Max Schmelings gegen den amerikanischen Neger Joe Louis erlebte jetzt seine Berliner Ur- aufführung. Auch hier fand der Bildstreifen, dessen deutsche Bearbeitung der Syndikatfilm übernommen hat, eine geradezu stürmische Aufnahme, für die Max Schmeling viele Male danken mußte. Der Film, zu dem Arno Helmis, der den Kampf von Neuyork aus übertrug, Erläuterungen gab, ist unzweifelhaft der beste bisher in Deutschland gezeigte Film eines großen Boxkampfes. Seinen besonderen Wert erhielt er durch die eingestreuten Zeitrafferaufnahmen, die alle die Feinheiten genau Wiedergaben, die selbst den meisten der Kampfbesucher entgangen sein dürften.
Autolotsendienst für die Olympiade.
Der Olympia ■ Kraftfahrstab des NSKK. hat es übernommen, zu den Olympischen Spielen 1936 in Berlin die Kraftfahrer zu betreuen. Die Reichshauptstadt umschließt ein Ring in einer Tiefe von etwa 100 bis 150 Kilometer, Der als sogenanntes Olympia-Vorfeld bezeichnet wird. Hier unterliegt der aus dem Reich und aus dem Ausland in die Reichshauptstadt fahrende Kraftfahrer dem NSKK.-Straßenhilfsdienst, der bis an die Stadtgrenze von Berlin
reicht. In der Stadt selbst wird ein A u t o lotsendienst, der von den Männern der Motorbrigade Berlin durchgeführt wird, die weitere Betreuung übernehmen. Schon auf den Anfahrtsstraßen wird den Fahrern in bestimmten Abständen wiederholt das Schild entgegenleuchten „Achtung! Autolotsendienst" mit der näheren Bezeichnung der nächsten Lotsenstelle. Insgesamt sind an den verschiedenen Haupteinfallstrahen fünf Lotsenstellen vorgesehen; jede dieser Stellen hat 30 Lotsen zur Verfügung, tue einem sprachgewandten Leiter unterstehen. Die Lotsen haben die Aufgabe, die Kraftfahrer sicher und nach feinen Wünschen an den Bestimmungsort zu bringen. Die Entschädigung für den Lotsendienst darf nur an den Leiter der Station gezahlt werden. Die Lotsen verrichten ihren Dienst in der NSKK.- Uniform und tragen am linken Arm eine gelbe Binde, die den NSKK.-Olympiade-Stanüer zeigt mit der Inschrift „Autolotsendienst".
100 000-rNark-Gewinn gezogen.
In der letzten Ziehung der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie fiel ein Gewinn in Höhe von 100 000 Mark auf die Nr. 17 396. Das Los wird in Achtelteilen in der 1. Abteilung im Rheinland, in der 2. Abteilung in Berlin ebenfalls in Achtel-Teilen gespielt.
Oie Bevölkerungskurve in Frankreich
Von unserem -pp.-Serichlerstatier.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, Juni 1936.
Das Jahr 1935 brachte einen weiteren Rückgang und einen neuen Tiefstand der französischen Geburtenziffer. Die Zahl der Lebendgeborenen wird mit 638 881 angegeben, was auf 1000 der Bevölkerung nur 15,2 ausmacht. Sehen wir von den Kriegsjahren ab, so war noch nie eine so niedrige französische Geburtenziffer zu verzeichnen. Das bisher schlechteste Jahr war das Vorjahr mit 677 365 Lebendgeborenen und einem Tausendsatz von 16,1, und in der Vorkriegszeit lag dieser Tausendsatz selten unter 19, niemals unter 18.
Noch bedeutsamer ist, daß das Jahr 1935 e i n Unterschußjahr ist, und zwar das zweite der Nachkriegszeit, doch im ersten, 1929, war der Ausfall im wesentlichen auf eine anormale Zunahme der Todesfälle zurückzuführen, diesmal aber auf einen Rückgang d e r Geburtenziffer, während die Zahl der Todesfälle nur leicht angestiegen ist, von 634 525 auf 658 357. Der Unterschuß beläuft sich also auf fast 20 000, während im Vorjahr noch ein Geburtenüberschuß von mehr als 40 000 zu verzeichnen war. Im letzten Dorkriegsjahrzehnt war allerdings die Zahl der Unterschußjahre größer als in der Nachkriegszeit, so waren 1914, 1911, 1907 und 1900 Jahre des Geburtenunterschusses.
Diese Entwicklung hat selbstverständlich eine Auseinandersetzung über dieUrsachen ausgelöst. Viele begnügen sich mit dem Hinweis auf die Wirtschaftskrise als Erklärung, wobei sie als weiteres Argument anführen, daß seit 1930, als die rückläufige Entwicklung des Taujendsatzes der Geburten einsetzte, auch die Zahl der Eheschließungen von 342 000 bis 284 000 im Jahre 1935 zuruck- gegangen ist. Gegenüber dieser Beweisführung erklärte jedoch kürzlich im Paris Soir eine französische Mutter, man solle die Gründe nicht so weit
hersuchen, sondern ehrlich eingestehen, daß die französischen Mütter keine Kinder mehr haben wollen, weil es Söhne werden könnten, die im n ä ch st e n Krieg geopfert werden müßten ...
Wir wollen uns in diese Auseinandersetzung nicht einmischen, sondern uns mit der Feststellung begnügen, daß das Schlagwort vorn aussterbenden Frankreich wieder eine gewisse Berechtigung hat. Zeitweilig, bis 1930, schien es so, als ob die bevölkerungspolitischen Verhältnisse Frankreichs sich im Vergleich zur Vorkriegszeit wesentlich bessern würden. Mehrere Jahre wiesen z. B. einen größeren Geburtenüberschuß als die Durchschnittsziffer der letzten Vorkriegsjahre auf und ein gleiches galt für die Tausendziffer. Doch seitdem ist eine Wendung zum Ungünstigen eingetreten, und was das für die französische Wirtschaft und Politik bedeutet, hat kürzlich ein Statistiker schlagwortartig dahin zusammengefaßt, daß es um die Jahrhundertwende nur noch 20 Millionen Franzosen geben würde, wenn die Entwicklung der Geburten- und Sterbeziffer die gleiche bleiben würde wie in den letzten Jahrzehnten. Um die Bedeutung dieses Problemes zu veranschaulichen, stellte der Statistiker u. a. folgende Fragen: Wie sollen diese 20 Millionen Franzosen die dem gebietsmäßig zweitgrößten europäischen Lande gestellten Aufgaben erfüllen? Wie können die Grenzen verteidigt werden? Wie ist dann noch eine Verwaltung des jetzt schon 60 Millionen Einwohner zählenden Kolonialreiches möglich?
Derartige Berechnungen sind zwar sehr problematisch, denn die Entwicklung der Geburten- und Sterbeziffern der letzten Jahrzehnte besagt nichts über die kommende Zeit, denn oft ist einem Bevölkerungsrückgang eine erhebliche Zunahme gefolgt, wofür für das 19. Jahrhundert Japan das beste Beispiel ist und für die Gegenwart Deutschland. Aber immerhin erscheinen derartige Berech
nungen heute richtiger als vor fünf Jahren. Das bevölkerungspolitische Problem ist für Frankreich wieder brennend geworden, ähnlich wie es in der Vorkriegszeit der Fall war. Es fehlt denn auch nicht an Mahnern, wir möchten z. B. noch auf den Wissenschaftler und Politiker Adolphe L andry Hinweisen, der erklärt, es sei durchaus möglich, von dieser Entwicklung auf eine Dekadenz des Landes zu schließen, und vor allem seine Landsleute warnend auf die Tatsache hinweist, daß einst Geburteneinschränkung und Bevölkerungsrückgang
zum Untergang von Rom und Griechenland geführt haben. Adolphe Landry steht nicht allein, vielmehr wird der Kreis derer immer größer, die, hierbei vorwiegend auf Deutschland hinweisend, sich um eine Wiedererweckung d e s Willens zum Kinde bemühen, die kinderreichen Familien fördern wollen. Im Hinblick gerade auf diese Bewegung soll man die Tatsache, daß 1935 ein Unterschußjahr war, nicht überschätzen. Auch in Frankreich kann es zu einem Umschwung kommen wie in Deutschland nach 1933.
Sammlermarken unt> „Gefälligkeitsstempel".
Ein Erlah des Neichspostministenums.
Die Zahl der B r i e f m a r f e n f r e u n ö e und I Briefmarkensammler ist im Laufe der Jahre immer größer geworden, annähernd gleich hat sich daneben auch die Zahl derjenigen erhöht, die sich dem Sammeln der zahlreichen Sonder- und Werbe st empel zugewendet haben, mit denen die Deutsche Reichspost' bei den verschiedensten Gelegenheiten die Postsendungen bedrucken läßt. Alle Sammler haben den begreiflichen Wunsch nach einer recht guten und stets sauberen Abstempelung ihrer Sammelobjekte und die Deutsche Reichspost hat selbstverständlich auch von je auf eine einwandfreie Stempelung der Postsendungen den größten Wert gelegt. Ein neuer Erlaß des Reichspostministers gibt jetzt einige Vorschriften und Richtlinien bekannt, die von den Postanstalten bei der Stempelung von Sammlermarken und bei der Benutzung bestimmter Sonder- und Werbestempel beachtet' werden sollen. Hiernach werden künftig Sonder postanstalten auf Ausstellungen und sonstigen großen Veranstaltungen, wenn sie mit Sonderstempeln ausgestattet sind, lose oder auf Papier geklebte gültige Postwertzeichen, die nur zum Zwecke der Abstempelung vorgelegt werden, mit dem Sonderstempel bedrucken. Sie werden auch frei- gemachte Postkarten, Briefumschläge, auch wenn sie nicht zur Postbeförderung eingeliefert werden
sollen, mit diesem „G efälligkeits st empel versehen. Sendungen, die nach Schließung solcher Sonderpostämter eingehen, dürfen nachträglich nicht gestempelt werden. Ebenso sind bei allen anderen Postanstalten „Gefälligkeitsstempel" verboten. Wenn einer Postanstalt von anderen Orten Briese usw. unter Umschlag mit dem Wunsche zu- gehen, die Sendungen mit einem bestimmten, noch in Gebrauch befindlichen Sonder- ober Werbestempel zu bedrucken, so soll diesem Wunsche nach Möglichkeit entsprochen werden. Es wird auch gestattet sein, Sendungen in einem Umschlag am Post- schalter abzugeben, wenn die Wertzeichen leicht und sauber entwertet werden sollen. Es empfiehlt sich, in einem solchen Falle auf den Umschlag einen dahin lautenden Wunsch niederzuschreiben. Die Sendungen werden nach der Abstempelung dann auf dem Postwege dem in der Anschrift bezeichneten Empfänger zugeleitet.
Für die Abstempelung von Sammlermarken wird im übrigen angeordnet, daß grundsätzlich jede Marke nur von einem Stempelabdruck getroffen werden soll. Zur Schonung des Markenbildes soll der Stempelabdruck bei Einzelmarken möglichst nur ein Viertel, sonst ein Drittel der Marke bedecken. Hiermit ist den Wünschen der Briefmarken- und Poststempelsammler weitgehend Rechnung getragen.
Buntes Allerlei.
Das Reiterregiment im Festspielhaus.
Als der Bau des Festspielhauses in Bayreuth vor 60 Jahren seiner Vollendung entgegenging, entstand im Kreise um Richard Wagner große Aufregung, als ein Wiener Architekt in einer Schrift behauptete, daß die Akustik des Festspielhauses vollkommen verfehlt sei. Er erklärte, in dem Hause sei ein so starkes Echo, daß man von Musik und Gesang überhaupt nichts hören werde. Doch Wagner, sein Dirigent Hans Richter und die Festspielhausarchitekten kamen auf eine glänzende Idee: eines Nachmittags rückte das ganze 6. Chevauxleger-Re- giment, das in Bayreuth lag, an und „besetzte" das Theater. Als alle Ränge, Gänge und das Parkett gefüllt waren, ließ Hans Richter vor den erstaunten Reitern, die bisher noch nichts von Wagners Musik gehört hatten, das Vorspiel zum „Siegfried" erklingen. Der Erfolg war hervorragend. Denn die Akustik im vollen Hause erwies sich als ganz wunderbar. So haben die berühmten bayerischen „Schwalangschers" Richard Wagner sozusagen
mit einer friedlichen Attacke herausgehauen, und als Belohnung dafür durften sie gewissermaßen der „Premiere" des Festspielhauses beiwohnen.
Arabische Höflichkeit.
Ein Araber-Scheik wurde zum erstenmal in einem Kraftwagen auf einer Fahrt durch die Wüste mitgenommen. Die Straße war furchtbar schlecht, und an einer besonders unebenen Stelle kippte der Wagen einfach um, so daß der Scheik in hohem Bogen in den Sand flog. Statt daß er nun eine kräftige Rede gegen den Lenker losließ, wandte sich der Araber, nachdem er sich mühsam aus dem Sand wieder herausgearbeitet hatte, an ihn und sagte: „Es tut mir sehr leid, aber ich habe noch nicht gelernt, auf so einem Ding zu reiten."
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnacfr mittag geschlossen.
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Plötzlich und unerwartet entschlief heute sanft meine Hebe Frau, meine treusorgende, gute Mutter und Schwester
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Frau Marie Ritter, geb. Bechstein
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Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante
Frau Katharine Gaul, geb. Arnold
heute nachmittag nach schwerem Leiden im Alter von 66 Jahren ent-
Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 12. Juli, nachmittags 4 Uhr von der Friedhofshalle aus statt
In tiefer Trauer.
Wilhelm Ritter, Justizinspektor
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