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Wer kommen die Freiwilligen für die rote Armee in Spanien?

Botschafter von Ribbentrop vor dem Nichteinmischungsausschuß

Hier traf er Angehörige fast aller Natio. n e n, bie meist keine Ahnung davon hattetI

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dessen fragen, wer noch länger bestreiten wolle, daß

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Moskau das angezündete Streichholz an den spa­nischen Feuerschwamm gehalten habe.

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unter auch die Ankunft ausländischer Freiwilliger in Spanien. Es sei gewißlich nicht Italiens Fehler, wenn einigen Vertretern diese Frage erst heute ernst und wichtig zu sein scheine. Es sei notwendig, daß der ganze Tatbestand heute klargestellt werde, damit keine Zweifel oder Mißverständnisse auf. kämen.

Leuten über seine Gedanken und Pläne zu sprechen. Der Präsident weist auf die auffällige Erscheinung hin, daß, nachdem fünf Wochen die Korrespondenz zwischen Frankfurter und seiner Familie unter­brochen war, gerade um die Tatzeit herum diese in verstärktem Umfange durch Briefe, Ferngespräche und Telegramme eingesetzt habe. Der Angeklagte erklärt das mit der Sorge seiner Fami­lienangehörigen um seine Gesundheit und betont mit Nachdruck, daß seine Familie nichts von seinen Plänen gewußt habe.

Es wird dann die Frage der Mittel erörtert, die sich Frankfurter für die Reise nach Davos ver­schafft hat, und zwar hat er 30 Franken von einem jüdischen Verwandten in Bern namens Bruck und 10 Franken von einem jugoslawischen Studienkame­raden erhalten.

werden könnten, daß von einer Ernährungsnotlage nicht mehr gesprochen zu werden braucht.

Ich habe diese Betrachtung selbstverständlich nicht angestellt, um irgendwelche kriegerischen Reoanche-- ideen daraus zu folgern, wie überharrpt meint ganze Arbeit dem Ziel dient, die europäischen Ver­hältnisse durch verständige Friedensmaßnahmen 311 bereinigen. Wenn der Daily Telegraph z. B. die Bevölkerungsdichte von Polen, wie er es kürzliih tat, mit 82,7 Einwohner auf den Quadratkilometer als hilfsbedürftig anerkennt was muß er dann gegenüber der Bevölkerungsdichte Deutschlands von 140 Einwohnern auf den Quadratkilometer an Hilfe für Deutschland in Aussicht nehmen? Der deutsche Außenhandel sieht sich durch die Maß­nahme der übrigen Regierungen außerstande, seine Waren in beliebigem Umfange im Auslande abzu­setzen. Es wird immer so sein, daß der Außenhan­del eines Landes nicht nur von den eigenen Fähig­keiten, sondern auch von dem Willen der aufneh-- menden Märkte abhängig ist. Dor dem Weltkriege hatte Deutschland für die Zukunft seine Nahrungs­mittel- und Rohstoffbelieferung durch den Erwerb seiner afrikanischen und ozeanischen Kolonien oor- gesorgt, eines Gebietes fünfmal so groß wie das Deutsche Reich mit nur rund 13 Millionen Ein­wohnern. Würden Deutschland seine Kolonien heute nicht noch vorenthalten, so würde es mit deutscher Arbeit und mit Einsatz von Kapital und Kredit in: deutscher Währung die Entwicklung der kolonialen Rohstofferzeugunq mit größtem Nachdruck in die Hand nehmen und unendlich viel mehr Nahrungs­mittel und Rohstoffe schaffen als dies heute unter der Mandatsherrschaft der Fall ist.

Die Eduard-Riippell-Medaiile für Professor Klute-Gießen.

Nach der mit großem Beifall aufgenommenen: Rede Dr. Schachts fand die Festsitzung ihren Ab­schluß mit der Verleihung der Eduard- Rüp pell-Medaille an drei der bekanntesten: Afrikaforscher, und zwar an Professor Dr. Erich- Obst (Hannover), Professor Dr. Fritz Jaeger, geboren zu Offenbach a. M., jetzt in Basel, und» Professor D r. Klute (Gießen).

erinnern.

Vorsitzender:Sie haben zugegeben, daß mit der Mordabsicht nach Davos fahren sind. Wollten Sie die Tat sofort üben?"

Oie Besetzung Abessiniens.

Rom, 9. Dez. (DNB.) Die planmäßige Inbesitz­nahme von Abessinien durch die italienischen Ko­lonnen macht sowohl im Westen als auch im Osten des Landes gute Fortschritte. Nach den neuesten Meldungen aus Addis Abeba ist jetzt das Gouvernement H a r r a r mit dem schwer zugäng­lichen Cercer-Gebirge bis in die letzten Bergtäler unterworfen. Bei der hier durchgeführten Polizei­aktton wurden in den letzten zwei Monaten ins­gesamt 26 000 Gewehre, 26 schwere und 86 leichte Maschinengewehre an die italienischen Truppen ab­geliefert.

Frankfurt a. M., 9. Dez. (LPD.) Die Fest­sitzung des Vereins für Geographie und Statistik in der Aula der Universität eröffnete Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs mit Worten des Dankes für die fruchtbringende Arbeit in den vergangenen hun­dert Jahren zum Nutzen der Wissenschaft und der Menschheit. Frankfurt sei stolz darauf, daß sich schon vor hundert Jahren Männer in seinen Mauern befunden hätten, die idealen Zielen nach­strebten und die durch gegenseitige Anregungen den Blick in die weite Welt lenkten.

Der Rektor der Johann-Wolfgang-Goethe-Univer- sität, Prof. Dr. P l a tz h 0 f f, hob die engen Be­ziehungen hervor, die zwischen der Universität und dem Verein für Geographie und Statistik bestehen. Prof. Dr. W. B e h r m a n n , der Vorsitzende des jubilierenden Vereins, dankte allen Gästen und er­teilte dann dem Festredner das Wort. Der mit der Führung der Geschäfte des Reichswirtschaftsministe­riums beauftragte

Reichsbankpräsidenl Dr. Schacht

führte u. a. aus: Wir sind ein Land, das auf zu geringem Raum eine z u große Bevöl­kerung hat. Als ich einmal kürzlich mit einem ausländischen Diplomaten über diese Tatsache sprach, gab dieser Menschenfreund mir den Rat, dann möchte doch das deutsche Volk seine Geburten verringern. Diese Auffassung, der wir ja auch sonst in angelsächsischen Kreisen begegnen, wider­spricht den primitivsten Grundsätzen der göttlichen Weltordnung, und es müßte, wenn wir nicht an sich schon manches gewohnt wären, überraschen, solche Auffassungen gerade aus einem Lande ent­springen zu sehen, welches sonst den religiösen Ge­danken einen weiten Platz einräumt und für seine eigene Bevölkerung vielleicht die größten Raum- und Lebensmöglichkeiten besitzt. Ich halte die will­kürliche Beschränkung der Bevölkerungszunahme solange für ein Verbrechen gegen Gott und Natur, als die Erde insgesamt Möglich­keiten der Ernährung für die bar auf wohnenden Menschen bietet. Der Friede in Europa und damit wohl auch der übrigen Welt hängt davon ab, ob die dicht gedrängten Massen Zentraleuropas eine Lebensmöglichkeit für sich bekommen oder nicht.

Durch den Krieg hat Deutschland 10 v. H. seiner Bevölkerung aber 13 v. H. seiner Fläche verloren. Es sind in erster Linie landwirtschaftliche Ueberschußaebiete, die Deutschland hat ab­treten müssen. Wenn das Deutsche Reich in feinen Dorkriegsgrenzen noch bestände, wäre eine Mehr­erzeugung an Getreide und Kartoffeln möglich, die auch die Futtermittelnot beseitigen würde.' Beseiti­gung der Futtermittelnot aber besagt, daß auch Eier und Fett in einem solchem Mehrertrag erzeugt

Vorsitzender:Sie sind alle die Tage in Davos geblieben. Zu welchem Zweck?"

Angeklagter:Ich versuchte immer wieder, mich von meinen Gedanken abzubringen."

Vorsitzender:Es ist ausfällig, daß Gustloff bis zum 3. Februar von Davos abwesend war. Am 3. ist er zurückgekehrt, und am 4. geschah die Tat. Haben Sie telephonische Rückfrage bei Gustloff gehalten?"

Angeklagter:Nein."

Frankfurter erklärt bann, daß er in Davos Sport­veranstaltungen und Kinos besucht, zur Schatzalp gefahren und die jüdische HeilstätteEtania"'be­sucht habe. Daß er der Verwalterin der Heilstätte gesagt hat, er wolle sich im Frühjahr als Assistent melden, tut er bei der Vernehmung als Konver- sation ab. Am Donnerstag wird die Verneh­mung des Angeklagten fortgesetzt.

Auf den Vorhalt des Vorsitzende, daß er am Abend vor der Reise nach der Aussage seiner Zimmervermieterin in lustiger Stimmung heimge­kommen sei, kann sich der Angeklagte daran *''

Die Frage der finanziellen Unter- slühung z. B. ist meiner Auffassung nach ebenso reif zur Behandlung und Regelung wie die Frage des Zustroms von Freiwilligen. Zum Kriegsführen braucht man in erster Linie Geld. Wenn man in Sowjelruhland Lohnabzüge zur Unterstützung Spaniens durchführt und wenn ausgedehnte öffent­liche Sammlungen und ähnliche Aktionen dort unternommen werden, so ist das meiner Meinung nach eine ebenso wichtige Form der Einmischung wie die Stel­

lung von Waffen und Menschen.,

Falls man der Freiwilligen-Frage die Priorität zuerkennt, so hege ich die Befürchtung, daß einige Regierungen lange Zeit mit der stillschweigenden Billigung dieses Komitees eine der wirksamsten For­men der Einmischung fortsetzen werden. Aus diesen Gründen mochte ich betonen, daß nicht wieder halbe Arbeit getan werden darf, in­dem man nur die Freiwilligen-Frage behandelt, während die übrigen Fragen wieder auf die lange Bank geschoben werden.

Anschließend gab der Sowjetvertreter eine überaus langatmige Erklärung ab, in der er die Frage der Freiwilligen, der Geldsammlun­gen,' der Pressepropaganda als sehr umfassende unddelikate" Probleme hinstellte, zumal der Aus­schuß ja nicht einmal in der Lage gewesen sei, irgend etwas gegen die ungesetzliche Waffenausfuhr nach Spanien zu unternehmen. Wenn die Sowjet­regierung dennoch den Vorschlag annehme, die Vollmachten des Ausschusses auf die mittelbare Ein­mischung auszudehnen, weil die Errichtung einer Kontrolle über bie Waffen- und Munitionseinfuhr endlich auf eine feste Grundlage gestellt worden fei. Nachdem der Sow­jetvertreter, wie nicht anders zu erwarten, völlig unbewiesene Beschuldigungen gegen Deutschland, Italien und Portugal vorgebracht' hatte, bestritt er das Vorhandensein sowjetrussischen Militärs in Spanien.

Der französische Vertreter erklärte, seine Regierung habe die Präfekten ersucht, dafür zu sorgen, daß auf französischem Boden eine Orga­nisierung von Mitkämpfern für Spanien oder eine gruppenweise Entsendung von Freiwilligen nach Spanien unterbleibe. Indessen solle der Ab­reise unbewaffneter Reisender nach Spanien kein Hindernis in den Weg gelegt werden. Um diese verwaltungsmäßigen Maßnahmen zu unterbauen, sei die französische Regierung bereit, einen besonde­ren Devisenzwang für französische Staats­angehörige zu verhängen.

Der italienische Vertreter wies darauf hin, daß Italien, Deutschland und Portugal schon im August die Frage der mittelbaren Einmischung aufgeworfen hätten und daß die italienische Regie­rung bereits in den allerersten Sitzungen des Aus­schusses Maßnahmen angeregt habe, die ein Ein- ftrömen ausländischer Freiwilliger und politischer Agitatoren, sowie von Geldsammlungen und Ma­terialien in Spanien verhinderten. Der ita­lienische Vertreter betonte erneut, daß nicht nur seine Regierung, sondern auch die Regierungen Deutschlands und Portugals von Anfang an den Wunsch gehabt hätten, in den Rahmen des Nicht­einmischungsabkommens alle nur denkbaren Fälle einer mittelbaren Einmischung einzubeziehen, dar-

Angeklagter:Der Gedanke kam mir, bann obti bachte ich, daß es Sabbat ist, und habe den Plan wieder fallen gelassen."

zweifelt als sie erfuhren, wohin sie in Wirklichkeit gehen sollten. Da sie aber meist der französischen Sprache nicht mächtig und zudem alle gänz­lich mittellos waren, ließen sie sich schweren Herzens nach Spanien abschieben.

Moskaus Intrige.

Beginn der Genfer Ratstagung.

London, 10. Dez. (DNB. Funkspruch.) Zu der heute in Genf beginnenden außerordentlichen Ratstagung, die auf Grund derBeschwerde" der Bolschewisten in Spanien einberufen worden ist, schreibt die konservativeMorning Post" unter der ÜberschriftMoskaus jüngste Intrige", es fei nicht schwierig, Moskaus störende Hand unter diesem Antrag an den Völkerbund zu sehen. Wenn der Nichteinmischungspakt von allen Mitglie­dern ehrlich eingehalten worden wäre, Halls kein Grund für diesen Appell bestanden. Aber es seien gerade die Herren in Moskau selbst, die Freunde der Antragsteller, die bie- Hauptverantwortung für'öen Zusam­menbruch des Paktes trügen. DieMorning Post" erinnert an den 7. Oktober, an dem bie Sowjetregierung plötzlich erklärt habe, daß sie sich nicht länger an das Abkommen gebunden fühle,|; falls nicht andere Länder ihre Unterstützung für die National-Regierung einstellten. Ohne auch nur die Prüfung dieser Beschuldigung abzuwarten, habe

Volk ohne Raum.

Reichsbankpräsident Schacht spricht auf der Festsitzung des Frankfurter Vereins für Geographie und Statistik.

Das Treiben der roten Werber.

Amsterdam, 9. Dez. (DNB.)Telegraaf" ver-

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sich in einem Büro für Emigranten aus Deutsch­land zu melden. Von hier wurde er zum Büro der französischen sozialistischen Jugend geschickt unb bann zumComite de Defensa del Pueblo Espanol,

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die Sowjetregierung von jener Zeit an die Bolsche- ' en* roiften mit ganzen Schiffsladungen von ' wetöam Kriegsmaterial beliefert. Als beleidigte 1 Wien nach Unschuld seien die Schützlinge Moskaus jetzt nach I bejanben jid Genf gegangen, man müsse sich angesichts alles

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London, 10. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der internationale Nichteinmischungsausschuß nahm die Vorschläge des Unterausschusses in der Frage der mittelbaren E i n m i s ch u n g <m. Die Ver­treter der Mitgliedsstaaten werden die Empfehlun­gen ihren Regierungen zur Stellung­nahme zuleiten, lieber die Sitzung wird eine umfangreiche amtliche Verlautbarung veröffentlicht, in der es heißt, der Vorsitzende Lord Plymouth habe erneut zum Ausdruck gebracht, daß die britische Regierung in der Frage der mittelbaren Ein­mischung und insbesondere auch in der Frage des Hinein strömens von Ausländern nach Spanien eine vordringlich zu behandelnde An­gelegenheit sehe.

Voischafier von Ribbentrop

gab bann folgenbe Erklärung ab:

Als meine Regierung ber internationalen Ver­einbarung der Nichteinmischung in Spanien bei­trat, wurde sie von dem ernsten Wunsche geleitet, das Prinzip der Nichteinmischung in der Praxis von Anfang an so wirksam wie nur möglich zu gestalten. Infolgedessen schlug meine Regierung bereits in ihrer Note vom 17. August vor, Maßnahmen gegen bie Abreise von Freiwilligen zu treffen. Diese Frage würbe später erneut mit unserer Unter­stützung von bem italienischen Vertreter aufgewor­fen, ohne baß wir hiermit jedoch in ben verschiede­nen Sitzungen des Unterkomitees Erfolg gehabt ha­ben. Ich muß daher meine Überraschung darüber ausdrücken, daß diese Frage die ihr gebührende Beachtung erst jetzt findet."

Es ist allgemein bekannt, daß seit einer lan­gen Zeit Tausende von Freiwilligen verschiedener Nattonalität für bie Roten kämp- f e n. Ich möchte heute nur erwähnen, daß ein Parlamentsmitglied am 1. Dezember im Unterhaus erklärt hat, daß lediglich bie Interventionen aus­ländischer Freiwilliger die nationalen Truppen daran verhindert haben, Madrid zu erobern. Diese Feststellung ist sicherlich seinerzeit Ihrer Aufmerk­samkeit nicht entgangen.

Nachrichten aus zuverlässigen Quellen besagen weiterhin, daß 2 5 000 Franzosen und etwa 35000 $ orojetruf fett gegenwär­tig in den Reihen der roten Regierung kämpfen. Eine ernsthafte französische Zeitung berichtet, daß 500 Franzosen, 200 Deckoffiziere und 100 Marineoffiziere aus der Sowjetunion d i e Flotte der sogenannten spanischen Regierung bemannen werden. Dieser Zustrom von Freiwilligen aus vielen Ländern und besonders aus Sowjetruhland ist seit langer Zeit wohlbekannt, ohne daß irgendjemand versucht hat, hiergegen zu prote­stieren oder Abwehrmaßnahmen vorzuschlagen.

In Uebereinftimmung mit ber von meiner Re­gierung eingenommenen Haltung unterstützt Deutschland voll und ganz den Appell des britischen Außenministers an bas Komitee, bem Zustrom von Freiwilligen nach Spa­nien Einhalt zu gebieten. Wenn meine Regierung biesem Appell ihre volle Unterstützung gewährt, so perbinbet sie aber hiermit bie logische Forderung, daß das Komitee nunmehr das Gesamtpro­blem der indirekten Einmischung an­greifen möge.

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Bor neuen Zwangsmaßnahmen gegen deutsche Schulen in polen.

Kattowitz, 9. Dez. (DNB.) Mehrere polnische Blätter in Ostoberschlesien kündigen neue Zwang»" maßnahmen gegen bas beutsche Schulwesen in Polen, insbesonbere in Ostoberschlesien, an. Diese Maßnahmen werben mit bem Vorgegen gegen die beiden deutschen Privatgymnasien in Posen

den fllr fernen Selbstmordentschluß antwortet Frank­furter unbestimmt unb ausweichend.

Vorsitzender: Als Sie den Revolver kauften, dach­ten Sie da nur an Selbstmord?

Angeklagter: Ja, zunächst. Es war weder ein fester Entschluß, als ein Hang danach.

Der Angeklagte muß dann zugeben, daß er mit dem Revolver Schießübungen auf einem Schießplatz gemacht hat.

Vorsitzender: Warum haben Sie den Selbstmord nicht ausgesührt?

Angeklagter: Ich konnte nicht.

Vorsitzender: Haben Sie nicht den Mut gehabt? Der Angeklagte schweigt.

Vorsitzender: Als Sie den Mord ausgeführt hat­ten, hätten Sie doch einen Grund gehabt, ben Selbst­mord auszuführen. Weshalb haben Sie es benn ba nicht getan?

Der Angeklagte schweigt erneut.

DasGutachten des psychiatrischen Sachverständigen.

Der Präsibent gibt nach ber Mittagspause dem psychiatrischen Sachverstänbigen, Dr. Jörger, bas Wort. Der Sachverständige gibt eine Schilde­rung der Tat und der von dem Angeklagten in der Voruntersuchung angegebenen Beweggründe, ferner eine Darstellung der aktenmäßigen Kran­kengeschichte Frankfurters sowie die Ergebnisse sei­ner eigenen Beobachtungen. Nach diesen haben sich keine Anhaltspunkte für das Beste­hen einer geistigen Erkrankung ergeben. Auch die Tat Frankfurters könne nicht mit krank­haften Zeichen der Psyche in Zusammenhang ge­bracht werden. Die Einsicht in die Straf­barkeit der Handlung sei auch in der von Frankfurter behaupteten Depression der letzten Zeit nicht aufgehoben gewesen. Im Gegensatz zu Frankfurter, der gestanden hat, die Tat aus politischem Haß verübt zu haben, sagt der Sachver­ständige:Der Fall Frankfurter stellt sich nicht als ein Problem äußerer Einwirkungen dar, sondern er ist in erster Linie ein Problem innerer seelischer Konflikte, die zu einer Explosion kamen, weil sie unhaltbar und unlösbar geworden waren." Der politische Haß, aus dem heraus Frankfurter nach seiner eigener Erklärung gehandelt haben will, habe nur eine nevensächliche Rolle gespielt. Am Schluß seines Gutachtens plädiert der Sachverständige regelrecht, indem er von einem Drang nach seelischer Befreiung spricht, der, wäre nicht zufällig das Problem Nationalsozialismus-Juden­tum als greifbarstes in der Nähe gelegen, irgend­eine andere Losung, beispielsweise in einer Brand­stiftung, hätte suchen müssen. Die Konstruktion eines Dranges nach seelischer Befreiung rührt an bie Grunblagen einer gefunben Rechtsauffassung und Strafrechtspflege. Es ist der aleiche Drang, auf den sich bisher noch alle großen Verbrecher be­rufen haben. Wenn der Sachverständige am Schluß das Selbstmordmotiv als Primäre bezeich­net, wobei er die mehr als eigenartige Formulie­rung findet:Der Selbsterhaltungstrieb Frankfur­ters hat die Kugel von ihm selbst auf einen ande­ren abgelenkt" so hat ihm der Angeklagte bei seiner Vernehmung selbst widersprochen, indem er nicht von einem festen Entschluß zum Selbstmord, sondern nur von einem Hang 3um Entschluß ge­sprochen hat.

DieVernehmung desAngellaglen wird fortgesetzt.

Zunächst wurden Aussagen der Berner Zeugen verlesen: so der Z i m m e r m i r t i n, bie über ben Lebenswanbel Frankfurters berichtet, der meist bis in ben Mittag schlief, abends ins Kino ging ober Karten spielte, unb der gegenüber er auch, als sie ihn nach ber Pistole fragte, erklärt hatte, baß er nicht die Absicht habe, Selbstmord zu begehen, selbst wenn er durchs Examen fiele, denn bas könne er ja noch einmal machen.

Dann wirb die Vernehmung Frankfur­ters durch den Präsidenten fortgesetzt, wobei un­schwer erkennbar ist, daß Frankfurter eine ganz bestimmte Taktik verfolgt, nämlich seine ursprüng­lichen Aussagen bei den Vernehmungen, wonach er ohne Zweifel mit Vorbedacht und Ueberlegung den Mord verübte, nunmehr abzuschwächen. Der Präsident hält Frankfurter vor, daß er auf den Boden einer Zigarettenschachtel auch etwas von einer Selbstmordabsicht geschrieben habe. Frank­furter, der behauptet, sich nicht daran zu erinnern, muß bann ben jugoslawischen Text selbst übertra­gen. Er liest vor:Montag, 3. Februar 1936, 1/-1O Uhr. Es soll ausgeführt werden, das Urteil. Vorher antelephonieren und fragen, ob zuhause." Der Vorsitzende weist darauf hin, daß mit dem Urteil" der Mordanschlag auf Gustloff gemeint sei. Der Angeklagte liest dann weiter:Wenn er nicht herunterkommt, versuchen, mit einer Flucht und Selbstverurteilung ausführen, einen ober zwei Schüsse in ben Mund."

Der Vorsitzende hält ihm vor, daß er jedenfalls vor dem Selb st mord einen Angehöri­gen der NSDAP, töten wollte, worauf der Angeklagte sagt, baß es keine festen Pläne und Absichten gewesen seien, von denen er auch rein gefühlsmäßig wieder abgekommen sei. Vorsitzender: Der Plan ist nicht plötzlich entstanden. Wann haben Sie beschlossen, einen ,Nazll zu töten?" An­geklagter:Beschlossen habe ich es nie. Ich habe bis zum letzten Moment geschwankt."

Rach dieser Erklärung weist der Vorsitzende den Angeklagten darauf hin, daß er den Plan nach seinem eigenen Geständ­nis wochenlang vor der Ausfüh­rung gefaßt habe und daß er zunächst einen Rationalsozialisten und erst danach sich selbst töten wollte. Frankfurter behauptet hier­zu, das sei keine Ueberlegung gewesen, sondern eine Sache nach der Stimmung und den momentanen Eindrücken, die er bekommen habe. Wenn er kühler und nüchterner geworden sei, habe er versucht, diese Gedanken zurück- zudrängen. Es habe Momente gegeben, wo ein kleiner Anlaß für ihn genügt habe, alles über Bord zu werfen. Der Vorsitzende betont noch­mals, daß Frankfurter immerhin sich einige Wochen vorher mit dem Gedanken befaßt und auch Vorbereitungen für die Ausführung getroffen, die Pistole und zweimal

Munition gekauft habe.

Der Kantongerichtspräsident schneidet bann die Frgge nach ben Hintermännern, nach Mit­wissern. Anstiftern ober Gehilfen an. Der Ange­klagte streitet alle solchen Beziehungen ab unb er­klärt, als ber Präsident mit ihm seinen gesamten Bekannten- unb Verwandtenkreis durchgeht, baß er seelische Hemmungen gehabt habe, mit diesen

öffentlicht Einzelheiten über bas Treiben marxi­stischer Werber für bieInternationale Sri gäbe" der spanischen Bolschewisten. Ein junger Holländer, der ben Werbern in die Hände gefallen war, berichtete, in bem Werbebüro bet Roten Internationalen Brigade erscheinen täglich Frauen, bie unter einer Flut von Tränen und Ver­wünschungen den marxistischen Werbern entgegen- schreien, daß sie den Vater ihrer Kinder durch be­trügerische Versprechungen ins Feuer des spanischen Bürgerkrieges geschickt hätten. Der junge Holländer erhielt im Volkshaus von Antwerpen 100 belgische Franken, um nach Paris zu fahren. Dort hatte er

Oman' ne n, bie m e i ft keine Ahnung davon hatten, ! -je der am baß sie in dieInternationale Rote Brigade" ein- j dos U

treten sollten. Sie waren vielmehr ber Meinung, -jtsbürg^r

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