Nr. 156 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 7.Mi 1956
Rheinfahrt.
Aus der Provinzialhauptstadt
dies-
des
gebracht.
Vornotizen.
Sonderzug nach Bad-Nauheim.
Bleib tn'r »ottvKoafe-
Grünanlagen unserer Stadt. Aber man hat sich darum bemüht, das Verbot in eine freundliche und originelle, ja sogar in eine lustige Mahnung zu kleiden. n< , . ,
So sollen demnächst in unseren Anlagen an sechs verschiedenen Stellen Tafeln zur Aufstellung gelangen, die ihren Zweck ganz bestimmt erfüllen werden Dazu, ohne jene stets leicht peinliche Mißstimmung auszulösen, die sonst von Verbotsschildern ausgeht! r , ......
Die Stadtverwaltung beauftragte nämlich einen jungen Künstler unserer Stadt, Herrn Bour- carde, mit der Gestaltung dieser Tafeln, lieber die Tafeln, die wir hier im Bilde zeigen, braucht nicht viel gesagt zu werden, denn sie sprechen für sich selbst und werden sicherlich auch jedermann freundlich ansprechen und angenehm berühren. Ja, darüber hinaus, wird man den Schildern sogar besondere Aufmerksamkeit entgegenbringen, denn ihre künstlerische Gestaltung und der Wortlaut in ober- he fisch er Mundart verdienen Beachtung.
Die Form dieser Mahnungsschilder stellt eine erfreuliche Wandlung in der Art dieser Dinge dar. Hier ist ein Beispiel gegeben, das Schule machen sollte!
(Aufnahmen [6]: Neuner, Gießener Anzeiger.)
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zu tauschen und an der wegen ihrer besonderen Reize alljährlich wiederkehrenden Dünsbergwande-
Leider ist es so, daß man in unserem Vaterlande nicht ganz ohne Verbotsschilder auskommt! Zweifellos brauchte es für eine große Anzahl von Volksgenossen keine Verbotsschilder zu geben, weil viele Selbstdisziplin genug haben. Andere aber verhalten sich aus Straßen, in Anlagen und auf Plätzen nur dann korrekt, wenn ein Verbotsschild darauf aufmerksam macht, daß es „bei Strafe" verboten ist, den Rasen zu betreten, die Gleise zu überschreiten, auf dem oder jenen Sommerweg zu fahren . .
Verbotsschilder gibt es eine ganze Menge! Hier ist das Rauchen verboten und dort das Betreten des Privatweges, hier ist die Straße gesperrt und dort die Toreinfahrt, hier dürfen keine Fahrräder abgestellt werden und wieder an anderer Stelle wird darauf aufmerksam gemacht, daß Betteln und Hausieren verboten ist Jedermann kennt diese Schilder. Sie zeichnen sich in den meisten Fällen dadurch aus, daß sie kurz und hart wissen lassen, was verboten ist. Meist sind es nur zwei Worte mit einem Ausrufezeichen. Wer dann das Verbot nicht befolgt, hat mindestens Unanehmlichkeiten zu erwarten. Sicherlich nehmen die meisten Menschen das Verbotsschild nicht tragisch. Man ist in Deutschland sehr daran gewöhnt. Aber sicherlich fühlt sich jedermann immer dann unangenehm berührt, wenn
Am Sonntag, 19. Juli, führt ein Sonderzug nach Bad-Nauheim. Von dort aus geht eine Führung durch di- Rofenfelder nach Steinfurth zur Rosen- ' Ä r-r. f.....iViritritt notrnnr 1.1U
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Am 2. August beabsichtigen wir unsere jährige Rheinfahrt durchzuführen. Der Fahrpreis beträgt 4,30 Mark. Die Fahrt geht dieses Mal von Braubach nach Rüdesheim. Näheres sxfolgt m Den nächsten Tagen an dieser Stelle.
Amt für Volkswohlfahrt.
Ortsgruppe Giehen-Ost. Lebensmittel-Opferring.
Die Sammlung wird am Montag, 6., und Dienstag, 7. Juli, von der NS.-Frauenschaft durchgefuhrt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und' die Mitgliedskarten zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. ,
Ortsgruppe Gieyen-Sud.
Am Dienstag, 7., und Mittwoch, 8. d. M., findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Lebensmittel-Opferringsammlung durch die NS.-Frauenschaft statt.
Die Einwohnerschaft wird gebeten, die Spenden bereitzuhalten.
Warum nicht „Erbhosbauer"?
Die deutsche Sprache ist zwar eine anerkannt schöne, aber auch schwere Sprache. Aber das ist nun kein Grund, sie falsch zu schreiben oder falsch anzuwenden. Es gibt außer der deutschen Rechtschreibung noch einen logischen Ausbau der Sprache, über den es keinen Duden gibt, der aber trotzdem beachtet werden muh. So ist es unlogisch und falsch, von einem „weihen Schimmel" zu sprechen oder von einem „schwarzen Rappen", da im ■o£9rtH Schimmel oder Rappen immer das Wort „weiß" bzw. „schwarz" schon enthalten ist
So spukt auch immer noch der „Erbhofbauer m der deutschen Sprache herum. Gemeint ist damit der Bauer. Noch das Wort „Erbhof" hinzuzufugen, ist überflüfsig und unlogisch, da ein Bauer immer Besitzer eines Erbhofes ist. Sonst ist er eben Landwirt, Pächter usw. Das Wort „Bauer" ist un Reichserbhofgesetz eindeutig festgelegt und ist immer an den Besitz eines Erbhofes geknüpft. Laßt also den „Erbhofbauern" endlich aus dem Wortschatz der deutschen Sprache verschwinden!
ÄHC. Gießen.
Man berichtet uns: Es waren nicht die Schlechtesten unter den Wanderfreunden des Zweigoer- eins Gießen vom Vogelsberger Hohenclub die es am vergangenen Sonntag vorgezogen hatten, Kleid und Wanderstab mit den Muhen des Alltags
♦♦ Eine Fünfundsiebzigjährige. Am morgigen Mittwoch, 8. Juli, kann Frau Möbus (früher in Gießen) in körperlicher und geistiger Frische ihren 75. Geburtstag feiern. Die Jubilarin, die feit kurzer Zeit bei ihrer Tochter in Bad- Nauheim (Uhlandstraße 18) wohnt, ist seit über 45 Jahren treue Leserin des Gießener Anzeigers.
*♦ Schwerer Verkehrsunfall. Auf der Straße zwischen Klein- und Großen-Linden ereignete sich in einer Kurve ein Verkehrsunfall. Ein Personenkraftwagen, besetzt von einem Herrn und einer Dame aus Bremen, geriet ins Schleudern und fuhr mit großer Wucht gegen einen Baum. Die beiden Insassen kamen noch einigermaßen glimpflich davon. Der Führer des Kraftwagens erlitt einige Schnittverletzungen, wie auch Prellun- gen. Die Begleiterin erlitt lediglich Schnittverletzungen. Die beiden Verunglückten wurden durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die hiesige Chirurgische Klinik gebracht. Der ent- standene Materialschaden ist erheblich.
Oberhessen.
90 Jahre alt
00 Allendorf (Lumda), 5. Juli. Gestern konnte unsere Mitbürgerin Heinrich Nikolai Witwe, Karoline geb. Schmidt, im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel ihren 9 0. Geburts- t a g feiern. Die Jubilarin ist geistig noch auf der Höhe und nimmt an allen örtlichen Vorkommnissen regen Anteil. Ihr körperlicher Zustand läßt allerdings zu wünschen übrig, doch ist sie immerhin noch in der Lage, kleinere häusliche Arbeiten zu verrichten. Freudig bewegt wurde die Jubilarin dadurch, daß ihr die hiesige Feuerwehrkapelle em Ständchen brachte, für das sie herzlich dankte. Aus der Einwohnerschaft wurden ihr zahlreiche Glückwünsche und Ehrungen zuteil. — Außer der Jubilarin leben in unserer Stadt noch drei weitere Personen, die in diesem Jahre ihr 90. Lebensjahr vollenden bzw. schon vollendet haben. Es sind dies Heinrich K r i e b III., Wilhelm Muhly Witwe, Elisabethe geb. Wießner und Johs. Paulus II. Witwe, Elisabethe geb. Leyerer. Alle drei verfügen noch über geistige und körperliche Frische.
Auf der Fahrt zum Vater tödlich verunglückt.
# Ruppertsburg (Kreis Schotten), 6. Juli. Am Sonntag, 28. Juni, verunglückte nicht weit von München entfernt der Sohn Otto des Hofpächters Müller vom H e n r i e 11 e n h o f gemeinsam mit seiner Schwester, als sie mit dem Motorrad unterwegs waren, um ihren in Bad Reichenhall zur Kur weilenden Vater zu besuchen. Bei dem Sturz mit der Maschine erlitt Otto Müller einen schweren Schädelbruch, an dem er jetzt in einem Münchener Krankenhaus leider gestorben ist. Seine 26 Jahre alte Schwe» ft e r liegt mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus noch danieder, befindet sich aber zum Glück auf dem Wege der Besserung. Die Anteilnahme mit der schwerbetroffenen Familie, msve- sondere auch mit dem Vater, den seine Kinder de» , suchen wollten, ist in der ganzen Gemeinde groß.
ihm ein Verbotsschild dort begegnet, wo er es vielleicht nicht erwartet. Oder wenn gar von „Unbefugten" aus dem Verbotsschild gesprochen wird. Ganz abgesehen davon, das Verbotsschilder selten ihrer Umgebung zur Zierde gereichen!
Die Stadtverwaltung Gießen weiß wohl, daß ohne Schilder der erwähnten Art nicht ganz auszukommen ist. Das gilt vor allem auch für die
Freundliche Mahnung: Schont die Anlagen!
Verbotsschilder originell und witzig! — Kunst im Alltag.
rung teilzunehmen.
Zwar schien es anfänglich, als ob der Wettergott diesmal kein besonderes Gefallen an unserer Wanderfahrt haben wolle. Feiner Sprühregen riefelte unaufhörlich bei Beginn der Wanderung um 7 Uhr auf der Lahnbrücke. Unverdrossen und voller Zuversicht — teils unter dem Einfluß sogenannter Wetterpropheten — folgten wir der Rodheimer Straße und erreichten nach einiger Zeit, an der Heuchelheimer Mühle vorbei und durch Kinzenbach, auf schlüpfrigen Wegen den Kinzenbacher Forst. Schon lugte die Sonne verschmitzt durch die Nebelwolken und wurde von auffteigenden Lerchen durch ihr sonntägliches Morgenlied begrüßt. Durch Buchen- und Tannenwald hindurch und verschiedenen Wanderzeichen folgend erreichten wir alsbald das am Abhang des Himbergs befindliche Frauenkreuz, von dem die Sage erzählt, daß es zur Erinnerung an den unfreiwilligen Tod der Gattin eines (Bleiberger Ritters, der sie der Untreue bezichtigte und später seinen Irrtum erkannte, errichtet worden sei.
Beim Austritt aus dem Wald hatten wir überraschend schönen Ausblick auf das Biebertal und feine schön gelegenen Dörfer. Noch war die Kuppe des Dünsbergs in undurchdringlichen Nebel gehüllt. Wer die Romantik dieser an Wiesentälern und Bergeshalden reichen Gegend in sich aufzunehmen versteht, wird immer wieder das Bedürfnis haben, feine Schritte hierher zu lenken.
Nach ausgiebiger Raft in Rodheim durchschritten wir ein Wiesental und das Vetzberger Wäldchen. An Fellingshausen vorüber wurde in flottem Ausstieg, wobei mancher Schweißtropfen floß, der Dünsberg erklommen. Bei wechselnder Beleuchtung und beim Spiel der Naturgewalten konnten wir vom Turm aus einen umfassenden Ausblick auf die nähere und weitere Umgebung bis hinauf zum Sauerländer Kahlen Aftenberg und zu den Höhen des Vogelsbergs genießen. Wohin das Auge blickt, kann es sich satt trinken an frischem Grün und rauschendem Buchen- und Tannenwald.
Nach steilem Abstieg, vor uns Gleiberg und Vetz. berg als Zeugen ehrwürdiger Vergangenheit, wurde nach einer Gesamtwanderzeit von 5V2 Stunden das Endziel Bieber erreicht, wo bei guter Verpflegung und Stimmung im Gasthaus die allseits befriedigende Wanderung einen würdigen Abschluß fand. Im Glanz der Abendsonne brachte uns das „Bieberlieschen" an unsere tägliche Wirkungsstätte
zurück.
(Siebener DJodjenmarffpreife.
Gießen, 7. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, Vi kg 1,55 bis 1,60 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, V2 kg 10, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 18 bis 20, gelbe Rüben, das Bündel 20, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün, 20 bis 40, Erbsen 10 bis 20, Mischgemüse 8 bis 10, Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 15, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 50, Kartoffeln % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,95 Mark, neue, H kg 12 Pf., 50 kg 8 bis 9 Mark, Pfirsiche 45, Himbeeren 30 bis 45, Aepfel 30 bis 60, Kirschen 25 bis 35, Heidelbeeren 30 bis 35, Stachelbeeren 15 bis 25, Johannisbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 25 bis 45, junge Hähne 90 bis 1 Mark, Tauben 50 bis 60 das Stück, Blumenkohl 50 bis 60, Salat 5 bis 8, Salatgurken 20 bis 35, Einmachgurken 5 bis 10, Oberkohlrabi 4 bis 10, Rettich 5 bis 10 Pf.
Tageskalender für Dienstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Der geheimnisvolle
Schüler des zweiten Schuljahres im Besitze neuen Lesebuches fein. Die bisherigen Lesebücher des zweiten Schuljahres mit den seinerzeit zugelassenen Ergänzungsheften dürfen nach Einführung der neuen Bücher nicht mehr benutzt werden.
Kleinkindergymnastik bei „Kraft durch Freude"
NSG. Gesundheit ist das höchste Gut. Wer von den Eltern möchte nicht frohe und gesunde Kinder haben? Gewiß jeder Vater und jede Mutter!
Eltern, schickt eure Kinder in die KdF.-Kurse. Allen Kindern im Alter von 3 bre 10 Jahren ist dort Gelegenheit geboten, sich auszutummeln, und das Sportamt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hilft ihnen, indem es in feinen Kinder- furfen die für die Gesunderhaltung und Kräftigung des Kindes notwendigen Grundlagen schafft.
Eine spielerische Gymnastik soll bei unseren Kleinen schon die Freude für die Leibesübungen wecken und für die Gesundheit sorgen.
Die Sportämter und Stützpunkte tm Gau Hessen- Nassau laden die Eltern zu einer kostenlosen Besichtigung der Kleinkindergymnaftikkurse ein und bitten die Kinder in die Obhut des gut ausgebildeten Sportlehrers oder der Sportlehrerin zu geben.
Die Kleinkindergymnastikkurse sind offene Kurse; der Eintritt ist zu jeder Zeit möglich Sie laufen während des Vierteljahres einmal wöchentlich. Die Kosten betragen: DAF.-Gebuhr 20 Pf. Normal- Gebühr 40 Pf. In Gießen finden zwei Klein-
Badeanzug ober ein Gymnaftikkittel, evtl, auch leichte Sportschuhe an-
Oas llrlaubsmarkensystem gilt nur für das Baugewerbe.
Verschiedene Gewerbezweig», in denen gleichfalls eine gerechte Urlaubsoerteilung mit Schwierigkeiten verbunden ist, haben den Wunsch geäußert, eine ähnliche Regelung zu erhalten. Mit der Ausdehnung dieses Verfahrens auf andere Berufsgruppen ist aber in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Der Sondertreuhänder der Arbeit für das Baugewerbe Dr. Däschner erklärt dazu, daß es sich bei der vorliegenden Tarifordnung um einen durch die besonderen Verhältnisse im Baugewerbe veranlaßten Versuch handelt, dessen Ergebnisse erst einmal abqeroartet werden müssen. Da schon von verschiedenen Seiten, auch von Betriebsführern, die Einführung gewünscht worden fei, scheine sich das neue System zu bewähren.
NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Ost.
Diejenigen Partei- und Volksgenossen, die als Gäste am Gaulag in Arauksur« a.Ai. leil- nefjmen wollen, bitten wir, sich am Mittwoch, 8. Juli, in der Ze» von 2 0 bis 2 1 Uhr aus der Geschüstsslelle, Salserallee 141, anzumelden. Der Fahrpreis non 1.35 Mark ist gleichzeilig mttzu- bringen.
Mister 3E".
hausbesiher-Verein Gießen.
Der Hausbesitzer-Verein Gießeni hält am rnorgi- genMittwoch 'bei Faulstich M
zirksversamrnlung Sudwest ab. Aus 9 9
Anzeige sei hingewiesen.
Einführung des neuen Lesebuches für das zweite Schuljahr.
Von der zuständigen .A^-ung der «en Landesregierung wird mitgeieili. Der lieuysnn fier für fWissenschast, Erziehung
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