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Von der Winterweide im Odenwald kommend, trifft Öen Schäfer mit seiner Herde wieder hier ein, nachdem er bereits im vergangenen Jahre die Hütung für 500 RM. gepachtet hatte. Der dies­jährige Pachtzins beträgt 550 Reichsmark.

O Keffelbach , 8. April. Die hiesige Spar- und Vorschußkasse hielt ihre Generalver­sammlung über das 57. Geschäftsjahr (1935) bei Mitglied Joh. Höchst ab. Direktor Schmidt be­grüßte die zahlreich erschienenen Genossen, beson­ders den einzigen noch lebenden Gründer und lang­jährigen Vorstandsmitglied Wilhelm Becker IV., welcher trotz seiner 87 Jahre noch regen Anteil an dem Geschäftsgang des Instituts nimmt. Vor Ein­tritt in die Tagesordnung wurde der im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder gedacht. Der von dem Rechner erstattete Geschäftsbericht behandelte zuerst die allgemeine wirtschaftliche Lage, deren ständige Aufwärtsentwicklung die Voraussetzung für den besseren Geschäftsganaund damit die günstige Ent­wicklung der Kasse sei. Man könne feststellen, daß das Vertrauen zu der Kasse im besonderen und zur Wirt­schaft im allgemeinen in starkem Maß wiederge- kehrt sei, was die zunehmende Steigerung der Ein­zahlungen auf Spareinlagen deutlich beweise. So sei in diesem Jahre zum ersten Male seit der Krisenzeit wieder ein erheblicher Ueberschuß der Einzahlungen auf Spareinlagen vorhanden. Der Gesamtumsatz betrug 3 067 000 Mark. Die Bilanz weist in Aktiva und Passiva 657 810,98 Mark aus. An fremden Geldern sind der Kasse anvertraut 544 543 Mark. An eigenem Kapital besitzt die Kasse 48 840 Mark. Geschäftsanteile 32 540 Mark. Der Mitgliederstand ist 312 mit 319 Geschäftsanteilen und 319 000 Mark Haftsumme. Die Gesamtaus­leihungen betragen 592 600 Mark; diese verteilen sich wie folgt: in lfd. Rechnung 268 000 Mark gegen Hypothek 287 600 Mark, gegen Schuldschein 37 000 Mark. Die Neuausleihungen im Laufe des Ge­schäftsjahres betrugen 61000 Mark. An Sparein­lagen betrug die Rückzahlung 58 000 Mark. Der größte Teil dieser Gelder wurde für Bauhandwerker und sonstige wirtschaftliche Bedürfnisse benötigt, so daß dieser Betrag, der zunächst in der heimischen Wirtschaft umlief, auch darüber hinaus zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung diente. Die übrigen Punkte der Tagesordnung fanden ihre geschäftsmäßige Er- lebigung. Der Revisionsbericht, welcher befriedigend war, wurde zur Kenntnis genommen. Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Die aus­scheibenden Vorstands- und Äufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt. Unter Verschiedenes wurden noch einige geschäftliche Anfragen beantwortet und von dem Vorstand auf den Zweck des Sparens be­sonders hingewiesen. Das frühere Vorstandsmitglied und Mitbegründer der Kaffe Wilhelm Becker IV. wachte noch einige Ausführungen und ermahnte die Mitglieder, dem Institut auch in Zukunft die Treue zu halten. Hierauf wurde die Versammlung von dem Leiter mit einem packenden Schlußwort und dreifachem Sieg-Heil auf den Führer geschlossen.

Kreis Friedberg.

* (3 a m b a d), 7. April. In der Gastwirtschaft von Heinrich Müll hielt der hiesige Gesang­verein seine Generalversammlung ab. Nach einem Liede erstattete der erste Vorsitzende Friedrich N ä ck den Jahresbericht. Die Arbeit des Vereins im ver­gangenen Jahre war sehr rege. Man hatte im Som­mer vorigen Jahres einen Ausflug nach Main- Stockheim (dem Geburtsort des Vorsitzenden) unter­nommen und war dort sehr gastfreundlich ausge­nommen worden. Der Verein beteiligte sich am Wertungssingen in Steinfurth und trat im Winter mit einem Konzert an die Öffentlichkeit. Der Rech­ner K. Alles erstattete den Kassenbericht, der einen erfreulichen Stand auswies. Der seitherige Vor­sitzende wurde einstimmig wiedergewählt. Für den kommenden Sommer ist ein Ausflug nach Wörrstadt in Rheinhessen geplant. Die Versammlung wurde ist der üblichen Weise geschlossen.

Kreis Schotten.

Laubach, 8. April. Die Eiersammlung, die in der vergangenen Woche für das Winterhilfs­werk durch den BDM. durchgeführt wurde, erbrachte hier das schöne Ergebnis von 1076 Stück. Die am Samstag oorgenommene Listensammlung für M utter und Kind" ergab 107,25 RM. Durch den Verkauf von Schmetterlingen wurden am Sonntag 101,25 RM. erzielt.

# Groß-Eichen, 7. April. Bei der hiesigen Eiersammlung wurden 223 Eier für das Winterhilfswerk abgeliefert. Die Sammluna für das WinterbilfswerkMutter und Kmd^ der NSV. brachte 17,40 RM. Die Reichsstraßen­sammlung tarn nicht zur Durchführung; denn als

bekannt wurde, daß für Groß-Eichen nur 7 0 Schmetterlinge zugeteilt waren, setzte sofort ein wahrer Sturm zur NSD.-Stelle ein. Jeder­mann wollte einen Schmetterlina haben. Es war auf diese Weise rasch ausoerkauft. Am Sams­tagabend fand hier im alten Schulsaale eine Bauernversammlung statt. Es gab eine ein­gehende Beratung über die Schaffung einer Jung­viehweide. Endgültig wurde Rotlehnen unter­halb des Sportplatzes zum Weideplatz gewählt. Die zur Umzäunung nötigen Pfähle und Stangen werden durch die Ortsbauernschaft geliefert. Die Ar­beiten werden kostenlos durckgeführt. Jedes Haus stellt einen Mann zur Mitarveit. Mit der Einzäu­nung wird noch in diesem Monat begonnen. Lehrer Becker teilte im Laufe der Versammlung mit, daß die NSV. die Absicht habe, schulentlassene Kinder, die keine Lehrerstelle haben, auf dem Lande unterzubringen. 15 Familien haben sich bisher bereit erklärt, Kinder aufzunehmen.

Kreis Alsfeld.

l. Deckenbach, 8. April. Der Altoeteran und Invalide aus dem Kriege 1870/71 Georg Korn­mann kann am ersten Ofterfeiertag feinen 9 0. G e - b u r t s t a g begehen. Er ist der zweitälteste Ein­wohner unseres Ortes. Der Jubilar hat seiner Mi­litärdienstpflicht bei der 6. Kompanie des JR. 116 genügt und an den Schlachten von Mars-la-Tour und Gravelotte teilgenommen. Dieser Tage fei­erte der Einwohner Ludw. Reuter seinen 78. Ge­burtstag.

Preußen.

Kreis Wehlar.

# Wißmar, 7. April, Heute kamen in unserer Gemarkung die durch die Waldrodung entstan­denen nutzbaren Grundstücke zur Verpach­tung. Die Größe jedes Stückes beträgt 25 Ar. Diele Interessenten hatten sich eingefunden. Je Stück wurden 12 bis 20 Mark gefordert. Besseres Gelände kostete 30 Mark. Die Landstücke werden auf die Dauer von sieben Jahren verpachtet. Im ersten Jahre braucht der Pächter kein Pachtgeld zu bezah­len, da die Grundstücke noch viel Arbeit erfordern. Im zweiten Jahre sollen Hackfrüchte gebaut wer­den, während im dritten Jahre der ganze Plan mit vorgeschriebenen Gräsern angesät werden soll. Der Samen wird zunächst durch die Gemeinde bezogen und zum Selbstkostenpreis an die Pächter abgegeben.

0 Höckelheim, 7. April. In der jüngsten Gemeinoeratssitzung wurde der Haushalt­plan der Gemeinde beraten. Der Plan schließt in Einnahme und Ausgabe mit 77 215 RM. ab. Im einzelnen find vorgesehen an Ausgaben: für die allgemeine Verwaltung 3255 RM., Polizeiwesen 1040 RM., Schulwesen 6730 RM., für die Volks- und Heimatpflege 2930 RM., das Wohlfahrtswesen 5203 RM., das Straßenwesen 5000 RM., für die Gemeindebetriebe 28 450 RM., die Finanzverwal­tung 19 692 RM., für besondere Wirtschaftsförde­rung 3320 RM Die Einnahmen aus den Ge­meindebetrieben sind veranschlagt mit 22 235 RM. und aus der Gemeindeumlage mit 49 010 RM. Die Gemeindeumlage wurde festgesetzt auf 325 v. H. der Grundoermögenssteuer 1 und 2, und 375 v. H. der Gewerbeertrags- und Gewerbekapitalssteuer. Im außerordentlichen Haushaltsplan sind 28 400 RM. bereitgestellt für die Schuldentilgung. Ein Teil des Geldes ist auf einem Fonds bereits angesammelt. Die Gesamtsumme soll am 1. Oktober 1936 zur Schuldentilgung verwandt werden.

# Großrechtenbach, 7. April. Die G e« meinberäte befaßten sich in ihrer letzten Sitzung mit dem Haushaltsplan 1936. Der Haushaltsplan wurde in Einnahme und Ausgabe auf 45 662 RM. festgestellt. Die Gemeindeumlage wurde auf 350 v. H. der staatlichen Steuer vom Grundvermögen und 400 v. H. der Gewerbeertrags­und Gewerbekapitalssteuer festgesetzt. Die Biersteuer soll nach dem einfachen Satz erhoben werden. Der Schulkeller soll in diesem Jahre gas- und splitter­sicher ausgebaut werden. Die Kirche soll innen reno­viert werden. Ein Betrag von 500 RM. wird zur Verfügung gestellt.

Kirche und Schule.

Landkreis Gießen.

I Hausen, 7. April. Am Sonntag Palmarum fand die Konfirmation statt. Es wurden zehn Kinder konfirmiert, drei Knaben und sieben Mäd­chen. Pfarrer Steiner gab in seiner Ansprache den Konfirmanden das Wort der Schrift mit: Kolosser Kapitel 2, Vers 18:Lasset euch durch niemand das Ziel verrücken".

I Garbenteich, 7. April. In der festlich ge­schmückten Kirche fand am vergangenen Sonntag Die Konfirmation statt. Es waren elf Knaben und vier Mädchen. Der Geistliche richtete ernste mahnende Worte an die jungen Menschen, das Bild des Konfirmationsscheines feiner Ansprache zugrunde legend.

<£ Reiskirchen, 8. April. Am vorigen Sonn­tag fand in unserer Kirche die Konfirmation von fünf Knaben und elf Mädchen statt. Es sind dies: Theodor Mobus, Wilhelm Damm, Ferdinand Damm, Heinrich Jünger, Richard Döring, Hildegard Dietz, Margarete Stumpf, Hermine Dietrich, Luise Petri, Marie Damm, Marie Nürnberger, Luise Launspach, Luise Müller, Johanna Schäfer, Else Stiehler, Ottilie Stark.

§ Wirberg, 7. April. Am Sonntag Judica fand, wie alljährlich, in der hiesigen Kirche die Vor­stellung der diesjährigen Konfirmanden des Kirchspiels Kirberg mit den Orten Belters­hain, Göbelnrod, Harbach und Reinhardshain statt. Sie wurden am vergangenen Palmsonntag konfir­miert, und zwar 32 Kinder, 17 Knaben und 15 Mädchen. Ihre Namen sind: Aus Beltershain: Heinrich Klos, Adolf Hornmann, Heinrich Römer, Emst Schäfer, Heinrich Margolf, Walter Bocher, Frieda Launspach, Emilie Hartmann, Irma Rühl. Aus Göbelnrod: Erich Becker, Karl Weber, Otto Velten, Heinrich Schmidt, Heinrich Lipp, Jo­hanna Erd, Erna Schomber, Elisabeth Thorner, Susanna Vollhardt. Aus Harbach: Karl Häuser, Heinrich Schmidt, ßubroig Münch, Elfriede Münch, Paula Münch. Aus Reinhardshain: Rudolf Hermann, Aloert Menz, Otto Becker, Erna Buchner, Irmgard Gieß, Erna Jakob, Marie Menz, Irene Steyh, Brunhilde Müller. Pfarrverwalter Volz legte seiner Konfirmationsrede Joh. 6, 6669 zu­grunde. Die Namen der Konfirmanden von Veits- v e r g - S a a s e n mit B o l l n b a ch , die am Sonn­tag Judica in der Veitsberger Kirche vorgestellt wurden und am 2. Ofterfeiertag dort konfirmiert werden, sind: Heinrich Schmitt, Heinrich Leib, Wil­helm Kautz, Erna Schäfer, Erna Müller.

cx) Eberstadt, 7. Aprll. Am Sonntag sand In unserer Kirche die Feier der Konfirmation statt. Es wurden neun Knaben und zwei Mädchen eingesegnet. Nach der Feier legten die Konfirmanden am Grabe einer Schulkameradin einen Kranz nieder.

Q Trais-Horloff, 7. April. Am Palm- sonntag fand auch in hiesiger Pfarrei die Konfir­mation statt. Es war eine stattliche Anzahl Kin­der, die aus den drei Dörfern des Kirchspiels zur Einsegnung kamen. Aus Trais-Horloff 5 Buben und 8 Mädchen, Utphe 5 Buben und 9 Mädchen, Inheiden 9 Buben und 5 Mädchen, zusammen 19 Buben und 22 Mädchen. Die Kirche erwies sich fast als zu klein, die Zahl der Befucker zu fassen, lieber 300 Besucher nahmen an Der Feier des hl. Abendmahls teil.

Kreis Friedberg.

pb. Butzbach, 7. April. Am Palmsonntag fand hier die Konfirmation von 83 Kindern, 39 Jungen und 44 Mädchen, statt.

Kreis Schotten.

Laubach, 8. April. Am Sonntagvormittag fand im geschmückten Gotteshause die feierliche Ein­segnung von 29 Konfirmanden (13 Knaben und 16 Mädchen) durch Pfarrer Schmidt statt.

Kreis Büdingen.

8 Nidda, 7. April. Die Zahl der Konfir­manden im abgelaufenen Schuljahre hat sich im Vergleich zu den Vorjahren wiederum erhöht und nähert sich nun allmählich den Dorkriegsjahren. Am Sonntag wurden 35 Knaben und 31 Mädcken aus unserem Kirchspiel von Pfarrer Koch konfirmiert. Zu dem Kirchspiel gehören außer Nidda die Ge­meinden Bad Salzhausen, Kohden, Michelnau und Unter-Schmitten.

Kreis Biedenkopf

<£ Nieder-Weidbach, 8. April. In diesem Jahre wurden in unserer Gemeinde 5 Knaben und 14 Mädchen aus der Schule entlassen. Diese Zahl der Schulentlassungen wurde bisher nie er­reicht.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Gründonnerstag, den 9. April.

Albach. 20 Uhr: Passionsgottesdienst. Wahen- born-Steinberg. 20: Abendmahl für ältere Eheleute.

Karfreitag, den 10. April.

Wieseck. 9.30 Uhr: Hauptgottesdienst; Kollekte; Feier des hl. Abendmahls. Allen-Buseck. 10: Got­tesdienst; Kollekte 13: Gottesdienst. Steinbach. 10: Gottesdienst; hl. Abendmahl. Albach. 12.30: Gottesdienst; Kollekte. Rödgen. 10: Gottesdienst; Kollekte. Annerod. 13: Gottesdienst; Kollekte. Kirchberg. 10: Gottesdienst. Lollar. 10: Gottes­dienst; hl. Abendmahl für die alten Gemeindemit­glieder. Klein-Linden. 10: Gottesdienst; Kirchen­chor; 11.15: Kindergottesdienst; 13.30: Feier des hl. Abendmahls, anschließend Hausabendmahle. Garbenteich. 13: Gottesdienst. hausen. 10: Got­tesdienst. Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Chor­schule; Kirchenchor; Kollekte; 14: Stiftspfarrer Nau­mann; Kollekte; 17: Liturgischer Gottesdienst. Rieder-Bessingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte. rNünzenberg. 11: Gottesdienst; Feier des hl. Abendmahls für die Alten; Kollekte für das Sy­rische Waisenhaus; 17: Gottesdienst; Beichte für die Mittleren und Konfirmanden mit Eltern; Kollekte für das Syrische Waisenhaus. Trais-Rlünzenberg. 9: Gottesdienst; Kollekte für das Syrische Waisen­haus; 17: Konfirmandenbeichte in Münzenberg. Hungen. 10: Gottesdienst; nachmittags Hausabend­mahle; 20: Gottesdienst. IBirberg. 9.30: Gottes­dienst; Feier des hl. Abendmahls für die Jugend; Kollekte. Beltershain. 13: Gottesdienst; Feier des hl. Abendmahls für die Jugend; Kollekte. Beits- berg. 19: Gottesdienst; Feier des hl. Abendmahls für die Jugend; Kollekte. Großen-Bnfeck. 10.30: Got­tesdienst; Kollekte; 11.30: hl. Abendmahl. Oppen­rod. 8.30: Beichte; 8.45: Gottesdienst; hl: Abend­mahl. Watzenborn-Steinberg. 10: Gottesdienst; hl. Abendmahl für die alten Leute. Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; Kollekte; 20: Abendmahls­feier für die jüngeren Verheirateten. Betten­hausen. 13.30: Hauptgottesdienst; Kollekte. Heu­chelheim. 10: Hauptgottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchores.

Evangelische Stadtmission, Loberstraße 14. Kar­freitag, den 10. April. 20.15 Uhr: Passionsfeier.

Reuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1 und Ederstraße 13. Karfreitag, 10. April. 9.30 Uhr: Got­tesdienst.

Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirch­liche Gemeinschaft), Gutenberastraße 9. Karfreitag, 10. April. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde.

Baptistengemeinde, Gartenstraße 13. Karfreitag, den 10. April. 9.45 Uhr: Predigt.

katholische Gemeinden.

Freitag, den 10. April. Karfreitag.

Gießen. 7.30 bis 18 Uhr: Anbetungsstunden in der Kapelle; 9: Verstörte Messe mit Predigt; 18: An­dacht. Hungen. 13: Predigt; Kreuzwegandacht. Laubach. 15: Messe; Predigt; Kreuzwegandacht. Lich. 9: Verstörte Messe und Predigt; 20: Kreuzweg­andacht. Ridda. 8.15: Verstörte Messe.

Samstag, den 11. April. Karsamstag.

Gießen. 7 Uhr: hl. Weihen; 8.30: Hochamt; von 16 bis 19.30 Uhr wird ein fremder Priester Beichte hören. Lich. 6.30: hl. Weihen; Hochamt; 20: Beichtgelegenheit. Ridda. 8.15: Hochamt.

Oefsentlicher Sonntagsdienst.

Polizei: Telefon 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01.

Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Tele­fon 02.

Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr.

Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr.

Sanitätskolonne: Telefon 2500.

Aerzte: Dr. Geyer, Dr. Mehl.

Zahnarzt: Dr. Haubach.

Apotheke: Pelikan-Apotheke.

NIVEA

mild, leicht schäumend,

ganz wundervoll im Geschmack

Z2O

Die Tippgräfin.

Roman von Klothilde v (Stegmann

Urheberrechtsschutz: Auswärts-Verlag, Berlin, SW 68.

34 Fortsetzung. Nachdruck verboten!

Unmöglich!" fuhr Prinz Bonaglia auf.Aber doch, es muß so sein. Wie sollte ein Totenschein von mir überhaupt vorhanden sein? Erzähl mir! Berichte! Um Gottes willen, sollte ich mich so in Annina getäuscht haben?"

Ich sehe den Schein noch deutlich vor mir", sagte Heßling schwer.Er schien ordnungsgemäß ausgestellt. Aber weißt du, woran ich die Fälschung erkannt habe? Er war auf einem Papier geschrie­ben, das ein bestimmtes Wasserzeichen trug. Dies Wasserzeichen kannte ich zufällig. Es war das Zeichen einer bestimmten Fabrik, die nur kurze Zeit bestanden hat; diese Papierfabrik wurde aber erst drei Jahre, nachdem dieser angebliche Toten­schein ausgestellt war, gegründet. Wenn die Fabrik aber damals noch nicht existierte wie konnte dieser Schein auf dieses Papier geschrieben sein?"

Aber zu welchem Zweck?" fragte Bonaglia ton- los.Zu welchem Zweck diese Fälschung?"

Statt einer Antwort fragte Heßling:Erst gib mir Auskunft über etwas anderes, Vater! Gehört der kostbare Familienschmuck, mit dem Frau von Gellern bei jeder Gelegenheit maßlos prunkte, ihr oder der Prinzessin di Bonaglia?"

Der Prinz taumelte zurück, als habe er einen Schlag empfangen.

Um aller Heiligen willen, sag mir eins Denn mir verwirren sich schon meine Gedanken: Wie alt ist mein Kind?"

Vor einigen Monaten hat sie ihren einundzwan- zlgsten Geburtstag gefeiert."

Wußte Mariella nichts, gar nichts darüber, daß der Schmuck i h r gehörte? Befaß sie keinen Schlüs­sel zu der Kassette? Erhielt sie von ihrer Pflege­mutter kein Schreiben an ihrem siebzehnten Ge­burtstage ausgehändiat?"

Er taumelte. Mitleidig sprang Heßling zu Hilfe. Doch schon hatte sich der Prinz wieder in Der Ge­walt.

Nichts händigte Frau von Gellern der Prin­zessin aus. Im Gegenteil. Sie hat mir ein phan­tastisches Märchen aufgetisckt von irgendeinem un­bekannten Mann in Neapel, Der Näheres über den gestohlenen Familienschmuck Der Bonaglia wüßte. Sie behauptete, sie hätte diesem Mann nachspio­nieren lassen. Aber natürlich nichts entdeckt. Das alles war also nur gemacht, um selbst Besitzerin des Schmucks zu werden."

Mein armes liebes Kind, was hat man ihm angetan!"

Walter streichelte leise die Hand des Erregten:

Und weiter, Vater! Hast du jemals versucht, über Timbuktu eine Nachricht nach Berlin gelangen zu lassen?"

Gewiß. Durch einen mohammedanischen Händ­ler. So hat er also sein Versprechen gehalten?"

Das hat er wohl. Doch auf Grund dieses Schrei­bens, durch das du wohl um Rettung flehtest und genau angabst, wo du zu finden seiest, hat die ränkevolle Frau von Gellern dich für tot er­klären lassen. Denn wenn du zurückkamst, Vater, mußte sie dir den Schmuck wieder aushändigen den Schmuck, der ihr hoher stand als ein Menschen­leben."

Oh, ich verstehe alles! Was muß mein Kind erduldet haben! Hat Mariella wenigstens eine an­ständige Erziehung genossen?"

Das hat sie bestimmt. Und wie Frau von Gel­lern immer wieder betonte, hat sie persönlich aus eigener Tasche diese Erziehung bestritten, dem ver­storbenen Jugendfreunde zuliebe."

Lüge Lüge auch Das!"

Der Prinz zitterte vor Schmerz und Empörung.

Walter, wir fliegen mit Deiner Maschine sofort nach Deutschland. Jlaro lasse ich solange hier. Pe- pito Arlesi wird für sie sorgen. Jlaro muß sich so­wieso hier erst langsam an die veränderte Lebens­weise, die ihr in Europa bevorsteht, und den Klima- wechsel gewöhnen. Pepito wird sie nach seiner Hei- lung im Luftschiff mit zurückbringen. Wir beide müssen zu Marietta!"

Aber als dieSperanza I" am nächsten Morgen aufstieg, blieb einer der Passagiere in wildem fie­ber im Luftschiff zurück: Giovanni Di Bonaglia lag an einem Malariaanfall darnieder, der fein Leben bedrohte.

Walter Heßling wäre am liebsten, so schnell es gegangen wäre, nach Deutschland zurückgekehrt. Er hatte ja eine große Aufgabe vor sich: Mariella auf die Wiederkehr Des totgeglaubten Vaters oorzube- reiten und sie aus Den Händen Anninas zu be­freien, sofern sie noch bei ihr im Hause weilte. Dann Die Ansprüche Mariellas auf Den Familien­schmuck, den Annina als den ihren ausgegeben, zu vertreten. Doch auch ihn hielten im Augenblick die Erkrankung Bonaglias und Pepitas fest.

Pepito Arlesi schimpfte wie ein Rohrspatz über seinen Unfall, der die Rückreise nach Europa ver­hinderte. Er hatte fürs erste genug von Den Tro­pen. Es war für feinen Wirt nicht leicht, ihn bei guter Laune zu erhalten. Aber heute hatte er etwas, was Den ungeduldigen Patienten sicher ablenken würde.

Hier habe ich etwas für Sie, Mister Arlesi", sagte er eines Morgens zu seinem Gaste, an den Liegestuhl auf die Veranda tretend.Aber Vorsicht, bitte!"

Verständnislos sah Pepito Arlesi auf das Ei, das der junge Farmer ihm reichte.

Was für Dummheiten, Ronald! Ich habe heute bereits drei Eier zum Frühstück gegessen. Und dies hier ist ja außerdem leer."

Ich habe es ausgeblasen", sagte der junge Far- mer.Aber die Schale habe ich erhalten. Schauen Sie nur!"

Pepito Arlesi schaute näher hin. Plötzlich sagte er begeistert:

Donnerwetter!"

Sein Blick ruhte auf einem Ei, auf das der ent­zückendste Mädchenkopf aufgemalt war, den man sich nur Dorfteilen konnte.

Wo haben Sie das her?"

Aus einer Kiste mit Bruteiern, die aus Deutsch­land stammt; ich habe sie bestellt gehabt, als ich drüben war. Ein netter Scherz hab' ich mir gleich gedacht; das ist etwas für Sie, Arlesi!"

Pepito war noch immer fassungslos:

Waren denn alle Eier in der Kiste bemalt?"

Gott sei Dank, nein", lachte Errett,nur das einhundertste! Smarte Frau übrigens. Denn die Kiste brauchte nur hundert Eier zu enthalten. Ihr Porträt soll also anscheinend nicht ausgebrütet wer­den."

Doch Arlesi hatte nur die beiden WorteSmarte Frau!" begriffen. Ob das wundervolle Mädel auf dem Ei wohl schon einem anderen. Glücklicheren ge­hörte, als er es war? Wie konnte man sich nur Darüber, Tausende von Meilen von der Kultur ent­fernt, Gewißheit verschaffen?

Als der Herzog Der Abruzzen nach Italien zu­rückflog, trug er ein Schreiben bei sich. Das er so­fort weiterzubeförDern versprach, sowie er Den Fuß auf Den HeimatboDen fetzte. Es war gerichtet an: Frau Lore Ankermann, Geyerburg an Der Elster, Sachsen" Denn so lautete Die ADresse des Absen­ders der Eierkiste. Nur dasFrau" hatte Pepito eigenmächtig hinzugefetzt. In Dem Briefe aber bat er, ihm Näheres über die schöne blonde Dame mit­zuteilen, in deren Porträt er sich auf den ersten Blick verliebt habe.

22. Kapitel.

Der Engel vom Barnim.

Nur noch ein Monat trennte Die kleine Princi- pessa von ihrer Rückkehr in die Freiheit. Und für diese letzten vier Wochen hatte sie sich zum Küchen­dienst gemeldet.

Seit jenem Tage, an Dem Die Hilde über Den Abschied von Doktor Heßling gesprochen, war ein Umschwung in Mariella vorgegangen. Die dumpfe Qual, die zuerst von ihr Besitz ergriffen, als sie sich krank gemeldet und in ihre Zelle getaumelt war, um über das alles nachzudenken, was sie ge­hört, war bald ruhigerer Üeberlegung gewichen. Zuerst konnte sie sich von Dem Gedanken nicht frefe machen, ein zweites Menschenleben auf Dem Ge­wissen zu haben; Denn sie kam von Dem Wahn nicht los, an Hagens Selbstmord schuldig zu sein. Allmählich begann sie wenigstens Die Dinge, Die Doktor Heßling betrafen, in einem anderen Lichte zu sehen.

Nein, sie war nicht schuld an feinem Untergang; niemand konnte das behaupten. Hatte er ihr doch niemals von Liebe gesprochen, dieser Mann, dessen Zartheit und Güte sie stets bewunderte. Oft genug war ihr der Gedanke gekommen, wie glücklich eine Frau sich an Der Seite eines solchen Mannes füh­len müsse. Aber daß sie es hätte sein können, war ihr niemals in Den Sinn gekommen.

(Fortsetzung folgt!)