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Der Tag des deutschen Rudersportes.

Links:

Wieder im Boot! Im Hintergrund rechts (auf dem Steg) der neue Trainer der GRG., Hofmann (Berlin). Rechts: Blick über die Lahn zum neuen Bootshaus des RuderklubsHassia". (Aufnahmen: Neuner, Gießener Anzeiger.)

Am Doge der Hundertjahrfeier des Deutschen Rudersports vereinten sich alle deutschen Ruderer und Ruderinnen zu einer machtvollen Kundgebung, die den Auftakt der deutschen Ruderzeit im Olym­piajahr bedeutete. Vom Bootshaus des Hamburger und Germania-RE. aus, wo 1836 der Rudersport in Deutschland aus der Taufe gehoben wurde, übertrugen alle deutschen Sender die Jubelfeier. Die gesamte Bootsflottille der Hansastadt war auf der Alster versammelt.

Alle 660 Vereine waren zu gleicher Zeit vor ihren Bootshäusern aufmarschiert, als ein Trorn- peten-Signal die Feierstunde einleitete. Der Ham­burger Bürgermeister Krogmann gab das Signal zur Flaggenhissung, und unter den Klängen des Präsentiermarsches gingen die Flaggen an den Masten empor. Fachamtsleiter Pauli würdigte in einer kurzen Ansprache die Bedeutung des Tages, dann sprach der Reichssportführer von Tschammer und Osten, dessen markige Worte ausklangen:Richt dem einzelnen gilt die Arbeit, sondern der Sport di-'nt dem Volke, damit es stark und frei werde für olle Zeiten!" Aus Tausenden von Rudererkehlen klang dann dasSieg-Heil" für Führer und Vater­land und die Nationallieder über die Wasser.

Orin gleiches Band umschloß in diesen Minuten die ganze deutsche Rudergemeinde und mit ihr ganz Deutschland. Ueberall setzten sich die Boote in Bewegung.

Anrudern der (52R<5. und des RuderklubsHassia".

Der Tag des Deutschen Rudersports sah gestern auch die Ruderer und die Mitalieder unserer beiden hiesigen Rudervereine an d r Lahn. Prächtiger Frühlingssonnenschein schuf an den Ufern der Lahn ein herrliches Bild. Freundlich hell lag das neue Bootshaus des RuderklubsHassia" am Ufer. Zur Anhörung der Uebertragnng der Feierstunde aus Hamburg hatten die Ruderer in Reih und Glied vor den Bootshäusern Aufstellung genommen. Auf das Kommando für alle Rudervereine des Reiches, gingen auch an den Bootshäusern an der Lahn die Fahnen hoch. Auf dem Bootshaus der Gießener Rudergesellschaft 1877 wurde dabei zum ersten Male in Gießen die Flagge des Reichsbun­des für Leibesübungen gehißt. Nach den Ansprachen brachte der RuderklubHassia" sofort mehrere Boote zu einer Auffahrt auf das Wasser, während die Gießener Rudergesellschaft ihre Mit­glieder erst im Saale des Bootshauses vereinigte, wo in feierlicher Form tue Trainingsoerpflichtung der Ruderer vorgenommen wurde. Der stellvertre­tende Dereinsführer Herr L e d e r m a nn hielt an

die jungen Kameraden eine eindrucksvolle und ein­dringliche Ansprache, in der er auf den Ernst der Trainingsverpflichtung hinwies, die hohen Forde­rungen aufzeigte, denen sich die Ruderer mit ihrer Verpflichtung unterwerfen. Schließlich stellte er ihnen auch noch das große übergeordnete Ziel vor Augen: den Sport und seine Ausübung als Dienst am Vaterlande! Mit dem dreifachen Ruf der Ru­derer schloß er seine Ansprache. Sodann händigte er den jungen Kameraden die Trainingsverpflich- tungen ein, die unterschrieben zurückgegeben wurden.

Dann rüsteten sich auch die Ruderer der GRG. zu einer Auffahrt in mehreren Booten. Im Rahmen dieser gesamten Veranstaltung lernten die Mitglie­der der GRG. auch gleich den neuen Ruderlehrer Hofmann (Berlin) kennen, der die Ruderer des Vereins während der Rennfaifon 1936 betreuen wird.

Da der Tag des Deutschen Rudersportes gleich­zeitig auch als Opfertag der deutschen Ruderer Geltung haben sollte, wurde bei der GRG. durch Tellersammlung ein Beitrag zur NSV. erhoben, während der RuderklubHassia" seine Mitglieder bei einem Eintopfessen vereinigte und auf diese Weise seinen Beitrag für die Linderung der Not beisteuerte.

Arn Nachmittag folgte dann der erste Ausflug im Boot, der nach der Badenburg führte und den Ruderern einige unterhaltsame Stunden brachte.

Ein nettes Früchtchen.

Viele Volksgenossen pflegen, wenn sie eine grö­ßere Ausgabe Vorhaben, sich im Lause von Wochen, Monaten und Jahren allmählich das Geld zusam­menzusparen. Dies ist vernünftiger, als wenn man sich das Geld, das man z. B. zum Erwerb eines teuren Gegenstandes benötigt, borgt. Wenn man sich das Geld vorher zusammenspart, braucht man nicht in Sorge zu sein, ob man die monatlich oder wöchentlich zu zahlenden Raten aufbringen kann, und was sonst noch alles an Unannehmlichkeiten bei den Abzahlungskäufen hinzukommt. Wenn man sich aber das Geld zusammenspart, muß man es auch richtig aufbewahren. Die meisten Volksgenos­sen machen sich gar keine rechte Vorstellung davon, auf was für Einfälle manche Menschen noch kom­men, um ihre Ersparnisse zu sammeln und aufzu­bewahren.

Ein kleines Beispiel, eine wahre Geschichte, möge dies erläutern. Vor einiger Zeit hatten sich Großmutter und Tante in vielen Jahren einige tausend Mark zusammengespart. Die Ersparnisse sollten dazu verwendet werden, um eine Hochzeit

auszurichten und einen Hausstand zu gründen. Das Geld, es waren allmählich etwa 6000 Mark ge­worden, glaubte man besonders gut zu verwahren, wenn man es in einer großen Truhe versteckte, die sich auf dem Hängeboden befand. Abermit des Geschickes Mächten ist kein ew'ger Bund zu flech­ten". DieseMacht" nahte sich Großmutter in Ge­stalt ihres Enkels. Er stahl alles Geld, was er in der Truhe finden konnte, lediglich ein Zehnpfennig­stück ließ eranstaltshalber" zurück. Don dem Gelde machte er sich frohe, lustige Tage und ver­jubelte, ohne daß Großmutter und Tante zunächst etwas merkten, deren sauer erspartes Geld. Als dieses nette Früchtchen merkte, daß man ihm auf der Spur war, wollte er ins Ausland flüchten, aber man konnte feiner gerade noch hafhaft wer­den. Es wurde ihm der Prozeß gemacht, und er erhielt drei Jahre Gefängnis; Prügelstrafe wäre, so sagte der Staatsanwalt, sicher wirkungsvoller gewesen.

Aber ob Gefängnis, ob Prügelstrafe die Großmutter und die Tante haben das Nachsehen, das Geld ist verschwunden. Sie hätten das Geld ja auch nicht in die Truhe stecken sollen, sondern es zur Sparkasse bringen können. Dort kann es ihnen nicht gestohlen werden. Alle Volksgenossen, die sich ebenfalls etwa eine Truhe oder den Schrank, den Ofen oder andere Stellen für die Auf­bewahrung ihrer Ersparnisse aussuchen (so etwas ist leider oft genug vorgekommen), mögen aus dem hier geschilderten Fall ihre Lehre ziehen.

Kreis Alsfeld.

* Obergleen, 5. April. Am gestrigen Sams­tagnachmittag zog sich der 26 Jahre alte Landwirt Otto Dörr bei der Arbeit durch einen Axthieb eine schwere Handverletzung zu, die seine Ueberführung in die Chirurgische Klinik erforderlich machte.

und Wissenschaft.

Reichsminister Rust besucht ein Sludenlenlager.

Reichsminister Rust besuchte ein Studentenlager in Schloß Hubertushöhe bei Sterkow (Mark), in dem die Führer des studentischen Landdienstes aus Ostpreußen, Grenzmark Pommern, Oberschlesien, der Westmark und der bayerischen Ostmark versammelt waren. Die Studenten und Studentinnen berichteten über ihre Erfahrungen, die sie während des Ein­satzes in den Grenzgebieten während der Semester­ferien gemacht hatten. Der Reichsminister verfolgte sämtliche Berichte mit größter Anteilnahme und nahm vielfach darauf das Wort. Die Studenten er­hielten durch die Ausführungen des Ministers wert­

volle Anregungen für die kommende Semesterarbeit und den nächsten Einsatz im Sommer und gaben durch begeisterten Beifall ihre Zustimmung zu den Ausführungen des Ministers zu erkennen. Dann besuchte der Reichsminister eine Gruppe von Sie­benbürger Deutschen und blieb noch längere Zeit in zwangloser Aussprache mit den Studenten zu­sammen. Beim Abschied wurden dem Minister be­geisterte Kundgebungen zuteil.

Mathematiker und Ralurnriffenfchaftler tagen in Karlsruhe.

In Karlsruhe begann mit einem Begrüßungs- abend die 38. Hauptversammlung des Deutschen Vereins zur Förderung des mathe­matischen und naturwi ssenschaf tli- chen Unterrichts. Unterrichtsminister Dr. Wacker überbrachte den Willkommensgruß der badischen Unterrichtsverwaltung, Ministerialrat Dr. Metzner den des Reichserziehungsministers, wäh­rend für die Reichsleitung des NS.-Lehrerbundes Oberstudienrat Direktor Gripendreh, für den Reichsoerband für Mathematik Prof. Dr. Ebert sprach. Der Vorsitzende des Gesamtverbandes Ober­studienrat Dr. Günther dankte den Rednern und umriß kurz die Ausgaben und Ziele des Förderver- eins. Seine Ansprache, die die Arbeit des Haupt- vereins und sein Ringen und Streben um Volk und Heimat unterstrich, klang aus in einem Sieg-Heil für den Befreier des Grenzlandes, unseren Führer Adolf Hitler. Die Versammelten sangen spontan das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lieb Der Gedenkstein für die Röntgen-Opfer der Welt geweiht. ..

In Gegenwart zahlreicher führender Persönlich­keiten der Röntgenologie und Radiologie aus Deutschland und zehn ausländischen Staaten wurde in Hamburg der auf Veranlassung der deutschen Röntgen-Gesellschaft geschaffene Gedenkstein für die Opfer der S t r a h l e n f o r s ch u n g in aller Welt feierlich eingeweiht. Professor Dr. Karl F r i k (Berlin) gedachte im Namen der deut­schen Röntgen-Gesellschaft der Röntgenopfer aller Nationen, deren Namen der Gedenkstein trägt. Dann schilderte Professor Dr. Holthusen (Hamburg) die Entwicklung der Röntgenforschung und den Lei­densweg der in ihrem Dienste Stehenden. Im Na­men des Reichsärzteführers wies Professor Dr. Holzmann darauf hin, daß sich unter ben Opfern der Strahlenforschung Angehörige jeglichen Standes und Berufes, jeglicher Nation und jeg­licher Rasse befanden. Dafür, daß sie ihr Leben ge­geben hatten, damit andere leben können, danke ihnen die gesamte deutsche Aerzteschaft und das ganze deutsche Volk. Für die Vertreter des Aus­landes sprach der 80jährige Professor B6clere (Paris).

Ergebnisse des Reichsleisiungskampfes der Studenten.

Der zum ersten Mal im Rahmen des Reichsbe­rufswettkampfes durchgeführte Reichsleistungskampf der Studenten wurde an sämtlichen Kunft- Hochschulen mit anzuerkennendem Erfolg ab­geschlossen. In einer unter der Schirmherrschaft des Reichsjugendführers stehenden Ausstellung im Stadthaus in Wilmersdorf find die Ergebnisse von allen deutschen Kunsthochschulen zusammengetragen worden. Die Kunsthochschulen Düsseldorf, Königs­berg, Karlsruhe, Stuttgart, Dresden und Berlin haben das ThemaDas deutsche Dorf" in seinen verschiedenen Möglichkeiten ausgewertet. Be­sonders eindrucksvoll ist das von der Düsseldorfer Kunsthochschule entworfeneDorf am Niederrhein" bas auch in btefer Form in der niederrheinischen Landschaft erstehen wird.

Tragischer Tod einer Putzfrau.

Beim Fenslerpuhen auf die Straße gestürzt.

LPD. Frankfurt a. M., 4. April. Am Frei­tag ereignete sich in der Kunstgewerbeschule ein tragischer Unfall. Eine Putzfrau, die einzige Er­nährerin ihrer Angehörigen, stürzte beim Fenster­putzen infolge eines Schwindelanfalls auf die Straße. Sie erlitt einen Schädelbruch und schwere innere Verletzungen und war auf der Stelle t o t.

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Bekanntmachung.

Betr.: Die Vermietung der städtischen Tennisplätze in der Spielzeit 1936.

Die städtischen Tennisplätze (am Schützenhaus und an der Liebigshöhe) werden für biex Spielzeit 1936 neu vermietet. Anmeldungen find unter Angabe der gewünschten Tage und Zeiten hier (Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 18, 1. Obergeschoß) einzu­reichen.

Die vorjährigen Mieter erhalten tunlichst ihre alten Plätze wieder zugeteilt, falls sie umgehend einen entsprechenden Antrag stellen. 2184C

Gießen, den 3. April 1936.

Der Oberbürgermeister: Ritter.

Prüfungsstempel

vom Reichsverband deut­scher Hausfrauen vereine ist von großer Bedeutung, die Hausfrau kann in aller Ruhe mit dem von diesem Verband empfohlenen Re­gina-Wachs einen Ver­such machen, sie weiß, daß sie damit nur auf beson­ders gute Ware aufmerk­sam gemacht wird.

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