sich bei der entscheidenden Niederlage seines Lebens bewährt. Der Sinn des Sportes und der Sinn der Niederlage und der große Sinn des Alterns ist: lernen, sich zu bewähren.
Der Auch-Sportsmann wirft eines Tages, wenn er nicht mehr in der Lage ist, in der ersten Reihe zu stehen, den ganzen Kram hin Der wahre Sportsmann erntet dann erst die Fruchte all fernes sportlichen Lebens und all seiner Kämpfe em. Er Mrd zum guten Kameraden und sorgenden Freund der nichts mehr für sich will, der ferne kämpferischen Erfahrungen und seine geistige Ueb^^genheit selbstlos der Jugend zugutekommen laßt.
Es lebe Die JugenD, Die mit Ritterlichkeit zu liegen und den Sieg mit Bescheidenheit zu tragen versteht!
Es lebe das Alter, Das lächelnd zu unterliegen weiß und in der Niederlage Die Liebe zur Jugend nicht verlernt!
Das Bestreben gewisser Kreise, aufrechte national- sozialistische Betriebszellenobleute oder Angestellte und Arbeiter von ihren Arbeitsplätzen zu entfernen, ihnen Die größten Schwierigkeiten zu machen, ist auffallend und erfordert Beobachtung und Abänderung. Ebenso unwürdig ist das Verhalten mancher Betriebszellenobleute und Vertrauensmänner, sogenannte „Radfahrertypen", die nach oben buckeln und nach unten treten. Wer glaubt, eine gerechte Sache nicht vertreten zu können, handelt unkorrekt und unsauber und übt Verrat an der nationalsozia- listischen Idee und an seinen Arbeitskameraden. Wem als Betriebsführer oder Unternehmer, als Vertrauensmann oder Zellenobmann das Schicksal einer Belegschaft und die Betreuung auf wirtschaft- lichem oder weltanschaulichem Gebiet anoertraut ist, der hat eine verpflichtende hohe Verantwortung übernommen. Diese muß getragen sein von Der inneren Erkenntnis der Pflicht, dem Pflichtbewußtsein der Pflichterfüllung, der unbedingten Treue zu Volk und Staat und dem Glauben an eine bessere Zukunft.
Dieses Vertrauen ist die Grundlage von Treu und Glauben, aufgebaut auf Charakterstärke, Leistung, Gerechtigkeit, kameradschaftlichem Handeln und Sauberkeit im Wirken, in der Verpflichtung „Emer für Alle, und Alle für Einen."
Wäre der Nationalsozialismus nicht zur Macht gelangt, wo wäre heute Deutschland? Möge daher jeder der berufen ist, am Ausbau des Staates mitwirken zu dürfen, bedenken, welche Verantwortung er trägt. Es kann daher nicht eine Aufgabe fein, ein Vorrecht zu schaffen, vielmehr ist nach g e - rechtem Maß zu m e s s e n. Das ist nun der Kampf, der geführt wird, unvoreingenommen gegen den einen ober anderen, dem Leistungsprinzip zum Recht zu verhelfen, in steter Richtung der Gemeinnützigkeit zu dienen zur Sicherung des Arbeits- platzes bis zur restlosen Beseitigung des letzten noch erwerbsuntätigen Volksgenossen.
Ais Der große norwegische Dichter Knut H am - - s u n einer der größten lebenDen Menschen über- ■ Haupt, vor Jahren in Stockholm Den Nobelpreis für Literatur in Empfang nahm und dabei, wie es Der Brauch will, feine Dankesrede hielt, Da schloß er Der Alte, Dem Das Alter, wie man aus feinen Büchern weiß, hart angekommen ist, mit einem herzlichen, mit einem wehmütig-liebevollen Hoch auf Die Jugend. „Ich bin heute dick geworden von Ehre und Reichtum in Stockholm — jawohl aber mir fehlt das Wichtigste, das einzige mir fehlt Die Jugend. Niemand von uns ist so alt, daß er sich ihrer nicht erinnert. Es ziemt sich, daß wir. Gealterten zurücktreten, aber wir tun es mit Humor Was ich nun auch tun mußte — Das weiß lch mch - was sich auch am besten paßte - das weiß ich nicht - ich leere mein Glas auf Schwedens Ju- aenb, auf alle Jugend, auf alles Jugendliche im Leben!" _ .
Das ist di- Haltung, di- das Alter der Jugend gegenüber einnehmen soll, hier unb übera • Haltung, zu ber sich nur wenige unb nur wirklich . bebeutenbe Menschen Durchringen können, benn es ist etwas nötig bazu, was eben nur wenige Menschen aufbringen: viel Verzicht, °^l Selbstuber roinbung, viel Gläubigkeit, viel Einsicht u s d viel bedingungslose Liebe zur Erde, zum d) und zum Leben.
Die Jugend ahnt von alledem noch si-chts, sonst wäre si- nicht di- Jugend. Eie h°t °uder- D.nge die sie erfüllen Sie lebt in Kraft und -öraus. ^yr gehört di- Welt. Aber die Zeit, d'es«°heimms- volle Nichts, geht weiter, und allmählich ^0»^° t di- Jugend'dahin. Un6 eines w
tief innen in der menschlichen Brus 3
gen, was früher nicht da war, zuerstnur °„° und selten im Laufe der Jahre immer öfter und Drin Mr: Me ngst vor Derri «tterm Die jei im M- ften Grunde dasselbe wie die Angst vor dem Tove ist. Jeder Mensch spürt, wenn er die Dreißig hmt sich hat irgendwann einmal das ?d"ungsvoue Grauen in 1-inem Blute und erschrickt daraber Das Schicksal rührt ihn an. Und nun enqcgewei firh’s' Daß der Körper, baß bas Kreatürliche am Menschen verfällt unb bahinschwinbet, ist unaus- ö W« ber Mensch ist nicht nur Körper und Geschöpf, er ist auch, wenn er will, Geist und
„Es gibt für uns keine Ruhe unb keinen j Frieden, es gibt immer nur Arbeit und । immer nur Ringen und Kämpfen und für unsere Bewegung kann es niemals ein Bie- : gen ober Beugen geben, immer nur Wiber- ' stand mit dem Blick nach vorn."
Adolf Hitler.
Die Größe eines Volkes zeigt sich nicht allein durch sein Können ober Wollen, fonbern einzig unb allein burch bie Leistung unb seine Erfolge. Wille unb Tat als untrennbare Faktoren treten hierbei entscheibenb in ben Vorbergrunb. Nur burch bas Selbstvertrauen unb ben unzerstörbaren Glauben an die Richtigkeit einer großen Aufgabe läßt sich eine Sache gut und dauerhaft vertreten. Nur so erklärt sich das große Geheimnis der nationalsozialistischen Idee und ihrer gewaltigen Erfolge.
Kein parlamentarisches Gehader oder jüdisches Gezeter, kein liberalistischer Gedanke und keine marxistische Handlung konnte eine wirkliche Leistung vollbringen, womit dem Staat und damit dem deutschen Volk gedient war. Deshalb war die Existenz einer solchen Regie in Deutschland zum Untergang verurteilt, um einer anderen, besseren Idee Platz zu machen.
So entstand aus den Gedanken des Führers Die gestaltende Kraft, die Bewegung, und damit die greifbare Welt der Kämpfer und Anhänger der nationalsozialistischen Anschauung. Wurde der Kampf um die Macht ausschließlich durch die Bewegung geführt, so wurde die Partei bet der Machtübernahme vor a u ß e r o r d e n t l i ch e A u f - gaben gestellt. Diese zu erfüllen und erfolgreich zu beenden wird nach wie vor ihr allein Dorbe- halten sein, denn allein sie zeichnet verantwortlich für die Entwicklung unb ben Bestaub bes neuen Staates, im Gegensatz zu ber Verantwortungslosigkeit eines vergangenen parlamentarischen Systems.
Sie hatte bie revolutionäre Umgestaltung geistig zu tragen, um bas vergangene im Sinne ber Neu- orbnung überzuleiten, unb ben Charakter ber Evolution sicherzustellen unb als weiteres Ziel bie restlose Durchführung ber nationalsozialistischen JDee übernommen. .
Da nie etwas wahrhaft Großes von jenen Menschen kommen ober vertreten werben kann. Deren Werk nur in ber rabifalen Umwanblung äußerer Formen besteht, fonbern nur von solchen, bie aus ben Tiefen bes ©ei ft es ber national- f o 3 i a l i ft ischen Idee geschöpft haben, werden
Bibliothek unter freiem Himmel.
Eine Bibliothek unter freiem Himmel ist im Bryant-Park von Neuyork vom Bürgermeister des Stadtteils eröffnet worden, die allen denen zur Verfügung stehen sollen, die das Vergnügen eines schönM Spazierganges noch durch die Freuden des Lesens in einem fesselnden Buch erhöhen wollen. Gegen eine Gebühr von 10 Cents, die zugunsten der Arbeitslosen verwendet wird, bietet die Verwaltung dieser eigenartigen Bibliothek ihren Kunden auch noch die Benutzung eines bequemen Liege- stuhls. Man kann sich vorstellen, daß die Schar der Leser, die sich bei Dieser Bibliothek einfindet, ständig anwächst. Besonders an den Sonntagen ist die Bibliothek gut besucht; der Durchschnitt der letzten Sonntage waren 328 Leser. Zum größten Teil sind es Leute aus Dem Volke und altere Menschen, da bie Jugenb boch die Sportplätze vorzieht. Man hat auch eine Statistik darüber aufge- stellt, welche Bücher von den Beichern ber Bi- faliothek am meisten geschätzt werben, unb bas Er- gebnis ist, baß bie Bibel an ber Spitze steht. Gleich nach ihr kommt aber eine Sammlung von Detektio- qeschichten mit bem Titel „Sünden Amerikas und bann roieber eine „Allgemeine Einführung zur Psychoanalyse". Die Klassiker erfreuen sich bet bleiern Publikum keiner Beliebtheit. Die zwanzig Bände der vollständigen Werke von Charles Dickens, die ein Neuyorker Blatt der Bibliothek geschenkt hat, haben noch keinen Leser gefunden, unb man muß auch feststellen, baß bie Werke von Goethe ebensowenig verlangt werben, was gerabezu merk» roürbig ist, da sich auf dem Platz der Bibliothek ein Denkmal von Goethe erhebt und man doch eigentlich annehmen sollte, daß der eine oder Der andere Leser einmal neugierig werden müßte, was es mit diesem Dichter auf sich hat...
Seit einiger Zeit ist Die Deutsche Oessentlichkeit j auf eine Zusammenkunft in Hamburg aufmerksam , gemacht worden, die der Darstellung von Volks- i gebräuchen aus vielen Ländern und vor allem der c Besinnung auf Freizeit und Erho- i lung dienen soll. Nach dem Programm ist anzu- ! nehmen, daß das Anschauliche und Bild- i mäßige in den Mittelpunkt gestellt wird. Wir i wollen sehen, erleben, das bunte Farbenspiel dessen genießen, was echtes Volkstum in allen Lan- i den geschaffen hat, was aus den phantasievollen Quellen bodenständigen nationalen Lebens entstand, i Wir wollen Horen, was das Volk singt, wir . wollen das unmittelbare Empfinden und die häufig so tiefe Lebensweisheit erklingen hören, wie sie in den Volksliedern und Gesängen zu uns spricht. Wenn dazu noch der bewegte Ausdruck im Volkstanz kommt, dann um so besser, bann werben wir, bei aller nationalen Verschiedenheit der Kontinente und Länder, uns Hineinoersetzen können in Das was wirklich lebt und was über die Jahrhunderte hinweg den stets gleichbleibenden Strom des völkischen Geschehens speist.
Sehen wir unter solchen Gesichtspunkten das Programm an: Da gibt es zunächst eine Anssi e l l u n g „Freizeit und Erholung für a l l e". Man darf gespannt sein, wie die Aussteller die großen einzigartigen Leistungen von „Kraft durch Freude" bunt, bewegt, die Phantasie anlockend darstellen werden. Und zwar so darstellen, daß auch andere Völker, Die einen anderen Rhythmus des Blutes und damit des Erlebens haben, daraus lernen können ober zum minbesten interessiert werben. Es kommt ja auf eines entscheibenb an: es soll bas, was man früher mit einem leisen Anflug von Geringschätzung „bie breite Masse" nannte unb was wir heute mit Bewußtsein unb Stolz b a s „V o l k" nennen, zur eigenen selbständigen Entfaltung kommen, jeder soll sich in seinem kleinen Kreise seine „Umwelt" seine Betätigung in der Freizeit unb zur Erholung selbst schaffen. Ob diese nun in einem Ruderboot ober einem Fußball besteht, ob sie Der Gartengestaltung ober ben Vögeln, Kaninchen unb anberem Getier geroibmet ist — immer soll es boch so fein, baß jeber aus inner ft er Neigung gerabe bas tut, worin er ein klein wenig schöpferisch sein kann. Und das allein gibt ihm Die wahre Freude, und er tritt heraus aus einem nur allgemeinen Massen- Dafein in das Dasein eines Einzelmenschen, der freilich durch tausend Fäden mit seinem Volke verbunden ist. Sv wird die Ausstellung sicher Hun- berttaufenbe von Menschen fesseln und ihnen Anregungen für die Gestaltung des eigenen Lebens ini eigenen Heim und draußen in Der Natur geben.
Dann aber heißt es, die Augen aufmachen, denn naturgemäß ist in den wenigen Tagen des Kongresses eine Fülle von anschaulichen D i n- g e n zusammengedrängt. Mehrmals werden Die nationalen Gruppen, Die zum Teil von weither kommen, auf Der Festwiese antreten unD Dorf fingen unD tanzen, sie werben ihre schönen Trachten zeigen, Fe st wagen werben zum Ausbruck eines bunten fröhlichen Lebens, Hanbwerker, Arbeiter unb Bauern werben gefonbert in bie Erscheinung treten, unb es wirb manches bunte Bilb gleich bem auf ber Festwiese in Wagners „Meistersingern" zustanbekommen.
Die Festwiese allein kann aber nicht alles bewältigen. So tritt hinzu Volkssingen unb Volkstanz auf allen Plätzen Hamburgs, unb Die alte Hanfeftabt wirb zum Schauplatz von Freude unb Ausgelassenheit werben. Em großes Zen- lager wirb vor allem bie Jugend gruppen beherbergen, ber R e i ch s a r fa e i t s b i e n st unb Die Wehrmacht werben sich einschalten — gehören sie boch alle zu ber großen Gesamtheit Des Volkes, haben sie boch alle ihre eigenen ßebens, gesetze auch in Der Freizeitgestaltung. EM—Volks-,
biefe zwangsläufig bie Wegbereiter und Vollstrecker ber gestellten Aufgaben fein. So ist es erklärlich, was manchem noch unverstänblich fein mag, baß bie nationalsozialistische Weltanschauung bzw. bie Träger ber Partei bie bauernben Oberhoheitsrechte zur Führung und Vollendung des nationalsozialistischen Staates ausüben werden. Die Männer in verantwortlichen Stellen der Partei haben in ihren Ressorts die Aufgabe, nationalsozialistische Gedanken- und Gesetzesgüter Tat werden zu lassen. Es ist nicht einfach, marxistische Einstellungen, liberalistische Ansichten oder gar konterrevolutionäre Bestrebungen rückfälliger Volksschädlinge für immer zu unterbinden, wenn nicht eine dauernde Pflege und Einflußnahme auf das anvertraute Volksgut auf allen Gebieten des Lebens durch eine eigens Dafür autorisierte Stelle, nämlich Durch Die Partei, erfolgt. Diese Anwälte Der Partei verkörpern Das politische Gewissen auf weltanschaulichem Sefa i e t, ihre Arbeit ist gemeinnützig, gerecht und richtunggebend für den einzelnen, wie für die Gesamtheit des Volkes, und verpflichtend zugleich.
So hat jeder Dolksgenoffe an feinem Platz ob Richter oder Rechtsanwalt, Unternehmer oder Angestellter, Arbeiter ober Jnbuftrieller, Kaufmann ober Verwaltungsbeamter in wahrhaft nationalsozialistischem Sinn zu leben, zu hanbeln und zu arbeiten. So offenbart eine jede Handlung, gleichgültig von wem oder in wessen Auftrag sie ausgeführt wird, von welchem Geist und welcher Gesinnung sie getragen ist. Es kommt also nicht daraus an, daß der eine ein Braunhemd trägt, oder der andere mit zwei Händen „$)eil Hitler" ruft, sondern einzig und allein auf seine Handlung. Die Tat ist ausschlaggebend.
Es ist nicht nationalsozialistisch, wenn ein JnDu- strieunternehmen großspurig durch die Zeitung offenbart, rückhaltlos hinter ben Maßnahmen ber Regierung zu stehen (ba man zur Zeit an Staatsaufträgen bireft ober inbireft gut oerbient), auf ber anderen Seite Hanblungen begeht, bie an bie schlimmsten Auswüchse liberalistischer Zeit erinnern. W i r werden einer solchen Entwicklung mit der größten Aufmerksamkeit zu begegnen wissen. Im Dritten Reich gibt es keine staatlich sanktionierte Freibeuterei asozialer , Handlungen. Wer leichtfertig, fahrlässig oder in


