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in Garmisch-Partenkirchen erneut klar und deut­lich bewiesen, daß er eine einmalige Erscheinung in der Welt des Eiskunstlaufes ist. Durchschnittlich be­werteten die Punktrichter die Kür des Weltmeisters, der sich damit auch den Olympischen Sieg holte, mit 5,8.

Der nach Schäfer folgende Schweizer Lucian Bühler hatte es natürlich nicht leicht, auf die Schäfersche Prachtleistung hin noch etwas Sehens­wertes zu zeigen. Der Schweizer entledigte sich aber dieser unangenehmen Aufgabe mit viel Geschick. Der Japaner Tsugio Hasegawa zeigte, wie die meisten Japaner, einen sehr exakten Lauf, lief aber im Gegensatz zu seinen Landsleuten einen durch­aus europäischen Stil. Der Amerikaner Robin Lee verdarb sich viel durch seine außerordentlich steife Körperhaltung. Den Abschluß bildete der Ameri­kaner Erle Reiter, der sich aber ein für sein Können viel zu schwieriges Programm zusammen­gestellt hatte.

Damit hatten alle 25 Teilnehmer ihre Kür er­ledigt und das gesamte Männer-Kunstlaufen abge­schlossen. An dem Siege Weltmeisters Karl Schä­fer war natürlich nicht zu zweifeln.

Das amtliche Ergebnis.

1. und Olympiasiger Platzziffer Punkte

Karl Schäfer (Oesterreich) 7 422,7

2. Ernst Baier (Deutschland) 24 400,8

3. Felix Kaspar (Oesterreich) 24 400,1

4. Montgomery Wilson (Kanada) 30 394,5

5. Henry Graham Sharp (England) 34 394,1

6. Jack Dünn (England) 42 387,7

7. Marcus Nikkanen (Finnland) 54 380,7

8. Elemer Tardonfaloi (Tertak)-

Ungarn 56 379,0

9. Denes Pataky (Ungarn) 60 374,8

10. Frederick Tomlins (England) 77 364,4

Rekordfahrlen im Zweierbob.

Reto Capabrutts Bahnrekord zwölfmal unterboten.

Am Start waren 23 Schlitten aus dreizehn Na­tionen erschienen. Die Voraussetzungen für die Kämpfe waren bei guten Eisverhältnissen recht günstig.

Der erste Lauf.

Zuerst gingen die 23 gemeldeten Teilnehmer in der Reihenfolge der Startnummern über die Strecke.

Der gelegentlich der Deutschen Bob-Meisterschaf­ten von dem Schweizer Reto Capadrutt gefah­rene Bahnrekord von 1:25:20 Minuten wurde im Laufe der zwei Fahrten zwölfmal unterboten. Be­sonders gut wurde im zweiten Lauf gefahren, wo zehnmal die alte Bestzeit Capadrutts verbessert wer­den konnte. Die schnellste Zeit des Tages fuhr der zweite Bob der Schweizer mit 1:20,31 Minuten. An achter Stelle ging der Bob Deutschland II mit Grau und Brehme ins Rennen, er fuhr 1:30,66 Minuten und hielt damit hinter den Schweizern die bis dahin zweitbeste Zeit des Tages. Etwas besser fuhr dann Italien II, aber USA. II mit Colgate- Lawrence stellte dann zum ersten Male einen neuen Bahnrekord mit 1:25,06 Minuten auf. Eine recht gute Zeit fuhr dann auch Deutschland I mit Ki­lian und von Balta mit 1:27,29 Minuten. Sehr

gut fuhr der englische Bob, dann aber war der zweite Bahnrekord fällig, den sich USA. I mit 1:22,50 holte.

Der zweite Laus.

Der Bob Tschechoslowakei II eröffnete den zwei­ten Durchgang und fuhr mit 1:29,23 besser als im ersten Lauf. Alle 23 Bewerber fuhren im zweiten Lauf bessere Zeiten und die Bahnrekorde purzelten ununterbrochen. Nachdem Deutschland I, England und Oesterreich I die alte Capadruttsche Rekordzeit unterboten bzw. erreicht hatten, fuhr USA. I den dritten Bahnrekord des Tages mit 1:21,02 Min. heraus. Schweiz II fuhr mit 1:20,31 Minuten wie­der neue Rekordzeit, die auch trotz schöner Fahrten von niemand mehr verbessert werden konnte, so daß die Schweizer Feierabend und Beerli den Bahnrekord der Olympia-Bobbahn halten. Die bei­den deutschen Bobs vermochten ihre Zeiten auch zu verbessern, Deutschland II kam auf 1:23,33 und Deutschland I fuhr 1:24,24. In der Gesamtwertung nach den ersten beiden Läufen konnten die beiden deutschen Bobs aber nur den 7. und 9. Platz ein­nehmen. Amerika I liegt mit 2:43,52 Minuten vor Schweiz II und Amerika II an der Spitze.

England ist Eishokkey-Enwpameister.

Oie Olympia-Endrunde begann. - England - Tschechoslowakei 5:0!

Das Olympia-Eisstadion war am Freitagabend restlos ausverkauft, als sich zum ersten Spiel der Eishockey-Endrunde die Mannschaften von Groß­britannien und der Tschechoslowakei gegenübertra­ten. Dem Spiel kam noch insofern erhöhte Be­deutung zu, als der Sieger sich gleichzeitig den Titel eines Europameisters erwarb. England, nach seinem Sieg über Kanada wohl die interessanteste Mannschaft des Turniers, sicherte sich den Erwar­tungen entsprechend diesen Titel. Mit 5:0 (2:0, 3:0, 0:0) behielten die Briten nach hartem Kampf die Oberhand über einen tapferen Gegner. Die Eng­länder sind damit Europameister und haben in der Tabelle der Endrunde mit 4:0 Punkten klar die Spitze vor USA., Kanada und der Tschechoslowakei, die mit zwei verlorenen Spielen schon deutlich ab­geschlagen ist.

Im ersten Spielabschnitt kamen die Briten zu einer 2:0-Führung. Es war ein Spiel, das die Engländer von der ersten Minute an klar überlegen sah. Die Tschechen beschränkten sich ganz auf die Verteidigung und ihre Abwehr mit Peka, Pus- bauer und Bohac vollbrachte ganz hervorragende Leistungen.

Im zweiten Abschnitt waren die Briten wieder klar überlegen. Lediglich in den ersten zwei Minuten rafften sich die Tschechen zu einigen guten Angriffen auf. Trojak wagte einige Weitschüsse, die aber der aufmerksame englische Hüter Foster halten konnte. Eine Prachtleistung vollbrachte Foster, als er durch entschlossenes Werfen vor dem allein durchgegange­nen Jirotka die Scheibe abwehrte. Im Gegenangriff umspielte Davey die Tschechen-Verteidigung und

an dem herausstürzenden Peka vorbei erzielte er den dritten Treffer. Das war in der 6. Minute. Wenig später war B r e n ch l e y erfolgreich und Sekunden nachher holte Davey, der beste eng­lische Stürmer, einen fünften Erfolg für feine Mannschaft.

Das Schlußdrittel endete torlos, fo daß England den Kampf mit 5:0 (2:0, 3:0, 0:0) gewann. Neben der Europameisterschaft Haden die Briten damit wie bereits einleitend erwähnt die erste Anwart­schaft auf den Olympischen Sieg erworben.

Kanada, mit der 1:2-Niederlage gegen England behaftet, kann die Briten aus eigener Kraft nicht mehr einholen. Lediglich von USA. droht den Eng­ländern noch Gefahr, so daß also dieses Spiel am Samstag um 21 Uhr die Entscheidung des Olym­pischen Turniers bringt.

Reichsminister Rust empfängt den studentischen Führerdienst.

Reichsminister Rust benutzte seinen Aufenthalt in Garmisch-Partenkirchen, um an die jungen Sport­helfer kameradschaftliche Worte zu richten, wobei er insbesondere die Bedeutung unterstrich, die im persönlichen Verkehr zwischen jungen Deutschen und den ausländischen Gästen liegt. Daß die auf diese Weise hergestellte Verbindung zwischen dem In- und Ausland sich kulturell, sportlich und politisch zum Segen aller Nationen auswirke, sei sein Wunsch. Vorher hatte Dr. Möbius, der Leiter des stu­dentischen Führerdienstes, einen Ueberblick über die Entwicklung dieser Einrichtung gegeben.

Rings um das Benzin.

Von unserem römischen E.-Korrespondenien.

Rom, im Februar.

Es ist schon zum Kopfschütteln. Man setzt sich in seinen Wagen, fahrt nach dem Frühstück ins Zen­trum, also in die Gegend um den Corso herum, wo die Bankpaläste stehen, und die Hauptpost noch immer sozusagen im Freien tagt, die Schalter in einem offenen Klostergang liegen, man kreist um die Säule des Mark Aurel herum, stuckert von einer Ampel zur anderen, bis einem die Farben vor den Augen flimmern, hängt an den Lippen und Augen und Handschuhen des schwarzweiß bethronten Ver­kehrspolizisten, merkt trotzdem voll Erstaunen, daß Iphigenie ein Froschhütchen trägt ober einen be- troöbelten Fez, stößt deshalb einem spinatgrünen Taxi in die Weichen und sucht nun verzweifelt einen Parkplatz. Ein P, ein Königreich für ein P!

Weiß der Teufel, warum die Autofahrer immer einen anderen Gedankenschaltraum haben als die Gesetzgeber: Wozu, fragen sie sich, gibt es ein nor­males P und ein durchstrichenes P? Wäre es nicht viel einfacher, natürlich, das ist das Ei des Kolum­bus, sich mit dem durchstochenen zu begnügen? Sonst gibt es doch auch nur Verbotstafeln und nicht dazu noch Erlaubnistafeln. Wo man nicht parken darf, dorthin ein Verbot: an allen anderen Stellen ergibt sich dann die Parkfreiheit von selbst! Krach das war natürlich wieder einer von den acht- beinigen Büffeln, so ein Autobus, der Hintere Kot­fänger mag gut aussehen. Ader um Gotteswillen nid)t halten, man kommt sonst im Steuerumdrehen unter das verrückte Karussell, hupen darf man auch nicht. Sie gestatten doch, Herr Fußgänger, daß ich hinter Ihnen hertrotte, es perlt einem heiß über die Stirne und kein P weit und breit!

Heißt das, kein unbesetztes. Sie wissen doch, wie das ist, wenn man beim Mühlziehen in eine Zwick­mühle gerät? Also, da hängst du nun zwischen P und P wie Buridans Esel zwischen zwei Heubündeln wie das Klavier auf der Stiege, das nicht vor- und nicht rückwärts kommt, weil der eine zieht und vom anderen glaubt, er schiebe, während der doch auch zieht, nur in verkehrter Richtung bitte, ver­suchen Sie das nun einmal, Ihren Autokameraden im sanktionierten Rom begreiflich zu machen, so um den Corso herum, möglichst um die Mittagszeit, die von 10 bis 14 Uhr dauert!

Es scheint, daß die Autos im Quadrat der Ent­fernung von Genf zunehmen. Wer wird sich, fo

dachte man, noch einen neuen Wagen kaufen, wenn es heißt, binnen kurzem gehe das Benzin aus? Und nun tritt der neueste Typ, kaum in Mailand aus­gestellt, gleich rudelweise auf: Die Geschäftsleute, die auf gut sichtbare Schaufenster halten, atmeten im Geheimen auf, als es hieß, die Parkerei werde in­folge der drohenden Benzinsperre, der Devisennot, wegen des hohen Benzinpreises und wegen der wie­der m Mode kommenden Fußgängerei bald aufhören jetzt ist ihre Ansicht vernagelter als je. Wie mag das erst im Frühling werden?

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Volkswirtschaftler legen den Finger an die Nase: Das Benzin kostet 3,86 Lire, die Steuer beträgt für einen mittelstarken Wagen gegen 1000 Lire, die Versicherung ist auch nicht billig und wer wollte das Gegenteil von den Reparaturen behaupten? Ergo müssen die Italiener doch noch Geld haben. Weiter: zum Vergnügen, das haben wir soeben gesehen, fährt bestimmt keiner in Rom herum. Folglich müssen die Leute auch zu tun Haden, Business as usual, Ge­schäft wie immer, trotz der Sanktionen. Schließlich: die Fahrer sind keine Mummelgreise und keine Säug­linge, sie haben, wir spürten's ja eben, recht kräftige Ellbogen, mithin kann noch nicht der letzte Taug­liche mobilisiert sein. So gerät man in die Politik.

Auf der Landstraße ist zu allem übrigen nun noch die Transportsteuer hinzugekommen. Für jeden Doppelzentner und für jeden Fahrtkilometer soundso­viel. Das läppert sich zusammen, wenn einer für sein Landhaus eine Fuhre pozzolana bestellt, jene nur in Rom in solcher Güte auffindbare rötliche Erde, die ein natürlicher Zement und die Erklärung für die unbegrenzte Haltbarkeit der antiken Ruinen ist. Fer­ner erging ein allgemeines Bauverbot, selbst das so beliebte Aufstocken der Häuser, das bei den flachen Dächern begreiflicherweise immer lockt, mußte ein­gestellt werden. Und dennoch drücken einen die Mammuts der Landstraße, die autotreni genannten Lastwagen mit Anhänger nach wie vor in den Gra­ben. Auch wird, Ausnahmen gibt es bei jedem Gesetz, Filmopolis errichtet, die Filmstadt vor den Toren, beim achten Kilometerstein der tuskulanischen Straße. So weit hat der Stadtzoll nun schon seine Steuereinnehmer hinausgeschoben. Was an Lebens­mitteln eingeführt, an Material aus der Stadt hin­ausgebracht wird, kostet Zoll, Verbrauchssteuer, Quittungsftempel. Und dennoch dieser Verkehr

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In Spatzenkreisen ist die Enttäuschung groß. Wie hatte man sich auf das Wiedererfcheinen des Hafer-

Der olympische Sieger des Vauern-Skiklubs.

Eine Unterhaltung mit Franz pfnür.

Don unserem Sonderberichterstatter Dr. Rudolf Vogel.

Garmisch-Partenkirchen, den 14. Febr. 1936.

Das rot lodernde olympische Feuer am Turm des Skistadions von Garmisch-Partenkirchen weist den Weg am Abend zum Quartier der deutschen Mannschaft vor der Kampfstätte. Drinnen ein froh ungezwungener Betrieb: junge Leute, sonnenge­bräunt, unbekümmert! Mitten unter ihnen die beiden deutschen Weltmeister Christ! Cranz und Franz Pfnür, der Bauernsohn aus Schel­lenberg im Berchtesgadener Land. Fast freut es einen innerlich, daß der lang aufgeschossene 27jäh- rige mit einem scharf geschnittenen Gesicht, eisernen Körper, an dem kein Gramm Fett zu viel sitzt, sich gegen dasAusgefrage" des Pressemannes sträubt. Der junge Weltruhm macht ihm, Gott sei Dank schwer zu schaffen. Es hagelt Einladungen von allen Seiten, die er nicht abschlagen kann. Der Briefträger schleppt täglich an der Post aus ganz Deutschland für den Träger der goldenen Medaille. Rührende Briefe, lieber Himmel, auch viele andere dabei, die dem jungen Weltmeister hoffentlich nicht den Kopf verdrehen werden.

Wenn man etwas über feine sportliche Ausbildung wissen will, bekommt man einen mehr als knappen Bescheid:Wir haben in Schel­lenberg keine Zeit und kein Geld, um uns das Jahr über auf Wettkämpfe vorzubereiten". Er spricht selbstverständlich seinen oberbayrischen Dialekt. Franz Pfnür kam mit wenigen Ausnahmen nie heraus aus dem ein wenig abseits aller großen Fremdenverkehrszentren liegenden Oertchen Schel­lenberg, das drei Gemeinden mit zusammen etwa 1500 Einwohnern umfaßt und am Untersberg bei Berchtesgaden liegt. Wichtig für Franz Pfnür wurde vor allem der Gründer des Schellenberger Skiklubs Dr. B e r f m a n n , der gerade beim schlichten Abendessen dem Weltmeister, seinem Schüler, gegenübersitzt.

Und weil das Beispiel Dr. Berkmanns für echten Bauernsport wichtig ist, muß es genau beachtet werden. Selbst aus einer alten Bauernfamilie stammend, erwarb Dr. Berkmann, der Landwirt­schaft studiert hat und jetzt auch Ortsbauernführer von Schellenberg ist, vor Jahren seinen Erbhof in Schellenberg. Der jetzt 46jährige, rotgebrannte alte Skiläufer, stand bereits vor 30 Jahren auf Skiern. Vor acht Jahren begann er seine sportliche Auf­bauarbeit unter den Bauernjungen von Schellen­berg, nahm selbst noch Skikurse, um die Kunst weiter zu verbreiten. Diese zähen, prächtigen Söhne von blutarmen Bauern, Holzfällern, Bergführern und Landarbeitern konnten häufig genug noch nicht einmal den Beitrag für die Unfallversicherung auf­bringen, aber man hielt durch. Ja, man schaffte es sogar, 1500 Meter hoch über Schellenberg eine eigene kleine Skihütte zu bauen, an der der junge Franz Pfnür, der die Schreinerei er­lernt hat, kräftig mitgearbeitet hat, trotzdem er mit seinem Bruder und seiner Schwester den kleinen Hof von sechs Aeckern und ein paar Stück Rindvieh mitbewirtschaften muß.Im Sommer kommen wir oft noch nicht einmal am Sonntag zum Sport", wirft Franz Pfnür in unsere Unterhaltung ein, soviel haben wir zu schaffen. Wir schwimmen, kraxeln und laufen im Sommer. Und im Winter, da macht es sich von klein auf bei uns ganz von selbst, oaß die Jungens von Schellenberg ihre Bretteln schultern, auf die Hänge steigen und hin­unterfahren."

70 Mitglieder zählt heute der Skiklub Schellen­berg. Und dieser Bauern-Skiklub stellte Dr. Berkmann sagt es mit berechtigtem Stolz nicht weniger als 4 unter 12 Auswahlkan­didaten für die olympischen Winterspiele: Er hat jetzt noch zwei, neben dem Weltmeister Franz Pfnür, dessen Nachbarn (nicht Bruder, wie es viel­fach heißt), Hans Pfnür in der deutschen Olym­piamannschaft. Das scheint uns ein wunderbarer Erfolg der stillen und von der Oeffentlichkeit unbe­achteten sportlichen Arbeit, die die Bauernsöhne von Schellenberg geleistet haben. Dr. Berkmann zog den Franz Pfnür, auf dessen Anstelligkeit zum Skilauf er früh aufmerksam wurde, vor acht Jahren in den Klub.

Wenn irgendeiner unter den vielen Teilnehmern der olympischen Winterspiele von sich sagen kann, daß seine sportliche Betätigung wirklicha ma teurmäfjig", d. h. wirklich nur aus Freude am Sport neben einem das übrige Leben voll ausfüllenden Berufe war, dann sind es die beiden Pfnürs aus dem Bauernskiklub von Schellenberg. Die Jungens von Schellenberg treiben Skisport, weil er zu ihrer Heimat gehört, aus Liebe zu den Bergen, zur körperlichen Betätigung und nicht zuletzt aus einer Naturnotwendigkeit heraus, denn in den weit verstreuten Orten stehen die Brettel für die Buben und Mädel schon zum Schulgang vor der Tür bereit", fo formuliert es Dr. Berkmann.

Wir fragen den Gründer des Skiklubs nach den Verhältnissen in den anderen oberbayerischen Orten, in denen an sich die gleichen Bedingungen für die sportliche Betätigung bestehen wie in der armen Bauerngemeinde Schellenberg, deren I«r«'a liehe Lage bislang unbeachtet blieb.Es kommt im­mer auf den Mann an, der die Sache in die Hand nimmt", meint Dr. Berkmann mit Recht,wir haben niemals den Ehrgeiz besessen. Rekordleute heranzuzüchten, sondern wir wollten unseren Bauernjungen bei den ausgezeichneten natürlichen Gegebenheiten unseres Heimatortes die sportliche Betätigung ermöglichen, die ihnen liegt und die zu ihnen gehört. Daß unsere Arbeit durch einen fo schönen Erfolg gefrönt wurde, macht uns stolz. Wir sind vor allem stolz auf unseren Franz Pfnür, dessen Leistung hoffentlich dazu beifragen wird, dem Skisport auch in anderen Bauerngemeinden zum Aufschwung zu verhelfen, wie sie hoffentlich auch dazu beitragen wird, Schellenberg selbst, unserer Heimat zu helfen!"

Ich mache Franz Pfnür auf die Wirkungen sei­nes Beispiels unter der sporttreibenden deutschen Bauernjugend aufmerksam. In seiner geraden kar­gen Art bricht es plötzlich aus ihm heraus:Ich denk mir die Sache halt so, daß die Bauern- burschen in allen deutschen Gauen den Sport treiben, der ihnen s o liegt, w i e uns der Skisport im Winter und im Som­mer Schwimmen und Kraxeln. Dann mär's gut." Der Franz Pfnür, Weltmeister im Abfahrts- lauf und Slalom gegen die besten Leute der Welt, wird weiter das bleiben, was er ist, der schlichte, willenstarke Bauernsohn mit den Hellen, intelligent ten Augen, die sehr kritisch in die Welt schauen und sich nichts vormachen lassen. Ein echtes Vorbild für deutschen, scholleverbundenen Bauernsport.

Heue Heeresveiermä'rakademie.

Im Zuge der im Jahre 1935 wieder errungenen Wehrfreiheit ist es gelungen, d i e A u s b i l i dungsstätte für den Veterinäroffi­ziernachwuchs nach 16jähriger Unterbrechung für das Heer wieder neu erstehen zu lassen. Die neu errichtete Heeresveterinärakadernie befin­det sich i n S) a n n o d e r in den bisherigen Räumen der Kriegsschule in der Möckernstraße. Kommandeur der Akademie ist Generalveterinär Dr. F o n t a i - n e, dem als Lehrgängsleiter Oberfeldveterinär Dr. König und Stabsveterinär Dr. V i e b r o ck , als Adjutant Veterinär Spilling zur Seite stehen.

Die Akademie hat 62 Fahnenjunger und Fähn­riche (im Veterinärkorps) aufgenommen, die an der Tierärztlichen Hochschule Hannover dem Studium der Veterinärmedizin obliegen, während ihre militärische und militärveterinäre Ausbildung in der Akademie erfolgt. Die Zahl der Fahnenjun­ker und Fähnriche (im Veterinärkorps) der Akade­mie wird von Jahr zu Jahr steigen bis zu einem Höchststand von 150. Seit 1929 erfolgte die wissen­schaftliche Ausbildung der künftigen Veterinäroffi- zere an der Tierärztlichen Hochschule Hannover so­wie an den veterinärmedizinischen Fakultäten der Universitäten Berlin, Gießen, Leipzig und Mün­chen. Aus militärischen Gründen, besonders da auch die Zahl des Nachwuchses infolge Vergrößerung der Wehrmacht gestiegen ist, hat sich diese Verteilung auf einzelne Bildungsstätten nicht als zweck­mäßig erwiesen.

motors gefreut! Equus redivivus! rief der Ober­sperling jeden Tag spöttisch von der Dachrinne her­unter, er saß auf dem Gymnasium und sprach da­her nur noch wie Cäsar. Sie haben ja sicherlich auch in den Zeitungen gelesen, daß sogar große Herr­schaften in edler Aufwallung auf ihre 80 Benzin­pferde verzichteten und demonstrativ zu Fuß gingen, nein, zum Zweispänner zurückkehrten. Ein Festtag für die Plebs der Dachrinnen!

Aber es muß sich herumgesprochen haben, daß man in Genf vor der Berührung des Benzinhahns zurückscheut und inzwischen die Delleitung von Al­banien zur Adria in Gang gekommen ist und die Zisternenschiffe an Dickleibigkeit leiden und die italie­nischen Vorräte wachsen wie die Stauweiher in der Regenzeit.

Immerhin wird nun ab und zu ein Roß gesichtet, die Verkehrsbeschränkungen für die bei den gemäch­licheren Fremden mit Recht so beliebten Zockelpferd­chen wurden gemildert, man kann wieder für einen lächerlichen Betrag durch die ewige Noma zockeln. Das ist schon, sehr schon. Es gibt Leute, die unter diesem Gesichtspunkt gar nichts gegen eine etwaige Benzinnot einzuwenden hätten.

Am unangenehmsten scheint sich der hohe Benzin­preis in der Landwirtschaft bemerkbar zu machen. Windmühlen sind auf einmal stark gefragt. Denn auch der elektrische Strom wurde plötzlich teurer, die bisher nur auf den Lichtstrom erhobene Abgabe auf den Jndustriestrom ausgedehnt. Dazu herrscht Futternot, der Wein findet mühsam Absatz. Und doch läßt sich auch der Äauer nicht unterliegen. Tutto passa! Alles geht vorüber. Das kann man landauf, landab hören. Pflügen wir halt wieder wie unsere Väter, wenn der Traktor so teuer kommt. Einmal wird die Kriegszeit vorbei sein und dann

Ja, wo findet man dann in Rom einen Parkplatz?

Rekordschläfer in aller Welt

So tief auch die Wissenschaft schon in die Ge­heimnisse des Schlafes eingedrungen ist, so steht sie doch immer wieder vor Rätseln, zu deren eindeuti­ger Erklärung sie noch nicht befähigt ist. Vor allem die Ursache mancher jahrelang andauernder Schlaf- zustände sind noch in Dunkel gehüllt. So erregt der schon viele Jahre dauernde Halbschlaf eines einund- sechzigjährigen Bewohners der amerikanischen Stadt Springfield, William Lord, berechtigtes Aufsehen. Im Oktober 1926 verfiel Lord plötzlich in einen Schlafzustand, in dem er jedoch ißt, trinkt und raucht. Er tut alles wie.ein Automat. Den Tast-,

Geschmacks- und Gehörsinn hat der Mann in seinem merkwürdigen Zustand offenbar behalten. Nach fast vier Jahren erwachte Lord plötzlich zum Leben, aber nach drei Monaten verfiel er'wieder in Schlaf; zwei Jahre später erlangte er wiederum für fünf- undvierzig Tage das volle Bewußtsein. Er hörte Rundfunk und plauderte mit feiner Familie.Laßt mich bloß nicht wieder einschlafen!" bat er immer wieder, aber sein Schicksal ereilte ihn von neuem, und nun dämmert er wieder dahin. Nicht weniger merkwürdig ist der Fall eines serbischen Bauern namens Welimir Jokitsch aus dem Dorfe Ratari, der vor ungefähr drei Jahren plötzlich von einem schweren Unwohlsein befallen wurde und sich zu Bett begab. Er schlief fast ununterbrochen bis zum Oktober des vergangenen Jahres und wurde von feinen Angehörigen täglich mühsam so weit ge­weckt, daß er etwas Nahrung zu sich nehmen konnte. Als man ihm jedoch in einem solchen kur­zen Zwischenraum des Erwachens die Ermordung König Alexanders mitteilte, ging eine plötzliche Ver­änderung mit ihm vor. Nachdem er lange gemeint hatte, stand er auf und unternahm eine Pilgerfahrt nach der Grabstätte des Königs. Seitdem ist er wieder vollkommen gesund und geht wie vordem seiner Arbeit nach. Wichtige Mitteilungen haben nicht selten Einfluß auf den Beginn oder die Be­endigung dieser seltsamen Schlafsucht ausgeübt. Dies zeigte sich auch in dem Fall der Marguerite Boyen- nal aus Thesseles bei St. Quentin. Das junge i Mädchen plättete in ihrer Küche, als eine Freundin hereinstürzte und ihr aus Spaß zurief:Flieh, Marguerite, die Gendarmen kommen, um dich zu verhaften!" Mit einem Schrei stürzte das Mädchen zu Boden und verfiel alsbald in einen schweren Schlaf. Die Aerzte gaben sich die größte Mühe, sie zu erwecken, aber ohne Erfolg. Als sich schließlich alle Anstregungen als nutzlos erwiesen versuchte man die Schläferin zu ernähren und am Leben zu erhalten, bis sie von selbst aufwachen würde. Nach zweijährigem Schlaf war sie bis zum Skelett abge­magert. Dann beobachtete man plötzlich, daß die Schläferin, die fortdauernd bewacht wurde, ihren rechten Arm in die Hohe hob und dann erhob sie den Kopf. Schließlich öffnete das junge Mädchen, das jetzt wie eine Greisin aussah, langsam und augenscheinlich mit großer Anstregung die Augen und blickte sich verwundert in dem Zimmer um. Zwanzig Minuten fuhr ihr Herz fort zu schlagen, und die Aerzte hofften, sie am Leben zu erhalten. Dann erhob sie sich plötzlich mit Aufbietung der letzten Anstrengung, stieß ein paar unverständliche Laute aus und fiel tot zurück.