siegreichen Schützen wurden gegen Abend die Gaben in feierlichem Zuge ins Haus gebracht, während der Hammelschütze von dem Vorstand der Ausschußge- ^ellschaft und den Sektionen vor das Schloß begleitet wurde, wo ihm der Graf die Hammelmünze überreichte. Am Abend und noch während der Nacht herrschte auf der „Helle" frohes Volksfesttreiben.
Der dritte Ausschußtag (Dienstag) begann mit dem alljährlich durchgeführten Ferkel- und
Krämermarkt. Etwa 200 Ferkel standen zum Verkauf, die zu Durchschnittspreisen von 25 bis 35 Mark je nach Alter abgesetzt wurden. Am Nachmittag versammelten sich die Kinder vor dem Hause des Hauptmanns und zogen mit ihm, sowie dem gesamten Vorstand der Ausschußgesellschaft nach dem Festplatz, wo bei Volksbelustigung und Kinderspielen, wie Hahnenschlag, Wettlauf usw. das schöne Fest seinen Ausklang fand.
Mission, sich seiner Pflicht als evangelischer Christ voll und ganz bewußt zu sein.
Mit dem Lied „Ach bleib mit deiner Gnade" wurde das Fest geschlossen, das wegen des dauernden Regens nicht sehr viel auswärtige Gäste sah, aber um so mehr eine festlich gestimmte, feiernde Gemeinde, die ihr einzig schönes Gotteshaus bis auf den letzten Platz füllte. Die Kollekte betrug 80 Mark.
20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation: „Volk, flieg wieder!" 20.45: Unterhaltungskonzert.
22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtmusik.
Donnerstag. 11. Juni.
6 Uhr: Choral — Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Musik am
SS.Hauptversammlung des DHL. in Schlüchtern
auch
von
vlab oder braun — was wählen Sie?
C Sf
36 Fortsetzung
Nachdruck verboten!
Sieht nicht ein braungebrannter Mensch viel gesünder und sportlicher aus? Also: wer sein Aussehen verbessern will, der bräunt sich mit Sonne u. Nivea! Aber stark genug einreiben!
-h Treis a. d. Lumda, 9. Juni. Die Evangelisch-kirchliche Frauenhilfe zu Treis a. d. Lumda, die im November 1910 ins Leben gerufen worden war, hätte schon im vorigen Jahr ihr 25jähriges Jubiläum feiern können. Man verschob aber die Feier, um sie mit dem für dieses Jahr auf den jüngsten Sonntag anberaumten Frauentreffen der Evangelischkirchlichen Frauenhilfen des Kreises Gießen zu verbinden.
Im Festgottesdienst des Vormittags gedachte der Ortspfarrer des Jubeloereins, wies auf die Aufgaben der kirchlichen Frauenhilfe hin und ermahnte zum Festhalt im Glauben, zum Wachsen in der Liebe und zur Treue in der Vereinsarbeit. Der Airchenchor verschönte die Feier durch den Vortrag von zwei Chören.
In der Mittagszeit brachten zwei Extrazüge von Grünberg und Lollar her die Frauenhilfen des oberen und des unteren Lumdatals, dazu noch die von Göbelnrod, Lehnheim, Bersrod und Beuern, insgesamt über 900 Frauen, zum Frauentreffen hierher. Wegen des regnerischen Wetters konnte die Feier leider nicht auf dem hergerichteten Festplatz im Freien abgehalten, sondern mußte als Paralleloersammlung in der Kirche und in Mills Saal durchgeführt werden.
In der Kirche predigte Pfarrer Schmidt (Laubach) im Anschluß an Jesaia Kap. 6 über die Sendung der evangelischen Frau. In Mills Saal, der vom Besitzer in dankenswerter Weise kostenlos zur Verfügung gestellt worden war, begrüßte nach einem von der Versammlung unter Begleitung des hiesigen Posaunenchores gesungenen Choral zunächst die Vorsitzende der Frauenhilfen des Kreises, Frau Kreuder (Gießen), die Versammelten und den Jubelverein, dem sie ein Festgedicht gewidmet! hatte, und erstattete den Jahresbericht des Kreis-
gend. Direktor Röhricht schilderte im Anschluß an das Wort Matth. XX, 28 den Weg der Kirche als den Weg des Dienstes, einst von dem Herrn der Kirche klar vorgezeichnet und von Luther wieder von neuem gewiesen. Wichern mit seinem Rauhen Haus 1833 bei Hamburg, und Fliedner mit seiner Diakonissenanstalt in Kaiserswerth 1836 gegründet, sind die beiden Kraftzentralen, von. denen in den
unteren Geschoß mit massiven Steinen ausgeführt, am besten vielleicht Zementtuffsteine, und erhält ein oberes Geschoß in Fachwerk aufgesetzt, so daß da
höheren Preis erzielen, die Konkurrenz würde uns nicht ins Gehege kommen —"
Schlottmann sah sich beinah mitleidig an:
„Und das soll ich Ihnen glauben, Fräulein Zedlitz? Wenn ein Kunsthändler Bilder wirklich für wertvoll hält, wird er sich hüten, den Käufer an jemand anders zu weisen."
„Aber ich habe doch in diesem Sinne dem französischen Kunsthändler geschrieben."
„Auch das ist uns bekannt, der Brief ist in unseren Händen. Aber er beweist uns nur, daß Sie es verstanden, mit Hilfe Torssons die Deoisenschiebung irgendwie zu decken."
„Wenn Sie mir nicht glauben, habe ich kein Mittel, Ihnen meine Unschuld zu beweisen."
In Benedikte kämpfte die Verzweiflung mit einer tiefen Empörung. Gab es das, daß ein unschuldiger Mensch verdächtigt wurde, daß man jedes seiner Worte als Lüge nahm? Was sollte sie nur tun, um diese unglückselige Geschichte, deren Hintergründe sie nicht verstand, aufzuklären? Wie jammervoll allein war sie, wie entsetzlich verlassen! Sie kämpffe mit ihren Tränen.
„Nun, lassen wir zunächst einmal Ihre Sache, Fräulein Zedlitz, wenden wir uns erst mal Ihrem Vetter zu. Vielleicht ist er der Schuldige, vielleicht wollen Sie ihn schützen. Aber das wäre sehr töricht. Wir sind der ganzen Devisenschieberbande auf der Spur, es entgeht uns keiner mehr. Sie können Ihren Vetter nicht mehr retten, reiten Sie sich also nicht immer mehr hinein und Überlassen Sie ihn seinem Schicksal."
„Hans-Hermann ist also wirklich beteiligt?" fragte Benedikte entsetzt. Und dann war es doch mit ihrer Fassung vorbei. Sie warf sich über den Tisch, sie schluchzte, sie wußte nicht, daß sie in ihrer Verzweiflung immerfort den einen Namen vor sich hin sagte: „Jens, Jens!"
Der Kriminalkommissar horchte auf. „Wer ist denn das, Jens? Don wem sprechen Sie denn da?"
Benedikte fuhr zusammen. Um Gottes willen! Brachte sie da noch jemanden in Gefahr, den ge- liebteften Menschen? — Aber ehe sie noch etwas antworten konnte, wurde plötzlich die Tür aufgerissen.
„Wer ist denn das?" fragte der Kommissar fassungslos. Das braune Negergesicht Josuas erschien in der Tür, entsetzt, erschreckt, verstört.
„Was wollen Sie denn hier?" fragte der Kommissar. „Wer sind Sie?"
„Wegen Hans-Hermann?", fragte Benedikte mit zitternder Stimme.
In den Augen des Beamten blitzte es auf:
„Ah so, Ihr Vetter ist also tatsächlich mitbeteiligt bei diesem Devisenschmuggel?"
Benedikte fuhr zurück. Mit irren Augen sah sie den Beamten an:
„Devisenschmuggel?"
Was meinte der Beamte nur? Sie machte eine hilflose Bewegung.
„Ich habe keine Ahnung, Herr Kommissar."
Kriminalkommissar Schlottmann sah sie streng an.
„Es hat wenig Zweck, wenn Sie mir etwas vor- lügen, Fräulein Zedlitz. Sind eine Reihe Bilder Ihres verstorbenen Onkels" — er sah in seinem Notizbuch nach — „Ihres verstorbenen Onkels Hubert Zedlitz nach Paris gegangen?"
„Allerdings, aber — das ist doch nicht verboten?"
Schlottmann lächelte ironisch:
„Allerdings nicht, Fräulein Zedlitz. Aber, was verboten ist, und weswegen ich Sie vernehmen muß: Wieso kamen in die Rahmen der Bilder und zwischen die Leinwand Devisen? Was wissen Sie mir darüber zu sagen?"
Benedikte öffnete den Mund Sie wollte etwas erwidern, aber die Stimme gehorchte ihr einfach nicht.
„Lassen Sie sich Zeit, Fräulein Zedlitz. Sammeln Sie Ihre Gedanken. Aber dann erzählen Sie möglichst alles. Ich rate Ihnen gut, wenn Sie Ihre Lage erleichtern wollen, können Sie es nur durch völlige Offenheit."
Benedikte preßte die Finger in die Handflächen, oaß es schmerzte. Sie mußte sich zur Ruhe zwingen, sie mußte diesem ungeheuerlichen Verdacht begegnen können. Sie begriff das alles nicht, aber sie verstand, sie war in höchster Gefahr, gelang es ihr nicht, den Verdacht völlig zu entkräften.
„Herr Kommissar", — ihre Stimme zitterte, gewann dann aber Festigkeit — „ich versichere Ihnen, bei allem, was mir heilig ist, ich habe nicht die geringste Ahnung von diesen Dingen gehabt. Ich übergab Herrn Kunsthändler Torsson den Verkauf der Bilder in Paris?"
„Stimmt, Torsson ist uns genannt worden. Aber wieso schreiben Sie dann nach Paris, wieso veranlaßten Sie den Verkauf der Bilder und die Ausstellung dort? Wenn Sie die Sache Torsson Übergeben hatten, hatte er sich doch darum zu kümmern."
„Er sagte, es wäre besser, wir würben einen
Gutenberg-Ecke
im Mainzer Hauplbahnhos.
LPD. Mainz, 9. Juni. In der Fahrkar- ten-Verkaufshalle des Mainzer Hauptbahnhofs hat die Reichsbahndirektion eine schlichte Ausstellung einrichten lassen, die auf den Erfinder der Buchdruckerkunst hinweist. Im Mittelpunkt der kleinen Schau steht eine Reproduktion aus dem ersten Bibeldruck Gutenbergs. Es ist geplant, diese Gutenberg-Ecke durch Aufstellung einer Büste und Auslegung weiterer Drucke zu einer dauernden Einrichtung zu machen.
Vater und Sohn wegen Untreue verurteilt.
LPD. Mainz, 9. Juni. Wegen fortgesetzter Untreue und Unterschlagung verurteilte die Zweite Große Strafkammer den ehemaligen 56jährigen Rechner der Spar- und Darlehenskasse in Bretzenheim, Wilhelm Heinrich Weimer, zu zwei Jahren Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe. Sein 26jähriger Sohn, der als Angeftell- ter der Kaffe gemeinsam mit seinem Vater die gleichen Verbrechen begangen hatte und außerdem noch Urkunden fälschte, erhielt zwei Jahre einen Monat Gefängnis, sowie ebenfalls 5000 Mark Geldstrafe. Vater und Sohn haben der Kasse etwa 19 0 0 0 Mark veruntreut.
wurden die auswärtigen Gäste in den Häusern unserer Bevölkerung mit Kaffee und Kuchen be
wirtet. Der Posaunenchor, der die Gäste am Bahnhof mit Musik abgeholt hatte, begleitete sie wieder zu den Abendzügen.
Schwester Irma, früher in der Zuflucht ____
Gießen die Leiterin, jetzt in Mainz, gab in heiteren und ernsten Erlebnissen packende Bilder aus ihrer helfenden und beratenden Tätigkeit, dabei mütterlich sorgende Worte spendend für Eltern und Ju-
Dekanatsfest des Dekanats Gießen für Innere Mission in Leihgestern.
Die diesjährige Hauptversammlung des V H C. fand am 6. und 7. Juni in Schlüchtern statt, verbunden mit der Feier des 25jährigen Bestehens des Zweigvereins Schlüchtern. Letztere fand am Samstagabend in der Turnhalle statt. Am Samstagnachmittag wurde die Beiratssitzung der Vertreter der Zweigvereine unter Leitung von Dr. Bruchhäuser abgehalten, um die Verhandlungsgegenstände für die Hauptversammlung oorzubereiten.
In der am Sonntagvormittag stattgehabten 5 5. Hauptversammlung war die Partei durch den Ortsgruppen- und stellvertretenden Kreisleiter vertreten. Die übrigen geladenen Behörden und Stellen hatten wegen Verhinderung Grüße gesandt. Mit besonderer Freude wurde der Ehrenvorsitzende Karl Link begrüßt. Nach der Ehrung der im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder machte der Leiter der Versammlung, Dr. Bruchhäuser, Mitteilung von dem Ergebnis der Beiratssitzung. Vorn nächsten Jahre ab wird das jährliche Hohe- rodskopfsest gemeinsam mit der Turner- schaft abgehalten werden. Eine selbständige A u t o 1 i n i e zum Hoherodskopf ist von der Post- direktion abgeschlagen worden, dagegen wird die Autolinie Ulrichstein—Schotten Stichfahrten zum Hoherodskopf ausführen. Der Bismarckturm auf dem Taufstein muß ausgebessert werden, die Kosten werden 500 Mark betragen. Der vom Der- einsführer bekanntgegebene Tätigkeitsbericht, Wegebezeichnungen, Wanderungen, Vorträge in den Zweigvereinen,- Bergwacht und Naturschutz umfassend, wurde von der Versammlung gutgeheißen. Eine Fahrpreisermäßigung bei der Bahn wurde abgeschlagen, trotzdem die Wandervereine gute Kunden der Bahn sind.
Werbewart L. Dem (Offenbach) forderte zu reger Werbung auf. Er konnte den fleißigsten Werbern goldene Werbenadeln überreichen, darunter dem Vereinsführer Dr. Bruchhäuser für neun geworbene Mitglieder.
Die vom Rechner Glock (Schotten) geführte Rechnung gab zu Anständen feinen Anlaß. Die in diesem Jahre erforderliche Neuwahl des Vereinsführers des Gesamt-VH C. wurde unter der Leitung des Ehrenvorsitzenden Karl Link Dorgenommen, und sie ergab die e i n ft i m m i g e Wiederwahl des seitherigen Vereinsführers Dr. Bruchhäuser, der seinerseits seine Mitarbeiter bestimmen wird.
Der wichtigste Beratungsgegenstand war der geplante Erweiterungsbau auf dem Hoherodskopf. Dem zunehmenden starken Fremdenverkehr sind die beiden Klubhäuser nicht mehr gewachsen. Da die Südfront erneuert werden muß, sieht der Plan des Architekten, VHCBr. Schmidt, eine Erweiterung des Wirtschaftsraumes und Unterkellerung der alten Räume vor. Der Bau wird im
* Leihgestern, 9. Juni. „Schmückt das Fest mit Maien, lasset Blumen streuen". An diese Worte mußte man am Sonntag unwillkürlich beim Eintritt in unsere Kirche denken, in der Birken und ein mit Blumengewinde herrlich geschmückter Altar jedem zeigte, daß ein besonderes Fest in unserer Gemeinde gefeiert wurde, das Dekanatsfest für Innere Mission.
Der Dormittagsgottesdienst als Auftakt im Anschluß an das Evangelium des Sonntags unter dem Thema: „Letzter Befehl" führte die Gemeinde in die Welten der Aermften der Armen in der Heimat, die die Innere Mission zu betreuen hat. Im Mittelpunkt des Festgottesdienstes am Nachmittag, gehalten von dem Direktor der Inneren Mission für Nassau-Hessen, Pfarrer Röhricht- Darmstadt, stand auf Grund von Joh. XV. 16, 17 der Gedanke: Die ewige Bedeutung der Kirche und ihrer Liebesarbeit, Grund, Kraft, Aufgabe und Ziel. Umrahmt war die Feier von zwei Chören des Kirchengesangoereins unter Leitung des Oberreallehrers Blaß- Gießen und den Vorträgen des Posaunenchors Leihgestern unter feinem Dirigenten Leun
In der Nachversammlung nach der Kaffeepause gab nach einem kurzen Grußwort des Ortspfarrers Bönning (Rödgen), der Vertrauensmann für Innere Mission im Dekanat Gießen, den Jahresbericht mit der erfreulichen Feststellung, daß die Gaben in den letzten Jahren gestiegen seien. Der Dekanatserziehungsverein in denselben Händen hat zwanzig Pfleglinge untergebracht und betreut sie.
Großes Krauentreffen in Treis a. Lda
veranschlagt. Da jetzt schon 10 500 Mark zur Verfügung stehen, von denen 3500 Mark freiwillige Spenden der Mitglieder sind, hält es Dr. Bruch- Häuser fürs beste, baldigst mit dem Bau zu beginnen, dem auch die Versammlung zustimmt.
Die Stellung des V H C. zum Reichsbund für Leibesübungen erhält durch L. Dem seine Klärung, der betonte, daß, da der VHC. em Glied des R^ichsbundes für Leibesübungen ist und ebenfalls die neue Flagge des Reichsbundes für Leibesübungen zu führen hat. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer und den Gesang der Lieder der Nation fand die Hauptversammlung ihren Abschluß.
Der Schlüchterner Zweigverein hatte für die Nichtteilnehmer an der Hauptversammlung eine Autofahrt zur Steckelsburg bei Ramholz, der Burg Ulrich von Huttens, und eine Führung durch die Stadt durchgeführt. Nachmittags bewegte sich unter Vorantritt der Fahnen und Wimpel der Festzug durch die Stadt zu dem herrlich oberhalb des Bahnhofes gelegenen Acisbrunnen.
2Iber Josua schien plötzlich einen unbegreiflichen Mut zu haben. „Werden Sie mir sehr brauchen", erklärte er. „Sein ich zurückgekommen, haben ich gehört hier Unterhaltung, muß ich kommen, Herr Kommissar, Fräulein Zedlitz sein ganz unschuldig, aber etwas anderes ich sagen muß: Motorjacht von „Burg" heute nacht wieder in See. Reden die Leute von großes Geheimnis, Schmuggel oder so, ich nicht wissen genau, was. Aber ich wissen, daß damit haben zu tun, was Kommissar hier machen. Hier nix zu finden. Fräulein Zedlitz nix wissen davon, aber Leute auf „Burg" wissen davon. Ich haben erzählen unsere Schulmeister davon, er heute abend gehen horchen, ob er etwas herausbekommen, er haben wollen zu Motorjacht."
Benedikte schrie auf. Sie faßte Josua bet den Schultern.
"Was sagst du da? Jens? Um Gottes willen, wenn ihm etwas geschieht."
„Ich haben ihm sagen, er sollen vorsichtig fein", versicherte Josua treuherzig.
Der Kommissar hatte gespannt zugehört, jetzt fiel er ein:
„Also der Schulmeister heißt Jens?"
„Jens Petersen. Herr Kommissar. Ich bitte Sie, helfen Sie. Jetzt ist mir alles klar. Diese Leute auf der ,Burg' müssen abgefeimte Schurken sein. Sie haben Hans-Hermann irgendwie gezwungen, mit» zumachen, ich weiß nicht, wodurch. Helfen Sie, Herr Kommissar!"
Sie war völlig außer sich.
Der Kommissar beobachtete sie scharf. Nein, er hatte sich getäuscht, so sah kein Mensch aus, der irgendeine Schuld auf sich hatte. Diese Benedikte Zedlitz war nicht beteiligt an den Devisenschieburi- gen, sie war ein argloses Opfer geworden. Die wirklich Schuldigen saßen an ganz anderer Stelle.
„Sie sprachen von einem Motorboot, das in See gehen soll? Um was für ein Motorboot handelt es sich?"
Mit fliegendem Atem berichtete Benedikte.
„Jede Minute ist kostbar, Herr Kommissar. Sicher sind die Verbrecher jetzt schon auf See. Und, mein Gott, wenn sie Jens etwas getan hätten!"
Sie schwieg. Sie konnte diesen furchtbaren Gedanken nicht zu Ende denken. Der Kommissar überlegte schnell.
„Wo ist hier das Postamt, Fräulein Zedlitz?"
„Ich Ihnen zeigen werden, Herr Kommissar", erbot sich Josua schnell, „aber alles schon sein zu- gesperrt dort" Fortsetzung folgt.
„Sieh doch nicht so verängstigt aus", flüsterte ^sieggy, „sollen denn die anderen merken, was los ■ jft?" Laut fuhr sie fort: „Eine herrliche Nacht, ich ffreue mich schon auf den Sonnenaufgang morgen *rüh. Kinder, habt Ihr auch ordentlich Rotwein an ®orb, daß man einen Glühwein machen kann, wenn -s kalt wird? Sie können's mir glauben, Herr Zedlitz, 23 wird früh mächtig frisch."
Sie schob vertraulich ihren Arm unter den feinen und zwang ihn förmlich, die Motorjacht zu besteigen.
„Diel Vergnügen", rief es aus der Menge der nmgen Burschen, und man hörte ein Geräusch wie »en ausgetauschten Küssen. Peggy wandte sich um, drohte mit dem Finger lachend zu der an dem Bootssteg wartenden Gruppe:
„Kümmert euch um eure eigenen Deems", rief sie, dann verschwand sie auf der Motorjacht.
Die beiden Bootsleute sprangen nach, ein kurzes Kommando hinunter zum Maschinenraum. Knatternd 'stzte sich die Jacht in Bewegung und verschwand bald c us dem Meere.
Benedikte schrak auf. Die altmodische Schelle vorn kn der Gartentür hatte angeschlagen. Wer wollte fienn jetzt etwas von ihr?
I Sie ging ums Haus herum. In der halben Däm» fnerung sah sie einen Herrn stehen.
„Fräulein Benedikte Zedlitz?", fragte er.
„Jawohl, was möchten Sie bitte?"
„Wollen Sie mich bitte einlaffen."
Befremdet sah Benedikte den Unbekannten an.
„Darf ich fragen, was Sie hierherführt und wer Sie sind?"
Da fuhr sie zurück. Der Fremde hatte die Klappe I Lines braunen Sommeranzugs zurückgeschlagen: !«ne Marke glänzte auf.
„Kriminalpolizei!", sagte er gedämpft.
Mst jüiernben Händen öffnete Benedikte.
j” „Bitte!", sie machte die Tür zum Wohnzimmer auf. i „Kriminalkommissar Schlottmann", stellte der Be- bi*ttte sich vor. „Nehmen Sie Platz, Fräulein Zedlitz.
' habe eine Vernehmung zu machen."
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Roman von Marlise Kölling.
Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau.
Verbundes für 1935. Der Bericht konnte nicht nur auf ein Wachsen des Verbandes, sondern auch auf erfreuliche Zunahme des Besuches der Frauenhilfentreffen, deren fünf abgehalten worden waren, Hinweisen. Die Treffen fanden in Saasen, Allertshausen, Heuchelheim, Hungen und Kirchberg statt. Die Kassenverhältnisse des Kreisoerbandes halten sich mit einigen hundert Mark in gleicher Höhe in Einnahme und Ausgabe. Die Rednerin gab bekannt, daß die nächstjährige Versammlung des Lumdatales auf Einladung Der Frauenhilfe Staufenberg auf Burg Staufenberg gehalten werden soll. Nach einem Chorvortrag des Kirchenchors sprach die Schriftführerin des Landesverbandes, Frl. Wehrendorff (Alsbach), in tief religiösen, auf Worte der heiligen Schrift gegründeten Ausführungen über das für diese Versammlung gestellte Thema: „Mütter bauen Gemeinde." Sie führte in ergreifenden Worten den etwa 500 gewannt lauschenden Zuhörerinnen die Aufgaben der Mütter gegenüber ihrer Familie, Gemeinde, Kirche und Volk vor Augen und bat sie, nach Kräften mitzuhelfen, daß unserem evangelischen Volk und insonderheit der Jugend der kostbare Schatz unseres evangelischen Glaubens erhalten werde.
Nach einem weiteren Vortrag des Kirchenchores und den Schlußworten des Ortspfarrers wurde die Tagung mit dem Gesang „Nun danket alle Gott" gegen 17.30 Uhr geschlossen.
Wegen den Paralleloersammlungen abwechselnd zwischen Kirche und Saal mußten alle Redner zweimal sprechen, auch Kirchenchor und Posaunenchor ihre Vorträge zweimal halten. In der Kaffeepause
Morgen. 10: Schulfunk. 10.30: Sendepause. 11: Nachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (VII). 15: Volk und Wirtschaft. Oeffentliche Aufträge. Die Vorschriften der neuen Verdingungsordnung. 15.15: Kinderfunk. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Noten und Anekdoten. Ein beschwingter musikalischer Reigen. 18: Konzert. 19: Konzert. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Militärkonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Tanzmusik. 24—2: Nachtkonzert.
JtunDfunfprogramm.
Mittwoch, 10. Juni.
12 Uhr: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Phänomen der Stimme (VIII). Rudolf Bockelmann. 15: Volk und Wirtschaft: Wie lieft man den Reichsbankausweis? 15.15: Südwestdeutsche Erzähler: „Der unbekannte Soldat." Von Joachim von der Goltz. 16: 1. Unterhaltungskonzert. 2. Kammermusik. 17.30: Englischer Besuch in Trier. 18: Musikalische Spezialitäten! 19.45: Erzeugungsschlacht.
hundert Jahren ihres Bestehens der Kraftstrom christlicher Liebesarbeit auf dem Weg des Dienstes in Taufenden von Anstalten und Heimen Licht und Leben geschaffen hat. Aus den beiden Bäumchen, Rauhes Haus und Gartenhäuschen in Kaiserswerth, sind mächtige Bäume geworden, in deren Schatten Epileptische und Krüppel, Alte und Sieche, Verwahrloste undStrafentlasseneHilfe undErquickung fürßeib und Seele finden. Und gerade an diesen letzten Gedanken Hilfe, Aufrichtung, Rettung der Seele, liegt als ihrem höchsten und letzten Ziel die innere Notwendigkeit der Inneren Mission für alle Zeiten. Denn hier steht die Kirche unter dem höchsten Befehl ihres Herrn. Und ihm gegenüber gilt unbedingter Gehorsam. Als letzter Redner überbrachte Dekan Sattler (Wieseck) die Grüße des Dekanats, dankte der Gemeinde und all denen, die zum Gelingen des Tages beigetragen und schloß mit dem durch ein größerer Gastraum und eine größere Anwarmen Appell, am kommenden Samstag und zahl Fremdenzimmer geschaffen werden können. Die Sonntag, den beiden Sammeltagen der Inneren Kosten des Erweiterungsbaues sind auf 13 000 Mark


