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Aus aller Welt.

Professor Hauer von der Leitung der Deutschen Glaudensbewegung zurückgetreten.

Auf einer Tagung der Landesgemeindeleiter der Deutschen Glaubensbewegung in Berlin wurde der Rücktritt des bisherigen Leiters der Deut­schen Glaubensbewegung Professor Dr. Wilhelm Hauer (Tübingen) und der Austritt seines Stellvertreters Graf Ern ft zu Reventlow (Potsdam) bekanntgegeben. Die neueste Nummer desReichswarts" bringt folgende Erklärung Professor Hauers:Ich habe mich gezwungen ge­sehen, die Leitung der Deutschen Glaubensbewegung niederzulegen. Mein Werk und mein Leben ge­hören nach wie vor dem Kampf um die religiöse Erneuerung unseres Volkes aus deutschem Glauben."

Aufregende Elefantenjagd bei Dobrilugk.

Dieser Tage brach aus dem Güterbahnhof Dobri- lugk-Kirchhain (Strecke BerlinDresden) beim Ausladen von Zirkuswagen ein zu Ladearbeiten herangezogener Elefant aus. Der Elefant, ein Muttertier von etwa 70 Zentner Gewicht, flüchtete auf Lindena zu. Ein auf dem Felde pflügender Bauer konnte im letzten Augenblick abschirren und sich auf den Rücken des Pferdes schwingen, worauf ein aufregendes Wettrennen zwischen dem flüchtenden Pferde und dem wild trompeten­den Elefanten begann, bis es endlich gelang, den Verfolger abzulenken, der nun querfeldein weiter raste, wobei er Bäume und Zäune niederrieß. In­zwischen hatte sich die Nachricht von dem Ausbruch des Tieres in der Umgegend verbreitet und zahl­reiche Helfer eilten herbei, um den Elefanten in die Enge zu treiben. Alle Bemühungen waren jedoch

vergeblich. Radfahrer mußten in die benachbarten Walder flüchten, während der Elefant ihre im Stich gelassenen Räder zertrampelte. Auf seinem weiteren Wege durchschwamm der Elefant große Teiche, von denen einer fast einen Kilometer breit ist. Kurz vor Friedersdorf konnte das Tier end­lich von den im Kraftwagen herbeigeeilten Zirkus­wärtern eingefangen und an einen Baum gefesselt werden. Der Riese riß sich aber wieder los. Er durchbrach ein schweres Scheunentor und gelangte so in ein Gehöft, dessen Bewohner in den Keller flüchten mußten. In mächtigem Anprall durchbrach der Elefant schließlich eine 70 Zenti­meter dicke Hofmauer. Erst jetzt gelang es den Wärtern, das durch die Anstrengungen etwas er­mattete Tier erneut einzufangen und wieder an einen Baum zu fesseln. Nach längerer Zeit kam das Tier schließlich soweit zur Ruhe, daß es, an den Anhänger eines Traktors gefesselt, zum Zirkus zu­rückgebracht werden konnte.

Kraftwagenführer tödlich verunglückt.

In Hofgeismar kam der 22jährige Kraftwagen­führer Hans Fafsold auf merkwürdiger Weise ums Leben. Er war damit beschäftigt, seinen Wa­gen zu schmieren. Zu diesem Zwecke hatte er den Wagen mit Winden hochgehoben und war dann unter den Wagen gekrochen. Plötzlich sprang der Kraftwagen von den Winden ab und durchschlug dem jungen Mann die obere Wirbelsäule. Er wurde t o t unter dem Wagen liegend aufgefunden.

Todesopfer beim Böllerschiehen.

Wie seinerzeit berichtet, ging in Traben-Trarbach (Mosel) bei dem Begrüßungsschießen anläßlich des Zeppelinbesuchs am 29. März ohne erkennbare Ur­sache ein Böller zu früh los. Durch die mannshohe

Stichflamme wurden der 70jährige Schießmeister Brack und ein 19jähriger Gehilfe schwer verletzt. Brack, bei dem sich inzwischen noch eine Lungen­entzündung einstellte, ist nunmehr geworben. Der zweite Verletzte befindet sich auf dem Wege der Besserung. Die Aerzte hoffen, das Sehvermögen wiederherstellen zu können.

Zwei jüdische Weinfälscher vor Gericht.

Zwanzig verschiedene Bezeichnungen für einen Dein.

LPD. Mainz, 8. April. Vor einiger Zeit wurde bekanntlich in Oppenheim am Rhein eine jü­dische Weinhandlung polizeilich ge­schlossen, da sich die Inhaber schwere Be­trügereien und Vergehen gegen das Weingesetz hatten zuschulden kommen lassen. Wie die Ermitt­lungen ergaben, vertrieb die jüdische Firma durch zahlreiche Vertreter ihre Weine in ganz Deutschland und hatte sich umfangreiche Preislisten zugelegt, die ein reiches Angebot an Weinen enthielten. In Wirk­lichkeit waren die Vorräte jedoch sehr gering, so daß es unmöglich gewesen wäre, die Bestellungen aus­zuführen. Aber auch da wußte man sich zu helfen, indem man einfach ein und denselben Wein mit den verschiedensten Etiket­ten versah. So entstanden beispielsweise aus einem Wein fast 20 verschiedene Sorten, die dann den Kunden geliefert wurden. Das Gericht sah in diesen Betrügereien gleichzeitig eine schwere Schädi­gung der Winzer und des Weinhandels und ver­urteilte den einen der Inhaber, Ludwig May, zu 13 Monaten Gefängnis und 10000 Mark Geldstrafe, während sein Bruder Siegfried 10 Monate Gefängnis und 8000 Mark Geld­strafe erhielt.

Wetterbericht

des Reichswetterdlenstes. Ausgabeort Frankfurt.

Von Finnland erstreckt sich ein kräftiger Hoch- druckrücken über Deutschland südwestwärts. In sei» nem Bereich kommt bei uns die eingedrungene Kaltluft zum Zusammensinken, so daß bei überwie- gend heiterem Wetter Ein- und Ausstrahlung kräf» tig zur Auswirkung kommen. Das heitere Wetter setzt sich zunächst fort, so daß bei weiter ansteigen- den Tagestemperaturen die Nachtfrostgefahr zum Verschwinden kommt.

Aussichten für Freitag: Trocken und überwiegend heiter, mittags ziemlich warm, nachts recht frisch, östliche Winde.

Lufttemperaturen am 8. April: mittags 12,1 Grad Celsius, abends 6,9 Grad; am 9. April: morgens 1,9 Grad. Maximum 12,8 Grad, Minimum heute nacht 0,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. April: abends 8,5 Grad; am 9. April: morgens 4,2 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 9,6 Stunden.

Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwort­lich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III. 36: 10 270. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange,K.-G., sämtlich in Gießen.

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Gestern nachmittag 3 Uhr verschied nach langem, schwerem Leiden meine innigstgeliebte Frau und Mutter, unsere gute Tochter, Schwieger­tochter, Enkelin, Schwester, Schwägerin und Tante

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Die Beerdigung findet Samstag, den 11. April, nachmittags 3 Uhr vom Trauerhause, Möserstraße 11, aus statt.

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Am Montag, dem 20. April 1936, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerlchtsgebäude in Gießen, Zimmer 221, das dem Ingenieur Heinrich Brink­mann in Gießen zugeschriebene Grundstück ver­steigert: 2283D

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Gießen, den 3. März 1936.

Für das Amtsgericht Gießen:

Karle, Ortsgerichtsvorsteher.

Nachruf!

Am 8. April 1936 verschied plötzlich an den Folgen einer Sepsis, nach­dem bereits eine Besserung seines schon längere Zeit bestehenden Lei­dens eingetreten war, unser Kollege

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Danksagung.

Für die herzlicheTeünahme, die wir beim Heimgang un­seres lieben Entschlafenen

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erfahren durften und die liebevolle Pflege bei seiner Krankheit sagen wir aufrichtigen Dank. Ebenso danken wir herzlich für die Worte des Trostes und des Lebens, die Herr Dekan Sattler am Grabe im Auftrag unserer Kirche sprach und die freundliche Würdigung der Berufs­arbeit unseres Vaters durch die Herren Bürgermeister Euler und Rektor Petri, Wieseck.

Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:

Oberkirch en rat Probst Dr. Müller.

Schotten, Darmstadt, Drossen i. d. Neum., 8. April 1936.

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Mit Wirkung vom 14. April bis einschließlich 30. September 1936 sind die Dienststunden für die städtischen Aemter von 7 bis 13 Uhr und von 14% bis 17% Uhr, Mittwochs und Samstags von 7-bis 13 Uhr festgesetzt worden. Die Sprechstunden bei den Dienststellen bleiben wie seither von 8 bis 12 Uhr.

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