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Die Freisprechung i in der paulSkirche.

NSG. Im Frankfurter Römer sind Handwerker und Ehrengäste versammelt. Der Führer der Deut- schen Arbeitsfront Dr. Ley, der italienische Hand­werksführer Prof. Boronzo, der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Reiner und der Frankfurter Oberbürgermeister Dr. Krebs, SA.- und SS.- Führer, Mitglieder der Reichsleitung und vieler Gauleitungen sind zur Stelle. Hinter den alten Zunftfahnen bewegt sich der festliche Zug, der in der Vorhalle des Römers Aufstellung genommen hat, zur Paulskirche. Eine Orgelimprovisa­tion, gespielt von Helmuth Walcha, leitet die Feier ein. Zu den Ehrengästen sind inzwischen Reichs­führer SS. Himmler, Hauptamtsleiter der Deutschen Arbeitsfront Claus Selzner, SS.- Obergruppenführer Sepp Dietrich und Haupt­amtsleiter des Amtes für Handwerk und Handel Dr. v. R e n t e l n gekommen. Von der hohen Empore schallt Richard WagnersWach-auf"-Chor und die Schlußansprache des Hans Sachs durch den weiten Rundbau. Das Licht mächtiger Scheinwer­fer flammt in der blau, gold und rot ausgeschmück­ten Kirche auf. Rach altem überliefertem Brauch beginnt die Freisprechung der Jung- meister und Junggesellen. Kerzenlicht wird entzündet, das Buch der Meister der Lade des deut­schen Handwerks entnommen. Fest und sicher klingt das Gelöbnis der jungen Menschen durch den wei­ten Raum. Durch Handschlag besiegeln je ein Ver­treter der Meister und der Gesellen ihr feierlich gegebenes Gelöbnis. Zugleich nehmen die neuen Landeshandwerksmeister des Rheinlan­des, von Schlesien und von Halle-Merseburg das ihnen übertragene Amt aus der Hand des Reichs­handwerksmeisters entgegen. Die Lade des deut­schen Handwerks ist wieder geschlossen. Eine Minute feierliche Stille läßt die Gedanken sich sammeln. Rein und klar klingt dan eine Arie aus Haydns Schöpfung" durch den Raum, gesungen von Clara Ebers. Heinrich AnackersDeutsches Gebet" in der Vertonung von Hans Förster, das der NS.-Chor zum Vortrag bringt, schließt die künstlerischen Dar­bietungen ab. Mächtig braust der gemeinsame Ge­sang des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes durch das weite Rund. Die weihevolle Feier hat ihr Ende gefunden. Der Zug der Handwerker und ihrer Ehrengäste geleitet die alten Fahnen der Zünfte zurück zum nahen Römerberg.

Verleihung des Ehrenrings an Förderer des Handwerks.

Im Bürgersaal des Römers fand dann ein Empfang der Handwerkergäste durch die Stadt Frankfurt a. M. statt. Oberbür­germeister Dr. Krebs wies auf die enge Verbum denheit der alten Kaiserstadt Frankfurt mit dem deutschen Handwerk hin. Es sei der feste Wille der Stadt, zusammen mit der Führung des deut­schen Handwerks diesem den Weg zum Aufstieg und zu einer neuen Blüte zu bahnen. So habe sie u. a. eine Stiftung geschaffen, die sich die För­derung des handwerklichen Nachwuch­ses zur Aufgabe gestellt habe. Die b e st e n M ei­st e r st ü ck e der Innungen sollen durch die Stif­tung a n g e k a u f t und damit den Preisträgern die Möglichkeit gegeben werden, sich weiterzubilden. Zahlreichen Persönlichkeiten die sich besonders um das Handwerk und seinen Neuaufbau verdient ge­macht hätten, werde als Zeichen der Anerkennung und des Dankes der Ehrenring der Stadt des deutschen Handwerks verliehen. Die Auszeich­nung erhielten Reichshandwerksmeister Schmidt, Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger, Reichs­organisationsleiter Dr. Ley, Reichsführer SS. Himmler, SS.-Oberführer Sepp Dietrich, Hauptamtsleiter der DAF. Claus Selzner, Hauptamtsleiter Dr. von R e n t e l n, Reichskom­missar Dr. W i e n b e ck, der Präsident des Inter­nationalen Handwerkerinstituts, Professor B o - r o n z o, der stellv. Leiter der Reichsbetriebsgemein­schaft Handwerk, Paul Walter, Generalsekretär Dr. Schüler, Landeshandwerksmeister G a m e r, Landeshandwerksmeister M a g u n i a und Reichs­innungsmeister Willy Schmidt. Aus der Hand des Reichshandwerksmeisters empfing sodann Ober­bürgermeister Staatsrat Dr. Krebs ebenfalls den Ring der Stadt des deutschen Handwerks.

Bei dieser Gelegenheit machte der Reichshand­werksmeister noch davon Mitteilung, daß für das nächste oder übernächste Jahr eine große Lei­stungsschau des deutschen Handwerks vorge­sehen sei. Die Ausstellung, die zuerst in der Stadt des deutschen Handwerks gezeigt werden soll, wird dann ihren Weg als Wanderausstellung durch ganz Deutschland nehmen. Sie soll ein um­fassendes Bild vom deutschen Handwerk geben und wird alle Handwerkerberufe, ihre Arbeit und Be­deutung vor Augen führen.

Der Festzug des deutschen Handwerks.

Einen Glanzpunkt des Reichshandwerkertages bildete der große Festzug am Sonntagnachmittag. Trotz des ununterbrochenen Regens hatten sich in den Straßen, die von dem Zug passiert wurden, Zehntausende von Volksgenossen eingefunden, die die Festwagen der einzelnen Handwerkszweiae und die sie begleitenden Meister, Gesellen und Lehrlinge jubelnd begrüßt. Dieser Festzug hätte es verdient, daß seinetwegen Frau Sonne ihren Groll aufge» geben und sich nicht für den ganzen Tag im Schmollwinkel unsichtbar verborgen hätte. Wer hat nicht diegrande toilette und die schnatternden Mädchen bedauert, die auf dem Wagen der Da­menschneider auch noch mit Grazie ihr Schick­sal zu tragen gezwungen waren? Weit besser waren da doch die niedlichen Putzmacherinnen dran, die aus einer riesigen Hutschachtel recht rosig ins Dämmergrau des Bindfadenregens schauten. Ganz vorsichtig waren die zwei Dachdeckermeister, die aus ihrem regensicheren Unterstand hervorlugten. Manch Frauenherz wird wohl mit ärgerlichem Be­dauern an den klatschnassen Fellen des Kürsch­nerwagens gehangen haben, die ihre Echtheit in diesem Festzug unter Beweis stellen mußten. Allerliebst war daszusätzliche" Brausebad, das die Gas-, Wasser- und Heizungsfach, l e u t e auf ihrem Wagen installiert hatten. Die feuchtfröhlichen" Jungens waren die einzigen, denen wirklich nichts passieren konnte! Die Tdp- f e r hatten einem ihrer Zunft den Wagen zur Werkstatt eingerichtet: das zur Arbeit nötige Wasser lieferte der Himmel kostenlos! Die Seiler und Reepschläger waren die besten Wetter­propheten, gingen aber mit ihren Hoffnungen zu weit, denn so stark regnete es wieder nicht, daß man mit einem Segelboot in Frankfurts Straßen hätte herumschwimmen können. Trotzdem konnte der Friseur seinem bejammernswerten Kunden ohne

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Putzmacherinnen beim Begrüßungstreffen im Kegelsporthaus. (Scherl-Bilderdienft-M.)

Spritzflasche einen aalglatten Scheitel ziehen. Am schlauesten waren aber die Buchdrucker, die in großen schwarzen Kästen die Lettern des Alphabeths mittrugen. Unter den Kästen schauten die Beine heraus und aus kleinen Gucklöchern sahen grin­sende Blicke auf diebeschirmten" Zuschauer. Zahl­reiche Musikkapellen, Ehrenstürme der SA., SS., HI. und der Werkjcharen, zahlreiche Handwerker in ihrer Berufstracht, sie alle zeigten, daß mit ent­sprechendem Humor auch das Schlimmste gibt es für einen Festzug etwas Schlimmeres als Regen? zu ertragen ist.

Die Kundgebung aus dem Opernplatz.

Auf dem Opernplatz beschloß eine große Kund­gebung die Hauptveranstaltungen des diesjährigen Reichshandwerkertages. Mit Rücksicht auf den strö­menden Regen wurde die Kundgebung stark abge­kürzt. Reichshandwerksmeister Schmidt begrüßte kurz den Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, der seinerseits u. a. ausführte: Daß wir

trotz des Regens hier stehen, ist das Bedürfnis, bar« zutun, wie glücklich wir sind, eine Gemein­schaft zu bilden. Wir sind wieder eine Nation ge­worden, wir fühlen uns als deutsche Menschen. All das ist nicht unser Werk, sondern es ist allein das Tun und das Handeln, der Wille und der Glaube eines einzigen Mannes. Adolf Hitler allein hat Deutschland gerettet aus dem Sumpf, aus dem Nichts, aus der Schande und Knechtschaft. Das Geheimnis des neuen Deutschlands ist das Wiederfinden der deutschen Nation, die Wieder­geburt einer großen Familie. Und über dieser Fa­milie steht ein Familienoberhaupt, ein Vater, der uns liebt, der sich um uns sorgt. Das ist das Glücksgefühl des deutschen Volkes und des deutschen Menschen. Wir bejahen Deutschland nicht nur wenn die Sonne scheint, sondern auch wenn die Not über dieses Deutschland hereinbrechen sollte. Wir sind dem Schicksal dankbar, daß es uns Adolf Hitler gegeben hat, von dem wir das Emp­finden haben, daß er sich um uns alle sorgt. Adolf Hitler, unser Führer, unser Vater, unser Deutschland Sieg-Heil! Machtvoll brauste das Sieg-Heil des deutschen Handwerks über den weiten Platz.

Weihe der Adolf-Hitler-Brücke in Krefeld-Llerdingen.

Oer Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, hält die Taufrede.

Krefeld, 7. Juni. (DNB.) Die feierliche Ver­kehrsübergabe der Adolf-Hitler-Rhein- brücke am Sonntag, die den Krefeld-Uer- dinger Wirtschaftsraum und fein Hinter­land mit dem Ruhrgebiet verbindet, durch den Stellvertreter des Führers, Reichs­minister Rudolf Heß, war für den gesamten Nieder­rhein ein Tag von geschichtlicher Bedeütung. Dom Flugplatz aus nahm Reichsminister Heß seinen Weg zum Kundgebungsplatz, wo er von Tausenden Volksgenossen begeistert begrüßt wurde. Nachdem Rudolf Heß die Ehrenformationen abgeschritten hatte, nahm Gauleiter Florian das Wort zu einer Begrüßungsansprache.

Oberbürgermeister Dr. Heuyng meldete die Fertigstellung der Brücke. Dann ergriff der Stellver­treter des Führers das Wort zu seiner oft von lebhaftem Beifall unterbrochenen Weiherede, in der er u. a. ausführte:

Deutsche Männer und Frauen! Mit Stolz blicken wir auf diese Brücke, auf diese gewaltige Leistung, die die Gemeinschaft schuf und die nun der Ge­meinschaft dient. Unser Stolz ist um so größer, als wir wissen, daß dieses Werk nur eines von vielen ist, als wir wissen, daß noch nie, solange es Deutschland gibt, so große Leistungen des ge­meinsamen Aufbaues im Dienst an der Gemein­schaft vollbracht wurden, wie in den wenigen Jah­ren des Bestehens des Reiches Adolf Hitlers. Wir danken dem Führer, daß er unsere Arbeit und die Werke unseres friedlichen Schaffens geschützt bat, daß er sie geschützt hat, indem er diesem sozialistischen Staat zugleich die nationalistische Prä­gung gab, indem er ihn in den Stand setzte, sich zu verteidigen und die Mittel zu dieser Verteidi­gung erstellen ließ in wiederum gewaltiger gemein­samer Anstrengung.

Zu unserem Leidwesen müssen wir den Eindruck erhalten, daß alle Versuche des Führers, mit un­serem großen Nachbarn im Westen zu

einer klaren Verständigung zu gelangen, vor allem, daß sein letztes großes Angebot zur Sicherung des Friedens bisher durch diesen Nachbarn nicht so gewürdigt wurde, wie wir es im Interesse der Beruhigung Europas hätten erwarten können. Um so glücklicher sind wir, daß der Führer Sorge getraaen hat für unsere Sicherheit und insbesondere Sorge getragen hat auch für die Si­cherheit dieses Gebietes hier, das solange jeder Willkür schutzlos offenstand."

Der neuen Brücke gebe ich die Wünsche des deutschen Volkes mit: Sei auch du eine Klam­mer, die die unzerreißbare Verbundenheit der bei­den Ufer des Rheins zum Ausdruck bringt. Sei eine Brücke des Friedens über Deutschlands geschichts­reichstem Strom. Trage den Namen, dem wir es verdanken, daß an diesem Strom wieder eine Wacht steht. Trage den Namen, der uns zum Inbe­griff des Behauptungswillens des deutschen Volkes geworden ist. Trage den Namen, der für uns Frieden nach innen und außen bedeutet. Trage den Namen, der uns die wiedergewon­nene Freiheit bedeutet, der uns die wieder­gewonnene Ehre bedeutet. Trage den Namen, der in der Zeitspanne eines Atemzuges der Ge­schichte zu einem der bedeutungsvollsten und klin­gendsten Namen tausendjähriger Geschichte geworden ist. Ich taufe dichA d o l f - H i t l e r - B r ü ck e" ! Wir grüßen den Taufpaten der Brücke, den Füh­rer des Reiches. Adolf Hitler Sieg-Heil!"

Rudolf Heß begab sich nach seiner Rede mit seiner Begleitung über die Brückenrampe zum Widerlager, wo er das von zwei Hitlerjungen ge­haltene Sperrband durchschnitt. Er schritt dann über die Brücke zur Duisburg-Mündelheimer Seite und begrüßte dort die angetretenen Formationen. Am Nachmittag begab sich Rudolf Heß zur Krefelder Stadthalle, wo er mit den Arbeitern, Angestellten und Beamten der Firmen und Berufsgruppen ein gemeinsames Mittagessen einnahm.

ISvZahre Reichskriegerbund.

Die Gedenkfeier in Wangerin

Wangerin (Pommern), 7. Juni. (DNB.) Hier beging am Samstag und Sonntag der Deutsche Reichskriegerbund (Kyffhäuserbund) die Feier seines 150jährigen Bestehens. Im Todesjahr Friedrichs des Großen ist hier dieM i l i t ä r i f ch e Schützenbrüderschaft Wangerin" ge­gründet worden. Sie ist die Urteile des heute drei Millionen Mitglieder umfassenden Reichskrieger­bundes geworden. An der Feier beteiligten sich zahllose Gäste aus ganz Pommern und aus allen Teilen des Reiches. Der Bundesführer, SS.-Ober­führer Oberst a. D. Reinhard, traf bereits am Samstag in Begleitung des stellvertretenden Bun­desführers, Generalmajors a. D. von Kuhl­wein, und des Generalmajors a. D. von F a - deck ein. Auf einem Kameradschaftsabend hieß der Bundesführer von Pommern die Kameraden aus dem Reich, die Wehrmacht und die Kampfgenossen der nationalsozialistischen Bewegung willkommen. Bundesführer Reinhard pries den pommer- s ch e n Grenadier, der sich stets mit seiner gan­zen Person für das Vaterland eingesetzt habe. Ka- meraoschaftsführer Hinz schilderte die wichtigsten Ereignisse aus der 150jährigen Geschichte der Schützenbrüderfchast Wangerin.

Sonntag früh nach dem Großen Wecken begann schon in aller Frühe der Anmarsch von 10000 Kysfhäuserkameraden zum Festplatz. Das Reichsheer hatte die 1. Kompanie des Infanterie­regiments 25 aus Stargard mit den drei Fahnen

des ehemaligen Grenadierregiments Nr. 9 und die Reichsmarine den 1. Zug der 3. Marineabteilung aus Swinemünde abkommandiert. Alle Gliederun­gen der Partei beteiligten sich an der Feier.

Auf dem mit Hakenkreuz- und Kyffhäuserfahnen umsäumten großen Festplatz vor den Toren der Stadt fand sich eine große Zahl von Ehrengästen ein. Mit dem Bundesführer erschienen die 22 Lan- desführer des Kyffhäuserbundes Von der Wehr- macht waren u. a. anwesend der Kommandierende General des II. Armeekorps, Generalleutnant Blaskowitz der Befehlshaber an der pommer- schen Küste, Admiral v. Schröder, der Commo- bore bes FliegergeschwadersHindenburg" aus Greifswald, Fliegeroberst S o m m 6 , der Komman­dant von Neu-Stettin, Generalmajor Strecker. Außer den führenden Männern des Soldatenbun­des, der NSKOD., der SA., SS. und HI. sah man Vertreter der Behörden und der Partei

Nach dem Einmarsch der Ehrenkompanie zog in der historischen Uniform des Regiments von B r ü n n i n g eine Abteilung von 30 Wangeriner Füsilieren mit der 150 Jahre alten Fahne und der ebenso alten Trommel auf dem Festplatz auf. Wie vor 150 Jahren waren die Füsiliere mit riesigen Vorderladern ausgerüstet Auch die Kommandos entsprachen dem Brauch der alten Zeit:Rechts schwenkt euch!",Nehmet Gewehr bei Fuß!". 800 Fahnen des Kyffhäuserbundes standen zu beiden Seiten des großen Vierecks. Die Fahne mit dem

Wappen des alten Preußenkönigs, die Traditions- fahne der deutschen Wehrmacht und die Fahne des Dritten Reiches zeigten die Entwicklung deutscher Geschichte. Ein buntes Bild von Uniformen bot sich dem Auge dar: Das Dunkelblau der Bundesklei­dung, das Feldgrau der alten und neuen Wehr« macht, das Blau-Weiß der Reichsmarine, die hell- braune und graue Kleidung der ehemaligen Kolo- nialkämpfer, die weißen Blusen der NSKOV. und die braune Farbe der Parteiformationen.

Vundesführer Reinhard

führte u. a. aus: Der Deutsche Reichskriegerbunb begeht heute hier in Wangerin die Feier fei­nes 150jährigen Bestehens. Nicht bie Reichshaupt, stabt, nicht Kassel, die Stadt der Reichskriegertage, dient diesmal einem Aufmarsch des grüßen Soldaten, bundes der Welt. Schauplatz der 150-Jahrfeier unte­rer Organisation ist d i e s e Mei n e pommersche Stadt. Hier in Wangerin ist d i e erste Krie- gerkameradschast unseres Bundes gegründet worden. Hier begründeten am 8. Juni 1786 ausge­biente Solbaten bes fridericianischen Füsilier-Regi­mentes von Brünning unter bem NamenM ili- tärische Schützen-Bruderschaft" bie erste soldatische Vereinigung, mit deren Grundsätzen und deren Gesinnung sich auch heute noch jeder alte Soldat und jeder Deutsche überhaupt einverstanden erklären kann. Als Aufgaben stellte sich diese erste Kameradschaft unseres Bundes: die Pflege und Fortführung der soldatischen Tradi­tion und d e s sold ati sch e n H a n dw e r k s , die kameradschaftlicheHilfeleistung und Unterstützung der kriegsbeschädigten und armen Mit- alieder der Bruderschaft, die Bestattung der verstör- Denen Kameraben mit militärischen Ehren. Diese Leitsätze sinb heute nochgültig. Denn wir pfle­gen heute noch, wie jene ersten, soldatische Art und soldatische Disziplin. Wir üben uns heute noch, wie jene, im Gebrauch der Waffen und halten den Wehr- geist wach in unseren Reihen und im Volk, üben heute noch, wie jene ersten, an unseren Kameraden die Ka­meradschaft der Tat. Wir erweisen auch, wie jene, die Ehre der militärischen Bestattung jedem unserer zur großen Armee abberufenen Kameraden, der seine Pflicht gegenüber Volk und Vaterland erfüllt hat. Auf eine Vereinigung, die aus 40 Mitgliedern anwuchs auf über drei Millionen, auf eine Vereinigung, deren Gründungsleitsätze noch bin­dend und verpflichtend sind nach 150 Jahren, auf eine solche Vereinigung allerdings kann der Bund auch heute noch mit Stolz und Ächtung blicken.

150 Jahre sind vergangen, seit die Stammkame­radschaft des Bundes gegründet wurde. Name und äußerer Aufbau haben sich in diesen 150 Jahren vielmals geändert-, sie werden auch für die Zukunft nicht unveränderlich fein. Bleiben aber wird tüe von ihm allezeit verwirklichte Idee einer großen, auf soldatischer Disziplin und soldatischer Kame­radschaft gegründeten Vereinigung aller deutschen Frontkämpfer und Solda­ten! Ich überreiche in dieser bedeutungsvollen Stunde der Wangeriner Kriegskameradschaft, die den verpflichtenden Namen desGeneralfeldmar­schalls von Hindenburg" trägt, eine originalge­treue Nachbildung jener frideriziani- schen Regimentsfahne und ersten Fahne unseres Bundes, die 1786 den Gründern dieser Kameradschaft vom Regiment Brünning zu treuen Händen übergeben wurde. Die Originalfahne selbst hat in der Ruhmeshalle unseres Kyffhäuser-Denk- mals den ihr gebührenden Platz gefunden. Unsere Bundesfahne trägt das Hakenkreuz, das Symbol unseres neuen stolzen deutschen Vaterlandes. Mit ihr zugleich soll diese originalgetreue friderizianische Regimentsfahne flattern.

Der Kommandierende General bes II. Armee­korps, Generalleutnant Blaskowitz, grüßte die Kämpfer aus dem Weltkriege und die Kämpfer der Nachkriegszeit. Die Abordnung des Reichsheeres an die Geburtsstätte des Reichskriegerbundes zeige die enge Verbundenheit zwischen jungen und alten Sol­daten. Der Soldatenbund werde die Tradition von Wangerin fortsetzen. Auf Befehl des Generals hoben sich die Fahnen der Wehrmacht, die Ehren­kompanie präsentierte und ehrte den Reichskrieger- bunt) und insbesondere die Kameradschaft Wangerin. Noch einmal traten die Truppen ins Gewehr, und tausend Fahnen flatterten im Winde, als der Bun­desführer das begeistert aufgenommene Sieg, heil auf den Führer ausbrachte. Deutschland­lied und Horst-Wessel-Lied brausten über das weite Feld.

Unter den Klängen des Hohenfriedberger Mar­sches begann dann der Vorbeimarsch der Wehrmacht, der Ehrenformationen, der Wangeriner Füsiliere und der Kysfhäuser-Formationen, der fast zwei Stunden dauerte. Ein großes Volksfest und Feuerwerk beendeten den Erinnerungstag des Reichskriegerbundes.

Ribbentrop wieder in Berlin.

Berlin, 6. Juni. (DNB.) Botschafter von Ribbentrop ist von seinem privaten Aufenthalt in England zurückgekehrt und traf am Samstagnachmittag im Flughafen Berlin-Tempel» Hof ein.

Oie Ausstellung Oie deutsche Gemeinde".

Berlin, 7. Juni. (DNB.) Im Ehrenraum der Berliner Ausstellungshallen am Kaiserdamm er­öffnete an) Sonntagvormittag der Reichs- und Preußische Minister des Innern, Dr. Frick, in feier­lichem Rahmen die große AusstellungDie deut­sche Gemeinde", eine Leistungsschau der über 50 000 deutschen Gemeinden. Zwölf schlanke, mit den Hoheitszeichen geschmückte Säulen tragen die gewaltige Kuppel, deren Mittelpunkt ein großes, in den Umrissen leuchtendes Hakenkreuz ist. Der Rundbau, großzügig in der Linienführung, wohl- abgewogen in der Farbtönung und schlicht im Ma­terial, ist umrahmt von den Ehrenstätten, die die Zeugnisse der mehr als tausendjährigen Kultur- und Geistesgeschichte der deutschen Gemeinden beher­bergen. Die über 1500 Ehrengäste der (Eröffnungs­feier, darunter die zum 6. internationalen Ge­meindekongreß aus 35 Staaten anwesenden Teil­nehmer, wurden von dem Direktor des Messeamtes, Wischet, als Hausherrn empfangen.

Staatskommissar Dr. Lippert sprach das Will­kommen der Reichshauptstadt. Der Oberbürger­meister der Hauptstadt der Bewegung und Vor­sitzende des deutschen Gemeindetages, Reichsleiter F i e h l e r, wies darauf hin, daß den ausländischen Gästen und Freunden Gelegenheit gegeben roerbe, sich an Ort und Stelle zu überzeugen, wie im neuen Deutschland die Gemeinden und Gemeindeverbände arbeiten. Die Ausstellung in ihrer einzigartigen qnb mannigfachen Gestaltung werde diese Eindrücke vertiefen und abrunden. Dann enthüllte der Reichs­leiter das vom Deutschen Gemeindetag errichtete