Einzelbild herunterladen

Rege Bautätigkeit in Gießen

s

he FEINKORN^

Nachdruck verboten!

1* Fortsetzung.

Leben

dZteCÖ Götterspeise

Jv^rnit Soßenpulyerj84

Dampfer

Sonderzug

Sonderzug

Dampfer

umliegenden Orte.

hitterjungen wissen wir, was Volke zu jeder Stunde schuldig

Kriegsopferversorgung

Ortsgruppe Gießen.

»ng Zahnen.

i den Meldms an die Defkr die (Benin dieReichs ebot mit her ! großen lei!

Ausland Österreich nid?' feien unter i en I/rdusti (ngetiof (ei. ie\txv mv adx - üerdin.- v.

en cht notwich

Verteilung auf die

Kameraden, als wir dem deutschen sind.

Stus der Provinzialhauptstadt

Oie Flurgarderobe.

m-r Ifo WM * n, als uns uns jutritt.' Ben Turban reunWch le-

ich Herr!' mn denke ij lst schon r- igfeuer lieg!.

m Dunkeln n

Tagesbefehl.

An die gesamte Gießener Hitler-Jugend (einschließlich MHI. und Feldschere).

Die Einbringung der Ernte ist durch die ungün­stige Witterung auf das schwerste gefährdet. Wir müssen uns deshalb mit aller Kraft für die Einbrin­gung der Ernte einsehen. Die Hitler-Jugend, Gefolg­schaft 1, 2, 3, 4, 7UH3. und Feldschere, treten am Sonntag, 16. August, 7 Uhr, an der Banndienst­stelle mit Fahrrädern an. Von hier aus erfolgt die

Bett. Rheinfahrt am 16. August.

Nachstehend geben wir den genauen Fahrplan zu dieser Rheinfahrt bekannt:

Hinfahrt: Gießen Braubach Braubach Rüdesheim Rückfahrt Rüdesheim Braubach Braubach Gießen

13M

aum.

wen Samen?

>r N< präche nützlich Gewohnheü bürg nach «*2;

#5

2tüu(^ I )en vielen k

icht vahr^ chnwß

N alle oh in (Fn uern und. 'mmeniv, "der Gl». Rommen enöen Meb- w zahlk .geliehene - >len kann,i. w » wie obtn enen frjfc . 'mrner Schuldner

biveglichen Klage:

Heute hatte ich wieder einen schlimmen Tag. Q» ist ja immer so, wenn jemand kommt. Ratlos lichelnd steht der Besuch vor mir, man muß sich xradezu schämen. Alle Haken behängt, nicht emmäl t< grifferste ist frei, da prangen selbstverständlich iut, Mantel und Stock meines gnädigen Herrn, rril gerade dieser Haken für ihn der bequemste ist, dinn folgen Kappen und Mützen der Kinder mit Mänteln, Mäntelchen, Strickjacken und Schals, auch utti fehlt mit ihrer Straßengarnitur nicht, (chirme, Schirmchen und Stöcke hängen und stehen Irrum, mein Spiegel restlos überhängt, auf dem snstchen darunter liegen Handschuhe und Zeitun- gn ja, ratlos lächelnd steht der Besuch vor sol- t-m Laden, bis Mutti Entschuldigungen stammelnd !uum schafft, umhängt, abhängt, in das Schlafzim- m abträgt. Gewiß hat das auch etwas für sich; i an hat zunächst einmal über die üblichen Begrü- fangsformalitäten und die notwendigen Feststellun- , pin zur Wetterlage hinaus auch noch zusätzlichen i ^sprächsstoff durch die Flurgarderobe, bis man . sch von seiner ersten Ueberraschung etwas erholt uit) auf den lieben Besuch entsprechend eingestellt : b t. Aber dabei geht doch auch manches von der i iirde des Hauses verloren.

-Ich darf mir diese Anmerkung wohl erlauben, bmn ich spreche ja nicht für mich obwohl man ritürlich auch seinen berechtigten Stolz hat fön turn weil ich mich als Glied der Hausgemeinsck)aft h»r auf vorgeschobenem Posten mitverantwortlich sichle für den ersten Eindruck, den unsere Gäste o n hier mitnehmen und der doch immerhin ent« sc »erdend weiterwirkt, gleichsam als das Gesicht un« fee5 Hauses. Wie wird es da erst in den Zimmern, Jnmmern und Schubladen aussehen, muß jeder

Unbekannte Zracht

Boman von Frank F.vrann

wird. In naher Zeit wird man also dort auf eine weitere rege Bautätigkeit rechnen können.

Im Günthersgraben, nahe der Liebig« straße, ist dieser Tage mit den Arbeiten für einen weiteren Neubau begonnen worden. Ferner gehen im Südviertel die Wohnungsbauten der Mibau an der Ecke Aulweg und Wartweg der Voll­endung entgegen, während im Wartweg selbst zwei weitere Neubauten in der Ausführung be- ariffen sind. An der vom Wartweg in westlicher Richtung abzweigenden Seitenstraße, im sag. Schlangenzahl, wird die Wohnhausbau­gruppe des Eisenbahner-Heimstättenvereins gegen­wärtig im Innenausbau vollendet. Ferner sind in der Nähe des Klinikviertels zwei weitere Neubauten im Gange.

Im westlichen Stadtteil j e n s e i t s d e r L a h n , im sog. Sachsenhausen, ist die Bautätigkeit gleich­falls in erfreulichem Gange. Dort wird in der verlängerten Rodheimer Straße ge­genwärtig ein Wohn- und Geschäftshaus errichtet, während in der neu angelegten Quer st raße die Wohnhausbauarbeiten rüstig vorwärtsschreiten. In der Krofdorfer Straße sollen dem­nächst weitere Kleinwohnungen entstehen.

Im Stadtinnern hat man in der Roon- straße auf dem Stohrschen Gelände mit dem Bau eines Wohnhauses begonnen.

Neben diesen Neubauten sind an zahlreichen Stellen der Stadt noch Um- und Erweiterungs­bauten im Gange, durch die zum Teil gleichfalls neuer Wohnraum und auch neue Geschäftslokale geschaffen werden. U. a. sei in diesem Zusammen­hänge auf einen größeren Um- und Neubau hin- gewiesen, der an der Ecke Friedrich st raße- Wetzlarer Weg rüstig seiner Vollendung zu- geführt wird und dort durch die Schaffung neuer Wohnungen und neuer Läden in einem dreigeschos­sigen Bau dem Stadtbild in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs eine wertvolle Bereicherung geben wird.

üSffe

* tiS*

e ihn

'°r, Ui

v0<

70 HJ ty, bau

wäre

^teßlich v 'u-e.

'erkauft J

eiten S

Sie

iton, r

1)7 @runt' Af! Oer fati sS. visstn b-

Gegen Morgen, als sie müde, wenn auch nicht überanstrengt, denn es galt ja nur die Kessel unter lumpf zu halten, an Deck erschienen, kam geraoe dn Kapitän Durham an Bord. Ein Heiner, mage- rjr Herr in einem grauen Reiseanzug mit Kmaer- b 'ckerhosen schritt neben Durham einher. Sie sahen sch erstaunt an. dann begriffen sie. der Mann war C^inefc; vielleicht sollte er den Dolmetscher machen, später an der chinesischen Küste; oder er war gar diejenige, der die Waffen gekauft hatte uno ah« l ?fern wollte. Kapitän Durham ließ den kleinen gilben Mann jedenfalls respektvoll vorangehen.

Mit dem Deutschen Lorenzen machten sie sehr h(D Bekanntschaft. Sie mußten sich bei ihm mel- drn und die Verträge unterzeichnen. Wie aus Der Dueen Elizabeth" nahm auch er ihre Papiere an sch.Damit sie uns nicht auskneifen , sagte er Ljunifl. Er war ein schlanker, noch junger Mann. Eie schätzten ihn Mitte der dreißiger Jahre, «em richte Backe trug eine Säbelnarbe und verriet diutschen Studenten. Er gab ihnen die Hand,^nacy- d m sie unterzeichnet hatten und sagte unsicher, - Ijgen um einen Gesprächsstoff:Auf ^ute Fahrt, ri.eine Herren." Sie verließen ihn zufneoen.

Um 11 Uhr vormittags wurde die Laufptanke cmgezogen. DieMary D." nahm den Anker aus rnd löste sich langsam vom Kai. Kapitän Durham mb sein Bruder standen auf der Kommandobrücke vnb winkten zwei Damen zu, die am Landungs- 1 atz zurückblieben und weiße Tücher zum Ab chied jüwenkten. Rudolf Terbrügge erkannte deuln^ rme ältere und eine jüngere Dame, ^..k-ns-nster mer die Reeling und sah nach dem ^ensenster k's Zahlmeisters. Richtig, auch dort wehte ein Ta- shentuch, und ihm wollte scheinen als ob d

Äicke der jüngeren Dame viel mehr diesem F s I bxs Zahlmeisters galten, als den beiden Herren aus dir Kommandobrücke. , _

DieMary D." fuhr mit halber Kraft. Am Heck | llLhte der Union-Jack. Die Ufer des Firth of Tay

Isesucher denken.

?3a als wir vor Wochen den Taufschmaus für rJ1fere kleine Hiltrud hielten, da war ich in Hochform: rjcinc schönen, gußeisernen Haken reckten sich emp- smgsfteudig den Gästen entgegen, mein blank ge­ritzter Spiegel gab ihnen den prüfenden Blick frei hr letzte Anordnungen auf ihrem Erscheinungsbild, (d)irme und Stöcke fanden ihre bequemen Steh- »Ätze. Warum das immer nur an festlichen Tagen, vjib bei gelegentlichen Besuchen muß ich inmitten c.1 der wechselseitigen Besuchsfreuden hilflos und ci drückt dastehen! Und wie ich sehe, soll nun die («schichte wieder von vorne beginnen! Es ift ein (flimmer ... . .... <

Da wagte ich nicht mehr, aufzurusten Ich dane pnug! Ober linde! sich i-mand, her es bet sich zu fcu|e in solcher Lage noch wagen wollte? x. o.

Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süd.

Am Montag, 17., und Dienstag, 18. August, findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Lebensmittel - Opferringsammlung durch die NS.-Frauenschaft statt. Die Einwohner- schast wird gebeten, die Spenden bereitzuhalten.

Die deutsche Rrbcitefront n.9.=Gemcinf(hahKraft durch frcuöc"

Auch Dinge haben chre Seele. Schöne Jlluswn, scwächliche Sentimentalität nennen das die einen, ! ater Kinoer und Dichter wissen in dem Dammer- I ligt solcher Grenzbezirke des ewig rätselvollen 1 übens besser Bescheid, und besinnliche Leute blei- flbdi dabei, daß Kleidungsstücke, Arbeitsgerät Haus- rdt u. a. je länger je mehr wett über alle fach- lche Zweckmäßigkeit hinaus mit ihnen auch leben. Ene solche besinnliche Minute geheimnisvoller Un- virbundenheit schenkte mir kürzlich unsere Flur- girberobe nach dem verwirrenden Drang eines un- aiaröhnlichen Alltags.

Merkwürdig, manchmal vergehen Wochen, ohne sich lieber Besuch zu uns findet; dann aber deinen wieder einmal alle Verpflichtungen auf eien Tag fällig geworden zu fein. Als wir am iuenb jenes überreichen Tages, wieder einge- f:,rümpft auf unsere Hausgemeinschaft, in üblicher LIchlese bemerkenswerte Einzelheiten der ab« v."chslungsreichen Stunden austauschten und not« n-nbige Aufräumungsarbeiten uns dabei durch alle !)äume hin- und herwandern ließen, war es mir, 05 ob ich jedesmal bei meinem Gang über den ur etwas in unsere familiären Unterhaltungen nt hineinknattern hörte. Mit einem Arm voll ifemiüeneiflner Textilien, einem mehrgeschossigen 2urm von Hüten und Kappen auf meinem Haupte uib mit Stöcken und Schirmen verschiedener Kali- ba* bewaffnet, kam ich zu unserer Flurgarderobe, in auch hier wieder alles in die gewohnte Ord-

Als Antje Oelkens gegen fünf Uhr von der Nach­mittagstour zurückkam, zog sich Frau Berta zurück. Sie gedachte im Hinterzimmer einen kleinen Schlummer zu tun; nicht richtig schlafen wollte sie; nur liegen und schlummern; sie machte da einen nur ihr selber empfindlichen Unterschied. Heute abend waren sie eingeladen. Bei Beckers. Und es würde spät werden. Sie ruhte auf Vorrat.

Antje Oelkens faß noch keine zehn Minuten auf ihrem Platz, da ging die Ladentür und Fred Lo­renzen trat ein. Sie errötete ein bißchen, ärgerte sich darüber und wurde vollends verlegen.

Ihn entzückte diese Tönung auf ihre Schläfe so sehr, daß er seine vorher überlegte Ansprache ver­gaß ober nicht mehr anzubringen wußte, sondern wie ein eiliger Geschäftsmann einen Zehnmark­schein auf den Marmornsch legte und sagte:

Ich möchte bezahlen, was ich schuldig bin." Er machte eine Pause. Der Satz war ihm einfach her- ausgeschossen. Er fand ihn selber kalt und häßlich, ganz anders, als er es sich gedacht hatte, und so fügte er leise hinzu:Fräulein Antje..." Das kam nun wieder so gedämpft, als wären sie alte Des- traute. Antjes Röte wich daher durchaus nicht. Sie schlug, aus der Fassung gebracht, wortlos zunächst das dicke, ein bißchen abgegriffene Kundenbuch aus und sagte ganz sinnlos:Herr Lorenzen, nicht wahr Seite 79 das macht also das wären", und sie addierte fieberhaft.

Er stand und sah auf ihren gebeugten Kopf. Dies helle Haar, wie fein der Nacken war, wie zart, mit den paar kurzen Kräuscllöckchen---

Sieben Mark und zehn Pfennige, Herr Loren­zen." Sie richtete sich auf. Zum erstenmal trafen sich ihre Blicke.

Ach", sagte er bedauernd,soviel? Ich habe drüben schon einmal fünf Mark Schulden bezahlt, und drei Mark sollte noch der Zigarrenftitze haben... Wie wäre es, wenn ich Ihnen fünf Mark abbezahlte, geht das wohl?"

Natürlich geht bas. Ich ziehe also fünf Mark ab." Sie bediente die Zahlkasse.

Ich habe nämlich heute abend noch etwas vor", hob er wieder an.Das Programm der Scala soll in diesem Monat besonders gut sein. Sehen Sie auch gern Varietes?"

In der F r i e d e n s st r a ß e gehen die von der Baufirma Abermann errichteten Wohnungsbauten der Vollendung entgegen. Nachdem alle Bauplätze in der verlängerten Bergstraße mittlerweile ausgebaut sind, ist man jetzt babei, entlana ber füblichen Mauer bes Alten Friedhofs eine neue Straße zu eröffnen, um dort mit weiteren Wohnungsbauten beginnen zu können. Bekanntlich ist für dieses Gebiet in der jüngsten Ratsherren- sitzung ein neues Baustatut besprochen und vom Oberbürgermeister nach Anhören ber Ratsherren in Kraft gesetzt worden, das durch Baulandumlegungen und neue Baufluchtlinien die Möglichkeit zu ver­stärktem Wohnungsbau in diesem Stadtteil geben

x

Auf vielfachen Wunsch haben wir die Anmeldefrist für unsere am Sonntag, 23. August, ftattfinbenbe Rheinfahrt bis einschließlich Mittwoch, 19. August, verlängert. Es können also bis zu biefem Termin noch Melbungen entweder auf unserer Geschäftsstelle, Bahnhofstraße 38, oder bei unseren Zellen- und Stützpunktobmännern entgegengenommen werden.

Ortsgruppe Gießen-Ost.

Lebensmittel-Opferring.

Am Montag, 17., und Dienstag, 18. August, wirb bie Pfunbfammlung burckgeführt. Die Mitglieder werden gebeten, die Pfund Päckchen be­reitzuhalten und die Mitgliedskarten zur Eintra­gung oorzulegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen fichtvar anzugeben.

Für bie Rheinfahrt finb noch einige Karten ab sofort auf ber Kreisbienststelle Gießen, Schanzen- straße 18, zum Preise von 4,30 RM. erhältlich.

Wiederbesehung von evangelischen propsteien.

Durch Verordnung des Landeskirchenausschusses der Landeskirche Nassau-Hessen vom 8. Auaust sind bie brei Propsteien ber evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen, bie nach dem Rücktritt ber Pröpste Knodt-Gießen für Oberhessen, Oberkirchenrat Dr. Müller-Darmstadt für Starkenburg und Lic. Peter-Wiesbaden für Nassau bis jetzt noch unbesetzt waren, den vorgenannten Geistlichen ab 15. August zur Verwaltung aufs neue übertragen worden

(Siebener Soldatentag.

Der Soldatentag ber Arbeitsgemeinschaft Gieße- ner Soldatenkameradschaften am morgigen Sonn­tag, 16. August, ist unter der Leitung des Kame­raden Reitz mit gewohnter Liebe und Sorgfalt vorbereitet worben.

Nach einem gemeinsamen Gottesbienst in der Stadtkirche werden am alten Kriegerdenkmal, am 116er-Denkmal und an den Soldatengräbern auf dem alten Friedhof Kränze niedergelegt. Auch die gefallenen Gegner im Kriege sollen bereits am heutigen Samstag durch einen Kranz geehrt werden.

Dom alten Friedhof erfolgt ein Marsch durch die Kaiserallee, Ludwigstraße, Bleichstraße, Anlage, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Sonnenstraße, Brand­platz.

Nachmittags ist großes Treffen der Kameraden mit Familien auf dem Festplatz an der Walbeslust. Unter den Klängen alter Militärmärsche werden die Herzen ber alten Soldaten höher schlagen, aber auch die Jugend wird voll auf ihre Kosten kommen. Den Abend wird ein prächtiges Feuerwerk mit Waldbeleuchtung beschließen. Besonders bestellt wurde richtiges Soldatenwetter. Man beachte bie heutige Anzeige.

Llrlaubskarten, Urlaubsmarken unk» UrlauSgelk» am postscbalter.

Irn Anschluß an bie Verordnung des Reichs- arbeitsrninisters über die Einführung von Urlaubs­karten und Urlaubsmarken ist jetzt die Verordnung des Reichspostministers über den Vertrieb dieser Karten und Marken, sowie über die Auszahlung des Urlaubsgeldes erschienen. Hiernach werden Ur­laubskarten und -marken vom 1. September 1936 an bei den Postanstalten vertrieben. Die Karte kostet 10 Rpf. Die Marken werden zum Nennwert von 5, 10, 20, 30, 50 und 100 Rpf. abgegeben. Das Urlaubsgeld wird ebenfalls bei den Post- anstalten ausgezahlt, und zwar gegen Rückgabe der Urlaubskarte und in Höhe der in der Urlaubskarte verklebten Urlaubsmarken. Auf Verlangen kann der Betrag auf ein Postscheckkonto überwiesen wer-

fielen mehr und mehr zurück, die Mündung wurde ein Meer. DieMary D." nahm nördlichen Kurs. Kapitän Durham blieb auf der Kommandobrücke, er gab ein paar Befehle. Die Maschinen arbeiteten stärker. Die Wellenbahn des Kielwassers hob sich höher. Dom Land war nichts mehr zu sehen als ein grauer Strich, der steuerbord sich hinzog.

John Schnakenbeck und Rudolf lerbrügge gin­gen schlafen.

Im Laufe der nächsten Tage hatten sie Gelegen­heit, sich sehr zu wundern, wohin diese Fahrt ging. Es wurde ein kleiner Hafen angesteuert, von dem Schnakenbeck behauptete, es müsse ein isländischer sein. Sie fragten den Zahlmeister und erfuhren, daß es sich tatsächlich um Reykjavik handelte. Sie mach­ten dieMary D." nur einige Stunden fest, und zwar neben einem braunen Dampfer, der die Tri­kolore gehißt hatte. Von diesem Dampfer übernah­men sie Ladung. Es ging alles sehr rasch. Die bei­den Schiffe schienen hier verabredet zu sein. Der Zahlmeister stand am Deck und grinste, als der Hebekran die letzte Kiste in den Bauch derMary D." senkte. Er sah Rudolf Terbrügge an und sagte auf deutsch:Schneider-Creuzot natürlich." Aber Rudolf Terbrügge verstand ihn leider nicht.

DieMary D." beeilte sich, das offene Meer wie- derzugewinnen.

6. Kapitel.

Das Milchplakat wie Fred Lorenzen feine neueste Schöpfung bei sich selber zu nennen pflegte war tatsächlich angenommen worden. Es klebte schon an zahlreichen Anschlagsäulen von «teglih bis Pankow. Das Honorar war ihm durch eine Post­anweisung zugegangen. Es war für seine Begriffe sehr anständig" ausgefallen. Er beschloß daher, an diesem Samstag auch noch seine _ aufgelaufene Milchrechnung zu begleichen. Das wäre an sich zu jeder Stunde möglich gewesen, und Frau Serta Nickels wunderte sich schon, warum der auch ihr bekannte Kunde, der Maler Lorenzen, alle zehn Minuten vor ihrem Kellerfenster auftauchte und einen Blick durch die Scheiben in das Innere Des Raumes tat. Sie war nicht so eitel, zu glauben, datz diese Blicke ihrer stattlichen Person galten. Ihr kam aber anderseits auch nicht der Gedanke, datz dieser Fred Lorenzen etwa warten konnte, vis sie den Posten hinter der Ladentafel aufgab und Der Ablösung den Platz räumte.

,Lch habe, offen gesagt, noch keines zu sehen be­kommen."

Ach, wirklich! Gab es bei Ihnen zu Hause keines?"

In Wietze?" Sie lachte schon über diese Mög­lichkeit.Zuweilen selten, Sonntags kam ein Wan­derkino. Aber der Schützenhof war meist so über­füllt; ich bin jedenfalls immer zu spät gekommen."

Waren Sie noch nie in einem Kino?"

Doch", antwortete sie stolz.Seit ich in Berlin bin, schon zweimal. An unserer Ecke in der .Blu­menburg'. Donnerstags, wenn ich Ausgang habe. Wo soll ich hin?" Sie schaute ihn an. Er war ein Mensch wie alle andern; ein Mann, kein Grund, dauernd die Fassung zu verlieren. Sie nahm sich zusammen.

,^d) wollte heute eigentlich nicht ins Kino, son­dern mal in die Scala, wie gesagt. Ader wenn Sie mehr für Kino sind, mir ist das nicht so wichtig."

Wieso denn ich?" Sie war verdutzt.

Er verrenkte seine Finger; aber der Uebergang war gelungen.Ich dachte", sagte er hastig,Sie würden vielleicht mit mir gehen. Es ist so ein schö­ner Samstag." Was rede ich für Unfug! Ist diese Antje das erste Mädchen, das ich ausführen will! Sei ein Mann. Fred! Er hüstelte.Es wäre wirk- lich sehr nett von Ihnen, Fräulein Antje. Wann sind Sie heute abend frei? Die Scala beginnt um 8.30 Uhr."

Aber heute habe ich gar keinen Ausgang!"

Meinen Sie nicht, wenn Sie fragen würden... Frau Nickels macht so einen freundlichen Eindruck. Können Sie nicht sagen, Ihre Schwester aus Han­nover sei zu Besuch gekommen?"

Ich habe keine Schwester, in Hannover schon überhaupt nicht."

Aber Sie können es vielleicht sagen?"

Ich mag nicht lügen."

Er starrte sie an.Das ist sehr schön von Ihnen", sagte er und fand im selben Augenblick, auch dieser Satz sei seiner Geistigkeit nicht würdig. Er ent­schloß sich:Dann werde ich für Sie fragen. Wo ich eben fünf Mark bezahlt habe, wird Frau Nickels mir die Bitte nicht abschlagen."

(Fortsetzung folgt!)

Einer der stärksten Faktoren xur Belebung der Wirtschaft, die Wohnungsbautätigkeit, ift, wie in den beiden letzten Jahren, auch in diesem Sommer in unserer Stadt wieder außerordentlich wirksam. In allen Stadtbezirken kann man beob­achten, daß die genossenschaftliche und die private Bautätigkeit eifrig am Werk ift, um durch die Er­richtung zahlreicher Wohnungsneubauten für die erheblich gesteigerte Nachfrage nach Wohnraum den erforderlichen Vorrat zu schaffen.

Im E i ch g ä r t e n g e b i e t, roo die Bautätigkeit am stärksten in Erscheinung tritt, sind die von der Baugenossenschaft 1894 vor einiger Zeit begonnenen echs Einfamilienhäuser entlang der Iahnstrahe bis richt vor das Richten der Bauten gediehen. Die von der Baufirma Frese in der oberen Fröbelstraße in Angriff genommenen sechs Wohnhausgruvpen sind mittlerweile bis zum ersten Obergeschoß empor« geführt worden, während in den übrigen, in dieser Straße bereits im Rohbau fertiggestellten Neubau­ten gegenwärtig der Innenausbau im Gange ist.

Im Ostmarkenviertel, wo nur Eigenheime zur Ausführung kommen, herrscht nach wie vor lebhafte Bautätigkeit. Da alle Bauplätze in diesem Viertel bereits vergeben sind, ist in Kürze mit dem vollen Ausbau dieses Stadtgebiets zu rechnen.

Vornotizen.

Tageskalender für Samstag:

Glvria-Palast (Seltersweg):Boccaccio". Bau­genossenschaft 1894 eGmbH., Gießen: 20.15 Uhr, Jahreshauptversammlung inZur Stadt Wetzlar".

Tageskalender für Sonntag:

Gloria-Palast (Seltersweg):Boccaccio". Ar­beitsgemeinschaft Gießener Soldatenkameradschaften: Soldatentag. 9.15 Uhr, Gottesdienst, anschl. Ehrung toter Kameraden; 14.45 Uhr, Kameradschaftliches Beisammensein auf der Waldeslust.

Kreisdirektor Dr. Loh Mitglied des Hessischen Derwa^tungSgerichtshofS.

Der Reichsstatthalter in Hessen hat den Kreis- bireftor des Kreises Gießen, Dr. Lotz, mit sofor­tiger Wlrkunu zum Mitglied des Hessischen Derwal- tungsgerichtsyofs ernannt.

Heist den Spanien Deutschen!

Die aus Spanien in die deutsche Heimat ge­flüchteten deutschen Volksgenossen bedürfen drin- gend der Hilfe. Jedermann helfe durch eine Spende mit, das wirtschaftliche Los dieser deutschen Tftän- ner und Frauen, die durch den Bürgerkrieg in Spanien vielfach um ihr ganzes hab und Gut ge­bracht wurden, zu erleichtern. 3n der Geschäfts- stelle des Gießener Anzeigers liegt eine Sammelliste auf, in die Spenden zur Hilfe­leistung eingetragen werden können.

Uiilitärifde« Platzkonzert.

Am morgigen Sonntag von 11 bis 12 Uhr findet auf Dem Platze vor dem Stadttheater ein Platzkon­zert des Musikkorps des MG.-Batl. 2 unter der Stabführung des Musikleiters, Feldwebel Nickel, statt. Es werden folgende Komposittonen zu Gehör gebracht:

Marsch.

Nakiris Hochzeit", Ouvertüre v. P. Lincke.

Postillon v. ßonjumeau", Fantasie v. A. Adam. Münchner Kind'!", Walzer v. K. Komzak.

Slawische Rhapsodie Nr. 1", v. C. Friedemann. Vogelhändler", Potpourri, von C. Zeller.

. Kapital y tapitfllr: gung einer ßii ; I i Iicknde to )on 200 Milli-

King zurückzubringen.

Da plötzlich ich wollte gerade beginnen rar mir mein Arm wie gelähmt, willenlos fühlte i'i mich in den Bannkreis einer seltsamen Ver- j: jckung hineingerissen: das rätselhafte Mitknat- t-n es kam von unserer Flurgarderobe ge- .. .....«ig [Htete sich für mich deutlich hörbar von Miß-

-M M y vrständnissen, Illusionen oder Sentimentalitäten tunte nachgerade keine Rede mehr sein zu einer

heil Hitler!

Der Führer des Bannes 116: Ernst heim, Bannführer.

Nationalsozialistische

ab

7.55 Uhr

an

9.52

ab

10.30

an

14.30

ab

15.45 Uhr

an

18.30

ab

19.15

an

21.11