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186. Jahrgang

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Mehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Der Tag des deutschen Handwerks in Frankfurt.

Handwerk und Kultur.

Die Rede Alfred Rosenbergs

^Lpd. Frankfurt a. M., 6. Juni.'Die große Festhalle in Frankfurt a. M. war am Samstaamor- gen der Tagungsort für die 7000 DAF -Wal­ter der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk und der m den Organisationen zusammengeschlossenen Meister, die aus allen deutschen Gauen zum Reichs- Handwerkertag hierher gekommen waren. Die Ta- aung erhielt ihre besondere Bedeutung durch die bereits am Samstag veröffeytlichten grundlegenden Ausführungen des Reichshandwerksmeisters W G Schmidt über die Aufgaben des Handwerks in Gegenwart und Zukunft. Dann ergriff Reichsleiter Rosenberg das Wort. Er wies auf die in den letzten drei Jahren erfolgte Neugestaltung des deut­schen Menschen und des Lebens hin. Wenn viele je- doch vielleicht der Ansicht seien, daß nach der lieber- Windung der Systemzeit und ihrer Auswirkungen Die meiste Arbeit geleistet sei, so befänden sie sich in einem gewaltigen Irrtum. Gerade das Gegenteil sei der Fall. Erst ein Zehntel der großen Arbeit liege hinter uns, während noch neun Zehntel der Auf­gaben zu bewältigen seien. Die nationalsozialistische Revolution sei ja nicht nur eine bloße Machtüber- nähme, sondern sie ziehe nach sich die völlige Umge- staltung des deutschen Menschen. Man könne bei der nationalsozialistischen Bewegung auch nicht von et­was absolut Neuem sprechen, denn dann wäre sie nicht organisch gewachsen. Sie sei vielmehr herzulei­ten aus dem Verstehen unsererZeit und der Vergangenheit. Der deutsche Mensch sei heute hungrig nach neuer Lebensgestaltung und wisse, daß ein Volk mehr ist, als nur die Summe seiner gegenwärtig lebenden Menschen. Das tech­nische Zeitalter sei eine große Gefahr für die hand­werklichen jahrhundertlangen Ueberlieferungen ge­wesen. Es gab schließlich keine Künstler und schöpfe­rischen Kräfte mehr, keine einigende Idee und keine bindende Weltanschauung. An die Stelle eines ehr­lichen guten Handwerks sei der Warenhausramsch gekommen und kunstgewerbliche Spielerei. Die Pflicht des Nationalsozialismus bestehe darin, das Handwerk in eine neue schöpferische Zeit zu führen. Das Handwerk dagegen habe die Pflicht, die deutsche Kultur zu verteidigen. Die Verbindung zwi­schen Kun st und Handwerk wieder herzu­stellen, werde eine große Aufgabe der kulturellen Er­ziehung sein. Die Zeiten sind vorüber, wo man bei dem WortSorge" zusammenbricht: wenn man heute Sorge" sagt, dann spricht man den Willen aus, sie zu überwinden. Wir glauben, dieses Selbst- dewußtsein hat auch das deutsche Handwerk Wir sind nicht eine Lehre für die übrigen Völker, aber wir sind ein Beispiel. Wir sind der Ueberzeugung, daß genau so wie eine Krankheit ansteckend ist, auch eine Gesundung anstecken kann. Wir haben das Recht, uns als Träger einer großen Zeit zu bekennen Die Rechte, die wir uns erkämpft haben, werden wir niemals mehr aus den Händen lassen. In diesem Ringen hat auch das Handwerk seinen Beitrag zur Wiedergeburt Deutschlands beigetragen.

Empfang her Wanhergesellen

Strömender Gewitterregen geht in den Straßen Frankfurts nieder. Trotzdem klingt Musik in den Straßen. Ein Zug froher junger Menschen naht der Altstadt. Durch Aufschlagen ihrer kräftigen Wan derstäbe untermalen sie den Rhythmus des Mar jches. Auch in diesem Jahre hatte der Reichshand­werksmeister die Wanderschaft als einen be­sonders wertvollen Erziehungsfaktor angeordnet. Aus allen Gauen durften diejenigen Gesellen, die ihre Prüfung mit Auszeichnung bestanden hatten, zur Wanderschaft zugelassen 'werden. Von den über 2000 Gesellen, die sich unterwegs befinden, trafen zur Teilnahme am Reichshandwerkertag 500 in Frankfurt a. M. ein und wurden in den Rö­merhallen vom Reichshandwerksmeister begrüßt, wo­bei er noch einmal die Bedeutung des Handwerks herausstellte und die erzieherische Bedeutung des Wanderns für die angehenden Gesellen betonte. Die Zeiten, wo die Handwerksburschen mit Wegelage­rern gleichgestellt worden seien, seien jetzt endgültig vorbei. Heute sei es die Ausgabe der Handwerks-

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Der Reichshandwerksmeister spricht in der Paulskirche bei der Freisprechung der Meister und Gesellen. «'Aufnahme: Otto Emmel, Frankfurt a. M l

burschen, mit offenen Augen Durch öie deutschen Lande z u ziehen, um das Land und den deutschen Menschen kennenzulernen zu Nutz und Frommen von sich selbst und damit wie­der für das deutsche Vaterland. Die Bewegung habe den festen Willen, den jungen Handwerksge­sellen den Weg für die Zukunft zu ebnen. Dafür müßten sie natürlich die Voraussetzung schaffen durch die Befolgung des Leistungsprinzips.

Die Slernfahrer auf dem Opernplatz.

NSG.Arbeit und Ehre" steht in breiter Schrift hoch oben an der Front des Frankfurter Opern­hauses lieber den weiten Platz grüßen die Fahnen der Bewegung und der Deutschen Arbeitsfront. In blau und gold, den Farben des Handwerks, die wir überall wiederfinden, ist das monumentale Gebäude dekoriert. Vom Empfang auf dem Römerberg rücken die Wandergesellen an und nehmen Aufstellung Wagen von Ehrengästen fahren vor. Trotz des Regens sammeln sich zahlreiche Zuschauer auf dem weiten Platz, an dem der Verkehr der Großstadt mit seinen Geräuschen vorbeiflutet Mit klingendem

Spiel des Gruppenmusikzuges der SA. rücken d i e Sternfahrer in langem Zuge an. Alle Gaue, alle Handwerksberufe sind vertreten. In ihrer Be­rufskleidung und mit Schildern mit den Zeichen ihres Handwerks bieten sie ein buntes Bild. Be­sondere Aufmerksamkeit erregt ein großer gefloch­tener Adler, den Lichtenfelder Korbflechter gefer­tigt haben. Thüringens Tischler haben einen Kraft­wagen mit den Nachbildungen ihrer Arbeitsgeräte geschmückt.

580 Sternfahrer konnte deren Führer dem Reichs- Handwerksmeister melden, er verlas eine Adresse die die Handwerkertreue zur Bewegung bekräftigte.

In seinen Begrüßungsworten forderte der Reichs­handwerksmeister Gemeinschaft der Tat, Die auch in Der Bereitschaft von Meister, Gesellen und Lehrlingen schon ihren Ausdruck gesunden haben, die es nicht gescheut hätten, den beschwerlichen und mühevollen Weg trotz vieler Hindernisse zurückzu­legen. Auch in dem Charakter des Reichshandwer­kertages als Arbeitstagung findet diese Tatbereit­schaft ihren Ausdruck. Nach den nationalen Liedern schritt der Reichshandwerksmeister mit den zahlrei­chen Ehrengästen die Front der zu Fuß und mit dem Fahrrad nach Frankfurt gekommenen Hand­werker ab.

Der Festabend.

Dr. 8et) überbringt die Grüße des Führers.

Am Samstagabend fand ein F e st a b e n d des deutschen Handwerks in der Frankfurter Festhalle statt. Im Rahmen musikalischer und chorischer Auf­führungen, die den Abend in der prächtig ausqe» schmückten Halle zu einer eindrucksvollen Feier­stunde gestalteten, begrüßte zunächst der stellver­tretende Gauleiter Staatsrat Reiner die An­wesenden. Er gab der Versicherung Ausdruck, daß die Gauleitung dem Handwerk so wie bisher auch in der Zukunft volle Unterstützung zukommen las­sen werde.

Reichsleiter Dr. Robert Ley

begrüßte die Festversammlung im Namen der 20 Millionen in der DAF. vereinten schaffenden deut­schen Menschen und der Partei, die auch der Treu­händer für das deutsche Handwerk sei. Der Füh­rer habe ihn heute ausdrücklich beauftragt dem deutschen Handwerk seine herzlich st en Gruße zu überbringen und ihn gebeten zu erklären, wie er sich freue, daß das deutsche Handwerk wieder aufblühe und nicht nur seinen Platz behaupte, son­dern zum Vorbild für unsere schaffen­den Menschen geworden sei. Dem Reichshand­werksmeister spreche der Führer seine Anerkennung aus und übermittle ihm die besten Grüße. Dr. Ley hieß dann insbesondere die führenden Persönlich­keiten des ausländischen Handwerks will­kommen. Wenn Sie Deutschland richtig studieren wollen, so können Sie erst dann das letzte Geheim­nis erfassen, wenn Sie bedenken, daß dieses Volk jahrzehntelang nie so bis zum letzten erfaßt und in einem Staat von einer wahrhaften Führerschaft betreut wurde, wie jetzt. Was dem Führer die Herzen des deutschen Volkes entgegenschlagen läßt, ist ja die Tatsache, daß jeder Deutsche das Gefühl hat, daß der Führer persönlich auch für ibn sorgt und daß er ein Glied dieses Volkes ist

Eine große Freude bereitete den Anwesenden die Ansprache des Präsidenten des internationalen Hand­werkerinstitutes, Prof. Boronzo , der im Schwarz­hemd der Faschisten erschienen war. Er führte u a. aus: Voll Bewunderung schaut das italienische Volk auf die Leistungen und die Disziplin des deutschen Handwerks. Handwerk ist täglicher Kampf und for­dert täglichen Einsatz. Als Soldat Mussolinis über­bringt er die Grüße der faschistischen Nation. Begei­stert dankte die Menge für die Mitteilung, daß die Auslandsvertreter aus Belgien, Frankreich, Iugoflavien, Norwegen, Oesterreich, Polen und der Schweiz, ein Telegramm an den Führer abgesandt hatten, in dem sie ihre Anerkennung für den Aufbau des deutschen Handwerks zum Ausdruck brachten. Auch der Führer des polnischen Handwerks Snopczynfki gab feiner Anerkennung für die Leistungen des deutschen Handwerks lebhaften Aus­druck.

Reichskommiffar Dr. Wienbeck

überbrachte die Grüße des Reichswirtschaftsministers Dr. Schacht, der durch eine Auslandsreise verhin­dert sei, wie im vergangenen Jahre am Reichshand, roerfertage teilzunehmen. Gleichzeitig könne er sich Zum Sprecher aller Reichsmini st erien und der vielen Dienststellen der Reichsregierung ma­chen, die alle mit dem Handwerk in Beziehung stän­den und mit großem Interesse die Arbeit des deut­schen Handwerks verfolgten. Der Anfang im Aufbau des Handwerks fei gemacht, und man könne hoffen, daß in diesem Sinne fortgefahren werde, damit auch die WorteEhre und Arbeit" für alle Ewigkeit die Parole des deutschen Handwerks werden. Mit dem ChorspielDas Handwerk baut auf", bei dem Werkscharen des Handwerks mitwirkten, und mit dem ChorWach auf" von Richard Wagner schloß der Festabend.

Putzmacherinnen im Festzug. - (DNB.-Heimatbilderdienst.)

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Die Buchbinder im Festzug. (DNB.-Heimatbilderdienst.)

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