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e „K ö ch e" gibt, noch dazu solche, die nichts Kochen verstehen. Es gibt für die Wehrmacht
vom
Neue Erfolge in Garmisch
von einem Minister der Krone gehört habe. Baldwin habe im Zusammenhang mit dem Hoare-Laval- Dorschlag erklärt, daß er eine Feststellung machen könne, die — wie er garantiere — dafür Sorge tragen würde, daß niemand gegen ihn stimme. Einige Tage später habe Baldwin wiederum bekannt, daß er sich geirrt habe. Jedermann in England habe sich gefragt, was hinter den Worten Baldwins stecke. Leute, die sehr viel besser über die britische Verteidigung unterrichtet seien als die meisten Mitglieder des Unterhauses, hätten sich die gleiche Frage gestellt.
Chamberlain erklärte, er sei gegen die Ernennung eines Verteidigungsministers, weil er die unbeschränkte Verantwortlichkeit der zivilen Häupter der drei Wehrämter mindern würde. Er wünsche eine zusammenfassende Autorität zu sehen, die dafür Sorge trage, daß die von den einzelnen Ministern ausgearbeiteten Vorschläge zu einem zusammenhängenden Ganzen zusammengefaßt würden. Nur zögernd gestehe er zu, daß es dem Premier-
noch unklarer. Die Generalstabs-Chefs beraten untereinander und mit dem Regierungs-Chef. Was geschieht nun, wenn z. B. der Marine-Minister das, was hier beschlossen wird, mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann und es nun doch in seinem Machtbereich, für den er dem Parlament verantwortlich ist, geschehen lassen soll.
Auch die Army, Navy and Air Force Gazette ift mit diesem System nicht zufrieden, wenn sie auch nicht den eben erwähnten Gesichtspunkt anführt. Sie macht dafür auf andere Schwierigkeiten aufmerksam. Sie meint, gerade die drei Generalstabs- Chefs sind meist nicht solche Naturen, die sich für die Zusammenarbeit in einem derartigen Kriegsrat eignen. Sie sind meist in ihre hohe Stellung gelangt, weil sie sehr ausgesprochene Per- onllchk eiten, die sich durchzusetzen wissen, smd. eie sind Führer und eignen sich darum weniger für die Rolle als Berater. Die Eignung zum Führer und Berater findet sich nach Ansicht der Zeitschrift selten in ein und derselben Person, besonders wenn es sich um ältere Herren handelt.
Als schlagendster Beweis für die Ungeeignetheit des derzeitigen Systems wird die Tatsache angeführt, daß Groß-Britannien genau wie vor dem Weltkriege die Hälfte seiner Mehrausgaben der Kriegsmarine zuwendet, während doch diese „mindestens 90 v. H. ihres wahren Wertes verloren hat". Man darf über diese Ansicht etwas erstaunt sein. Es ist denn doch eine recht kühne Behauptung, den Wert der Seegeltung so gering anzuschlagen. Wenn die Oelsperre bei dem'Austraa der«
m i n i st e r unmöglich sei, ein „wirksamer" Vorsitzender des Reichsverteidigungsausschusses zu sein. Der Premierminister habe zu viel in seiner Hand und sei nicht in der Lage, die verwickelten technischen Anforderungen des modernen Krieges zu prüfen. Das sei vielmehr die Aufgabe eines befon- deren Ministers. Solche Fehler wie diejenigen, die Baldwin am Tisch des Hauses innerhalb der letzten zwei Jahre habe eingestehen müssen und für die er die Verzeihung des Hauses habe erbitten müssen, dürften sich nicht wieder ereignen.
Die Rede Chamberlains hat beträchtliches Aufsehen im Hause erregt, da es ganz ungewöhnlich ist, daß eine so einflußreiche Persönlichkeit wie Sir Austen Chamberlain das Haupt der Regierung unmittelbar angreift. Sir Edward Grigg wandte sich gegen den Vorschlag, Churchill mit dem Verteidigungsministerium zu betrauen. Er sei der Aufgabe' gegenwärtig nicht gewachsen. Man stünde vor einem Notstand, der fast ebenso groß sei wie der von 1931. Admiral Sueter zog hierauf seinen Gesetzesantrag zurück.
Deutschland II mit Grau-Brehme mit 2:53:99 an neunter Stelle.
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Seine dritte Goldmedaille holte sich der Norweger Ivar Ballangrud im Eisschnell- laufen, lieber 10000 Meter siegte er in 17:24,3 Minuten vor dem Finnen V a s e n i u s (17:28,2) und bejn Oesterreicher Stiepl (17:30,6). Sandt- ner kam in 18:02,0 auf den 12., Sarnes in 18:04,3 auf den 15. Platz. Ballangrud hat von den vier Schnelläufen über 500, 1500, 5000 und 10 000 Meter im 1500-Meter-Lauf den zweiten Platz belegt, die anderen drei Rennen gewonnen, ein seltener olympischer Erfolg. — Ernst Baier, unser deut- scher Kunstlaufmeister, konnte sich nach seinem schönen Erfolg mit Maxie Herber im Paarlaufen nun auch im Einzellaufen zur Geltung bringen. Er belegte hinter dem unerreichbaren Wiener Weltmeister Karl Schäfer, der mit Platz- Ziffer 7 und 422,7 Punkten Olympiasieger wurde, den zweiten Rang mit Platzziffer 27 und 400,8 Punkten und holte so für Deutschland die dritte Silbermedaille. Ganz knapp hinter ihm lag der Oesterreicher Kaspar, der die gleiche
erstklassigen technischen Ausschusses annehmen werde, der einem umgebildeten und verbesserten Reichsverteidigungsausjchuß übergeordnet würde. Es sei eine ähnliche Lage roie im A u g u st 1914. Die Luftwaffe müsse einen vorherrschenden Anteil der Wehrhaushalte beanspruchen. Die Regierung werde gut daran tun, klare Angaben zu machen, wie sie die Besorgnisse, die in der gestrigen Aussprache zum Ausdruck kamen, beseitigen wolle.
„Daily Mail" meldet, Sir Austen Chamberlain sei von einer einflußreichen Gruppe konservativer Abgeordneter ausersehen worden, der Regierung schwere Besorgnisse hinsichtlich der unzulänglichen Rustungsmaßnahmen zum Ausdruck zu bringen. Es sei unwahrscheinlich, daß die Rede ernste Folgen haben werde, falls nicht die Regierung die Warnungen Chamberlains in den Wind schlage. „Mor- ning Post", die die Ansichten der radikalen konservativen Gruppe vertritt, ist im übrigen der Auf- fassung, daß die Rede Chamberlains außerordent- lich geschadet habe. Sein Mißtrauensvotum lei gegen den Ministerpräsidenten persönlich gerichtet gewesen und es habe bedeutet, daß Baldwin flicht mehr das Vertrauen des Hauses oder der Oeffent- lichkeit verdiene. Auch das liberale „News Chronicle" sieht die Stellung des Ministerpräsidenten als schwer gefährdet an. Baldwins allzu häufige Eingeständnisse von Irrtümern hätten bei vielen Kon- servativen Zweifel an feinen Führerfähigkeiten in einer Krisenzeit erregt. Mehrere Konservative hätten das Gefühl, daß Baldwin Pfeife rauche, während die Welt brenne. Wenn Chamberlains Angriffe die Kräfte, die sich gegen den Ministerpräsidenten gesammelt hätten, endgültig in Bewegung fetze, dann sei eine Regierungskrise un- vermeidlich. Die Möglichkeit, daß Schatzkanzler Neville Chamberlain Ministerpräsident werde, werde dann erneut ins Auge gefaßt werden. Auch das Arbeiterblatt „Daily H e r a l d" stellt die Frage, ob Baldwin vielleicht bald das Schicksal Sir Samuel Hoares teilen werde. Bemerkenswerterweise hätten die Tories sich die Angriffe Chamberlains gegen Baldwin schweigend angehört. Keiner seiner Anhänger habe eine Stimme des Protestes erhoben ober ein Wort zu seiner Verteidigung gesagt.
pilgerten Inneren Sage Frankreichs hat sich, abgesehen von allebem auch noch baburch kompliziert, baß einige Blätter roieber einmal bie Frage ber Einführung von Verhältniswahlen aufgeworfen haben. Es ist gerabezu grotesk, baß bas offizielle Frankreich einerseits bie Verbinbung mit bem Bolschewismus nicht eng genug gestalten kann unb an- bererfeits bie Einführung bes Verhältniswahlsystems aus bem Grunbe verweigert, weil jebermann in Frankreich genau weiß, baß bie Kommunisten bann schon heute nicht weniger als 60 Kammer- m a n b a t e statt ber jetzigen 11 haben würben! Eine Zahl, bie sich infolge ber zunehmenben Rabikalisie- rung in Frankreich bei Wahlen zweifellos noch erheblich steigern würbe, wie ja schon aus bem bekannten „roten Gürtel um Paris", aus ber Tatsache von nicht weniger als 100 kommunistisch geleiteten Ge- meinben, aus ber kommunistischen Durchsetzung ber Lehrerverbänbe usw. hervorgeht.
Mystische Protestkundgebung.
Werden sich die Radikalsozialisten beteiligen?
Paris, 15. Febr. (DNB. Funkspr.) Wie nicht anbers zu erwarten, zögern bie französischen marxistischen Parteien nicht, ben UeberfaU auf ben Sozialisten sichrer Leon Blum nach jeher Richtung politisch unb wahltaktisch auszuwerten. Sie geben sich nicht mit ber Auslösung ber Glieberungen ber Action Frangaise zusrieben, sonbern veranstalten am Sonntagnachmitag eine große Kunbge- bung vor bem Phanteon unb auf bem Platz der Nationen. Zu biefer Kunbgebung werben aber nicht nur bie Anhänger ber sozialistischen unb ber kommunistischen Partei unb ber Gewerkschaften aufgerufen, sondern sämtliche Anhänger ber Volksfront einschließlich ber Rabikalsozialisten. Wie weit diese allerdings den Ausrufen Folge leisten werden, ist noch nicht bekannt.
Die Army, Navy and Air Force Gazette gibt die Schuld in erster Linie dem Umstande, daß es z u viele „K ö ch e" “:Xi-
Englische Wchmiachlssorgen
43on Oberstleutnant (E) von Belli
Die gespannte politische Lage hat in der englischen Fachpresse wiederholt zu der Frage geführt, ob Groß-Britanniens Wehrmacht allen möglicher Weise an sie herantretenden Anforderungen gewachsen ift. Teilweise ist eine starke Unzufriedenheit mit dem derzeitigen Rüstungsstand festzustellen. Sie verbindet sich meist mit scharfer Kritik an dem Verhalten der verantwortlichen Staatsmänner.
So beklagt z. B. die Army, Navy and Air Force Gazette vom 21. November 1935 die ungenügende Kampfbereitschaft.
Was hat Chamberlain bezweckt?
Schärfste Anspannung der Rüstungsmaschine oder Krisis um Baldwin?
nickt weniger als drei verschiedene politische Minister, und diese haben wieder ihre Unterstaatssekretäre und Finanzsekretäre. Dazu sind alle diese Minister und ihre Gehilfen nicht Leute vorn Fach. Die Zeitschrift schlägt eine Verkleinerung dieses Behördenapparats vor. Sie will nur einen einzigen K r r e g s rn i n i st e r für die gesamte Wehrmacht mit einem Unterstaatssekretär und drei Finanzsekretären.
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Der oppositionelle Arbeiterabgeordnete, Oberst Wedgewood, erklärte, es bestehe die Gefahr, daß die britische Politik von Leuten bestimmt würde, die völlig verschiedenartige Ansichten über die Ziele und Mittel der Verteidigung hätten. Jede künftige Aktion einer feindlichen Macht werde plötzlich und un angekündigt erfolgen, es werde keine Kriegserklärung geben, sondern man werde vom Krieg dadurch Kenntnis erhalten, daß Bomb en abgeworfen würden. Die B e - herrfchung der Luft fei viel wichtiger als die Beherrschung der See. Wenn der Feind Ueberlegen- heit zur.Luft besitze, würden die britischen Schiffe am Tage nicht ausfahren können und würden schwer zu verbergen sein.
<5ir Austen Chamberlain
richtet außerordentlich hefti-ge Angriffe gegen Baldwin. Im November 1934 habe Churchill Baldwin gefragt, was er zu dem beispiellosen Anwachsen der deutschen.Luftflotte zu sagen habe. Darauf habe Baldwin geantwortet, es sei n i ch t wahr, daß Deutschland sich stärkemäßig England nähere. Am 22. Mai 1935 habe Baldwin aber erklärt, daß seine Zahlen über die deutsche Wiederaufrüstung nicht falsch gewesen seien. Er habe sich jedoch getäuscht. Weder er noch irgendeiner seiner Berater habe sich eine Vorstellung gemacht, wie die Erzeugung von Flugzeugen von Deutschland in den letzten Monaten beschleunigt worden sei. Im Dezember 1935 fyabe der Premierminister das Erstaunen des Hauses und des Landes dadurch erregt, daß er Sätze gebraucht habe, die noch niemand 'jemals
Eine Verwirklichung dieses Vorschlages würde einen Fortschritt bedeuten. Freilich wird dabei an dem in England herkömmlichen Brauch festgehalten, an die Spitze eines Ministeriums nicht etwa den besten Fachmann zu setzen, sondern einen Politiker. Es hängt dies mit dem parlamentarischen Regierungssystem zusammen und mag dafür passen. Der Minister ist in diesem Falle weniger der sachverständige Leiter als der Anwalt seines Ministeriums dem Parlament gegenüber. Vielleicht kann man ihn auch als den Vertrauensmann des Parlaments für feinen Wirkungsbereich betrachten. Für den Krieg ift diese Organisation auf jeden Fall wenig geeignet. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, die Befehlsbefugnisse zwischen dem politischen Minister und dem militärischen Führer einwandfrei zu klären. Ein Laie, der einem Feldherrn in rein militärischen Dingen dreinredet, ist ebenso wenig am Platze, wie ein Vorgesetzter — und das ist der politische Kriegsminift'er —, der nicht berechtigt ist, mitzureden. Die Geschichte des Weltkrieges zeigt uns dafür in England wie in Frankreich die lehrreichsten Beispiele.
Augenblicklich wird in England das Zusammen- wlrken der drei verschiedenen Ministern unterstellten Teile der Wehrmacht dadurch angestrebt, daß die drei Generalstabs-Chefs einen Ausschuß unler dem Vorsitz des Ministerpräsidenten bilden. Cm „Kriegsrat" ist an sich schon etwas unerfreu- ^.wes- Durch diesen Ausschuß wird zudem noch das Verhältnis der drei militärischen Spitzen der Wehrmacht zu ihren vorgesetzten politischen Ministern
^opagando".
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Garmisch - Partenkirchen, 14. Febr. (DNB.) Das Olympische Dorf stand am Freitag im Zeichen des Militärpatrouillenlaufs. Bei wolkenlosem und heiterem Himmel gingen die neun Patrouillen auf die 25 Kilometer lange schwierige Strecke. Auf dem zweiten Teil der Strecke hatte jede Patrouille, die aus einem Offizier und drei Leuten bestand^ drei Ballons abzuschießen. Sieger wurden die Italiener in 2:28:35 Stunden vor Finnland (2:28:49) und Schweden (2:35:24). Deutschland belegte mit der Mannschaft Lt. Leupold, Hieble Lochbühler, Kirchmann hinter Oesterreich und vor Frankreich, Schweiz, Tschechoslowakei und Polen den fünften Platz. — Rekordfahrten am laufenden Band gab es bei den ersten beiden Läufen im Zweierbob. Der seinerzeit von dem Schweizer Capadrutt aufgestellte Bahnrekord von 1:25:31 Minuten wurde in den beiden Läufen zwölfmal unterboten und einmal eingestellt. Der Bob Schweiz II mit Feierabend am Steuer fuhr mit 1:20:31 die Bestzeit des Tages und damit neuen Rekord. Nach zwei Fahrten führt USA. I mit 2:43:52 Minuten vor Schweiz II (2:46:65) und USA. II (2:47). Deutschland I mit Kilian-v. Valta liegt mit 2:51:53 an siebenter
Scharfe Macke Chamberlains gegen Baldwin
England in Sorge um die Wirksamkeit seines Verteidignngssystems.
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und über die Auflösung der Gliederungen der Action Fran^aise beschränkt hatte, hat schnell ihre Sprache wiedergefunden. In ihrer Samstag-Aus- gabe veröffentlicht Admiral Schwerer, einer der Führer der aufgelösten Liga, einen scharfen Brief an alle Anhänger und Freunde der Action Fran- $aise.
Die Regierung, so schreibt er, habe einen neuen Beweis ihrer Kopflosigkeit und ihrer Ungerechtigkeit gegeben. Die Liga der Action Framjaise sei weder ein militärähnlicher Verband noch ein Kampfverband. Ihre Auflösung sei nicht nur eine Ungerechtigkeit, sondern auch eine Dummheit. Niemand könne die Anhänger der Action Franchise hindern, den reichen Herrn Blum für den schlimmften Feind des Volkes zu betrachten, dessen Handlungen darauf abzielten, einen Krieg zu entfesseln, und einige Generationen jenes Frankreichs niederzumetzeln, das er hasse. Niemand, so erklärt Schwerer, könne sie hindern, zu denken, daß Cachin und die Kommunisten i m S i en ft e und Sold von Moskau, Flandin, Herriot, Reynaud und Konsorten im D i e n st e Englands stünden und daß die französische Republik do m Auslande regiert werde. Niemand könne sie hindern, daran zu erinnern.
Es sei augenscheinlich, daß die Sühnemaß- nahmen gegen die italienischen Freunde dem französischen Handel und der I n - d u ft r ie bereits schweren Schaden z u - gefügt hätten, und daß ein Oelausfuhrverbot einen schrecklichen Krieg entfesseln würde. Es fei augenscheinlich, daß das Bündnis mit den Sowjets schicksalhaft zu einem Kriege mit Deutschland führen würde, das wie der französische Admiral glaubt, behaupten zu können, erfreut sei, einen Vorwand zu finden, um sich mit seiner wiederhergestellten Militärmacht auf das zum Teil materiell und moralisch abgerüstete Frankreich zu werfen. Selbst wenn man zugeben wollte, daß Sowjetrußland den ernsthaften Wunsch habe, an ben Kämpfen teilzunehmen, was könne es nützen, da es über 600 Kilometer von Deutschland entfernt sei. Allein die Beseitigung des gegenwärtigen Regimes und die Rück kehr'des Königs könnten das Heil Frankreichs sichern.
Frankreichs Luftfahrt.
Paris, 14. Febr. (DNB.) Der französische Luftfahrtminister D £ a t erklärte der Presse, der Zustand der Luftwaffe sei ausgezeichnet. Im Juli d. I. werde oie Erneuerung des Materials fast ? 0 l V "d e t sein, es blieben dann nur noch Fragen Der Bestückung und der Brennstoffreserve. Er denke daran, sich der Brennstoffreserven zu bedienen, deren Ausbeutung auf französischem Kolonial- gebiet begonnen habe. DieSchaffung neuer Flugplätze und flugtechnischer Anlagen interessiere sowohl die Militär- als auch die Zivilluftfahrt. Die dazu bereitgestellten Kredite seien sehr gering gewesen. Er hoffe, auf dem Wege von An- leihen die Arbeiten erweitern zu können. Ein re = gelmäßigerLuftpostdienstnachNord- amerifa werde sich nur dann rentieren, wenn es nur eine einzige französisch-amerikanische Strecke gebe. Man müsse aber mit einem Fehlbetrag rechnen, sobald sich mehrere Luftfahrtgesellschaften Kon- kurrenz machten. Drei bis fünf Jahre würden oer- gehen, ehe man einen Apparat zur Verfügung habe, der einen regelmäßigen Flugdienst über den 'Transatlantik ermögliche. — Zum Schluß erklärte der Luftfahrtminister D6at, es seien internationale Verhandlungen wünschenswert, entweder in Verbindung mit den Londoner Flottenbesprechungen ober aber mit den Verbündeten Frankreichs, um die Beteiligung Frankreichs an der gemeinsamen Verteidigung des Friedens sestzulegen.
Die Blätter der Rechten, die nach wie vor den UeberfaU auf Leon Blum nicht billigen, sind sich jedoch einig in der Auffassung, daß die Auflösung der Action Frangaise z u Unrecht erfolgt sei. Der „Figaro" nennt den Auslösungsbeschluß der Regierung übereilt. Es sei zur Stunde nicht einmal erwiesen, daß die unmittelbaren Angreifer zur Action Fran^aise gehörten. Das Gesetz über die Kampfbünde sei ein gefährliches Werkzeug, wenn es von der Erregbarkeit des Parlamentes abhänge. Der „Jour" urteilt, die Regierung habe sich mit unvorsichtigem Eifer des Zwischenfalles Blum bemächtigt, um ihre innerpolitische Stellung zu stärken. Die Auslösungsver- fügung sei nach dem Urteil der Juristen u n g e s e tz- I i ch. Der „Ami du Peuple" bezeichnet Die für Sonntag vorgesehene Kundgebung als ungesetzlich und fordert, daß die Regierung Der „Erpressung" ihrer Mehrheit nicht nachgebe.
Scharfe Sprache der Action Franraise.
Paris, 15. Febr. (DNB. Funkspr.) Die Zeitung Action Fran^aise, die sich am Freitagmorgen auf Tatsachenmeldungen über den Zwischenfall Blum
London, 14. Febr. (DNB.) Das Unterhaus begann mit der Besprechung des Gesetzantrages des Konteradmirals Sueter, der die Einrichtung eines Verteidigungsministeriums oorsieht. Admiral Sueter führte u. a. aus, daß es in der Vergangenheit eine beträchtliche Spannung zwischen Flotte und Armee gegeben habe. Seitdem sei die Luftflotte hinzugekommen. Die Flotte würde nicht in der Lage sein, ein Luftbombardement von London zu verhindern, und die Armee könne auch keinen Bombenabwurf auf englische Städte, Fabriken und Docks hintanhalten. Man könne nicht die Luftstreitmacht in kleinere und schwächere Luftstreitkräfte für die Armee und die Marine aufteilen. Es müsse vielmehr ein Verteidigungsminister über die drei Dienste gesetzt werden und sie leiten.
Der Regierungsliberale Lambert, ein früherer Zivillord der Admiralität, fragte, was die Regierung getan habe, um die Versorgung mit Lebensrnitteln im Kriegsfalls sicher zu stellen. Man müsse in London z. B. sieben Millionen ernähren. Großbritannien sei das Herz des Weltreiches. Es sei ein Fehler, Millionen für die Befestigung von Singapore auszugeben und die Lebensmittelversorgung Londons auf der gleichen Stufe wie im letzten Kriege zu lassen. Britische Sicherheit könne nicht auf kollektiver Sicherheit beruhen. Sie könne sich nur auf die Stärke ihres eigenen rechten Armes stützen.
Der Führer der Opposition, Major A111 e e, hielt es für unbedingt notwendig, die Mittel der Verteidigung wirtschaftlich zu verwenden; er unterstütze den Sueterschen Vorschlag. Allerdings müsse die Kontrolle des Parlaments über den Verteidigungsminister aufrechterhalten bleiben. Er schlage vor, daß für die Verteidiaungsfrage ein Ministerium ohne Portefeuille geschaffen werde, das im Rahmen des Kabinetts die Aufgaben der Verteidigung zu betrauen habe und die Verteidigung zusammenfasse.
London, 15. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die scharfen Angriffe, die Sir Austen Chamberlain gegen Baldwin richtete, sind ohne Zweifel eine politische Sensation, wie London sie seit dem Fallenlassen der Pariser Friedensoorschläge und dem Rücktritt Sir Samuel Hoares nicht mehr erlebt hat. Während die konservativen Blätter in ihren Kommentaren zurückhaltend sind, frohlockt die Oppositionspresse über den offensichtlichen Konflikt in den Reihen des Regierungsblocks. Im Unterhaus wurde die Rede Chamberlains äußerst lebhaft besprochen. Viele Abgeordnete betrachteten sie als einen Angriff, der nicht nur gegen die Regierung, sondern auch gegen Baldwin persöhnlich gerichtet gewesen sei. Die Wirkung war um so eindringlicher, als Sir Austen Chamberlain bei allen Mitgliedern des Unterhauses, die nicht dem Kabinett angehören, das größte Ansehen und den größten Einfluß genießt. Die nächsten politischen Freunde Chamberlains bemühen sich allerdings, die Tragweite feiner Steuerungen abzuschwächen. Chamberlain fjabe lediglich mit energischen Mitteln den Zweck verfolgt, die Regierung zu einer gründlichen Ueberholung des englischen Verteidigungssystems zu veranlassen. Ohne Zweifel werden die dahin gehenden Forderungen Sir Austen Chamberlains von der großen Mehrheit des Unterhauses unterstützt.
„Daily Telegrap h", der häufig die in Re- gierungskreifen herrschenden Ansichten wiedergibt, schreibt: Die gestrige Aussprache sei das hoffnungsvollste Zeichen dafür gewesen, daß das Unterhaus den wirklichen Problemen der nationalen Verteidigung endlich voll ins Gesicht sieht. Dafür habe Chamberlain einen schlagenden Beweis geliefert. Was er gesagt habe, könne die Regierung nicht außer acht lassen. Es wäre aber ein großer Fehler, seine Rede als Zeichen eines Aufstandes auszulegen. Sie sei kein persönlicher Angriff gegen öen Ministerpräsidenten, sondern die st ärk st e Kritik an derLeistungsfähig- keitdesReichsverteidigungsausschus- s e s gewesen. Die ganze Aussprache habe die Notwendigkeit einer radikalen Slenberung gezeigt. Es sei zu hoffen, daß diese Aenderung die'Gestalt eines
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englisch-italienischen Meinungsverschiedenheit wirk- llch eine ausschlaggebende Rolle spielen sollte, dürfte die Aufgabe der Marine bei der Unterbindung der Oelzufuhr eine außerordentlich wichtige sein. Ein amerikanischer Marineoffizier hat in einem Buch über den Weltkrieg den Leuten, die baf Schlacht- frfjiff so leicht entbehren zu können glauben, die Fruge vorgelegt, welchen Preis Deutschland 1914 wohl ohne Besinnen bezahlt hätte, wenn es die paar Ueber-Dreadnoughts, die ihm die Ebenbürtigkeit mit ber britischen Flotte sichern konnten, hätte kaufen können. Man wirb biefelbe Frage heute bezüglich der italienischen Marine stellen dürfen. Wie würden wir die Lage wohl heute beurteilen, wenn em halbes Dutzend italienischer Schlachtschiffe von 35 000 Tonnen im Mittelmeer schwämme?
Die englische Zeitschrift sucht die Ursache für ben Don ihr gerügten unzulänglichen Rüstungsstand vor allem im Fehlen geeigneter gerneinfa- mer Hebungen öer gesamten Wehr- macht, um alle schwebenden Fragen praktisch zu klären. Zu solchen Hebungen sind aber eine gerne in f am e o b e r ft e Führung und ein Wehrmacht - © e n e r a l ft a b nötig. Diese letztere Forderung nach einem Wehrmacht-Generalstab fmöen wir im englischen Schrifttum bes letzten 'Wes ebenso häufig wie im französischen. Sie ist aber im allgemeinen nur im Rahmen eines (Ein- Helts-Kriegsministeriums zu lösen — unb biefer Wunsch ist nun» einmal in parlamentarisch regierten fdjlagen. fflenn bie Oe,sperre bei taSajS ift nkch Regiert Ä
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Berlin, 14. , !Ur Kriegsbr ! ten ist die tjera । pmnmmen morbei j i'chte Soldat krieg aus alle 1 rung enthalten f. j: ticn mertoollen Sri »aller Solksqenosfen 'rv.iM sich die ^riegsvyserv i Ausrus an die i „Die Wiederher
Schaffung des ne, ; je geboten ersche ^hren verschütt, aus dem Große, bewahren. Nicht dem die sch , Kampfers, ec uns das Wertvoll i eener fachliche T -ungehörige l ' vnderheit u ' aufgeforbert, ! ^tzen Einsendung
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