beit, keinen Vorgang und keine Einrichtung im Bauernhof, an der sie nicht mit ihren Mitteln entscheidend mitarbeitet und weiterhin mitwirkte. An jedem Erfolg der Ertragssteigerung ist die Teilnahme der deutschen Landbauwissenschaft zu erkennen. Es steht aber auch fest, daß der Forschungsdienst ohne die große Richtung weisende Arbeit des Reichsnährstandes zu einem planvollen Einsatz nicht gelangen könnte. Die Befreiung unserer Wissenschaft von der Vorherrschaft des ökonomischen Prinzips und ihr Bekenntnis zum Gesetz bodenständigen völkischen Lebens hat ihre frühere geistige Vereinsamung, ihre seelische Verarmung und ihre Bauernfremdheit in eine ungeahnt tätige Leistungsgemeinschaft gewandelt, die im Bauerntum und Volk bereits kräftige Wurzeln geschlagen
hat. Darum sieht der Forschungsdienst in der neuen Form der öffentlichen Leistungsschau, die der Reichsnährstand veranstaltet, die Verwirklichung seiner eigenen Wünsche und Ziele; er erkennt in der Verbindung von Leistungsschau, Leistungswettbewerb und Lehrschau die Folgerichtigkeit der nationalsozialistischen Aufbauarbeit, in die gesicherte Ergebnisse der deutschen Landbauforschung nicht fruchtbarer hätten eingebaut werden können. So wirkt durch alle Häuser und Schauen der Reichsnährstandsausstellung auch neuer wissenschaftlicher Geist, der dem Bauern und seinem Hof zum Besten des Volkes, der Dolkskultur und der Volkswirtschaft dienen will und aus seinem inneren Gesetz heraus dienen muß.
Schwedens König bei Lustschutziibungen.
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Ön Stockholm wurden die bisher größten schwedischen Luftschutzübungen von dem Freiwilligen Luftschutzverein durchgeführt. Den Hebungen wohnte auch König Gustaf (links) mit dem Kronprinzen bei. — Rechts: Schwedische Soldaten bei der Luftabwehr am Maschinengewehr. (Presse-Bild-Zentrale-M.)
Geschichten aus aller Welt.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Das Erlebnis des Hauptmanns Gordon.
(k) Bombay.
Seit vielen Jahren lebte Hauvtmann Gordon in Indien. Selten aber hatte er Die drückende Hitze so quälend empfunden wie an jenem Tag, als er sich zu einem Bad in einem indischen See entschloß, an dem ihn der Weg vorüberführte. Am Ufer ließ er seinen großen Neufundländer zurück, der dort feine Kleider bewachen sollte. Während Gordon ein wenig in den See hinausschwamm, bemerkte er plötzlich, daß der Hund unruhig am Ufer hin und her lief und bellend auf das weite Wasser hinaus wies. Gordon erblickte dort jenen verhängnisvollen Wasserstreifen, der dem Kenner verrät, daß ein Krokodil sich heranpirscht. Die Lage war für Gordon äußerst gefährlich. Das Krokodil schwamm schneller als er. Wie sollte er zum Ufer kommen? In diesem Augenblick machte der Neufundländer einen Satz, sprang in das Wasser hinein und schwamm dem Krokodil entgegen. Als Gordon das Ufer gewonnen hatte, sah er nur noch einen Blutflecken auf dem Wasser, die letzte Spur seines heldenhaften Neufundländers.
Ta-Wang, der „Große Kaiser".
(h.t.) Eh arbin.
Tigerjagd in der Mandschurei: so man einen Tiger „erwischt", ein gutes, sogar ein sehr gutes Geschäft! Denn ein Tigerkadaver wird von den chinesischen Apothekern sorgfältiger „ausgeschlachtet" als ein Hausschwein und schon für einen „normalen" Tiger werden tausend mandschurische Dollar und mehr gezahlt. Wohlgemerkt, nicht für das Fell, sondern für all das, was unter dem Fell ist und was eigentlich nach westeuropäischen Begriffen zu jenen Wilhelm Busch-„Resten" gehört, die nicht mehr zu gebrauchen sind. Aber der chinesische Apotheker versteht gerade diese „Reste" ausgezeichnet zu verwerten und er stahlt sogar den geforderten Preis, vor allem, wenn der Tiger auf Kopf und Brust eine Haar-Musterung zeigt, die den chinesischen Schriftzeichen „Ta" und' „Wang" ähneln und die zusammen „Großer Kaiser" bedeuten. Ein so „gemusterter" Tiger, der von den mandschurischen Chinesen beinahe als ein heiliges Tier angesehen wird und der in diesem Sonderfalle fein Epitheton ornans insofern mit vollem Recht trug, als er die respektable Länge von 2,50 Meter besaß, wurde soeben von einem russischen Emigranten in der Nordmandschurei erlegt, und der glückliche Schütze dürfte bis auf weiteres aller materiellen Sorgen ledig fein. Der chinesische Apotheker schätzt vor allem das Mark der Knochen, aus dem gewisse, im Fernen Osten besonders geschätzte „Stärkungsmittel" hergestelll. werden, aber auch das Fleisch, die Eingeweide und das Tigerfett spielen in der chinesischen Volksmedizin eine sehr große Rolle. Tigerklauen und Tigerhaare werden als Amulette verkauft und allein das Fell des „Kaiser-Tigers" dürfte mindestens 700 Mark erbringen. Aber nicht weniger abergläubisch als die Apotheker find die Tigerjäger selbst; von jedem erlegten Tiger behält sich 'der Schütze eine Kralle und em Stückchen Mastdarm zurück, weil nur so eine Gewißheit vorhanden ist, einen weiteren Tiger zu erlegen. Ta-Wang hat mittlerweile seine Rundreise durch die mandschurischen Großstädte angetreten und ist soeben — dank der strengen Kälte — in „noch verhältnismäßig „gutem Zustande" in Dairen eingetroffen, wo er über kurz oder lang — das hangt vom Wetter ab, das den börsenmäßigen Preis bestimmt — in irgendeiner Retorte verschwinden und in Gestalt von allerlei Wundermitteln wieder seine Auferstehung feiern dürfte. „Kenner" schätzen den medizinischen Wert des Ungetüms auf etwa 1000 Mark — wenn man bedenkt, daß man heute schon 3. Klasse für rund 250 Mark von Berlin nach der Mandschurei fahren kann, würde sich also eine kleine Tigersagd in der Theorie schon irgendwie „lohnen". Aber leider sind auch in der Mandschurei Tiger in der Praxis in erster Linie Glückssache und
ehe man einen schießt, kann man selber zehnmal vorher von den Banditen umgelegt werden ...
Der Tote in der Fernsprechzelle.
(ku) San Franzisko.
Jimmy Pank war ein gefährlicher und streitsüchtiger Seemann. Auf dieser letzten Fahrt von Bahia herauf hatte er einen schwedischen Heizer niedergeschlagen. Pank war stark wie ein Bär. Deshalb wagte es niemand, dem Schweden beizustehen. Nun aber ereignete sich ein seltsamer Vorfall: Kurz nachdem das Schiff in San Franzisko festgemacht hatte, stellte die Polizei das Fehlen einer Telephonzelle im Hafen von San Franzisko fest. Erst einige Wochen später stieß eine Baggermaschine zufällig auf eine Telephonzelle unter Wasser. In dieser Zelle aber lag ertrunken — Jimmy Pank. Die Zelle war mit einem starken Tau umwickelt. Das Tau war mit Seemannsknoten geknüpft. Die Rekonstruktion der Tat war sehr einfach: Man hatte Pank in der Telephonzelle gefangen, als er dort ein Gespräch führte. Dann hatte man die ganze Telephonzelle ins Wasser geworfen und den Mann so ertränkt. Von der Besatzung des Schiffes wollte niemand etwas von jener Tat wissen. Der Schwede konnte ein etwas brüchiges Alibi beibringen. Die Behörden zweifelten nicht daran, daß er direkt in jene Tat verwickelt war. Aber der Nachweis fehlte. So oft der Schwede mit einem Schiff in San Franzisko anlief, wurde er verhört. Dor ein paar Tagen sind die Akten im Falle Jimmy Pank endgültig geschlossen worden, nachdem jener Schwede bei einem Hafenunfall den Tod gefunden hatte.
Das lebensgefährliche Verkehrsmittel.
(f) Buenos Aires.
Es ist nicht ganz unbekannt, daß die Verkehrsverhältnisse in der argentinischen Hauptstadt mancherlei zu wünschen lassen. In den engen Straßen ist der Verkehr in der Altstadt zu gewissen Stunden am Tage geradezu lebensgefährlich. Zum Straßenbilde von Buenos Aires gehören feit einigen Jahren die sogenannten „Collectivos", schnelle Mikroomnibusse, die etwa einem Dutzend Fahrgästen höchst unbequem Platz bieten, aber den Verkehr über weite Strecken in denkbar kürzester Frist bewältigen. Die „Collectivos" sind aus dem Straßenbild von Buenos Aires gar nicht mehr fortzudenken, obwohl jedermann weiß, daß eine Fahrt mit einem solchen „rasenden" Vehikel stets gefährlich ist. Das ist nun auch durch ein Gerichtsurteil schwarz auf weiß festgelegt worden. Ein Angestellter war auf dem Wege zu seinem Arbeitsplatz bei einem Collec- tivo-Unfall ums Leben gekommen. Die Witwe hatte zunächst den Wagenbesitzer auf Zahlung einer Entschädigung verklagt; der Mann mar zahlungsunfähig. Darauf verklagte sie die Arbeitgeberin ihres verunglückten Mannes, wurde aber abgewiesen. Denn, so führte der Richter in der Urteilsbegründung aus, der Weg des verunglückten Angestellten von feiner Wohnung zur Arbeitsstätte fei an sich vollständig gefahrlos gewesen, da aber der Verunglückte einen Collectivo benutzt habe, also ein Transportmittel, das in dem berechtigten Rufe stände, lebensgefährlich zu fein, so habe er dies auf eigene Gefahr getan, weshalb man der Arbeitgeberin auch nicht die Verantwortung aufbürden könne. — Das Urteil ist interessant. Die „Collectivos" von Buenos Aires sind gerichtsnotorisch lebensgefährliche Verkehrsmittel, die man nur auf eigene Gefahr benutzen kann. Das gibt allerhand hübsche Aussichten! Leider hat sich bisher noch niemand für die Frage interessiert, wie man diesen für eine moderne Großstadt, wie es Buenos Aires ist, immerhin eigenartigen Zustand beseitigen könnte
Truthähne „nach Matz".
(—) London.
Obwohl wir jetzt erst vor dem Pfingstfest stehen, beschäftigen sich gewisse Kreise in England jetzt schon mit dem Weihnachtsfest. Und zwar sind dies ine — Londoner Geflügelhändler. Bekanntlich liefert der Truthahn den Engländern von altersher den ob
ligaten Weihnachtsbraten. Weihnachten ohne Truthahn wäre für den Bewohner des Jnfelreichs dasselbe wie für den Deutschen Weihnachten ohne Lichterbaum. Nunmehr hat die Vereinigung der Londoner Geflügelhändler nicht nur an alle englischen Truthahnzüchter, sondern auch an die in Australien, das alljährlich einen großen Prozentsatz der „Weihnachtsvögel" ins Mutterland liefert, ein Rundschreiben gerichtet, in dem diese gebeten werden, von jetzt ab — kleinere Truthähne zu züchten. Nicht etwa, weil die englischen Verbraucher große Tiere nicht mehr bezahlen können, sondern weil die in den letzten Jahren in allen Londoner Haushaltungen eingeführten — Gasbratöfen auf so mächtig ausgewachsene Truthahnexemplare nicht eingerichtet und für sie zu klein sind...
Der Mann, der den König erpressen wollte.
B. Bl. Brüssel.
Der belgische König war kürzlich das Opfer eines Erpressungsversuchs. Ein gewisser Nicolas Elsen sandte dem König einen Brief, in dem er unter Drohungen die Auszahlung einer Summe von zehn Millionen Francs verlangte. Womit der Verbrecher eigentlich gedroht hat, ist nicht bekannt. Man nimmt an, daß er die Absicht gehabt habe, die Kinder des Königs zu entführen.
Monarchen werden nicht selten von Erpressern verfolgt. Meist handelt es sich um Geisteskranke. Der letzte Fall, der einiges Aufsehen erregte, war der eines britischen Ingenieurs, der Jahre hindurch von dem britischen König Geld forderte; bekäme er das Geld nicht, so würde er peinliche Affären aus der Familie des Königs „enthüllen". Der Ingenieur wollte nämlich ein natürlicher Verwandter des britischen Königs, und zwar ein Sohn des verstorbenen Herzogs von Clarence gewesen sein. König Georg hatte sich die Erpressungsoersuche stillschweigend gefallen lassen, bis es ihm eines Tages zu bunt wurde und er die Sache der Polizei übergab. Der Erpresser stellte sich dann als ein Geisteskranker heraus.
Die letzten Segelschiffe.
E. Bl. Southampton.
Mit dem vor der britischen Küste gestrandeten Segelschiff „Herzogin Cecilie" verschwindet eins der chönsten und ruhmvollsten Segelschiffe von den ieben Meeren. Es ist nicht anzunehmen, daß Segel- chiffe vom Typ der „Herzogin Cecilie" wieder gebaut werden.
W
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Der Führer und Reichskanzler ernannte den Stabsmusikmeister Adolf Verdien mit Wirkung vom 1. April d. I. ab zum Heeresmufikinspi--
3 i e n t e n. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Vor dem Kriege waren die deutschen Fünfmaster die schönsten und schnellsten Segelschiffe der Welt. Auch die „Herzogin Cecilie" war ja ein deutsches Schiff. Zwischen Hamburg und Peru verkehrten vor dem Krieg regelmäßig deutsche Segelschiffe, wie z. B. die „Potosi".
Nach dem Krieg ging eines der großen Segelschiffe nach dem anderen verloren, und der tragischste Verlust ist wohl der des dänischen Fünfmasters „Kopenhagen", eines Schulschiffes, das vor einigen Jahren spurlos verschwand.
Während des Krieges erbeuteten die deutschen Kreuzer eine ganze Reihe von Segelschiffen, so die „Drummuir" und die „Conway Castle", die „Crown of Jndia", „Jsle of Arrar", „Glenholm" und' viele andere. Abgesehen von kleineren Fahrzeugen und Jachten, besitzt Großbritannien heute wohl überhaupt keine Segelschiffe mehr, nicht einmal als Schulschiffe. Mit großem Bedauern verzeichnet man in England das Ende einer großen Zeit, denn I schließlich war es das Segelschiff und nicht das Dampfschiff, dem England seine Weltmachtstellung verdankte.
Do 20, ein neues Großsingschiff der Dornier-Werke
■A •* X, VW
Auf Grund der Erfahrungen, die man mit den bisherigen drei Flugschiffen der Do-X-Klasse machte, bauen die Dornier-Werke nun ein neues Flugschiff Do 20, dessen Modell zum erstenmal auf der Internationalen Luftfahrt-Ausstellung in Stockholm der Öffentlichkeit gezeigt wird. Das Flugschiff wird mit acht Dieselmotoren von je 800 bis 1000 PS getrieben und hat bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 250 bis 300 Kilometerstunden einen Flugbereich von 4000 bis 5000 Kilometer. (Werkbild-M.)
Obecheffen.
Sternwanderung an Himmelfahrt nach Butzbach.
Am diesjährigen Himmelfahrtstag findet von einer Anzahl Wanderverbände (Taunusbund, Odenwaldverein, Westerwaldverein, VHC. u. a.) eine Sternwanderung nach Butzbach statt, zu der jetzt rund 2000 Teilnehmer angemeldet sind. Reichswanderführer Professor Dr. Werner wird in einer Kundgebung für die Wanderbewegung sprechen. Sonntagskarten von allen Stationen im Umkreis von 75 Kilometer nach Butzbach sind bei der Reichsbahndirektion beantragt. Nach einem Festzug findet gemütliches Beisammensein mit Tanz in der Festhalle am Wetzlarer Tor statt. An über hundert Wandervereine sind die Einladungen ergangen und die schöne, aufstrebende Stadt Butzbach wird auch diesmal ihre Anziehungskraft beweisen.
Landkreis Gießen
00 Klein-Linden, 15. Mai. Die Volksund Schülerbücherei, einstmals von der Heimatvereinigung Klein-Linden durch den verstorbenen Rektor Boßler gegründet und heute dem Volksbildungswerk Klein-Linden unterstellt, zählt gegenwärtig 551 Bände, davon 155 unterhaltender, 308 belehrender Art und 88 Jugendbücher. Die Zahl der Leser betrug im verflossenen Schuljahr 1935/36 im ganzen 51, und zwar 18 Erwachsene und 33 Jugendliche. Entliehen wurden im Berichtsjahr 241 Banüe, nämlich durch Erwachsene 70 und durch Jugendliche 171 Bände. An Mitteln zur Beschaffung neuer Bücher stiftete der Kreis Gießen 5 Mark, die Spar- und Darlehenskasse Klein-Linden 10 Mark; an Lesegeldern gingen 9,03 Mark ein. Ferner flössen vom Ortsring Klein-Linden des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat 4 Mark von zwei körperschaftlichen Mitgliedern in die Kasse der Bücherei. Die Gebühr für entliehene Bücher beträgt für Erwachsene in Arbeit 6 Pf., für Erwerbslose und Jugendliche 3 Pf. pro Buch in einer Woche. Die Bücherei ist im neuen Schulhaus untergebracht und wird von einem Lehrer verwaltet.
u. Klein-Linden, 15. Mai. Im Gasthaus „Zur deutschen Eiche" hielt die Baugenossenschaft Klein-Linden ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Aufsichtsratsvorsitzender Ludwig Viehmann II. gedachte in ehrenden Worten der Verdienste des im Berichtsjahr verstorbenen Mitgliedes des Aufsichtsrates, Beigeordneten Wilhelm Jung XL, den die Versammlung in üblicher Weise ehrte. Nachdem er noch in kurzen Worten zur Mitarbeit am Aufbau unseres Vaterlandes aufgefordert und das Sieg-Heil auf den Führer ausgebracht hatte, sprach der Vorsitzende der Genossenschaft August Luh zum Geschäftsbericht. Am Arbeitsbeschaffungsprogramm des Dritten Reiches hat sich die Baugenossenschaft wesentlich beteiligt. Die Bilanz zeigt in Aktiva und Passiva 96 733,05 Mark. Der Reingewinn beläuft sich auf 1376,78 Mark. Der
Geschäftsverlauf ist als günstig anzusprechen. Anschließend berichtete der Vorsitzende des Aufsichtsrats Ludwig V i e h m a n n II. über die Prüfung der Bücher. Genossenschaftsrechner Wilhelm Rinn verlas die Bilanz und die Gewinn- und Verlust- rechnung. Der Reingewinn wird wie folgt verteilt: 10 o. H. = 137,67 Mark kommen zur gesetzlichen Rücklage, 500 Mark zur Bauerneuerungsrücklage, 201,60 Mark, das sind 1,5 v. H. vom Geschäftsguthaben, geben Dividende, der Rest mit 537,49 Mark wird dem Reservefonds überwiesen. Die Geschäftsanweisungen des Vorstands und Aufsichtsrats wurden vom Rechner verlesen und einstimmig gutgeheißen. Auch die Einheitsmustersatzung für Baugenossenschaften fand einstimmige Annahme. Der satzungsgemäß aus dem Aufsichtsrat ausscheidende Vorsitzende Ludwig Vieh mann II. wurde einstimmig wiedergewählt; ferner wurde noch Mitglied Friedrich Steinmüller in den Aufsichtsrat berufen. Es wurde noch beschlossen, jedem Woh- nungsinyaber in den Häusern der Baugenossenschaft eine Hausordnung auszuhändigen. Ferner wurde beraten über die Vermietung leerwerdender Wohnungen und über die Beschaffung weiterer Arbeit durch Außen- und Jnnenarbeiten. Mit dem Dank an alle Mitarbeiter schloß der Vorsitzende des Aufsichtsrats die Hauptversammlung.
(D Lollar, 14. Mai. Am Sonntagvormittag hielt der in den Ruhestand getretene Pfarrer Guß- mann, der lange Jahre das Amt des Dekans des Dekanats Gießen bekleidete, in der Kirche zu Kirchberg feine Abschiedspredigt. Der Frauenchor von Mainzlar unter Leitung von Lehrer N i k o l e y fang den 23. Psalm. Der Kirchenvvrstand überreichte dem scheidenden Seelsorger einen Ehrenbrief, und die ganze Gemeinde des Kirchspiels machte ihm in sinniger Weise ein Oelgemälde der Kirche zu Kirchberg, der Stätte, an der er 40 Jahre lang gewirkt, zum Abschiedsgeschenk. Der Geistliche, dessen Verdienste schon vor einiger Zeit von uns gewürdigt wurden, siedelte dieser Tage nach Gießen über.
I Lollar, 14. Mai. Gestern fanden hier zwei Vorführungen des Filmes „F r i e f e n n o t" statt, die beide gut besucht waren. Die Nachmittagsoorführung war für Jungvolk und Hitlerjugend, während am Abend sich die Gliederungen Der Partei usw. eingefunden hatten. Der wertvolle Film, der ein erschütterndes Bild gibt von dem schweren Schicksal und der Not unserer deutschen Brüder in Rußland, deren Vorfahren vor Jahrhunderten dorthin ausgewandert sind, um sich dort inmitten undurchdringlicher Wälder eine neue Heimat zu gründen, machte auf alle Zuschauer sichtlich den tiefsten Eindruck. Der vorausgehende Kulturfilm „Nordische Reise" zeigte prachtvolle Bilder aus der eigenartigen Welt Islands und fand allgemeinen Beifall.
T Großen-Bufeck, 15. Mai. Turnoereins- führer und Turnwarte aus unserer Gemeinde, ferner aus Beuern, Burkhardsfelden und Reiskirchen trafen sich dieser Tage hier, um über einen allq


