Samstag, »b. Mai Mb
Siegener Anzeiger (iöenerat-Anzetger für Gberhesfen)
Nr. U4 Drittes blau
Dankopfer der Nation
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Stärke liegt nicht in der Mehrheit, sondern in der Reinheit des Willens, Opfer zu bringen. Drum zeichne für das „Dankopfer der Ration"!
des und mit
Pfarrpersonalien. Pfarrer Wilhelm See« Dekanat Wörrstadt, zum
meln in straffer Zucht und Aufgeschlossenheit Geistes. Wir wenden uns deswegen an Eltern Erzieher, an Betriebsführer und Lehrmeister der Bitte:
über und über örtliche anstalten.
Zeltlager? Wer von uns hat schon im Zeltlager Erlebnis und Gemeinschaft geteilt, als Kamerad mit dem Kameraden am Lagerfeuer gesessen und aus dem gleichen Topf gegessen? Wir Aelteren haben diese Kameradschaft im Schützengraben oder im Kampf für die Bewegung erlebt und dort den tiefen Sinn der Gemeinschaft verstehen gelernt. Jahre trennen uns von diesem Erlebnis und eine neue Jugend wächst in einem neuen Deutschland heran. Ein großer Gedanke beherrscht all unser Tun und Handeln, unser Leben und Streben, den Geist der Ration: das Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Verbundenheit, der Gemeinschaft!
Ein Volk trägt sein Schicksal. Dieses lebendige Gefühl der Volks- und Schickfalsgemeinfchaft müssen wir wach erhalten und stärken, von Generation zu Generation als etwas Kostbares pflegen, denn: der wahrhafte Sozialismus, den uns Adolf Hitler erleben läht, gründet sich auf das Gemeinfchafts- empfinden des ganzen Volkes. In unserer Jugend wollen wir die Träger dieses Geistes sehen, heute noch als Lernende, später aber als Führende der Ration!
Deswegen haben wir die Zeltlager der Hitler- Jugend geschaffen, um dort die Jungen aus der Fabrik, aus der Werkstatt des Handwerks, aus dem Hof des Bauern, aus den Schulen und Seminaren zufammenzufaffen in der Lagergemeinfchaft. hier fallen fie sich kennen und verstehen lernen, wenn einer auf den anderen angewiesen ist, hier sollen sie aus der räumlichen Enge der Stadt, des Arbeitsplatzes hinaustreten in die weite Ratur, hier sollen sie Gemeinsames erleben und Kräfte fam-
* Italienisches Stammwort, aus dem „Kartoffel" entstand.
Metzger, Bezirksbauernführer Schreiber, Führer des Vannes 116
Stühler, Kreishandwerksmeister
Wagner, Kreiswatter der DAF.
Sturm 13/R. 116, Lang-Göns: Lang-Göns, Gasthaus „Zum Schwanen", werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Sturm 14/R. 116, Reiskirchen: Gasthaus Gundrum, Reiskirchen, und Bürgermeisterei Beuern, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Sturm 15/R. 116, Londorf: Truppführer Bott, Londorf a. d. Lda., Adolf-Hitler-Straße 1, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Sturmbann III/K 116 Raubach.
Sturm 21/R. 116, Gedern: Bürgermeisterei Gedern, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Sturm 22/R. 116, Schotten: Kreisleitung Schotten, Dienstzimmer des Sturmes, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Sturm 23/R. 116, Laubach: Bürgermeisterei Hungen, Dienstzimmer des Sturmes, und Laubach, Dienstzimmer des Sturmbannes, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Sturm 24/R. 116, Grünberg: Rathaus in Grünberg, Dienstzimmer des Sturmes, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Sturm 25/R. 116, Lich: Rathaus in Lich, Dienstzimmer des Sturmes, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Taesler, Führer des Jungbannes 116.
Die Reserve-Standarte 116 Giehen bietet allen Volksgenossen Gelegenheit, dem Führer ihren Dank abzustatten:
Sturmbann I/B 116 Lauterbach
Sturm 1/R. 116, Lauterbach: Schlitz, SA.-Heim, und Lauterbach, Bürgermeisterei, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Sturm 2/R. 116, Alsfeld: Alsfeld, Gasthaus „Vaterland", werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Sturm 3/R. 116, Romrod: Romrod, Geschäftszimmer des Sturmes im Schloß, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Sturm 4/R. 116, Herbstein: Bermutshain im Sturm- Geschäftszimmer, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Sturmbann II/R 116 Sieben
Sturm 11/R. 116, Gießen: Gießen, Gasthaus „Aquarium", Walltorstraße, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Sturm 12/R. 116, Gießen: Gießen, Cafä Ebel, Burggraben, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Sturm 1/L. 116, Gießen: Gießen, „Frankfurter
Hof", Marktlaubenstraße, werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Ein treuer Sohn seiner Heimatstadt Sieben.
Zu dem gestern abgedruckten F - „Hinden - b u r g" - G r u ß des Herrn Campus aus Neu- york an den Gießener Anzeiger wird uns von befreundeter Seite geschrieben:
Herr Georg Lampus hat seine Heimatstadt Gießen, die er als Dreizehnjähriger verließ, um über dem großen Wasser bei Verwandten eine Heimstätte zu suchen und zu finden, nicht vergessen. Das beweist seine gestrige Grußkarte an den Gießener Anzeiger. Sein Herz hängt heute noch in alter Treue an Heimat und Volk und Vaterland. Das beweist auch seine Zugehörigkeit zum Schottener Männerchor in Neuyork, der ja bewußt sein Deutschtum besonders pflegt. Er bedauerte in seinem letzten Briefe, daß dort nicht mehr alle Deutschen von heute so wären, wie die Deutschen von früher: „Nicht weniger als 800 000 Deutsche und Deutschamerikaner sind in Neuyork, was könnten wir leisten, wenn wir Zusammenhalten würden?" Herr Lampus ist aber nicht bloß ein Mann des Wortes und des Grußes. Er ist auch ein Mann der Tat. Er hat sich in Deutschlands allerärmster Zeit nach dem Grauen des Weltkrieges, in der Zeit der Geldentwertung, um den städtischen Knabenhort, den er in feiner Grußkarte auch erwähnt, besonders verdient gemacht. Von 1920 an hat er eine Reihe von Jahren die Zöglinge des Hortes, dem er selber von 1894 bis 1896 angehört hatte, mit reichen Weihnachsgaben bedacht. Die Hortzöglinge aus jenen Fahren werden sich sicherlich mit dankbarer Freude des Mannes erinnern, der ihnen damals Fahr um Jahr ein schönes Christfest mit wertvollen Gaben bereiten half und ihnen außerdem zum trockenen Vesperbrote lange Zeit süße Zukost lieferte. Möge sein gestriger Gruß in den Herzen aller damaligen Knabenhörtler widerklingen!
Gießener Wochenmarktpreife.
* Gießen, 16. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark,
Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 9 bis 11, Wirsing, kg 15 bis 20, Weißkraut 15 bis 20, Rotkraut 20 bis 25, gelbe Rüben, alte 10 bis 12, neue, das Bündel 20 bis 25, rote Rüben, % kg 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 12, Spargel 25 bis 50, Unterkohlrabi 8, Tomaten 48 bis 55, Zwiebeln, ausländische 15 bis 18, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln, kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,90 Mark, neue, % kg 14 bis 20 Pf., Aepfel 25 bis 50, Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 85 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 70, Salat 10 bis 20, Salatgurken 40 bis 50, Oberkohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich, neu, das Bündel 15 bis 20, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf.
SA.-Brigade-Sporttag in Gießen.
Am Sonntag, 7. Juni, findet in Gießen ein Brigade-Sporttag der SA.-Brigade 147 statt. Weitere Mitteilungen folgen.
Postbesörderung mit LZ „Hindenburg" nach Nordamerika.
Die zweite Fahrt des Luftschiffes „Hindenburg" nach Nordamerika wird bereits Samstag, 16. Mai, wieder in Frankfurt beginnen. Mit dem Luftschiff werden gewöhnliche und eingeschriebene Briefsendungen jeder Art, sowie gewöhnliche Pakete nur noch für Empfänger in den Vereinigten Staaten von Amerika und Ländern darüber hinaus beför-
Die Leitung des Lagers untersteht einem forgfällig geschulten älteren Kameraden, der neben der ständigen ärztlichen lleberwachung durch zwei Feldschere und tägliche Kontrolle durch den Lagerarzt für das Wohlergehen der Jungen sorgt. Euer Junge soll im Zeltlager ja nicht allein geschult und erzogen werden, er soll auch körperlich gestärkt an die Alltagsarbeit zurückkehren.
DeswegenBetriebsführerundLehr- meister: Schickt eure Jungen ins Zeltlager! Die acht Tage Erholung von der Arbeit bedeuten ein ganzes Jahr freudiges Weiterfchaffen? Gebt ihnen die zwei Mark Lagerbeitrag mit, ihr könnt euch dankbare Jungenherzen erwerben! Ist euch nicht der Junge tieber, der aufgefchloffen, im Denken und handeln selbständig und verantwortungsgestärkt in eurer Fabrik, in eurer Werkstatt sieht? Diese Jugend, die den Ramen des Führers trägt, hat eine große Aufgabe zu erfüllen. Sie wird es ja fein, die das Erbe weilerträgt in Deutschlands Geschichte.
Andauch ihrBauern! Eure Jungen müssen auch einmal heraus aus dem Kreis der täglichen Pflichten. Sie müssen mit ihren Kameraden aus der Stadt im Lager das Erlebnis der Gemeinschaft teilen, sie müssen sich schon als Jungen gegenseitig näher kommen und sich verstehen. Der Führer hat den deutschen Bauern die Freiheit der Scholle gesichert und ihn herausgeführt aus der Enge und Abgeschlossenheit eines Standes. Der deutsche Bauer steht wieder mitten in der Gemeinschaft des ganzen deutschen Volkes. Laßt eure Jungen deswegen einmal im Jahre mit den anderen ins Zeltlager gehen. Aus den Jungen werden Männer, deutsche Bauern, die euer Erbe verwalten und das Erbe des ganzen Volkes. Gebt ihnen das Rüstzeug dazu und laßt eure Hitler-Jungen ins Zeltlager!
Roch wenige Wochen gehen ins Land. Die Zeltlager der Hitler-Jugend öffnen sich und zehntausende deutscher Jungen werden dort Heimat und lebendigen Rakionalsozialismus erleben!
Dr. Hildebrandt, Kreisleiter.
mann zu Wörrstadt, . ..
Pfarrverwalter der zweiten Pfarrei in Pfungstadt, Dekanat Darmstadt, unter Wahrung feiner Rechte als definitiver Pfarrer; der Pfarrverwalter der Pfarrei Bechtheim, Dekanat Worms, Hans Balz, zum Pfarrverwalter der Pfarrei Mettenheim, Dekanat Worms; der Pfarrverwalter Ludwig Cloß zu Engelrod, Dekanat Lauterbach, zum Pfarroer- walter der Pfarrei Oppenheim, Dekanat Oppenheim; der Pfarrverwalter Hans H ö r e s zu Ober- Widdersheim-Borsdorf, Dekanat Hungen, zum Pfarrverwalter der Pfarrei Beedenkirchen, Dekanat Zwingenberg; der Pfarrverwalter Ernst Staiger zu Hopfgarten, Dekanat Alsfeld, zum Pfarroer- walter der Pfarrei Udenheim, Dekanat Oppenheim, sämtlich mit Wirkung vom 16. April 1936.
** Maienblasen am heutigen Samstag ab 19 Uhr vom Turme der Johanneskirche. 1. Choral „Nun danket alle Gott" von Johann Krüger (1647); 2. „Gott grüße dich" von Mücke;
„Von des Rheines Strand", Volksweise.
** Die Pfingstferien in Hessen. Für die Pfingstferien in den hessischen Schulen gilt folgende Regelung: Die Ferien dauern sieben Tage von Donnerstag, 28. Mai, bis Mittwoch, 3. Juni, der
dert. Sammlersendungen an Empfänger in beliebigen Bestimmungsorten, wie sie für die erste Fahrt des Luftschiffes an das Bahnpostamt 19 Frankfurt a. M. eingesandt werden konnten, sind nicht mehr zugelassen. Derartige Sendungen werden den Absendern zurückgegeben. Die mit dem Luftschiff zu befördernden Sendungen müssen den Leitvermerk „Mit Luftschiff nach Nordamerika" tragen und mit einem Luftpostklebezettel versehen fein; sie sind wie andere Luftpostsendungen einzuliefern, d. h. nicht unter Umschlag an das Bahnpostamt 19 Frankfurt a. M. einzusenden. Der Postschluß tritt am Abfahrtstage um 18.00 Uhr bei dem Bahnpostamt 19 Frankfurt a. M. ein. Die Gebühren für Beförderung mit dem Luftschiff setzen sich zusammen aus der gewöhnlichen Freigebühr und dem Luftpostzuschlag. Nähere Auskunft hier- Postschlüsse bei den Post-
** Evangelische Ernannt wurden: der
S Tage Erlebnis und Gemeinschaft
Aufruf zum Zeltlager des Bannes und Zungbannes 116.
Laßt eure Jungen
ins Zeltlager der H i l l e r - I u g e n d !
Laßt sie einmal acht Tage lang unter ihren Kameraden weilen und laßt sie einmal Gemeinschaft und Erlebnis teilen!
Eltern und Erzieher! Laßt die Jungen einmal hinaus ins Lager, damit sie, Jungen unter Jungen, sich einordnen können in den Kameradenkreis Gleichgesinnter, sich freiwillig felbstgewählter Zucht und Ordnunng unterwerfen. Ihr braucht euch nicht zu forgen um das Wohlergehen eurer Jungen.
und Lee die Liebe", Lustspiel von Friedrich Lindemann. Spielleitung: Kurt Lüpke. 31. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. — Freitag, 22. Mai von 20 bis 22.30 Uhr das Gesellschaftslustspiel „Pygmalion" von Bernard Shaw. 31. Vorstellung im Freitag-Abonnement. — Sonntag, 24. Mal, von 19 bis 2130 Uhr zum letztenmal das Matrosenstuck „In Luv und Lee die Liebe", Lustspiel von Fr. Lindemann. Spielleitung: Kurt Lupke. Die Vorstellung ist außer Abonnement.
40 Lahre
IM Dienst der Bezilk^sparkasse Gießen
Am gestrigen Freitag konnte der Rechner der Be- zirtssparkasse Gießen, Wilhelm B r a u n , auif eine 40jährige Dienstzeit bei dieser Kasse 3uru(fbhcfen. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats Oberbürgermeister Ritter, würdigte in einer schlichten Feier die Verdienste des Jubilars um d,e Sparkasse und sprach ihm den Dank und die Anerkennung des Verwaltungsrats und Vorstandes für die langjährige treue und gewissenhafte Pflichterfüllung aus. Als äußeres Zeichen der Anerkennung überreichte er ihm eine Ehrenurkunde. Direktor Dr. Hopfenmul- l e r ehrte den Jubilar durch ttebergabe eines Bildes des Führers. Von feiten der Arbeitskameraden bei denen sich Herr Braun allgemeiner Wertschätzung erfreut, erhielt er ebenfalls ein Geschenk.
Hrühgoliesdrenst am H mmeffahrtstag au? dem (^chistenbera
Die Himmelfahrts-Frühgottesdienste auf dem Schiffenberg haben immer größeren Beifall gefunden. So soll auch in diesem Jahre em Fruhgottes- dienft in der alten Klosterkirche auf dem Schiffenberg gehalten werden. Der Gottesdienst beginnt um 8.30 Uhr. Es wirken mit der Frauenchor Hausen und der Posaunenchor Watzenborn. Für Gießener Teilnehmer fährt ein Autobus auf den Schiffenberg, Lud- wigsplatz ab 8 Uhr.
erster bzw. letzter Ferientag ist.
** Grasoer ft eigerungen der Stadt Gießen werden im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes angekündigt. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen.
** Wochenmarkt-Verlegung. Die Stadtverwaltung gibt im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes bekannt, daß der Wochenmarkt vom nächsten Donnerstag (Himmelfahrtstag) auf Mittwoch ooroerlegt ist.
Oas Lied von der Kartoffel.
Nun wollen wir ein Lied dir fingen, Du knollige Tartufolo!*
Vom Fels zum Meere soll es klingen, denn du machst alle satt und froh.
' Vor bald 350 Jahren kamst du zu uns durch Clusius; er brachte dich, wie wir erfahren, von Drake als Geschenk und Gruß. In weißer und in blauer Blüte zierst du die Felder, riesengroß. Doch all dein Wert und deine Güte die schlummern in der Erde Schoß. Und was wir dann zu leckerm Mahle aus dir gewinnen, Jahr um Jahr, das ist, ob mit, ob ohne Schale, erstaunlich und ganz wunderbar.
Soll ich Kartoffelpuffer nennen? Soll ich mich zu Kartoffelbrei, zu Bratkartoffeln laut bekennen, und zu Salaten, vielerlei?
Ach, jedem wird das Auge heller, das Herz klopft schnell und froh bewegt, wenn man zu dir noch auf den Teller den Hering als Genossen legt!
Du bist so mild und weich wie Butter, bist mannigfaltig von Geschmack, Dein Kraut dient noch als Trockenfutter und oft auch, leider, als Tabak.
Du bist gar wertvoll für den Kenner, bist Kraft und Nahrung und Genuß; der Bauer und der Branntweinbrenner verwandeln dich in Spiritus!
So anspruchslos und vielgestaltig verschenkst du Segen weit umher. Vor allem bist du stärkehaltig, wie sonst wohl keine Pflanze mehr. Du treue Frucht der Heimatscholle, ob groß, ob klein, ob kalt, ob heiß, ich zolle, wundervolle Knolle, dir Liebe, Achtung, Dank und Preis!
Puck.
lichem Besuch zufällig zusammengefunden hatte. Jugend, die ungeduldig auf den Stühlen rückte und der der Alten Gespräch nicht sonderlich behagte. Auf einmal klang ein Lied auf, längst vergessene Singeweise, uralter Text, von der Großmutter einst in der Spinnstube am schnurrenden Spinnrad gesungen. Ein altes Lied auf jungen Lippen. Und dem stillen Zuhörer lachte das Herz im Leibe.
Da wandern drei Burschen auf schmalem Wiesenpfad dem Dorfwirtshaus zu zum Tanzvergnügen. Auf einmal stimmt der erste ein Lied an; die andern zögern einen Augenblick, lassen die erste Strophe den Vordermann allein fingen. Dann aber fallen ihre jugendfrischen Stimmen ein in die zweite Strophe des uralten Liebesliedes, das lange keiner mehr im Dorf gehört, und dessen absonderliche sangesweise in die heutige Tonsetzung nicht mehr so recht hineinpassen will.
Da klingts aus des Bäckergesellen bescheidenem Mansardenstübchen nach fleißig verrichtetem Tagewerk hinaus in den dörflich stillen Sommerabend: || ein uraltes Lied vom Sterben und Scheiden. Die Laute gibt dazu den weichen Klang.
Da sitzt auf dem Mühlenwehr am rauschenden Mühlbach draußen an des Dorfes Ausgang der Müllerbursche und spielt sich eins auf der Mundharmonika nach des Tages Mühen und Arbeit. Lim ihn herum stehen ein paar junge Burschen und flöten oder summen die bekannteren Melodien mit. Auf einmal hebt sich aus dem Harmonikaton deutlich eine seltsam schwermütige Weise, daß die andern Iverstummen im Nachsinnen hinter Text und Melodie. Ein Lied steigt auf, das lang vergessen war, ein Lied von herber Schönheit und vollem Klang wie alte kunstvoll gegossene Kirchenglocken. Der Bach rauscht dazu seine uralte Melodie.
Unser Landvolk ist nicht arm an wunderbar schönen alten Liedern. Unser Landvolk ist der treue Hüter manches Liederschatzes, der bisher den Weg in die Druckerschwärze noch nicht gefunden hat, weil er zu tief versteckt lag. Noch manche Perle echter deutscher Volksliederkunst ruht hier im Schoß her Dörfer. Wohl dem, der sie findet. Aber auch biete Art Schätze wollen mühsam gegraben sein. Nicht immer hilft der Zufall dem eifrigen Schatzsucher
Mögen nach uns andere kommen, Wissenschaftler, die genau auseinanderzusetzen vermögen, warum gerade dies Lied sich hier gefunden hat und anders- iöo nicht. Mögen nach uns andere, die kundiger sind, lange theoretische Abhandlungen schreiben darüber, wie Text und Melodie sich hier so und ba wieder anders gebildet haben. Das kümmert uns nicht. Uns genügt's, dem Leben auf dem Dorf eine reue und doch uralte Melodie abgelauscht zu haben, Klänge aus Großvaters und Urgroßvaters Zeit, — Klänge, die lebendig geblieben sind und die lebendig bleiben werben, Lieder der Volksseele auf dem Dorfe, Perlen des deutschen Volksliedes. F. H. M.
Äornoiizen.
Tageskalender für Samstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Liebe des Ma- karadscha" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Student von Prag." — Reichstreubund: Kamerad- chaftsabend. — Öberhessischer Kunstverein (Turm- nus am Brandplatz): 17 bis 18 Uhr Ausstellung ton Werken von Fritz Heidingsfeld (Danzig) und K. A. Böckstiegel (Dresden).
Tageskatender für Sonntag.
NSG. „Kraft durch Freude": 8 bis 9 und 9 bis 10 Uhr Tennis. — Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr .Towarisch" — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Siebe des Maharadscha." — Lichtspielhaus Bahn- lvfstraße: „Der Student von Prag." — Oberhesft- scher Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 11 lis 1 Uhr Ausstellung von Werken von Fritz Hei- lingsfelö (Danzig) und P. A. Böckstiegel (Dresden). ^sB.-Reichsbahn: Leichtathletik ab 14 Uhr interne C röffnungsmettfärnpfe auf dem Waldsportplatt.
Der Stadttheater-Spielplan vom 17. bis 24.2Hai.
Am Sonntag, 17. Mai, geht von 19 bis 2L30 Uhr ,pm letztenmal das Lustspiel „Towarisch", Komödie 03n I. Deval, bearbeitet von Curt Goetz, in Szene. 1 ie Spielleitung liegt in den Händen von Wolfgang ühne. Die Vorstellung ist außer Abonnement, gleichzeitig verabschiedet sich Frau Aenne Markgraf in der Ralle der Tatjana Petrowna Durattef om dem Gießener Publikum. — Dienstag, 19. Mai, , oin 20 bis 22.30 Uhr Erstaufführung der Gesell- ! Ischaftskomödie „Pygmalion" von Bernard Shaw.
LPielleitung: Wolfgang Kühne. 31. Vorstellung ! litn Dienstag-Abonnement. — Mittwoch, 20. Mai, oin 19.30 bis 22 Uhr das Matrosenstück „In Luv
Aus der Provinzutthauptstaitt.
Alte Lieder auf dem Dorf.
Etwa ein Dutzend zum Teil uralter Volkslieder habe ich auf Fahrten über Land frisch von der Quelle weg zusammengetragen und an Sammel- stellen für solch altes Volksliedergut leiten können. Ich bin stolz darauf, wie so langsam Lied um Lied zusammenkam im Laufe langer Jahre. Aber als Abkömmling eines alten Bauerngeschlechtes habe ich mich noch mehr darüber gefreut, daß die Fundstelle der meisten dieser alten Lieder Dörfer waren, mittlere Dörfer von vielleicht 300 bis 400 Seelen, Dörfer, in denen neben dem fleißigen Bauersmann auch das Handwerk wohnte. Freilich: Hätte ich nicht da und dort in der Dorfgemeinde gute Bekannte, Freunde und Verwandte gehabt, dann wäre vielfach meine Mühe vergebens gewesen. Wenn aus dem Dorf gesungen wird, barm wird die Anwesenheit eines Fremden oft als störend empfunden. Man geht in eines Fremden Gegenwart nicht so recht aus sich heraus. Warum auch den Fremden hineinsehen lassen in das, was man tief in Herz und Gemüt versenkt als inneres köstliches Gut mit sich trägt? Man hat's auf dem Lande gelernt, das Herz nicht auf der Zunge zu tragen. Schwer war's oft, die Texte zu bekommen, noch schwerer, und bis heute in manchen Fällen unmöglich, die Melodien aufzuzeichnen. Der Zufall war manchmal willkommener Helfer.
Da saßen an einem Abend in einer Bauernstube drei Altbäuerinnen beieinander. Fleißig klapperten die Stricknadeln, und ebenso fleißig wurden die Dorfneuigkeiten ausgetauscht. Jugend saß auch mit ibabei, wie sie sich an diesem Abend bei nachbar-


