ö.Upor/
Handball der Sp.-Vg. 1900.
1900 1 — Turnv. Lützellinden I 9:5 (7:1).
Auf eigenem Platz empfing gestern die 1. Handballmannschaft der Spieloereinigung 1900 den Tv. Lützellinden zum Verbandsrückspiel. Im Vorspiel hatten die Gießener knapp die Oberhand bekommen. Da sich beide Mannschaften inzwischen spielerisch verbessert haben, entspann sich gestern ein spannender Kampf, der allerdings einen besseren Besuch verdient gehabt hätte. Die Platzbesitzer legten sogleich mächtig los und kaum eine Minute nach Spielbeginn hatte der neue Mann Winden, der sich als Halblinker recht gut einführte, eingesandt. Die Gäste ließen aber auch bald erkennen, daß sie einen guten Handball zu spielen verstehen, und erzielten in einer kurzen Drangperiode den Ausgleich. Das gab 1900s Hintermannschaft Veranlassung, nun besser auf der Hut zu sein. Tatsächlich konnten auch alle Angriffe der Lützellindener rechtzeitig abgestoppt werden. Darin tat sich besonders Berg, der seinen Posten mit dem neuen Mann Färber getauscht hatte und auf Mittelläufer gegangen war, hervor. Die Fünferreihe der Blauweißen wurde mit guten Vorlagen bedacht, so daß die einzelnen Stürmer bis zum Halbzeitpfiff noch sechs Tore erzielen konnten. Nach dem Wechsel wurde das Spiel verteilter. Die 1900er verloren sich zu oft in Einzelaktionen, die Gäste hingegen kamen langsam auf. Bis etwa zehn Minuten vor Schluß stand die Partie noch 9:2 zugunsten der Blauweißen. Eine nicht
ganz sorgfältige Abwehrarbeit — die Verletzung Neists kann nur zum Teile zugute gehalten werden — ließ die Turnermannschaft auf 9:5 aufkommen. Mit diesem Sieg haben die 1900.er ihre Position weiter stark gefestigt und sind auf dem besten Wege, in der Bezirksklasse — Gruppe Gießen-Wetzlar — Meister zu werden. Das Treffen wurde einwandfrei und unauffällig durch Krausch (Mtv. Gießen), der für den ausgebliebenen Schiedsrichter eingesprungen war, geleitet.
1900 II — Turnv. Lützellinden II 6:5.
Die zweiten Mannschaften standen sich in einem Gesellschaftsspiel gegenüber. Nach wechselvollem Kampf behielten auch hier die 19OO.er das bessere Ende für sich.
Handball der Gauliga Hessen.
Hessens Tabellenführer geschlagen.
In Hessen fielen die Spiele Kurhessen Marburg — SpV. Kassel und Tv. Wetzlar — Kasseler Turngemeinde wegen schlechter Platzverhältnijje aus. Im einzigen Treffen des Tages standen sich der Tv. Kirchbauna und der Gaumeister und Tabellenführer Kurhessen Kassel gegenüber. Die „Kurhessen" wurden nach einem harten Treffen mit 6:5 (3:2) geschlagen und erlitt damit ihre erste Niederlage. Sie führen aber noch mit 11:3 Punkten vor Bettenhausen mit 10:4 und Turngemeinde mit 9:3 Punkten.
Wball der heimischen Mnnschasten.
SV. Kassel und Hanau siegreich.
Nur zwei Fußballmeisterschaftsspiele in Hessen.
Hessens Fußballgau verzeichnete am ersten Dezembersonntag nur zwei Meisterschaftskämpfe; aber sie waren von großer Bedeutung, weil daran gerade diejenigen Vereine beteiligt waren, denen man in erster Linie die Anwartschaft auf den Titel einräumt: Der Spitzenreiter Spielverein Kassel und der seine Spielrubrik „auffüllende" Meister Hanau 93. Sie kamen beide zu Erfolgen. Der Spielverein bezwang im Kasseler „Lokalderby" den SC. 03 nach einem hartnäckigen Gefecht knapp mit 2:1 (2:1) und Hanau 93 überfuhr in seinem achten Spiel den Tabellenletzten Niederzwehren 8:2 (3:1). Dabei verhüteten die Niederzwehrener eine noch höhere Niederloge dadurch, daß sie in den letzten Spielminuten mit einer ungewöhnlichen Härte aufwarteten.
Der Spielverein Kassel hat seine Vorrunde nunmehr beendet und mit einem Punktverhältnis von 15:3 ist er sogenannter Herbstmeister geworden. Hanau 93 besitzt jetzt aus acht Spielen 12:4 Punkte.
Aus anderen Gauen.
Gau S ü d o st: Eintracht Frankfurt — SV. Wiesbaden 3:0; Union Niederrad — Wormatia Worms 2:1; Kickers Offenbach — Sportfr. Saarbrücken 3:1; FV. Saarbrücken — FSV. Frankfurt 1:0; Borussia Neunkirchen — FK. 03 Pirmasens ausgefallen.
Gau Bayern: Bayern München — FC. 05 Schweinfurt 2:0; 1. FC. Nürnberg — 1860 München 4:0; BC. Augsburg — ASV. Nürnberg 0:4.
Oie Ergebnisse der Äezirksklaffe.
Naunheim—1900 Gießen 1:0;
DfB.-R. Gießen—Sinn 4:1;
Sv. Wetzlar—Frohrch auf en 11:1!;
Dillenburg—Burg 1:3.
Die Naunheimer hatten alle Mühe, die 1900er knapp zu schlagen. Die VfBer siegten verdient über die kampfbewährten ©inner. Die Frohnhäuser hatten in Wetzlar nichts zu bestellen, das Resultat ist die Sensation des Sonntags. Die Burger gewannen in Dillenburg mit 3:1 Toren verdient.
DfD.-Aeichsbalm Gießen.
VfV.-R. — Sinn 4:1.
Die Witterungsverhältnisse der letzten Woche harten den Boden des Waldsportplatzes stark beein
flußt. Hierdurch bedingt waren an die Spieler große körperliche Anstrengungen gestellt. Das Spiel selbst war in der ersten Halbzeit sehr schnell. Leider artete das Spiel in der zweiten Halbzeit, als der ©inner Tormann verletzt ausschied, aus. Die Folge hiervon war, daß von jeder ©eite ein Spieler das Feld verlassen mußte. Für die Gießener bedeutet der Sieg wenigstens die Hoffnung, daß sie sich doch noch von dem Tabellenende retten können. Die Gießener Mannschaft stellte sich dem Schiedsrichter Böcher, der um sein Amt nicht zu beneiden war, mit: Meißner; Leutheuser I, Schwarz; Hauptfeld, Mund, Krämer; Fenster, Haupt, Stephan, Knauß, Fehling.
Die VfBer hatten Anstoß und schon führte Knauß den Ball zu Haupt, dieser zu Stephan, von diesem wanderte der Ball wieder zu Haupt, der darüberschoß. Im Gegenangriff ist der gefährlichste Mann der ©inner von dem Halblinken gut frei gespielt, fein Schuß landete jedoch am Außennetz. Dann waren die Grünweißen fast ununterbrochen im Angriff, jedoch drei zwingende Torgelegenheiten wurden ausgelassen. Als Haupt im "Strafraum gelegt wurde, gab es einen Elfmeter, den Knauß hoch auf den Mann schoß. Aus der Gegenseite ging Schwarz den Halblinken von ©inn hart an. Der Strafstoß landete unhaltbar in der rechten Torecke und damit führten die ©inner 1:0. Durch diesen überraschenden Erfolg waren die Platzbesitzer aus dem Konzept gekommen, die ©inner drängten weiter. Als kurze Zeit später Haupt bei einem Alleingang wiederum gelegt wurde, schoß Fenster den fälligen Elfmeter zum Ausgleich ein. Bei diesem Stand blieb es bis zur Halbzeit. In der 2. Halbzeit ging das Spiel mit unverminderter Schnelligkeit weiter. Die Kampfbilder wechselten ständig." Als Haupt Feuster mit einer halbhohen Vorlage einsetzte, stürzte der ©inner Tormann ihnen entgegen, warf sich in den Schuß und wurde verletzt. Hierdurch waren die ©inner gezwungen, nur mit 10 Mann weiter zu spielen. Eine Kombination Knauß, Haupt, Stephan und unhaltbar jagte dieser das Leder in die linke Torecke. Die Gießener führten mit 2:1 Toren. Aber schon im Gegenangriff gelang es Meißner nur mit großer Mühe, einen Kopfball des Halbrechten zu halten. Wieder war es Stephan, der auf 3:1 erhöhte. Beim Schlußpfiff hatten die Gießener einen schweren Sieg erkämpft.
Das Spiel der 2. Mannschaften fiel aus, da die ©inner nicht antraten und den Gießenern kampflos die Punkte Überließen.
Splelverekuigung 1900 Gießen.
Naunheim — 1900 Liga 1:0.
Das Auftreten der Blauweißen in Naunheim hätte bald mit einer Ueberraschung geendet, da die mit ziemlicher Sicherheit erwartete Niederlage mit 1:0 recht knapp ausfiel und gerade dieser Erfolg einem nicht ganz einwandfreien Einsatz von Hattert zuzuschreiben war, der damit Keusch Gelegenheit gab, den einzigen Treffer anzubringen.
Sofort vom Anstoß weg wurde mit schnellen Zügen gespielt, wodurch der Kampf einen wechselvollen Verlauf erhielt. Die Naunheimer versuchten durch weite Vorlagen auf die Flügel, wo in Rattert und Keusch die gefährlichsten Spieler standen, in Front zu kommen, während die 1900er es mit der Kombination versuchten. Die Art der Platzbesitzer erwies sich hier als die erfolgreichere, da sie verschiedene Kombinationszüge mit einem wuchtigen Schlag wieder ausglich. Vorübergehend wurden sie dadurch auch etwas überlegen, und als Hattert seinem Bewacher Lippert einmal entschlüpfen konnte, schien sich der erste Erfolg einzustellen. Rahn machte diese Chance jedoch durch entschlossenes Herauslaufen zunichte, wobei er verletzt wurde und einige Zeit ausscheiden mußte. In dieser Zeit hatten die Blauweißen verschiedene Chancen, durch die sie sich hätten in Führung bringen können. Das
Fehlen Hellmanns, der setzt zwischen den Pfosten stand, machte sich jedoch ziemlich bemerkbar. Bei einem erneuten Angriff der Platzbesitzer schien sich nunmehr das Geschick der Blauweißen zu vollziehen, als Keusch eine Flanke vom Halbrechten zum Tore schoß. Der wiedereingetretene Rahn lenkte den Ball aber in wunderbarem Sprung über die Latte. Nach der Pause wurde das Spiel noch dramatischer. Naunheim, von seinem Anhang stark angefeuert, drängte jetzt stark. Bei den Blauweißen war aber vorerst nicht durchzukommen. Hattert wechselte nun feinen Platz mit dem Halblinken, da er durch die Betreuung Lipperts nicht zur Entfaltung kam. Diese Maßnahme sollte sich als von Vorteil erweisen, da es Hattert war, der Keusch in der 60. Minute Gelegenheit gab, den einzigen Erfolg zu erzielen. Jetzt wurden die Blauweißen auch wieder etwas munterer. Dreimal bot sich ihnen die Möglichkeit, zu Erfolgen zu kommen, die aber durch ungenügendes Nachsetzen vom Tormann geklärt werden konnten. Zum Schluß wurden die Platzbesitzer nochmals gefährlich. Mit Ausnahme von mehreren Ecken und einem Lattenschuß von Hattert ereignete sich nichts mehr.
*
D i e Berliner Eishockey-Auswahl unterlag bei ihrem Gastspiel in der belgischen Haupfftadt „Nordstern" Brüssel knapp mit 3:4.
Schach-Ecke.
Bearbeitet von K. Helling.
Damengewinn.
b
d
8
7
6
6
4
8
2
1
8
7
6
6
4
3
2
1
l 0 h
a 6 e b e f g h
Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Hahn — Reinhard tim Turnier zu Bad Elster. Der Weiße ist am Zuge und kann die augenblicklich vorhandene Figurenstellung zu einem Gewinn der schwarzen Dame für einen Turm und einen Springer auswerten. Was zieht Weiß am stärksten?
Gebundene Türme
Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Birwer — Dr. Bauriedel beim Wettkampf Niederrhein — Westfalen. Der Schwarze zog c5—c4. Welche stärkste Fortsetzung hätte dem Weißen zur Verfügung gestanden, wenn der Schwarze in der abgebildeten Stellung mit dem Turm b7 den Bauern b2 geschlagen hätte?
8
7
6
6
4
B
2
1
f 0 h
beb
a b c b e f g h
H 8 7
U 6 5
14
8
U 2
M 1
Lösung der Schachaufgabe „Figurengewinn".
Weiß: Khl, Dfl, Tbl, Ld2, Ba3, c3, d5, 14, g5, h2 (10). Schwarz: Kg8, Dg4, Te4, Sd3, Ba6, b5, c7, 17, g7, H7 (10).
1. Dg4—e2. Der von der weißen Dame angegriffene Läufer d2 ist verloren. Nach Lei oder Lei käme DXfl matt, und die Deckungszüge Tdl oder Ddl scheitern an DXdl nebst Sf2+ und SXdl. Nach Dg2 käme DXg2+ nebst Te2+ und TXd2. Es bleibt nur 1. ... DflXe2. 2. Te4Xe2, und jetzt scheitert Tdl an Sf2+ nebst SXdl, und Ld2—cl kostet nach Te2—el+ nebst TelXcl auch den Läufer. Lösung der Schachaufgabe „Verbundene Freibauern".
Weiß: Khl, De2, Tdl, Te5, Da2, c5, d5, e6, g2, h2 (10). Schwarz: Kg8, Df6, Te8, Te7, Ba7, b5, c7, f4, g7, H6 (10).
1. d5—d6, Te7Xe6. (Nach cXd, cXd, Tb7 käme d6—d7 nebst e6—e7). 2. Te5Xe6, Te8Xe6 (oder DXe6, DXe6, TXe6, d6—d7.) 3. De2Xe6+, Df6 Xe6. 4. d6—d7, und Weiß muß gewinnen. In der Partie geschah noch 4. ... De6Xa2. 5. d7—d8D+, Kg8—h7. 6. Dd8—d3+. Kh7—g8. 7. Dd3—g6, und Schwarz gab auf.
Oie Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom RedaktionStisch.
Der Störenfried.
Zur Zeit der Stuarts war Dr. Robert South in Cambridge Unioersitätsprediger und Hofprediger. Einmal hatte er in ©t. Paul vor Karl II. und seinem Hofe zu predigen. Ob es nun an dem heißen Wetter lag oder ob andere Gründe dafür vorhanden waren, der Prediger mußte zu seinem Schrecken sehen, daß der König und die meisten Herren seines Gefolges während feiner Predigt eingeschlafen waren. Einige schnarchten sogar recht laut. South sah sich das eine Zeit lang mit an, dann aber unterbrach er sich und wandte sich an Lord Lauderdale, der neben dem König saß und rief ihm laut zu: „Mylord, ich bitte Sie um Verzeihung, wenn ich störe, aber Sie schnarchen so furchtbar, daß Sie Gefahr laufen. Seine Majestät zu wecken."
Gutes Geschäft.
Viele Jahre vor dem Kriege erschien in der Universitätsklinik von Kiel ein stämmiger Landmann — anscheinend Mitte der vierziger Jahre — und bot dem Geheimrat von Esmarch sein Skelett zum Verkauf an. „Aber mein Bester", meinte Esmarch, „da würden wir am Ende doch ein wenig zu lange warten müssen, bis wir den Besitz antreten könnten — was wollen Sie denn überhaupt mit dem Gelde anfangen?" — „Ich will nach Australien auswandern, Herr Geheimrat."
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