Einzelbild herunterladen

Nr 6 Zweites Blatt

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Mittwoch, . Januar 1956

Aus dem Reiche der Krau.

Der inhaltsreiche Topf.

Von Hilde Kries.

Jede Hausfrau ist froh über ein Mittel, das ihr die Möglichkeit gibt, ihre Tagesarbeit zu verringern. Allein schon aus diesem Grunde nimmt der Ein­topf bei ihr eine bevorzugte Stellung ein, wenn­gleich sie auch seine sonstige Bedeutung keineswegs schmälern will. Ist sie sich doch bewußt, daß ein in einem Topf gekochtes Essen genau die gleichen Nähr­stoffe zu enthalten vermag wie die Gerichte, die eine umständliche Zubereitung erfordern. Da man nun gewöhnlich sehr schnell bereit ist, dem Küchenzettel Eintönigkeit vorzuwerfen, wollen wir heute diese Behauptung Lügen strafen und uns mit einigen Rezepten beschäftigen, die bis jetzt noch keine allzu weite Verbreitung erfahren haben dürften.

Wer hat z. B. schon einmal versucht, das F l e i s ch im eigenen Saft mit einer eingeweichten Sem­mel durchzudrehen und es abwechselnd mit gar ge­kochtem Weiß- oder Wirsingkohl in einer eingefette­ten Wasserbadform heiß werden zu lassen? Fleisch im eigenen Saft kann überdies zu den vielseitigsten Salaten und Gerichten verwendet werden. Diese sind kürzlich in einem FlugblattFleisch im eigenen Saft" vom Reichsausschuß für Volkswirtschaftliche Aufklärung, Berlin, in Verbindung mit dem Deut­schen Frauenwerk zusammengestellt worden. Hier­durch wird das ebenfalls an den beiden vorgenann­ten Stellen bearbeitete KochbuchGut kochen, gut wirtschaften" trefflich ergänzt. Das Saftfleisch hat es überhaupt in sich Wenn man es in Würfel schnei­det, die in einer Auflaufform mit Kartoffelgemüse, Fettflöckchen und Semmelmehl bedeckt werden, ist man in der Lage, ein besonders wohlschmeckendes Gericht auf den Tisch bringen zu können. Auch ver­mischt mit Makkaroni, die in Gemüsebrühe weich­gekocht sind, und angerichtet mit geriebenem Käse, gibt Saftfleisch eine Mahlzeit ab, die jeder Kritik standhält.

Wenn wir nun unser Interesse frischem Fleisch zuwenden, denken wir zunächst an das vom Ham­mel. In Würfel geschnitten und in Fett, Zwiebeln und Suppengrün gebräunt, fügen wir Sellerie­scheiben dazu, die ungefähr eine halbe Stunde mit­schmoren sollen. Danach gibt man gebrühten Reis, Tomatenmark und nicht allzuviel kochendes Wasser über das Ganze, das bei kleinem Feuer garzieht. Sehr gut verträgt sich Rindfleisch mit Kohlrüben und Kartoffeln, und zwar werden die in Scheiben geschnittenen Kohlrüben gleich zu dem Suppenfleisch gegeben und die Kartoffelstückchen erst eine halbe Stunde vor dem Anrichten. Die Brühe wird durch eine braune Einbrenne gedickt, so daß die oft ge­schmähteSuppe" vermieden ist. Auch läßt sich srisches Fleisch (Kasseler) angebraten und mit To­matenbrei vermischt, in einen Topf bringen mit Sauerkraut, dem man einen Apfel und saure Milch zufügt.

Regelmäßige Fischesser werden sicher nicht ab­geneigt sein, es einmal mit einem F i s ch a u f l a u f zu versuchen. Wieder nimmt man eine eingefettete Form, in welche die gewürzten Fischstücke und weichgekochte Blumenkohlröschen .mit Kartoffel­scheiben gelegt werden, lieber die Masse wird eine Soße aus einer Einbrenne mit Milch und Ge­müsebrühe gegossen. Der Auflauf, der mit Fett­flöckchen, geriebenem Käse und Semmelmehl be­streut wird, bäckt ungefähr 30 bis 40 Minuten im Ofen.

Will man ganz auf Fleisch verzichten, verwendet man eben Gemüse in reichlicheren Mengen. Grün­kohl und Kartoffeln z. B. ergeben, richtig zubereitet, ein durchaus nahrhaftes Gericht. Man muß nur den Kohl heiß abwellen, und, bevor man ihn in Fett und Zwiebeln schmoren läßt, zum Ab­tropfen auf ein Sieb schütten. Zusammen mit den Kartoffeln dünstet er dann reich und zum Schluß wird alles mit einer hellen Soße übergossen.

Hautpflege im $infr.

Viele Frauen, sowohl Hausfrauen als auch be­rufstätige, klagen, daß sich im Winter ihr Teint merklich verschlechtere, Pickel sich einstellten, Falten auftauchten. Das läßt sich, wenn es sich dabei nicht um ein ausgesprochenes Hautleiden wie die Akne (Talgdrüsenentzündung) handelt, im wesentlichen durch die notwendig gewordene Umstellung in der Ernährung erklären. Statt der frischen, grünen Gemüse werden mehr Mehlspeisen und Hülsenfrüchie gegessen. Auch der A u f e n t h alt i n der Küche bei geschlossenem Fenster ruft bei der Hausfrau kosmetische Schäden hervor. Durch die Wärmestrahlung des Herdes werden die Poren ge­weitet, die Hitze erweitert die Blutgefäße, rote Aederchen durchziehen die spröde Haut, fettige Dünste beschlagen sie und reizen die Talgdrüsen.

Die Berufstätige leidet unter der (5 a u e r ft o f f5 a r m u t der geschlossenen Arbeitsräume. Der Man­gel an frischer Luft und Bewegung tagsüber, der im Winter nicht so leicht durch einen weiten Abend­spaziergang oder sportliche Betätigung im Freien ausgeglichen werden kann, verursacht Stoff- wechselstärungen, deren Folgen nicht selten eine seborrhöische Haut ist (Seborrhö = Schmerfluß, krankhas^esteigerte Talgabsonderung besonders der Kopfhaut). Damit ist der langwierigen und lästigen Akne der Boden bereitet.

Wie kann man sich im Winter ohne allzu große Mühe und Kosten vor diesen Hautschädigungcn schützen? Da ist einmal die häufige Zufuhr frischer Luft zu empfehlen. Alle zwei bis drei Stunden sollten in Arbeits- und Wohnräumen die Fenster etwa fünf Minuten geöffnet werden und nicht nur um des Teints, sondern um des allge­meinen Wohlbefindens aller im Raum Arbeitenden willen. r ,

Niemals soll man mit nicht ganz sauberen Hän­den. auch nicht mit solchen, die vorher mit dem Kamm durch das Kopfhaar gefahren sind, ins Ge­sicht greifen. Man überträgt zu leicht Keime, die In den durch die Hitze geöffneten Poren sich ein- [agern. Empfehlenswert ist. sich während der Mit­tagspause die Hausfrau tut es am besten, wenn sic mit Kochen fertig ist mit einem der Teint­veranlagung entsprechenden Gesichtswasser die Haut zu reinigen; mit einem Wattebäusch- chen, das sofort weggeworfen wird.

Spätes Schlafengehen und langer Aufenthalt in Tabakrauch schädigt ebenfalls die Haut Die damit verbundene Uebermübung laßt die Haut erschlaffen und bereitet so die frühe Falten- bilbung vor. Ist man durch berufliche oder andere

Umstände gezwungen, sich diesen Schädigungen regelmäßig auszusetzen, muß besonders auf richtige und gute Hautpflege geachtet werden, sonst sind Krähenfüße und frühes Altern die unausbleiblichen Folgen dieser Lebensweise. Nie sollte, selbst bei gro­ßer Müdigkeit, eine Reinigungdes Gesichts mit Gesichtswasser, eine kühle Abreibung abends u. U. ein Augenbad unterbleiben. Für die Nacht trägt man dann eine Nährsalbe auf, die leicht in die Haut eingeklopft wird, um die verlorene Frische nach Möglichkeit zu ersetzen.

Wer zu Teintstörungen neigt, vermeide Alkohol,

Kaffee und Tee und sorge für geregelte Verdauung. Hat sich aber infolge Vernachlässigung schon eine Akne eingestellt an der häufigen Pickelbildung an den verschiedenen Stellen, Stirn, Wangen, Hals, Brust kenntlich, so experimentiere man nicht selbst herum durch Deffnen der Bläschen usw., son­dern gehe zum Hautarzt. Durch unsachgemäße Be­handlung überträgt man dauernd die Krankheits- fetme auf gesunde Hautstellen. Nur der Sachver- tändige vermag auf Grund der für jede Haut be- onders durchzuführenden Pflege das liebel zu be= eiligen.

as sollen wir tragen Y

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

Drei einfache Wollkleider aus beigefar­benem, weichen Kleiderboucle zeigt unser heutiger Modevorschlag.

Von ihnen hat das erste (links) einen braunen Filzgürtel und eine weiße Halsgarnitur aus Pique. Der Rock ist in sechs Bahnen geschnitten, von denen die vier seitlichen bis in die Blusenteile hineinreichen. Aus dem interessanten, bis zur drei Viertel Länge weiten Raglanärmel kommt ein ganz enger Unterärmel mit Knopfverschluß hervor. Das Piquewestchen hat einen stehenden Kragen, dessen lange Ecken umgeklappt werden.

Das mittlere Kleid mit der betonten S ch ul­te r p a r t i e hat einen breiten, holzfarbenen Samtgürtel. Die Aermel, die Schulternähte und der Gürtel werden durch kleine Kugelknöpfe aus

r

Edelholz geschloffen. Die sehr weit geschnittene Aermelkugel ist stark eingelesen und ergibt so die wagerecht gestellte Schulterlinie. Der Rock ist in sechs Bahnen geschnitten, von denen die mittlere ebenso wie die Blusenvorderbahn zum Gürtelschluß hin spitz zuläuft.

Das sehr einfache, dritte Kleid (rechts) erhält feinen Reiz durch Die sich an den Aermeln, dem Gürtel und am Rocksaum wiederholende Sou - t a ch e n ä h e r e i in der Farbe des Wollmaterials. Die Aermel sind der Bluse angeschnitten, der Rock besteht aus bloß zwei Bahnen. Der Soutachebesatz der Aermel setzt sich am Halse auch über den kleinen stehenden Kragen fort, der im Rücken durch eine schmale Knopfleiste geschlossen wird. H.

Das interessiert die Hausfrau.

von M. Harnisch

Bügeln Sie wirklich im Stehen? Das Gemüse putzen Sie sicher schon im Sitzen. Beim Bügeln fürchten Sie, nicht die nötige Kraft aufzubringen. Probieren Sie es aber einmal. Ich kann beim besten Willen nicht mehr im Stehen plätten und schone dadurch meine Füße unge­heuer. Nur muß man sich einmal völlig klar machen und gründlich ausprobieren, welche Muskelpartien dann die eigentliche Leistung zu vollbringen haben. Gottlob nicht mehr Kreuz und Rücken, die über­anstrengten und vielgefährdeten, sondern Oberarme und Schultern. In geradezu veredelter, aufrechter, eine ausgezeichnete Gymnastik gewährender Sitzhal­tung entspannen Sie den ganzen übrigen Körper und plätten mit den wohleingesetzten Armen und dem kräftigen Druck der Hände. Es geht doppelt so schnell.

Kleine Verschönerungen an Brühe und Tunke.

Jede Brühe verträgt ein Stückchen mitgekochten Schweizerkäse oder ein Restchen von dem geriebe­nen Käse, mit dem wir tags zuvor die Makkaroni bestreuten. Zwiebeln haben, noch so reichlich über­all mitgekocht, die eigentümliche Eigenschaft, nicht eigen mitzuschmecken, sondern nur allgemein den Geschmack zu verbessern. Daß sie überaus gesund sind, wissen wir. An jede Brühe zu dem üblichen Suppengrün mindestens zwei mittelgroße Zwiebeln, desgleichen an Reis, Mohren, Kohl. Ist jemand in der Familie dagegen, nimmt man sie, ganz mitge­kocht, heraus. Er merkt nicht, daß sie drin waren!

Eine kluge Hausfrau nahm schon vor dem Er­scheinen der modernen Ernährungslehre an jedes Gemüse usw. zuletzt einen Suppenlöffel voll fein- geschnittener Zwiebeln, die sich verkochten und Kraft gaben. Machen Sie es ruhig nach!

Tunke liebt ein Stückchen trockene Brotrinde mit»,

gekocht, das macht sämig und kräftig. Aber zum Schluß, wenn die Rinde ganz geblieben ist, heraus­nehmen, denn an sich schmeckt sie dann nicht mehr.

Fort mit der Staubfurcht und mit den Schranktüren!

Ein Küchenschrank, wie er nicht sein soll: drei Türen, davon die beiden äußern erst nach der mitt­leren zu öffnen, ein winziger Schlüssel, der immer verloren ist.

Kurz entschlossen nehmen wir die Türen heraus, bei kleinen und großen Küchenschränken solange wir uns mit unseren alten Möbeln behelfen müssen und uns nicht eine der Patent-Resormküchen an- schassen können. Das tägliche Geschirr stehe völlig offen.Aber der Staub!" Haben Sie es zweck­mäßigerweise so sortiert, daß auf den oberen be­quem greifbaren Brettern wirklich nur in der als zweckmäßig ausprobierten Anordnung das tägliche Geschirr steht, so wird dies ja im Laufe des Tages einmal, wenn nicht mehrfach gewechselt und abge­waschen, genau wie die Quirle und Deckel und Töpfe, die Sie nahe am Herd und Küchtentisch zu hängen haben. Seltener gebrauchtes Geschirr wird durch einen glatt an Ringen laufenden, abnehmbaren Vorhang vor Staub geschützt, verschlossene Schrank­teile dienen der Aufbewahrung des nur gelegentlich verwandten guten Geschirrs oder besonderer Gerät­schaften. Lassen Sie sich durch Mutter, Schwieger­mutter oder Nachbarin nicht beirren. Erleichtern Sie sich den Griff nach dem Geschirr Sie werden kostbare Zeit, Mühe und viel Aerger sparen.

Ihre Hände riechen nach Zwiebeln?

Ja, da hilft keine Seife und keine Zitrone, wie beim anderen Gemüse und sonstigen Küchengerüchen. Aber sofort und gründlich ein wenig Salz, auf die Hand geschüttet, mit kaltem oder noch besser lau­warmen Wasser nachgespült. Erfolg garantiert. Zwiebelschneiden ohne diesen automatisch folgenden Handgriff gar nicht mehr denkbar!

Deutsche Angora-Kanin-Wolle.

Von Hilde Kries, Berlin.

Wer früher seine Gesundheit gegen Kälte und Sturm schützen wollte, war gezwungen, dicke, schwere Kleidungsstücke zu tragen, bei denen man noch nicht einmal die Gewähr hatte, daß sie auch ein wirkliches Wärmegesühl vermittelten. Heute dagegen kommt immer mehr die Verarbeitung einer Wolle in Aufnahme, die einerseits durch ihren federleichten glatten Fall und andererseits durch einen hohen Grad von Warmhaltungsvermögen alle guten Eigenschaften einer Winterkleidung in sich vereint. Es handelt sich um die Wolle der lang­haarigen Angorakaninchen. Augenblicklich wird die Zahl der Zuchttiere mit etwa 50 000 angegeben, jeöes Tier bringt 300 bis 350 Gramm Wolle, aus der mindestens drei Pullover gestrickt werden kön­nen. Für 500 Gramm Wolle sind ungefähr 11 bis 12,50 Mark zu erzielen, so daß die Aufzucht, die ja auch eine starke Vermehrung dieser Rasse im Gefolge hat, als ein durchaus lohnender zusätzlicher Erwerbszweig zu betreiben ist. Darüber hinaus aber sind die Siedlerinnen und Bäuerinnen bet uns ja wieder in der Lage, die von den häufig gekämmten Kaninchen gewonnene Wolle selbst zu verspinnen und vielleicht sogar auch noch weiter zu verarbeiten. Sv entsteht vor allem ideale Unter­wäsche, für die Strümpfe, Schals, Jacken, Hand­schuhe usw. eine praktische Ergänzung bilden.

Weil Angorasachen lockerer gestrickt werden als andere Wolle, braucht man weniger Material als üblich. Außer diesem Vorteil bemerken wir aber beim Gebrauch nach und nach immer wieder einen neuen. Zuerst bereitet es schon eine große Annehm­lichkeit zu wissen, daß die Unterwäsche keinen Ein­fluß auf die Bewegungsfreiheit ausübt, also mit anderen Worten, daß sie nichtaufträgt". Auch empfindliche Menschen werden sich freuen über diese Wolle, die nicht kratzt oder Ausschlag hervorruft. Daß sie sich für Flieger und Wintersportler mit all diesen Vorzügen als ganz besonders wertvoll erweist, läßt sich ohne weiteres denken. Selbst Schnee und Regen vermag den aus ihr gefertigten Jacken und Pullovern nichts anzuhaben, stoßt sie doch einfach die Wassertropfen wieder ab. Und nicht vergessen dürfen wir schließlich die vielen an Rheumatismus, Gicht, Ischias, Reißen ufw. Leiden­den, denen die Benutzung dieser deutschen Ware Linderung ihrer Schmerzen verschafft. Die Heil­wirkung ist wohl so zu erklären, daß aus den feinen Haaren der Wolle elektromagnetische Kräfte strömen, die die schmerzenden Gliedmaßen günstig beein­flußen. Manche Aerzte haben Angoratücher bereits mit Erfolg bei verschiedenen Erkältungskrankheiten angewandt.

Im Ausland hat die Herstellung der Angora­wolle und ihre Verarbeitung schon seit langer Zeit vielen Händen zu einer Tätigkeit verhalfen. Bei uns ist ihr Wert als einer der edelsten Rohstoffe erst später erkannt worden, wenn auch schon Friedrich der Große die Spinnereien veranlaßt hat, dieses Material zusammen mit der Schafwolle zu ver­spinnen. Heute ist es in Deutschland, wenn es nicht als reine Angorawolle zum Verkauf gelangt, eben­falls mit Schafwolle vermischt. Bei der Anschaf­fung sollte man sich über die Bestandteile genau unterrichten, weil der Preis für die Mischarten natürlich entsprechend niedriger gehalten fein muß.

Es ist zu bedenken, daß ein steigender Verbrauch der Erzeugnisse aus deutscher Angora-Kanin-Wolle dem Kleinsiedler einen kraftspendenden Halt und neuen Auftrieb bietet. Diese Männer, Frauen und Kinder dort sollen spüren, daß ihre Volksgenossen durch Kauf und Benutzung von Angorasachen den Worten Taten folgen lassen, daß sie also bestrebt sind, ihnen nach Kräften das Dasein zu erleichtern.

Für die Hausschlachtung.

Aus unserem Leserkreise wird uns geschrieben: Die größte Bedeutung bei der Fleischverwertung, hat die Einsvlperung. Weiß doch jeder Landwirt und Züchter genau, welche Arbeit, Pflege und Auf­wendung an Futtermitteln ein Schlachttier bedarf, bis es die nötige Schlachtreife hat. Darum ist es nicht belanglos, ob die Einfolperung von vornher­ein einen guten Erfolg garantiert, oder ob das Fleisch schon nach zwei bis drei Wochen jenen un­angenehmen übelriechenden Belag hat, der sich spä- ter immer nachteilig auswirkt. Ist es doch der Stolz der Bäuerin und der Hausfrau, auch das Geräucherte der Vorratskammer in tadellosem Zu­stand zu wissen. Nach mehrjähriger praktischer Er­fahrung kann ich jedem Landwirt und Interessenten folgende natürliche und billige Einfolperung emp­fehlen: In gründlich gereinigtem Holzgefäß (Kübel oder Bütte) bestreut man den Boden mit einer dünnen Salzschicht und etwas Salpeter. Dann wer­den die größten Fleischstücke so dicht als möglich eingelegt (ohne Salz), die kleineren Stücke und Knochen zuletzt. Um eine angenehme Färbung des Schinkens zu erzielen, wird er kräftig mit Sal­peter eingerieben. In den Kessel füllt man vierzig bis fünfzig Liter reines Wasser, gibt auf einen Zentner einzusolperndes Fleisch mit Knochen acht Pfund Salz und ein viertel Pfund Kandiszucker und läßt beides zusammen aufkochen. Nach dem Erkalten gießt man die Lösung über das Fleisch, so daß diese fünf bis acht Zentimeter über das Fleisch zu stehen kommt. Ein Nachsalzen ist nicht erforderlich. W. G., H.

Große Wäsche in der katten Jahreszeit.

Man weiß, wie groß der Einfluß der Hautporen und ihrer Tätigkeit auf das Schlechtwerden der Wäsche ist. Mithin muß die Wäsche dadurch geschont werden, daß man sie oft wäscht. Um das Drum und Dran des Waschtages ranken sich viele Geschichten. Wahre und erfundene. Sie haben fast immer einen kleinen Stachel, der die Leiterin des Haushaltes treffen soll. Aber das gilt in Zukunft nicht mehr. Der gefürchtete Waschtag verläuft auch in der kalten Jahreszeit ohne Schrecken. Weiße Wäsche muß vier­undzwanzig Stunden vor dem Waschprozeß ein­geweicht werden, und zwar bedient man sich eines guten und erprobten Einweichmittels. Es löst die Fette, die Säuren, die dem Gegenstand von der menschlichen Haut übermittelt werden, und verrichtet auf diese einfache Art einen Teil der Arbeit. Außer­dem bildet sich eine chemische Verbindung, die den gleichen Erfolg hervorruft, den sonst Sonne und Bleichrasen haben: das Weißwerden der Wäsche. Die eingeweichte Wäsche muß in einem vorgewärm«