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ltr.264 Erster Blatt

186. Jahrgang

Dienstag, 10. November 1636

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Der Gedächtnismarsch des 9. November.

München, 9. Noo. (DNB.) Vor dem zur ewi­gen Erinnerungsstätte des deutschen Volkes gewor­denen Bürgerbräukeller sammelten sich am Vormittag die alten Kämpfer Adolf Hitlers, die schon vor 13 Jahren an seiner Seite geschritten, zu dem zur heiligen Ueberlieferung gewordenen Zug durch die Straßen des 9. November, der dem Gedenken der Blutzeugen geweiht ist. Im schlichten Braunhemd mit dem Blutorden an der Brust sind die Männe* des 9. November vor dem Bürgerbräu­keller versammelt. Kurz nach 11.30 Uhr erscheint, lebhaft begrüßt, Hermann Göring. Wenige Mi­nuten nach 12 Uhr trifft, begleitet von seinem ge­treuen Ulrich Graf, der Führer Adolf Hit­ler ein, und unmittelbar darauf, gibt Hermann Göring den Marschbefehl.

Der historische Zug setzt sich in Bewegung. Wiederum schreitet ihm Julius Streicher voran. Es folgt die von Obersturmbannführer Ratsherr Grimminger getragene Blutfahne. In der Führergruppe des 9. November 1923 schreiten mit dem Führer u. a. Ulrich Graf, Hermann Gö­ring, Himmler, Hühnlein, Dr. Weber und Frick. In der zweiten Reihe folgen Dr. Frank, Alfred Rosenberg, Amann, Buch, Fiedler, Robert Wagner und andere alte M Kämpfer des Führers. In der nächsten Reihe ficot man u. a. den Stellvertreter des Führers Ru- bnfi Heß, Hermann Esser, Bouhler, Chri­st: ' Weber und Maurice. Die übrigen Teil- n r des denkwürdigen Marsches vom 9. Novem- b . 1923 schließen sich in Achterreihen an. Es fol- P<.; Ute Reichsleiter, Gauleiter und stellvertretenden 0' :! 'ter, die Obergruppenführer und Gruppen- fi-d'.'r der SA., der SS., des NSKK., die Ober- a brer und Gebietsführer der HI., die Haupt- i r und Hauptamtsleiter der Reichsleitung, i? 'tsqaufllhrer des Reichsarbeitsdienstss.

!i lind feierlich lodern die Feuer von den Py- ! die die Namen der Toten der Bewegung - i Die großen dunkelroten Fahnen mit ihren nrn wallen von der Mitte der Straßen her- r Die vieltausendköpfige Menschenmenge zu b - Seiten des Weges sieht in ehrfürchtiger Er- (;eit den Zug. Die erschütternde Sy mph o- i d » s 9. N o v e m b e r ertönt aus den Laut- s, rn Dumpf dröhnt der Trommelwirbel und d9 Horst Wessel-Lied. Der erste Name wird verk'' ''et, als der Führer den ersten Pylon erreicht: Es ist der Name Dietrich Eckart, des prophe- tifr-ien und seherischen Freiheitsdichters. Ein Name folgt dem anderen, jeder eine eindrucksvolle Mah­nung zur Pflichterfüllung, zur Hingabe, zur Opfer­bereitschaft.

Den Rosenheimer Berg hinab geht der Zug durch das Spalier der SA. und die Menschenmauer der vielen tausend Volksgenossen, hinab zu den Lud­wig s b r ü ck e n , wo der Meißel des Künstlers für alle Zeiten die Erinnerung an den Marsch des 9. November 1923 festgehalten hat. Er bewegt sich durch die Zweibrücken - Straße über den Jsartor- Platz in das Tal. Er zieht über den Marien- platz, wo vom Rathausturm riesige Banner we­hen, biegt in die Weinstraße ein, um durch die Theatiner- und Perusastraße die Residenz­straße zu erreichen.

An der Feldherrnhalle.

Um 12.50 Uhr schwenkt der Zug in die Residenz­straße ein. Dor den Augen der ersten liegt der Ort des Todes und der Auferstehung: Die Feld­herrnhalle. Mehrere Pylonen gemahnen hier daran, daß die Reihe der Blutzeugen des National­sozialismus auch heute noch nicht abgeschlossen ist, daß auch das Jahr 1936 wieder neue Opfer ge­fordert hat: Denn zwischen den Namen Norkus und Horst Wessel leuchten von fünf Pylonen die

Namen Wilhelm G u st l o f f, Bernhard Schlo- t h a n, Günther Deskowski, Ernst Ludwig und Paul Fressonke, die erst in diesem Jahre ihre Treue zu Adolf Hitler mit dem Opfer ihres Lebens bezahlten.

Die klänge des Horst-Wessel-Liedes brechen ab. Der Zug ist am Mahnmal angelangt. Der Führer fleht wieder an jenem Platz, wo in dieser Stunde vor 13 Jahren 16 Nationalsozia­listen für ein neues Deutschland sich geopfert haben. 16 Salutschüsse krachen zum Himmel. Nach der letzten Salve tritt der Führer aus der Reihe, geht vor zum Mahn­mal und legt ernst und zutiefst ergriffen, einen riesigen Lorbeerkranz an der Stätte des Opfers nieder. Lin stummes Gedenken weiht der Führer feinen Helden und hebt den Arm zum Gruß, während die Vlutfahne sich senkt und die Weise vom guten Kameraden über den Platz klingt. Langsam schreitet der Führer wieder zur Straßenmitte zurück und jetzt geht gemessenen Schrittes Generalfeldmarschall von Blomberg, der den Zug an der Residenz

Ser Apvell aus

Ehernen Statuen gleich stehen Die Formationen der Bewegung auf dem Königsplatz in Erwartung des Marsches vom 9. November. An der Spitze d i e Leib standarte Adolf Hitler und die SS.- Standarte Deutschland, dahinter die Marschblöcke der SA., des NSKK., der Politischen Leiter, des Reichsarbeitsdienstes und der Hitler­jugend. Hell leuchtet die Herbstsonne über den wei­ten Platz und läßt die weißgrauen Quadersteine der monumentalen Bauten noch gewaltiger in ihrer Wirkung erscheinen. Nie erlöschend lohnt das Feuer aus den Opferschalen in den beiden Ehrentempeln. An den hohen, von dem siegreichen Adler gekrön­ten Masten vor der Ewigen Wache wehen die lan­gen Hakenkreuzbanner auf Halbmast. Nichts stört die Andacht der Tausende, die auf den Tribünen und auf den Stufen der Staatsgalerie und der Glyptothek den Platz umsäumen. Die Klänge des Deutschlandliedes aus den Lautsprechern künden das Nahen des Zuges vom 9. November. In gleich­mäßigen Takt hallt der Schritt der beiden SS.- Kompanien an der Spitze des Zuges über den wei­ten Platz. Dann grüßen die Tausende die Stan­darten und Feldzeichen der Bewegung, grüßen die Blutfahne, grüßen den Führer und seine Getreuen, die nun auf der freigehaltenen Bahn durch die Front der Formationen mitten über den Königs­platz aus die Propyläen zumarschieren. Diese Straße des Führers ist umsäumt von den Standarten, hin­ter denen die Formationen Front zur Mitte ge­macht haben. Die Kranzträger nehmen vor den Ehrentempeln an den Plätzen Aufstellung, auf denen vor einem Jahr zur selben Stunde die Särge standen. Fanfaren künden den Beginn der Toten­ehrung.

Der Führer ehrt die ersten Märtyrer.

Die Standarten, Fahnen und Formationen neh­men zur Ewigen Wache Front. Gefolgt von der Blutfahne und seiner Marschgruppe schreitet der Führer nun von den Propyläen wieder auf der Siegesstraße des Königlichen Platzes zur Ewigen Wache. Während der Musikzug der Leibstandarte Adolf Hitler den Trauermarfch der Bewegung spielt, senken sich die Fahnen ehrfurchtsvoll vor den

erwartet hat, vor das Mahnmal und legt gleichfalls einen mächtigen Lorbeerkranz als stummen Gruß an die Toten nieder. Dann hebt er den Marschallstab zum Gruß und ver­läßt ernst und schweigend den Platz. 3n der Straßenmitte begrüßt ihn mit einem warmen Händedruck der Führer. Dann reiht sich der Generalfeldmarschall mit dem Führer in das erste Glied des Zuges. Das Deutschlandlied schallt über die heilige Stätte und überflutet jubelnd und einem Bekenntnis gleich den Platz.

Der Marsch des 9. November nimmt feinen Fortgang. Aus dem Opfergang bis zur Feldyerrn- halle wird jetzt der Marsch des Sieges und des Triumphes. Auf der Höhe der Brienner- Straße macht der Zug noch einmal kurz halt. Die Kranzträger mit den Kränzen des Führers reihen sich ein. Im gleichen Augenblick setzen sich die Standarten unter Vorantritt zweier Kompanien der Leibstandarte Adolf Hitler an die Spitze des Zuges, der jetzt zum Königlichen Platz marschiert, zur Ewigen Wache, dorthin, wo die Sarko- phaae die Asche und die Gebeine der 16 ersten Blutzeuaen der Bemeauna beroen.

dem koiiMpm-,.

großen Toten. Dann ruft der Sprecher der Partei, Gauleiter Adolf Wagner:Zum Appell!" Unter feierlicher Stille ruft er die Namen der 16 ersten Märtyrer, der Helden vom 9. November 1923, auf, und bei jedem Namen antworten die Männer auf dem Königsplatz im Namen der gesamten Partei mit einem weithin schallendenHier!" Der Spiel­mannszug der Leibstandarte Adolf Hitler erweist jedem Toten durch die Vergatterung die militärische Ehrenbezeugung und die Kranzträger nehmen in den Ehrentempeln an den Sarkophagen der Auf­gerufenen Aufstellung. Während nach dem Kom­mando:Ewige Wache raus!" der dumpfe Trom­melwirbel ertönt, legt der Führer an jedem Sarg der Ewigen Wache einen Kranz nieder. Jedem von ihnen weiht er eine stille Minute des Geden­kens und der Erinnerung, der Dankbarkeit und des Gelöbnisses. Tief ergriffen verfolgen die Taufende auf dem Platz diesen Augenblick.

Nachdem der Führer die Ehrentempel verlassen hat, marschiert unter dröhnendem Trommelwirbel die Wachparade der SS.-Standarte Deutschland über den Königsplatz zur Ewigen Wache. Nach der Meldung gibt der Führer den Befehl, daß die Wache aufzieht. Unter klingendem Spiel marschiert sodann die Wachkompanie vor dem Führer vorbei.

Der Sprecher der Partei verkündet den Sinn dieser Feierstunde:Der Appell der Ewigen Wache ist beendet. Die Nationalsozialisten, die Rotmord und Reaktion am 9. November 1923 vor 13 Jahren erschossen haben, stehen im vierten Jahr des Drit­ten Reiches, im Jahre der Ehre 1936, wieder auf. Sie beziehen am Königlichen Platz zu München die Ewige Wache". Aus dem Munde des Spre­chers erklingt das KommandoDie Fahnen hoch!" und während der Musikzug der Leibstandarte zum Abschluß des Appells das Horst-Wessel-Lied into­niert, werden die bisher auf Halbmast gesetzten Fahnen an den Masten vor der Ewigen Wache hochgezogen. Gefolgt von seinen Getreuen verläßt der Führer ehrfurchtsvoll begrüßt von der Menge die feierliche Stätte. Der Abend des 9. Novem­ber vereinigte die gesamte Führerschaft der NSDAP., mit dem Führer an oer Spitze, auf einige Stunden im Festfaal des Alten Rathauses in München.

Gedenkfeier im Hose des Generalkommandos.

Wie im Vorjahr so fand auch heute um die zehnte Vormittagsstunde im Hofe des Gene­ralkommandos des VII. Armeekorps eine Gedenkfeier für die Kameraden des Bundes Reichskriegsflagge" Theodor Casella und Mar­tin F a u ft statt, die zu den Opfern des 9. Novem­ber gehören. Die Gedenktafeln für diese beiden Frei­heitskämpfer waren mit Lorbeerbäumen, mit dem Hakenkreuzbanner und der Reichskriegsflagge ge­schmückt. In der Mitternacht zum 9. November war vor dem Gebäude und vor der Gedenktafel ein Ehrendoppelpoften der Wehrmacht und der SS. aufgezogen. Um 9.30 Uhr nahm eine Ehrenkom­panie der Wehrmacht mit Musik und ein Ehrenzug der SS.-Standarte Deutschland Aufstellung. Zu bei­den Seiten der Gedenktafeln hatten Offiziere, Be­amte, Unteroffiziere und Mannschaften des Gene­ralkommandos, ferner die Angehörigen der beiden Ermordeten und die ehemaligen Kameraden des BundesReichskriegsflagge" ihre Plätze. Beim Ein­treffen des Reichsführers SS. Himmler und des Kommandierenden Generals des VII. Armeekorps, General der Artillerie v. Reichenau, ferner des Korpsführer Hühnlein, präsentierte die Abtei­lung der Wehrmacht, und der Musikzug der SS.- Standarte Deutschland spielte den Präsentiermarsch. Nach dem Abschreiten der Front durch den Kom­mandierenden General und den Reichsführer SS. erklang das Lied vom guten Kameraden.

Darauf gedachte Reichsführer SS. Himmler in kurzen Worten der beiden Freiheitskämpfer Er führte u. a. aus: Vor 13 Jahren standen wir mit Angehörigen derReichskriegsflagge" hier an die­sem Gebäude und in diesem Hofe. Ihr beiden Ka­meraden Casella und Faust seid hier gefallen. Jedes Jahr am 9. November seit dem Neuerstehen des Deutschen Reiches versammeln sich die Vertreter der Wehrmacht und die Vertreter des Kampfbundes als Brüder in diesem Hofe, als Brüder an dieser Stelle, wo ihr gefallen seid, und gedenken eurer. Euer Blut i ft der beste Kitt geworden für alle, die an diesem neuen Deutschland Adolf Hitlers arbeiten dürfen und können. Im Zeichen der Einig­keit Deutschlands und der Bruderliebe lege ich im Namen aller früheren Kameraden, im Namen der Bewegung diesen Kranz nieder an der Stelle, an der ihr eiivft gefallen seid.

General v. Reichenau sprach folgenden Weihe­spruch:Dem Gedenken der tapferen Toten. Ihr Geist des Opfers für einen Glauben wird stets in diesem Hause lebendig sein." Auch der General widmete einen Kranz mit der Schleife:Den tap­feren Toten. Der Kommandierende General des VI. Armeekorps." Mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied fand diese schlichte, aber ein­drucksvolle Ehrung ihr Ende.

Ehrungen durch den Führer.

M ü n ch e n, 9. Nov. (DNB.) Nach dem Abschluß der Feierstunde auf dem Königlichen Platz begab sich der Führer in den Senatorensaal des Braunen Hauses, wo er den Reichsleitern Hier! und Dr. Dietrich, dem Korpsführer Hühnlein, der Reichsfrauenführerin Scholz- Klink und dem Reichsärzteführer Dr. Wagner das Goldene Ehrenzeichen der Partei in Anerkennung ihrer Leistungen für die Bewegung persönlich überreichte. Dem krankheitshalber nicht an­wesenden Reichsleiter Darre sowie dem Haupt­amtsleiter H i l g e n f e l d t wurde ebenfalls das Goldene Ehrenzeichen der Partei vom Führer ver­liehen.

den Särgen der ersten 16 Blutzeugen der Bewegung Kränze en Führer, wie er durch die breite Gaffe der Standarten zur

Am Königsplatz legt der Führer an 1 w niebar Vor der Blutfahne sieht man den Führer, ... _______v _________ _

nicöar. 4Jor oer u ^Ewigen Wache" schreitet. - (Scherl-Bilderdienst-M.)

Der Marsch des 9. November vom Bürgerbräukeller zur Feldherrnhalle. Voran Frankenführer Streicher, dann die Blutfahne; dahinter Adolf Hitler inmitten feiner getreuen Kämpfer. (Scherl-Bilderdienst-M.j