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Morgan vor dem Munitionsausschuß
Einfuhr
Im
Kunst und Wissenschaft.
in
London gestorben.
Geschichten aus aller Welt
Die
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gerettet.
Seit dem 24. November rourbi
dcrstellt. Im gegenseitigen Sichkennenlernen wachst die Achtung über die Grenzpfähle hinaus und er- öffnet Perspektiven einer neuen Zusammenarbeit, deren Erfolge für die Zukunft aller Staaten heute noch gar nicht abzusehen sind.
Reinhard Albrecht.
noch lange nicht abgeschlossen zu sein scheint, von der wir vielmehr hoffen, daß sie uns neue Freunde wirbt, mit denen wir in engere Beziehungen treten können.
Ist es doch unbestreitbar, daß die Vermittlung aus den Völkern gewachsener Kulturgüter der beste Boden zwischenvölkischer Verständnisbereitschaft
Morde ist dagegen leicht gesunken.
42,4 Prozent der gesamten britischen gehen über London.
Eine Tafel Schokolade — nach 20 Jahren bezahlt.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Hunderennen in Schanghai.
(h. k.) Schanghai.
Wenn ein Hunderennen in Schanghai angesetzt ist kann man mit dem besten Kuli kein vernünftiges Wort mehr sprechen. Dom Hotelportier bis zum Putzmädchen haben dann alle keinen andern Gedanken als jene Hunderennen, die sich draußen auf der großen Rennbahn gapz nach englischem, inzwischen zum Glück überlebten Muster abspielen. Jeder Betrag, den ein Chinese in diesen Tagen in Schanghai zur Hand hat, wird auf den Favoriten gesetzt, der irgend einen kuriosen chinesischen Namen trägt, aber dennoch immer irgendeinen jener hohen, schnellen Windhunde darstellt, die auf der Hunderennbahn von Schanghai hinter dem automatischen Hasen herjagen sollen. Jeder Chinese, der etwas auf sich hält, kennt die Rennrekorde der besten Windhunde Chinas. Er weiß genau, wie in den letzten zehn oder zwanzig Rennen die Quoten gestanden haben. Er rechnet und überlegt und konzentriert alle seine Hoffnung und all sein Geld auf diesen oder jenen Hund.
Wenn das Rennen erst einmal begonnen hat, dann sind die Chinesen, deren Ruhe und würdevolle Überlegenheit so oft in der Welt erwähnt werden, wie umgewandelt. Sie beginnen nervös zu werden, stoßen Flüche, Beschwörungen und Wünsche aus. Ruhe tritt erst wieder ein, wenn der Sieger feststeht und zwischen den wenigen frohen Gesichtern Tausende mit chinesisch lächelnder Miene sich be-
17 Kinder mit 204 Fingern.
(zi) Santiago d e Chile.
Meist sind die Launen und Einfälle der Natur oder des Schicksals nur einmalig. Manchmal jedoch
Der „unsichtbare Mmn" von Mährisch-Oslrar. (p.) Brünn. Gefängnis von Mährifch-Qrau sitzt seit
Oer englische DichterRudyard Kiplings
Der bekannte englische Schriftsteller und Dichter Rudyard Kipling ist in der Nacht zum Samstag im Alter von 70 Jahren im Middlessex-Krankenhaus
stimmungen unterworfen hatten. Ferner die Beschlagnahme amerikanischer Schiffe auf hoher See, die einfach in britische Häfen abgeschleppt und von Prisengerichten mit aus der Luft gegriffenen Behauptungen, sie führten Konterbande, interniert oder aufgehalten wurden.
Im September 1916 wurde Wilson nahegelegt, England auf die wachsende Empörung wegen der Verletzung amerikanischer und neutraler Rechte scharf hinzuweisen. Aber Wilson erklärte den Vorschlag für „unklu g". Wenn deutsche Kriegsschiffe amerikanische Frachtdampfer versenkten, so war man stets sehr energisch und verlangte sofortige Entschädigung, wenn jedoch England sich gegen Amerika verging, so gab man nur seiner „schmerzlichen Ueberraschung" Ausdruck. Bezeichnend ist auch ein Schreiben Wilsons an den stets für wahre Neutralität eintretenden Staatssekretär Bryan, in dem der Präsident erklärt, die britische Regierung werde tun, was sie wolle, unbekümmert um amerikanische Vorstellungen. Aber man dürfe nicht vergessen, daß Amerikas Ausfuhrhandel nach England rapide steige und weiter steigen werde, während der Handel mit Deutschland so gut wie tot sei.
Als, sehr zu Wilsons Kummer, das amerikanische Volk sich doch über Englands Diktatur erregte, fabelte Wilson an seinen Botschafter Page, er könne diese Kritiken nicht verhindern, aber er hoffe, daß sich zwei Regierungen, die so eng befreundet und so einmütig in den Grundsätzen seien, um die es in diesem Krieg gehe, über reibungslose Abwicklung aller Fragen des amerikanischen neutralen Rechts verständigen können.
Als im L u f i t a n i a - Fall Außenminister Bryan den Standpunkt zu vertreten wagte, daß Amerikaner, die auf britischen Schiffen durch die Kriegszone fahren, dies a u eigene Gefahr tun, wurde er von feinem späteren Nachfolger Lansing scharf zurechtgewiefen, und Wilson pflichtete Lansings Beweisführung bei. Jrn Oktober 1916 beschlossen Lansing und Wilson, weitere Forderungen an Deutschland wegen des Lusitania-Falles „bis nach den Wahlen" zu verschieben, da das Volk offenbar keinen ernstlichen Streit mit Deutschland wolle. Wilson wurde im November 1916 unter dem Schlagwort wiedergewählt, daß er „Amerika aus dem Krieg heraus- gehalten habe". Am 3. Februar 1917 brach Wilson bann bie Beziehungen zu Deutschlanb ab, unb am 6. April erklärte er b en Krieg.
Dschungelbücher „The Jungle Bor“ (1894) und „The second Jungle Book“, in bern bas Leben ber Dschungeltiere geschilbert roirt Sein Buch „Kin" (1901), eine Schilderung indischen Lebens, gilt neben den Dschungelbuern als die bedeutendste Leistung Kiplings. Einandere Seite seines Talents, behaglichen Humor, jigt er in feinen „Lausbubengeschichten". Als Lyrik wurde er durch sein Balladenbuch „Barrack RoorrBallads“, in dem er der englischen Armee einen srbeerkranz windet, bekannt. Während des Krie/ schrieb Kipling mehrere Bücher, die sich mit de kriegerischen Ereignissen befaßten.
1907 wurde Kipling der Nobereis für Literatur verliehen. Die Universitäten Oxfb und Cambridge ernannten ihn zum Ehrendokto Den preußischen Orden Pour le merite für Wisfischaft hat er kurz nach dem Kriege abgelehnt.
Lincoln Lllsworlh aus der Eisiste des Südpols
Wie Wilson Amerika in -en Krieg führte
Neue Veröffentlichung -er amerikanischen Regierung.
mühen, die gegebene Tatsache des Verlustes phleg> matisch als etwas Unabänderliches hinzunehmen.
Die Mondfinsternis und der afrikanische Krieg.
E. Z. Addis Abeba.
Kipling wurde 1865 in Bombay geboren. Sein erstes Werk „Echoes“ und die kurz darauf folgenden „Erzählungen" fanden, da sie in Indien erschienen, in Europa wenig Beachtung. Als er sie aber auch in London erscheinen ließ, war ihr Er» folg ein ganz ungeahnter. Kipling war mit einem Schlage zum berühmtesten Schriftsteller englischer Zunge geworden, und seine folgenden Werke sicherten ihm eine hervorragende Stellung in der englischen Literatur Kiplings Dichtungen gehören zur modernem Weltliteratur, insbesondere seine beiden
menlose Straße in der Stadt gab. Seit einigen Tagen ist Cadiz aber um die Besonderheit seiner namenlosen Straße ärmer geworden. Die Stadt- väter haben nämlich beschlossen, der Straße einen Namen zu geben. Allerdings ist dieser Name sonderbar genug. Er lautet: Calle sin nombre — Straße ohne Namen. Viel hat sich also nicht geändert. Merkwürdig ist nur, daß die Stadtverwaltung von Cadiz auf keinen richtigen Namen verfallen ist. Vielleicht wollte sie mit der Wahl des Namens aber nur die Tradition der einzigen namenlosen Straße Europas aufrechterhalten.
Keinen Trauring mehr ins Pfandhaus.
J. Z. R o m.
Bis Weihnachten waren in Rom rund 300 000 goldene Trauringe zur Stärkung des italienischen Goldvorrats gespendet worden. Die Pfandleihen haben jetzt beschlossen, Trauringe nicht mehr als Pfand anzunehmen. Das ist für manche Italiener ein harter Schlag. Die ganz armen italienischen Kleinbauern pflegen nämlich selten andere Wertgegenstände als Trauringe zu besitzen. Es ist seit langem üblich, daß sie in der schlechtesten Jahres- zeit ihre Ringe versetzen, um wenigstens in den Besitz bescheidenster Geldmittel zu forrmen. Nach der nächsten Ernte wurden dann die Ringe wieder eingelöst. Mit dem Versetzen ist es mm vorläufig nichts mehr.
Liebesbriefe einer Toten.
Zi. Turin.
Dor 23 Jahren wurde in den Vereinigten Staaten der Italiener Michelangelo Geniilcore wegen Raubmordes an einem Hotelkellner zh lebenslänglichem Zuchthause verurteilt und in das Staatszuchthaus von St. Paul in Minnesota gebracht. Bevor er seine Strafe antrat, schrieb er .loch an seine in Turin lebende Braut Maria Delardo, teilte ihr alles mit und fragte sie, ob sie ihm trotz alledem treu bleiben werde. Sie antwortete zusagend und hielt ihr Wort. Da sie selbst des Schreibens jedoch nicht kundig war, mußte ein Bekaniter ihr den Briefwechsel besorgen.
Dor acht Jahren jedoch erkrankte fie unheilbar und bat schließlich auf dem Sterbebett ihren Brief» schreiber noch flehentlich, die Korrepondenz mit Michelangelo fortzufetzen, da er öarais allein die Kraft schöpfe, seine Einkerkerung zu -rtragen. Der Bekannte ging auf den letzten Wunsch der Sterbenden ein und schrieb dem Sträfling in Amerika seitdem wie bisher regelmäßig zärtliche Liebesbriefe, die mit dem Namen der damals oerfbrbenen Maria gezeichnet waren. Besonders wude in diesen Briefen Michelangelo angefleht, sich git zu führen und die Hoffnung auf eine Befreiuig nicht aufzugeben.
Der Sträfling richtete sich danach tnd wurde jetzt tatsächlich wegen guter Führung nich 23 Jahren frelgelassen. Sein erster Weg war die Heimat, wo er nun die Wahrheit erfuhr. E, ist daraufhin völlig zusammengebrochen und mußt einem Krankenhause zugeführt werden .
Die Freiheit der Meere.
England durfte ungestört die amerikanische Neutralität verletzen.
Washington, 17. Jan. (DNB.) Das Staatsdepartement veröffentlicht jetzt den ersten Teil des zweiten Bandes „Amerikas Seehandelspolitik in Kriegszeiten". Der Band behandelt die Zeit von 1914 bis 1918. Die Dokumente ind bisher nicht bekannt geworden, weil Staatsekretär Lansing, als er feinen Posten verließ, ie kurzerhand mitnahm. Erst nach Lansings Tod erhielt das Staatsdepartement die Schriftstücke zurück. In manchen Kreisen, die sich der Regierung Wilson verbunden fühlen, möchte man den Band als Beweis dafür ansehen, daß Wilson nicht, wie täglich die Enthüllungen im Munitionsausschuß immer deutlicher erkennen lassen, von Anfang an auf Seiten der Alliierten gestanden und schließlich zur Sicherung der ungeheuren Kriegsgewinne Amerika in den Krieg getrieben habe. Dieser Beweis ist aber nicht gelungen, die Darstellung enthüllt noch deutlicher als je zuvor, daß bie Sympathien Wilsons von Beginn des Weltkrieges an auf britischer Seite waren, daß seine Ratgeber, insbesondere Lansing, ihn ständig zum Abbruch der Beziehungen m 11 Deutschland und der Kriegserklärung zu drängen suchten, auf der anderen Seite aber alle Eingriffe der Alliierten in die amerikanische Souveränität und in die Freiheit der Meere duldeten und bas amerikanische Volk über die wahren Vorgänge völlig im Dunkeln ließen. Sicherlich würden, wenn Englands brutales Vorgehen gegen amerikanische Rechte sowie die Ausnutzung Amerikas zur Aushungerung der deutschen Bevölkerung dem amerikanischen Volk bekannt gewesen wäre, weder Lansing noch Botschafter Page es je vermocht haben, Amerika in den Krieg gegen Deutschland zu zerren.
Der neue Band schildert ausführlich Englands Eingriffe in den Seehandel Amerikas, die Beschlagnahme und Zensur amerikanischer Post, bie Aufstellung schwarzer Listen von amerikanischen Firmen, bie von jeglichem Hanbel burch bas bie Meere beherrschende Albion ausgeschlossen wurde, ferner die Aufstellung einer weißen Liste derjenigen amerikanischen Schiffe, die allein in britischen Häfen Kohlenvorräte erhalten durften, weil ihre Eigentümer sich willenlos allen britischen Be-
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wiederholen sie sich mit unerwünschter Beharrlichkeit. Zu diesen Fällen muß das Beispiel der Familie Remeres in der chilenischen Hafenstadt Antofagafta rechnen, deren erstes Kind mit sechs Fingern an jeder Hand geboren wurde. Das hätte — auch den Remeres selbst — als einmaliges Kuriosum vollkommen ausgereicht. Aber im Laufe der Zeit wurden dem Ehepaar insgesamt siebzehn Kinder geboren, das jüngste soeben am Jahresschluß 1935. Und alle siebzehn Kinder tragen an jeder Hand einen Finger mehr als der normale Mensch! Siebzehn Kinder mit insgesamt 204 Fingern — dabei ind die Hände sowohl des Vaters als auch der Mutter durchaus normal gestaltet!
Londoner Zahlen.
A. e. Bl. London.
Die Londoner Stadtverwaltung hat soeben eine tatistische Abhandlung über die Stadt London ver- fentlicht, die ein ebenso umfangreiches wie inter- e fantes Zahlenmaterial enthält.
Danach hat London acht Millionen Einwohner (die Zahl bezieht sich allerdings auf bie Grafschaft Lonbon). Zum Vergleich: Neuyork hat sieben Millionen, Paris mit Vorstäbten fünf Millionen, Berlin runb vier Millionen, Rom eine Million, bie auf bem bei weitem größten Stabtgebiet ber Welt (über boppelt so groß wie Berlin) wohnen.
Die Geburtenrate betrug unmittelbar nach bem Krieg 27 pro Tausend, 1934 nicht einmal mehr die Hälfte, nämlich 13. Der Geburtenüberschuß war 1934 ber kleinste seit ben letzten hundert Jahren.
Die Ausgaben für die Londoner Stadtverwaltung haben sich seit Beginn des Jahrhunderts verdrei- acht. Verdreifacht hat sich in dieser Zeit auch der Wert der Grundstücke.
Jeder Londoner macht 487 Fahrten im Jahr, die meisten allerdings auf der Straßenbahn oder dem Omnibus. Die Zahl der Verbrechen hat von 1879 im Jahr auf 2228 zugenommen, die Zahl der
Der vom amerikanischen Bundessenat eingesetzte Munitionsausschuß hat die Aufgabe, die Riesen- gewinne der Rüstungsindustrie während des Weltkrieges zu prüfen. Der amerikanische Bantter John Pierpont Morgan hat zugeben müssen, daß er planmäßig durch die riesigen Kredite, die er den Alliierten ist Amerika beschaffte, die Vereinigten Staaten in den Krieg getrieben hatte. Man sieht Morgan (rechts), wie er mit seinen Teilhabern Thomas W. Lamont (links) unb George Whitney flüsternb währenb ber Vernehmung berät. — (Scherl-Bilberbienst-M.)
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(k) Kopenhagen.
Dieser Tage erhielt ein Kaufmann in Esbjerg einen Brief, der aus England kam und der interessanterweife jene Firmenanschrift trug, die fein Ge- chäst vor 20 Jahren geführt hatte.
In diesem Brief schrieb ihm eine Frau, daß sie als Kind vor zwanzig Jahren einmal eine Tafel Schokolade gestohlen habe, als er gar zu lange auf ich warten ließ. Dieser Diebstahl von einst habe sie bis zum heutigen Tag immer beunruhigt und gequält. Sie lege nun einen Geldschein bei, um auf diese Weise nach 20 Jahren ihr Gewissen wegen jenes Diebstahls, den sie als Kind beging, zu entlasten.
Eiffel-Turm nicht mehr gefragt.
Fr. Z. Pari s.
Der Eiffel-Turm, feit 47 Jahren bas Wahrzeichen ber französischen Hauptstabt, übt feit Jahren auf bie auswärtigen Besucher keine solche Anziehungskraft mehr aus wie früher. Von Jahr zu Jahr gehen bie Besucherzahlen zurück. Besonbers schlecht war bas vergangene Jahr (nur etwa zwei Drittel ber Besucherzahl von 1934).
Dazu kommt, baß bie Einnahmen burch ben Bankerott des Autoindustriellen Citroen starke Einbußen erlitten haben. Citroen war der ständige Mieter des Eiffelturms, den er als Lichtreklame zu benutzen pflegte. 300 000 Franks mußte Citroen allein für die allerdings gewaltige Reklamefläche bezahlen, wozu noch die außerordentlichen Licht- kosten kamen. Diese Summe fällt jetzt auch fort, fo daß der Turm, dessen Instandhaltung recht kostspielig ist, ein Zuschußobjekt geworden sein dürfte.
Die Straße ohne Namen.
N. A. Madrid.
Viele Städte der Welt sind stolz auf die alten Namen ihrer Straßen. In Deutschland gibt es zum Beispiel unzählige Straßennamen, bie tief ins Mittelalter zurückreichen. Einen besonderen Stolz der französischen Hauptstadt bilden bekanntlich die zum Teil sehr kuriosen Namen mancher Straßen, deren Ursprung heute kaum noch zu enträtseln ist.
Die einzige Stadt, deren Stolz in dem Gegenteil, nämlich einer namenlosen Straße bestand, war bisher Cadiz. Hier gab es eine Straße, die seit undenklichen Zeiten keinen Namen hatte. Verwicklungen entstanden dadurch selten, da es sonst keine un
einiger Zeit ein Mann, der von Goeimnissen umgeben ist. So weiß z. B. die Oeffatlichkeit nicht, warum dieser Mann, ein russischer Staatsangehöriger namens Ivan Slag, überhavt festgehalten wird, lieber ihn ist aber bekannt geworben, bah er bie sonderbare Eigenschaft besitze/ sich gewisier- mqßen unsichtbar machen zu könne. Ivan Slaq besitzt nun zwar keine Tarnkappe, buch bleibt er dem menschlichen Auge immer sichtdr, — für die photographische Platte aber scheint e nicht vorhanden zu sein. Als die Polizei nämlichbei seiner Einlieferung ins Gefängnis ihn photogiphieren wollte, stellte sich heraus, daß auf der Pstte kein Ivan Slag zu sehen war. Man nahm zunchst an, daß es sich um einen Fehler am Appara oder an ber Platte handle. Also versuchte man es mit einem neuen Apparat und einer andere Platte. Aber auch diesmal mißglückte der Versuch Ivan Slag zu photographieren. Sechsmal wiedewlte sich das, ohne auch nur das geringste Ergeuis zu zeitigen.
Der geheimnisvolle (Befangene sah esen Versuchen, ihn zu photographieren, lächelnd zuEr erklärte sich schließlich bereit, das Geheimnis feier Nichtphoto- graphierbarkeit zu lüften, wenn mn ihn aus dem Gefängnis entlasse. Die Polizei hi diesem Ansinnen bisher noch nicht zugestimmt,and man müht sich, das Geheimnis des Russen zumtschleiern.
Mondfinsternis im Januar hat unter den abessinischen Kriegern einiges Entsetzen ausgelöst. Man weiß zwar auch in Abessinien, daß es sich bei der Finsternis um ein natürliches Phänomen handelt, aber man hat nicht vergessen, daß im Jahre 1868 der damalige Kaiser Theodor sich in dem Augenblick das Leben nahm, in dem sich der Mond verfinsterte. Mit dem Selbstmord des Kaisers mitten im Krieg gegen England war damal das Schicksal Magdalas besiegelt gewesen; bie Abe finier verloren bie Stadt an den Gegner.
Diesmal hatten die Priester überall unter ben Solbaten ben Eintritt ber Monbfinsternis im voraus verkündet und sich alle Mühe gegeben, ihn als gutes Omen zu deuten. Aber dies ist ihnen nicht überall gelungen. Immerhin scheinen sich die trü- ben Ahnungen der Abessinier nicht erfüllt zu haben, denn selbst aus den italienischen Kriegsberichten war nichts zu entnehmen, was auf eine Niederlage der Abessinier in der Nacht der Mondfinsternis hätte schließen lassen.
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