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des

der

in jeder

Die Lage des Haushalts

von der Möglichkeit der Finanzie­

rung abhängig.

Die Betriebe

einen neuen

Wversltät und Garnison

dem

m i t

Aus -er Provinzialhaupista-i

Gange.

Schulwesen.

Das Rarktwesen

Hinsichtlich des Zucht» und Nutzviehmark- oder christliche Viehhändler bringen muh. Noch

tes, der einer der bedeutendsten Märkte Deutsch-

in diesem Jahre ist mit der Errichtung einer

Platz auherhalb der Stadt zu geben.

lands ist, betonte der Oberbürgermeister, daß trotz der notwendigen Aktionen gegen den jüdischen Vieh­handel sich der Umschlag auf dem Markt auf einer bedeutenden Höhe gehalten hat.

Er ist überzeugt, dah es im Einvernehmen mit dem Reichsnährstand gelingen wird, den jüdi­schen Viehhandel hier sowohl als auch an an­deren Märkten Deutschlands auszuschalten.

Wir haben die nötigen Schritte unternommen, können aber radikale Maßnahmen erst dann durch­führen, wenn auch in anderen Gegenden die Ver­waltungen die gleichen Maßnahmen anwenden. Mit besonderen Maßnahmen nur für Gießen ist nie­mand gedient. Was wir tun, müssen wir uns genau überlegen und die Zweckmäßigkeit unserer Maß­nahmen sorgfältig prüfen. Die Märkte in Gießen sind nicht etwa da, weil die Juden verdienen wol­len. sondern weil die landwirtschaftliche Bevölke­rung aufnahmefähig ist für das angebotene Vieh und Gießen ein genügender Absatzmarkt und geeig­neter Umschlagsplatz ist. Der Jude schaltet sich hier ein, nur um das Geschäft zu machen.

Dem Viehzüchter und dem Dauer ist aber nicht gedient, wenn der Markt geschlossen wird, son­dern wir müssen an die Stelle des Juden etwas anderes sehen. Das ist Aufgabe des Reichs­nährstandes. der entweder eine Genossenschaft

stade an der Lahn vorgedrungen ist, stellt freilich erst einen leisen Anfang dar. Wir sehen ihn zunächst in dem vielfarbigen und vielgestaltigen Bild der Vor­bereitungen. Da leuchten uns aus den Schaufenstern grellbunte Stosse und Bänder entgegen. Da sehen wir auch bereits einige Kostüme, bei deren Anblick es einem trotz der abnorm gelinden Witterung im Januar bis ins innerste Gebein friert. Wir falben in diesen Sachen und Sächelchen, die natürlich ein Frauenherz besonders entzücken, die ersten Fanfaren der Garde des Prinzen Karneval zu erblicken. Sie luöt ein, dem närrischen Prinzen Gefolgschaft zu leisten und sich gebührend darauf vorzubereiten.

Im Jahre 1935 wurden insgesamt 1183 Ge­burten (596 Knaben und 587 Mädchen) registriert, 1038 Todesfälle verzeichnet, so daß sich em Zu- wachs von 145 Person-n ergibt. Das Ergebnis für

und kleinere Versammlungen, wie sie Großstadt find.

Zum Schluß wies er noch kurz auf die Stel­leneinsparung an der Spitze der Stadt­verwaltung hin und gab sodann der Hoffnung Aus­druck, dah unsere Stadtverwaltung mit t: Geistesgut des Führers unser Geme i n« wesen weiter aufwärts zu neuer Blüte füh­ren könne. (Langanhaltender starker Beifall.)

Der Oberbürgermeister wies zunächst kurz auf den gewaltigen Niedergang der Finanzwirtschaft in den Jahren vor der Machtübernahme hin und stellte dem gegenüber, daß durch die zielbewußte Arbeit des Retters unseres Volkes diesem Nieder­gang nicht nur Einhalt geboten wurde, sondern auch eine stetige Besserung eintrat. Er sagte sodann:

Ich bin stolz darauf, dah es uns trotz der er­heblichen neuen Aufgaben möglich war. nicht nur den Ausgleich des Voranschlags zu erzielen, sondern, dah auch Fehlbeträge der letzten Jahre gedeckt und mit der Schuldentilgung begonnen werden konnte. Während vor zwei Jahren noch erheblich überzogene Konten mit Zinsbelastun­gen bei sämtlichen Danken bestanden, zeigt der Ausweis unserer Stadlkasfe Ende 1935 ein er­freuliches Guthaben bei allen Danken mit Zinsgutschriften.

Und wie gerne reihen sich Weiblein und Männlein ein in diesen Heerbann der Narretei. Zunächst gibts in manchen Familien ein Attentat auf den Geld­beutel des Hausvaters oder des Eheherrn. Denn so ein Fasching kann und soll ja nicht in jedem Jahre in dem gleichen Gewand begangen werden. Das ist es denn auch, was das Bild der Schaufenster als ersten Wellenschlag der närrischen Zeit in un­serer Stadt den zahlungsverpflichteten Männern zu verstehen geben will. Und die Frauenwelt schmunzelt verständnisinnig zu diesem leisen Rippenstoß. Allzu viel Zeit ist ja auch nicht mehr verfügbar, bis die Faschings-Flut immer höher steigt und ihre Wogen immer häufiger anbranden. Da muß doch beizeiten etwas getan werden. Und so sind denn die Gedanken vieler Frauen und Männer, ganz besonders natür­lich der jüngeren Jahrgänge, jetzt stark auf die Faschings-Dorbereitungen gerichtet. Denn wenn der Karnevals-Krieg ausbricht und die Schlachten ge­schlagen werden sollen, muß alles bereit sein. Diese stumme und doch so beredte Sprache klingt aus den Schaufenstern, die der lockenden Sprache des Fa­schings Ausdrucksmöglichkeit geben, zu uns.

Mancher Griesgram mag freilich noch mürrisch und ablehnend beifeitestehen. Man darf ihn fragen:

Der Rathaus-Neubau.

Als Fernziel wies der Oberbürgermeister noch auf die schon seit Jahren dringend notwendige Zu­sammenfassung der Verwaltungsdienststellen in einem neuen Rathaus hin. Für den Rathaus- Neubau sollen erstmalig im diesjährigen Voran­schlag Rücklagen gemacht werden. Sobald ge­nügend Geld angesammelt ist, wird mit diesem Bau begonnen werden.

Schtoßgasfe und Markttaubenstrahe; die Neu­gestaltung der Liebigshöhe, in der an Stelle des geschlossenen Flughafen-Restau­rants mindestens dttus Gleichwertiges, viel­leicht etwas noch SchönHces geschaffen werden soll: die Fertigstellung und Beheizung der V o l k s h a l l e. Außer dieser Volkshalle, die den Vedürlnilsen unserer Stadt bei weitem nicht genügt, ist für später an die Errichtung einer weiteren halte zu denken, die einige tausend Menschen umfaßt, für größere

Wer wagte?

Die Flut naht. Vor wenigen Tagen setzten sie sich von Mainz her in Bewegung. Dort wurden die Schleusen der Staudämme, die diese Flut für elf Monate des Jahres zurückhalten, breit geöffnet. Und nun hat die Flut des Frohsinns und der Narretei, die wir Fasching nennen, freien Lauf hinaus ins Land.

Oer Führer des Sturmbanns, Obertruppführer Hetz

brachte in warmen Worten den Dank der Zuhörer für die vortrefflichen Ausführungen des Oberbür- germeiftes zum Ausdruck und betonte dabei, daß unsere Stadt ihre Geschicke bei Oberbürgermeister Ritter in besten Händen sehe. Und so wie hier im Kleinen, so wüßten wir alle auch im Großen die Geschicke unseres lieben deutschen Vaterlandes bei dem Führer in den besten Händen geborgen. Dem Führer galt darum mit dreimaligem be­geistertem Sieg-Heil der Dank und das erneute Ge­löbnis der Treue der SA.-Reserve-Männer des Sturmbanns.

Mit dem gemeinsamen Gesang des letzten Verses des Horst-Wessel-Liedes schloß der Dortragabend. Anschließend verweilten die Kameraden noch etwa eine Stunde in kameradschaftlicher Geselligkeit.

herberge usw.

Die Derufsfeuerwehr.

Der Redner gab sodann in großen Zügen ein Bild von dem weitsichtigen Arbeitsgebiet s'*'" Wohlfahrts- und Versicherungsamtes, das trotz Betreuungsarbeit durch die NSV. noch ein gerüt­telt Maß von Aufgaben zu bewältigen hat. Beson­ders wies er dabei auf die Erfordernisse der Woh­nungsfürsorge und der Gesundheitsfürsorge hin, ferner erinnerte er an die wichtigen Aufgaben der Wöchnerinnen- und Jugendfürsorge, der Kinderspei­sungen, der Betreuung der Klein- und Sozialrent­ner, sowie der Kriegsbeschädigten, der Jugend-

die Partei herzurichten, aufgegeben ist, well für den Oswaldsgarten als Meffeplatz kein geeig­neter Ersatz vorhanden ist. Der Au sm ar sch­und Kundgebungsplatz der SA. und der Partei wird an einer anderen Stelle m würdiger Weise 'hergerichtet werden.

Wohlfahrts- und Versicherungsamt.

Dieser letztere Plan soll aber erst ins Auge ge­faßt werden, wenn die Stadt nach der Art des ordentlichen Haushalters die erforderlichen finan­ziellen Rücklagen besitzt-, es wird zu diesem Zweck auch an die Gründung eines F e ft ° halleoereins gedacht. Mit Nachdruck erklärte der Redner in diesem Zusammenhang:

Durch diese Pläne darf aber keine weitere Ver­schuldung der Stadt eintreten, diese lehne ich von vornherein ab. Die Stadtverwaltung wird das bisherige Tempo beibehalten, vielleicht auch noch verschärfen, aber auch das Tempo der

Schuldenrückzahlung beschleunigen.

Daß das möglich ist, zeigt die bisherige Entwick­lung, und das Vertrauen zu unterer Regierung und zur Schaffenskraft unseres Volks gibt uns das Recht, zu jagen: wir werden das in einigen Jahren schaffen.

Alle bisherigen Arbeiten, die hier aufgezählt wur­den, sind ohne Personalvermehrung beim Stadtbau­amt geschaffen worden. Dafür dankte der Ober­bürgermeister allen Mitarbeitern, zugleich auch denen an den anderen städtischen Arbeitsplätzen. Er betonte, daß er stolz sei auf diese Mitarbeiter. In diesem Zusammenhang sprach er der früheren

ihrem GrundsatzGemeinnutz vor Gflgennufc* sich auch hier in den Dienst der Allgemeinheit stellen.

Stadtthealer.

Mit Befriedigung stellte der Oberbürgermeister fest, daß das Tempo der Aufbauarbeiten bei unserem Stadttheater seit dem Som­mer vorigen Jahres außerordentlich ist. Die Leitung und die Künstler gehen mit bestem Willen und mit Ausdauer an die Arbeit, so dah unsere Stadt mit Stolz feststellen kann, daß

das Niveau unseres Stadlthealers weit über dem Durchschnitt der Provinztheater steht.

Die Gastspiele in den benachbarten Städten Haden überall guten Anklang gefunden. Er appellierte an die Gießener Bevölkerung und an die Volks­genossen in der Umgegend, sich immer eifrig für das Stadttheater einzusetzen und durch reicheren An­teil an den Abonnements die wirtschaftliche Kraft des Theaters zu steigern.

Standesamt.

Führung der städtischen Verwaltung seine Aner­kennung aus, wobei er u. a. mitteilte, daß in unserer Stadt finanziell anständig ge­arbeitet und vorsichtig operiert worden sei, auch das Personal im Rahmen des Notwendigen gehalten wurde, die Abbaumaßnahmen daher hier auch nicht so umfangreich gewesen seien, als in anderen Städten. Während andere Städte 30 o. H. bis 40 v. H. Pensionen im Verhältnis zu den lau» senden Gehältern zu tragen haben, sind es in G te­st e n nur 15,4 P r o z e n t der Gehälter, lieber

die Dauaussichteu für 1936

sagte er u. a., es sei in diesem Jahre wieder mit einer starken Tätigkeit im Straßen- und Kana lb au zu rechnen. In erster Linie sollen ausgeführt werden: die verlängerte Liebig- st r a ß e bis zum Anschluß an den Riegelpfad, der Ausbau des W a r t w e g e s , der Ausbau des O ft - markenviertels, die Durchführung der F r o - b e l st r a h e bis zur Liebigshöhe, die Durchführung der Schlage ter - Allee bis zum Anschluß an den Philosophenwald, die Durchführung des Eich- g ä r t e n w e g s bis zum Philosophenwald, der Aus­bau des Aulweges zwischen Liebigstraße und Mirtweg, die Durchführung des SchwarZ- lachweges bis zur Marburger Straße. Dazu kommen noch kleinere Straßenbauarbeiten: die Schaffung neuer Radfahrwege und die Anlage von Parkplätzen soll verstärkt werden. Hinsichtlich der Wohnungsbautätig, feit wird für 1936 mit der gleichen Hohe wie in den beiden letzten Jahren gerechnet, besonders von der Seite der privaten Bautätigkeit her. Die Nach­frage nach Wohnungen ist nach wie vor sehr rege. Die Errichtung weiterer Volkswohnungen wird an­gesichts des Bedarfs noch vorgenommen werden müssen. Ob die Projekte der A l t st a d t s a n i e - rung und der Neugestaltung der Lie- bigshöhe noch in diesem Jahre verwirklicht wer­den können, ist l **' F'-

Aus den Darlegungen über die Entwick­lung der städtischen Betriebe in den Jahren 1934 und 1935 war folgendes zu entnehmen: Auch bei den Betrieben haben die ziel- bewußten Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung auf wirtschaftlichem Gebiete sich in guter Weise ausgewirkt.

Das Elektrizitätswerk

weist eine stetige Zunahme der Stromabgabe auf. Es wurden geliefert: 1932 -- 8 Millionen Kilowatt­stunden, 1933 = 9,3 Millionen, 1934 = 10,9 Mil­lionen, 1935 = steht die Abgabe noch nicht fest, sie ist jedoch noch erheblich großer als im Vor­jahr. Die Zahl der angeschlossenen Zähler hat sich von 18 900 im Jahre 1932 auf 20 400 im Jahre 1934 erhöht. Jrn Verlause der beiden Jahre wurden zahlreiche technische Verbesserungen des Betriebes Dorgenommen, die ein wichtiges Stück Arbeitsbeschaffung für unsere Industrie darstel- len. Die Zahl der Arbeitskräfte ist von 144 Per­sonen im Jahre 1932 auf 188 im Jahre 1934 ge­stiegen; in erster Linie wurden alte Kämpfer ein­gestellt und Beamtenversorgungsanwärter. Die Ueberholung des Stromnetzes (Ersatz der Eisen­leitungen durch Kupferleitungen) wurde nachdrück­lich in Angriff genommen.

Die Straßenbahn.

Auch hier ist eine sehr erfreuliche Entwicklung zu verzeichnen. Im Jahre 1932 wurden 1 278 468 Personen befördert, im Jahre 1934 stieg die Fre­quenz auf 1706 068 Personen. Den Fahrgästen wurde durch die Schaffung der 10-Pfg.-Teilstrecke entgegengekommen. Die Straßenbahn wurde an der Grünberger Straße bis zur Kaserne fortge­führt.

Es ist jetzt geplant, einen Pendelverkehr der Straßenbahn von der Licher Straße bis zur Waldkaserne einzurichten und später auch das Südvierlel an das Strahenbahnneh anzuschlie­ßen. Verhandlungen mit der Reichsbahn find bereits im Gange, es ist zu hoffen, daß es da­bei zu einer Regelung kommt, die die Erschlie­ßung dieser Gebiete ermöglicht.

Im Hinblick auf die finanzielle Sage der Sol­daten ist für die unteren Chargen em Einheits- fahrpreis von 10 Pfg. für die ganze Strecke fest­gesetzt worden. Es wird davon ein weiteres Steigen der Derkehrsziffer erwartet.

Das Gaswerk.

Die Entwicklung war auch bei diesem Werk sehr erfreulich. Es wurden umfangreiche Rohrverlegungs­arbeiten ausgeflchrt. Die Gasabgabe für gewerb­liche und industrielle Betriebe ist seit 1. April 1934 um rund 17,5 v. H. gestiegen. Auch der Verkauf an Gasgerät hat sich sehr gut entwickelt; im Jahre 1935 wurden 1000 Haushaltungsgasgeräte, fünf Großküchen und zwei Metzgereianlagen verkauft. Daß unser jetziges Gaswerk inmitten bej Stadt ein Sorgenkind ist, weiß jedermann.

Es ist der Neubau eines Gaswerks geplant, das fo ausgestattet sein soll, dah es auf hohe Lei­stungsfähigkeit gebracht werden kann. Wir haben uns auch entschlossen, dem Gaswerk

Der Zuschuß zu den Wohlfahrtslasten ist von 1322 564 Mark im Jahre 1932 auf 960 000 Mark im Jahr 1934 gesunken, der Zuschuß für 1935 kann erst nach Abschluß des Rechnungsjahres festgestellt werden. Die Steuerzahler zahlen jetzt auch williger und pünktlicher. Als Beispiel teilte der Redner weiter mit, daß sich das Gewerbesteuersoll unserer Stadt im Jahre 1935 gegenüber 1934 um ca. 20 v. H. gesteigert hat. Bei der Einkommen­steuer ist fiir das Jahr 1934 gegenüber dem Jahr 1933 eine Steigerung von etwa 41 v. H. feftau- stellen, für 1935 dürfte das Ergebnis noch höher jein. Die ©runberroerbfteuer hat sich von rund 25100 Mark im Jahre 1933 auf rund 49 900 Mark im Jahre 1934 gehoben, die Wertzu­wachssteuer ist von 791 Mark im Jahre 1933 auf 3799 Mark im Jahre 1934 gestiegen. Auch bei der Bier st euer ist mit einem erhöhten Aufkom­men zu rechnen. Alle diese erfreulichen Gesund­heitsmerkmale sind nur auf die Maßnahmen der Reichsregierung zurückzuführen.

Die Stadt widmet ihr besonderes Interesse na­türlich auch dem Schulwesen, insbesondere wird der Ausbau der dreijährigen Frauenschule angestrebt. In der Gewerbeschule ist die Schülerzahl von 75 im Winter 1933 34 auf 113 im Winter 1935 36 ange-

Viehauktionshalle zu rechnen, in der die Vieh­versteigerungen des Reichsnährstandes abgehal­len werden können.

Im Zusammenhang damit wird der Ausbau des Diehmarkt-Platzes und der übrigen Viehmarkt-Einrichtungen erforderlich werden. Mit diesem Ausbau wird die Stadt auch den Bedürf­nissen der Landbevölkerung entsprechen, indem sie Gelegenheit schafft, das Vieh unter günstigen Um­ständen zu erwerben.

Die Pferdemarkt-Lotterie haben wir wieder aufleben lassen, ihr Erlös wird zur För­derung der heimischen Pferdezucht verwandt werden.

Die Ziegenmärkte haben ebenfalls einen guten Aufschwung genommen, die Stadt muß auch dieser Einrichtung fördernd beistehen.

Für die Wochenmärkte sind verschiedene Verbesserungen getroffen bzw. vorgesehen. Der Redner erinnert an die Errichtung der Fern­sprechzelle auf dem Lindenplatz und kündigt die Schaffung einer Marktuhr und einer S i g- n a I a n I a g e an, die den Beginn und das Ende des Marktes anzeigt.

Die Messe-Veranstaltungen werden gleichfalls einen weiteren Ausbau erfahren. In die­sem Zusammenbang erklärte der Oberbürgermeister, dah bas Projekt, den Oswaldsgarten zum Aufmarsch- und Kundgebungsplatz für die SA. und

Mit größtem Nachdruck fetzte sich der Oberbur- germeifter für die Universität ein. Er betonte, daß es eine alte nationalsozialistische Forderung sei, die Jugend aus dem Bereich der Groß- stadt herauszubringen und möglichst eng mit den kleineren Städten und dem Lande zu verbinden. Diese Forderung gelte auch für die Universität.

Es sei vor allem im Interesse der Jugend von größter Wichtigkeit, dah sie den kleineren Uni­versitäten zugeführt werde, weil für sie hier weit bessere Lebensbedingungen bestünden und die Gefahrenmomente der Großstadt ausge­schlossen seien; hier könnten auch die jungen Menschen untereinander sich weit besser kennen und verstehen lernen.

Deshalb stellte er die Forderung auf: Es darf nicht gerüttelt werden an unserer Uni­versität! Weiter teilte er mit, daß eine neue Universitäts-Turnhalle errichtet werden wird, zu der das Reich und das Land Hessen Zuschüsse geben roerben, aber auch die Stadt helfen wird. Auch da­mit wird die Stadt wiederum ihr stärkstes Inter­esse an der Universität bekunden.

In gleicher Weise ist die Stadt mit voller Freude bei den Ausgaben, die im Interesse unserer Wehr­macht zu erfüllen sind. Die Stadtverwaltung hat bei allen diesen Aufgaben für unsere Garni- s o n aus reinem Idealismus und mit großer Freude mitgearbeitet. Diese Einstellung wird weiterhin be­stehen bleiben. Mit großer Dankbarkeit erinnert sich die Stadt bei dieser Gelegenheit auch der Mit­hilfe unfeter Garnison beim Win- terhilfswerk, bei den Kinderspeisun- gen usw.

Warum denn? Wenn wir auch in Gießen von beit hochdrandenden Faschingswogen am Rhein nur kleine Ausläufer erleben und cs bis jetzt noch nicht zu einem eigenen Gießener Elferrat in Tätigkeit auf dem Papier soll er ja irgendwo stehen ge­bracht haben, so ist doch kein Grund zum Ablehnen vorhanden. Stunden des Frohsinns und der freude­sprudelnden Narretei können wir auch an der Lahn gut gebrauchen. Man könnte sogar den Wunsch aus­sprechen, der bisherige Elferrat des Gießener Kar­neval-Vereins möchte aus feinem Dasein eines ver­borgenen Veilchens ans Helle Tageslicht treten und das Regiment für die närrische Zeit übernehmen. Frohsinn und Lebenslust sind auch hier keine Ar­tikel, die bereits ausverkauft sind. Beispiele dafür liegen ja gar nicht allzu fern, wenn wir uns nur einmal kurz in der jüngsten Vergangenheit um­schauen. Und an Stoff für ein närrisches Ministe­rium Sr. Tollität des Prinzen Karneval besteht be­stimmt auch in Gießen kein Mangel. Also: Wer wagt's, wer schlägt die Faschingsschlacht in Gießen?

Und noch eins: Wer konnte und wollte etwas dagegen tun oder sagen, daß wir Gießener uns auch einmal dranmachen wollen, einen eigenen Gießener Karneval auf die Beine zu stellen? Im Verlaufe der letzten zehn Jahre ist der Versuch ja schon mehrmals gemacht worden. Geglückt ist er aber nie. Vielleicht sind jetzt die Aussichten dafür günstiger, da der Mut zur Daseinsfreude und der lebensbejahende Wille in breiten Bevölkerungs­kreisen wieder erheblich großer geworden sind. Freude bereiten und Freude genießen ist ja auch ein wesentlicher Faktor zur Erhaltung der Spann- kraft für das Schaffen im Alltag. Dazu kommt, baß ber Fasching auch ein boppeltes Gesicht hat. Auf ber einen Seite erblicken wir an ihm nur bas Lachen bes Lebens. Die anbere Seite aber zeigt uns ben Ernst ber wirtschaftlichen Auswir­kung. Unb auf biefer Seite sehen wir, baß burch bie Stunben bes Frohsinns unb ber Narretei vie­len Menschen Arbeit unb Brot gegeben wirb, ange­fangen von ber Herstellung ber Stoffe und Schleifchen usw. für bie Kostüme, bis hin zu ben Stunben, bie von ber Fröhlichkeit bes Fasching­treibens an ben Stätten bes Humors in vielfältiger Weife erfüllt sinb. Unb wer's hat (nämlick bas Klein- unb Großgeld), der mag unb soll feiern^

Der Bau bes Gaswerks, der in diesem Jahre be­ginnen soll, ist zunächst wegen ber Finanzfrage noch einmal auf einige Monate zurückgestellt worden.

Das Wasserwerk.

Seit 1. April 1934 wurden auch hier umfang­reiche Rohroerlegungsarbeiten ausgeführt. Die Wasserabgabe ist um 11,4 v. H. gestiegen.

Die Kläranlage.

Der Oberbürgermeister wies hier auf den Aus­bau der Kläranlagen durch den Faulturm und bie Biohum-Einrichtung hin. Er erwähnte dabei, daß nicht nur in dem Biohum ein guter Natur-Humus­dünger gewonnen wird, von dem bereits im ersten Jahre 1500 Zentner verkauft wurden, sondern daß dort täglich auch etwa 4 0 0 Kubikmeter Methangas zu verzeichnen sind, die ausreichen würden, um eine Gemeinde von der Größe Klein- Linbens mit Gas zu versorgen. Es laufen zur Seit noch einige Versuche, nach deren glücklichem Ab­schluß das Methangas an die städtische Gasver­sorgung angeschlossen werden soll.

Das Volksbab.

Der Besuch im Dolksbad wächst andauernd. Im verflossenen Jahre wurden 137 714 Bäder verab­reicht. Es ist geplant, den Neubau einer Schwimmhalle zu errichten, die wesentlich größer sein soll, als die jetzige, um allen Anforde­rungen genügen zu können.

Der Schlachthof.

Hier ist an Stelle des ungenügenden alten Ver­waltungsgebäudes ein neues im Entstehen be­griffen, dessen Kosten auf 60 000 Mark veranschlagt sind. Die Ueberschüsse des Schlachtbofs sollen für den Bau einer neuen Rinderschlacht­halle angesammelt werden. Im Jahre 1934 wur­den die Schlachtgebühren um rund 20 000 Mark gesenkt. Trotzdem kann an ben weiteren Ausbau des Schlachthofes gedacht werden.

Vermeffungs- und Grundsiücksamt.

Die außerordentlich rege Bautätigkeit hat auch bei diesem Amt eine starke Steigerung der Arbeits­last gebracht, die durch die rege Baulandbewegung bedingt ist. Aus dem städtischen Grundbesitz wurde umfangreiches Baugelände sowohl als Bauplätze im Erbbaurecht, als auch durch Verkauf an Private abgegeben. Weitere größere Baulandumlegungen find in verschiedenen Bezirken des Stadtgebiets im

Mit unserer Feuerwache haben wir eine Feuer­wehrmannschaft, deren Kampfkraft und Schlagfer­tigkeit durch dauernde gute Ausbildung sich sehen 'am fiuftnrhpnp

lassen kann. Erfreulicherweise befänden sich in die- .Gießen selbst ist. 552 ®eb?rene, 402 Gesto b , fer Wehr auch eine Reihe alter Kämpfer, die nach 1 mithin Geburtenüberschuß 150.

wachsen; zur Ausbildung des gewerblichen Nach­

wuchses wird die Stadt tatkräftig mithelfen. Die _ -------

bäuerliche Werkschule wurde durch Zuwendungen | Was von dieser Faschingsflut bis jetzt an unser Ge­ber Stadt ebenfalls gefördert. Die Turnhallen und *tkn

zahlreiche Schulräume wurden der HI., dem BDM.

und dem Jungvolk laufend kostenlos überlassen.