sich gegen den Negus zu stellen. Vor der Schlacht am Amba Aradam hatten sich einige tausend Galla in der Nähe des Hauptquartiers eingefunden, um sich zum Kampf gegen den „Erbfeind" ausrüsten zu lassen. So still wie sie gekommen, waren sie verschwunden. Erst später haben ntfr erfahren, daß sie sich an die Fersen der flüchtenden Mulugetatruppen geheftet haben, daß unter ihren Messern und Speeren auch der abessinische Ras gefallen ist. Vor wenigen Tagen erst trafen im italienischen Hauptquartier zwei Gallaleute ein, deren Gesichter durch glühende Eisen gebrandmarkt sind. Sie hatten kurz vor der Aradam-Schlacht mit vierzig Stammesgenossen zu den Italienern stoßen wollen, waren aber von den abessinischen Vorposten abgefangen und vor Ras Mulugeta geführt worden. Nach einem eingehenden Verhör, in dem sie sich auf ihre Zugehörigkeit zur Herrschaft des Ras Gugfa beriefen, trat auf dem Aradamberg ein Kriegsgericht zusammen, das sich einstimmig dafür aussprach, sämtlichen Gefangenen je einen Arm und einen Fuß abzuhacken. Ras Mulugeta bestätigte dieses Urteil nicht, sondern verwandelte es in die nicht weniger grausame Strafe der Gesichtsverstümmelung durch glühendes Eisen. Die Begründung lautete, daß die Verurteilten als lebende Wahrzeichen des Verrates am Reich und seinem Herrscherhause derart gebrandmarkt in ihren Heimatdörfern zur Schau gestellt werden sollten. Nachdem die Prozedur vollzogen, wurden die Gemarterten den Häuptlingen der um den Aradam herumliegenden Ortschaften zur Bewachung anvertraut, von diesen jedoch, als die Italiener siegreich vordrangen, freigelassen. Von dem Haß dieser Stämme gegen Addis Abeba kan man sich eine Vorstellung nur machen, wenn man persönlich mit ihren Angehörigen hat sprechen können.
Wirtschaftliche Betrachtungen.
„Eritrea ist eine steinige Gebirgswüste." Wie oft kann man dieses Urteil selbst von Italienern hören, die nicht als Siedler, sondern als Reisende, als Geschäftemacher hierherkommen. Ich bin nicht dieser Ansicht. Selbst in Eritrea sind große Siedlungsmöglichkeiten vorhanden. Selbstverständlich kann die alte Kolonie einen Vergleich mit den inzwischen besetzten Gebieten nicht aushalten. Je weiter man südlich vorstößt, um so mehr verändert sich der Charakter der Gegend. Schon in Adigrat fängt es an. Eine Ebene reiht sich an die andere, eine fruchtbarer als die andere. Hinter dem Amba Aradam dehnen sich endlose Flächen aus, die Tausenden von Familien Unterkunft und Nahrung bieten können. Südlich vom Takazze, südlich vom Amba Aladschi verwandelt sich das Gebiet in einen blühenden Garten. Die große Frage der Wasserbeschaffung, die weiter nördlich eine gewisse Rolle spielen mag, fällt hier vollkommen fort. Im völlig steinigen Tembien und in der westlich davon liegenden Schire hat man gerade eben reiche Gold- und Kohlenvorkommen festgestellt. Unter diesen Umständen braucht man sich nicht zu wundern, daß die Italiener keineswegs heute schon Haltmachen, sondern noch weiter vordringen, um möglichst viel von der immer reicher, immer fruchtbarer, immer siedlungsfähiger werdenden abessinischen Landschaft in ihre Hand zu bekommen.
Es regnet.
Die kleine Regenzeit hat seit vier Tagen eingesetzt. Wir hatten gerade notdürftig neben dem Hauptquartier unsere Zelte aufgeschlagen, als schwere Gewitter niederkamen, begleitet von wolkenbruchartigen Regen, die binnen wenigen Minuten das Lager in einen stehenden See verwandelten. Unsere Zelte hielten dem Unwetter nicht stand, und abends mußten wir auf unseren völlig durchnäßten Feldbetten versuchen, irgendwie in Schlaf zu kommen. Wir haben am nächsten Vormittag mit allen möglichen Hilfsmitteln den Schaden zu beheben versucht. Unser Lager hat dadurch an Schönheit verloren, aber wir hoffen auf diese Weise Über die kleine Regenzeit wohlbehalten in die große zu kommen; von der wir einen kleinen Vorgeschmack erhalten haben. Vormittags glühende Sonne, mittags Verdunkelung des Himmels, nachmittags während etwa zwei Stunden strömender Regen.
Die Einnahme von Desfie.
Rom, 16. April. (DNB.) Der italienische Heeresbericht Nr. 186 hat folgenden Wortlaut:
„Marschall B a d o g l i o telegraphiert: Die Besetzung von D e s s i e wurde gestern durch das erythräische Armeekorps durchgeführt, das unter dem Kommando des Generals Pirzio Biroli am 9. April von Quoram abmarschiert war und mit dem Schneid und der Hartnäckigkeit, die den ruhmreichen Ueberlieferunaen der erythräischen Truppen entsprechen, mehr als 2 0 0 Kilometer in nur 6 Tagen vorgerückt ist. Das Armeekorps wurde ausschließlich durch Flugzeuggeschwader verproviantiert. Bereits gestern sind unsere ersten Flugzeuge auf dem Flugplatz von Dessie gelandet.
An der S o m a l i f r o n t ist eine bemerkenswerte Patrouillentätigkeit zu verzeichnen."
Be eite südlich von Dessie
Dessie, 17. April. (Funkfpruch des Kriegsberichterstatters des DNB.) Sämtliche Europäer, die sich in Dessie aufhielten, haben die Stadt v e r l a s f e n. Ein Teil der Bevölkerung hat vor der Ankunft der italienischen Truppen Konsulate, Krankenhäuser und Wohnungen der Europäer verwüstet. In der Stadt wurde noch zahlreiches abessinisches Kriegsmaterial aller Art gefunden.
In D e f f i e fand sich Fitaurari Zeude Hailu ein, der Sohn des bekannten Dedschas Hailu Hurru, der an der Nordfront gegen die Italiener gekämpft hatte, um feine Unterwerfung mitzuteilen. Er war von zahlreichen Unterführern und bewaffneten Kriegern begleitet.
Vorgeschobene italienische Abteilungen stehen bereits südlich von Dessie.
Entlastung niederländischer Wehrpflichtiger.
Den Haag, 17. April. (DNB.) Die niederländische Regierung hat beschlossen, die An- gehörigen der Wehrmacht, deren D i e n st z e i t wegen der politischen Lage verlängert worden war, am 18. April nach Hause zu entlassen.
Botschafter von Hoeschs Heimkehr.
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Unser Bild zeigt die Aufbahrung der sterblichen Hülle des Botschafters auf dem in Wilhelmshaven eingetroffenen britischen Zerstörer „Scout". Die Fahne des Reiches und der Union Jack wehten auf Halbmast. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Wilhelmshaven, 16. April. (DNB.) Am Donnerstag gegen 14.30 Uhr traf der englische Zerstörer „Scout" mit der sterblichen Hülle Botschafters von Hoesch an Bord in Wilhelmshaven ein. Der Zerstörer, der die deutsche Haken- kreuzflaage im Top führte, machte an der Gazellen- Brücke fest, wo die Admiralität, das gesamte Offizierskorps des Marinestandortes und zahlreiche Persönlichkeiten, unter ihnen auch der englische Marineattach6 Kapitän Muirhead Gould, die Ankunft des Schiffes erwarteten. Am Kai waren drei Ehrenkompanien angetreten.
Nachdem der Zerstörer festgemacht hatte, begab sich der Kommandierende Admiral der Nordsee, Vizeadmiral Schultze, auf das Achterdeck des Schiffes, wo der mit der Hakenkreuzflagge bedeckte Sary auf der Geschützlafette aufgebahrt war. Vizeadmiral Schultze legte Kränze des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine und der Marinestation der Nordsee am Sarg des toten Botschafters nieder. Dann folgten eine Abordnung der Auslandsorganisation der NSDAP, und die Oberbürgermeister der beiden Jade-Städte Wilhelmshaven und Rüstringen, die ebenfalls Blumengebinde niederlegten.
Vizeadmiral Schultze verließ den Zerstörer, und auf ein Trompetensignal hoben acht englische Matrosen den Sarg und trugen ihn, während die Ehrenkompanien das Gewehr präsentierten, auf ihren Schultern an Land. Unter den Klängen eines Chorals wurtze er auf eine Geschützlafette gehoben
und der Trauerzug setzte sich in Bewegung. Voran schritt eine Unteroffiziersabordnung der Kriegsmarine, die die vielen Kränze trug. Ihr folgte eine Abordnung des Zerstörers „Scout" mit den Kränzen der englischen Regierung und der englischen Freunde des Botschafters. Das Traueraeleit, das sich an die Lafette mit dem Sarg anschloß, wurde von dem evangelischen Marinepfarrer eröffnet, hinter dem die Angehörigen des verstorbenen Botschafters, geleitet von dem Kommandierenden Admiral der Nordsee, dem englischen Marine- attach^ und Ministerialdirektor D i e ck h o f f, schritten. Dann folgten die Abordnungen der Partei und die Vertreter der Behörden. Der lange Trauerzug, der sich durch die von Menschenmassen umsäumten Straßen Wilhelmshavens zum Bahnhof bewegte, wurde durch das Offizierskorps der Marinegarnison abgeschlossen. Als sich der Zug dem Bahnhof näherte, ließ der II. Admiral der Nordsee das Gewehr präsentieren, und an den drei Ehrenkompanien vorbei wurde der Sarg auf der Lafette bis zum Zug gefahren.
Während zehn Marineoffiziere den Sarg in das Abteil hoben, rollten drei Ehrensalven über den Bahnhof. Dann trat der Kommandierende Admiral mit den nächsten Angehörigen noch einmal an den Sarg, um Abschied von dem Toten zu nehmen.
Der englische Zerstörer „Scout" wird noch am Donnerstag Wilhelmshaven wieder verlassen.
KomimmUcher Feiieröbersall in Madrid.
Madrid, 16. April. (DNB.) Bei der Beerdigung des am 5. Jahrestage der spanischen Republik von Kommuni st en erschossenen Polizeibeamten kam es am Donnerstag in Madrid zu neuen schweren Zwischenfällen. Von einem Neubau aus wurde auf den Trauerzug, der sich durch die Straßen der Innenstadt bewegte, geschossen. Die den Leichenzug begleitenden Polizeibeamten erwiderten das Feuer, worauf sich eine heftige Schießerei entspann.
Nach dem Feuerüberfall fanden an verschiedenen Stellen der Stadt neue Schießereien zwischen Kommuni st en und der Polizei statt. Insgesamt wurden bisher drei Personen getötet und etwa 50 zum Teil so schwer verletzt, daß sich die Zahl der Todesopfer noch erhöhen dürfte. Allein bei dem Ueberfall auf den Trauerzug sollen nach Aussagen von einigen Augenzeugen, zu denen auch ein früherer Minister gehört, annähernd 10 0 Schüsse gewechselt worden sein.
Umfangreiche Verhaftungen
Madrid, 17. April. (DNB. Funkspruch.) Im Zusammenhang mit dem blutigen Zwischenfall am Donnerstag in Madrid verhaftete d i e Polizei 170 Personen, zum größten Teil Mitglieder der spanischen Faschistischen Partei (Falange), sowie 74 Arbeiter des Neubaues, von dem aus angeblich auf den Trauerzug geschossen worden sein soll.
Die marxistischen Arbeitergewerkschaften veröffentlichen eine Bekanntmachung, in der sie sich gegen die „faschistische Herausforderung" verwahren und Maßnahmen zum „Selbstschutz" ankündigen, falls die Regierug ihr Versprechen, mit aller Entschiedenheit durchzugreifen, nicht halten sollte.
Rücktritt des Polizeidirektors
Madrid, 17. April. (DNB. Funkspruch.) Der Generaldirektor der spanischen Polizei ist im Zusammenhang mir den blutigen Zwischenfällen, die sich am Donnerstagnachmittag in Madrid ereigneten, von seinem Posten zurück- getreten.
Gleichfalls im Zusammenhang mit den Unruhen dürfte der Einzug des Ministers für öffentliche Arbeiten, Casares Quiroga, in das Innenministerium stehen. Quiroga zog am Donnerstag spät abends, vorn Ministerpräsidenten begleitet, mit einer starken polizeilichen
Leibwache ins Innenministerium ein. Es wird vermutet, daß Quiroga bis auf weiteres auch den Posten des Innenministers übernehmen soll, da der bisherige Innenminister infolge feines angegriffenen Gesundheitszustandes den augenblicklichen Anforderungen nicht gewachsen ist. Casares Quiroga war bereits unter der ersten Regierung Aza na zwei Iahe lang Innenminister. Die endgültige Entscheidung in dieser Angelegenheit dürste vom nächsten Ministerrat gefällt werden.
Vertrauensvotum für Azana
Madrid, 16. April. (DNB.) Der spanische Landtag hat am Donnerstagabend der Regierung Azana mit 195 gegen 78 Stimmen bei einer Stimmenthaltung das Vertrauen ausgesprochen.
Spanische Kommunisten in Eostarica unerwünscht.
San Ios 6 de Costarica, 17. April. (DNB. Funkspruch.) Die Regierung hat den Hafenbehörden Anweisung erteilt, die Einreise spanischer Kommunisten nach Costarica zu verhindern.
Streik auf einer französischen Werst.
Paris, 16. April. (DNB.) lieber 1800 Arbeiter der Loire-Werft in St. Nazaire, die hauptsächlich für die Kriegsmarine arbeiten, sind am Mittwoch in den A u s st a n d getreten. Nur 139 Arbeiter waren zur Arbeit erschienen. Die Streikenden machen bei der Leitung der Werft geltend, daß diese feit langem die unterzeichneten Arbeitsabmachungen nicht einhalte. Die Leitung der Werft hat daraufhin für Donnerstag alle streikenden Arbeiter ihrerseits ausgesperrt. Sie ist zur Aufnahme von Verhandlungen bereit, verlangt aber, daß der Arbeiterabordnung kein Vertreter der Arbeitbörse angehört.
Bäckerstreik in Mexiko.
Mexiko-Stadt, 17. April, (DNB. Funkspruch.) Am Donnerstagmittag traten die Belegschaften von 500 Bäckereien der Hauptstadt und des Bundesdistrikts in den Streik, insgesamt etwa 8000 Mann. Die Brotversorgung für mehrer Millionen Einwohner ist gefährdet.
Lhamberlains Besuch in Wien.
London, 17. April. (DNB. Funkspruch.) „News Chronicle" beschäftigt sich im Sonderbericht mit dem gegenwärtigen Aufenthalt Sir Austen Chamberlains in Wien. Dieser Besuch ist als Privat b e s u ch bezeichnet worden. „News Chronicle" möchte ihm aber eine große politische Bedeutung geben, indem es schreibt, die Bedeutung des Besuches werde durch die einflußreiche Stellung Chamberlains in der englischen Politik, im Unterhaus und in der konservativen Partei unterstrichen. Nach feinem Wiener Besuch werde Sir Austen Chamberlain sich nach Prag begeben, um die Ansichten- der Staatsmänner der Kleinen Entente kennen zu lernen. Ein Sonderkorrespondent des „Daily Herald" in Wien berichtet, in gut unterrichteten Kreisen Wiens werde Sir Austen Chamberlain als ein nichtamtlicher Botschafter betrachtet, um De ft e rreich zu einer Aenderung seiner Politik gegenüber Italien zu überreden.
Kleine politische Nachrichten.
Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, hat an Exzellenz von Trotha folgendes Telegramm gesandt: „Seine Exzellenz, Admiral von Trotha, Berlin. Am Tage, da Sie auf Ihr 50jäh- riges Wirken für deutsche Seegeltung zurückblicken, gedenke ich Ihrer, insbesondere als verdienstvollen Chefs des Stabes der deutschen Hochseeflotte am Skagerrak, in aufrichtiger Verehrung, verbunden mit den Wünschen, daß Sie noch lange und bei guter Gesundheit Deutschland Ihre Kräfte zur Verfügung stellen können. * Rudolf H e ß."
Der Wagen des Reichsministers Rust hatte Donnerstag mittag in Charlottenburg einen Zusammenstoß mit einem Privatkraftwagen. Der Minister routbe leicht am Kopf verletzt, konnte sich aber nach Anlegung eines Verbandes in sein Ministerium begeben.- Der Fahrer des anderen Wagens wurde ebenfalls nur leicht verletzt.
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Der ungarische Ministerpräsident G ö m b ö s ist an einer Nierenreizung leicht erkrankt und muß einige Tage das Zimmer hüten. Er wird aber die Amtsgeschäste weiter wahrnehmen.
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Nach einer Meldung der TASS aus Prag ist der dort über Ostern abgehaltene Internationale Freidenker-Kongreß abgeschlossen worden. An dem Kongreß hatte, wie gemeldet, auch eine Abordnung des sowjetrussischen Gottlosen-Verbandes teilgenommen, dessen Vertreter Lukatschewski einen Vortrag über „Die Tätigkeit der kämpferischen Gottlosen in der Sowjetunion" hielt. Lukatschewski ist nunmehr zum stellvertretenden Vorsitzenden des Ständigen Büros der Freidenkerinternationale gewählt worden.
Aus aller Welt.
Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht.
Im Prozeß wegen des E i n st u r z u n g l ü ck s in der Hermann-Göring-Straße in Berlin äußerte sich Bauleiter N o t h von der Berlinischen Baugesellschaft über die Schwierigkeiten personel - ler Art, die er bei seiner Arbeit gehabt hat. Direktor Hoffmann habe ihm erklärt, daß er mit seinen Leistungen sehr zufrieden sei; wenn er aber mit der Direktion nicht zusammenarbeiten könne, müsse er ihn entlassen. Hoffmann erklärt dazu, eine derartige Drohung sei ihm nicht ernst gewesen. N o t h will sie aber durchaus ernst aufgefaßt haben, denn er hat sich daraufhin nach einer anderen Stellung umgesehen. Auch mit dem Reichsbahnbuurat Weyher will N o t h erhebliche Auseinandersetzungen gehabt haben. Weyher habe die ganze Baustelle „verrückt gemacht", da er seine Anordnungen dauernd widerrufen und durch adere ersetzt habe. Auf einer Baubesprechung Mitte Juli 1935 sei Noth ihm gegenüber „massiv" geworden und habe ihm erklärt, daß er nur noch nach schriftlichen Anweisungen von Weyher arbeiten werde. Hoffmann sei bei dieser erregten Auseinandersetzung zugegen gewesen und habe ihn hinterher wegen feiner schlechten Zusammenarbeit mit Weyher zurechtgewiesen. Hoffmann ergänzte diese Angaben darin, daß er Noth wegen des Tones zurechtgewiesen, ihm in der Sache selbst aber Recht gegeben habe. Baurat Weyher will sich an diese erregte Besprechung überhaupt nicht mehr erinnern
fibJ.-Urlauber auf der Heimreise.
Was die KdF-Urlauber der zweiten Madeira-Fahrt von Anbeginn herbeisehnten, wurde am letzten Reisetage Wirklichkeit: Eine Be- gegnung mit deutschen Kriegsschiffen auf hoher See. Die Kreuzer „Nürnberg", „Leipzig" und „Köln" passierten auf ihrer Atlantikfahrt in der westlichen Nordsee das Flaggschiff der KdF.-Flotte „St. Louis". Die Urlauber versammelten sich auf allen Decks, um an diesem unvergeßlichen Ereignis teilzunehmen. Mit nicht endenwollender Begeisterung wurde das „Sieg-Heil" auf den Führer von Schiff zu Schiff getragen. Vor der Landung in Hamburg versammelten sich die 1060 Urlauber des Flaggschiffes St. Louis zu einem Abschiedsappell. Zum letzten Male spielte hierbei auch der unermüdliche Musikzug der Leibstandarte Adolf Hitler. Namens der Hamburg—Amerika - Linie und der Besatzung wünschte Kapitän Schellwien allen Urlaubern gute Heimkehr. Dann sprach Reiseleiter Obersturmbannführer Weberpals Abschiedsworte. Er rief den Urlaubern die großen Erlebnisse der Fahrt in (Erinnerung. Daran schloß er den begeistert aufgenommenen Appell an die Arbeiter, nach diesen unvergeßlichen Erlebnissen nun erst recht mitzuarbeiten am Aufbauwerk des Führers, dem das deutsche Volk und der deutsche Arbeiter alles und insbesondere auch diese schöne Reise verdanken.
Sturmflut in Venedig.
Venedig wurde am gestrigen Donnerstagnachmittag von einer außergewöhnlichen Sturmflut heimgesucht. In kurzer Zeit wurden der ganze Markusplatz und zahlreiche Straßen der Stadt überschwemmt. Die Leute konnten ihre Häuser, die Geschäftsläden und die Gasthöfe nicht verlassen. Die Flut stieg während der Abendstunden in raschem Tempo immer höher; in manchen Straßen stand
Herz und Nerven schonen!
...auf KAFFEE HAG umstellen!


