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Landjugend, die man für besonders wichtia halt. In den 23creinigten Staaten sind über 900 000 Landjungen und Landmädel im Älter von 12 bis 18 Jahren in denBoys and Girls Clubs" organisiert, in denen unter Anleitung der Bezirks­berater oder besonderer Beamter und der landwirt- schaftlichen Vereine praktische Versuche in der Auf­zucht von Tieren, im Anbau von Feldfrüchten und in der Hauswirtschaft durchgeführt werden. Für die Jungen und Mädel aus den Klubs werden von den Hochschulen gelegentlich Schulungslager veranstaltet. Wie wir später auf einer Viehausstel­lung in Kansas City sahen, veranstalten die Klubs

auch große Wettbewerbe. Von dem Besuch der land­wirtschaftlichen Hochschule des Staates Neuyork nehmen wir den Eindruck mit nach Hause, daß diese Einrichtungen die unmittelbare Unterstützung der Praxis als eine Hauptaufgabe ansehen. Wir sehen auch, daß es einen Dünkel des Akademikers gegen­über dem Nichtakademiker nicht gibt. Amerika hat einen Weg gefunden, um in der Landwirtschaft die Wissenschaft mit der Praxis in eine enge Verbin­dung zu bringen. Bei der gewaltigen Ausdehnung des Raumes und der Zerstreutheit der Siedlungen ist das sicherlich keine leichte Aufgabe.

Aus aller Well.

Oer Papst leicht erkrankt.

Rom, 6. Dez. (DNB.) Papst Pius XI. ist leicht erkrankt und auf Anraten seiner Aerzte seit Freitag in seinen Privatgemächern geblieben, um der Ruhe zu pflegen. Der Gesundheitszustand des Papstes gibt, wie von zuständiger Stelle ver­sichert wird, zu Besorgnissen pkeinen Anlaß. Am Sonntagnachmittag hat Pius XL wie tags zuvor den Besuch seiner Schwester und seiner Nichte emp­fangen. Der Papst soll die Absicht haben, bereits am Montag wieder das Bett zu verlassen.

Ehepaar Rosemeyer-Beinhorn in Athen.

Das Ehepaar Rosemeyer-Beinhorn ist auf seinem Flug nach Südafrika aus Belgrad kom­mend wohlbehalten in Athen eingetroffen.

Der älteste Mann Deutschlands gestorben.

In den letzten Tagen starb int Alter von 111 Jahren und 38 Tagen der älteste Mann Deutschlands, Friedrich Sadowski, im Altersheim zu Neidenburg (Ostpr.). Sadowski wurde am 27. Oktober 1825 in Orlau geboren. Er war von Jugend auf als landwirtschaftlicher Arbeiter tätig, bis er sich durch seinen Fleiß ein eigenes Grund­stück erworben hatte, das er bis zum 102. Lebens­jahre selbst bewirtschaftete. Bis in die letzten Tage seines Lebens war Sadowski eigentlich nie krank ge­wesen.

Kraftwagen fahrt in eine marschierende Kompanie.

In München fuhr in der Landsberger Straße ein Personenkraftwagen in eine mar­schierende, durch vorschriftsmäßige Beleuchtung Gisreichend gesicherte Infanteriekompanie. Der Kraftwagenführer, der mit hoher Geschwin­digkeit gefahren war, will infolge des erhöhten Bahnüberganges die Truppe nicht gesehen haben. Sechs Soldaten wurden vom Kraftwagen erfaßt und zur Seite geschleudert. Sie kamen glücklicher­weise mit verhältniLmgßig leichten Verletzun­gen davon. Eine des Weges kommende Kraft­droschke brachte die verunglückten Soldaten in das Lazarett, aus dem zwei nach Anlegung von Ver­bänden wieder entlassen werden konnten. Der Kraft­wagenlenker wurde zur Polizei gebracht, wo ihm Führerschein und Kraftfahrzeugschein abgenommen wurden.

Deutsches Flugzeug im Mont Blanc-Gebiet verunglückt.

Das deutsche FlugzeugD-ASIH ist auf einem Sonderflug im Mont Blanc-Gebiel, etwa 40 Kilo­meter südöstlich von Genf, verunglückt. Einer alsbald zur Unfallstelle entsandten französischen Bergungsexpedition gelang es, die ums Leben gekommenen Insassen der Maschine aufzufin­den.

Deutscher Fischdampfer an der isländischen Küste gestrandet.

Der deutsche FischdampferWien" aus Cuxhaven strandete bei Bakkafjoerd im Bezirk Rangavalle an der isländischen Küste. Die Strandungsstelle liegt so nahe am Ufer, daß die aus 13 Mann be­

stehende Besatzung an Land waten konnte. Da an der Unfallstelle keine Brandung herrscht, kann das Schiff möglicherweise gerettet werden.

Reichsverband

der Gartenausführenden und Friedhofsgärtner.

Als neue dem Reichsnährstand angegliederte Or­ganisation der Landschafts- und Friedhofsgärtner wurde aus Anlaß des diesjährigen Reichsgarten­bautages in Dresden der Reichsverband der Gartenausführenden und Friedhofs­gärtner gegründet. Es galt die Gruppe von Gärtnern zur Wahrung ihrer Belange zufammen- wfaffen, die sich mit Anlage, Pflege und Unter­haltung von gärtnerischen Anlagen und Gräbern mit oder ohne eigene Anzuchtsgärtnerei befassen. In dem neuen Reichsverband sind alle zu dieser Berufsgruppe gehörigen Gärtner zusammengeschlos­sen. Die Untergliederungen des Verbandes entspre­chen denen des Reichsnährstandes. In jeder Landes- bauernschast ist eine Landesgruppe des Reichsver­bandes vorhanden. Die Landesgruppe Hessen-Nassau hat unter Führung des zum Landesgruppenleiter ernannten Gartengestalters W. Hirsch (Wiesba­den) ihre erste Versammlung abgehalten, in der die Führer der Bezirksgruppen verpflichtet wurden. Sie erhielten damit den Auftrag, in ihren Bezirken die Mitglieder zu sammeln und diese zu betreuen. Im Vordergrund der Arbeiten wird die Schulung der Mitglieder stehen, um dem Auftraggeber Ge­währ für Qualitätsarbeit geben zu können.

Grohfeuer in kiel.

Auf einem am Dftufer des Kieler Hafens gelege­nen Jndustriegelände entstand ein Brand, der, begünstigt durch den starken Wind, in kurzer Zeit bedrohlichen Charakter annahm. Wegen der gefähr­lichen Lage es brannten Holzlagerschuppen, Werkstätten und Holzstapel eines Sägewerks, sowie ein Kohlenlager mußten außer der gesamten Be­rufsfeuerwehr noch zwei Kraftfahrspritzen der Deut­schen Werke und der Germania-Werft, sowie zwei Züge der Freiwilligen Feuerwehr Kiel herange- zogen werden. Es gelang schließlich, das Feuer durch umfassenden Angriff zum Stehen zu bringen und einen Teil der vom Feuer erfaßten Schup­pen, Werkstätten und Holzstapel zu retten. Der Schaden ist jedoch sehr beträchtlich. Die Entstehungs­ursache des Brandes ist noch unbekannt. Bei der Bekämpfung des Feuers leisteten neben der Tech­nischen Nothilfe die SA., SS. und das NSKK. tätige Mithilfe.

Heftige Schneefälle in Oesterreich.

Die letzten Tage haben in ganz Oesterreich für diese Jahreszeit außerordentlich heftige Schneefälle gebracht. Selbst in Gebirgstälern liegt der Schnee bis zu einem Meter Höhe. Alle Alpenübergänge und Paß-Straßen sind unbenutz­bar geworden. Da jetzt Föhnwetter eingetreten ist, besteht verstärkte Lawinengefahr. Rund­funk und Presse haben eindringliche Warnungen an die Skiläufer ergehen lassen, besonders steile Hänge und als lawinengefährlich bekannte Gegenden zu meiden. Die Ortschaft Mühlau bei Innsbruck

mußte geräumt werden, da sie durch Lawinen von der Nordkette gefährdet ist.

Schwere Bluttat in einem Wiener Nachtlokal.

Zu einer wahren Schlacht, bei der es einen Toten und vier Schwerverletzte gab, kam es in einem Wiener Nachtlokal. Ein Gast traf dort mehrere Bekannte, mit denen er verfeindet war, zog sofort seine Pistole und begann wie wild zu feuern. Vier Männer sanken schwerverletzt zusam­men. Andere Gäste warfen sich auf den Angreifer und schlugen ihn zu Boden, wobei sie ihm so schwere Verletzungen beibrachten, daß er kurze Zeit später starb.

Französischer Kraftwagen in einen Fluh gestürzt.

Bei Lyon ist ein vermutlich mit 6 Personen be­setzter Kraftwagen von einer Brücke in d i e Saone gestürzt. Man konnte den Wagen, der im Fluß versank, noch nicht heben. Es wird befürch­tet, daß die Insassen sämtlich ertrunken sind.

Wieder ein Neger in USA. gelyncht.

In ßaurel im Staate Mississippi hat sich ein Fall von Lynchjustiz ereignet. Man fand die L eiche eines 17jährigen Negers, die an dem Gerüst einer Eisenbahnbrücke aufgeknüpft war.

Kunst und Wissenschaft.

Universität Heidelberg verliert einen ihrer deutschamerikanischen Förderer.

In Reading (Pennsylvania) ist der Ehrendoktor der Heidelberger Universität Gustav Ober­länder im Alter von 69 Jahren gestorben. Der Heimgegangene war ein Sohn des Rheinlan­des, der gegen Ende des vorigen Jahrhunderts aus­wanderte, um sich in den Vereinigten Staaten der Industrie zu widmen. Dort hat er sich bald zu einer führenden Persönlichkeit des Wirtschaftslebens empor gearbeitet. Dem Vaterlande bewahrte er stets die Treue, besonders widmete er sich der Pflege und Förderung deutscher Wissenschaft. Diese Verdienste haben die Philosophische Fakultät der Universität Heidelberg bewogen, Oberländer 1933 die Würde eines Ehrendoktors zu verleihen. Ober­länder hat durch seine hervorragende Beteiligung an derSchurmann-Stiftung und auch später wiederholt betätigte Fürsorge sich der Ruperto Ca­rola in besonderem Maße verbunden, bei deren 550-Jahrfeier er als Gast zugegen war. Die Uni­versität Heidelberg verliert in ihm einen treuen Freund und großzügigen Förderer.

Eine vorbildliche Stiftung für die deutschen Studenten.

Das deutsche Ahnenerbe e. 23. (Berlin C 2, Brü­derstraße 29/30), das für die geistige Erneuerung aus dem Erbe unserer Ahnen tätig ist, hat, um möglichst jedem deutschen Studenten ein wirksames Rüstzeug in diesem Sinne in die Hand zu geben, denStudentenkampfschatz Germa­nien" gegründet. Er besteht in der Stiftung von halb- und ganzjährigen Bezugsbestellungen der be­kannten ZeitschriftGermanien", Monatshefte für Germanenkunde zur Erkenntnis deutschen Wesens, die an deutsche Studenten aller Fakultäten als Ge­schenk der Stifter gegeben werden. Bisher sind schon 1573 vollständige Jahresbezüge gezeichnet worden. Es ist zu erwarten, daß in absehbarer Zeit die ganze deutsche Studentenschaft auf diese Weise mit der vieltausendjährigen germanischen Kultur, ver­traut gemacht wird.

AeuerMotorsporttehrgang desAGKK.

Die Motor gruppe Hessen macht erneut daraus aufmerksam, daß am 12. Dezember die Anmelde­frist für den nächsten Lehrgang auf den Motor- sportschulenHessen" in Helsa bei Kassel und Westmark" in Diez a. d. L., der vom 4. Januar bis 6. Februar 1937 stattfindet, abläuft. Es können sich zur Teilnahme an einem Motorsportlehrgang

melden: Wehrpflichtige, die sich anläßlich der Muste. rung für mehrjährige Dienstzeit (nicht Acht-Wochen« furfe) bei einer motorisierten Einheit gemeldet haben, oder Freiwillige, die unmittelbar bei einem motorisierten Truppenteil ihre Anmeldung abge­geben haben. Bei der Anmeldung zum Motorsport« lehrgang ist eine Bescheinigung des Wehrbezirks« kommandos oder Wehrmeldeamtes, das diese Vor­aussetzung bestätigt, einzureichen. Anmeldung ge­schieht an die Motorgruppe Hessen, Frank- furt a. M., Lindenstraße 7.

Großer Schneebruchschaden im Westerwald.

LPD. Dillenburg, 4. Dez. Während in den Tälern des Westerwaldes nicht mehr sehr viel vom Schnee zu merken ist, hat sich die Wetterlage auf dem hohen Westerwald kaum verändert. In der vergangenen Nacht traten wieder Schneefälle ein, wodurch die Straßen teilroeife erneut verweht wur­den. Der Sturm richtete in den Waldbeständen große Verheerungen an. In Oberhörlen im Kreise Biedenkopf war der Sturm so stark, daß vier Leitungsmaste des Ortsnetzes u m ge­rissen wurden. Die Stromzufuhr war dadurch für lange Zeit unterbrochen.

Kreis Wetzlar.

3 Gleiberg, 7. Dez. Am Samstag und Sonn­tag fand das letzte Wochenendlager in die­sem Jahre für Amtswalter des Kreises Wetzlar im Schulungslager unserer Burg statt. In acht aufein­ander folgenden Wochend-Kursen kamen etwa 60 Amtswalter auf unserem Gleiberg zusammen, um in zwei Abteilungen an den Schulungen teilzu­nehmen und dabei den Gemeinschaftsgedanken zu pflegen. Vor der Niederholung der Flagge nahm der Vorsitzende des Gleibergvereins, Direktor M e n k e n - Kinzenbach, Gelegenheit, die Teilneh­mer zu begrüßen, die dann nach Beendigung des Lehrgangs von dem im Lager Erlebten begeistert in ihre Heimatorte zurückkehrten.

Wetterbericht

des Relchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Sowohl über dem Atlantik als auch über Ruß­land hat sich ein mächtiges Hochdruckgebiet aufge­baut, dazwischen befinden sich auch gleichzeitig Tief­druckstörungen, die unbeständiges Wetter bedingen. Die vom Atlantik einströmende Luft erhalten wir auf Umwegen über Nord, so daß sie keine nennens­werte Erwärmung zu bringen vermag. Die Nie­derschläge bestehen aber überwiegend aus Schnee und erreichen im allgemeinen keine große Ergiebig­keit.

Aussichten für Dienstag: Veränderlich mit Aufheiterungen, aber auch zeitweiligen Nieder­schlägen, im Gebirge Schnee, nachts Frost, zeitweise auffrischende Winde um West bis Nord.

Lufttemperaturen am 6. Dezember: mittags 3,6 Grad Celsius, abends 1,9 Grad; am 7. Dezember: morgens 2,1 Grad. Maximum 4,1 Grad, Minimum heute nacht 1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Dezember: abends 1,3 Grad; am 7. De­zember: morgens 1,4 Grad Celsius. Niederschläge 0,8 mm. Sonnenscheindauer 3,2 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertretender Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: i. V. Ernst Blumschein; für Feuilleton: Or. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 36. 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch« und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

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