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polen am Todestage seines Begründers.

gehen, und niemand dürfte es wagen, ihm den Auftrag und die Aufgabe streitig zu machen, die ihm von dem Schöpfer des neuen Polen übergeben wurde.

Die dritte Macht fchliehlich, die der Marschall als eine Grundtatsache des neuen Polen schuf, nämlich die außenpolitische Unabhängigkeit, wurde aufs Nachdrücklichste verfochten und aufrecht­erhalten durch den Obersten Beck, der auch nach innen als engster Vertrauter des verstorbenen Mar­schalls noch immer seine Autorität wahrt und allen gegen ihn gerichteten Angriffen aus dem Regierungs­lager wie aus den Reihen der Opposition erfolgreich

Wilna, 12. Mai. (DNB.) In Wilna sind Menschenmassen aus allen Teilen des Landes zu­sammengeströmt, um am Todestag der Marschalls Pilsudski Zeuge zu sein jenes Aktes von Sohnes- liebe, den der Marschall in seinem Testament be­stimmte: Zu Füßen der sterblichen Hülle seiner Mutter wird heute das Herz des polnischen Natio­nalhelden gebettet. Unter dem Geläut aller Glocken setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Die Stra­ßen, geschmückt mit lang herabwallenden Bannern in den Farben der Ordensbänder der höchsten Aus­zeichnungen Polens, des Unabhängigkeitskreuzes, derPolonia Restituta". Vereine mit ihren Fah­nen, Schulen und Militär bilden Spalier. An der Spitze des Zuges marschieren Abteilungen sämt­licher Heeresformationen. Fahnenabordnungen der vielen Verbände mit wunderbaren Kränzen, die das Grab schmücken werden, folgen. Unmittelbar vor der Urne mit dem Herzen des Marschalls und dem Sarge seiner Mutter schreitet die hohe Geist­lichkeit in ihren prächtigen Gewändern. Ihnen fol­gen Präsident Moscicki, das Staatsober­haupt Polens, sowie die engsten Familienange­hörigen des Marschalls, das Oberhaupt der Armee, General Rydz-Smigly, der ehemalige Mini­sterpräsident Oberst S l a w e k, General S o s n - kowski u. a. Es folgen soziale und religiöse Or­ganisationen, die erst Stunden nach der Feier an dem Grab vorbeiziehen werden.

Während Fliegergeschwader die Luft mit ihrem Dröhnen erfüllen, melden die Glocken der Wilnaer Kathedrale den Augenblick, in dem sich die Spitze des Zuges dem Friedhof nähert. Unter schlichten Grabsteinen von hellgrauem Granit ruhen hier über

Die Trauerseier in Wilna

Wilden erzwungen. Denn von den 11 Millionen Einwohnern, auf die die abessinische Bevölkerung geschätzt wurde, sind allein 5 Millionen Gallas, 1 Million hamitische Somal und Danakil, die von den 3 Millionen Amharen beherrscht wurden und sich durchaus als Opposition fühlten, die jetzt auch das Kaiserreich der Amharen durch Revolten zu Fall brachten. Zum Teil sind diese wilden Stämme noch Heiden oder huldigen einem oberflächlichen Mohammedanismus. Wie sie sich jetzt gegen die Herrenkaste der Amharen wendeten, so werden sie vielleicht sich in absehbarer Zeit gegen die Kultur der Italiener richten. Auf jeden Fall ist die ein­geborene Bevölkerung nicht geneigt, sich ohne wei­teres dem Kulturspaten der Italiener zu unterwer­fen, wozu erschwerend kommt, daß die Amharen Sklaven hielten, die jetzt befreit wurden und nicht wissen, was sie tun. Zur Kolonisierung Abessiniens gehören, ganz abgesehen von den geographischen Schwierigkeiten, gewaltige Kapitalien, die aufzu­bringen die Kräfte Italiens Menschenalter in An­spruch nehmen wird.

Der plan des wirtschaftlichen Ausbauwerks.

Rom, 12. Mai. (DNB.) Die Weisungen, die Mussolini dem Vorsitzenden des Reichsoerbandes der italienischen Industrie, Grafen Dolpi, über die sofortige Aufnahme aller vorbereitenden techni­schen und wissenschaftlichen Arbeiten für die Be­siedlung und Bewirtschaftung Abes- s i n i e n s gegeben hat, schreibtGiornale d'Jtalia", alles werde auf allen Gebieten im faschisti­schen Stil in Angriff genommen. Der Reichs­verband der italienischen Industrie werde die trei­bende Kraft sein. Landwirtschaft und In­dustrie sollen auf einer sicheren Produktions­basis Zusammenarbeiten, damit die Opfer, die für den Krieg gebracht worden seien, der gan­zen Nation im höchsten Grade zu Nutzen kämen. Unter den R o h st o f f e n würde zunächst an Baumwolle, Wolle, ölhaltige Samen, Felle, Edel­hölzer, Mineralien und Petroleum gedacht. Letzteres sei bereits im südlichen Danakil- gebiet festgestellt worden. Nachforschungen und Verwertung aller Rohstoffvorkommen werde vereinigt, der natürliche Reichtum des abessinischen Bodens aber nicht wenigen Händen zur Ausbeu­tung überlassen werden.Tribuna" betont aber, daß mit dem Einsatz des Reichsoerbandes der ita­lienischen Industrie der Einzelinitiative und der persönlichen Tatkraft im Rahmen der faschisti­schen Wirtschaftsauffassung weitgehende Freiheit gewährt werden soll.

Vertagungsbeschluß der Reft-Locarnomächte.

Genf, 12. Mai. (DNB.) Don den Vertretern Frankreichs, Englands und Belgiens wurde am Dienstagnachmittag die Locarnofrage erör­tert. Heber die Sitzung wurde folgende Verlaut­barung ausgegeben:Die Vertreter Belgiens, Frankreichs und des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland, die sich anläßlich der Tagung des Völkerbundsrates in Genf befan­den, haben, wie am 10. April zwischen den Ver­tretern der Locarnomächte vereinbart worden war, heute eine Sitzung abgehalten. Dabei wurde unter­strichen, daß es wichtig wäre, die unternom­menen Bemühungen so bald wie mög- lich zum Erfolge führen zu sehen. Jedoch mußte festgestellt werden, daß die Untersuchung, die gemäß der Verabredung von dem britischen Ver­treter zur Klärung einer Anzahl von Punkten des Memorandums der deutschen Negierung vorgenom- men wurde, nicht beendet sei. Unter diesen Umständen haben sie es für zweckmäßig gefunden, ihre Entscheidung bis zu einer späteren Zu­sammenkunft zurückzustellen. Sie sind der Meinung, daß es alsbald nach dem Ein­gang der deutschen Antwort für die Lo­carnomächte angezeigt sein wird, unverzüglich zum Zwecke des Austausches ihrer Meinungen in Füh­lung zu treten."

Oer Versicherungsfkandat in England.

London, 12. Mai. (DNB.) Die Vernehmungen vor dem zur Untersuchung des Versicherungsskan­dals eingesetzten richterlichen Ausschusses haben noch nicht die Frage geklärt, auf welche Weise die Versicherungsnehmer von den Haushaltsgeheim­nissen Kenntnis erhielten. Der Finanzmann Bä­te s, der als ein alter Freund des Kolonialmini­sters Thomas bezeichnet wird, erklärte, er fei ein berufsmäßiger Spieler. Er habe viele Wetten für Pferderennen abgeschlossen, die sich wöchentlich auf 1000 bis 1500 Pfund Sterling beliefen. Er habe mit einer Erhöhung der Steuern gerechnet, da er gewußt habe, daß die Regierung Millionenbe­träge für die Aufrüstung benötige. Während des Verhörs wurde mitgeteilt, daß der Rechtsanwalt Eves, ein Sekretär von Bates, im Laufe eines Gespräches einensehr geschickten" Mann erwähnt habe, der sich für große Summen gegen die Er­höhung der Einkommensteuer versichert habe. Eves habe den Namen des Mannes nicht erwähnt, son­dern lediglich erklärt, daß er einen sehr starken Ver­dacht habe. Dieser Verdacht habe sich seither be­stätigt. Der langjährige Sekretär des britischen Kabinetts Sir Maurice Hankey teilte mit, daß der Schatzkanzler in einer Kabinettsfitzung am 9. April seine Haushaltsvorschläge dargelegt habe, daß aber die Erklärungen Chamberlains nicht zu Protokoll genommen und auch später nicht schriftlich festgelegt worden seien. Außerhalb des Kabinetts hätten keine Besprechungen über die Steuer­erhöhungen stattgefunden. Im allgemeinen entscheide der Schatzkanzler hierüber aus eigener Machtvoll­kommenheit und gebe seinen Kabinettskollegen vier oder fünf Tage vor der Verkündung des Haus­haltes im Unterhaus feine Vorschläge bekannt. Ein Durchsickern des Haushaltsgeheimnisses sei nur durch das Kabinett selb st möglich. Ein Verrat durch einen Diener oder durch eine andere Person komme nicht in Frage.

Nie neue spanische Regierung.

Madrid, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der bisherige Innenminister Casares Quiroga hat die neue Regierung gebildet. Außenminister ist Augusto Barcia (Linksrepublikaner) wie bisher. Die Zu­sammensetzung der neuen Regierung ist ähnlich wie Die der letzten. Es sind acht Minister der Linksrepu­blikaner, zwei der republikanischen Union, einer der Esguerra und ein parteiloser. Außer fünf Mini­stern sind alle bereits im letzten Kabinett vertreten gewesen. Eine Beteiligung der Svzialdemv- traten hat also nach dem Wunsch des reoolu-

Ein Zahr ohne pilsudski.

Mit großer Feierlichkeit ist das Herz des Mar­schalls Pilsudski neben dem Grab seiner Mutter in Wilna beigesetzt worden. Damit wurde ein Jahr nach seinem Tode der Wunsch erfüllt, den der Schöpfer des neuen Polen in seinem Testament zum Ausdruck gebracht hatte. Alles, was heute in Polen getan wird, geschieht unter Berufung auf den Willen des großen Toten. Er regiert unsicht­bar, wenn auch fein Körper vergangen ist. Sein Geist, seine Tat beherrscht auf geheimnisvolle Weise noch immer jede politische Handlung der Testaments­vollstrecker, und wenn es in jüngster Zeit manch­mal so schien, als ob die Gefolgsmänner des Mar­schalls sich untereinander entzweiten und den pol­nischen Erbfehler der Uneinigkeit wieder aufleben ließen, so nannten und nennen sie sich doch alle Pilsudskisten. Und mit Recht. Denn nicht um die FrageFür oder gegen Pilsudski?" geht der Streit, sondern mehr um die tagespolitische Frage, m i t welchen Methoden die Regierung das Erbe ihres toten Führers am besten verwirklichen könne.

Ueberbies wurden die Grundpfeiler des Staates, den Pilsudski in den kurzen Jahren seiner Herrschaft errichtete', durch den Hader und die In­trigen der rivalisierenden Gruppen überhaupt nicht berührt: Die Armee als der stärkste Aus­druck der neupolnischen Machtstellung hat ihre Selbständigkeit und unangreifbare Neutralität be­wahrt. Sie erhält nach wie vor 45 Prozent der finanziellen Mittel, die der polnische Staatshaus­halt aufbringt. Auch die Männer, die Pilsudski mit der Leitung der Wehrmacht beauftragt bat, der Generalinspekteur Rydz-Smigly sowie der Kriegsminister K a s p r z y ck i, sind in ihrer Stel- lung nicht angefochten worden. Sie genießen im Volke gerade deshalb ein großes Ansehen, weil sie es verstanden haben, sich von den Auseinander­setzungen auf der politischen Vorderbühne fern zu halten.

Der Staatspräsident, den der Marschall mit großen autoritären Machtbefugnissen noch kurz vor seinem Tode ausgestattet hatte, um auf alle Fälle das Staatsoberhaupt von dem Perfonenstreit der Parteien und Gruppen unbeeinflußt zu lassen und so eine letzte verantwortliche Stelle für die Geschicke der Nation zu erhalten, hat seine Aufgabe in der einjährigen Frist seit dem Ableben des Mar­schalls durchaus erfüllt. Dr. Moscicki, der von Pil- fudfki auf feinen Posten berufen wurde, kann bald das zehnjährige Jubiläum feiner Präsidentschaft be=

tionären Flügels nicht stattgefunden. Interessant ist die Tatsache, daß der jetzige Ministerpräsident und Kriegsminister Casares Quiroga seit Bestehen der Republik fünf verschiedene Ministerien innegehabt hat; diese Zahl erhöht sich mit der neuen Berufung auf sieben.

Schmuggel in Rordchma.

Gefährdung der ausländischen Anleihen durch Rückgang der Zölle.

Schanghai, 12. Mai. (DNB.) Die Schang­haier Seezollbehörde veröffentlicht einen aufsehen­erregenden Bericht über den Umfang de s Schmuggels nach Nordchina. Sie wirft dabei den japanischen Militärbehörden die Begün­stigung des Schmuggels durch fortgesetzte Unterbin­dung der von chinesischer Seite eingeleiteten Ab­wehrmaßnahmen vor. Die Japaner hätten zuerst die Entwaffnung, später die Zurückziehung der Zollkreu- aer aus den Gewässern der entmilitarisierten Zone ourchgesetzt. Das Seezollamt beziffert die bis­herigen Verluste an Zolleinnahmen auf über 25 Millionen Dollar. Hauptsächlich würden Kunstseide und Zucker nach Nordchina ein- aeschmuggelt. So seien in einer Woche im April 400 000 Kilogramm Kunstseide und 11 Millionen Kilogramm Zucker unverzollt nach Nordchina ge­bracht worden. Die geschmuggelten Waren ü b e r =

Paris, 12. Mai. (DNB.) Der Generalsekretär I des Spitzenverbandes der französischen Front-s kämpfer-Vereinig ungen Rivolle t, ehe­maliger Pensionsminister, übergab der deutschen und französischen Presse nachstehende Botschaft:

Deutsche Kameraden!

Die französischen Frontkämpfer wenden sich an Euch. Die gegenwärtigen Taae und die Tage, die kommen werden, können entscheidend sein für die Zukunft Europas und für die Zukunft unserer beiden Länder. Wir haben 52 Monate hindurch hart und ohne Falsch gegeneinander gefochten. Sehen wir uns gerade in die Augen und s p r e - chen wir offen zueinander! Als franzö­sische Soldaten haben wir unser Vaterland ver­teidigt, und es gibt keinen Franzosen, der nicht auch heute bereit wäre, es erneut zu verteidigen, wenn die Stunde schlagen sollte. Doch, da wir den Krieg kennen, wollen wir ihn nicht wieder erleben. Wir sind Gegner des Krieges, weil wir Menschen sind und weil ein allgemeiner Weltenbrand den Untergang der europäischen Kul­tur befiegeln würde, die durch Jahrhunderte wäh­rende Muhe und Arbeit geschaffen wurde und für die unsere beiden Länder ihr Bestes hergegeben haben. Wir erklären mit Nachdruck und aus unserer Erfahrung heraus, daß diejenigen, die den Krieg entfesseln, den Krieg niemals auch nur erleben, und daß diejenigen, die ihn erleben, niemals feine Nutz­nießer sind.

Die Regierungen unserer Länder haben Frie­denspläne veröffentlicht. Was müssen wir Deutsche und Franzosen sehnlich wünschen? Einen würdevollen und dauerhaften Frie­den für Deutschland, für Frankreich und für ganz Europa, einen Frieden, in dem das Recht ge­achtet und die Ordnung gesichert ist, einen Frieden, in dessen Schoß jede Nation die Verantwortung für die Sicherheit aller anerkennt.

Dir rufen Luch deutschen Kameraden zu, daß die Stunde der aufrichtigen Der- föhnung endlich schlagen muh, dah unsere Interessen und unsere Pflichten es ersor-

fluteten ganz China und schädigten dadurch das ordentliche Geschäft. Die Seezollbehörde deutet an, daß durch den Schmuggel die ausländi­schen Anleihen, die durch die Seezolleinnah­men gesichert seien, gefährdet würden.

Mrsragen den,,DaichTelegrapÄ"

Den Brunnenvergiftern mutz das Hand­werk gelegt werden.

Berlin, 12. Mai. (DNB.) Der diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph" berichtet seinem Blatte aus Genf, daß der deutsche Reichskanzler kürzlich in einem Gespräch von demgeschwächten Ansehen Großbri­tanniens" gesprochen habe und fügte dieser Meldung hinzu, daß die kleinen Staaten sich beeilt hätten, dem englischen Außenminister zu ver­sichern, daß sie dies für eine grundlose Ver­unglimpfung Großbritanniens hielten.

Da diese Behauptung t>es Korrespondenten offen­sichtlich aus den Fingern gesogen ist und ersichtlich $u dem Zweck verbreitet wird, Stim­mung für die Ausrechterhaltung der Sanktionen zu machen, stellen wir dem Korre­spondenten desDaily Telegraph" die präzise

dem, gemeinschaftlich auf ihr Nahen zu drangen durch eine gleiche und wechselseitige Anstrengung im Geiste des Einvernehmens, das es uns er­möglicht, uns gegenseitig zu verstehen und ken­nenzulernen. Liegt nicht in der Tat die Würzet der französisch-deutschen Tragödie der Nach­kriegszeit darin, dah unsere Regierungen und wir selbst gedacht haben: Ihr, als ob wir Deut­sche, wir, als ob Ihr Franzosen wäret? Wir haben gemeinschaftlich die gleiche Achtung vor der Arbeit, die dem Menschen das Leben gibt und seine Würde hebt. Unsere Mission als Front­soldaten ist, im Gedenken der Opfer an Toten, im Gedenken an unsere eigenen Opfer auf dieser Welt, die Gewalt, die Ungerechtigkeit, die Un­aufrichtigkeit und das Unwissen auszumerzen, die stets Quellen des gröhten Unheils sind. Wir müssen, Ihr und wir, unsere Völker leh- ren.sichzuverständigenundzuver- ft e h e n. Wir müssen in unseren Nationen den guten Willen wecken, von dem die frei­mütige Gegenüberstellung der beiderseitigen Wünsche und Belange beseelt sein muh. So wird das gute Einvernehmen geschaffen werden, das unsere Zukunft sichern wird.

Wir französischen Frontsoldaten sind bereit zu diesem Werk, das unsere Länder versöhnen und Europa befrieden soll, und aus diesem Grunde bieten wir Luch die Hand und richten an Euch diesen feierlichen Aufruf.

In einer kurzen Erläuterung wies Generalsekretär R i v o l l e t daraus hin, daß alle in der Spitzen­organisation der französischen Fron.kärnpserver- dände zusarnrnengeschlossenen Gruppen den Ausruf an die deutschen Kameraden einstimmig be­schlossen hätten. Auch der Vorsitzende des großen linksstehenden Kriegsteilnehmerverbandes Union Fö­derale, Pichot, sowie der Vorsitzende des rechts­stehenden Nationalverbandes der französischen Front­

begegnen konnte. Es ist vielleicht etwas einsamer um diesen Mann geworden, der als letzter aktiver Vertreter der Oberstengruppe in der Regierung aus- harrt, aber seine unbestreitbaren diplomatischen Er­folge dürften ihm die von Pilsudski zugedachte Stel- lung auch weiterhin sichern. Wenn neben diesen festen Säulen Pilsudski-Polens andere politisch« Gruppen innerhalb oder außerhalb der Regierungs­kreise um Einfluß und Herrschaft ringen, so braucht das nicht sehr tragisch genommen zu werden. Die alles beherrschende Gestalt Pilsudskis steht unsichtbar mahnend vor jedem ernsthaften Versuch, die Größe und Einigkeit Polens zu untergraben.

160 gefallene polnische Krieger aller Dienstgrade. Mitten unter ihnen befindet sich das Grab, in dem das Herz des Marschalls zu Füßen seiner Mutter beigesetzt wird. Die Rektoren der polnischen Hoch­schulen in ihren farbigen Talaren tragen die Urne das letzte Stück des Weges bis zum Grabe. Und während hohe Geistliche die Messe zelebrieren, wäh­rend die Musik das Lied der Ersten Brigade spielt, während ringsum die Militärabteilungen das Ge­wehr präsentieren und die Massen in tiefem Schwei­gen verharren, senkt sich die riesige Platte auf schwarzem Granit auf das Grab. 1Ö1 Salutschüsse der Artillerie ertönen und nun ergreift der Präsi­dent der Republik das Wort, um das Gedächtnis des Marschalls zu ehren. Die Truppen präsentieren. Der Präsident und die Spitzen der Regierung und der Armee verlassen den Platz. Während Ketten von Flugzeugen/immer wieder die Grabstätte über­fliegen, beginnt der endlose Vorbeimarsch der har- rsvden Menge.

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Das Ziel der Warschauer Bevölkerung war das Schloß Belvedere, in dem der Marschall seine Augen schloß. Bis in die späten Abendstunden zogen Schulen, Vereine, Pfadfinder, Legionärsverbände und andere Organisationen über den Hof des Bel­vedere und legten an einer Pilsudski-Büste, die vor dem mit Nationalflagge und Trauerfahnen verhan­genen Hauseingange steht, Kränze und Blumen nieder. In der Todesstunde am Abend wird durch Lautsprecher auf den Straßen das Glockengeläut von Wilna und eine letzte Ehrensalve von 101 Schuß zu hören sein. Ein Fackelzug zum Belvedere schließt den nationalen Trauertag ab.

kämpfer und ehemalige Abgeordnete G o y hätten an der Ausarbeitung dieses Aufrufes teilgenommen. Die französische Regierung kenne den Wortlaut des Aufrufes und billige ihn. Bedauerlicherweise habe die Regierung es allerdings abgelehnt, die Ver­breitung dieses Aufrufes durch Rundfunk zu ge­statten.

Der Reichsbauernführer zur 3 Reichsnährffandsausstelluug.

Wenn in diesem Jahre die Reichsnährstandsaus­stellung in Frankfurt stattfindet, so geschieht es in der Erinerung an jene e r st e Ausstellung der Deutschen Landwirtschafts - Gesellschaft, die Max E y t h , dessen 100. Geburtstag wir in diesem Mo­nat feiern konnten, 1886 also vor 50 Jahren in dieser südwestlichen Stadt unseres Reiches auf- zubauen begann, wenngleich er sie allerdings erst im Juni 1887 eröffnen konnte. Erst der Reichsnährstand konnte unter Ausschaltung aller der privatwirtschaft- lichen Gesichtspunkte, die den früheren DLG.-Aus­stellungen den Charakter von Verkaufsmessen ver­liehen, die gemeinnützigen, erzieheri­schen und belehrenden Gedanken verwirk­lichen, die Max Eyth von Anfang an vorgeschwebt hatten. So nehmen auch auf dieser 3. Reichsnähr­standsausstellung unter Fortführung des schon in Erfurt und Hamburg beschrittenen Weges d i e Lehrschauen wieder einen besonders großen Raum ein. Dabei wird hier zum erstenmal versucht, nicht nur die tote Materie zu zeigen, sondern den lebendigen Arbeitsablauf, wie er sich in der Wirklichkeit abspielt, darzustellen. Dies kommt in besonderem Maße z. B. bei demBauernhof in der Erzeugungsschlacht" zum Ausdruck, an dem gezeigt wirb, welche Verbesserungsmöglich­keiten im Sinne der Erzeugungsschlacht vorhanden sind.

Die Ausstellung erschöpft sich jedoch nicht in tech­nisch-fachlichen Dingen, sondern sie unterstreicht auch die weltanschauliche Betreuung des länd­lichen Menschen unB zeigt dem Städter den tieferen Sinn der bäuerlichen Arbeit, die ja immer auf das Dolksganze ausgerichtet ist.

Gez.: R. Walther Darrö, Reichsbauernführer, Reichsminister und Reichsleiter der NSDAP.

Wer will Llnieroffizier werden?

Der Eintritt

in eine Heeres-Nntcroffizier-Schnle.

Berlin, 12. Mai. (DNB.) Junge Leute, die Lust und Liebe zum Unteroffizierberuf (Infanterie) haben und sich hierzu freiwillig melden, können a u f einer Heeres - Unteroffizier - Schule hierfür in zweijähriger Dienstzeit oorbercitet wer­den. Sie erhalten neben der militärischen Erziehung und Ausbildung allgemein bildenden Unterricht. Die Ausbildung beginnt am 20. Oktober 1936; llnterbrinaung erfolgt in der bisherigen Polizei» schule in Potsdam-Eiche. Bewerber müssen vor der Einstellung ins Heer ihrer Arbeitsdienst- pflicht genügt haben. Für die Einstellung kommen nur Wehrpflichtige in Frage, die am 20. Oktober 1936 das 17. Lebensjahr vollendet und das 20. Lebensjahr nicht überschritten haben. Der Bewerber muß die deutsche Staatsangehörigkeit (Reichsangehörigkeit) besitzen, wehrwürdig, deut­schen ober artverwandten Blutes, unbescholten, un­verheiratet und tauglich 1 ober 2 für ben Wehr­dienst sein. Mindestgröße nicht unter 1,62 Meter. Notwendige Zahnbehandlung ist vor der Einstellung durchzuführen.

Den Anträgen auf Aufnahme ist beizu­fügen: Der Freiwilligenschein, bei der polizeilichen Meldebehörde ist eine amtlich beglaubigte Einwil- ligungserflärung des gesetzlichen Vertreters vorzu- legen. Ein selbstgeschriebener Lebenslauf mit Vor« und Zuname, Geburtstag und -ort, Angaben über Schulbesuch, Beruf und Beschäftigung nach der Schulentlassung, Arbeitsdienst, ob Freischwimmer,

Frage: /

Wann, w o und wem gegenüber hat der Führer diese angebliche Aeußerung getan?

Es ist endlich an der Zeit, den internationalen Brunnenvergiftern das Handwerk zu legen.

Die Stunde der Versöhnung muß endlich schlagen!"

Nie französischen Frontkämpfer an ihre deutschen Kameraden.