Samstag, U. Oktober 1936
ttr.244 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
an
18.—25. Oktober.
freundlichem Beifall.
hth.
hinauf
1900, 10 Uhr, auf dem Sport»
Steinstraße. — Spielvereinigung leichtathletische Vereinswettkämpfe Platz.
Spielplan des Stadttheaters vom
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Sonntag findet im Stadttheater die dritte Morgenoeranstaltung als Erinnerungsstunde anläßlich der 100. Wiederkehr des Todestages von Ferdinand Raimund statt. Die Gedenkrede hält der Dramaturg Paul Nieren. Die musikalische
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ßen Verdienste im Frieden und im Kriege wurden durch die Verleihung zahlreicher Orden und Ehrenzeichen in gebührender Weise gewürdigt und anerkannt.
Der als alter 116er in Gießen und weit darüber hinaus bekannte und hochgeschätzte Generalmajor a. D. Rudolf M o h r in Gießen kann am morgigen Sonntag, 18. Oktober, in wunderbarer Frische seinen 75. Geburtstag begehen.
Generalmajor a. D. Mohr stammt aus Königsee (Thüringen), wo er am 18. Oktober 1861 geboren wurde. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Rudolstadt trat er am 1. April 1882 als Fahnenjunker beim 6. Thüringischen Infanterie-Regiment Nr. 95 in Gotha ein. Am 11. September 1883 wurde er Leutnant, am 11. September 1890 Oberleutnant. Dom 1. Oktober 1890 bis 1. Oktober 1893 war er
ihnen vorüberziehen. Es soll und kann nicht Zweck und Sinn meiner Ausführungen sein, eine Biologie unseres verehrten, alten Hauptmanns zu bringen, sondern ich möchte nur ein schlichtes Bild davon entwerfen, wie die Kompanie ihren Hauptmann sah und was ihm jeder einzelne an sittlichen Werten für sein ganzes Leben dankt, wobei ich nicht zuletzt an die schweren Kampfjahre des Weltkrieges denke.
Waren die 12er auch nicht, wie man zu sagen pflegte, „Majestäts Schönste", so fühlten sie sich dennoch stolz unter dem Befehl ihres Hauptmanns Mohr innerhalb eines Eliteregiments noch einer Elitekompanie anzugehören. Denn das war die 12. und nicht allein im Schießen (Kaiserpreis 1904), sondern in allem, was zum äußeren, wie inneren Dienst gehörte. Jedermann wußte, daß sein Hauptmann sich um alles kümmerte und ein gerechtes und warmes Empfinden für Fleiß und Anspannung hatte. Brachte der damalige Dienst geaenüber dem heutigen viel Parade- und Einzeldrill, immer war es die 12., wo durch allerlei Abwechslung eine Monotonie vermieden wurde; vieles, was in dem späteren Exerzierreglement an Stelle des alten, starren Exerzierens trat, wurde in der 12. Kompanie geboren, und Hunderte von Reservisten und Landwehrmännern werden im großen Kriege in Dankbarkeit an die militärische Erziehung durch ihren alten Hauptmann zurückgedacht haben. Denn einer der elementarsten Grundsätze unsres Hauptmanns war, jeden einzelnen Mann mili-
Ein Sieinrelief von Dürer.
Unter den plastischen Arbeiten Dürers ist die bedeutendste eine bezeichnete und 1509 datierte Reliefplatte aus hellem Solnbokor Kalkschiefer, die einst der vor 50 Jahren aufgelösten Sammlung Eugen Felix angehörte und dann durch I. P. Morgan dem Metropolitan-Museum in Neuyork zugewendet worden ist. Diese Arbeit ist von verschiedenen Gelehrten in seiner Echtheit angezweifelt und als eine Fälschung aus dem 16. oder 17. Jahrhundert hingestellt worden. Durch eine glückliche Neuerwerbung des Berliner Kupferstichkabinetts, die großartige Pinlel- zeichnung eines weiblichen Rückenaktes aus dem Jahre 1506, ist es nun, wie Ocko von Falke in der bei F. Bruckmann in München erscheinenden Monatsschrift „P a n t h e o n" in einem eingehenden Vergleich nachweist, möglich, die Echtheit der Arbeit zu sichern. Das 15 Zentimeter hohe und 6,5 Zentimeter breite Relief zeigt ein Frauenbild in Rückcn- ansicht; es ist auf eingetieftem Grund flach, in wundervoller Weichheit der Modellierung geschnitten. Es ist aus „Stechstein" hergestellt, den die Nürnberger Medaillenkünstler in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts verwendeten und diente als Modell für Metallabgüsse und Gipsabgüsse, es gibt auch mehrere Nachbildungen, aber nur die Stechsteintafel kommt als das Original von Dürers Hand in Betracht. Die in Venedig ausgeführte Aktzeichnung von 1506, dis als Grundlage für den plastischen Rückenakt gedient hat, ist sicher eine Studie nach der Natur. Die Be- Nutzung der Zeichnung für das Relief i" jedoch keineswegs unfrei oder von der Art, daß von einer Kopistenarbeit die Rede fein könnte. Das Relief ist vielmehr ein selbständiges, als Komposition detz Studie überlegenes Kunstwerk
tärisch soweit zu bringen, daß er in kleineren, wie auch größeren Verbänden als Rotten-, Gruppen-, Zug- und Kompanieführer notfalls selbständig auftreten konnte. Dazu gehörte aber eine unendliche Geduld und systematisch immer abwechselnd sich gestaltende Ausbildung und Erziehung durch plötzliches Fragestellen, Augenübungen, Entfernungsschätzen, Zielansprechen usw.; mit der „Nase im Dreck" herumlaufen gab es darum bei unserer Kompanie auch nicht, sondern immer Kopf hoch und Augen und Ohren offen gehalten.
Nicht weniger als der äußere Dienst lag auch der innere unserem Hauptmann Mohr am Herzen und manche Hausfrau hätte da in eine gute Lehre bei ihm gehen können. In gleicher Weise wie dem fiskalischen Eigentum, oder besser gesagt in erhöhtem Maße galt seine Sorge dem körperlichen Befinden seiner Untergegeben, aber nicht etwa als Spezialist auf diesem oder jenem Gebiete (z. B. kannte ich einen Oberst, der jeden an Zellengewebsentzündung Erkrankten mit 3 Tagen Arrest bestrafte; ein anderer wieder hielt auf Hände- und Fingerpflege usw.), sondern um alles, was zur Gesundheit und zum Wohlbefinden und damit auch Steigerung der Leistungsfähigkeit des Mannes beitrug,' sorgte sich unser Hauptmann Mohr. Ständiges Beobachten, namentlich bei heißen, anstrengenden Märschen mit Gepäck war dazu erforderlich, und dank seinem Eingreifen und Abhilfeschaffen, soweit es sich mit dem Dienst vereinbaren ließ, konnten auch die schwächlicheren Leute auf volle Lei - stungshöhe gebracht und vor Schaden an ihrer Gesundheit bewahrt werden.
So verbarg unser Hauptmann unter einer äußerlich dienstlich strengen Haltung ein für seine Untergebenen allzeit besorgtes, gerechtes Herz; das fühlte jeder Einzelne, und jeder wäre ohne Besinnen für ihn durch Dick und Dünn gegangen. Darum treten wir alten 12er zu seinem morgigen 75. Geburtstage im Geiste an: Stillgestanden — Augen rechts! Die alte 12. Kompanie Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm Nr. 116 gratuliert Herrn General, ihrem verehrten alten Kompaniechef, herzlichst und wünscht ihm noch viele glückliche, schöne Jahre im Kreise seiner Familie!
Schaffende sammeln und geben!
Anläßlich der Sammelaktion der Deutschen Arbeitsfront für das Winterhilfswerk finden in Gießen Platzkonzerte statt, und zwar am heutigen Samstag von 17 bis 18 Uhr am Selterstor, am Sonntag von 11.30 bis 12.30 Uhr am Stadttheater.
Sprenger, Gauleiter und Reichsstatthalter.
Der Lord Goring ist nicht nur die dankbarste Rolle in diesem Stück, sondern auch die für Milde charakteristischste. Herr Lindt spielte sie mindestens so charmant und so elegant wie Harry Liedtke vor sechs Jahren; aber er wirkte nicht bloß als unwiderstehlicher Causeur, sondern wuchs zu einer liebenswürdigen, im Grunde ganz ernsthaften Charakterfigur, bei der alle Fäden zufammenlaufen.
Herr v. G sch me idler als Chiltern wäre in Auffassung und Anlage seiner Rolle am ehesten mit E. L. Diebl im Film zu vergleichen: er lab sehr out ans, bewabrte Haltung in den gefäbrtich- sten Situationen und entwickelte die innere Linie des Charakters mit Bedacht und Folgerichtigkeit
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letzten Vorhang und auf dem Heimweg, entdecken, daß dies vielleicht ein bißchen zu viel des Guten sei; er wird sich überlegen, ob etwa hierin eben der satirische Kern des Stückes zu finden fei, und ob nicht am Ende das ganze Stück am eigentlichen Problem vorbeigeangen sei — trotz der äußerlich durchaus glücklichen Lösung, bei der alles ohne Rest aufzugehen scheint Die gleiche Frage erhob sich schon vor einem Jahr angesichts der Filmfassung, die an sich schon den psychologischen und kriminellen „Fall" im „Idealen Gatten" stärker betonte, als uns das für ein Stück von Wilde richtig und empfehlenswert schien. Denn wir haben uns, jedenfalls soweit seine Gesellschaftsstücke in Betracht kommen, daran gewöhnt, mehr auf das Wie als auf das Was zu achten, mehr an der unvergleichlich eleganten und geistreichen Form uns zu ergötzen als mit angeborener Gründlichkeit in die Tiefe zu schürfen, wovor uns Wilde selbst in dem sattsam zitierten Vorwort zu seinem „Dorian Gray" übrigens selber ausdrücklich gewarnt hat. Und was das Theater betrifft, so war ja gerade bei Wildeschen Stücken nie die Frage, worauf der Ton und der eigentliche Nachdruck einer Aufführung zu legen fei.
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Hier setzt die Fassung von L e r b s . dessen Ueber- setzung der „Frau ohne Bedeutung" wir ja ebenfalls hier schon gesehen haben, bewußt und mit Nachdruck ein. Ihm geht es in seiner Bearbeitung nicht bloß um eine neue Uebersetzung, sondern um eine neue Wertung des Dichters: „Wir sind der Welt Wildes noch nahe genug, um sie wie Gegenwart zu erleben, und haben doch schon so viel Abstand zu ihr, daß sich uns eine Fülle der Vergleiche und der Erkenntnisse auftut .." Er erkennt zwar, gerade was den „Idealen Gatten" betrifft, in diesem Stück „Wildes größtes Geschenk an das Theater", aber er nimmt ihn hier, wie in den übrigen großen Gesellschaftsstücken, viel ernster, viel weniger unverbindlich, als wir es seither gewohnt waren: er begreift Wilde aus seiner Zeit heraus ... als ehrlichen Kämpfer gegen die Niedergangserscheinungen dieser seiner Zeit — „wir ermessen ... jetzt erst ganz die Größe seiner Absicht und seiner Läuterung" ...
Daraus ergab sich dem Bearbeiter folgerichtig die Aufgabe, 'Wildes Werk völlig neu zu erobern, was nicht mit einer bloßen Neuübersetzung geschehen konnte, wenn der Versuch nicht in einer gewiß erwünschten snrachlichen Relormi^rung steckenbleiben sollte. Der Bearbeiter „mußte sich dazu entschließen, wegzuschneiden, was zeitgebunden, spielerisch oder veraltet anmutete, anzudeuten und weiter zu führen.
was angedeutet und gewollt war, den Forderungen und Mitteln des Gegenwartstheaters anzupassen, was den Rhythmus der großen Szenen und Rollen hemmte, die Wahrhaftigkeit irgendwie trübte .."
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Wir haben den Eindruck, als ob dies vor allem dem letzten Akt, in dem sich die Fäden entwirren und, wenigstens äußerlich, alles zum Besten gekehrt wird, zugute gekommen sei. Wie weit der ideelle Gehalt, um den es dem Bearbeiter zu tun war, über den Einzelfall hinaus, dem Zuhörer im Gegensatz zu früheren Fassungen bewußt geworden ist, muß natürlich dahingestellt bleiben. Außer Zweifel scheint uns aber, daß das Stück an Konzentration, an angreifender Schärfe und, womöglich, an dramatischer Aktion gewonnen hat, ohne daß das typisch Wildesche Element, das unverwechselbare, verlorengegangen oder auch nur zu kurz gekommen wäre.
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Die Spielleitung hatte Herr Kühne; er hat schon früher des öfteren bewiesen, wie sehr die Inszenierung gerade derartiger Stücke seiner Begabung entgegenkommt. Seine Aufführung verfügte üfrt'r die in jener Filmfassung gelegentlich zu vermissende Leichtigkeit des Tons, ohne die das Stück nicht mehr von Wilde wäre, — stellenweise bis zu kammerspielartigen Wirkungen, besaß aber auch Energie genug, die glitzernde Oberfläche zu durchstoßen und Spiel und Gegenspiel an den immerhin nicht mehr bloß amüsanten Kern der Dinge heranzutreiben. — An ein paar Stellen war der Dialog nicht ganz deutlich, was in solchem Falle natürlich ausfällt; schade um jedes Wort. — Von Herrn Löfflers gediegener Ausstattung ist uns besonders das helle, geschmackvolle Damenzimmer (zweiter und vierter Akt) in angenehmer Erinnerung.—
Frau Stivl fand als Mrs. Cheveley ausführlich Gelegenheit, mit lächelnder Konversations- miene Ungeheuerlichkeiten oorzubringen und mit allen theatralisch unfehlbaren Mitteln einen gefährlichen Kampf um längst verlorene Positionen zu führen. Frl. Birkmann als Lady Chiltern: sehr damenhaft, korrekt und anfangs fast kühl in ihrer Verhaltenheit; erst im letzten Akt aus strenger Beherrschung gelockert und gefühlsmäßig völlig aufgeschlossen.
In kleineren Rollen wirkten hübsch und amüsant Frl. Prinz (Mabel), Herr D o l ck (Caversham) und Herr Frickhoeffer (Phipps). —
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Das gut besuchte Haus dankte angeregt mit
Nicht nur die alten 116er, mit denen sich Generalmajor Mohr auf Grund der langjährigen Waffenkameradschaft besonders eng verbunden weiß, sondern die alten Soldaten in unserer engeren Heimat überhaupt und viele weitere Volksgenossen in Stadt und Land bringen dem um Volk und Vaterland hochverdienten Offizier größte Wertschätzung entgegen. Sie ehren in Generalmajor Mohr einen alten Militär und deutschen Mann, der stets mit ganzem Herzen und mit aller Liebe dem deutschen Heere verbunden war und der auch nach dem unglücklichen Kriege an seiner Stelle mit allen Kräften dahin gewirkt hat, daß der Wehrgedanke und die Liebe zur Waffe im deutschen Volke nicht ganz verschüttet wurden, sondern insbesondere unter den alten Soldaten lebendig wirkende Kraft behielten, um von hier aus auf Die junge Generation übertragen zu werden. Wie sehr diese Aufgabe dem Jubilar Herzenssache war und wie er insbesondere an seinem alten Gießener Regiment Nr. 116 hing, das konnte man erst am jüngsten Donnerstag wieder aus seiner Ansprache gelegentlich der militärischen Feier in der Bergkaserne vernehmen. Und es ist für ihn sicherlich die größte Freude zu seinem morgigen 75. Geburtstage, wenige Tage vorher den Zeitpunkt miterlebt zu haben, der in der alten
Regimentsnummer 116 brachte. Auf die wiedererstandene mächtige deutsche Wehrmacht blickt auch Generalmajor Mohr am Abend seines Lebens mit herzlicher Freude und mit aufrichtigem Dank an den Führer, denn in dieser Wehrmacht wird ein wertvolles Stück der Lebensarbeit fortwirken, die der Jubilar als Waffenträger der Nation allezeit zum Wohle von Volk und Vaterland mit freudiger Hingabe geleistet hat. B.
Ein alter 116er gedenkt seines einstigen Kompaniechefs.
Von einem alten 116er der ehern. 12. Kompanie
des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (II. Großh. Hess.) Nr. 116 erhalten wir die nachstehende Zuschrift:
Herr Generalmajor a D. Rudolf Mohr begeht morgen, am 18. Oft. 1936, in bester Gesundheit und Frische seinen 75. Geburtstag. Hunderte ehemaliger 12er des alten Hess. Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm 116 werden beim Lesen dieser Zeilen erfreut an ihren „Alten" denken, und ernste und heitere Erinnerungsbilder einer längst vergangenen, unbeschwerten Zeit werden im Geiste
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Tageskalender für Samstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Verräter". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Bettelstudent". — Turnverein 1846, Feier des 90jährigen Bestehens, 20 Uhr, Festabend in der Turnhalle, Steinstraße. — Groß'scher Männerchor, 90. Gründungsfest, 20 Uhr im Cafä Leib.
Tageskalender für Sonntag.
Stadttheater, 11.30 bis 12.30 Uhr, 3. Morgenveranstaltung, „Ferdinand Raimund", zur 100. Wiederkehr seines Todestages"; 19.00 bis 21.30 Uhr, „Der Bettelstudent". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Verräter". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Bettelstudent". — Bataillonstag des Landsturm- Bataillons Gießen (XVIII, 9), 10.15 Uhr Gedächtnisfeier auf dem Neuen Friedhof, 15 Uhr Hauptfeier im Cafe Leib. — Turnverein 1846 (90jähriges Bestehen), 20 Uhr Familienfeier in der Turnhalle,
jutant des Infanterie-Regiments Nr. 95 in Gotha. Anschließend kam er als Adjutant zur Kommandantur in Breslau, am 20. Mai 1897 wurde er Hauptmann, bis 1. Oktober 1901 verblieb er in zu verleben. Seit Ende Dezember 1918 steht Generalmajor Mohr als Vorsitzender an der Spitze des Vereins ehemaliger Offiziere des Infanterie-Regiments Nr. 116 in Gießen, ferner leitete er als Vorsitzender die Gießener Ortsgruppe des Deutschen Offizier-Bundes.
Der aktive Truppendienst allein war für die Schaffensfreudigkeit dieses verdienten Offiziers noch nicht ausreichend genug, so daß er sich neben seinem Dienst noch auf dem Gebiete der Kriegsgeschichte als produktiver Schriftsteller betätigte. Als Stoff dieser schriftstellerischen Arbeiten behandelte er aus dem Feldzug 1870/71 die Schlacht bei Wörth, den Kriegsbeginn und das Gefecht bei Saarbrücken, sowie die Schlacht bei Spichern. Ferner gab er eine Arbeit über „Die Ausbildung der Unterführer für den Kriegsbedarf" heraus, weiterhin hat er eine fesselnde Schrift über „Kriegsgeschichtliche Wanderungen in und um Gießen" geschrieben. Seine gro-
Aus der Provinzialhauptstadl.
Generalmajor a. D. Mohr Z5 Jahre alt.
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Gießener Gtadttheater.
Oscar Wilde: „Ein idealer Gatte".
Das englische Gesellschaftsstück ist feit einiger «eit wieder große Mode bei uns; das ist ebensowenig zu bestreiten wie der Umstand, daß der Film — ohne zwar eine tiefere Begründung oder sachliche Legitimation für solche Stoffwahl Vorbringen zu können - das neuerwachte Interesse an Wilde und Shaw sehr entschieden gefordert hat. Den Idealen Gatten" beispielsweise sahen wir zuletzt im vergangenen Herbst in Thea non hartwus Ton- filmbearbeitung, aus dem Theater dagegen.vor,sechs Jahren gelegentlich eines Gastspiels von Harri) Liedtke Die Wiederausnahme in den Spielplan er- kolat nun in Gestalt einer Neubearbeitung durch Nr L e r b s , der im Programmheft die Grundzüge seiner Arbeit entwickelt; wir kommen noch dar- auf zu sprechen. #
Der ideale Gatte" Sir Robert Chiltern ist genau so wenig ideal wie die Mrs^ Arbuthnot eme Frau ohne Bedeutung" ist: auf dieser absichtlichen, ironischen und satirischen Umkehrung beruht das ganze Stück hier liegt der Ansatzpunkt für Wildes Ge- sellsch'astskritik und für die Dramaturgie seiner Akte, diese vier bilden zusammen em Theaterstück, das man gleichzeitig und mit demselben Recht als Lustspiel, als Salondrama und als
Widmen kann Es ist nach den Regeln der Kunsl und nach berühmten Mustern gebaut; es ar ecke mit allen, wenn nicht im Leben so doch auf der Bühne Halbwegs erlaubten Mitteln.
Es fetzt sich zusammen aus c’irter äufoerft be-- tö^en u^äuBerfi
Politik und Liebe, von Anständigkeit und G.mein- heit- es federt vor Spannung m allen öelenten, es fünf»?; nnn Witt und Geist und Bosheit, es macht o Jgegeidjnet unb auf eine zum wenigsten stir den Zuschauer und Hörer ungemein unterhaltsame und amüsante Weise Konversation. Cs geht sogar am Ende , Mt" aus: es schließt nicht nur, nach uralter Lustspieltradition, mit einer zärtlichen Serfabung, Wern was hier wesentlich ist, der Lord CH, ern (dessen Tadellosigkeit durch °wen dunklen Punkt in seiner Vergangenheit sa leider etwas b°emtracht,gt erscheint) hat Glück und fallt m feder Hinsicht, da? heißt: als Gatte und als Politiker, die Treppe
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...
Das ist es eben: der „moralisch" betrachtende Zuschauer wird, wenn auch vielleicht erst nach dem
Ausruf des Gauleiters
zur ersten Heichsstraßensamrnlung des Winierhilfswerks 1936/37.
Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1936/37 hat seinen Anfang genommen.
Wieder halten alle deutschen Volksgenossen in treuer Kameradschaft zusammen.
Am kommenden Samstag und Sonntag tritt die Gesamtheit der schaffenden Deutschen für dieses Werk nationalsozialistischen Zusammenhaltens ein, indem sie die erste Sammelaktion durchführt und nach besten Kräften ihr Opfer gibt. --
Jeder Volksgenosse wird stolz das Abzeichen der ersten Reichsstraßensammlung: die Wappen aus deutschem Grenzland, tragen.
Für uns Nationalsozialisten ist es ein wunderbares Gefühl, zu sehen, wie der von uns in schweren Jahren, in Tausenden von Versammlungen und in hartem Ringen vorangetragene Opsergedanke im deutschen Volk Fuß gefaßt hat.
Ich erwarte daher, daß der Sammlung der Deutschen Arbeitsfront für das Winterhilsswerk ein recht großer Erfolg beschieden ist, der das gewohnte Ergebnis der vergangenen Jahre noch übertrifft.
Adjutant beim Bezirkskommando in Meiningen, sodann vom 1. April 1894 bis 17. April 1897 Ad- seiner Adjutantenstelle in Breslau. Don dort führte ihn fein Dienst nach Gießen, wo er vom 1. Oktober 1901 ab Hauptmann und Kompagniechef im Infanterie-Regiment 116 wurde, dann vom 27. Januar 1907 ab als Major beim Stabe des Infanterie-Regiments 116 bis zum 20. April 1909 Dienst tat. Von Gießen wurde er am 20. April 1909 als Bataillonskommandeur nach Metz versetzt, in dieser Dienststellung gehörte er bis zum 1. Oktober 1913 in Metz, Förbach und Straßburg im Elsaß dem Infanterie-Regiment 174 an. Am 1. Oktober 1913 erfolgte seine Versetzung nach Lahr (Baden) als Oberstleutnant beim Stabe des Infanterie-Regiments Nr. 169, wo er bis zum 1. August 1914 in Garnison stand. Als Kommandeur des Landwehr- Regiments Nr. 109 rückte er am 1. August 1914 ins Feld. Am 21. Juni 1915 wurde er Oberst. In der zweiten Schlacht bei Mülhausen (Elsaß) stürzte er mit dem Pferde und erlitt dabei so schwere innere Schäden, daß er für den Frontdienst untauglich wurde. Vom 1. April 1916 ab bis zum Kriegsende diente er dem Vaterland als Kommandeur des Landwehrbezirks Straßburg i. Elf. Am 30. Oktober 1918 reichte er fein Abschiedsgesuch em, das am 11. Januar 1919 unter Verleihung des Charakters nls Generalmajor genehmigt wurde. Don Straß- bura übersiedelte er nach Gießen, wo er sich stets Zeitpunkt miterlebt ZU haben, der in Der alten febr wohlgefühlt hatte, um hier seinen Ruhestand > Garnisonstadt—GießeN—die—


