Zehn Konzerte des Konzertvereins.
Von der Leitung des Gießener Konzertvereins wird uns geschrieben:
Der Konzertverein wird im kommenden Winter die Anzahl seiner Konzerte wieder auf zehn er- dohen, wie in früheren Jahren. Der große künst. lerische Erfolg der vorjährigen Veranstaltungen, den Künstlernamen von Weltberühmtheit wie Backhaus, Kulenkampff und Lore Fischer brachten, ermutigt die Leitung des Konzertvereins, im kommenden Winter roiebyum eine größere Anzahl Künstler ersten RanAs zu verpflichten. Es sind vier Sym- phoniekonzerte vorgesehen, ein Chorkonzert und fünf Solistenkonzerte mit allerbesten Kräften. Die Leitung der Orchester- und Chorkonzerte liegt, wie seither, in den bewährten Händen von Professor Dr. T e m e s v a r y.
Gießener Dochenmarktpreise.
* Gießen, 11. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 10^, Klasse B 10, Wirsing, kg 10, Weißkraut 12, Rotkraut 18 bis 20, gelbe Rüben, das Bündel 15 bis 18, rote Rüben 8 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün, 25 bis 40, gelb, 35 bis 40, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 35 bis 50, Zwiebeln 14 bis 15, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 30, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,95 Mark, neue, % kg 9 bis 10 Pf.,
50 kg 7,50 Mark, Pfirsiche, % kg 45 bis 50 Pf., Himbeeren 25 bis 30, Aepfel 30 bis 60, Kirschen 25 bis 35, Heidelbeeren 26 bis 30, Stachelbeeren 15 bis 35, Johannisbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 25 bis 35, Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 8, Salatgurken 20 bis 40, Einmachgurken 5 bis 10, Oberkohlrabi 4 bis 8, Rettich 5 bis 15 Pf.
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** Dienstjubiläum bei der R e i H s - bahn. Der Betriebsgemeinschaftswalter August Schmidt beim Bahnhof Gießen, wohnhaft in Klein-Linden, konnte am gestrigen Freitag auf sein 25jähriges Dienstjubiläum bei der Eisenbahn zu- rückblicken. Der Betriebsführer, Reichsbahn-Amtmann Wahl, hielt vor einer stattlichen Anzahl versammelter Berufskameraden eine Ansprache, in der er hauptsächlich die Treue und die Charakterstärke des Jubilars hervorhob. Außer einem ansehnlichen Geldbetrag und dem Buch des Führers „Mein Kampf" ließen die engeren Mitarbeiter dem Jubilar als äußeres Zeichen ihrer Verbundenheit einen Rohrsessel durch einen Mitarbeiter mit herzlichen Wünschen überreichen. Der Arbeitsplatz, der prächtig geschmückt war, zeigte eindeutig, mit welcher großen Liebe der Jubilar umgeben ist.
** Eine Zuchtviehausstellung und -Versteigerung veranstaltet der Reichsverband der Rinderzüchter Deutschlands (Abteilung 5, Mittel- । deutsches Rotvieh) am 17. Juli in Wetzlar. Näheres | ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.
Der große Schlager: Zirkus 3- Busch.
Glänzende zirzensische Darbietungen. - Eine phantastische Was e Pantomime, diesige Beifallsstürme. - Eröffnungsvorstellung ausverkaust.
Auf dem Trieb ist am gestrigen Freitag im Zeit- raum von wenigen Stunden eine riesige Zeltstadt entstanden. Der Zirkus I. Busch weilt hier zu einem mehrtägigen Gastspiel. Am Bormittag von 7 Uhr ab rollten seine Wagen an, am Abend fand in dem großen Vorführungszelt die glänzende Er- ösfnungsvorstellung statt. Daneben konnten die Besucher in anderen weiträumigen Zeltbauten viel Interessantes aus der Welt der Zirkuskunst, der Völker- und Tierschau sehen. Es war ein glanzvoller Auftakt, den der Zirkus vor einer mehrtau- sendköpfigen Menschenmenge, die das große Zelt bis zum letzten Plätzchen besetzt hatte, seinem Gastspiel gab.
Die Spielfolge wickelt sich in flottestem Tempo ab. In geschickter Weise wird die Spannung der Zuschauer immer mehr gesteigert. Es ist eine gewaltig aufstrebende Linie hervorragender Zirkusleistungen, die von Anfang an den Abend beherrscht und die schließlich in der großartigen, mit geradezu fabelhafter Vielseitigkeit durchgeführtenWasserpantomime ihren blendenden Höhepunkt erreicht. Hervorragende Künstler aller Arten des zirzensischen Könnens, glänzendes Tiermaterial in vortrefflicher Dressur und ein großartiger technischer Apparat bringen in ausgezeichnetem Zusammenklang der Arbeit Leistungen hervor, wie wir sie bisher in so virtuoser Vollkommenheit noch von keinem anderen Zirkusunternehmen gesehen haben. Gewaltige Beifallsstürme bekunden den wunderbar arbeitenden Artisten und Tierdresseuren immer wieder die uneingeschränkte Anerkennung der Besucher, stellenweise nimmt der Beifallssturm geradezu Ausmaße an, die schlechterdings nicht mehr zu überbieten sind. Und dieftr riesige Beifall ist in der Tat vollkommen verdient durch die erstaunlichen künstlerischen Leistungen.
Mit der Vorführung einer Raubtiergruppe, in der man Löwen, Eisbären, Kragenbären und Doggen zu friedlicher Arbeit vereinigt sehen kann, nimmt die lange Reihe der Darbietungen ihren Anfang. Der Dressurakt fesselt in hohem Maße und legt Zeugnis ab von dem ausgezeichneten Können des Dompteurs und von der harmonischen Gemeinschaft zwischen ihm und seinen vierbeinigen Arbeitsgefährten. Ein famoser Schwungseilakt in der höchsten Spitze der Zirkuskuppel verläuft nicht minder spannungsvoll und vollendet, gleicherweise ein schwieriger Reckakt zu Pferde, bei dem drei Reiter auf dem Rücken zweier Pferde allerlei Arten des Reck- turnens oorführen. Prächtiges Pferdematerial sprengt anschließend in die Manege und wird den Besuchern in ausgezeichneten Freiheitsdressuren der verschiedensten Art oorgeführt; es ist ein hervorragendes Stück der gediegenen Zirkusarbeit auf dem Gebiet der Pferdedressur, das man bei dieser Vorführung zu sehen bekommt. Geradezu fabelhaft ist es, was man bei der nächsten Vorführung von den Blitzjongleuren geboten erhält; eine derartige Virtuosität auf dem Gebiete der Parterreakrobatik, wie man sie von diesen Künstlern sehen kann, ist einfach nicht mehr zu überbieten, denn hier dürfte
die Grenze der menschlichen Geschicklichkeit und körperlichen Wendigkeit wohl in vollem Ausmaße erreicht sein; kein Wunder, daß diesen Artisten geradezu rasende Beifallsstürme als wohlverdienter Lohn zuteil werden. Ein große Elefantenfamilie zeigt sich hierauf in ihrer vielseitigen Dressurgelehrsamkeit: für Mensch und Tier in gleicher Weise ein gutes Zeugnis ihrer mühevollen Arbeit. Eine Chinesengruppe macht durch ihr wirklich vollendetes Können ebenfalls den allerbesten Eindruck. Die 77 Jahre alte Reiterin der klassischen Hohen Schule Therese Renz zeigt sodann auf zwei herrlichen Pferden die wunderbare Reitkunst der immer wieder interessanten Hohen Schule, bei der sowohl der Mensch, als auch das edle Pferd in höchster Anspannung ihrer geistigen und körperlichen Kräfte das bestechende Bild vollendeten reiterlichen Könnens zeigen. Einen wesentlichen Aktivposten in der hervorragenden Leistungsbilanz des Abends bestreiten auch die Clowns, die mit ihren humorvollen Darbietungen sehr viel Spaß machen und insbesondere auch wirklich Witz und Geschmack entwickeln.
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„Durch Feuer und Eis" ist die große Manege- schau der Wasserpantomime in sechs Bildern betitelt, die den ganzen zweiten Teil der Spielfolge ausfüllt. Es ist ein Bild, das in der Spielfolge mit Recht mit dem Wort „phantastisch" bezeichnet wird. Was man in diesen sechs Bildern zu sehen bekommt, ist so vielseitig, daß man ruhig sagen kann, es gibt wohl nichts, was bei dieser Schau nicht zur Anwendung gekommen wäre. Da wirkt der Film mit, Feuerwerk wird abgebrannt, Tanzgruppen treten auf, ungeheure Wassermengen strömen in das große künstliche Bassin der Arena, Blumenballetts, Flammenballetts, flüchtende Tiere aus dem Urwald und noch vielerlei andere Dinge mehr — alles das ist eingespannt in den Rahmen der Handlung, die diese Manegeschau erfüllt. Man kann wohl, ohne Widerspruch befürchten zu müssen, die Behauptung aufstellen, daß diese Zirkuspantomime zu den größten Leistungen gehört, die bisher auf dem Gebiet der zirzensischen Kunst gezeigt wurden, ja daß eine derartige Leistung in unserer Stadt Gießen bisher überhaupt noch nicht zu sehen gewesen ist. Diese Darbietung läßt sich wegen ihrer Fülle von Einzelheiten und wegen der künstlerischen Einzigartigkeit gar nicht beschreiben. Das Gesamtwert ist einfach fabelhaft und — wie gesagt — phantastisch. Riesiger Beifall der Zuschauer braust natürlich auch bei diesem Teil immer und immer wieder durch die große Zirkushalle, Beifall, der in diesem Ausmaß mit Recht verdient iTt.
Der Gesamteindruck: Die Zirkusleitung hat in ihren Ankündigungen viel versprochen. Das Ergebnis der gestrigen Eröffnungsvorstellung ist, daß die großen Versprechungen in vollem Ausmaß erfüllt wurden. Das Gastspiel des Zirkus I. Busch in unserer Stadt wird zu den denkwürdigen Erlebnissen gehören, an die man noch lange gern und oollbefriebigt zurückdenken wird.
Die Ausbildung des Landarbeiters.
Vierjährige Ausbildungszeit. -
NSG. Der Reichsbauernführer hat am 7. April 1936 Ausbildungsbestimmungen für bie Landarbeiter in der Landwirtschaft, im Garten- und Weinbau und in der Fischerei erlassen. Es wird hiermit endlich dem Landarbeiter eme reichseinheitliche, zweckentsprechende Berufsausbildung gegeben und in Zukunft nicht mehr möglich sein, daß sich jeder — auch wenn er gar keine Dorkenntnisse hat — als Landarbeiter bezeichnet werden kann.
Von dem zukünftigen Landarbeiter wird Dolks- schulbildung und eine vierjährige Ausoi 1 - dungszeit verlangt, die sich in eine zweijährige Lehr- und eine zweijährige Gehilfenzeit gliedert. Während der Lehrzeit besucht der Lehrling die ländliche Berufsschule und erlernt bei einem Bauern oder Landwirt die Landarbeit. Er wird hierbei nicht nur mit allen praktischen Arbeiten seines Lehrbetriebes vertraut gemacht, sondern auch charakterlich und weltanschaulich erzogen. Als Lehrherr wird jeder Bauer oder Landwirt zugelassen, sofern ihm nicht von feiten des Landesbauernführers bzw. der Kreisbauernschaft, die die Landarbeiterausbildung überwacht, die Befähigung, Landarbeitslehrlinge auszubilden, abgesprochen wird. Nach der Lehrzeit erhält der Lehrling ein Lehrzeugnis und heißt von nun an „La ndarbeitsge Hilfe". Als solcher ist er weitere zwei Jahre praktisch tätig und erhält auf Antrag von der zuständigen Kreisbauernschaft die Landarbeiterbescheinigung. Um dem Landarbeiternachwuchs die Möglichkeit des Aufstiegs zu geben, find besondere Förderungsmaßnahmen vorgesehen, wonach bei den sowohl in der Schule als auch in der Praxis tüchtigsten Landarbeits-
- Möglichkeiten des Aufstiegs.
gehilfen anstelle der Landarbeitsgehilfenzeit bie bäuerliche Werkausbildung tritt. Die daran anschließende bäuerliche Werkprüfung ermöglicht den Aufstieg in die Verwalterlaufbahn und das erworbene Prüfungszeugnis gilt als Nachweis für die fachliche Befähigung zum Neubauern.
Um nun auch denjenigen Landarbeitern Rechnung zu tragen, die seither schon beruflich tätig waren, ohne daß sie bie vorgeschriebene Ausbil- bungszeit durchlaufen konnten, hat der Reichsbauernführer bestimmt, daß jeder Landarbeiter, der innerhalb der letzten zehn Jahre mindestens vier Jahre in der Landwirtschaft gearbeitet hat und während dieser Zeit in nicht mehr als sechs Betrieben tätig war, als gelernter Landarbeiter anzufprechen ist. Diese Uebergangsbeftim« mung gilt bis zum 1. April 1940.
Hiermit ist eine Lücke in der Ausbildung des landwirtschaftlichen Nachwuchses geschlossen. Es steht neben dem Bauern des Dritten Reiches der gelernte Landarbeiter. Er gehört von nun an einem gelernten Berufsstand an, auf den er stolz fein kann. Aber nicht weniger freudig begrüßt dies der Bauer und Landwirt, denn zukünftig stehen feine Mitarbeiter gleichberechtigt neben dem Facharbeiter anderer Berufe. Das nationalsozialistische Leistungsprinzip wird sich nun auch im landwirtschaftlichen Arbeiternachwuchs durchsetzen. Das langersehnte Ziel, bie Möglichkeit des Aufstiegs, ber Wunsch, auf eigener Scholle sein Brot zu bauen, ist nun in greifbare Nähe gerückt unb wirb manchen von ber Abwanderung und von dem Zug n-ach der Stabt abhalten. Näheres ist bei den Kreisbauernschaften zu erfahren.
Oberhessen.
Vom oberhessischen Handwerk.
* Friedberg, 10. Juli. Am Donnerstagnachmittag fand im Haus des Handwerks eine O b e r - meistersitzung statt, in welcher ber Geschäfts- ührer ber Oberhessischen Kreishanbwerkerschasten, ^reisamtsleiter Pg. Schimmel, ben Obermei- ter ber Maler-Innung, Pg. Rupp, als komm, ^reishanbwerksmeister in sein Amt einführte. Der eitherige stellv. Kreishandwerksmeister, Obermei- ter der Bäcker-Innung Pg. Fr. H a n ft e i n , wird auch weiterhin als stellv Kreishandwerksmeister bestätigt unb ihm ber Dank für seine Tätigkeit abgestattet.
Landkreis Gießen
+ Lauter, 11. Juli. In unserem Orte rüstet man eifrig zum Sänger feft am Sonntag, 19. Juli. Das Fest, bas ursprünglich für Sonntag, 12. Juli vorgesehen war, mußte infolge des Gauparteitages um 8 Tage verschoben werden. Mit dem Fest ist gleid)3eitig bas Wertungssingen ür bie Vereine des süblichen Teiles oes Kreises Ohm-Lumdatal verbunden. Das Wertungssingen, an dem 16. Bundesvereine beteiligt sind, findet am Vormittag statt, während am Nachmittaa eine Kund- gebung vorgesehen ist, bie u. a. Ansprachen bes Kreisführers (Sengnagel (Grünberg) unb des Prooinzialführers Wenbler (Bab-Nauheim) bringen wirb. Letzterer wirb auch bie Weihe ber neuen Fahne bes feftgebenben Vereins vornehmen, während durch Kreisamtsleiter Heß (Grünberg) bie Weihe ber Fahnenwimpel der Bundesvereine erfolgen wird. Als Massenchöre für die Kundgebung sind vorgesehen: „Deutschland! Heil'ger Name", „Für Deutschland", „Nur die Tat macht frei" und .Kameraden, wir marschieren".
* Weitershain, 10. Juli. In unserem Orte ging dem Landwirt Peter Löchel, als er mit seinem Fuhrwerk vom Jauchefahren in das Dorf zu- rückkehrte, plötzlich bas Pferd durch. Dabei wurde er zu Boden gerissen unb unter den Wagen geschleudert, dessen Räder ihm über bie Brust gingen. Mit schweren inneren Verletzungen mußte der Bedauernswerte nach Gießen in die Klinik verbracht werden.
Kreis Friedberg.
pb. Butzbach, 10. Juli. Seit gestern wird auf ber Strecke Gießen—Frankfurt zwischen bem Haltepunkt Kirchgöns und dem Bahnhof Butzbach das Gleis in Richtung Frankfurt umgebaut und erneuert. Sämtliche Züge müssen deshalb auf ber genannten Strecke eingleisig obren, das heißt, es kann nur das Gleis der Richtung Frankfurt—Gießen benutzt werden. Um nun bei ber heutigen starken Benutzung ber Strecke in beiben Richtungen Zugverspätungen möglichst zu oermeiben, hat man für die Zeit bes Umbaus im Gambacher Wald eine Hilfsstelle eingerichtet, bie ben Betrieb zu regeln hat, sowie zwischen ben beiden Hauptgleisen Verbindungen eingebaut, bie mit Signalen versehen sind. Diese Hilfsbetriebstelle ist mit ben Bahnhöfen Langgöns und Butz
bach verbunden, unb regelt nach vorheriger Der« ftänbigung mit biefen bie Zugfolge in beiben Rich» tungen. Die Blockstelle am Gambacher Wald ist für die Zeit des Umbaues, die etwa vier Wochen dauert, außer Betrieb gefetzt unb hat lediglich Schrankenwärterbienst zu versehen. Die Zeit, wäh. renb welcher bie Strecke in Richtung Frankfurt gesperrt wird, ist auf 6 bis 11 Uhr täglich festgesetzt. Aus biefen Maßregeln ist zu ersehen, baß bie Reichsbahnverwaltung keine Kosten scheut, unb für bie Sicherheit des Betriebes sowohl, als auch de» Reisenden in jeder Hinsicht besorgt ist.
tt Mittleres Niddatal, 10. Juli. Wegen des in allen Gemeinden außergewöhnlich starken Auftretens ber Blutläuse erging im Mai biefes Jahres an bie Apfelbaumbesitzer bie Aufforderung, diese gefährlichen Schädlinge bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu vernichten, widrigenfalls deren Beseitigung auf Kosten bes Besitzers durch bie Ge- meinbe vorgenommen Derben sollte. Oertliche Kommissionen, die nach ber Polizeiverordnung bes Kreisamtes zu bilben sind, stellten in mehreren Kontrollgängen im allgemeinen den erwünschten Erfolg des Kampfes gegen bie Blutläuse fest. Nur in vereinzelten Fällen haben neue Besitzer von Obstbäumen bie Kosten ber Säuberung zu tragen.
Kreis Alsfeld
Homb erg, 10. Juli. Am gestrigen Nachmittag traf bie mit Spannung erwartete unb von ber Bevölkerung mit Freude begrüßte Truppe, ein Infanterie-Bataillon, hier ein. Nach einem Platzkonzert auf dem Markt zog die Truppe zum Biwakplatz; am anderen Morgen verließ die Truppe unser Städtchen mit klingendem Spiel in ber Richtung Appenrob, wo ebenfalls ein Biwak vorgesehen ist.
# Ober - Ohmen, 10. Juli. In ber Ohm wurde dieser Tage eine Forelle gefangen, bie ein Alter von minbeftens 12 Jahren aufweisen dürfte. Ein Exemplar von dieser Größe wurde seit Jahren hier nicht festgestellt. — Daß ber B l i tz nicht immer in ben höchsten Gegenstanb einschlägt, wurde hier bei dem Gewitter in ber Vorwoche mieber einmal bestätigt. Der Blitz schlug neben einer hohen Scheune in bas Drahtseil einer Wäsche» trocknung, bas sich in einer Höhe von noch nicht zwei Metern über dem Boden hinzog. Während die Haltepfähle völlig zersplittert wurden, zeigte ber Draht selber keine Zerstörung.
Kreis Wetzlar
< Dutenhofen, 10. Juli. Dieser Tage mürben zwei hiesige Einwohner von Unfällen betroffen. Dem früheren Bahnarbeiter Fr. A p e k gingen in ber Nähe von Weichbach die Kühe durch; er fiel vom Wagen unb erlitt Verletzungen im Gesicht unb an ben Hänben. Zwei vorüberkommende Wehrmachtsangehörige leisteten die erste Hilfe und brachten ben Mann zum Arzt. — Der Bahnarbeiter Karl Loh von hier, ber mit Rangierarbeiten im Bahnhof Gießen beschäftigt war, kam dabei zu Fall unb erlitt Fleischwunben im Gesicht unb eine leichte Gehirnerschütterung. Er mußte in bie Chirurgische Klinik gebracht werben.
Zeder Deutsche ein Gastgeber!
V. A. Vor .wenigen Tagen hat Staatssekretär Funk vor Vertretern ber Frembenverkehrsver- bänbe bie Forderung gestellt: „Jeder Deutsche ein G a ft g e b e r !" Warum, so mag gefragt werden, betont man bas überhaupt, wo boch ber Deutsche von Natur aus bie Gastfreunbschaft hochzuhalten weiß? Diese Frage ist sicher berechtigt, wenn man unter ber Gastfreundschaft nur jene freunbliche Bewirtung versteht, die jedem Menschen zuteil wird, der in einem deutschen Gasthaus, ober in einer deutschen Familie verkehrte. Aber diesmal geht es um mehr als um eine freundliche Aufnahme und ein paar angenehme Verbindlichkeiten, und deshalb darf die Forderung nicht auf die leichte Schulter genommen werden, ganz gleich, ob der einzelne einen Engländer, einen Franzosen, einen Amerikaner in seiner Privatwohnung aufnimmt ober nicht.
3n den öffentlichen Verkehrsmitteln, auf der Straße, in Lokalen, überall treffen wir mit ausländischen Gästen zusammen, überall werden sie versuchen, uns zu prüfen, uns k.nnenzuler- nen. Sie werden uns still beobachten und das, was sie sehen, mit dem vergleichen, was sie draußen in der Welt über uns gehört und gelesen haben, kurz, sie werden hinter die Kulissen sehen wollen. Bei diesem Bemühen wollen wir ihnen mit der nötigen Aufgeschlossenheit begegnen, und uns geben, wie wir sind.
Dabei muh man immer davon ausgehen, daß nur wenige Olympiagäste aus dem Ausland eine auch nur annähernd richtige Vorstellung vom neuen Deutschland haben. Sie waren auf das Gewäsch der jüdischen Ausland- unb Emigrantenpresse angewiesen, bie wohl alles getan hat, um vom national« sozialistischen Deutschlanb bas unmöglichste Bild zu malen. Darüber dürfen wir uns nicht Hinwegtauschen: dieses Gewäsch hat auch seine Wirkung gehabt, die es jetzt auszugleichen heißt! Dem deutschen Volke wird es nicht schwer fallen, bie Greuel- märchen zu widerlegen, denn es kämpft mit vorhandenen, nicht wegzuleugnenden Tatsachen und nicht mit Tinte auf geduldigem Papier. In dieser
Richtung kann und soll jeder mithelfen, ben olympischen Fremdenverkehr als ein wirksames Instrument zur Wiedererringung ber Weltgeltung Deutschlands einzusetzen.
Man sagt bem Deutschen nach, baß er in Gegenwart von Auslänbern den Hang habe, sein Deutschtum zu verleugnen. Dieser Typ, der nach einer zweimonatigen Auslandreise seine Muttersprache nicht mehr „beherrscht", ist uns allen mehr ober weniger bekannt. Mit ihm hat aber bas deutsche Volk nichts gemein. Wir haben unsere Eigenarten unb brauchen sie nicht zu verstecken.
Lin guter Gastgeber fein, heißt: Sein Haus auffchliehen unb in diesem Hause jedem seine private Freiheit lassen. Der Gast braucht sie und der Gastgeber ebenso, denn der Besucher darf nicht das Gefühl haben, daß er stört, und der Gastgeber, daß er gestört wird.
Darüber hinaus aber spielt ber internationale Fremdenverkehr auch in unserem Wirtschaftsleben eine nicht unbedeutende Rolle, zumal gerade durch ben persönlichen Kontakt zwischen beutschen und fremdländischen Menschen ber Frembenverkehr einen großen Auftrieb erfahren kann, wenn es gelingt, den Ausländern ben Aufenthalt in Deutschlanb angenehmer zu machen, als sie erwartet hatten. Dann werben sie wiebertommen und Deutschland als Reiseland ihren Freunden empfehlen. Selbst wenn mit der Aufnahme ausländischer Gäste nur wirtschaftliche Gesichtspunkte verknüpft wären, so wären sie noch Grund genug, alles zu tun, was bie Erlebnisfteube des Ausländers zu steigern vermöchte.
Die nationalsozialistische Regierung hat viele Maßnahmen ergriffen, um Deutschlands internationalen Fremdenverkehr zu heben. Die Erfolge sind auch nicht ausgeblieben.
Wenn nunmehr an jeden einzelnen deutschen Volksgenossen der Appell gerichtet wird, gleichfalls für sein Vaterland zu werben, dann muß I sich jeder freudig in den Dienst stellen, weil diese
Sache letzten Endes auch ihn selbst angeht.
Deutsche Zugeud, das Land gibt dir Arbeit!
(ZdR.) Größere Anstrengungen erfordern ein entsprechend höheres Maß an Arbeitskraft. Was für den einzelnen gilt, das gilt auch für ganze Berufe und letzten Endes für bas ganze Volk. Dieses Gesetz bes Verhältnisses von Leistung und Arbeitskraft kam in der Erzeugungsschlacht in besonders starkem Maße zum Ausdruck.
Während in der vergangenen Zeit auch in der Landwirtschaft eine nicht unbeträchtliche Arbeitslosigkeit festzustellen war, überwiegt heute das Angebot offener Stellen gegenüber der Zahl der Vichtbeschäftigten, und aus vielen Gauen werden die Klagen über ben Mangel an fachlich geschulten landwirtschaftlichen Arbeitskräften immer dringender. Angesichts dieser Entwicklung kommt der Sicherstellung eines geeigneten landwirtschaftlichen Vachwuchses naturgemäß entscheidende Bedeutung zu.
Jahrzehntelang ist die Jugend des Landes in die Städte abgewanbert, weil sie von einer angeblich gefälligeren Lebensform angelockt würbe unb weil sie glaubte, in ber Stabt bas zum Leben notwen-
bige Gelb leichter zu verbienen. Die nationalsozialistische Bewegung unb bie ihr angeschlossenen Glie- derungen haben darum mit allen Mitteln versucht, der Landflucht entgegenzuwirken, und die Jugend auf die große geschichtliche Aufgabe hinzuwersen, die der Landarbeit im Interesse der Entwicklung des deutschen Volkes zufällt. Beachtenswerte Erfolge find bei dieser Arbeit in den letzten Jahren erzielt worden. Es zeigt sich aber boch, baß auch heute noch bie Sucht, in der Stadt einen Erwerb zu finden, nicht ausgestorben ist.
So hat vor kurzem bas Lanbesarbeitsamt Bayern in grunbfätzlichen Ausführungen über ben Arbeits- einfatz ber Jugenb mitgeteilt, baß auch heute noch ein starkes Drängen der männlichen unb weiblichen Jugend nach gewerblichen unb hanbwerklichen Lehrstellen festzustellen ist. Hier bebarf es also noch einer umfassenben Aufklärung unb bringenber Hinweise auf bie entscheibende Bebeutung ber Landarbeit, um einen Teil ber JugenbNchen dazu zu bewegen, einem landwirtschaftlichen Beruf sich zuzuwenden. Der Reichsnährstand, bie Hitlerjugenb und bic öffentliche Berufsberatung werben sich barum in noch stärkerem Maße einsetzen, um für bie Ge-


