wandte sich in Manchester gegen das Unifonnver- bot. Unter Anführung zahlreichen Beweismaterials verwies er darauf, daß die bestehenden Gesetze von Sozialisten und Kommuni st en immer wieder in unverschämte st er Weise gebrochen worden seien, ohne daß eiroas gegen diese Ruhestörer unternommen worden wäre. Die Regierung greife schon zu marxistischen und kommunistischen Mitteln, um den Fortschritt der Bewegung aufzuhalten, die sie am meisten fürchte.
Die „M o r n i n g Po st" fordert Verbot der Kommunistischen Partei. Das Blatt erklärt: Englands öffentliche Meinung widersetze sich natürlich jedem politischen Bekenntnis, das die verfassungsmäßige Freiheit der Engländer beein- trächtigen könnte. Daher werde die Einschränkung der Bewegungsfreiheit der englischen Faschisten weitgehend begrüßt. „Aber", fragt das Blatt, „ist der Kommunismus — siehe den spanischen Bürgerkrieg — eine g e r i n g e r e G e f a h r für die verfassungsmäßige Freiheit? Und wird die Verteidigung dieser Freiheit dadurch geschwächt oder ge- stärkt, daß man dem Kommunismus die Bahn freigibt? Was sieht das Gesetz für die öffentliche Ordnung vor, um jene unterirdische Agitation zu ver- hindern, die keine Uniform trägt und daher viel schwieriger zu überwachen und zu kontrollieren ist?"
Wenn unsere Minister das Land ernstlich vor Bewegungen schützen wollen, die unser altbewährtes Regierungssystem ebenso wie den Frieden der Städte bedrohen, dann müssen sie damit beginnen, sich ehrlich mit der anhaltenden und heimtückischen Einmischung einer Organisation auseinander- zusetzen wie der der Moskauer Komintern. Es ist bestimmt unerträglich, daß eine fremde und angeblich uns befreundete Macht in unserm Lande eine Agitation fördern und unterstützen darf, die nur ein einziges Ziel hat, nämlich einen U m st u r z her- aufzubeschwören. Wenn die Regierung einmal dabei ist, warum sollte sie dann nicht gleich ein Gesetz schaffen, durch das jede politische Organisation in unserem Lande, die vom Ausland unter- stützt wird, verboten wird.
Kleine politische Nachrichten.
Die Besprechungen des italienischen Außenministers Graf C i a n o mit dem österreichischen Bundeskanzler und dem Staatssekretär für Aeußeres waren von zahlreichen Veranstaltungen umrahmt. Gräfin Ciano besuchte die Gattin des Bundespräsidenten. Ein Festessen im Schloß Schönbrunn mit einer Galavorstellung in dem Barocktheater des Schlosses beendeten den ersten Tag des Staatsbesuches.
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Unter Führung von Prof, von Arnim und dem Landesgruppenleiter der NSDAP. Frankreich, S ch l e i r, weilen einige Mitglieder des Vorstandes der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Paris. Reichskriegsopferführer Ober- l i n d o b e r benutzte die Gelegenheit zu weiterer Fühlungnahme mit den französischen Frontkämpferverbänden. Auch Vertreter des Reichsnährstandes, des NS.-Rechtswahrerbundes, der NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude" konnten sich mit den auf gleichem Gebiet arbeitenden französischen Stellen in Verbindung setzen. Am Sonntag ehrte die Abordnung das Andenken der französischen Gefallenen. Das Comite France-Allemagne gab ein Essen, an dem auch Botschafter Graf Welczeck teilnahm. Der kriegsblinde Abgeordnete Scapini, Vorsitzender des Komitees, brachte einen Trinkspruch auf Deutschland und Frankreich aus.
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Der französische Haushaltsvoranschlag schließt mit einem Fehlbetrag von rund 3Vz Milliarden Franken ab. Der wirkliche Fehlbetrag ist jedoch viel höher, da beispielsweise die neuen Anforderungen für die Landesverteidigung dem Parlament in Sondervorlagen zugehen werden. Der Finanzminister muß zugeben, daß rein ziffernmäßig ein Ausgleich unmöglich ist, weil man, wie er behauptet, in den vorangegangenen Jahren eine „etwas tolle" Ausgabenpolitik getrieben habe.
Kunst und Wissenschaft.
Der Dramatiker Reinhard Goering f.
In der Nähe von Jena ist der Dramatiker Reinhard Goering im Alter von noch nicht 50 Jahren verstorben. Goering war 1887 auf Schloß Bieberstein bei Fulda geboren. Seine Dramen „Die Seeschlacht", „Der Erste", „Scapa Flow" und „Die Südpolarexpedition des Kapitäns Scott" sind über viele deutsche Bühnen gegangen. Goering, der für seine Dramen den Schiller-Preis und den Kleist- Preis erhalten hatte, lebte zeitweise in Finnland und hat später vergeblich versucht, sich als Arzt eine Existenz zu gründen.
Dr. Walter Groß erhält den Diekrich-Lckarl-Preis.
Der Hamburger Senat hat den Dietrich- Eckart-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg für das Jahr 1936 dem Leiter des Rassepolitischen Amtes der NSDAP., Dr. Walter Groß, verliehen. Die Verleihung ist damit begründet worden, daß Dr. Groß in seinen Arbeiten und Schriften die Probleme der Rassenfrage in wissenschaftlich überzeugender Weise der Volksgemeinschaft vor Augen geführt und verständlich gemacht hat. Die Uebergabe der Verleihungsurkunde wird im Februar 1937 in einem Staatsakt im Rathaus zusammen mit der Ueberreichung der Urkunde an den im Januar 1937 zu bestimmenden Preisträger des Lessing-Preises der Freien und Hansestadt Hamburg erfolgen.
Baldwin spricht auf dem Lordmayor-Bankett.
„Es gibt nur eine pflicht, sich zur Rettung Europas zusammenzuschließen."
Lordmayor-Zug im Zeichen der Ausrüstung.
London, 9. Nov. (DNB.) Der diesjährige Lordmayor-Umzug durch die Straßen der Londoner City stand ganz im Zeichen der englischen Aufrüstung und der neuen Rekrutierungspropaganda. Der Aufmarsch zeigte die Entwicklung der englischen Wehrmacht vom Jahre 1537 über die Zeit Cromwells, die napoleonischen Kriege, den Burenkrieg und den Weltkrieg bis zur Jetztzeit. Nach einer langen Folge historischer Truppen- und Marineabteilungen sah man eine Gruppe, die die in den Weltkrieg marschierenden Rekruten des Jahres 1914 zeigte, gefolgt von britischen Truppen in Frankreich und Flandern und in Gallipoli. Diese waren in ihren beschmutzten und abgerissenen Khaki-Uniformen besonders realistisch dargestellt. Hinter einer Abordnung des britischen Frontkämpferverbandes folgten zahlreiche Truppen — Marine- und Fliegerabteilungen, die den jetzigen Stand der britischen Wehrmacht zeigten. Zug um Zug marschierten die Infanterie-, Tank- und Flakformationen der Londoner Territorialregimenter ein. Schwere und leichte Tanks, vollbemannte Flakkanonen und Flakgeschütze rasselten durch die Straßen der Londoner City. Den Schluß des Umzuges bildeten die Vertreter der Londoner Gilden und Zünfte mit ihren bunten Kostümen und schließlich die von sechs Pferden gezogene Prunkkarosse des neuen Lordmayors von London, Sir George Bro ad- b r i d g e, der anschließend in den „Law Courts", den Sitz der Londoner Gerichtsbarkeit, unter großer Feierlichkeit in sein neues Amt eingeführt wurde.
Das Guildhall-Bankett.
Montag abend wurde in der Guildhall das Bankett des neuen Lordmayor veranstaltet, zu dem beinahe sämtliche Kabinettsmitglieder, das diplomatische Korps, die obersten englischen Richter und führende Persönlichkeiten der englischen Wehrmacht sowie der Kirche erschienen waren. Auch Botschafter von Ribbentrop befand sich unter den Gästen. Außenminister Eden brachte in überlieferter Weise die Gesundheit der ausländischen Botschafter aus, indem er ihnen für ihre Bemühungen um die Aufrechterhaltung guter Beziehungen zwischen ihren Ländern und England dankte. Er prach dann von dem Verlust, den der Tod des rüheren deutschen Botschafters von H o e s ch bereutet habe und hieß den neuen deutschen Bot- chafter von Ribbentrop unter dem herzlichen Beifall der Tischgäste in London willkommen. Von dem ebenfalls anwesenden polnischen Außenminister Beck sagte (Eben, daß er der Sache des Friedens große Dienste erwiesen habe.
Baldwin
ergriff darauf das Wort. Er erklärte: Die britische Regierung werde alle Versuche, die Hindernisse des internationalen Handels zu verringern, unterstützen. Baldwin sprach seine Befriedigung über das Handelsabkommen mit Italien aus, das eine schrittweise Rückkehr zu normalen Handelsbeziehungen zwischen den beiden Staaten ermöglichen werde. Er freue sich darüber, daß die Versicherung Edens, die englisch-italienischen Interessen im Mittelmeer seien nicht auseinanderlaufend, sondern sich ergänzend, in Italien gut ausgenommen worden fei. Er wolle einige Worte sagen über die Vorbereitungen für eine Konferenz zwischen den fünf Westmächten zur Aushandlung eines neuen Vertrages an Stelle des früheren Locarnovertrages. Die englische Regierung hoffe, daß dieser Pakt der erste Schritt zu einer europäischen Regelung sein werde.
Zu dem polnischen Außenminister Beck gewandt, sagte Baldwin, daß Polen in der Vergangenheit mehr als irgendeine andere Nation für die Sache der nationalen Freiheit gelitten habe, das heutige Polen habe ein großes Werk der nationalen Wiederbelebung vollbracht. Unter der Führung des Marschalls Pilsudski habe es seinen Platz in der Reihe der Großmächte gewonnen. Es habe seine durch den Krieg verwüsteten wirtschaftlichen Hilfsquellen neu organisiert und entwickelt. Polen besitze ferner d i e neueste Marine im heutigen Europa, der England als eine der ältesten Flottenmächte seine Grüße entbiete. Polnische Handelsschiffe seien in allen Meeren zu finden. Das Sinnbild der Leistungen Polens im Handel fei der Bau und die Entwicklung des großen Hafens von Gdingen gewesen. Auf diesem Gebiet wie auf allen anderen rechne England mit der Entwicklung einer engeren Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern, denen beiden die Sache des Weltfriedens ernstlich am Herzen liege.
Der Winisterpräfident wandte sich gegen den, wie er sich ausdrückte, „unverständlichen Wahnsinn" der A u s r ü st u n g ganz Europas, die eine Verbesserung des Lebensstandards der Völker verzögere und einen Krieg wahrscheinlich mache. Es gebe aber niemand im heutigen Europa, der nicht wisse, was ein Krieg auf die Dauer bedeute. Deshalb gebe es nur eine Pflicht für alle, nämlich f i ch z u -
fammenzufchließen und Europa zu retten. Wit Recht widme England jetzt feine Aufmerksamkeit feiner eigenen Verteidigung: „Ich bin bereit, unsere ganzen Anstrengungen, unbeachtet der Kosten an Menschen und Geld, dem zu widmen, was notwendig ist. Gleichzeitig bin ich mir aber des Wahnsinns von uns allen bewußt. Ich erkläre, daß die Verteidigung unserer Ration ln der gegenwärtigen Weltlage unvermeidlich ist, und wir sind entschlossen, in
dieser Hinsicht nichts unversucht zu lassen."
Baldwin äußerte hierauf die Ansicht, daß zukünftige Kriege möglicherweise den Charakter von „Religionskriegen" (?) haben könnten, wie man sie im Mittelalter gekannt habe. Es gebe heute geistige Auffassungen, deren Vertreter ihre Weltanschauung „bis zum Tode erzwingen" möchten. Man sitze hier niemals zu Gericht über die Ereignisse in ausländischen Staaten, aber er sei entschlossen, daß in England keine dieser „Gewalten" jemals triumphieren solle. In England sei kein Raum für irgendeine Form einer „organisierten Weltanschauung". England glaube, ohne über irgendjemand zu Gericht zu sitzen, daß es einen Beitrag zu den heutigen
Bedürfnissen der Welt zu leisten habe. Wenn dieser Beitrag verloren ginge, weil England seine Stellung in der Welt nicht aufrechterhalten könnte, dann wäre die Welt der Verlierer. Jede große Nation habe der Welt etwas zu geben. Englands Beitrag sei die „Freiheit des Geist e s" und es müsse bereit sein, im Notfall bis zum äußersten für diese Freiheit zu kämpfen. Ebenso wie in England nicht die Absicht bestehe, sich in die inneren Angelegenheiten irgendwelcher Länder einzumiscken, so dulde England auch keine Einmischung irgendeines anderen Landes in seine inneren Angelegenheiten. Die britische Regierung sei bereit und bemüht, jede Gelegenheit xu ergreifen, um das Anwachsen der Rüstungen aufzuhalten, eine Rü» stungsherabsetzung zu erzielen. Abrnachun- gen, die für den Frieden wirkten, beizutreten und von Europa die Furcht, von der es gegenwärtig beherrscht sei, zu entfernen. Bevor diese Furcht nicht beseitigt sei, sei keine Aussicht auf irgendeinen materiellen und geistigen Fortschritt der Menschheit vorhanden.
Schließlich unterstrich auch der englische Kriegsminister Duff C o o p e r die Notwendigkeit der englischen Aufrüstung mit der Erklärung, ein starkes England sei die beste Friedenssicherung.
Fortschreitende Entspannung zwischen England und Italien.
Mussolini schlägt ein Gentleman-Agreement über das Mittelmeer vor.
London, 9. Nov. (DNB.) Mussolini hat den Korrespondenten der „Daily Mail" Ward Price zu einer Unterredung empfangen. Auf die Frage, welchen praktischen Weg Mussolini für eine italienisch-englische Aussöhnung vorschlage antwortete Mussolini: „Ein Gentleman- 'Agreement, das ist mein Wunsch. Ein Nichtangriffspakt würde nur zu neuen Komplikationen führen. Ich möchte die Paktmanie, die sich jetzt austobt, nicht noch verstärken. Ich strebe eine Lösung an, die in der Form so einfach und klar wie möglich ist. Die englischen und italienischen Interessen im Mittelmeer widersprechen sich nicht, sondern ergänzen sich. Keine Nation kann sich den Luxus leisten, der anderen'in diesem Meer feindlich gegenüberzustehen. Das Abkommen ollte daher den gegenseitigen Schutz die- e r Jnteres sen fidjer ft eilen. Deshalb ollte es zweiseitig sein und sein Charakter derart, daß auch die anderen an das Mittelmeer angrenzenden Staaten wieder beruhigt werden. Eine Formel für dieses Abkommen zu finden, ist nicht schwierig. Aber die unerläßliche Voraussetzung für die Schaffung einer solchen Formel ist die neue geistige Atmosphäre, die im Entstehen ist. Diese neue Atmosphäre berechtigt zu dem Glauben, daß ein neues Blatt in der Geschichte der Beziehungen zwischen unseren beiden Völkern auf- geschlagen wird."
Reuters Korrespondent in Rom erklärt, es
sei eine wesentliche Entspannung zwischen England und Italien zu verzeichnen. Die Unterzeichnung des Wirtschaftsabkommens und die Zurückziehung der indischen Truppen aus Adois Abeba hätten schon zu einer Entspannung beigetragen. „M o r n i n g P o st" meint, es bestehe starke Wahrscheinlichkeit dafür, daß in Kürze ein Gentleman-Agreement abgeschlossen werde, dessen Ausgabe darin liege, das gegenseitige Mißtrauen zu beseitigen. Ein derartiges Abkommen könne in der Form eines Austausches von Briefen stattfinden, in denen die beiderseitigen Interessen im Mittelmeer gegenseitig anerkannt würden. Außerdem könnte sich jede Regierung vielleicht verpflichten, keine zweiseitigen Flottenabmachungen mit anderen Ländern zu schließen, ähnlich den Vereinbarungen, die Großbritannien während der Sanktionszeit mit Jugoslawien, Griechenland und der Türkei abgeschlossen hatte. Die „Daily Mail" erklärt, Mussolini werde gebeten werden, seine Ansichten über das neue Abkommen noch genau zu umreißen. Dem britischen Botschafter in Rom seien entsprechende Anweisungen erteilt worden. Wenn alles gut gehe, bestehe die Möglichkeit, daß Graf Ciano zu einer allgemeinen Aussprache nach London eingeladen werde. Es sei offensichtlich, daß die englische Regierung die augenblicklich günstige Lage nicht ungenutzt Dorübey gehen lassen wolle.
Der Kampf um die Hauptstadt.
Bombardement der von den Roten befestigten punkte innerhalb Madrids.
Salamanca, 10. Nov. (DNB. Funkspruch. Von unserem Sonderberichterstatter.) Nachdem die nattonalistischen Truppen der Zivilbevölkerung von Madrid 24 Stunden Zeit gelassen hatten, um sich in die von General Franco bezeichnete Zone zu begeben, die nicht bombardiert werden soll, begann am Montag d i e Beschießung der von den Roten befestigten Punkte der Hauptstadt. Artillerie und Flieger arbeiteten mit gutem Erfolg an der Zerschlagung des Widerstandes der Roten. Die nationalistischen Truppen halten das südliche Ufer des Manzanares besetzt, einschließlich der Brückenköpfe. Das Oberkommando will den Einmarsch in das Stadtinnere erst genehmigen, wenn die Gefahr von Angriffen aus dem Hinterhalt möglichst beseitigt ist. Die Roten haben vor ihrem Rückzug aus den südlich der Hauptstadt gelegenen Stellungen alle militärisch wichtigen technischen Einrichtungen zerstört. So wurden auf den Flugplätzen Getafe und Cuatro Vientos d i e Funkstationen abmontiert und fort- geschleppt. Die Flugplätze selbst sind durch Minen verseucht, die Fluahallen wurden stark beschädigt. Man nimmt an, daß auch innerhalb von Madrid von den Roten Tretminen eingebaut worden sind. Aus diesem Grunde soll bei der Besetzung mit größter Vorsicht vorgegangen werden, um unnötige Opfer zu vermeiden.
Die Kämpfe um den Park von Casa del Campo sind außerordentlich heftig gewesen. Die Roten benutzten jeden einzelnen der kräftigen alten Parkbäume als Deckung. Um jeden Baum und jeden Strauch mußte gekämpft werden, da hier keine Artillerie eingesetzt war. Die Entscheidung brachten marokkanische Truppen, die diese Art des Einzelkampfes gewohnt sind. Es gelang ihnen, eine ganze Kompanie der Roten ge
fangen zu nehmen. Einer nationalistischen Kavallerie-Abteilung unter dem Befehl des Obersten Mo- nafterio ist es am Montag gelungen, d i e Straße Madrid — Valencia wenige Kilometer südöstlich von Madrid abzuschneiden. Damit ist die einzige Fluchtmöglichkeit für die Roten unterbunden. Auch die Heranschaffung von Verstärkungen für die Roten aus Valencia ist damit unmöglich geworden.
Sowjettussische Truppen an der katalanischen Küste.
Französischer Krankenpfleger durch Rote zu Tode gemartert.
Paris, 10. Nov. (DNB. Funkspruch.) „Jour" veröffentlicht Enthüllungen eines Franzosen, der an Bord des sowjetrussischen Dampfers „Z y r t a n i n" nach Barcelona gekommen mar, uni auf Seiten der Roten zu kämpfen. Nach Zusammenstößen mit der Geheimpolizei der Gewerkschaften floh er. Er berichtet nun, wie ein französischer Krankenpfleger, der lediglich bemerkt hatte, „ein verwundeter Nationalist und ein verwundeter Marxist, das sind zwei Unglückliche", von den Roten zu Tode gemartert wurde. Sie banden ihm eine Sprengpatrone um den Leib und entzündeten sie. Die Explosion schleuderte den Rumpf des Krankenpflegers vier Stockwerke hoch. Sein Becken und feine Beine blieben am Boden liegen.
Der Flüchtling berichtet auch über das bei Barcelona an der Küste aufgestellte sowjetrussische Kriegsmaterial. Außerdem befinde sich dort ein sowjetrussisches Bataillon mit 41 Maschinengewehren und 10 Geschützen. Falls die
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