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Obecheffen

beitsdrang besessen. Und sie hatte sogar Hans-Her-

15 Fortsetzung

Nachdruck verboten!

weit, weit bis zum Südstrand hinzog. Sie klommen

herauf zur Steilküste mit ihrem verwunschenen Wald,

alte

dem

(Fortsetzung folgt!)

008' gabt!

Roman von Marlise Kölling.

Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau.

Josua war erschreckt und gedrückt im Hause herum­geschlichen und hatte vor lauter Angst sogar-den Empfangsnapfkuchen, seine berühmte Spezialität, verbrannt.

) Durch die Erzählungen Frau Agathes von dem Leben auf dem Gut eines reichen Verwandten und ihr klagend geäußertes Bedauern, wie jämmerlich Benedikte und Hans-Hermann doch hier lebten wurde dieser wieder ganz rebellisch gemacht. Er kam gleich am nächsten Tage mit phantastischen Plänen zu Benedikte, man sollte doch Geld aufnehmen um noch ein großes Stück Ackerland hinzuzukaufen nebenan wäre ein guter Roggenschlag durch den Tod eines Besitzers zu haben.

Weiterhin ist hier folgendes zu beachten: Heran­ziehung weiterer Industrien. Hier kann ein Hand- in-Hand-Arbeiten mit den Bestrebungen der Re­gierung, die Menschen von der Großstadt wieder aufs Land zurückzuführen, Erfolge zeitigen. Vor­arbeiten leistet dabei die Landesplanung für das Gebiet Rhein-Main, deren Aufmerksamkeit dabei zu gewinnen ist. Das nötige Baugelände für Reu- anlaqen muß dabei durch die Stadt zu billigen Preisen beschafft werden, was bei der beginnenden Feldbereinigung zu beachten ist. Die Frage der Wasserversorgung steht gut, eine weitere Nutzbar­machung der noch vorhandenen überschüssigen Quellen des Brunnentales, vielleicht in Form einer Gruppenwasserversorgung, ist im Auge zu behalten. Ein gutes Wegenetz ist vorhanden, für seinen weite­ren Ausbau bei künftiger Anlage von neuen Indu­strien ist zeitig Vorsorge zu treffen, ebenso ist ein guter Anschluß an die in nächster Nähe vorbei-

Und jetzt setzte auch die Orgel ein. Der Organist intonierte den Choral:

Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn' ist aufgegangen.. .*

Segelflugzeugtause des Kliegerflützpunktes Alsfeld.

lich gesund. Freilich, es kommen auch andere Zeiten, Herbst, Stürme, Nebel, eisige Kälte, lichtlose Tage. Ob Sie da aushalten werden, Fräulein Benedikte?"

Sehe ich so aus, als ob ich fahnenflüchtig würde?" fragte sie.

Er schüttelte hingerissen den Kopf.Nein, nein!"

Er hatte sie ja Tag für Tag beobachtet, er wußte, wie ernst sie ihre Arbeit nahm. Wenn er sie im Garten und Hof tätig sah wie eins der Mädchen hier von der Insel, stieg oft ein großes Verwundern in ihm auf. Sie war doch Gartenarbeit von Hause aus so gar nicht gewohnt. Seit Jahren hatte sie doch einenstädtischen" Beruf gehabt. Wenngleich sie auch auf die Frauenschule irgendwo in einem Landschul­heim gegangen war, wie sie ihm einmal erzählt hatteBeruf? Nein! Beschäftigung!", hatte sie ihm aber auf eine Bemerkung hin energisch erklärtSo­lange ich im Geschäftsbetrieb war, wußte ich, es handelt sich nur um einen Geldverdienst: es war niemals etwas, was mich wirklich ausfüllen konnte. Mein Lebtag habe ich mich nach dem Lande gesehnt. Glauben Sie nicht auch, daß, wenn man eine Arbeit tut, die einem wirklich am Herzen liegt, dann auch wirklich etwas Ordentliches daraus werden muß?"

Es wurde etwas Ordentliches, das sah Jens Petersen mit seinen erfahrenen Augen sehr bald. Benedikte war von einem geradezu verbissenen Ar-

kleinen Arbeitskolonne, die Jens Petersen und Josua ihm besorgt hatten.

Zuerst freilich gab es Enttäuschungen, Rückschläge und Sorgen. Ein orkanartiger Sturm, verbunden mit einem Wolkenbruch, entwurzelte eine Reihe

stand, als auch dem Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Vom Vorstand schieden aus: Schlossermeister Ernst Reitz vom Aufsichtsrat: Prokurist Heinrich -oheiß IV. und Landwirt Friedrich Berg Alle wurden einstimmig wiedergewählt Infolge der gün­stigen Entwicklung der Kasse war es möglich,'alle vertretbaren Kreditgesuche zu bewilligen. Es wur­den im Geschäftsjahr 35 000 Mark für neue Dar- lehen ausbezahlt. Geschäftsguthaben, Betriebsrücklage und Reserve haben sich vermehrt Die Garantiemit- 99R9b«nra9e!lna?1 J?1 Dezember 1935 zusammen 226 280 Mark. Der große Zugang an Mitglie- oern ist erfreulich und vertrauenerweckend für' die Genossenschaft. Es war möglich, die Sollzinsen wei­ter um V» v. H. zu senken. Die Habenzinsen ent- fprcdjen den gesetzlichen Bestimmungen. Außer­ordentlich erfreulich ist die Tatsache, daß der Mit­gliederbestand der Kasse eine Zunahme von 39 Neuen zu verzeichnen hat. Möchte im nächsten Jahre eine weitere Zunahme zu verzeichnen ein

unsere Spar- und Darlehenskasse ein Segen für Nieder-Ohmen und Umgebung werden.

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Einigkeit macht stark!

Spendet für dasDankopfer der Hatton!

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TD au bring en, 14. Mai. Anläßlich des Muttertages veranstaltete die hiesige NS.- Frauenschaft am Sonntag im Walde nahe am Dorf eine Feierstunde, nachdem der BDM. am

Breits singend durch den Ort gezogen war und die Mutter begrüßt hatte. Zu der Feierstunde r m D,e^e Einwohner eingefunden, ferner als Redner Schulrat Nebeling und Mütter- schulungs-Lehrerin Frl. S t r o h m e i e r. Gedichte , der Schulkinder, Lieder der Singgruppe der NS.° Fauenschaft und ein schönes Volksspiel bereicherten die Feierstunde.

8 Mainzlar, 13. Mai. In unserer Orts­gruppe (Mainzlar, Daubrinqen, Staufenberg) wur­den neben Geldspenden noch zehn Urlauber-Plätze für die Hitler-Freipl atz spende und etwa 20 Platze für die Kinder-Landverschickung zur Verfügung gestellt.

xr Allendorf a. d. Lda., 11. Mai. Gestern nachmittag hielt der hiesige Spar- und Dor­sch ußvere in im Saale der Gastwirtschaft Horn seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab, die von 155 Mitgliedern besucht war. Direktor Lotz leitete die Versammlung. Aus dem von ihm erstatteten Jahresbericht über das Geschäftsjahr 1935 ging hervor, daß die Kasse sich auch in 1935 weiter günstig entwickelt hat. Die Zahl der Mitglieder betrug am Anfang des Geschäftsjahres 296, zu­gingen während des Jahres 15, ab 23, so daß am Ende des Jahres 1935 288 Mitglieder mit einer Haft-

cxd Eberstadt, 13. Mai. Der hiesige Turn­vereinGut Heil" veranstaltete am Samstag im GasthausZum Adler" einen D i e t a b e n d , bei dem der Dietwart des Vereins über das Thema sprach:Der Führer und die Bewegung". An­schließend berichtete der Vereinsführer über den Kreisturntag des Kreises VIII Lahn-Dill in Gießen. Sodann wurde beschlossen, die diesjährige Mai- Wanderung am 24. Mai zu unternehmen. Die Ver­sammlung wurde hierauf in üblicher Weise ge­schlossen.

Kreis Alsfeld

Landesgruppe Darmstadt des deutschen Luftsport­oerbandes und ermahnte die jungen Flieger stets echten deutschen Fliegergeist zu pflegen. 'Für die Partei übermittelte der stellvertretende Ortsgrup­penleiter Resch die Glückwünsche zur Flugzeug­taufe. Die Glückwünsche des Kreises Alsfeld' über­brachte Regierungsassessor Seibert vom Kreis­amt Alsfeld. In seiner Schlußansprache dankte Stutzpunktleiter Dr. Schweißguth für die Glückwünsche und Anerkennungen und wies in län­geren Ausführungen auf die Bedeutung des Baues von Segelflugzeugen als Erziehungsarbeit und auf die Wichtigkeit des deutschen Segelflugsportes zur Ausbildung eines geeigneten Nachwuchses für die deutsche Luftwaffe hin. Seine Ausführungen schlos­sen mit einem Treuegelöbnis auf den Führer. Die würdig verlaufene Veranstaltung wurde von musi­kalischen Darbietungen der Gruppenkapelle des Ar­beitsdienstes Alsfeld stimmungsvoll umrahmt. An die Feier schloß sich der Kameradschaftsabend an.

Landkreis Gießen

- + ©runberg, 14. Mai. In einer gut besuchten

: Vurg ^Versammlung im GasthausZum Taunus sprach am gestrigen Mittwochabend Bür­germeister W a g n s r über Gemeindepolitik. Im ersten Teil seines Vortrages gab er ein um- wyendes Bild über den Aufgabenkreis der Stadtverwaltung, dabei besonders die heu­tige Stellung des Bürgermeisters kennzeichnend als eine mehr führende, die von Verantwortungs­bewußtsein getragen sein müsse, gegenüber der frü- bcr mehr ober roeniger in Verwaltungsarbeit sich erschöpfenden Tätigkeit des Bürgermeisters. In sei­nen weiteren Ausführungen beschäftigte er sich näher mit öer inneren städtischen Verwaltung, Stadtkasse, Wasserwerk und mit der Frage des Polizeiwesens m den Landstädten, das noch seiner endgültigen Re- gelung harre. In W i r t s ch a f t u n d'V e'r k e h r Hot Grunberg durch den Ausbau der Straßen, beson- ders der Fernstraße GießenAlsfeld, gewonnen. Em Schwimmbad und ein gut ausgebautes Wasser­werk sind vorhanden. Bei 6en städtischen Gebäuden ist vielleicht em Verkauf einzelner Gebäude zu er- wagen. Die Fürsorgelasten sind trotz sinkender Ar­beitslosigkeit immer noch eine starke Belastung für die Gemeinde. Bei den Schulen ist besonders die Erhaltung der Oberrealschule eine wichtige Frage.

Nach einer kurzen Pause, in der einzelne Fragen gestellt wurden, ging Bürgermeister W a g n e r zum Zweiten Teil seines Vortrages über, in dem er sich hauptsächlich den Aufgaben der Stadt für Die Zukunft zuwandte. Hierbei betonte er, daß ein Zwl auf längere Zeit zu stecken sei und daß nach der D^wZuchkeit der Aufgaben vorgegangen werden müsse. Ausgehend von dem Stehenbleiben der Stadt im letzten Jahrhundert, das der Chronist Glaser schon im Jahre 1846 mit der unbedeutenden ge­werblichen Tätigkeit Grünbergs begründete, woran auch die in den letzten 30 Jahren entstandene ge­ringe Industrialisierung (Webereien) nur wenig ge­ändert habe, erfordert eine weitschauende Geme'inde- polmk, besondere Aufmerksamkeit den wichtigsten Bevölkerungsgruppen zuzuwenden.

Die Stimmen der Fischer erhoben sich, über dunklen Baß der Männer schwebte der Helle Sopran der Mädchenstimmen jubelnd empor.

Bürgerversammlung in Grünberg

Bürgermeister Wagner spricht vor der Einwohnerschaft.

führende Autobahn zu erwägen. Daß sich der : Traum von einer Garnisonstadt nicht hat verwirk- Uchen lallen, ist zunächst von Vorteil, da er der Stadt schwere finanzielle Opfer gebracht und sie vielleicht heute, wie so manch andere Stadt, für Wr(L. Zeit leerstehende Gebäude aufzuweisen hatte. Die Belebung der Bautätigkeit ist schon ein- geleltetz die Baugenossenschaft wird recht bald mit ihrer Tätigkeit beginnen. Die schon veraltete Bau­ordnung muß wesentlich umgestaltet werden.

Sehr wichtig ist endlich die Tätigkeit, die zukünf» tig die Stadt auf dem Gebiete der Verkehrswer- bung leisten muß. Der auf diesem Gebiete seither Ichon tätige Verkehrsverein kann hier als Anreger mitwirken. Neben der äußeren Werbung durch Pla­kate, Prchpekte, Anzeigen u. a. muß aber auch eine innere Werbung eintreten. Das Verkehrsgewerbe muß sich darauf einstellen, den Bedürfnissen der Fremden in jeder Weise gerecht zu werden. Das Stadtbild zu verschönern, das Netz der Spazier­wege auszubauen, die altehrwürdigen Bauten und Zeugen unserer Vergangenheit gut zu erhalten, neue Platze und Straßen schön herzurichten, das Schwimmbad, um das uns manche andere Stadt beneidet, auszugestalten, den weithin bekannten Gallusmarkt hochzuhalten und vor allem die einzig- artige Schönheit des Brunnentales zu pflegen (Stellung unter Denkmalschutz), das alles sind Mittel einer wirksamen Verkehrswerbung.

Als weitere Zukunftsaufgaben, die natürlich nur nach ifyrer Dringlichkeit und nach Maßgabe der vorhan­denen Mittel zu lösen sind, bezeichnete er: Erneuerung des Rohrnetzes der Wasser- leitung, die Anlage eines Friedhofes, (Er­bauung einer Kläranlage und bei weite- rem Steigen der Volks- und Berufsschule anstatt einen Aufbau an dem jetzigen Schulgebäude einen Neubau vorzusehen, ebenso Erhaltung der Oberrealschule, ferner bei der Stadtverwaltung die Anstellung eines Sekretärs an Stelle der zwei Ge- Hilfen.

Da der Vortrag annähernd zwei Stunden dauerte und die Zeit schon weit vorgeschritten war, wurden nur noch einige Fragen in einer kurzen Aussprache behandelt.

icht- hren- Zechs

Im Juni müssen Sie hier oben stehen", sagte Jens Petersen,bann ist der ganze Rand des Steil­hanges wie mit goldenen Girlanden von blühendem Ginster gesäumt, und darüber der blaue Himmel und unten auch: der Strand gelb, das Meer blau--oh, dieser wunderbar freudige und doch

keusche Farbenzusammenklang. Ich bin einmal als Student auf einer Wanderung im Süden ge­wesen, in Italien. Leuchtender und schöner war es dort auch nicht, als auf unserer Insel zur Zeit der Ginsterblüte. Vielleicht üppiger, aber nicht so herr-

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Ist nicht das größte Stück Welt zuletzt doch nur eins: em Stückchen Erde, Hans-Hermann? Solange du es nicht begreifst, daß wir in unserem Hause, einem Stückchen Acker und Wiese alles haben, was unlerem Leben Halt und Pflicht gibt, wirft du nicht kommen. Mutter kam auch niemals zur . uhe - fugte sie leise hinzu,sie konnte es damals n ber kleinen Stadt nicht aushalten, obwohl Vater doch dort feine glänzende Anwaltspraxis befaß. Sie hat so lange geredet und gejammert, bis Vater nach Verlin zog. Sieh, Hans-Hermann, damit hat das Unglück angefangen. Vater konnte nicht Fuß fassen in dem großen skrupellosen Getriebe. So wunder- voll er sich mit den Leuten in der Heimat und mit Den Bauern verstanden hatte, so wenig gelang es ihm jetzt mit den Menschen in der großen Stadt. Das machte ihn unsicher und mutlos. Er verlor den Glauben an seine Fähigkeiten. Und so geschah es wohl, daß er aus Angst, nicht für uns sorgen zu können, sich in Spekulationen einließ. Dann kam sein Tod ich glaube heute noch, er hätte länger gelebt, wäre er nicht seelisch entwurzelt gewesen. Und dann war der Zusammenbruch da. Hans-Hermann, es ist zwar meine Mutter, aber ich spüre es ganz genau, die Unruhe ist mit ihr wieder in dich gekommen. Kannst du nicht zu mir ebensoviel Vertrauen haben wie zu ihr? Ich sage dir, das Glück ist hier in der Stille und im kleinen vielleicht eher zu finden als irgendwo anders."

< Nieder-Ohmen, 12. Mai. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung der Spar- und D a r l e h e n skasse Nieder-Ohmen fand hier im Döllschen Saale statt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Prokurist Heinrich Theiß IV., konnte ca. 120 Mitglieder der Kasse begrüßen. Den Geschäftsbericht erstattete der Rechner der Kasse August Kratz. Es war das Nachstehende feststellen: Im Geschäftsjahr 1935 betrug der Um­satz 3 270 000. Mark gegen 2 900 000. Mark im Vorjahre. Die Spareinlagen in 1935 betrugen 264 782,83 Mark. Sie haben sich gegenüber dem Vorjahre um 3500. Mark verringert, und zwar durch die große Inanspruchnahme für Bauzwecke und dadurch, daß auf Aufwertungsguthaben schon wesentliche Rückzahlungen geleistet wurden. Der Reingewinn betrug 2898,83 Mark. Er wurde so ver­teilt, wie Vorstand und Aufsichtsrat dies oorschlu- gen. Die Zahl der Mitglieder beträgt Ende 1935: 309, hat sich also um 39 vermehrt. Die Geschäfts­führung wurde gutgeheißen und sowohl dem Vor-

x % A Benedikte ruhig fragte:Und wovon, senkst du, sollen wir das alles bezahlen?" da meinte er sorglos:

,Mehmen wir doch Sommergäste auf! Oben stehen Zwei Zimmer frei, und mit ein paar taufend JJtarf können wir das Haus außerdem noch fabelhaft ausbauen." 71

Benediktes Gesicht wurde hart:

Ich denke nicht daran. Das Haus bleibt, wie ich es von Onkel Hubert bekommen habe. Ich habe gar feine Neigung, irgendwelche Experimente zu machen, und noch weniger, vielleicht Geld zusammenzufchar- rtzn. Was wir hier haben, genügt zur Freude und zur Arbeit.

Und so wirst du immer eine kleine Bauernwirt­schaft haben, wirst niemals vorankommen" brauste Hans-Hermann auf.

Benedikte umfaßte mit einem gesammelten Blick das Haus den Garten, schaute dann weit übers {yeio, bis dorthin, wo die Weiden übergingen in den hochstehenden Strandhafer, unten am Strand, am Meer:

Nundfunkproaramm.

Jreitag, 15. Mai:

6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: 10: Schulfunk. 11: Hausfrau hör zu!

11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mit Sang und Klang an den Mittagstisch! 14.10: Län­der und Lieder. 15: Volk und Wirtschaft: Warum Reichsnahrstands-Schau? 15.15: Dokumente der Großstadt. Funkschau unserer Tage. 16: Musik am Nachmittag. 17.30: Die Geburtstagsüberraschung oder das schönste Geschenk. 18: Musik zum Feier- abend. 19: Musik für Anfänger aber gut ge- pielt. 20.10:Rund um den Stephansturm". Ein bunter Alt-Wiener Abend. 22.20: Funkbericht von der Internationalen Luftfahrtausstellung in Stock- Holm. 22.30: Sportschau der Woche. 22.45: Unter- Haltungskonzert des Rundfunkorchesters. 24 bis 2-

dem Mozart-Zyklus des deutschen Rundfunks (24. Abend.)Cosi fan Tutte" (So machen's alle). Komische Oper in zwei Akten von Wolfgang Ama» deus Mozart.

Gesegneter Beginn, gesegnete Tage! Benedikte wann angesteckt. Der vergaß all seine Großmanns- mußte in den kommenden Wochen immer wieder sucht und schuftete wie ein Bauer an der Spitze der daran denken. kleinen Arbeitskolonne, die Jens Petersen und Josua

gewordenen Erdboden. Eine Kuh erkrankte und yClUu| Oui ^cuiujiK iiui lyicm uchuuu|ujciich <vuiu, wußte notgeschlachtet werden. Raupenfraß fetzte in in dem der Ginster hoch unter den knorrigen Kiefern dem Gemüsegarten ein, der doch den ganzen Stolz wuchs. i Fräulein Gieseckes bildete. Aber man kam durch,

~ man bezwang zäh und unablässig die Nöte und

Widerwärtigkeiten, und mit dem heraufkommenden Sommer grünte, blühte und reifte alles, was zum HauseEndlich allein" gehörte.

Benedikte konnte sich schon gar nicht mehr vor­stellen, daß die Insel einmal nicht ihre Heimat ge­wesen. Wenn sie Briefe von der Mutter aus Berlin bekam, wunderte sie sich über sich selbst. So meilen­fern lag ihr das alles, die kleinlichen Familienereig­nisse, Berichte über Kaffeekränzchen, die neuen Som­mermoden, Badereisen, die Klagen über das beengte Dasein. Was ging sie das denn alles noch an, hier, wo sich die Sonne allmorgendlich strahlend aus dem Meere erhob, wo Wind und Regen, Wärme und Schatten über ihre Erde dahinging, wo der Boden ihr Frucht trug, wenn sie sich nur redlich mühte?

Arme Mutter, an was für kleinen Dingen hing doch ihr Herz! Benedikte hatte sie ja so innig gebeten, ihre Stadtwobnung aufzugeben und zu ihr zu ziehen' Im HausEndlich allein" war noch ein schönes Z'rnwer frei. Zwei Tage war die Mutter auch tat­sächlich hier gewesen. In diesen zwei Tagen hatte ie es fertiggebracht, Fräulein Giesecke so von oben herab zu behandeln, daß sogar dieses sanfte Weiblein Gift und Galle spuckte.

> Alsfeld, 13. Mai. In Verbindung mit einem Kameradschaftsabend fand im großen' Saal desDeutschen Hauses" die Taufe des zweiten von dem F l i e g e r st ü tz p u n k t Alsfeld ge­bauten Segelflugzeuges vom TypZög­ling" statt. Nach einleitenden Darbietungen der HJ.-Fliegerkameradschaft Alsfeld begrüßte Stüh- vunktleiter Studienassessor Dr. Schweißguth die von der Partei und den Behörden erschienenen Gäste und die übrigen Teilnehmer des Abends. Die Flugzeugtaufe nahm Bürgermeister Dr. V ö l- fing vor. Er wies in feiner Ansprache darauf hin, daß es die Stadtverwaltung für ihre Pflicht erachtet habe, den Fliegerstützpunkt bei seiner Bil­dung und Entwicklung zu unterstützen. Ausgehend von der großen geschichtlichen Bedeutung des 7. März 1936, den er als einen Markstein in der deutschen Geschichte bezeichnete, taufte er da-; n e u e Flugzeug auf den Namen7. März" und be­glückwünschte die jungen Segelflieger zu diesem Werke, das er als einen stolzen Zeugen einer gro­ßen Zeit bezeichnete. Anschließend wurde die Wacht am Rhein" gesungen. Gewerberat Köh- l e r (Gießen) überbrachte die Glückwünsche der

,umme von 432 000 Mark verblieben. Die Spar- 303 wVw ^nd betrugen zusammen

r li do2;82 Mark. Der Reingewinn von 925,09 Mark |oll nach dem Vorschlag des Vorstandes dem Rück- Itellungskonto 2 zugeschrieben werden. Der Jahres­umsatz 1935 betrug 3 678 835,64 Mark Neue Spar- bucher wurden während des Berichtsjahres 103 aus- gefteljt. Der Kleinsparbetrieb hat sich weiter sehr günstig entwickelt, ebenso die Schülersparkasse, die wöchentliche Einnahme von durch chnitt- lich 60 bis 70 Mark an Einlagen erbringt. Rech- nung und Bilanz wurden von der Versammlung genehmigt und dem Vorstände, Aufsichtsrat und Rechner Entlastung erteilt. Da der seitherige Direk- Lotz II. wegen Arbeitsüberlastung um Enthebung von seinem Posten gebeten hatte, wurde an beHen Stelle das seitherige Vorstandsmitglied und Kontrolleur der Kasse, Chr. F o r m h a l s , als Direktor gewählt. Als drittes Vorstandsmitglied wurde Ld. Becker gewählt. Da letzterer seither dem Aufsichtsrat angehört hatte, wurde für diesen eine Ersatzwahl erforderlich, die auf den seitherigen Erektor Eb. Lotz II. fiel. Die neue Geschäftsord­nung bzw. Dienstanweisung herausgegeben vom Neichsoeroand der deutschen landwirtschaftlichen Ge­nossenschaften Raiffeisen für Vorstand, Aufsichts­rat und Rechner wurde von der Versammlung an­genommen. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Füh­rer und Reichskanzler Adolf Hitler wurde die Ver­sammlung geschlossen.

= Albach, 12. Mai. Unsere Gemeinde ist augenblicklich dabei, einen modernen Fasel­stall zu bauen. Die alte Schulscheune wird zu diesem Zwecke umgebaut und erfährt noch eine Er­weiterung durch einen Anbau, der auf einem Teil des Schulgartens errichtet wird.

i Lich, 13. Mai. Die ehemaligen Licher P r ä p a r a n d e n , die von 1885 bis 1887 an der damaligen Präparandenanftalt in unserer Stadt ihre Lehrerausbildung erhalten hatten, beabsichtigen für die Pfingstwoche ein Treffen in unserer Stadt, das wahrscheinlich am 3. Juni stattfinden wird. Rektor i. R. Erb und Lehrer D ö r m e r von hier, die beide dem Jährgang angehören, haben die Vorbe­reitungen zu dem Lehrertreffen übernommen. Die weiften der ehemaligen Präparanden des Jahr­gangs 1885 sind heute Lehrer im Ruhestand. Einige wenige nur stehen noch im Schuldienst, werden aber auch in diesem Jahre die gesetzliche Alters­grenze erreichen und nach 46jähriger treuer Amts­zeit pensioniert werden. Und mancher wird fehlen bei dem Appell in Lich, da ihn längst der kühle Rasen deckt.

Die Sonne lag in der kleinen Kirche, glitt über Den Altar, über Die grünen Zweige, die rechts und links neben dem Kruzifix standen, und schimmerte auf den gesenkten Scheiteln der jungen Mädchen.

Plötzlich sah Benedikte in einer der Reihen vor sich ein Schild: Familie Petersen. Sie stieß ihren Begleiter an:

Dort gehören Sie doch eigentlich hin."

Ich wollte aber neben Ihnen sitzen, Fräulein Zedlitz", flüsterte Jens Petersen zurück.

& Dc^ neigte Benedikte in einer süßen Verwirrung

Benedikte hatte schon an vielen Gottesdiensten in Sen großen Kirchen der Hauptstadt teilgenommen ^nd in prächtigen Bauten so manchen berühmten Kanzelredner gehört. Aber seit ihrer Konfirmation glaubte sie nicht einen Gottesdienst erlebt zu haben wie diesen.

Der alte Geistliche mit seinem verwitterten See­mannsgesicht, in dem die Augen so scharf und der Mund so milde waren, paßte zu diesen wetterharten Fischergesichtern hier. Das nachgedunkelte Holz der Kirche entsprach genau der einfachen, uralten Klar­heit dieser herben Landschaft. Die Begleitmusik des Meeres war wie eine ewige Stimme, die gewaltig »on der Unvergänglichkeit der Erdenschöpfung fang. Wie Heimat mutete Benedikte dies alles an, als wäre sie nicht zum erstenmal hier in der kleinen Dorfkirche. Und als müßte es so sein, saß Jens 3eterfen neben ihr.

Welch ein gesegneter Anfang ihres Lebens hier war es doch! Ihr Herz strömte vor innerem Gesang icnb mischte sich unendlich hingegeben in das hallende Brausen der langsam verklingenden Orgel.

Nachdem Bürgermeister Wagner noch in Aus» wm gestellt hatte, jedes Jahr etwa zwei solcher Versammlungen abzuhalten, schloß er kurz vor Mit. ternacht mit einem Sieg-Heil! auf den Führer, 23a- lerland und Heimatstadt den Abend.

Blaß oder braun was wählen Sie?

Sieht nicht ein braungebrannter Mensch viel gesünder und sportlicher aus? Also: wer sein Aussehen verbes­sern will, der bräunt sich mit Sonne u. Nivea! Aber stark genug einreiben!

Der Frühling war mit aller Kraft ins Land ge­kommen. Und nun die Osterferien mit ihrem frem­den Menschenschwarm vorüber waren, nahm sie | nicht nur ihr Stückchen Land, nein auch die ganze, v,

Insel gleichsam in Besitz. Nach Feierabend wanderte i Pflanzen, die man frisch gesetzt hatte, und schlug sie mit Jens Petersen hinaus in die Heide, die sich die grünen Spitzchen des Getreides in den schlammig