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Kommandeurs des Wachregiments, Oberstleutnants Freiherr von und zu Gilsa, die Front der Ehrenkompanie ab. Hieran schloß sich ein Vorbei­marsch der Ehrenkompanie vor ihrem Obersten Befehlshaber, dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler

abgerückt und hatte in der Wilhelmftraße gegen­über der Reichskanzlei Aufstellung genommen. Trotz des regnerischen Wetters hatte sich auch hier eine große Menge eingefunden, die den Führer wieder mit herzlichen Kundgebungen begrüßte. Der Führer schritt in Begleitung des Kommandanten von Ber­lin, Generalleutnant Schaumburg, und des

Grenze für notwendig. Bis zur ausreichenden Ver­stärkung der ägyptischen Armee werde ein en y- lisch-agyptlsches Militärbündnis für den Schutz Aegyptens wünschenswert sein.

Zum erstenmal zog eine Ehrenkompanie des Heeres mit Musik zum Neujahrsempfang auf, deren Front der Führer in Begleitung des Reichskriegsministers abschritt. (Scherl?Bilderdienst-M.)

Nationalsozialistische Marktordnung

Wichtige Besprechungen zur Sicherung der Marktordnung in Hessen-Nassau.

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NSG. Am gestrigen Freitag hatten sich die Ver­treter der Regierung in Wiesbaden, der Hessi- fischen Landesregierung und der V e r - waltungsbehörden im Hause der Landes­bauernschaft versammelt, um mit dem Landes- bauernführer und den Leitern der zuständigen Ab­teilungen die Durchführung der Marktordnung zu besprechen. Landesbauernführer Dr Wagner sprach über die Aufgaben des Reichsnährstandes und über die Anerkennung, die seiner Arbeit heute zuteil wird. Wenn die Erzeugungsschlacht des deut­schen Bauerntums die notwendige Steigerung der Erträge zum Ziel habe, so stelle anderer­seits die Marktordnung das sichere Mittel dar, eine für die Gesamtheit nützliche nationalsozialistische Wirtschaftsführung und W a r e n l e n k u n g zu erreichen. Um die Zusammenarbeit zwischen Be­hörde und Reichsnährstand bei Durchführung und Ueberwachung der Marktordnung möglichst erfolg­reich zu gestalten, habe er die Behördenvertreter zu dieser Besprechung gebeten. Die Marktordnung habe sich erst in der jüngsten Zeit wieder bewährt und stelle die einzige Möglichkeit dar, f e st e Preise zu halten und so der Allgemeinheit zu dienen.

Landesabteilungsleiter Moses gab eine Dar­stellung der früheren und heutigen Wirtschaftsauf­fassung und betonte dabei, daß im nationalsozia­listischen Staat wieder eine vernünftige Haushaltspolitik herrscht, die die Aus­gaben nach den Einnahmen richtet. Wie das Reichs­nährstandsgesetz stelle auch die Marktordnung einen großen Rahmen dar, innerhalb dessen nach der jeweiligen Loge die notwendigen Maßnahmen durchqeführt werden können.

Abteilungsleiter Aüessor Manke sprach über die verwaltungstechnischen Fragen, die sich aus der ge­meinsamen Beteiligung an der Marktordnung und deren Ueberwachung ergeben und stellte dabei eine Sammelveröffentlichung der wichtigsten Anordnun­gen in baldige Aussicht.

Die Aussprache bewies das rege Interesse der Behördenvertreter; durch Meinungs- und Erfah­rungsaustausch konnte erfreuliche Klarheit geschaf­fen werden, es wurde unter Zustimmung aller An­wesenden der Wunsch ausgesprochen, daß diese Be­sprechungen bei gegebener Zeit wiederholt wer­

den. Am Nachmittag fand eine Zusammenkunft mit den Kreisdirektoren der hessischen Kreise statt.

Oie weibliche soziale Betriebsart»«»!.

Berlin, 10. Jan. (DNB.) Zwischen der Reichs- wirtfchaftskammer, der Reichsgruppe Industrie und dem Frauenamt der DAF. ist ein Abkommen über die weibliche soziale Betriebsarbeit getroffen wor­den. Danach wird das Frauenamt der DAF. in Zukunft die berufliche Dorschulung der in die betriebliche Sozialarbeit eintretenden Frau überwachen und die ständige politische Ausrichtung und Schulung für besondere Aufgaben übernehmen. Während die Wahl der einzu st eilen den Sozialarbeiterin dem Betriebsfüh­rer vorbehalten bleibt, der auch ihre Besol­dung vornimmt, soll das zuständige Gau-Frauen- amt geeignete Vorschläge für die Einstellung machen. Da es unbedingt notwendig erscheint, daß die Sozialarbeiterin genaue Kenntnis von dem Betrieb und den einzelnen Arbeitsvorgängen erhält, ist vorgesehen, daß sie zu Beginn ihrer Tätigkeit die praktische Arbeit im Be­trieb selb st ausübt, also nicht in Kranken­stuben, Kantinen usw., sondern am Arbeits­platz eingesetzt wird. Der stärkere Einsatz der Sozialarbeiterin soll dem Betriebsführer wie dem Dertrauensrat eine arbeits- und sozialpädagogisch geschulte Frau zur Seite stellen, die für das Wohl der Gefolgschaft sorgt und vor allem eine enge Bindung zwischen der arbeitenden Frau und dem Betrieb herbeiführt

Wöchentlich werden 12 Flugzeuge gebaut.

London, 11. Ian. (DNB. Funkspruch.) Wie Daily Telegraph" meldet, ist eine erneute große Beschleunigung der englischen Luftrüstung vorgesehen. Die englische Luft­flotte werde In Zukunft durchschnittlich um ein Geschwader (12Flugzeuge) in der Woche vermehrt werden. Seit der Ankündigung des zweijährigen Aufrüstungsprogramms im vergange­nen Wai feien die englischen Lnftstreitkräfte be­reits um 285 Arontflugzeuge ver­stärkt worden. Gegenwärtig umfaßt die Luftflotte 1300 Maschinen. Line große Anzahl neuer Flug­zeuge sei außerdem sofort lieferbereit. Ferner würden mehrere völlig neue Kriegs- Flugzeugtypen hergestellt, deren Wert und Leistung alle Erwartungen übertroffen hätten. Auch in der personalausbildung seien große Fortschritte gemacht worden. Fünf neue Kampffliegerschulen seien bereits in Be­trieb und von den 13 vorgesehenen neuen Sport- ftiegerschuten für die Anfangsausbildung von Mi­litärfliegern feien neun eröffnet worden Die be­rühmte Avro Flugzeugfabrik in Manchester, die zur Zeit Tag und Nacht arbeite, werde ihren Betrieb demnächst vergrößern. 3n den letzten Mo­naten feien schon Hunderte von neuen Arbeitern eingestellt worden.

Die Sicherung Aegyptens.

Die britischen Verhandlungen in Kairo.

London, 10. Jan. (DNB.) lieber die 23er« Handlungen des britischen Oberkommissars in Kairo mit den Führern der ägyptischen Parteien berichtet Reuter: Der Oberkommissar bestätigte, daß Eng­land aufrichtig gewillt sei, den Vertrag von 1930 zu unterzeichnen. Der Entwurf von 1930 sah ledig­lich für die Suezkanal-Zone eine britische Besatzung von 8000 Mann vor. Man frage, ob diese 8000 Mann im Falle eines plötzlichen Angriffes g e nügen würden, um zusammen mit der ägyptischen Armee die westliche Grenze zu verteidigen. Die Beförderung britischer Truppen von der Kanalzone nach dem Westen würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Solange Aegypten keine eigenen Luft­streitkräfte besitze, halte England eine britische Luftstreitkraft zur Verteidigung der westlichen

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel 2). 21. XII. 35: 11300. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein­druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

Berline Empfang

zu Ehren der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft.

Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der Kai- fer-Wilhelm-Gefellfchaft zur Förde- rung der Wiffenfchaften, der die Reichs­hauptstadt feil zehn Jahren als förderndes Mitglied angehört, fand im Berliner Rathaus ein Abend- empfana durch Staatskommissar Dr. Lippert statt. Neben dem Präsidenten Geheimrat Planck, und dem Vizepräsidenten Dr. Krupp von Bohlen und Halbach sah man Reichsminister Graf Schwerin von Krosigk sowie viele weitere namhafte Vertreter des Staates, der Wehrmacht, der Partei, der Wissenschaft und der Industrie.

Notmaßnahmen in Äenezueto

Caracas, 10. Jan. (DNB.) Amtlich wird bekannt gegeben, daß sich die Regierung infolge der kom­munistischen Agitation und des hierdurch gestörten Friedens zu Notmaßnahmen ge­zwungen gesehen habe. Die Ordnung sei mit Be­schleunigung wieder hergestellt worden. Staatsprä­sident Lopez Contreras werde sein großes Verwaltungsprogramm durchführen, das besonders den Schutz des Arbeiters und die Sicherheit der Arbeit, ferner eine aktive Förderung des Kapital­umlaufs, einen Umbau unangemessener Steuern

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und eine Anzahl von Verbesserungen in der öffent­lichen Verwaltung vorsehe. Das Verwaltungs- Programm werde gleichzeitig für b i e Auslän­der Garantien bieten, die dem traditionellen Geist der venezolanischen Gesetze entsprechen. Das Volk billige die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen. Der Gesandte von Vene­zuela erklärt dem DNB.: der Herd der Unruhen liege hauptsächlich in Caracas und Maracaibo. Die Unruhen seren nicht gegen die jetzige Regierung gerichtet sonndern vielmehr gegen Kräfte der früheren Regierung. Unmittelbar nachdem die Streikbe­wegung eingesetzt habe, habe die Regierung einge­griffen. Die Regierung besitze das völlige Ver­trauen der Mehrheit des Volkes

Die Knie derHlottenkonferenz.

Die japanische Flottenabordnung hott neue Anweisungen ein

Tokio, 11. Jan. (DNB. Funkspr.) Die japa­nische Flottenabordnung in London hat angefragt, ob die Abordnung die Konferenz verlassen soll, falls am Montag der japanische Vorschlag a b - gelehnt wird, oder ob ein japanischer Beobachter den weiteren Verhandlungen über die Vorschläge Englands und Frankreichs beiwohnen soll. Es ver­lautet, daß man der Abordnung die Anweisung übermitteln wird, am Montag nochmals den japanischen Vorschlag zu begründen und bei einer Ablehnung die Beendigung der Fünf-Mächte-Tagung zu beantragen. Gegen die Belassung eines Beobachters in der Konferenz werde kein Einwand erhoben. Für den Fall eines Austritts aus der Flottenkonferenz bereitet die japanische Regierung eine große Er­klärung vor

Beschleunigte Lufirüstung in England.

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Ein 40-MiNionen-Geschäst.

Morgans Mitwirkung am Eintritt der Bereinigten Staaten in den Weltkrieg.

Washington, 10. Jan. (DNB.) In der Freitagssitzung des Ausschusses des amerikanischen Senats stand im Vordergrund des Interesses die Aussage Morgans zu der Beteiligung der Morgan-Bank an dem Sturz des eng- lischen Pfundes im August 1915. Mor- gan leugnete, daß die Bank den Sturz des Pfun­des damals absichtlich herbeigeführt hätte, um die Regierung der Vereinigten Staaten zur Auf­hebung des Anleiheoerbots an Krieg­führende zu zwingen. Er behauptete, daß die Mor­aanbank ihre Stützung des englischen Pfundes i m Auftrage der britischen Regierung aufgegeben habe.

Der Gang der Verhandlungen ergab dann weiter, daß die Morganbank die Versenkung des englischen DampfersA r a b i c" am 19. August 1915 durch U-Boote als propagandi­stischen Hintergrund für die Auflegung einer weiteren ungedeckten englischen Anleihe in den Vereinigten Staaten ausnutzte. Bei der Ver­senkung des Dampfers kamen damals zwei ame­rikanische Bürger ums Leben. Eine Woche nach der Versenkung derArabic" und zwei Wochen nach dem Aufgeben der Stützungsaktion des eng­lischen Pfundes durch die Morganbank hob Wilson entgegen dem Widerstand des Außenministers Bryan das Anleiheverbot an Krieg­

führende auf.

Ausschußmitglieder bejchuldigten Morgan & Co., daß sie einen Druck auf die amerikani­schen Kriegslieferanten ausgeübt habe, um sie zu bewegen, Anteilscheine der ersten großen alliierten Kriegsanleihe von 1915 über 500 Millionen Dollar zu kaufen. Morgan wies diese Beschuldigungen in großer Erregung zurück. Das Ausschußmitglied Clerk unterbreitete e i n Kabeltelegramm, das Morgan & Co. am 30. September 1915 nach Genehmigung der Anleihe durch die amerikanische Regierung an das Londoner Morgan-Haus geschickt hatte. In diesem heißt es, daß gegen die Anleihe von deutschen Kreisen, namentlich in Chikago, starker Widerstand bestehe. Viele große Fabrikanten in Amerika, mit denen Morgan & Co. nicht in unmittelbare Verbindung getreten sei, hätten aber von britischen Munitions- Herstellern große Bestellungen. Die größten briti- sehen Auftraggeber müßten veranlaßt werden, den amerikanischen Fabrikanten zu kabeln, daß der Erfolg der Anleihe wesentlich für den amerikanischen Handel sei und daß die Fabrikanten sich sofort mit Morgan & Co. in Verbindung setzen sollten. Die Verhandlung ergab die bemerkenswerte Tatsache, daß die große Alliierten - Kriegsanleihe dem Morgan - Syndikat einen Gewinn von 9,550 Millionen Dollar einbrachte.