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Oie Türkei fordert Wiederbefestigung der Dardanellen.

Ein Antrag für die Maitagung des Völkerbundsrats.

gottesdienst diesmal noch st ä r k e r als in den vorhergehenden Jahren. Vor allem fiel die große Zahl von Männern und Jugendlichen beim Kirchgang auf.

Der griechische Mimster- präsident Demerdzis f.

Athen, 13. April. (DNB.) Der griechische Mi­nisterpräsident und Außenminister Konstantin D e - merdzis ist in der Nacht zum Ostermontag plötzlich gestorben. Demerdzis hatte die Oster­ferien im Kreise seiner Familie verlebt. Am Oster­sonntag begab er sich zur gewöhnlichen Zeit zur Ruhe. Am Montagmorgen fand ihn sein Kammer­diener gegen 9 Uhr tot auf. Die Aerzte äußerten die Ansicht, daß der Ministerpräsident gegen 5 Uhr morgens einem Schlaganfall erlegen ist.

Der König, der sofort vom stellvertretenden Mini­sterpräsidenten Metaxas benachrichtigt worden war, begab sich in das Sterbehaus, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. General Metaxas hat dem König den Rücktritt des Kabinetts ange­boten. Er wurde jedoch sofort mit der Neu­bildung der Regierung beauftragt. Um 17 Uhr leistete Metaxas bereits seinen Eid als Ministerpräsident und Außenminister. Die übrigen Posten des Kabinetts bleiben unverändert. Man erwartet, daß es zur Bildung einer parla­mentarischen Regierung kommen wird, die von Sophulis, Tsaldaris oder General Metaxas geführt und in der Kammer von den Liberalen unterstützt wird.

Demerdzis, der Professor des Zivil­rechts an der Universität Athen war, wurde Ende November 1935, als General Kondy- lis wegen seiner Meinungsverschiedenheiten mit dem König in der Amnestiefrage zurücktrat, mit der Bildung eines Uebergangskabinetts beauftragt, in dem er die Posten des Ministerpräsi­denten, des Außenministers und des Kriegsmini­sters übernahm. Nach den Wahlen vom 26. Januar 1936, die eine klare politische Entscheidung nicht brachten, reichte Demerdzis dem König das Rück­trittsgesuch seines Kabinetts ein, um die Bildung einer der politischen Willensbildung des Volkes entsprechenden Regierung zu ermöglichen. Als jedoch infolge der schwierigen Mehrheitsverhältnisse in der griechischen Kammer weder die Volkspartei noch die Venizelisten imstande waren, ein tragfähi­ges Kabinett zu bilden, übernahm Demerdzis am 14. März erneut den Vorsitz ter griechischen Re­gierung.

Präsidentenwechsel in Lettland.

Riga, 11. April. (DNB.) Am Samstag über- ggb der bisherige Staatspräsident Albert Kwie- f i s dem Ministerpräsidenten und Außenminister Dr. Karl Ulmanis das Amt des Staatsprä­sidenten. Nach dem Gesetz vom 19. März d. I. wird Dr. Ulmanis die Aemter des Staats- und Ministerpräsidenten in einer Person ver­einigen.

Die Stadt Riga, die reichen Flaggenschmuck angelegt hatte, erlebte eine großartige Kundgebung zu Ehren des neuen Präsidenten. Tausende von Studenten, Schülern, Bauern, Arbeitern, Hand­werkern, Mitgliedern der verschiedensten Organi­sationen zogen am Präsidentenpalast vorbei und brachten dem Staatschef lebhafte Huldigungen dar. Staatspräsident Ulmanis erklärte einer Abordnung der an den Kundgebungen beteiligten Bevölkerungs­kreise:Ich sehe bald die Zeit kommen, wo ich meine Aufgabe als erfüllt betrachten kann und in der ich dis Vollmachten, die mir anvertraut sind, in die sicheren und starken Hände des Volkes zu­rücklegen kann".

Dublin wehrt sich gegen den Kommunismus.

London, 14. April. (DNB. Funkspruch.) In Dublin kam es am Ostermontag zu großen Kund­gebungen gegen die Kommunisten. Eine kommu­nistische Versammlung im College Green wurde von einer t a u s e n d k ö p f i g e n Volks­menge gesprengt. Die Redner, unter denen sich auch der englische Kommunist Gallacher befand, wurden mit dem Ruf:W ir wollen keinen Kommunismus in Dublin" niedergeschrien und mit Steinen und Flaschen beworfen. Die Po­lizei griff mit dem Gummiknüppel ein und brachte die Redner in Sicherheit. Anschließend kam es vor dem kommunistischen Versammlungshaus, vor dem Gebäude der republikanischen Kongreßpartei und der Freimaurerloge gleichfalls zu erregten Kundgebungen der Menge gegen die kommu­nistischen Hetzer. Die Polizei ging dabei wiederum mit dem Gummiknüppel gegen die Kundgeber vor.

Zwischen Moskau und Tokio.

Schanghai, 13. April. (DNB.) Das Haupt­quartier der japanischen Kwantung-Armee gibt be­kannt, daß sechs hohe Verwaltungs- und Militär­führer der nordmandschurischen Provinz Hsingan unter dem Verdacht der Spionage zu­gunsten Sowjetrußlands mit dem Ziel der Abtrennung mongolischer Landesteile von der Mandschurei verhaftet worden sind. Unter den Verhafteten befinden sich der Prooinzgouverneur, General Ling sh eng, der Leiter der mandschu­rischen Abordnung bei der Mandschuli-Konferenz im vergangenen Jahr, General F u l i n g , und der Stabschef der 1. Hsingan-Armee, General Tschunteh. Der Polizeichef hat gegen die Ver­hafteten die kriegsgerichtliche Aburteilung angeord­net. Auf den Verrat der Verhafteten sollen angeb­lich die Grenz Zusammenstöße der letzten Zeit zurückzuführen sein.

Die Trauerfeier für Botschafter von Hoesch.

London, 13. April. (DNB.) Für den verstor­benen Botschafter von Hoesch wird am Dienstag­nachmittag eine Trauerfeier der deutschen Kolonie in der Botschaft stattfinden. Am Mitt­woch folgt dann die feierliche Ueberführung des Sarges nach dem Victoria-Bahnhof, von wo er in einem Sonderzug nach Dover gebracht werden wird. Von hier aus bringt der britische Z e r st ö r e rScout" die sterblichen Ueberreste direkt nach Wilhelmshaven, von wo sie Donnerstag in einem Sonderzug nach Dres­den gebracht werden. Dort wird sodann am Samstag die feierliche Beisetzung in der Fa- miliengruft erfolgen. Kirchliche Trauerfeiern in den deutschen Kirchen in London und in einer englischen Kirche sind für den 24. April vorgesehen. An ter Ueberführung nimmt als Vertreter der Reichsregie, rung Ministerialdirektor D i e ck h o f f teil.

Der Sarg des Botschafters war seit Samstag im großen Empfangsraum in der Botschaft feier«

Genf, 11. April. (DRV.) Im Völkerbund s- jekretarlat ist eine Role der türkischen Regierung eingegangen, in der beantragt wird, die Frage der Aufhebung der Entmili­tarisierung der Meerengen auf der Mai­tagung des Völkerbundsrates zu erörtern.

Sas Echo in England.

Die englische Presse nimmt ausführlich Stellung zu der türkischen Note. Die Times schreibt, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan haben seinerzeit versprochen, daß sie, falls die Dar­danellen oder die entmilitarisierte Zone mit Krieg bedroht ober angegriffen werden sollten, gemein­sam einer solchen Verletzung mit allen Mitteln, zu denen sich der Völkerbund entschließen sollte, ent- aegentreten würden. In der Zwischenzeit hat Japan den Völkerbund verlassen, und Italien hat ichöffentlich über ihn lustig gemacht". Wie könnte )ie Garantie unter diesen Umständen Anwendung inten? Andererseits wird man sich fragen, welche Garantien die Türkei dafür geben kann, daß die Freiheit der Durchfahrt durch die Dardanellen, wie sie im Vertrag von Lausanne festgelegt wurde, aufrechterhalten wird. Und welche Befestigungen plant die Türkei? Sie hat bereits strategische Eisenbahnen und Straßen gebaut und militärische Zonen in der Nähe ange­legt, so daß es jedenfalls nur eine Angelegenheit weniger Stunden sein würde, um die Dardanellen wirkungsvoll zu -besetzen. All dies sind Fragen, die einen Prüfstein f ü r die konstruktive Kraft des Friedenssystems bilden wer­den, das die Mehrheit der Nationen nach wie vor zu errichten wünscht. Wenn nicht die Ordnung

Der Film im neuen Deutschland sucht nach lebens­nahen, innerlich wahren Filmstoffen. Wo der Dich­ter in das volle Menschenleben unserer Zeit hinein­packt, da ist es interessant. In einem Berufe nun spiegelt sich dieses Leben täglich in allen For­men wieder, ein Beruf muß besonders Schritt hal­ten mit dem vorwärtsstürmenden Tempo unserer Zeit: der P r e s s e b e r u f. Zwischen dröhenden Rotationsriesen und Uhrwerken gleichenden Setz­maschinen, rechneten Kopierstreifen, Bildtele­graphen, Rundfunkempfängern und hastenden Schreibmaschinen arbeiten die Männer und Frauen der Zeitung, Verleger, Schriftleiter und Verlags­angestellte, Stenotypistinnen, Maschinenmeister, Setzer und Drucker. Ob in den Metropolen des Reiches, in den Mittelstädten unserer heimatlichen Gaue ober ben behaglichen Kleinstäbten bes Lau­bes, Überall wirken so Zeitungen lebenbig in ber Gemeinschaft bes beutschen Volkes. Ihnen schafft vomSoll unb Haben" her ber Zei- tunqsverleger bie wirtschaftliche Grunblage.

Gustav F r e y t a g sJournalisten" beherrschte einmal bie Spielpläne ber Theater. Es war bie Zeitung von bamals. Allzuviel von bieser Zeitung von bamals beeinflußt leider heute noch bie Dar­stellung von Zeitungsmännern in Bühnenstücken unb Filmen. Wir suchen aber heute ben Dichter, ber blutvolle Menschen aus bem Schaffen bes heu­tigen volksverbunbenen Zeitungsberufes in bra- matisch bewegter, spannenber, frischer Film- h a n b l u n g gestaltet. Denn wir wollen für einen zeitnahen Film bas Leben einmal bort anpacken, wo es vielleicht am interessantesten sicherlich am bewegtesten ist, bei ben Menschen, bie mit ihrer Arbeit unb ihrem Glück, ihren Sorgen unb ihrer Liebe ber Zeitung verhaftet finb.

lieh aufgebahrt. Am Sarge hielten bie Mitglieter ber beutschen Botschaft, ber Partei unb ber beut« chen Presse bie Totenwacht. Eine große Zahl ber persönlichen Freunte bes Botschafters in Englanb ließen es sich nicht nehmen, bem Verstorbenen einen letzten Besuch abzustatten. Der König ließ sein persönliches Beileib burch Sir Sibney Clive über­mitteln. Königin Mary ließ ihr Beileid fern­mündlich übermitteln. Auch ber Herzog unb bie Herzogin von Port fanbten Beileibs- bezeugungen.

Oes Königs Beileid an den Führer.

Berlin, 11. April. (DNB.) Seine Majestät König Ebuarb VIII. von Englanb hat bem Führer unb Reichskanzler zum Ableben bes beutschen Botschafters in Lonbon, Dr. Leopolb von Hoesch, burch ben königlich britischen Botschaf­ter in Berlin sein persönliches Beileib übermitteln lassen. Der Führer unb Reichskanzler hat bem König von Englanb für biefen Beweis fei­ner Teilnahme an bem schweren Verlust, ben bas Deutsche Reich burch ben Tob bes Botschafters von Hoesch erlitten hat, seinen aufrichtigen Dank zum Ausbruck gebracht.

Frankreich

stellt neue Grenzreqimenter auf.

Paris. 13. April. <DNB.) DerMatin" läßt sich aus Nancy melben, baß bie Militärbehörten neue Maßnahmen ergriffen hätten, um bie Bertei- bigung ber Grenzbefestigungen zu verstärken. Das 42. Infanterie-Regiment, bas 1914 in Belfort in Garnison lag, nach bem Krieg aber aufgelöst würbe, werbe in ben nächsten Tagen neu zusammengestellt unb in N e u - B r e i - s a ch Garnison nehmen, um bie Befestigungsanlagen in ber Gegenb von Kolmar zu besetzen. Aber auch a n b e r e Festungs - Infanterie - Ein­heiten sollen neugebilbet werben. Das 511. Kampfwagen - Regiment, bas nach bem Kriege ebenfalls aufgelöst worben war, wirb i n Derbun neu zusammenge stellt unb erhält als Kern bas 51. schwere Kampfwagen-Bataillon.

Riesenfeuer in Kanton fordert zahlreiche Opfer.

3n der chinesischen Stadt Kanton ist ein riesiger Brand ausgebrochen, dem ungezählte Men­schenleben und Hunderte von Häusern zum Opfer gefallen sind. Das Feuer ist in den Regierungsspeichern zum Ausbruch gekommen, wo

Europas durch denEinbruch" in Abessinien im vergangenen September einen schweren Schlag er­litten hätte und im Mittelmeer Drohungen mit Machtpolitik erfolgt wären, so würden wahrschein­lich die Forderungen der Türkei weiter hinaus­geschoben worden sein.

DieMorning Post" meint, die Türkei weise nicht ohne Ironie daraufhin, daß die gegenwärtige Maschinerie für kollektive Sicherheit ein z u lang­samer und wirkungsloser Ersatz für Ge­schütze und Befestigungen sei. Als unmittelbarer Vorwand werde die Ungewißheit im Mittelmeer angeführt, und abgesehen davon beständen die all­gemeinen Umstände, daß andere Nationen ihre Flotten- und Luftstreitkräfte vermehrten, und wenn andere Nationen das täten, so stelle die türkische Note fest, warum nicht auch die Türkei. Die Tatsache, daß die Türkei Mitglied der Balkan­entente sei, könne ihr bei den Verhandlungen hel­fen, sie erwarte offenbar auch keinen Widerspruch von Sowjetrußland, das seinerzeit der Gegner der Politik der freien Straße zwischen dem Schwarzen Meer und bem Mittelmeer gewesen sei. Großbri­tannien sei zwar nicht mehr an bieser Frage so stark interessiert wie in früheren Zeiten, aber nichts­destoweniger würbe es übereilt sein zu sagen, daß England sich in einer solchen Frage desinteressieren könne. Man möge sich an den verzweifelten Versuch der Engländer im Weltkrieg erinnern, die Befesti­gungswerke der Halbinsel zu beseitigen.

News Chrvnicle" erklärt, die türkische Forde­rung sei ein neuer Schlag gegen das zum Unter­gang bestimmte Gebäude ber internationalen Nach­kriegsregelung. Es scheine, baß man bie türkische Forderung werbe bewilligen müssen, vielleicht sei es eine oerftänbige Vorstufe zu einem neuen unb wirklichen Frieben.

Dieser Filmbichter, ber mit seiner Dichtung auf bie heutige Zeit biefelbe Wirkung ausübt wie Gustav Freytag es einmal tat mit seinenJourna­listen" wirb gesucht in einem Preisausschrei- b en ber Tobis AG. Folgenbe Preise würben ausgesetzt: 1. Preis 5000 Mark, 2. Preis 3000 Mark, 3. Preis 1000 Mark, 4. Preis 500 Mark, 5. Preis 500 Mark, ferner 10 Trostpreise zu 200 Mark. Die Entscheibung trifft ein fünfköpfiges Preisrichter-Kol- lcgium, zu bem bie Tobis zwei Vertreter, bie Reichs­pressekammer zwei Vertreter unb bie Reichsfilm­kammer einen Vertreter stellen werben.

Das Preisausschreiben richtet sich befonbers an alle in ber Presse tätigen Volksgenossen unb an alle Mitglieter ber Gruppe Filmschriftsteller (Reichs- fachschaft Film). Termin zur Einr^'^-mg ber Film­stoffe: 15. Mai 1936. Das Prc schreiben ist aber barüber hinaus aus allen Uscheu Volks­genossen offen. Es wirb kein Drehbuch ver­langt, fonbern eine auf etwa 20 bis 40 Seiten zu- fammengebrängte Erzählung ber F i l m - hanblung. (Treatment). Die fünf preisgekrönten Arbeiten gehen für ben Zeitraum von zwei Jahren in ben Besitz ber Tobis über. Wenn sie zur Ver­filmung angenommen werben, zahlt bie Tobis einen zusätzlichen Ankaufspreis von 5000 Mark, wofür ber Verfasser zur Mitarbeit am Drehbuch ver­pflichtet ist. Die Arbeiten finb ohne Verfassernamen mit einem Kennwort versehen an Tobis Ton- bilb-Synbikat Aktiengesellschaft, Berlin W 8, Mauer­straße 43, unterTobis Wettbewerb" einzusenben. In einem geschlossenen Umschlag, ber außen bas Kennwort trägt, finb Name, Anschrift unb Beruf bes Verfassers anzugeben.

die dort lagernden Sprengstoffe bald explodierten, so daß eine allgemeine Panik entstand. Der Brand griff im Ru auf die umliegenden Häuser­blocks über. Viele Bewohner kamen in den Flammen um, mehrere hundert wurden ver­letzt und mußten in die Krankenhäuser eingelie­fert werden. An den Brandstätten spielten sich herz­zerreißende Szenen ab. Kinder suchten verzweifelt nach ihren Eltern und umgekehrt. Der Feuerwehr ist es noch nicht gelungen, den Brand einzudäm­men. Die Flammen bedrohen den ganzen west­lichen Stadtteil, wo sich der Bahnhof der Kanton hankau-Vahn und das Schlachthaus befinden. Meh­rere Feuerwehrleute sind bei den Löfcharbeiten ver­unglückt.

kleine politische Nachrichten

Der Stellvertreter des Führers hat bie folgenbe Anorbnung erlassen:Jrn Einverneh­men mit bem Stabschef ber SA., bem Reichsführer SS. unb bem NSKK.-Korpsführer orbne ich an: Das Tragen von Amtsketten für Bürger­meister, Beigeordnete, Ratsherren ufro. zum Dienftanzug ber Partei unb ihrer Glieberuu- gen ist erlaubt.

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Der beutfche Botschafter in Paris hat Anweisung erhalten, ber französischen Regierung ben Dank ber Reichsregierung unb insbefonbere bes Reichsministers ber Luftfahrt auszusprechen für bas anläßlich ber Fahrt bes LuftschiffesH i n- b e n b u r g" über französisches Gebiet gezeigte Entgegenkommen.

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Der ßorbpräfibent bes Geheimen Staatsrats Ramsay Macbonalb wirb sich zu einer Operation in eine Klinik begeben. Es hantelt sich nicht um bas Augenleiben, bas Mac­bonalb seit Jahren Anlaß zu Besorgnissen gab. Ramsay Macbonalb steht im 70. Lebensjahr.

In Moskau würbe in Anwesenheit Stalins unb Dimitroffs ber 10. Kongreß bes sowjet- russischen kommunistischen Jugeub- oerbanbes eröffnet. Generalsekretär Kossarew hielt bie Eröffnungsrebe, in ber er ben Kongreß als bas Treffen berStalin-Jugenb" bezeichnete unb erneut ben Einsatz ber .Komsomolzen" für bie Bolschewistische Partei unb für benSieg ber proletarischen Weltrevolution" gelobte. Da roieberum mit ben üblichen langenAussprachen" zu rechnen ist, kann man bie Dauer bes Kongresses auf un­gefähr 10 Tage veranschlagen.

Wer schreibt Den besten Zeitungsfilm?

Ein großes Preisausschreiben der Tobis.

Was will das Landjahr?

Von Martin Hallensleben

Nur wenige Tage, unb zum brittenmal werden sich auf bem Laute, überall in ben beutschen Nähr- Provinzen, bie Tore ber Lanbjahrlager öffnen, um bie Lanbjahrpflichtigen für bie Dauer von acht Mo- naten in bas Lanbjahr zurAbleistungihrer Lanbjahrpflicht einzulasfen.

Was ist bas Lanbjahr, unb was will es? Es ist bie Losung eines Problems, bas entstauben ist, als vor nahezu einem Jahrhunbert bie ersten großen Fabrikstäbte sich entwickelten eines Pro- blems, um besten Lösung man sich feitbem nicht nur in Deutschlanb vergeblich bemüht hatte, fonbern überall bort noch bemüht, wo es Großstäbte mit rauchenben Schornsteinen unb armseligen Arbeiter- Wohnungen gibt. Denn hier in ben Hinterhöfen ver­rußter Mietshäuser würbe lauge Jahrzehnte hin- burch eine Jugeub groß, bie nur bie Enge ber steinernen Stäbte kannte, bie in ihrem Leben kaum einen richtigen Walb, ein richtiges Felb, womöglich nicht einmal einen richtigen Berg sah, bie nicht wußte, was Heimat ist, bie nie an sich selbst ben Inhalt bes BegriffsV a t e r l a u b" erleben konnte unb ber es barum hohl unb leer war. Aus bieser Jugeub waren später Männer unb Frauen geworben, bie, abgesperrt von ben natürlichen Be­dingungen bes Lebens, in ihrer Sehnsucht nach einem besseren Dasein nur zu leicht bem Gift kom­munistischer ©ebanfengänge verfielen unb so einen ber gefährlichsten Unruheherde jebes Staates bilde­ten. Sie bebeuteten für jeben Staat fast ausnahms­los einen glatten Verlust an ber eigenen Volkskraft, eine Schwächung bes Volkskörpers.

Diese bem Volke scheinbar Verlorenen roieber zurückzugewinuen, sie nicht zu Verlorenen werben zu lassen, führte ben Nationalsozialismus als Re­präsentanten bes völkischen Gebaukens in Deutsch­lanb zur Schaffung bes Laubjahres. Der na» tionalsozialistische Staat ging hierbei, als er Ende 1934 bas Lanbjahr burch Gesetz zunächst in Preu­ßen eiuführte, von ber Erkenntnis aus, baß ein erfolgversprecheuber Gesuubuugsprozeß nur von unten herauf begonnen werben kann, baß man ben in einem hochindustrialisierten Staat bestehen- ben Gegensatz von Stabt unb Laub zunächst b e i ber Jugeub überroinben muß, um eine Auf­lockerung ber Großstäbte wirklich einleiten zu kön­nen. So würbe bas Lanbjahr geschaffen mit bem Ziel, wiebergutzumacheu, was eine ungefunbe wirt­schaftliche unb politische Entwicklung langer Jahr­zehnte am beutschen Volke gesündigt hatte.

Das Lanbjahr bebeutet: Herausnahme ber eben aus ber Schule entlassenen, in ihrer Entwicklung gesährbeten Großstabtjugenb aus ber Enge ber Arbeiterwohuviertel, um biefe Jugeub auf bem Laube in gefunber Luft bei bäuerlicher Arbeit wäh- renb einer achtmonatigen Gemeinschaftserziehung in bie beutsche Volksgemeinschaft eiuzuschmelzeu. Bor- bilber unb Erfahrungen fehlten völlig, als man mit ber Durchführung bieser neuen Erziehungsmaß­nahme begann. Aber schon bas erste Jahr, bie ersten acht Monate berLaubjahrerziehung" bewiesen, baß man auf bem richtigen Wege war.

Die erste Zeit ber Eingewöhnung war es ben jungen Menschen freilich schwer gefallen, sich in bie für sie gänzlich neue Umgebung unb in die straffe Drbnung unb Zucht eiuzugewöhuen. Aber als bann bas erste Heimweh nach zu Haufe, nach ben Eltern unb Geschwistern, nach ber Stabt überrounben war, als bie ungewohnte gefunbe Luft unb bie gute ge« funbe regelmäßige Kost unb bie Freute an ber tätlichen Arbeit zu wirken begonnen hatten, ba war aus diesen blaffen Kindern der Städte eine Jugend geworden, die das Leben mit froheren Augen betrachtete. Allmählich hatte sich bann in ihnen die Erkenntnis burchgesetzt, baß bie Stabt ui chts ist ohne das Land, daß der Städter nichts ist ohne ben ßanbmann, ben Bauern, ber allein bie Ernährung bes Volkes unb damit auch ber Stadt sicherstellt. Als schließlich der letzte Tag bes ersten ßanbjahres, ber 15. Dezember, heran­gekommen war unb es für bie jungen Menschen Abschieb zu nehmen galt vom ßanb unb ber läub- lichen Arbeit, vom Bauern ober vom Dorfhanb- werker, bei benen man währeub ber Vormittags« ftunben hatte mit Hand anlegen dürfen, war von manchem bereits der Entschluß gefaßt, hierher wieder zurückzukehreu, hier vielleicht in bie ßehre zu gehen unb hier einmal selbst zu fiebeln. Bei allen aber war, wie später bie unzähligen Briefe an bie ßandjahrerzieher unb ßaubjahr- erzieheriuueu bewiesen, die Sehnsucht nach bem ßanbe geblieben.

Das erste ßaubjahr war über alles Erwarten geglückt. Der Versuch war gelungen. Die nachhaltige Einwirkung ber gefunben tätlichen Umgebung auf bie in ihrer entscheibeubeu Entwicklungszeit steyenbe Jugeub im Alter von vierzehn unb fünfzehn Jahren, bie tätige Anteilnahme an ber schweren Arbeit bes Bauern: bas alles versprach ben Beginn einer allgemeinen seelischen Umstellung ber beut­schen Großstabtjugenb, versprach für bie Zukunft ein besseres Verständnis ber Stabt zum ßanb unb bes ßanbes zur Stabt. Sv schritt man im Jahre 1935 zur Erweiterung bes ßanbjahres. Dieses zweite ßaubjahr bestätigte mit seinen neuen Erfolgen nur bie bes ersten. Unb wenn am 17. April bieses Jahres bas b r i 11 eßaubjahr" be­ginnen wirb, bann fußt biefe segensreiche neue Er­ziehungseinrichtung bereits auf zwei Erfahruugs- jahren unb wirb für bie beutfche Jugeuberziehuug ein Stück nicht mehr wegzubeukeube Trabitiou fein.

Der alleinige Träger bes ßanbjahres ist ber Staat. Er trägt bie Kosten bieser achtmonatigen Erziehung, nicht bie Eltern, bie es ja auch gar nicht könnten. Er kommt währeub bieser Zeit für Klei­dung, Verpflegung unb für alle sonst aus ber Ab­leistung ber ßaubjahrpflicht sich ergebenben Kosten auf. Den Eltern ist bamit bie Sorge für ben Unter­halt ihrer Kiuber währeub ber ßanbjahrzeit völlig abgenommen. Die Jungen unb Mäbcheu finb entsprechet ber nationalsozialistischen Auffassung von ben getrennten ßebenspflichten ber beiten Ge- schlechter in getrennten ßanbjahrla- gern untergebradjt. Diese ßager liegen ausnahms­los in ben laubwirtschaftlicheu Provinzen bes Reichs. Den einzelnen ßagern steht je ein ßager- leiter ober eine ßagerleiterin vor, benen roieber eigens für bie ßaubjahraufgaben in Schulungslagern geschulte Erzieher ober Erzieherinnen zur Seite stehen.

Trotz aller Schulung aber hat bas ßandjahr nichts mitSchule" zu tun. Das ßanbjahr ist auch nichtUnterricht in tätlicher Umgebung". Es ist ßeben unb Tätigkeit auf bem ßanbe selbst. Im ßanbjahr sollen die ßandjahrpftichtiaen auch nicht in bie natürlichen Gegebenheiten bes Daseins hineiuuuterrichtet werden, fonbern sie sollen in sie hineinleben. Deshalb ist ber Tagesplan auch, ber einheitlich für alle ßager geregelt ist, ein anberer, als man ihn sonst von ähnlichen Er­ziehungseinrichtungen her kennt. Er beginnt mit bem Wecken um 6 Uhr früh unb endigt mit dem