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feiern auf den 20. und 21. Juni festgesetzt hat, wodurch ein Zusammentreffen beider Veranstaltungen an einem Tage vermieden ist.
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Wenig später bespricht der Forstmann bereits mit dem Holzfuhrmann, wie die Abfuhr des star-
Zeitschriften — Paul Fechter hatte vor einiger
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Deutsches und Römisches Recht.
Dortrag von profeffor Or. Oieh in der Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst am deutschen Volk."
eine starke Schar von Gänsen, im noch nicht zugefrorenen Bach ein Schof Enten. Der Jäger kommt aber nicht auf den Gedanken, nach seinem Gewehr zu greifen, da alles Getier,
** Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen in der Zeit vom 16. bis 31. Januar: 16. Karl Rose, Gärtnereibesitzer, 24 Jahre alt, Löwengasse 28; 17. Johannes Horst, Briefträger i. R., 58 Jahre alt, Neuenweg 17; 18. Helene Hahn, 62 Jahre alt, Schützenstraße 7; 18. Justine Ruhl, 78 Jahre alt, Bahnhofstraße 33; 18. Georg Berghöfer, Gendarmeriemeister i. R., 58 Jahre alt, Hitlerwall
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„D e u t s ch en Rundschau" (Verlag Bibliographisches Institut Leipzig, Preis 1,50 RM.) einen Aufsatz „Die Fremdheit^ veröffentlicht, der sich mit der gegenseitigen Unkenntnis des Katholizismus und
den könne. Auch hier kann der Forstmann feststellen, daß sich seine Voraussicht bewährt. Noch im Herbst vor Eintreten des Frostes hat er die wichtigsten Holzabfuhrwege durch einen Wegehobel einebnen, hat tiefe Stellen und Wasserlöcher aus
bessern und mit Ablaufgräben versehen lassen. Vor
allem aber bewährte sich, daß er den Fuhrleuten
in der Umgebung geraten hat, ihre Holzabfuhr
wagen nach den Vorschlägen des Technischen Aus
schusses der Forstwirtschaft in Berlin auf Luft-
aummibereifung umzubauen: Zwei- bis dreimal soviel können jetzt dieselben Pferde ziehen; und die Waldwege werden durch die breite Auflagefläche der Reifen geschont.
Auf dem Nachhauseweg geht der Jäger, ohne zu stören, an den Futterplätzen vorbei, die er seinem Wilde eingerichtet hat. Viel Getier sieht er jetzt, das die wärmende Sonne ausnützen will: Hirsch und Reh, ein paar Ueberläufer, auf den Bruchwiesen
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ehr leidet. Keineswegs aber möchte der Jäger das Raubwild in seinem Reviere ausrotten. Denn Raum für alle hat die Erde. Jetzt ist es für den Jäger leichter, mit Kugel oder Schrot ein Stück abzuschießen, da für das Raubwild die hohe Zeit der Liebe, die Ranzzeit begonnen hat. Sie, die sonst so heimlich sind, sind tagsüber auf der Verfolgung einer Fäye oder bei einer Balgerei mit einem Nebenbuhler anzutrefsen. Darum lenkt der Jäger seine Schritte so, daß er die verschiedenen Fuchspässe und Einwechsel in den Wald kreuzt und spürt an den Fuchsbauen ab, um nötigenfalls am Tage mit seinen Teckeln und mit ein paar Jagdfreunden wieder zu kommen, die Füchse durch die Hunde sprengen und durch die Schützen schießen zu lassen. Und tatsächlich gelingt es dem Jäger auf dieser Pürsch, einen starken Fuchs zu schießen, einen alten Rüden, dem vor Jahren ein grausames, jetzt zum Glück verbotenes Tellereisen den linken Vorderlauf bis zum Gelenk abgeschlagen hat. Besondere Freude hat der Jäger dabei an der Arbeit des Hundes, der den Fuchs tüchtig schüttelt und einwandfrei seinem Herrn bringt.
Als die Sonne endlich am Himmel erscheint, wird es Zeit, nach den Holzschlägern zu sehen, die jetzt noch Beendigung des Hiebes im Starkholz in den jüngeren Bestänoen die Durchforstung, die der Forstmann im Sommer ausgezeichnet hat, ausführen. Schon von weitem hört er das Sägen und Fallen der Bäume und vernimmt die Stimmen der Holzschläger. Eine kurze Zeit beobachtet der Forstmann, selbst ungesehen, das Arbeiten der Männer, mit denen er nun schon so viele Jahre zusammen zum Nutzen des Waldbesitzers und der Allgemeinheit werkt und schafft. Auf jeden kann er sich verlassen, ebenso wie sie wissen, daß er ihnen bei der Arbeit und ihren häuslichen Sorgen stets mit Rat und Tat zur Seite stehen wird. Als er näher kommt und die Arbeiter ihn sehen, winken sie ihm zu, daß er schnell herbeikommen soll. Sie hätten heute mor- aen, als sie zur Arbeit kamen, gesehen, wie ein schwarzes Tier sich in diesen Brennholzstoß ein- aeschlichen hätte, ,j)err Förster, das ist sicher ein Jlk!" Schnell macht sich der Jäger schußfertig und läßt dann langsam ein Scheit nach dem andern von dem Stoß forttragen. ,Mer ist er, hier ist er!" und schneller als gedacht, wirft der Schuß des Jägers b#?n flüchtenden Iltis in die abgeschlagenen Fichtenzweige, die am Boden liegen.
Protestantismus befaßte. Dieser Aufsatz hat ein erfreuliches Echo gefunden. Nun geht es darum, die begonnene Unterhaltung nicht wieder abreißen zu lassen und zugleich von der Darstellung zum Versuch einer Lösung der Fragen überzugehen. Im Februar-Heft der „Deutschen Rundschau" tut Paul Fechter diesen Schritt in dem Aufsatz „Was kann man gegen die Fremdheit tun?", in dem er die ersten praktischen Schritte, die zu einer Beseitigung oder wenigstens zu einer Milderung der Fremdheit zwischen den Konfessionen getan werden können, aufzeigt. Die anderen Aufsätze wie „Zur Psychologie des Politikers" von Rudolf Pechel oder „Himalaja, ein Stück menschlichen Willens" von Felicitas von Reznicek unterstteichen die Aktualität der Zeitschrift.
Am gestrigen Donnerstagabend sprach im Kunstwissenschaftlichen Institut im Rahmen der von der Universität und der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstalteten Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst am deutschen Volk" Herr Professor Dr. Dietz (Gießen) über das Thema „Deutsches und römisches Rech t". Seinen interessanten Ausführungen entnehmen wir u. a. folgendes:
Die Forderung des Parteiprogramms, Ersatz für das der materialistischen Weltordnung dienende römische Recht durch ein deutsches Gemeinrecht, sei der Aufruf zum letzten entscheidenden Kampf in einem jahrhundertelangen Ringen zwischen dem artfremden römischen und unserem heimatlichen deutschen Recht. Die Uebernahme des römischen Rechts, das in der Form der Gesetzbücher Kaiser Justinians, also aus der Zeit des 6. nachchristlichen Jahrhunderts, zu uns gekommen sei, sei eines der größten Unglücke in unserer ganzen Geschichte. Diese habe für Jahrhunderte über unser Volk eine furchtbare Rechtsnot gebracht, es unter ein ihm völlig wesensfremdes, schlechterdings unverständliches Recht gezwungen, eine Kluft zwischen dem Volk, seinem gewußten und gefühlten Recht und dem gesprochenen Recht aufgerissen.
Die Rezeption des römischen Rechts sei nicht ein einmaliges Ereignis gewesen, sondern ein sich durch das ganze Mittelalter und die Neuzeit hinziehender Prozeß. Ihre Geschichte sei die Geschichte eines erbitterten Kampfes zwischen den beiden Rechten. Der unheilvolle Irrtum, daß das Reich der Deutschen im Mittelalter die Fortsetzung des alten Römischen Reichs gewesen sei, habe es so erscheinen lassen, daß die Gesetze der alten römischen Kaiser auch in Deutschland noch Geltung haben müßten. Dazu sei gekommen, daß Rechtsgelehrte der Universität Bologna in einer dem Leben abaewandten nur den Büchern hingegebenen Wissenschaft aus dem Lesen von Büchern, also nicht aus der Betrachtung des Lebens, zu der Ueberzeugung gekommen seien, das römische Recht sei das wahre Recht schlechthin, und zwar für alle Zeit gleich wahr und gut. Für das spätrömische Volk zur Zeit der Entstehung des Corpus juris möge es ein ausaezeich- netes Recht gewesen sein. Für jedes Volk sei nur das Recht gut und wahrhaft recht, das Ausdruck der gestalteten Ordnung seines Wesens und Lebens sei. Selbst wenn man nur das römische Recht des Studiums für würdig gehalten habe, so habe das deutsche Volk einig vom Kaiser bis zum Bauern sein Recht verteidigt.
Lange habe sich das Volk mit Erfolg gegen das Eindringen des fremden Rechtes und seine darin gelehrten Rechte erwehrt. Aber mit der Einrichtung des Reichskammergerichts sei die Entscheidung zugunsten der gelehrten Rechte entschieden worden und damit auch der Sieg des römischen Rechts über das deutsche. Doch der Kampf habe nicht aufgehört. Aufklärung und Naturrechtslehre, vor allem auch die großen Gesetzgebungswerke im 18. Jahrhundert hatten das römische Recht zurückgedrängt, aber nur vorübergehend. Denn nach den Befreiungskriegen sei nochmals römisches Rechtsdenken entscheidend voraedrungen und sei auf die am Ende des Jahrhunderts geschaffenen heute noch geltenden Gesetze von bestimmendem Einfluß gewesen. Erst jetzt nach der nattonalsozialisttschen Revolution sei der Kampf
33; 20. Bernhard Unverzagt, 25 Jahre alt, Kepler- straße 1; 22. Adelheid Schäfer, 76 Jahre alt. Am Kugelberg 57; 23. Ludwig Rosenbaum, 80 Jahre alt, Kleine Mühlgasse 10; 25. Johannes Henkel, Heeresunterkunftamtsdirektor i. R., 73 Jahre alt, Sicher Straße 15; 25. Anna Heimes, 62 Jahre alt, Schanzenstraße 8; 25. Karl Schwalb, Gerichtsvollzieher, 44 Jahre alt, Am Kugelberg 34; 26. Wilhelm Pletsch, Former, 73 Jahre alt, Schiffenberger Weg 34; 28. Wilhelmine Jäger, 63 Jahre alt, Goethestraße 29; 30. Klara Stegk, 67 Jahre alt, Kirchstraße 13.
** Dienstjubiläum bei der Reichsbahn Gestern konnte der Bahnhofsbeamte Adolf Lotz aus Wieseck auf seine 25jährige Eisenbahi^ dienstzeit zurückblicken. Aus diesem Anlaß hatten sich seine Mitarbeiter zu einer Feier in dem schon geschmückten Bahnhofsbüro zusammengefunden. Der Be- triebsführer, Reichsbahnamtmann W a h l, würdigte in einer Ansprache die vorbildliche Tätigkeit des Jubilars und erwähnte dabei, daß jetzt wieder Fleiß und Treue anerkannt und auch belohnt würden. Außer dem Buch des Führers „Mein Kampf", Glückwunschschreiben usw. überreichte ihm der Betriebsführer ein namhaftes Geldgeschenk der Reichsbahn- verwaltung und gab ihm bekannt, daß von jetzt ab sein Dienstverhältnis unkündbar geworden sei. Von seinen Mitarbeitern wurde Adolf Lotz ebenfalls mit Geschenken bedacht, und der Fachschaftsleiter Eduard R e u s ch würdigte in seiner Schlußansprache die Verdienste Herrn Lotz' und ließ die Feier mit einem Sieg-Heil auf den Führer ausklingen.
** Straßenumbau und Brücken Verbreiterung. Das Tiefbauamt der Provinzialdirektion Oberhessen schreibt in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Blatte die Verdingung von Arbeiten und Lieferungen für einen Umbau auf der Reichsstraße Laubach—Schotten und für die Verbreiterung der Horloff-Brücke aus. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders
Zur Ranzzeit im Winterwald.
Don H.-O. von Bonin-ponih
Schneidend kalt war der Frost und der Wind der letzten Nacht gewesen. Ein seines Singen und Klirren war auf dem Eise des Sees, über den kleine Kristalle geweht wurden. Die Schneedecke war hart geworden, so daß die Schalen des Wildes mit edem Schritt durchbrachen. Der schlaue Hase sucht eben Abend die warme Sasse auf, die dadurch ent- tand, daß er sich ini Schutz der Kiefer durch den tundenlang fallenden Schnee einschneien ließ und durch seine Körperwärme eine Höhle baute, die ihn auch in dieser Nacht wärmte und schützte. Das Hochwild hat es vorgezogen, trotz des nagenden Hungers die Fichtenschonung, die ihm tagsüber Deckung und Wärme bot, auch nachts nicht zu verlassen: Es wußte, daß es am andern Tage genügend Heu und Kraftfutter an den verschiedenen kleinen Fütterun- aen finden werde, die der Heger seit langem beschickt. Das Volk Rebhühner, das noch aus der Sommerzeit her zusammenhielt, saß dichtgedrängt unter dem Scklehengebüsch, das am Wegesrande steht und das durch seine Dichte den Wind abhielt und durch seine Dornen Feinde der Hühner abwehrte. Mensch und Tier beugen sich vor der Macht des Winters.
In tiefer Nacht hat der Jäger fein Haus verlassen: Vor sich den geraden, weiß beschneiten Weg, der in sein Waldrevier führt, neben sich den treuen Hund, der auf keinem Reviergang fehlen darf, über sich den glitzernden Sternenhimmel und das matte Licht des untergehenden Mondes. Wie sieht aber der Jäger aus? Wo ist der graugrüne Mantel, die Baschlikrnütze? Ein weißes wallendes Hemd hüllt den Jäger ein, eine weiße Kappe ist über den Kopf gezogen, die Handschuhe sind mit weißem Stofs verkleidet. Unsichtbar will sich der Jäger machen. Was hat er vor?
Einmal muß er sehen, daß er feine Wildbahnen freihält von Raubzeug, xu dem er den wildernden Hund, den Schlingensteller, die streunende Katze, die raubende Elster oder Krähe und den Wildschutz rechnet. Diese Geißeln des Wildes gehen gern ihrem Handwerk nach, wenn das arme Getier von der Zeit der Not entkräftet und mutlos geworden ist. Nur rücksichtsloses Eingreifen des Jägers hält sie zurück. Außerdem aber ist jetzt die Möglichkeit gegeben, das edle Raubwild, zu dem Fuchs und Steinmarder, Iltis und Wiefel gehören, durch Abschuß so kurz zu halten, daß oie Niederwildjagd unter dem Vorkommen des Raubwildes nicht zu
Hörde keine Schuld trägt, wenn jetzt erst die Kraft- post unseren Ort durchfährt."
Deutscher Liedertag am 28. Juni.
(SBK.) Seit einigen Jahren findet am letzten Sonntag im Monat Juni der vorn Deutschen Sängerbund ins Leben gerufene „Deutsche Liedertag" statt, an dem in Stadt und Land die Gesangvereine auf Plätzen und in Parks Volkslieder fingen. Der Termin des mit großer Begeisterung überall aufgenommenen Liedertages wird auch in diesem Jahre beibehalten, da die Hitler-Jugend ihre Sonnwend
lehrer, die gemäß § 11 Ziffer 4 der Ersten Verordnung über den vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks vom 15. Juni 1934 Jnnungsmitglieder werden, einen Jahresbeitrag von 6 Mark zu entrichten haben, gleichviel, ob sie einer oder mehreren Innungen beitreten. Da die Mitgliedschaft zu einer Innung wesentlich dazu beiträgt, die Unterrichtserteilung in der Berufsschule lebensnäher und damit wirksamer zu gestalten, ersuche ich Sie, die Berufsschullehrkräfte Ihres Bezirks auf diese Möglichkeit hinzuweisen und ihnen in ihrem Interesse den Beitritt zur Innung nahezulegen.
Facharbeiterprüfungen in der Industrie.
gegen das römische Recht in fein entscheidendes Stadium getreten.
Die grundsätzliche Gegensätzlichkeit der beiden Rechte zeigte dann der Vortragende durch Gegenüberstellung einiger besonders entscheidender Grundprinzipien. Das römische Recht gehe vom Einzelnen aus, der Einzelne und sein Recht sei zuerst und unbedingt da, das Recht der Gesamtheit sei nur daraus abgeleitet. Diese habe nur soviel Recht, als die Einzelnen ihr übertragen hätten. Für das deutsche Recht sei die Gesamtheit und chr Recht das Unbedingte und Erste. Der einzelne habe nur als Glied der Gesamtheit Anteil am Recht, soviel diese ihm zuteile. Dem Römer sei das Recht etwas Menschliches, dem Germanen aber etwas Heiliges. Das römische Recht sei nur Reckt, und zwar das Gegenteil von Pflicht. Während das deutsche Recht nur pflichtgebundene Rechte kenne. Pflicht und Recht gehörten zusammen. Sittliche Begrenzung seien zugleich rechtliche Grenzen.
Ein beredtes Beispiel dieses grundsätzlichen Gegensatzes sei die Ausgestaltung der deutschen und der römischen väterlichen Gewalt. Die patria po- testas sei ein rein egoistisches Herrschaftsrecht des Gewalthabers. Dieses Herrschaftsrecht ende erst mit dem Tode des Rechtsträgers, denn es diene nur seinen, nicht etwa den Interessen der Gewaltunterworfenen. Dem germanischen Recht sei die Gewalt des Hausvaters ein Pflichtrecht. Ebenso sei dem Römer das Eigentum ein unbeschränktes Herrschaftsrecht, dem Deutschen dagegen ein pflichtgebundenes Recht, vor allem bei Grund und Boden. Auch das Eigentum fei Aufgabe, wie es nunmehr wieder in unserem Bauern- und Arbeitsrecht zum Ausdruck komme.
Ein zweites entscheidendes Prinzip des deutschen Rechts fei die Bedeutung, die in ihm der Ehre zukommt. Auch das römische Recht kenne einen Ehrenschutz. Verletzung fremder Ehre mache schadensersatzpflichtig. Aber der Ersatzanspruch sei ein Anspruch wie ein anderer auch. Nach deutscher Auffassung sei die Ehre das höchste und allein unveräußerliche Gut eines Menschen. Ehrlos mache rechtlos. Und die Zwillingsschwester der Ehre sei die Treue, weil alle Ehre von der Treue komme. Und so beherrsche die Treue auch das gesamte Recht. In der Gegenüberstellung der römischrechtlichen Auffassung vom Dienstvertrag und dem deutschen Treudienstvertrag wurde gezeigt, wie dieser Treugedanken an die Stelle der materialistischen römischrechtlichen Dienstmiete die auf Treue und Fürsorge gegründete Gemeinschaft von Gefolgsmann und Gefolgsherrn, von Unternehmer und Arbeiter fetzt.
Die Besinnung auf diese Grundlagen des deutschen Rechts lasse uns erkennen, wie sehr wir uns vor allem in einer materialistischen Zeit von ihm entfernt hätten und dem römischen Geist verfallen gewesen waren, es mache uns aber auch klar, wie sehr der Führer in seinen Gesetzen deutsches Rechtsgut wieder zu neuem Leben erweckt habe. Der Rechtswissenschaft fei in diesem letzten Entscheidungskampf die Aufgabe gestellt mitzuwirken bei der Ueberwindung des römischen Geistes des Egoismus im Rechtsdenken und bei der Verwirklichung der deutschen Rechtsidee, die gegründet auf Ehre, Treue und Pflicht, damit sich die vor einem halben Jahrtausend gerissene Kluft zwischen dem Volk und seinem Recht wieder schließe.
Reich^gruppe Industrie und der Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in der Reichswirtschaftskammer werden bei den Industrie- und Handelskammern Facharbeiterprüfungen für industrielle Lehrlinge durchgeführt. Die Industrie- und Handelskammer Gießen nimmt erstmalig Ende März d. I. Facharbeiterprüfungen für folgende Gruppen der metallverarbeitenden Industrie vor: Dreher (Eifen- und Metalldreher), Mafchinenschlof- fer, Eifenbauschlosser, Werkzeugmacher, Feinmechaniker, Feinvptiker, Elektroinstallateure für Starkstromanlagen, Fernmeldemonteure. Zugelassen sind alle Lehrlinge, die bei industriellen Firmen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach ihre Lehrzeit bis zum 30. 6. 1936 beenden. Die Anmeldung hat von den Lehrherren auf vorgefchriebenen Vordrucken, die bei der Industrie- und Handelskammer Gießen erhältlich find, bis spätestens 20. Februar zu erfolgen. Siehe Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil.
Die Krastpostverbindung mit Allendorf (Lahn).
Im „Gießener Anzeiger", Nr. 26, vom Freitag, 31. Januar, veröffentlichten wir unter dieser Ueber- schrift eine Mitteilung des Postamtes Gießen über die (Einrichtung einer Kraftpostoerbindung mit Allendorf (Lahn). In jener Mitteilung des Postamts Gießen befand sich auch folgender Satz: „Bisher ist der Ort von der Kraftpost nicht durchfahren worden, weil sich die frühere Gemeindeverwaltung geweigert hatte, sich an der Gewährleistung einer Mindesteinnahme zu beteiligen."
Gegen diesen Satz wendet sich der frühere Bürgermeister von Allendorf, Ludwig Volk XXII., in einer Zuschrift an uns, in der er die Richtigkeit dieser Behauptung des Postamts Gießen bestreitet. In seinem Schreiben erklärt er u. a.: „Ich habe mich voll und ganz dafür eingesetzt, daß die Kraftpost durch unseren Ort fahren soll, und ich habe in der Sitzung auf der Bürgermeisterei in Gießen auch betont, daß die Gemeinde Allendorf (Lahn) bereit sei, sich an der Gewährleistung einer Mindesteinnahme voll und ganz zu beteiligen. Warum Allendorf (Lahn) die Kraftpost damals nicht bekam und unser Ort sich mit der Haltestelle bei Lützellinden begnügen mußte, war wie folgt: Der Herr Oberpostdirektor von Darmstadt gab seine Zustimmung nicht, weil er glaubte, die Kreisstraße von Allendorf bis zur Hauptstraße Wetzia*—Gießen sei bei den Mühlen und dem Mühlwegbach nicht breit genug. Ferner fei es über Allendorf bis Klein-Linden ein Umweg von 3 bis 4 Kilometer, mithin müßten die weitliegenden Ortschaften höhere Fahrtkosten bezahlen, und dann werde die Kraftpost nicht so sehr in Anspruch genommen. Ich erhärte noch dazu, daß die Gemeinde bereit sei, unentgeltlich Gelände zu stellen, damit die Kreisstraße verbreitert werden könne, was auch bei der Feldbereinigung geschehen ist. Trotzdem wurde mein Antrag, daß die Kraftpost durch Allendorf (Lahn) fahren solle, abgelehnt, weil Herr Bürgermeister S ch n e i d e r von Groß-Rechtenbach und Gemeindevorsteher Jung von Hochelheim hauptsächlich gegen meinen Antrag waren. Darauf erklärte ich, es sei ein großes Unrecht, daß man die vreußischen Dörfer bevorzuge und unser hessisches Dorf, welches keine Bahnverbindung habe, unberücksichtigt ließe. Dieses ist die reine Wahrheit über die damalige Kraftpostverbindung. Ich bitte höflichst, die Angelegenheit richtigstellen zu wollen und im Laufe dieser Woche im „Gießener Anzeiger" zu veröffentlichen, daß die damalige Gemeindebe-
hmgewiefen.
** Freistellen an Nationalpolitischen Erziehungsanstalten. Zu Ostern 1936 stehen dem Reichskriegsminister wieder Freistellen und Stellen mit ermäßigtem Erziehungsbeitrag an den Nationalpolitischen Erziehungsanstalten und anderen Bildungsanstalten zur Verfügung. Die Stellen sind für Söhne von unbemittelten aktiven und ehemaligen aktiven Offizieren und Beamten der neuen und alten Wehrmacht bestimmt. Die Bewerber müssen völlig gesund und arischer Abstammung sein.
**60PfennigfüreineErsatzurkunde. Auf Grund des Gesetzes über Titel, Orden und Ehrenzeichen hat der Reichs- und Preußische Innenminister angeordnet, daß für die Ausstellung von Zweitausfertigungen für verloren gegangene Be- .sitzzeugnisse oder Verleihungsurkunden einheitlich ein Satz von 60 Pf. zu erheben ist. Andere Gebühren kommen nicht in Ansatz. Bei Bedürftigkeit kann die Gebühr ermäßigt oder erlassen werden.
** Die musikalische Abendfeier in derJohanneskirche am kommenden Sonntag um 17 Uhr wird lediglich Werke von Gg. Frdr. Händel barbieten, und zwar das Konzert für Oboe und Streichorchester in g-moll, die Triosonate in g-moll für zwei Violinen und Baß, und das Konzert für Orgel und Orchester in F-dur. Außer dem Organisten Johannes N e b e l i n g wirken drei Mitglieder des Städtischen Orchesters Gießen mit.
Kleine Strafkammer Gießen.
Der H. S. aus Herborn und der C. aus Bad- Nauheim wurden vom Amtsgericht Bad-Nauheim zu je 50 Mark Geldstrafe verurteilt. S. kam im Laufe des vorigen Jahres mit feinem Auto von Nieder-Weifel und fuhr in Richtung Bad-Nauheirn, In entgegengesetzter Richtung kam ebenfalls mit einem Auto der Angeklagte C. Durch verkehrswidriges Fahren beider Angeklagten kam es in der Kurve bei Nieder-Mörlen auf der an jenem Tage schlüpfrigen Straße zu einem Zusammenstoß. Dabei wurden zwei Zeugen erheblich verletzt. Die Berufung der Angeklagten führte dazu, daß das Urteil insofern abgeändert wurde, als die Strafkammer statt der Voraussetzungen des §26 StVO, diejenigen des § 36 StVO, als vorliegend erachtete.
Wegen Beleidigung nach den Paragraphen 185, 196 RStGB. wurde der H. F. aus Ulfa zu insgesamt 40 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte holte am 23. Mai 1935 seinen Sohn schnittfolge von Ernst von Dombrowski; Bildwiedergaben, die jeden Beschauer wegen ihrer roirfungs» vollen Linienführung fesselt. Plastiken von Alfred Lorcher beh-andett ein weiterer Artikel; er zeigt viele Bildbeispiele der Arbeiten eines zeitgenössischen Kunstschöpfers von hohem Reiz. Ebenso reich illustriert und wertvoll sind die Aufsätze „Adolf Schinnerer", „Erich Erler-Samaden", „Der Münchener Maler Anton Müller-Wischin" und „Neue Land- und Stadtkirchen" von Dr.-Jng. A. Gut. Der zweite Teil des Heftes vereinigt eine Fülle schönen Bildmaterials mit vielen Anregungen über behagliche und künstlerische Heim- und Gartengestaltung, und bringt zahlreiche praktische Vorschläge für die Hauswirtschaft.
— Wenn man heute von Rohstoffen, die Weltpolitik machen, spricht, so wird meist habet die Bedeutung der Kohle für die Weltwirtschaft zugunsten des allgewaltigen Oels unterschätzt. Darum ist es um so interessanter, was das neue Heft der „S t • r e n e", der illustrierten Zeitschrift mit den Mitteilungen des Reichsluftschutzbundes, in einem großen Bericht mit vielen Bildern über den Wert der „schwarzen Diamanten" für die Wirtschaft fagt Andere Beiträge geben Einblick in die deutsche Waffenstadt Suhl, berichten von der Flugabwehr- Miliz in England, Frankreich und Sowjet-Rußland, von den Soldaten der Vereinigten Staaten von Nordamerika und von Stätten deutschen Ruhmes. Weiter versuchen zwei reich bebilderte Seiten vom Krieg zwischen Italien und Abessinien eine Klärung der Frage: „Wer ist der Angreifer?" zu geben, und ein Erlebnisbericht erzählt von einem Luftschutzkursus auf dem Lande.
— Im neuen Heft der „Illustrirten Zeitung" (Verlag I. I. Weber, Leipzig) hat Eugen Kalkschmidt unter Benutzung des Materials der gegenroärtig in München gezeigten Fafchingsaus- fteuung „Die Schatzkammer des Prinzen Karneval" den Versuch unternommen, einen Ueberblirf über die Geschichte des Faschings zu geben. Die gelungene Darstellung ist durch zahlreiche Bildbeigaben besonders amüsant geworden. Heitere Karnevals- gejchichten ergänzen den Beitrag über den Fasching. — Dr. Paul Rohrbach setzt sich in einem Aufsatz „Die Sammlung des Islam" mit wichtigen politischen Veränderungen im Nahen und Mittleren Osten auseinander. — Bilder aus dem Werktag der Hafenstadt Hamburg, Aufnahmen von den Bühnen, von Fastnachtskostümen und anderes mehr vervollständigen den Bildteil. Ausführlich wird auch über die Beisetzungsfeierlichkeiten für König Georg V. in London uni) Windsor berichtet.
—„D i e Kun ft", Monatshefte für Malerei, Plastik und Wohnkultur. 37. Jahrgang, Heft 5, Fe- ' *** ।— bruar 1936. Verlag F. Bruckmann AG. München,
ken Holzes aus dem Hirschjagen durchgeführt wer-* 1 * * * * * bringt in einem Artikel „Bauernkrieg" eine Holz-


