unwesentlich. Die Kür wies viele Schwierigkeiten und überraschend gute Uebergänge auf, besonders trat dies beim Uebergang von der schnellen zur langsamen Pirouette zu Tage. Langanhaltender Beifall belohnte die kleine Japanerin. Alise D s e - g u s e (Lettland) zeigte ganz gute Veranlagung, doch war die Ausführung der Figuren nicht frei genug. Die Amerikanerin Audrey Peppe bot eine sehr elegante Kür mit einem ganz eigenartigen Stil.
Vivi-Anne Hult 6 n (Schweden), im roten Samtkleidchen mit weißer Kappe, lief sehr edel und mit höchster Vollendung. Weich in den Sprüngen, genau in den Uebergängen, mit guter Körperhaltung, besonders in den Pirouetten, holte sie sich eine sehr gute Benotung, trotzdem die Kür nicht allzu schwer war. Die Amerikanerin Maribel V i n s s o n war technisch gut, lief aber etwas zu überhastet.
Und dann kam als Letzte
SonjaHenie,Iiorwegens„Eiskönigin^
Es bedarf keiner besonderen Betonung, daß das Publikum schon beim Erscyeinen „Sonjas" in begeisterten Beifall ausbrach. Von den Rängen, auf denen sich eine große Anzahl Berliner Schlachtenbummler befand, erscholl der Sportpalast-Kosename „Häseken" in lauten Sprechchören. „Sonja" war in violette Seide gekleidet und trug ein Blumen sträußchen an der linken Schulter. Sonja Henie be gönn etwas nervös, wurde aber schon nach den ersten Bewegungen gelockerter. Bald hatte sie sich ganz gefunden und zog nun die Zuschauer restlos in ihren Bann. In unerreichter Ausführung, mit wunderbarem Aufbau der Figuren, fehlerlosen Sprüngen, weichem Aufsetzen auf dem Eis und letzter Beherrschtheit der Körperhaltung lief die
Norwegerin eine Kür, die die größte und schwierigste war, die man an diesem denkwürdigen Samstagnachmittag im Olympia-Eisstadion zu sehen bekam. In vollkommener Aesthetik mit restloser lieber« einstimmung von Lauf und Musik war der Vortrag Sonjas ein Bild von schönster Harmonie. Er stellte Sonja erneut das Zeugnis aus, daß sie eine 1 Klasse für sich ist und vorerst noch von keiner Gegnerin erreicht werden kann. Don den Figuren hin- | terließen die Pirouetten, die — ob sie auf einem Fuß ober auf beiden Füßen gedreht wurden — gleich vollendet waren, eine überragende Mond- Kombination und der für Sonja Henie chpische abschließende Auslauf den nachhaltigsten Eindruck. Den Jubel, mit dem die Zuschauer „ihre" Sonja überschütteten, zu beschreiben, ist unmöglich. Allen Anwesenden war klar, daß nur „Sonja" für den olympischen Sieg in Frage kommen konnte. Keine ihrer Gegnerinnen bot etwas so Vollendetes und bis ins Kleinste Durchgearbeitetes, keine reichte in der Kür auch nur annähernd an sie heran.
Mit der Kür Sonja Henies hatte das Kunstlaufen der Frauen einen Abschluß gefunden, wie man sich ihn besser nicht hätte denken können.
Die Ergebnisse.
1. und Olympiasiegerin: Sonja Henie (Norwegen), Platzziffer 7,5, 424,5 Punkte; 2. Cecilia 'olledge (England), 13,5, 418,1; 3. Vivi-Anne Hul- n (Schweden), 28,0, 394,7; 4. Liselotte Landbeck (Belgien), 32,0, 393,3; 5. Maribel Vinsson (USA.), 39,0, 388,7; 6. Hedi Stenuf (Oesterreich), 40,0, 387,6; 7. Emmy Putzinger (Oesterreich) 49,0, 381,8; 8. Viktoria Lindpaintner (Deutschland), 51,0, 381,4; 9. Gretel Lainer (Oesterreich), 65,0 373,4; 10. Etsuko Inada (Japan), 77,0, 368,1.
Das Finale - der große Sprunglaus.
Am Schlußtag der IV. Olympischen Winterspiele spannte sich über Garmisch-Partenkirchen ein graubedeckter Himmel. Am Vormittag stand der große Sondersprunglauf zur Entscheidung an, der durch Birger Ruud mit einem neuen Norwegen- Sieg endete.
Der Andrang der Massen nahm unbeschreibliche Formen an. Lange vor dem auf 11 Uhr festgesetzten Beginn des Springens auf der Großen Olympiaschanze war das Skistadion dicht besetzt. Alle Rekorde, die bisher in bezug auf Zuschauermengen ausgestellt worden sind, wurden in Garmisch-Partenkirchen gebrochen.
Haltung und Stil entschieden den Kampf.
Ein aus der Erinnerung kaum erlöschendes Bild bot sich kurz vor Beginn des mit fieberhafter Spannung erwarteten Springens der Weltbesten auf den schmalen Brettern. Ein halbes hundert Springer war den Berg zum hohen Holzgerüft des weit hinausragenden Anlaufturmes hinaufgeklettert.
Kurz vor 11 Uhr erschien der Führer. Brausender Jubel begrüßte ihn und feine Begleitung.
Ein Böllerschuß eröffnete den. Wettbewerb, der in zwei Gängen durchgeführt wurde. Nach einem guten 54er des Jugoslawen Novak kam gleich danach der Japaner Miyajima in sehr schöner Haltung auf 63,5 Meter, die gleiche Weite erreichte der Kanadier Baadsvik. Der Amerikaner Mikkelsen kam in einem sehr unruhigen Flug auf 69,5 Meter, aber der als achter über den Bakken gehende Norweger Kaare Walberg setzte sich mit einem wundervollen Sprung von 73 Meter Weite vorläufig an die Spitze. Als erster Deutscher erreichte der Thüringer Hans Marr in gutem Stil 71,5 Meter. Hinter ihm landete der Norweger Arnold Kongsgaard in tadelfreier Haltung bei 74,5 Meter. Der zweite Deutsche, Franz Haslberger, sprang gut, aber mit 64 Meter zu kurz. Wie ein Vogel flog dann Birger Ruud, der Heine norwegische Springerkönig, durch die Lust. Bewundernswert seine schmale Skiführung, die weite, in den Hüften abgeknickte Vorlage und das gut durchgedrückte Kreuz. Seine Weite beträgt 75 Meter.
Sven Eriksson am weitesten!
Der Pole Czech und der Schweizer Badrutt fielen gegen den Norweger erheblich ab. Der Finne Pa
elti stürzte. Jgur-Japan ist mit stilrein durchgestandenen 74,5 Meter der Beste von seinen Landsleuten. Unter größter Anteilnahme sah dann die Riefenmenge dem Sprung des großen Schweden Sven Eriksson entgegen. Kraftvoll schwang der Schwede sich vom Schanzentisch ab, jedoch in der Luft wackelte er leicht. Groß ist der Beifall, als 76 Meter Weite, der längste Sprung des ersten Durchganges, verkündet werden. Aber in Stil und Haltung hatte Birger Ruud seinen großen Rivalen übertroffen. Reidar Andersen sprang in prächtigem Stil 74 Meter. Mit einem 71er beschloß der Finne Murama den ersten Durchgang.
Bereits jetzt schien es klar, daß der Slusgang des letzten olympischen Skiwettbewerbes nur zwischen Birger Ruud und Sven Eriksson liegen würde. Die Spannung der 150 000 Zuschauer in und um das Skistadion hatte ihren Höhepunkt erreicht, als der zweite Durchgang begann. Im allgemeinen wurden hier die im ersten Laus erzielten Weiten mit wenigen Ausnahmen übertroffen. So kam gleich der wieder den Reigen eröffnende Jugoslawe Novak auf 58,5 Meter. Der Erzgebirgler Paul Kraus setzte wie schon vorher in schöner Haltung bei 62,5 Meter auf. Der Norweger Wahlberg war mit 72 Meter kürzer als im ersten Gang, auch Hans Marr erreichte mit 69 Meter seine Leistung aus dem ersten Gang nicht mehr. Haslberger verbesserte sich um 3 Meter auf 67 Meter Weite. Dann segelte wieder Birger Ruud in einer makellosen Haltung. Aber mit 74,5 Meter war der kleine Norweger kürzer als im ersten Gang. Die Spannung war daher um so größer, als ruhig und beherrscht Schwedens größter Springer am Ablauf stand. Er i k s s o n kam gut ab, stand diesmal ruhig in vorbildlicher Haltung in der Luft, setzte bei wieder 76 Meter völlig sicher auf und raste unter dem Beifallssturm der Zuschauer den Auslauf hinunter.
Wer hatte den großen Kampf gewonnen? Das war die große Frage. Eriksson erzielte die größte Weite. Birger Ruud aber sprang den besseren Sttl!
Birger Ruud zum zweiten Riale Olympia-Sieger!
Das ausgeglichene Können der norwegischen Springergarde wirkte im Olympischen Sprunglauf geradezu verblüffend. Zwar ist Birger Ruud eine Klasse für sich und ein wirklicher „Springerkönig", aber seine Landsleute stehen nur ganz wenig hinter ihm zurück. Diesmal mußte jedoch der Norwe
ger mit dem hervorragenden Schweden Sven Eriksson einen harten Strauß bestehen. Eriksson zeigte sich als ein durchaus gleichwertiger Gegner, aber in der Haltung kam er an den Norweger nicht heran. Diese Ueberlegenheit Ruuds in der Körperbeherrschung vermochten selbst die um 2% Meter größeren Weiten Erikssons nicht auszugleichen, so daß er mit einem Vorsprung von 1,5 Punkten zum zweiten Male Olympia-Sieger wurde. Auch die Bronce-Medaille fiel an einen Norweger, Reidar Andersen, der vor seinem Landsmann Kaare W a l b e r g Dritter wurde. Ueberraschend gut sprang Stanislaus Marusarz (Polen), der stark verbessert mit 75,5 Meter den zweitbesten und -weitesten Sprung zeigte.
Die deutschen Springer enttäuschten!
Keiner von ihnen erreichte auch nur annähernd die im Training erzielten Weiten und auch in der Haltung waren sie unsicher. Unter diesen Umständen konnte Hans Marr, als bester Deutscher, nur den zehnten Platz belegen. Kurt Körner kam auf den
12., Haslb erger aus den 17. und Paul Kraus auf den 18. Platz. Einen starken Abstand von der norwegischen Springerklasse verrieten die Schweizer und Oesterreicher. Die Japaner hatte man nach ihren guten Trainingsleistungen auch weiter vorn erwartet.
Ergebnisse des Spezial-Sprunglaufes.
1. Birger Ruud (Norwegen), Sprungweiten 75 m, 74,5 m, Note 232,0; 2. Eriksson (Schweden), 76 m, 76 m, 230,5; 3. R. Andersen (Norwegen), 74 m, 75 m, 228,9; 4. Kaare Walberg (Norwegen), 73,5 m, 72 m, 227,0; 5. Stan. Marusarz (Polen), 73 m, 75,5 m, 221,6; 6. L. Dalenen (Finnland), 73,5 m, 67 m, 219,4; 7. Masaji Jguro (Japan), 74,5 m, 72,5 m, 218,2; 8. Arnold Kongsgaard (Norwegen), 74,5 m, 66 m, 217,7; 9. V. Tiihonen (Finnland), 71,5 m, 70 m, 215,3; 10. Hans Marr (Deutschland), 71,5 m, 69 m, 214,2; 11. Sverre Fredheim (USA.), 73,5 m, 73 m, 214,1; 12. Kurt Körner (Deutschland) 70 m, 71,5 m, 209,3.
England Sieger im Eishockey-Turnier.
Die letzten Kämpfe.
Kanada—Tschechoslowakei 7:0.
Die olympischen Eiskockeyspiele der Entscheidungsrunde wurden am Samstagvormittag mit dem Kampf Kanada — Tschechoslowakei fortgesetzt. Etwa 8000 Zuschauer hatten sich eingefunden, die einen glatten und verdienten Sieg der Kanadier erlebten. Die Kanadier gaben sich keine große Mühe und schienen den Gegner nicht sonderlich hoch einzuschätzen. Von Beginn an hatten die Kanadier das Heft in der Hand. Sie spielten wie sie wollten. Im zweiten Drittel wurde das Tempo etwas stürmischer und der Kampf lebhafter. Die Kanadier bleiben weiterhin überlegen und drängen die Tschechen in ihre eigene Hälfte zurück. Im letzten Spieldrittel standen die Kanadier fast ausschließlich in der tschechischen Spielhälfte und begnügten sich mit der Vorführung wirklich besten Eishockeys.
England -USA. 0:0.
Nach dreimaliger Verlängerung.
Am Samstagabend fand im ausverkauften Olympia-Eisstadion der Eishockeykampf zwischen den Mannschaften von England und USA. statt, das wichtigste Spiel des ganzen Turniers. Galt es doch für Enaland, sich durch einen Sieg gegen Amerikas Auswahl den ersten Platz endgültig zu sichern und damit die schwer umkämpfte Eishockey-Goldmedaille zu gewinnen. Das Interesse des Publikums für diesen Kampf war riesengroß.
Das Spiel begann äußerst flott. Gleich in den ersten Minuten versuchten die Amerikaner durch blitzschnelle Vorstöße die gegnerische Verteidigung zu überrumpeln, jedoch war das Schlußdreieck der Engländer auf der Hut. Zweimal kurz hintereinander gelang es dem amerikanischen Stürmer Garrison durchzubrechen, er hatte jedesmal nur noch den englischen Torwart Foster vor sich, der aber die beiden Scharfschüsse glänzend hielt. Auf der anderen Seite wehrte auch Amerikas Torhüter ausgezeichnet. Nach einem ausgeglichenen ersten Drittel trennten sich die Mannschaften mit 0:0 Toren.
In den ersten Minuten des zweiten Drittels gefährdeten die Engländer durch heftige Vorstöße wiederholt das amerikanische Tor. Aber auch die Engländer hatten sich sehr zu wehren. Gegen Schluß des zweiten Drittels wurde der Kampf etwas hart. Es gab aber wieder fein Tor.
Auch das reguläre Schlußdrittel brachte einen weiter verteilten Kampf, in dem sich beide Verteidigungen ausgezeichnet schlugen, so daß alle Angriffe ohne Erfolg blieben. Das Spiel erfuhr dann eine dreimalige Verlängerung, ohne daß sich am 0:0 etwas änderte.
Kanada schlägt Amerika 1:0.
Der letzte Kampf.
Der letzte Kampf des olympischen Eishockey-Turniers, das Treffen der Mannschaften von USA und
Kanada, hatte am Sonntagnachmittag dem Kunsteis- Stadion in Garmisch-Partenkirchen noch einmal ein restlos ausverkauftes Haus gebracht. Als die Mannschaften in das Spielfeld liefen, mochten etwa 12 000 Eisyockey-Begeifterte versammelt sein.
Die Kanadier arbeiteten sich sofort eine leichte Ueberlegenheit heraus. Das Führungstor der Kanadier fiel ziemlich überraschend bereits in der zweiten Minute. Im Anschluß an einen Bully konnte N e - ville die Scheibe zum 1:0 für Kanada einschieben. Im zweiten Drittel setzten die Kanadier ihre ftürmi-
Schützt die Haustiere vor Kalte!
schen Angriffe auf das amerikanische Tor fort. Es gab aber keinen Torerfolg. Auch im Schlußdrittel blieben beiden Parteien Erfolge versagt. Die Amerikaner drängten zwar mit Macht auf den Ausgleich, doch hielt das kanadische Hintertrio allen Angriffen mit bewunderungswürdiger Sicherheit stand. Kana-, das Sturm war aber auch nicht untätig und so wech-' selten die gefährlichen Szenen vor beiden Toren blitzartig. Das Tempo wurde gegen Schluß des Spieles noch gesteigert, aber auch dieser letzte Einsatz beider Mannschaften nützte nichts mehr, es blieb - beim 1:0 für Kanada.
Norwegen
vor Deutschland und Schweden.
Der Schlußstand der inoffiziellen Länderwertung.
Bei den Olympischen Winterspielen wird bekanntlich eine amtliche Länderwertung nicht geführt. Es hat sich aber die Gepflogenheit herausgebildet, inoffiziell das Abschneiden der einzelnen Nationen mit Punkten für die ersten sechs Plätze eines jeden Wettbewerbes zu bewerten, um so einen lieber- blick darüber zu gewinnen, welche Länder sich besonders hervorgetan haben. Insgesamt konnten 17 Nationen von den 28 vertretenen einen „olympischen Erfolg" buchen und damit Aufnahme in die Liste finden.
Das Ergebnis: 1. Norwegen 100 Punkte; 2. Deutschland 48 P.; 3. Schweden 43 P.; 4. Finnland 38 P.; 5. USA. 32'/- P.; 6. Oesterreich 26'/- P.; 7. England 22 P.; 8. Schweiz 20 P.; 9. Kanada 9 P.; 10 Tschechoslopakei 7 P.; 11. Ungarn 7 P.; 12. Belgien 5 P.; 13. Frankreich 4 P: 14. Holland 4 P.; 15. Italien 3 P.; 16. Japan 3 P.; 17. Polen 2 Punkte.
Die Bewertung erfolgte auf folgender Grundlage: 1. Platz 7 Punkte, 2. Platz 5 Punkte, 3. Platz 4 Punkte, 4. Platz 3 Punkte, 5. Platz 2 Punkte, 6. Platz 1 Punkt.
Abschied vom Orion.
Von Prof. Paul Kirchberger.
Nun dauert es gar nicht mehr so lang, und wir müssen von dem schönsten Sternbild unseres Winter- Himmels, dem Orion, Abschied nehmen. Seine Zeit ist wieder um.
Ende Oktober sieht der Sternfreund den Orion zum ersten Male. Er erscheint bann erst spät am Abend und grüßt nur knapp von Osten herüber. Je weiter der Herbst vorrückt, um so früher geht er auf, und je winterlicher es späterhin wird, an um so höherer und weiter nach Süden gelegener Stelle sehen wir ihn beim Dunkelwerden. Immer schöner und eindrucksvoller erstrahlt er, bis er zu Beginn des Frühjahrs in die niedrigeren Teile des Westhimmels hmabgedrückt und dort immer unscheinbarer wird. So ist er vor allen andern das eigentliche Winter- st e r n b i l d.
Er ist wohl auch das berühmteste aller Sternbilder. Das liegt gleicherweise an der großen Schönheit seiner Form wie an Der großen Zahl Heller Sterne, die sich an keiner andern Stelle des Himmels so dicht gedrängt finden wie hier. Auch knüpfen sich an fein anderes Sternbild so viele Sagen und Vorstellungen. Sie zeigen uns den Orion, wie er als mächtiger Jäger die Keule gegen den Stier schwingt, oder die Plejaden scheucht, oder wie er endlich von seinem Schicksal ereilt wird, vom Skorpion gebissen zu werden, denn dieses Sternbild geht auf, wenn er untergeht. Drei von den sieben Orionsternen führen besondere Namen; merkwürdigerweise tff es erst der dritthellste, der rechts oben stehende Stern „Bellatri x", „die Kriegerin", die sich einen Namen aus dem Altertum bewahrt hat. Die beiden hellsten und auffallendsten Sterne, der links oben stehende Beteigeuze und der rechts unten stehende 9t igel, führen arabische Namen; sie bedeuten „Schulter" und „Fuß", je nach der Stelle, an der die Sterne in der hergebrachten Zeichnung des Bildes stehen. Denn es war ja der Zweck der Bilder, sich genau den Straßen anzupassen, um die herum sie gezeichnet wurden. Die drei Sterne in der Mitte bezeichnen den Gürtel, und an ihm hing bas kurze Schwert, bas bie Stelle bes Orionnebels wie- bergibt.
Schon bei Homer taucht der Name bes Orion auf, Obysseus sieht ihn in der Unterwelt, wo er noch immer seiner Leibenschast, der Jagd, obliegt. Diese Vorstellung hat bie Menschheit burch Jahrtausende hinburch begleitet, und unzählige Sternfreunde, die sich an dem glanzvollen Sternbild erfreuten, sahen
hinter ihm die Gestatt des Helden, der ihm feinen Namen gegeben hat.
Für die neueste Sternkunde, die ja die Sterne mit ungeheurem Aufwand wissenschaftlichen Scharfsinns untersucht und in ihren Eigentümlichkeiten erforscht, ist das Sternbild gleichfalls ganz besonders bedeutungsvoll. Seine beiden hellsten Sterne, Beteigeuze und Rigel, sind sozusagen die äußersten Glieder einer langen Reihe. Beteigeuze gehört zu den kältesten Sternen; die äußern Schichten, also Diejenigen, die wir sehen, weil sie uns Strahlen zusenden, sind vielleicht 3000 Grad heiß, haben also keine größere Hitze, als wir sie allenfalls auch mit irdischen Mitteln Herstellen können. Dafür ist aber dieser Stern ganz ungeheuer ausgedehnt, viel, viel größer als die Sonne, so daß die Erde ihren Umlauf um bie Sonne, in ihm ausführen könnte. Hingegen ist Rigel ein so heißer unb so mächtig strahlenber Stern, baß, wenn er selbst 20- ober 30mal weiter von uns entfernt wäre als bie Sonne, bie Erbe oerborren müßte unb fein Leben auf ihr bestehen könnte. — Wer genau zusieht, wird Den Unterschied in der Natur der beiden Sterne schon mit bloßem Auge wahrnehmen, denn von der geldlich-rötlichen Farbe Beteigeuzes hebt sich die weiß-bläuliche des Rigel eigentümlich ab.
Oie Wunder Granadas.
Von Dr Zrih Leffel, Madrid.
Einem Phantasiebegabten, der dem Schicksal für immer zu danken hat, daß er auf dem historischen Boden Granadas wandeln durste, wird es nicht schwer fallen, sich inmitten dieser Stadt, bie an Erinnerungen aus allen Zeitepochen so unenblich reich ist, in bie vielseitige Vergangenheit zurückzuversetzen. Einem jeben in Deutschland, der noch so wenig über Granada weiß, wird der Name dieser Stabt ewig oerbunben sein mit ber Alhambra, jenem einzigartigen Denkmal maurischer Baukunst in Spanien. Viele Stürme hat die Stabt über sich ergehen lassen müssen, zahlreiche Herrscher regierten in Granada, bis es zu dem wurde, was es gegen- ^ä^Adarstellt: eine Fremdenstadt, die unendlich viele Menschen aus allen Ländern Europas, ja aus der ganzen Welt anlockt. Einem jeden Besucher wird es klar werden, daß die Araber dieses Stückchen Erde am Zusammenfluß des Darro und Genil liebten und bis zum Letzten verteidigten. Unüber- ttefflich ist der Blick auf die mit ewigem Schnee bedeckten Berge der S i e r r e Nevada. Man muß hier den blauen Himmel in seiner Harmonie mit den Schneebergen gesehen haben, um diese Stadt lieben zu lernen.
Heute ist Granada eine Stadt von über 100 000 Einwohnern, Sitz einer Universität unb eines Erzbischofs. Zwei Dinge vor allem bleiben jebem Besucher unauslöschlich im Gedächtnis haften: bie Zigeunerhöhlen und bie Alhambra. Granada ist der einzige Ort in ganz Spanien, wo es seßhafte Zigeuner gibt. Sie stellen gewissermaßen die Zigeuneraristokratie dar. Seit 1532 sind sie hier schon ansässig. Man hielt sie lange Zeit für Aegypter. Die Zigeuner wohnen in den sogenannten cuevas (Höhlen), bie in einen Berg hineingebaut sind. Man staunt, wenn man ihre sauberen Räume betritt und wenn man erfährt, daß es unter ihnen zahlreiche intelligente Menschen gibt, die studieren und Beamtenstellen im spanischen Staat einnehmen. Sie ernähren sich zum großen Teil durch handgefertigte Kupferarbeiten und burch bie Aufführung ihrer nationalen Tänze in den wunderhübschen, reich verzierten bunten Gewändern. So etwas sieht man nur in Granada!
Während dies einzigartige, ganz auf den Fremdenverkehr eingestellte Zigeunerleben in Deutschland weniger bekannt zu sein pflegt, verbindet jeder mit dem Namen Alhambra eine bestimmte Vor- stelluna. Im 13. Jahrhundert errichtete Mohammed i., der Begründer einer neuen Dynastie, auf dem die Stadt beherrschenden Hügel einen kleinen Palast. UeberaU sieht man den arabischen Wahlspruch: „Es ist kein Ueberwinder außer Gott". Die Nachfolger des Erbauers erweiterten den Palast, bis Mohammed II. im 14. Jahrhundert der Schöpfer ber gewaltigen Prachtbauten würbe, die ber Alhambra fo großen Ruhm eingebracht haben. Er ließ nicht nur den Myrtenhof ausbauen, sondern auch den an Schönheit unübertrefflichen Löwenhofpalast, die Winterwohnung der Herrscher mit Dem Harem. Unverständlich wird es immer bleiben, daß Karl V. später einen Teil niederreißen ließ, um an dieser Stelle einen gewaltigen Renaissancepalast zu erbauen, der burch feine Höhe bie übrigen Bauten gerabezu in den Schatten stellt. Hat er nicht eine gleiche Stillosigkeit begangen, als er die Moschee in Cordoba für katholische Zwecke umbauen ließ? In den späteren Jahrhunderten hat man für unsere Begriffe viel gesündigt, indem man große Teile einfach verfallen ließ. Erst mit dem Erwachen der Romantik wurden die Spanier sich dessen bewußt, daß sie in ber Alhambra einen unendlichen Schatz besitzen. Heute läßt man dagegen die Gesichtspunkte der modernen Denkmalspflege walten unb hat vieles wiederhergestelll. Sicherlich hat auch das Moment Dabei eine entscheidende Rolle gespielt, baß die Alhambra eine großartige Einnahmequelle für die Stadt und Den spanischen . Staat ist.
Doch was noch erhalten ist, bietet uns einen tiefen Einblick in die großartige Kunst der Araber. Die Alhambra ist ein treffliches Beispiel für Den Palastbau bes Islams, ber sich in drei Teile zu gliedern pflegt: den Mexuar, der für bie öffentliche Rechtsprechung und die 23erfammlungen oe stimmt mar, den Diwan, den eigentlichen Königspalast, und Den Harem, der die Frauengemächer enthielt. Alle Räume münden in einen Hof, Der auch schon im griechisch-römischen Haus Den Mittelpunkt bildete. Die künstlerische Bedeutung der Alhambra liegt weiter in den überaus reichen und vielseitigen Verzierungen, mit denen alle Räume ausgestattet sind. Der Schmuck der Wände mit seinen verschlungenen geometrischen Linien und dem komplizierten Rankenwerk erinnert oft an orientalische Teppiche. Einzigartig sind die „Stalaktitengewölbe", welche aus unzähligen Körperchen gebildet sind, die treppenförmig übereinander gelagert wurden. Die Wandflächen enthalten in arabischer Schrift zahlreiche Lobpreisungen Allahs und feiern mit überschwenglichen Worten Mohammed V.
Es würde zu weit führen, auf die künstlerische Ausgestaltung der einzelnen Räume einzugehen, ganz abgesehen davon, daß Worte allein die Pracht nicht darzustellen vermögen. Man könnte noch vieles sagen über Die Bestimmung Der einzelnen Räume, über Das vielseitige Leben Darin, wie es Der Eng- länDer Washington Irving in meisterhafter Form dargeftellt hat; man könnte erzählen von Den prachtvollen Türmen, die Die gewaltigen Umfassungsmauern unterbrechen, doch Das würde alles zu nüchtern klingen. Ich begnüge mich mit Der Fest- ftettuna, daß Der spanische Staat in Der Alhambra eines Der kostbarsten Denkmäler fein eigen nennt. Die künstlerisches Schaffen auf Der Wett hervor- gebracht hat.
Gedächtniswunder.
Eine bekannte Grammophongesellschaft beschäftigt ein junges Mädchen, Das sich durch eine wirklich einzigartige Gabe auszeichnet. Hat es nämlich einmal eine Melodie, wenn auch nur flüchtig gehört, so behält sie jeden Ton und vergißt auch den Namen Des Stückes nicht. Die Käufer von Grammophonplatten können von ihr also auf Die angenehmste Weise bedient werden. Wenn jemand von einer einschmeichelnden Melodie nur einige wenige Takte behalten hat, so braucht er diese nur vor sich her zu summen oder zu pfeifen, und Die begabte Verkäuferin wirb sofort in Der Lage fein. Die entsprechende Grammophonplatte aus Dem Fach zu holen und dem verdutzten Besucher vorzuspielen.
1
5
66» ij»*S
irütfs i mit Älter wa i H w®ü' »r in 61
ir.#n' h •] Ze Baren W
■erirnheiinb wa Sm, bie noch aus u iofl gedacht war,! he Vergangenheit
W-lstderMg°' Manben noch aus St lit WÜle" noch M Macht der fen liirr sosort zu spr nniql aus eitel fiiel □man über sein „P zM den Schmiß mliidjDiel, ihm star toi ichgkeit höher. I H'dnb langsam,
Uienidkörper im fei? er schließlich zgenden Organisrr jjli verdrängen o Mächtiger der R Zum so mehr ver Meer, ohne ihre nee zeigte sich bali Nennte, die dem □ober nicht achte! ÜDassenhandwerk 8 do zwischen einma üba Waldhüters o
IM,2 der DO 16;«*L|tn er W’Ä schicke
IM W »S'Ä
- w*S!Tl
neiiia Zollbeamte! wcm, den Ruhm d lAev., bildete die üf ! Leden, gad ihm ’ unb schuf fo, fch. ! wohtdurchdachten 1 eingreifend das " reines Berufshi • die Ration ‘ durchgeschultes ' Staat
, Die Durchsüh ftatt Masse, rour !i »ahm den militä «bewährtesten Ju JJ,’»Bieren des j •Mien lieferte, 1 n M nach und
Gießer > Drittes Tolistz ., "^de wirklich
d-r Seiw fei . 2 seines A
! M hörten da
i hWa fch^ t
l! 'weitem höz I ®r$8inr‘in®eil ■ 1- 4 rl*“"6 'innen, “fo" te(* ortX*e'r.
KS i feier »Ly wird
! * tteifin: Nllt lta
>5»
ML
nJNte ba
!ran Viefern Di


