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Hr. 291 Drittes Blatt

Somstag, 12. Dezember 1956

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhehen)

(Nachdruck verboten.)

31 Fortsetzung.

doch nichts mit der Krimi- es vor, das aufgeregte We- nicht zu beachten. Höflich

verstanden hatte.Da vorliegen! Wir haben nalpolizei zu tun!"

Der Kommissar zog

läge = arten:

W e t t erau (Gießen und Friedberg), die von hier aus nach den Kreisen Bensheim, Darmstadt, Er­bach, Groß-Frankfurt, Offenbach, Schotten und Un­terlahn geschickt werden. Heber 6000 Spendepakete kommen aus" anderen Kreisen in den Kreis Wet­terau, um Familien in unserem Kreise zu erfreuen. Die riesigen Paketsendungen werden auf Lastzügen und mit' der Reichsbahn befördert: ihre Gesamt­menge würde etwa 15 Eisenbahnwagen füllen. Un­ter Leitung des zuständigen Sachbearbeiters der Kreiswaltung Gießen des WHW. schaffen von heute ab zehn Männer des Gießener Arbeitsdienstlagers und mehrere Mitarbeiter des WHW. gemeinsam Tag und Nacht in dem Saale und in den Neben­räumen der Liebigshöhe, wo sich die Sammelstelle und die Station zur Weiterbeförderung der Pa­kete befindet, um alle Gaben der Liebe rechtzeitig zu Weihnachten in die Hand der Empfänger zu bringen.

17.12 Uhr).

An Hand eingehender neuer Fahrplanentwürfe, bei denen der gegenwärtige Stand und die neuen Vorschläge einander gegenübergestellt sind, macht der Verfasser die von ihm empfohlene Fahrplan­verbesserung in aufschlußreicher Weise klar. Er geht dabei von dem Gedanken aus, die Frühzüge nach Möglichkeit recht früh an ihrem Zielpunkt an­zubringen und die Spätverbindungen soweit wie irgendmöglich hinauszurücken, damit der Reisende den Arbeitstag an seinen Zielstationen möglichst ausgiebig nutzbar machen kann. Dahingehende Vor­schläge sind in den empfohlenen Plänen enthalten. Er macht jedoch auch die grundsätzliche Forderung vom Standpunkt des Fernverkehrs aus geltend, daß, wie bisher, auch in Zukunft bei durchlaufen­den Schnellzügen den Notwendigkeiten des Fern­verkehrs der Vorrang gebührt". Zieht man dabei die Fahrpläne der Änfchlußstrecken unter den je­weiligen Gesichtspunkten des Lokalverkehrs in Be­tracht, so wird es vielleicht für die einzelnen Städte oder Lokalbezirke nicht zu umgehen fein, ihrerseits eine entsprechende Anpassung von lokalen Zugver­bindungen an den neugeordneten Fahrplan zu er­streben: aber diese lokalen Korrekturen dürften doch

Für alle Orte im Rhein-Main-Gebiet nördlich von Frankfurt, namentlich für Bad-Nauheim, Gießen und Wetzlar, verschieben sich die kilo­metrischen Entfernungen zugunsten des Weges über Siegen um so stärker, je weiter die Orte von Frankfurt entfernt liegen." Eine Streckenskizze in der Denkschrift macht diese Darlegungen noch beson­ders deutlich. Der Verfasser betont auf Grund die­ser Entfernungsvergleiche, daß es auf die Dauer nicht verantwortet werden kann, den Weg über Siegen gegenüber den Verbindungen über die Rheintallinien so stark in den Hintergrund treten zu lassen, wie es bisher der Fall war. Eindringlich hebt er hervor, daß ein zeitgemäß ausgestalteter Fahrplan der schnellen Reisezüge erforderlich ist, wenn sich die Schiene im Bereich der hier in Be­tracht kommenden Verbindungen ihren Anteil am Verkehr auf die Dauer sichern will.

Bei einer Betrachtung der gegenwärtigen Fahr­planverhältnisse hebt der Verfasser der Denkschrift hervor, daß im Gegensatz zur Vorkriegszeit durch­gehende Verbindungen FrankfurtGießenSiegen Köln und zurück überhaupt fehlen: die drei Paare schnellfahrender Züge D 81/82 FrankfurtEssen, D 275/276 FrankfurtDortmund und die beschleu­nigt geführten, aber verhältnismäßig langsamen Personenzüge 375/376 FrankfurtOberhausen und

Stadt und Land wurde

mit anerkennenswerter Opferfreudigkeit auch an die­sem Frontabschnitt des WHW. gegen Hunger und Kälte gekämpft. Mit Liebe und Sorgfalt wurden von den Spendern die Pakete bereitet, in denen .den bedachten Familien gute Sachen auf den Weih­nachtstisch gebracht werden sollen. Do gibt es Klei­dungsstücke der verschiedensten Art und Stoffe und Lebensmittel in mannigfaltiger Zusammenstellung. Aber auch Weihnachtsgebäck und weihnachtlicher Schmuck mit frischem Tannengrün, sowie Worte des freundlichen Gedenkens bringen das herzliche Emp­finden und die Volksverbundenheit von deutschen zu deutschen Menschen, von Haus zu Haus zum Ausdruck. ...

Bei der Kreiswaltung Gießen des Winterhilfs­werks werden von heute ab in ununterbrochener Arbeit Tag und Nacht über 14000 Weih­nachtspakete ihrer Bestimmung zugefuhrt. Da­von sind 8000 Spendepakete aus dem Kreise

sie dann sein? Willst du nicht doch noch einmal versuchen, bei ihm anzurufen?"

Wie oft soll ich es dir noch versichern, daß der Fernsprecher bei Rammelt versagt?" rief der Ju- tizrat gereizt aus.Es bleibt eben nichts anderes übrig, als abzuwarten! Olga hat uns ja auch sonst nie genau über ihre Pläne unterrichtet! Sie wird chon wie immer ihre Privatgründe haben, wes- )alb sie nichts von sich hören läßt! Du selbst hast ie ja nicht anders erzogen?" fügte er spöttisch hinzu.

Trotz seiner Rede fuhr aber auch er heftig zu­sammen, als plötzlich grell und langgezogen die Klingel durchs Haus scholl.

Wie gebannt starrten beide auf die Tür, als diese geöffnet wurde, und das Mädchen einen Herrn in Zivilkleidung einließ, der sich als Kriminalkom­missar Wagner vorstellte.

mir bitte sagen, wie lange sie sich dort aufgehalten hat?"

Leider können wir Ihnen auch darüber keine genaue Auskunft geben!" warf der Justizrat ein. Fünf Tage ist es her, daß sie abgereift ist. So­weit wir unterrichtet sind, hat sie nur eine einzige Nacht in Oberhof übernachtet und ist dann wieder abgereift. Von da ab wissen wir selber nichts mehr über sie!"

Und wer hat Sie so weit unterrichtet?"

Herr Generaldirektor Brand?" antwortete der Justizrat.Da meine Tochter zuletzt vor ihrer Ab­reise noch bei ihm war, nahmen wir an, daß ihm auch über ihre Rückreise etwas bekannt sein würde."

Herr Generaldirektor Brand stand wohl zu Ihrer Tochter in einem näheren Verhältnis?" tastete sich der Kommissar vorsichtig weiter.

Nur geschäftlich, Herr Kommissar, nur geschäft­lich!" wehrte der Justizrat ab, seiner Frau einen heimlichen Wink gebend, der jedoch dem Kommis­sar nicht entging.

Und welcher Art sind diese Geschäfte? Ihre Toch­ter vertritt Sie vielleicht öfters, Herr Justizrat?"

In den Worten des Kommissars lag eine leichte Ironie. Der Justizrat in seiner Erregung jedoch merkte davon nichts.

Vertreten wäre wohl zuviel gesagt, Herr Kom­missar! Das wäre ja auch nicht zulässig. Sie hilft mir nur manchmal. Und in diesem beförderen Falle hatte ich ihr einen Auftrag gegeben, weil, weil.."

Weil Sie eine Entlastung benötigten, nicht wahr, Herr Justizrat--so etwas kann doch vorkom­

men!?"

Ja, gewiß, eben deswegen!" gab der Justizrat zurück, froh, daß der Kommissar ihm die Ausrede selbst in den Mund gelegt hatte.

Gut, aber nun sagen Sie mir doch auch noch, welcher Art dieser Auftrag war! Handelt es sich etwa um die Verhandlung wegen des Gutachtens in Sachen des Prozesses der Vereinigten Zucker­werke gegen die Brand-AG "

Der Kommissar hatte die letzte Frage so blitz­schnell gestellt, so überraschend, daß der schwerfällige Justizrat keine Möglichkeit zu einer weiteren Aus­rede mehr sah. So stammelte er nur unsicher:

(Fortsetzung folgtI)

X«**

Es handelt sich um Ihre Tochter, Fräulein Olga Willnof, Herr Justizrat. Ich habe nur ein paar Fragen."

Doch diesmal war auch der Justizrat vor heftigem Erschrecken aus der Fassung gebracht.

Um meine Tochter, sagen Sie? Aber so sprechen Sie doch! Was ist mit ihr geschehen? Wo ist sie? Was ..."

Eben deshalb bin ich ja gekommen, um von Ihnen zu erfahren, wo Ihre Tochter sich aufhält! Ich glaube nicht, daß Sie sich so sehr zu beunruhi­gen brauchen! Ich brauche die Angaben über Ihre Tochter aus einem ganz anderen Grunde, den ich Ihnen im Augenblick allerdings nicht erklären kann!"

Aber das ist es ja gerade", jammerte die Justiz- rätin,wir wissen ja eben selber nicht, wo unsere Tochter sich zur Zeit aufhält! Seit, Tagen schon, seit sie nach Oberhof gefahren ist . -

Also nach Oberhof ist sie gefahren!" nahm der Kommissar befriedigt zu Protokoll.Wollen Sie

Kriminalkommissar?" rief die Justizrätin in höchster Erregung aus, als sie den Titel des Herrn " ' " ~ muß unbedingt ein Irrtum

MS, ,............ ,

über Siegen den Vorzug haben, daß sie wesentliche Steigungen nicht aufweisen, dafür aber in ihren Fahrgeschwindigkeiten durch die den zahlreichen Krümmungen des Stroms angepaßte Linienfüh­rung gehemmt werden. Demgegenüber weist der Weg über Siegen erhebliche Steigungen auf, die es ausschließen, im flachen Gelände möglichst besonders hohe Geschwindigkeiten zu erzielen. Eine Betrach­tung der kilometrischen Entfernungen ergibt in­dessen, daß eine Vernachlässigung des Weges über Siegen unter keinen Umständen in Frage kommen kann: die Eisenbahnentfernung FrankfurtDort­mund beträgt über Köln 340 Kilometer, über Sie­gen nur 276,' also 64 Kilometer - rd. 18v. H. weniger; die Entfernung FrankfurtEssen über Köln 305 Kilometer, über Siegen 290 Kilometer, also 15 Kilo­meter = rund 5 v. H. weniger. Zwischen Frankfurt und Wuppertal sind die Wege über Köln und Sie­genHagen gleich groß derart, daß die Mitte zwi­schen WuppertalElberfeld und WuppertalBar­men H zu liegen kommt. Im Ergebnis ist also für alle Städte, die östlich von Wuppertal und Mül­heim an der Ruhr liegen, der Weg über Siegen gegenüber dem Weg über die Rheintallimen, vom Mittelpunkt des Rhein-Main-Gebietes, Frankfurt, aus gesehen, mehr oder minder kilometrisch kurzer.

ren Seite.

Bei einer Untersuchung der Leistungsfähigkeit dieser Strecken kommt der Verfasser zu dem Ergeb­nis, daßdie Rheintallinien gegenüber dem Weg

sen der alten Dame , wandte er sich statt dessen an den Justizrat:

Der Weg über Siegen.

Vorschläge zur Kahrplanverbefferung zwischen Industriebezirk und Ahein-Main-Gebiet Oberhessen und das Gebiet der mittleren Lahn in der Aeche der Hauptinteressenten.

Wege im Rebel.

Vornan von Käthe Mettner.

(Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.)

Standpunkt vertreten, daß es sichim vorliegenden Falle nicht vermeiden lassen wird, stärker als dies sonst üblich ist, in den Aufbau des bestehenden Fahrplans einzugreifen, weil nur so in wirtschaft­licher Weise diejenigen Verbesserungen zu erzielen sind, die unumgänglich notwendig erscheinen, wenn der Personenschnellverkehr auf den zur Erörterung stehenden Strecken nicht verkümmern soll". Der Verfasser schlägt daher vor,die beiden Schnellzug­paare D 81/82 und D 275/276, die seit Jahrzehn­ten zum eisernen Bestand der Strecke zählen, mit ihren Anfangs- und Endpunkten im Industriegebiet, wenn möglich unter Ausdehnung der D 275/276 bis Münster zu fahren." Als Fahrzeiten werden vor­geschlagen: D 276 ab Munster 6.10 Uhr, ab Hamm 6.38, ab Dortmund 7.01, ab Hagen 7.35, ab Siegen 9.27, ab Gießen 10.41, an Frankfurt a. M. 11.40 Uhr; D 275: ab Frankfurt a. M 18.35 Uhr, ab Gießen 19.39, ab Siegen 20.57, ab Hagen 22.46, an Dortmund 23.14, an Hamm 23.37, an Münster 0.05 Uhr. Weiterhin wird Gewicht darauf gelegt, daß die für den Durchgangsverkehr, wie für den Anliegerverkehr der Strecke selbst besonders wichti­gen, einzigen einigermaßen schnellen zuschlagfreien Personenzüge 375/376 (ab Frankfurt a. M. 13.51, an Oberhausen 20.56 bzw. ab Oberhausen 10.04, an Frankfurt a. M. 16.45 Uhr) erhalten bleiben.

Für die neue Fahrplangeftaltung wird oorge- schlagen, Siegen weit mehr als bisher als Mittel­punkt der Verbindung anzusehen, ferner allzu lange Aufenthalte in Siegen bei den schnellfahrenden Verbindungen auszuschalten derart,daß es in Zu­kunft möglich ist, ohne unnützen Zeitverlust ron Frankfurt'über GießenSiegen sowohl nach Hagen wie nach Köln, ebenso. aber aus Richtung Köln über Siegen sowohl nach Hagen wie nach Gießen Frankfurt, nicht minder schließlich auch aus Rich­tung Hagen über Siegen sowohl in Richtung Köln wie' nach GießenFrankfurt zu gelangen." Der Verfasser schlägt vor, ein neues Eilzugpaar Frank­furtSiegenKöln und zurück (ab Frankfurt 11, an Siegen 13.14, ab Siegen 13.18. an Köln 14.48 Uhr bzw. ab Köln 15.35, an Siegen 17.08, ab Siegen 17.17, an Frankfurt a. M. 19.30 Uhr) zu schaffen, das eine Neuleistung darstellt. Mit diesem neuen Eilzugpaar bringe die Reichsbahn auch die Erfüllung des langjährigen Wunsches von Bad- Nauheim, Gießen und Wetzlar nach we­nigstens einer durchgehenden Verbindung nach und von Köln, wobei gleichzeitig die Anliegerorte zwi­schen Hagen und Siegen durchgehende Verbindun­gen mit Köln erhielten. Weiter empfiehlt er die Schaffung eines neuen fünften Eilzugpaares Köln Siegen und zurück, das von Siegen nach Hagen und zurück durchlaufend gedacht ist und zwischen Hagen und Siegen als Neuleiftung nicht erforderlich wäre, da hierfür die Leistungen eines bisherigen Eilzugpaares zur Verfügung stünden (ab Siegen 13.20,' an Hagen 15.07; ab Hagen 15.25, an Siegen

Und so sprach denn Walter Brand von allem, was sich in den letzten inhaltsschweren Tagen er­eignet hatte, von den Schwierigkeiten des Prozesses, der Wichtiakeit des von Dr. Rammelt mene7 Gutachtens, der Bereitwilligkeit Olga W.ll- noffs, in seinem und ihres Vaters Auftrag in Oberhof mit Dr. Rammelt zu verhandeln, ihm noch fehlendes Material oorzulegen^. Schilderte ihr dann fein Erschrecken, als er von feinem ren habe, daß Rammelt sich gar nicht in Obecho aushielt so daß er selber, da auch Olga Willnosf noch keine Nachricht gegeben habe, sich> dannhabe entschließen müssen, ihn m feinem Institut aufzu­suchen. ... r i CI

Wenn ich etwas einschalten darf , sagte 3nge Schlich? plötzlich. die bis dahin mit unveränderter Aufmerksamkeit zugehort hatte,heute morgen hat Herr Justizrat Willnosf bereits zweimal angeru en sib Sie Herr Direktor, etwas über den Verbleib feiner Tochter wüßten! Ich habe natürlich geant- wortet dZ Fräulein Äff das letztemal oor ihrer Abreise nach Oberhof hier war

So ist also Olga Willnosf noch nicht zuruck wurme, Walter oor sich bin, fugte bann «m. ab- wefend hinzmIhre Antwort, war « *

Fräulein Schlicht! Ich habe Fraulem Willnosf feit dem auch noch nicht wieder gefeitem

Emen Augenblick kämpfte Inge Schttchtmd: [ Eine Erinnerung war in ihr au,getauchL Hatte sie nicht selbst Olga Willnosf vor em^erAbenden mit Rammelt gesehen, spat abends noch und aufc dem vor der nicht im besten Ruf sh stor-Bar"? Sollte sie es ihm sagen? Dieses JJi chen, dieses eitle, kokette Geschöpf wa 'wert! nes wie Walter Brand doch wahrhaftig mcht wert Aber nur einen Augenblick, - dann hatte 'e sub wieder in der Gewalt! Nein, das h ß stände häßlich ausnutzen! Und außerdem hatte nicht

aufzuzeigen.

Der Verfasser weist in der Denkschrift zunächst darauf hin, daß zwischen dem Rhein-Main - Gebiet t und Rheinland-Westfalen drei durchgehende, für den Schnellverkehr geeignete Schienenwege zur Ver­fügung stehen, nämlich die links und rechts des Rheines verlaufenden Rheintal-Linien, sowie der Weg über Siegen, der zwischen Frankfurt und Gie­ßen die Main-Weser-Bahn, von da bis Wetzlar die Lahntalbahn benutzt, um über das Dilltal nach Siegen zu verlaufen; hier trennen sich die Wege durch das Siegtal nach Köln auf der einen Seite und nach Hagen mit den Ausstrahlungen in Rich­tung Dortmund, Essen, Wuppertal, Düsseldorf und Köln, sowie nach SchwerteHamm auf der ande-

zurück, verkehren sämtlich ab Siegen, dort wie in Gießen Kopf machend, in Richtung Hagen und dar­über hinaus nach ben genannten Zielstationen. Im Gegensatz zur Vorkriegszeit ist und hierin liegt ein besonderer Anlaß zu begründeten Beschwer­den Köln von Frankfurt aus über Gießen nur auf dem Wege des Umsteigens in Siegen zu er­reichen. Ferner bemängelt der Verfasser als weite­ren schmerzlich empfundenen Mißstand, daß für die Verbindungen FrankfurtKöln über Gießen in kei­nem Falle glatte Anschlüsse in Siegen gegeben sind, praktisch zeitgemäß brauchbare Schnellverbindungen zwischen Frankfurt und Köln über GießenSiegen zur Zeit nicht bestehen. Der gegenwärtige Fahrplan zwischen dem Jndustriebe.zirk und dem Rhein-Main- Gebiet stellte sich also als durchaus unvollkommen und verbesserungsbedürftig dar, sowohl hinsichtlich der Zahl der Verbindungen, als auch hinsichtlich ihrer Lage im Laufe des Tages und ebenso ihrer Reisegeschwindigkeiten.

Die Verbesserungsoorschläge, die der Verfasser in der Denkschrift eingehend darlegt und umfassend begründet, sind aufgebaut auf der Uederzeugung, daßeine grundlegende Verbesserung der hier erörterten Verbindungen nur durch die Bereitstel­lung neuer Zugkilometer in mäßigem Umfange sich ermöglichen lassen wird". Nachdrücklich wird der

Der Rhein-Mainische Industrie- und Handelstag in Frankfurt a. M. hat der Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in der Reichs- Virtschastskammer einen bei deren Fahrplanaus- jchuß zu behandelnden Antrag übermittelt, der fol­genden Wortlaut hat:Nachdem auf anderen wich­tigen Strecken der Reichsbahn in den letzten Jahren wesentliche Verbesserungen der Verbindungen durch Vermehrung der Züge und mehr oder minder starke Abkürzungen der Reisezeiten erzielt worden sind, ist es dringend geboten, auch die Verbindun­gen zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und dem rheinisch-westfälischen I n - dustriebezirk, sowie nach Köln und dem Nie­derrhein über GießenWetzlarSiegen zeitge­mäß z u verbessern. Durch Neuleistungen an Ke- ober Te-Zügen in mäßigem Umfang und durch Verschiebung und bessere Angleichung bestehender Züge läßt sich eine durchgreifende Neuordnung die­ser Verbindungen erzielen." Zur Erläuterung sei hier angefügt, daß Ke-Züge Kleine Eilzüge mit einem Packwagen und zwei Eilzugswagen sind, ein Te-Zug einen Trieb-Eilwagen mit Dieselmotoren­antrieb barstellt.

Die Begründung dieses Antrages gibt der Rhein- Mainische Industrie- und Handelstag in einer Denk­schrift, die von dem als Fahrplan-Sachverständigen bekannten Syndikus der Industrie- und Handels­kammer Darmstadt Dr. jur. fRoe jener bearbeitet worden ist. Diese Denkschrift enthält aus dem rei­chen Schatze der fachlichen Erfahrungen ihres Ver­fassers so bedeutsames Material und so beachtens­werte Derdesserungsvorschläge, daß es angebracht erscheint, die Gedanken und Anregungen, die dem anerkennenswerten Antrag des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages zugrundeliegen, hier

dieser Mann da ihr gegenüber gerade genug ge­litten? Nein, sie durfte ihn nicht noch nut neuen Zweifeln in dieser Stunde quälen!

Brand hatte von ihrem Sinnen nichts bemerkt. Fast heiser kamen ihm die Worte über die Lippen, als er jetzt fortfuhr zu sprechen, ihr den Fortgang der Ereignisse beschrieb, wie der Streit zwischen ihm und dem Bevollmächtigten sich entwickelt habe zuerst im Institut Rarnrnelts, als dieser ihn nicht habe empfangen wollen, bann braufeen auf bem Wege in der Dunkelheit am Hafen ...

Als ich mich dann gegen ihn wehrte, muß ich ihn niedergeschlagen haben. Bei Gott, es war nur Notwehr, nichts weiter ---ich wollte es nicht

glauben Sie mir--" . r , ,

Ich glaube Ihnen!" sagte sie einfach. Sie gab sich jetzt keine Mühe mehr, ihre Erschütterung zu verbergen. Heiße Tränen rannen ihr unaufhörlich über die Wangen. Alles an ihr war Mitgefühl mit bem Mann, der in so furchtbare Not geraten mar.

Ich glaube Ihnen!" sagte sie noch einmal Und ich werde zu Ihnen halten, was immer auch kom­men möge!"

XVII.

Im Haufe des Iustizrats Willnosf herrschte große Unruhe und Nervosität. Besonders die Justlzratin lief aufgeregt hin und her. Sie ängstigte sich um Olga, verstand nicht, wo sie blieb, weshalb sie nichts von sich hören ließ, wie sie es fest versprochen hatte.

Wenn sie nicht mehr in Oberhof ist wie der Generaldirektor uns mitteilt, wo soll sie dann sonst fein?" agte die Justizrätin jetzt. Vielleicht liegt nur ein Irrtum vor. und (ein Bruder bat sie nur nicht ^Ausgeschlossen! Ganz ausgeschlossen'" erwiderte der Justizrat.So groß ist Oberhof nicht, daß man dort einen Mengen nicht finden konnte, wenn man ihn finden will. Und wie du selbst gehört hast, hat der Generaldirektor persönlich in Ober- Hos nach ihr fragen lassen. Sie hat überhaupt nur eine Nacht dort logiert! Außerdem hat sich Dr. Rammelt gar nicht in Oberhof aufgehalten, und ' "e|al? »teb Olga so schnell dort wieder ab« ' ^Wer°7n seinem Hause ist Rammelt doch auch nickt lu erreichen", sagte die alte Dame verzwei- ; fe§Und wenn sie nicht bei Rammelt ist. wo soll

Weihnachtssreude in jedem deutschen Hause!

Lieber 14000 Weihnachtspakete des WHW. in Gießen.

Wir haben vor wenigen Tagen den wunderbaren Einsatz aller Volksgenos­sen in Stadt und Kreis Gießen für das Winter­hilfswerk in der Arbeit amTa g der n a ti o = nalen<5olibarität" erlebt. Der Tag wurde in feinem Ergebnis zu einem großartigen Erfolg. Der

Eintopfsonntag, der die deutsche Volks­gemeinschaft morgen wie­derum für das WHW. aufruft, wird zweifellos auf der gleichen Linie der vorbildlichen Opferbereit­schaft stehen. Zwischen die­sen beiden Einsätzen für das WHW. vollzog sich im Laufe dieser Woche die Sammlung der Weih- n a ch t s p a k e t e b er

i'l"f sV?d ü r?f Ng e'n Ein Blick in das Weihnachtspaketlager ber Ortsgruppe Gießen-Ost.

Volksgenossen'. 3n : f (Aufnahme: Neuner, Giehener Anzeiger.)

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