polen am Todestage seines Begründers.
gehen, und niemand dürfte es wagen, ihm den Auftrag und die Aufgabe streitig zu machen, die ihm von dem Schöpfer des neuen Polen übergeben wurde.
Die dritte Macht fchliehlich, die der Marschall als eine Grundtatsache des neuen Polen schuf, nämlich die außenpolitische Unabhängigkeit, wurde aufs Nachdrücklichste verfochten und aufrechterhalten durch den Obersten Beck, der auch nach innen als engster Vertrauter des verstorbenen Marschalls noch immer seine Autorität wahrt und allen gegen ihn gerichteten Angriffen aus dem Regierungslager wie aus den Reihen der Opposition erfolgreich
Wilna, 12. Mai. (DNB.) In Wilna sind Menschenmassen aus allen Teilen des Landes zusammengeströmt, um am Todestag der Marschalls Pilsudski Zeuge zu sein jenes Aktes von Sohnes- liebe, den der Marschall in seinem Testament bestimmte: Zu Füßen der sterblichen Hülle seiner Mutter wird heute das Herz des polnischen Nationalhelden gebettet. Unter dem Geläut aller Glocken setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Die Straßen, geschmückt mit lang herabwallenden Bannern in den Farben der Ordensbänder der höchsten Auszeichnungen Polens, des Unabhängigkeitskreuzes, der „Polonia Restituta". Vereine mit ihren Fahnen, Schulen und Militär bilden Spalier. An der Spitze des Zuges marschieren Abteilungen sämtlicher Heeresformationen. Fahnenabordnungen der vielen Verbände mit wunderbaren Kränzen, die das Grab schmücken werden, folgen. Unmittelbar vor der Urne mit dem Herzen des Marschalls und dem Sarge seiner Mutter schreitet die hohe Geistlichkeit in ihren prächtigen Gewändern. Ihnen folgen Präsident Moscicki, das Staatsoberhaupt Polens, sowie die engsten Familienangehörigen des Marschalls, das Oberhaupt der Armee, General Rydz-Smigly, der ehemalige Ministerpräsident Oberst S l a w e k, General S o s n - kowski u. a. Es folgen soziale und religiöse Organisationen, die erst Stunden nach der Feier an dem Grab vorbeiziehen werden.
Während Fliegergeschwader die Luft mit ihrem Dröhnen erfüllen, melden die Glocken der Wilnaer Kathedrale den Augenblick, in dem sich die Spitze des Zuges dem Friedhof nähert. Unter schlichten Grabsteinen von hellgrauem Granit ruhen hier über
Die Trauerseier in Wilna
Wilden erzwungen. Denn von den 11 Millionen Einwohnern, auf die die abessinische Bevölkerung geschätzt wurde, sind allein 5 Millionen Gallas, 1 Million hamitische Somal und Danakil, die von den 3 Millionen Amharen beherrscht wurden und sich durchaus als Opposition fühlten, die jetzt auch das Kaiserreich der Amharen durch Revolten zu Fall brachten. Zum Teil sind diese wilden Stämme noch Heiden oder huldigen einem oberflächlichen Mohammedanismus. Wie sie sich jetzt gegen die Herrenkaste der Amharen wendeten, so werden sie vielleicht sich in absehbarer Zeit gegen die Kultur der Italiener richten. Auf jeden Fall ist die eingeborene Bevölkerung nicht geneigt, sich ohne weiteres dem Kulturspaten der Italiener zu unterwerfen, wozu erschwerend kommt, daß die Amharen Sklaven hielten, die jetzt befreit wurden und nicht wissen, was sie tun. Zur Kolonisierung Abessiniens gehören, ganz abgesehen von den geographischen Schwierigkeiten, gewaltige Kapitalien, die aufzubringen die Kräfte Italiens Menschenalter in Anspruch nehmen wird.
Der plan des wirtschaftlichen Ausbauwerks.
Rom, 12. Mai. (DNB.) Die Weisungen, die Mussolini dem Vorsitzenden des Reichsoerbandes der italienischen Industrie, Grafen Dolpi, über die sofortige Aufnahme aller vorbereitenden technischen und wissenschaftlichen Arbeiten für die Besiedlung und Bewirtschaftung Abes- s i n i e n s gegeben hat, schreibt „Giornale d'Jtalia", alles werde auf allen Gebieten im faschistischen Stil in Angriff genommen. Der Reichsverband der italienischen Industrie werde die treibende Kraft sein. Landwirtschaft und Industrie sollen auf einer sicheren Produktionsbasis Zusammenarbeiten, damit die Opfer, die für den Krieg gebracht worden seien, der ganzen Nation im höchsten Grade zu Nutzen kämen. Unter den R o h st o f f e n würde zunächst an Baumwolle, Wolle, ölhaltige Samen, Felle, Edelhölzer, Mineralien und Petroleum gedacht. Letzteres sei bereits im südlichen Danakil- gebiet festgestellt worden. Nachforschungen und Verwertung aller Rohstoffvorkommen werde vereinigt, der natürliche Reichtum des abessinischen Bodens aber nicht wenigen Händen zur Ausbeutung überlassen werden. „Tribuna" betont aber, daß mit dem Einsatz des Reichsoerbandes der italienischen Industrie der Einzelinitiative und der persönlichen Tatkraft im Rahmen der faschistischen Wirtschaftsauffassung weitgehende Freiheit gewährt werden soll.
Vertagungsbeschluß der Reft-Locarnomächte.
Genf, 12. Mai. (DNB.) Don den Vertretern Frankreichs, Englands und Belgiens wurde am Dienstagnachmittag die Locarnofrage erörtert. Heber die Sitzung wurde folgende Verlautbarung ausgegeben: „Die Vertreter Belgiens, Frankreichs und des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland, die sich anläßlich der Tagung des Völkerbundsrates in Genf befanden, haben, wie am 10. April zwischen den Vertretern der Locarnomächte vereinbart worden war, heute eine Sitzung abgehalten. Dabei wurde unterstrichen, daß es wichtig wäre, die unternommenen Bemühungen so bald wie mög- lich zum Erfolge führen zu sehen. Jedoch mußte festgestellt werden, daß die Untersuchung, die gemäß der Verabredung von dem britischen Vertreter zur Klärung einer Anzahl von Punkten des Memorandums der deutschen Negierung vorgenom- men wurde, nicht beendet sei. Unter diesen Umständen haben sie es für zweckmäßig gefunden, ihre Entscheidung bis zu einer späteren Zusammenkunft zurückzustellen. Sie sind der Meinung, daß es alsbald nach dem Eingang der deutschen Antwort für die Locarnomächte angezeigt sein wird, unverzüglich zum Zwecke des Austausches ihrer Meinungen in Fühlung zu treten."
Oer Versicherungsfkandat in England.
London, 12. Mai. (DNB.) Die Vernehmungen vor dem zur Untersuchung des Versicherungsskandals eingesetzten richterlichen Ausschusses haben noch nicht die Frage geklärt, auf welche Weise die Versicherungsnehmer von den Haushaltsgeheimnissen Kenntnis erhielten. Der Finanzmann Bäte s, der als ein alter Freund des Kolonialministers Thomas bezeichnet wird, erklärte, er fei ein berufsmäßiger Spieler. Er habe viele Wetten für Pferderennen abgeschlossen, die sich wöchentlich auf 1000 bis 1500 Pfund Sterling beliefen. Er habe mit einer Erhöhung der Steuern gerechnet, da er gewußt habe, daß die Regierung Millionenbeträge für die Aufrüstung benötige. Während des Verhörs wurde mitgeteilt, daß der Rechtsanwalt Eves, ein Sekretär von Bates, im Laufe eines Gespräches einen „sehr geschickten" Mann erwähnt habe, der sich für große Summen gegen die Erhöhung der Einkommensteuer versichert habe. Eves habe den Namen des Mannes nicht erwähnt, sondern lediglich erklärt, daß er einen sehr starken Verdacht habe. Dieser Verdacht habe sich seither bestätigt. Der langjährige Sekretär des britischen Kabinetts Sir Maurice Hankey teilte mit, daß der Schatzkanzler in einer Kabinettsfitzung am 9. April seine Haushaltsvorschläge dargelegt habe, daß aber die Erklärungen Chamberlains nicht zu Protokoll genommen und auch später nicht schriftlich festgelegt worden seien. Außerhalb des Kabinetts hätten keine Besprechungen über die Steuererhöhungen stattgefunden. Im allgemeinen entscheide der Schatzkanzler hierüber aus eigener Machtvollkommenheit und gebe seinen Kabinettskollegen vier oder fünf Tage vor der Verkündung des Haushaltes im Unterhaus feine Vorschläge bekannt. Ein Durchsickern des Haushaltsgeheimnisses sei nur durch das Kabinett selb st möglich. Ein Verrat durch einen Diener oder durch eine andere Person komme nicht in Frage.
Nie neue spanische Regierung.
Madrid, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der bisherige Innenminister Casares Quiroga hat die neue Regierung gebildet. Außenminister ist Augusto Barcia (Linksrepublikaner) wie bisher. Die Zusammensetzung der neuen Regierung ist ähnlich wie Die der letzten. Es sind acht Minister der Linksrepublikaner, zwei der republikanischen Union, einer der Esguerra und ein parteiloser. Außer fünf Ministern sind alle bereits im letzten Kabinett vertreten gewesen. Eine Beteiligung der Svzialdemv- traten hat also — nach dem Wunsch des reoolu-
Ein Zahr ohne pilsudski.
Mit großer Feierlichkeit ist das Herz des Marschalls Pilsudski neben dem Grab seiner Mutter in Wilna beigesetzt worden. Damit wurde ein Jahr nach seinem Tode der Wunsch erfüllt, den der Schöpfer des neuen Polen in seinem Testament zum Ausdruck gebracht hatte. Alles, was heute in Polen getan wird, geschieht unter Berufung auf den Willen des großen Toten. Er regiert unsichtbar, wenn auch fein Körper vergangen ist. Sein Geist, seine Tat beherrscht auf geheimnisvolle Weise noch immer jede politische Handlung der Testamentsvollstrecker, und wenn es in jüngster Zeit manchmal so schien, als ob die Gefolgsmänner des Marschalls sich untereinander entzweiten und den polnischen Erbfehler der Uneinigkeit wieder aufleben ließen, so nannten und nennen sie sich doch alle Pilsudskisten. Und mit Recht. Denn nicht um die Frage „Für oder gegen Pilsudski?" geht der Streit, sondern mehr um die tagespolitische Frage, m i t welchen Methoden die Regierung das Erbe ihres toten Führers am besten verwirklichen könne.
Ueberbies wurden die Grundpfeiler des Staates, den Pilsudski in den kurzen Jahren seiner Herrschaft errichtete', durch den Hader und die Intrigen der rivalisierenden Gruppen überhaupt nicht berührt: Die Armee als der stärkste Ausdruck der neupolnischen Machtstellung hat ihre Selbständigkeit und unangreifbare Neutralität bewahrt. Sie erhält nach wie vor 45 Prozent der finanziellen Mittel, die der polnische Staatshaushalt aufbringt. Auch die Männer, die Pilsudski mit der Leitung der Wehrmacht beauftragt bat, der Generalinspekteur Rydz-Smigly sowie der Kriegsminister K a s p r z y ck i, sind in ihrer Stel- lung nicht angefochten worden. Sie genießen im Volke gerade deshalb ein großes Ansehen, weil sie es verstanden haben, sich von den Auseinandersetzungen auf der politischen Vorderbühne fern zu halten.
Der Staatspräsident, den der Marschall mit großen autoritären Machtbefugnissen noch kurz vor seinem Tode ausgestattet hatte, um auf alle Fälle das Staatsoberhaupt von dem Perfonenstreit der Parteien und Gruppen unbeeinflußt zu lassen und so eine letzte verantwortliche Stelle für die Geschicke der Nation zu erhalten, hat seine Aufgabe in der einjährigen Frist seit dem Ableben des Marschalls durchaus erfüllt. Dr. Moscicki, der von Pil- fudfki auf feinen Posten berufen wurde, kann bald das zehnjährige Jubiläum feiner Präsidentschaft be=
tionären Flügels — nicht stattgefunden. Interessant ist die Tatsache, daß der jetzige Ministerpräsident und Kriegsminister Casares Quiroga seit Bestehen der Republik fünf verschiedene Ministerien innegehabt hat; diese Zahl erhöht sich mit der neuen Berufung auf sieben.
Schmuggel in Rordchma.
Gefährdung der ausländischen Anleihen durch Rückgang der Zölle.
Schanghai, 12. Mai. (DNB.) Die Schanghaier Seezollbehörde veröffentlicht einen aufsehenerregenden Bericht über den Umfang de s Schmuggels nach Nordchina. Sie wirft dabei den japanischen Militärbehörden die Begünstigung des Schmuggels durch fortgesetzte Unterbindung der von chinesischer Seite eingeleiteten Abwehrmaßnahmen vor. Die Japaner hätten zuerst die Entwaffnung, später die Zurückziehung der Zollkreu- aer aus den Gewässern der entmilitarisierten Zone ourchgesetzt. Das Seezollamt beziffert die bisherigen Verluste an Zolleinnahmen auf über 25 Millionen Dollar. Hauptsächlich würden Kunstseide und Zucker nach Nordchina ein- aeschmuggelt. So seien in einer Woche im April 400 000 Kilogramm Kunstseide und 11 Millionen Kilogramm Zucker unverzollt nach Nordchina gebracht worden. Die geschmuggelten Waren ü b e r =
Paris, 12. Mai. (DNB.) Der Generalsekretär I des Spitzenverbandes der französischen Front-s kämpfer-Vereinig ungen Rivolle t, ehemaliger Pensionsminister, übergab der deutschen und französischen Presse nachstehende Botschaft:
Deutsche Kameraden!
Die französischen Frontkämpfer wenden sich an Euch. Die gegenwärtigen Taae und die Tage, die kommen werden, können entscheidend sein für die Zukunft Europas und für die Zukunft unserer beiden Länder. Wir haben 52 Monate hindurch hart und ohne Falsch gegeneinander gefochten. Sehen wir uns gerade in die Augen und s p r e - chen wir offen zueinander! Als französische Soldaten haben wir unser Vaterland verteidigt, und es gibt keinen Franzosen, der nicht auch heute bereit wäre, es erneut zu verteidigen, wenn die Stunde schlagen sollte. Doch, da wir den Krieg kennen, wollen wir ihn nicht wieder erleben. Wir sind Gegner des Krieges, weil wir Menschen sind und weil ein allgemeiner Weltenbrand den Untergang der europäischen Kultur befiegeln würde, die durch Jahrhunderte währende Muhe und Arbeit geschaffen wurde und für die unsere beiden Länder ihr Bestes hergegeben haben. Wir erklären mit Nachdruck und aus unserer Erfahrung heraus, daß diejenigen, die den Krieg entfesseln, den Krieg niemals auch nur erleben, und daß diejenigen, die ihn erleben, niemals feine Nutznießer sind.
Die Regierungen unserer Länder haben Friedenspläne veröffentlicht. Was müssen wir Deutsche und Franzosen sehnlich wünschen? Einen würdevollen und dauerhaften Frieden für Deutschland, für Frankreich und für ganz Europa, einen Frieden, in dem das Recht geachtet und die Ordnung gesichert ist, einen Frieden, in dessen Schoß jede Nation die Verantwortung für die Sicherheit aller anerkennt.
Dir rufen Luch deutschen Kameraden zu, daß die Stunde der aufrichtigen Der- föhnung endlich schlagen muh, dah unsere Interessen und unsere Pflichten es ersor-
fluteten ganz China und schädigten dadurch das ordentliche Geschäft. Die Seezollbehörde deutet an, daß durch den Schmuggel die ausländischen Anleihen, die durch die Seezolleinnahmen gesichert seien, gefährdet würden.
Mrsragen den,,DaichTelegrapÄ"
Den Brunnenvergiftern mutz das Handwerk gelegt werden.
Berlin, 12. Mai. (DNB.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" berichtet seinem Blatte aus Genf, daß der deutsche Reichskanzler kürzlich in einem Gespräch von dem „geschwächten Ansehen Großbritanniens" gesprochen habe und fügte dieser Meldung hinzu, daß die kleinen Staaten sich beeilt hätten, dem englischen Außenminister zu versichern, daß sie dies für eine grundlose Verunglimpfung Großbritanniens hielten.
Da diese Behauptung t>es Korrespondenten offensichtlich aus den Fingern gesogen ist und ersichtlich $u dem Zweck verbreitet wird, Stimmung für die Ausrechterhaltung der Sanktionen zu machen, stellen wir dem Korrespondenten des „Daily Telegraph" die präzise
dem, gemeinschaftlich auf ihr Nahen zu drangen durch eine gleiche und wechselseitige Anstrengung im Geiste des Einvernehmens, das es uns ermöglicht, uns gegenseitig zu verstehen und kennenzulernen. Liegt nicht in der Tat die Würzet der französisch-deutschen Tragödie der Nachkriegszeit darin, dah unsere Regierungen und wir selbst gedacht haben: Ihr, als ob wir Deutsche, wir, als ob Ihr Franzosen wäret? Wir haben gemeinschaftlich die gleiche Achtung vor der Arbeit, die dem Menschen das Leben gibt und seine Würde hebt. Unsere Mission als Frontsoldaten ist, im Gedenken der Opfer an Toten, im Gedenken an unsere eigenen Opfer auf dieser Welt, die Gewalt, die Ungerechtigkeit, die Unaufrichtigkeit und das Unwissen auszumerzen, die stets Quellen des gröhten Unheils sind. Wir müssen, Ihr und wir, unsere Völker leh- ren.sichzuverständigenundzuver- ft e h e n. Wir müssen in unseren Nationen den guten Willen wecken, von dem die freimütige Gegenüberstellung der beiderseitigen Wünsche und Belange beseelt sein muh. So wird das gute Einvernehmen geschaffen werden, das unsere Zukunft sichern wird.
Wir französischen Frontsoldaten sind bereit zu diesem Werk, das unsere Länder versöhnen und Europa befrieden soll, und aus diesem Grunde bieten wir Luch die Hand und richten an Euch diesen feierlichen Aufruf.
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In einer kurzen Erläuterung wies Generalsekretär R i v o l l e t daraus hin, daß alle in der Spitzenorganisation der französischen Fron.kärnpserver- dände zusarnrnengeschlossenen Gruppen den Ausruf an die deutschen Kameraden einstimmig beschlossen hätten. Auch der Vorsitzende des großen linksstehenden Kriegsteilnehmerverbandes Union Föderale, Pichot, sowie der Vorsitzende des rechtsstehenden Nationalverbandes der französischen Front
begegnen konnte. Es ist vielleicht etwas einsamer um diesen Mann geworden, der als letzter aktiver Vertreter der Oberstengruppe in der Regierung aus- harrt, aber seine unbestreitbaren diplomatischen Erfolge dürften ihm die von Pilsudski zugedachte Stel- lung auch weiterhin sichern. Wenn neben diesen festen Säulen Pilsudski-Polens andere politisch« Gruppen innerhalb oder außerhalb der Regierungskreise um Einfluß und Herrschaft ringen, so braucht das nicht sehr tragisch genommen zu werden. Die alles beherrschende Gestalt Pilsudskis steht unsichtbar mahnend vor jedem ernsthaften Versuch, die Größe und Einigkeit Polens zu untergraben.
160 gefallene polnische Krieger aller Dienstgrade. Mitten unter ihnen befindet sich das Grab, in dem das Herz des Marschalls zu Füßen seiner Mutter beigesetzt wird. Die Rektoren der polnischen Hochschulen in ihren farbigen Talaren tragen die Urne das letzte Stück des Weges bis zum Grabe. Und während hohe Geistliche die Messe zelebrieren, während die Musik das Lied der Ersten Brigade spielt, während ringsum die Militärabteilungen das Gewehr präsentieren und die Massen in tiefem Schweigen verharren, senkt sich die riesige Platte auf schwarzem Granit auf das Grab. 1Ö1 Salutschüsse der Artillerie ertönen und nun ergreift der Präsident der Republik das Wort, um das Gedächtnis des Marschalls zu ehren. Die Truppen präsentieren. Der Präsident und die Spitzen der Regierung und der Armee verlassen den Platz. Während Ketten von Flugzeugen/immer wieder die Grabstätte überfliegen, beginnt der endlose Vorbeimarsch der har- rsvden Menge.
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Das Ziel der Warschauer Bevölkerung war das Schloß Belvedere, in dem der Marschall seine Augen schloß. Bis in die späten Abendstunden zogen Schulen, Vereine, Pfadfinder, Legionärsverbände und andere Organisationen über den Hof des Belvedere und legten an einer Pilsudski-Büste, die vor dem mit Nationalflagge und Trauerfahnen verhangenen Hauseingange steht, Kränze und Blumen nieder. In der Todesstunde am Abend wird durch Lautsprecher auf den Straßen das Glockengeläut von Wilna und eine letzte Ehrensalve von 101 Schuß zu hören sein. Ein Fackelzug zum Belvedere schließt den nationalen Trauertag ab.
kämpfer und ehemalige Abgeordnete G o y hätten an der Ausarbeitung dieses Aufrufes teilgenommen. Die französische Regierung kenne den Wortlaut des Aufrufes und billige ihn. Bedauerlicherweise habe die Regierung es allerdings abgelehnt, die Verbreitung dieses Aufrufes durch Rundfunk zu gestatten.
Der Reichsbauernführer zur 3 Reichsnährffandsausstelluug.
Wenn in diesem Jahre die Reichsnährstandsausstellung in Frankfurt stattfindet, so geschieht es in der Erinerung an jene e r st e Ausstellung der Deutschen Landwirtschafts - Gesellschaft, die Max E y t h , dessen 100. Geburtstag wir in diesem Monat feiern konnten, 1886 — also vor 50 Jahren — in dieser südwestlichen Stadt unseres Reiches auf- zubauen begann, wenngleich er sie allerdings erst im Juni 1887 eröffnen konnte. Erst der Reichsnährstand konnte unter Ausschaltung aller der privatwirtschaft- lichen Gesichtspunkte, die den früheren DLG.-Ausstellungen den Charakter von Verkaufsmessen verliehen, die gemeinnützigen, erzieherischen und belehrenden Gedanken verwirklichen, die Max Eyth von Anfang an vorgeschwebt hatten. So nehmen auch auf dieser 3. Reichsnährstandsausstellung unter Fortführung des schon in Erfurt und Hamburg beschrittenen Weges d i e Lehrschauen wieder einen besonders großen Raum ein. Dabei wird hier zum erstenmal versucht, nicht nur die tote Materie zu zeigen, sondern den lebendigen Arbeitsablauf, wie er sich in der Wirklichkeit abspielt, darzustellen. Dies kommt in besonderem Maße z. B. bei dem „Bauernhof in der Erzeugungsschlacht" zum Ausdruck, an dem gezeigt wirb, welche Verbesserungsmöglichkeiten im Sinne der Erzeugungsschlacht vorhanden sind.
Die Ausstellung erschöpft sich jedoch nicht in technisch-fachlichen Dingen, sondern sie unterstreicht auch die weltanschauliche Betreuung des ländlichen Menschen unB zeigt dem Städter den tieferen Sinn der bäuerlichen Arbeit, die ja immer auf das Dolksganze ausgerichtet ist.
Gez.: R. Walther Darrö, Reichsbauernführer, Reichsminister und Reichsleiter der NSDAP.
Wer will Llnieroffizier werden?
Der Eintritt
in eine Heeres-Nntcroffizier-Schnle.
Berlin, 12. Mai. (DNB.) Junge Leute, die Lust und Liebe zum Unteroffizierberuf (Infanterie) haben und sich hierzu freiwillig melden, können a u f einer Heeres - Unteroffizier - Schule hierfür in zweijähriger Dienstzeit oorbercitet werden. Sie erhalten neben der militärischen Erziehung und Ausbildung allgemein bildenden Unterricht. Die Ausbildung beginnt am 20. Oktober 1936; llnterbrinaung erfolgt in der bisherigen Polizei» schule in Potsdam-Eiche. Bewerber müssen vor der Einstellung ins Heer ihrer Arbeitsdienst- pflicht genügt haben. Für die Einstellung kommen nur Wehrpflichtige in Frage, die am 20. Oktober 1936 das 17. Lebensjahr vollendet und das 20. Lebensjahr nicht überschritten haben. Der Bewerber muß die deutsche Staatsangehörigkeit (Reichsangehörigkeit) besitzen, wehrwürdig, deutschen ober artverwandten Blutes, unbescholten, unverheiratet und tauglich 1 ober 2 für ben Wehrdienst sein. Mindestgröße nicht unter 1,62 Meter. Notwendige Zahnbehandlung ist vor der Einstellung durchzuführen.
Den Anträgen auf Aufnahme ist beizufügen: Der Freiwilligenschein, bei der polizeilichen Meldebehörde ist eine amtlich beglaubigte Einwil- ligungserflärung des gesetzlichen Vertreters vorzu- legen. Ein selbstgeschriebener Lebenslauf mit Vor« und Zuname, Geburtstag und -ort, Angaben über Schulbesuch, Beruf und Beschäftigung nach der Schulentlassung, Arbeitsdienst, ob Freischwimmer,
Frage: /
Wann, w o und wem gegenüber hat der Führer diese angebliche Aeußerung getan?
Es ist endlich an der Zeit, den internationalen Brunnenvergiftern das Handwerk zu legen.
„Die Stunde der Versöhnung muß endlich schlagen!"
Nie französischen Frontkämpfer an ihre deutschen Kameraden.


