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Samstag, 7.Mrz M6

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

ttr.57 vierter Blatt

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Einsame Ehrenmale zwischen Lahn und Rhön

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in der Heimat in allen Familien auf die Herzen der deutschen Menschen ausströmt.

Wenn der ehemalige Frontsoldat an diesem Tage im Geiste Rückschau hält auf jene Zeit, in der er unter Einsatz von Leib und Leben zum Schutze der Heimat nor dem Feinde stand, so sind seine Ge­danken jenen Kameraden gewidmet, mit denen er im Feuer der Schlachten, in Ruhequartieren oder auf Transporten von Front zu Front Leid und Freud Rot und Erhebanq geteilt hat. Im Geiste wird er dann wieder in einem Schützengraben der Front Heben; er wird in einer Feuerstellung oder

baren Tälern nahe der Lahn wird der Wanderer auf stillem Anger vor dem Dorfe, oder inmitten fruchtbarer Felder durch einsame Heldenehrung er­innert an jene Brüder, die als deutsche Soldaten hin­auszogen in den Kriegsbrand in der Hoffnung auf ein Wiedersehn in der Heimat, von dem sie san­gen, aber auch darauf gefaßt, daß diese Hoffnung sich vielleicht nicht erfüllen werde. Run ruhen sie als stille Schläfer draußen irgendwo an der Front aus von dem Kampf, aber unvergessen bleiben sie in dem Gedächtnis der Männer, die mit ihnen ge­meinsam die Wacht hielten für Deutschland, die mit ihnen Schulter an Schulter dem Ansturm der feindlichen Heere standhielten.

Stumm und ernst steht vielerorten das Denk­mal des deutschen Soldaten als Mahner und Wächter über unserem Alltag. Die alten Soldaten verstehen ihn, denn er ist ja ein Stück ihrer selbst. Und daß auch die junge Generation den Geist beut­eten Soldatentums immer besser begreifen lernt, ist der besondere Lichtblick, den die Kämpfer des Weltkrieges auch in unserer engeren Heimat alltäg­lich m der Haltung unserer Jugend haben können. Die Tugenden deutschen Soldatentums werden ortleben in der jungen Generation im Andenken

darbrachten.

Ebenso inmitten der schönen Bergwelt unseres Vogelsbergs hat der Verband der hessischen Förster den Männern der grünen Farbe das gebührende Ehrenmal errichtet, die einst als Hüter des heimat­lichen Waldes und getreue Sachwalter eines be­deutenden deutschen Volksvermögens ihren Dienst für die Allgemeinheit erfüllten, oder sich auf diese schöne Aufgabe vorbereiteten. Das etwas abseits von der Landstraße SchottenGedern, in der Nähe vom Haus Luginsland, am Waldesrand errichtete Ehrenmal aus schlichtem heimischem Stein bildet das stimmungsvolle Bindeglied zwischen dem herr­lichen Wald und einem weithin offenen Wiesen­gelände, das nach Westen hin den Blick weit hin­ausschweifen läßt in die Himmelsrichtung, in der die Männer einst kämpften, deren Namen auf der Gedenktafel dieses Ehrenmals für alle Zeiten er­halten sind. Stark und frei, wie sie als Forst­männer daheim im Schaffen des Alltags gestanden, so haben sie mit dem gleichen tatbereiten Opfergeist ihre Pflicht als deutsche Soldaten bis zum Letzten erfüllt, und sie sind dadurch unlöslich verbunden mit dem dankbaren Gedenken der Heimat inmitten des deutschen Waldes.

Eine dritte Weihestätte für unsere gefallenen Krieger schuf die Stadt Schotten im Verlaufe des vorigen Jahres auf der Höhe des Wartberges, der als ewiges Andenken an die gefallenen Söhne der Stadt eine Gedächtnishalle mit einem Ehrenhain erhielt. Einfach, schlicht und würdig, so wie unsere Soldaten waren, erhebt sich dort das Ehrenmal als Rundhalle von acht Meter Durchmesser über ge­mauerten Pfeilern, die mit halbkreisförmigen Rundbogen überwölbt sind. Fünf von den acht Bogenfeldern sind offen und geben einen wunder­vollen Ausblick auf die am Fuße des Wartbergs liegende Stadt und darüber hinaus auf den lang­gestreckten Höhenrücken des Vogelsbergs; die drei rückwärtigen Bogenfelder sind geschlossen und haben drei Sandsteintafeln mit Namen und Sterbetag der 75 Gefallenen der Stadt Schotten ausgenommen. Es ist ein würdiges Werk der Heldenehrung, das die Stadt Schotten hier zum Andenken an ihre im Weltkrieg gefallenen Söhne errichtet hat.

In unmittelbarer Nachbarschaft unseres Vogels­berges ist dem heldischen deutschen Menschen, der für sein Volk und Vaterland den Kampf in der Luft führte, ebenfalls ein würdiges Erinnerungs- mal errichtet worden. Auf der Wasserkuppe in der Rhön, der weithin bekannten und würdigen Stätte auf deutschem Boden, an der sich die rastlos stre­bende deutsche Jugend im Segelflug schult und da­bei die Ehrfurcht vor den Leistungen der deutschen Fliegerei lebendig erhält, ist das Ehrenmal für die

Das deutsche Volk gedenkt am morgigen Sonntag in Dankbarkeit und treuer Verbundenheit seiner Gefallenen. Die ehemaligen Kämpfer des Welt­krieges werden sich mit den jungen Soldaten und mit allen deutschen Männern und Frauen in kirch­lichen Feiern und bei Veranstaltungen außerhalb der Gotteshäuser vereinigen, um das Gedächtnis an die gefallenen Brüder wachzurufen. Kannte man diesen Tag in früheren Jahren als Volks­trauertag, so ist er jetzt, nach der Wiederherstellung

Zu unseren Bildern:

Links: Oben: Das Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe. Darunter: Das Ehrenmal für die gefallenen hessischen Förster. Blick auf die Na­menstafeln der Gefallenen der Stadt Schotten. Die Gefallenen-Gedächtnishalle der Stadt Schotten.

Rechts: Oben: Symbolisches Mahnmal in Klein- Linden. Darunter: Ehrenmal im Tal bei Ober­walgern. Am Schluß: Das Gefallenendenkmal des VHC. auf der Herchenhainer Höhe.

(Aufnahmen (6]:

Neuner, Gießener Anzeiger.)

An jene Einzelgräber und abseits irgendwo weiten Feld, insbesondere in den Kampfzonen Ostfront gelegene Soldatenfriedhöfe wird Kämpfer des' Weltkriegen auch in unserer Heimat erinnert, wenn er in der Landschaft unvermutet eine fern von dem rauschenden Leben errichtete Stätte der dankbaren Heldenehrung be­merkt. Auch in unserem Oberhessen kennen wir derartige geheiligte Stätten. Insbesondere der Vogelsberg ist mit Recht für derartige Ehren­male der stillen geistigen

gefallenen deutschen Flieger errichtet worden. 2hr einer hohen Basaltgruppe ruht, symbolisch für den kraftvollen Willen der deutschen Nation, der mäch­tige Aar, stolz das Haupt erhoben, kühn den Blick in die Weite gerichtet, ein erhabener Ausdruck für den unbesiegbaren Kampfgeist der Kameraden der deutschen Fliegerwaffe. Und gleichsam mit prophe­tischem Blick in die Zukunft wurde der mit dem Eisernen Kreuz geschmückten Gedenktafel die In­schrift gegeben:

Wir toten Flieger blieben Sieger durch uns allein, Volk flieg du wieder und du wirst Sieger durch dich allein."

Erhebend ist es für die alten Soldaten des Welt­krieges und für alle deut­schen Volksgenossen, daß diese eindringliche Mah­nung an das deutsche Volk nun Frucht getra­gen hat in der neu ge­schaffenen deutschen Flie­gerwaffe, die der Wille des Führers und Reichs­kanzlers A d 0 l f H i t l e r schuf und die aufgebaut wurde von dem letzten Kriegskommandeur des mit unvergänglichem Ruhm gekrönten Richt­hofen - Geschwaders, dem damaligen Oberleutnant, jetzigen General der Flie­ger und preußischen Mi­nisterpräsidenten Her­mann Göring. Und die eherne Soldaten­sprache, die aus diesem Denkmal spricht, hat be­sonders in unserer deut­schen Jugend ein wunder­bares Echo gefunden, das die Kämpfer des Welt­krieges erfreut, weil sie als alte Soldaten sehen, daß in dieser Jugend der Geist besten deutschenSol- datentums lebendig ist, die jungen Männer sol­datische Haltung und sol­datische Ideale pflegen und jederzeit bereit sind, wie ihre Väter im Welt­kriege einzustehen für die Verteidigung des Vater­landes

Aber auch auf den Höhen und in den frucht- ___

auf Beobachtungsposten einer Batterie fein; im Flugzeug wird er hoch über der ringenden Front sich gegen den Feind wenden; auf einem Kriegsschiff wird er seine Soldatenpflicht zum Schutze der deut­schen Küste erfüllen. Seine Gedanken werden ihn erinnern an den Kreideschlamm der Champagne, an dieMondkraterlandschaft" an der Somme oder im Artois; die Hölle von Verdun wird ihm wieder ihren Gluthauch der Vernichtung entgegenwerfen; Sumpf und Ueberschwemmung in Flandern wird ihm erneut vor Augen stehen. Aus dem Osten werden die unendliche Weite der russischen Ebene und die meilentiefen Wälder in seine Erinne­rung zurückkehren; im Geiste wird er wieder auf den tausendfach ver­wünschten, grundlosen rus­sischen Wegen nach Osten ziehen; er wird in mühe­vollem Gänsemarsch über die viele Kilometer lan­gen Knüppeldämme der riesigen Wälder und un­heimlichen Sümpfe der Ost-Front dahinklappern. Dem Kämpfer der deut­schen Südarmee werden unvergeßliche Erinnerun­gen aus den reizvollen und doch immer wieder fremdartig anmutenden Landstrichen Galiziens wieder lebendig werden.

Don allen Fronten aber wird dem alten Sol­daten als gemeinsame Erinnerung jener Jahre des Kämpfens, Leidens und Sterbens der unvergeß­liche Anblick verwüsteter Städte und Dörfer ins Gedächtnis zurückkehren, vielfach Orte, deren einstige Existenz nur noch durch ein Bretterschild mit aus­geschriebenem Ortsnamen verkündet wurde, als Höchstes unb Heiligstes aber werben vor seinem geistigen Auge jene Kriegerfriebhöfe unb Einzelgräber wieber erstehen, in benen er gute Kameraben, unver­geßliche Opfer ber sol­datischen Pflichterfüllung bis zum Letzten mit stil­ler Trauer zum ewigen Schlaf bem Schoß ber Mutter Erbe übergab. Einsame Gräber,

Sammlung in Anspruch genommen worben.

Zunächst war es ber Vogelsberger Höhen-Club, ber auf ber Herchenhai­ner Höhe, oberhalb bes Dater-Benber-Heims, für die Gefallenen bes VHC. ein Erinnerungszeichen für alle Zeiten errich­ten ließ, bas inmitten bes rauschenden, einsamen Waldes ungestört bie Ge­bauten hinlenkt zu jenen Männern unb Jünglin­gen, bie im felbgrauen Rock bes beutschen Sol- baten auch für bie von ihnen desonbers geliebte Heimaterbe bes Vogels­berges ihr Leben Hin­gaben. Daß biefes Denk­mal nicht allzu weit vom

zum Teil schon wenige Wochen nach ber Bestat­tung vom Gras ber verübelen Felber über­wuchert, einsame Kreuze, hier unb ba vielleicht mit einem Helm bes Gefalle­nen bebeckt, so sehen viele Tausende von alten Feldsoldaten am morgi­gen Heldengedenktag bie erschütternden Bilber bes Krieges vor ihren Augen wiebererstehen, so gewinnt der eherne Wall von Menschenleibern, die rings um Deutschland zum Schutze ber Heimat stauben, wieber Leben unb Gestalt

ber beutschen Wehrfreiheit durch den Führer, als Heldengedenktag Gemeingut ber Nation. In unserer Stadt Gießen wird die Feier dieses Tages von der Wehrmacht durchgeführt. Die alten Soldaten und die Kämpfer der Bewegung werden gemeinsam mit allen übrigen Volksgenossen an der Feierstunde *.uf Oswaldsgarten teilnehmen und dabei unter bem seelischen Gleichklang stehen, ber aus bem gewaltigen Geschehen an allen Fronten bes Weltkriegs unb aus bem schweren Ringen bamals

Vater - Benber Heim errichtet würbe, ber Einkehrstätte unserer wanbernben Jugend, bie hier im Rahmen bes Jugenbherbergswerks zuchtvolle Rast hält, ist als desonbers glücklicher Entschluß ber Führung bes VHC. zu begrüßen. Denn burch biese Gemeinsamkeit von Helbenehrenmal unb Jugenb- herberge auf einer Höhe ber heimischen Berg­welt werben bie Schritte ber meisten jungen Men­schen bei ihrem Verweilen in biesem Heim auch hingelenkt zu bem stimmungsvollen Platze, an bem sie in stiller Zwiesprache unb in ehrfurchtsvoller Dankbarkeit ben beutschen Brüdern nahe sinb, bie für sie im feinblichen Feuer für ewig zu Boben sanken unb beren helbischer Geist im Deutschlaub des Führers und Frontkameraden Adolf Hitler auf die jungen deutschen Menschen ausstrahlt, bie einst berufen sein werben, auf ihren Schultern Deutschland) zu tragen und weiterzubauen, für das unsere Gefallenen ihr größtes Opfer, ihr Leben,