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Das

im Familiengrab wird in der kommenden erfolgen.

Trauerrede. Dann senkte sich der Sarg mit der | Allen voran aber muß die deutsche Jugend sterblichen Hülle des Botschafters. Die Beisetzung marschieren.

- ' ' Woche Der R e i ch s b e r u f s w e t t k a m p f der deut-

Was wird aus der Oelsperre?

Zwiespältiges Echo der Kongreß-Botschaft Roosevelts.

Die seit 1923 autonome Sowjetrepublik Ostka- r e l i e n erstreckt sich in einer Fläche von 146 000 Quadratkilometer vom Ladoga- und Onega-See im Süden bis zur Halbinsel Kola im Norden entlang der finnischen Ostgrenze hin. Von den 372 000 Be- wohnern (2 Einwohner auf den Quadratkilometer) sind 37,4 o. H. griechisch-orthodoxe Finnen, 57,1 v. H. Russen.

Englischer Paffagierdampfer al« Truppen ransporter für Aegypten.

London, 5. Jan. (DNB.)Sunday Dispatch" meldet, daß der englische 20 000-To.-Luxusdampfer Scythia" in ein Truppentransportschiff ver> wandelt worden ist, um Truppen, Tanks, Geschütze und andere Waffen nach Alexandrien zu be­fördern. DieScythia" stand im Passagierverkehr mit Amerika. Das Blatt weist darauf hin, es sei dies d a s erste Mal feit dem Weltkrieg, daß ein englischer Atlantikdampfer vom Kriegs­ministerium für Truppentransporte requiriert wor­den sei. Voraussichtlich würden mehrere Passagier­dampfer der White-Star-Linie für dieselben Zwecke beansprucht werden.

Roosevelt der geplanten Oelsperre den Todesstoß versetzt habe, während der andere Teil ebenso bestimmt behauptet, daß der Volke r- bund nun beruhigt zur Anwendung der men schreiten könne.

Rom, 5. Jan. (DNB.) Unter der Ueberschrift Der neue Sanktionsversuch im Schatten des Roten Kreuzes" wendet sichVoce d'Jtalia" mit größter Erbitterung gegen dendreifachen Angriff", dem Italien heute von Abessinien,von England, das über der ganzen Affäre steht", und vom Völkerbund ausgesetzt sei, und mit dem unter Mißachtung der italienischen Zivilisation die europäische Solidarität untergraben und die Grundsätze der Kollektivität endgültig vernichtet würden. Die Genfer Luft werde allmählich unerträglich. Auf die Frage, warum Italien im Völkerbund bleibe, laute die Antwort: Italien werde solange bleiben, als ihm die Kräfte dazu ausreichen, um nicht noch wei­tere europäische Komplikationen in die Verwirrung der Welt zu bringen, die um den ärmlichen abessinischen Fall" bereits entstanden sei.Alles drängt Italien auf diese letzte Grenze hin."

Das Blatt verbindet diese Warnung mit scharfen Wendungen gegen dieniedrige Spekulation" auf das Luftbombardement bei Dolo, bei dem zwei schwedische Aerzte verwundet worden seien, was jedermann in Italien bedauere. Es han­dele sich aber doch nur um einenzufälligen Zwi­schenfall von glücklicherweise leichtem Ausmaß", der in Schweden jedoch in einen nationalen Trauertag und eine heftige Auflehnung gegen Italien ver­wandelt worden sei. Die im voraus festgelegte Stel­lungnahme der sozialistischen Regierungen der d r e i skandinavischen Staaten sei begreiflich. Weniger verständlich sei schon die Haltung Finn­lands, das in seinen Beziehungen mit Sowjet­rußland einen schwierigen Augenblick durchmache. Aber über die skandinavischen Länder hinaus sei von neuem eine Sanktionswut entfacht worden, bei der freilich der einzige unschuldige Tote, der italienische Flieger Minniti, dem in bar­barischer Weise der Kopf abgeschlagen worden sei, nicht im geringsten berücksichtigt werde. Der ganze Sanktionismus sei darauf aufgebaut, die Angriffe Abessiniens, die Italien 50 Jahre lang hingenom- men habe, zu ignorieren und einzig und allein Abessinien als Opfer zu betrach­ten. Der ganze Sanktionismus fei auf der gewoll­ten Annahme der Unschuld Abessiniens aufgebaut

Mobilisierung zur Höchstleistung.

Neichsrninister Darre zum Reichsberufs­wettkampf.

Der Reichsbauernführer R. Walther Darre hat zu dem Reichsberufswettkampf den nachstehenden Aufruf erlassen:

Vom Führer sind dem deutschen Bauern- t u m wichtige Aufgaben für die Sicherung des deutschen Volkes übertragen worden. Alle Teile des Landvolkes müssen ihre Kräfte und ihren Willen für die ihnen übertragene Arbeit einsetzen, um dieses Vertrauen des Führers zu rechtfertigen.

des Völkerbundspaktes führten.

Dank des Stadsche s.

Berlin, 4. Jan. (DNB.) Der Stabschef der SA., Viktor Lutze, gibt bekannt: Anläßlich meines Geburtstages und zum Jah­reswechsel sind mir aus allen Gauen Deutsch­lands so viele Glückwünsche zugegangen, daß es mir leider nicht möglich ist, diese einzeln zu beant­worten. Ich bitte daher alle diejenigen, die meiner so freundlich gedacht haben, auf diesem Wege mei­nen b e ft e n Dank entgegennehmen zu wollen.

Moskaus Beschwerde in Genf.

Ein gefährlicher Präzedenzfall. - Mit gebundenen Händen der bolsche­wistischen Propaganda ausgeliefert.

Oeuvre" spricht ebenfalls von einer Neutralität mit Vorbehalt.

Keine Klarheit.

Geteilte Auffassung in England.

London, 6. Jan. (DNB. Funkspr.) Die Bot­schaft Roosevelts anden Kongreß findet in der englischen Presse verschiedene Beurteilung. Ein Teil der Blätter erklärt mit Bestimmtheit, daß

und könne auch in keinem Augenblick von diesem Grundgedanken abgehen, weil sonst das ganze Kartenhaus zusammenfallen müsse. Italien werde auch diesem neuen Ansturm des Sanktionismus Widerstand leisten, aber es werde nicht ver­gessen können.

Rol-Kreuz-Slalion bei Dagabur bombardiert.

Addis Abeba, 4. Jan. (DNB.) Die Italiener bombardierten am Samstag die Rot-Kreuz- Ambulanz Nr. 1 bei Dagabur, die sich weit entfernt von den militärischen Feldlagern be­findet. Nach Abwurf der Bomben wurden die Rot- Kreuz-Zelte mit Maschinengewehren be­schossen. Der Sachschaden ist bedeutend. Ver­wundet wurde niemand. In der bombardierten Ambulanz sind u. a. zwei englische Aerzte tätig. Bei den starken italienischen Bombenangriffen an der Nordfront wurden über dem Berg Aladschi, südlich Makalle, Giftgasbomben abgeworfen. Einige Tote und zahlreiche Verwundete blieben am Platze. Am 2. Januar nachmittags warfen drei italienische Flugzeuge Gift- und Brandbomben über IDebnat und Debra Tabor ab. An der Südfront wurde die Stadt (Sorem bombardiert sowie erneut Dagabur.

Chefarzt Dr. Hyiander überdenBombenabwurfbeiDolo

London, 4. Jan. (DNB.) Der britische Presse- funk verbreitet einen Bericht des Chefarztes der schwedischen Sanitätsabteilung Dr. H y l a n d e r über den italienischen Bombenabwurf bei Dolo. Danach sollen mindestens 20 Bomben abgeworfen worden sein. Zwei Verwundete, die gerade auf dem Operationstisch lagen, seien sofort tot gewesen. Das Jammern und Schreien der Verwundeten sei furchtbar gewesen. Viele von ihnen seien halb von Erde und Steinen bedeckt gewesen, die durch die Bombenexplosionen hochgeschleudert wurden. Nach dem Aufhören der Bombenabwürfe sei das Dröh­nen der Flugzeugmotoren noch lauter geworden

Italien gegen die Sanktionspropaganda

3m Schatten des Roten Kreuzes/' -Oie Genfer Lust unerträglich/'

W a s h i n g t o n, 4. Jan. (DNB.) Die Kongreßrede Roosevelts wird von der Presse und der Oeffent- lichkeit als ungewöhnlich bezeichnet. Der in­nenpolitische Teil der Botschaft Roosevelts wird von den Demokraten als mutige Gegenwehr gegen die Opposition, von den Republikanern hingegen als Mißbrauch seines hohen Amtes für parteipolitische Propaganda gewertet. Allgemeine Zustim­mung findet lediglich die Ablehnung neuer Steuern sowie der Standpunkt, den der Prä- dent in der N e u t r a l i t ä t s f r a g e einnimmt. Dieser Standpunkt halte sich fern von Sanktionen und Verwicklungen und ermögliche gleichzeitig doch einen großen moralischen und wirtschaftlichen Druck, den die Vereinigten Staaten zur Förderung des Weltfriedens und zur Behinderung eines Angrei- ferftaates anwenden könnten. Die demokratische NewYorkTimes" hebt die Schärfe der Aus­drücke hervor, deren sich Roosevelt bedient habe. Die Rede werde denen nicht gefallen, die Mitglie­derwillkürlicher Regierungen" seien. Auf sie habe sich die Rede an verschiedenen Stellen bezogen. Die ernsten und schwerwiegenden Worte des Präsiden­ten über die internationalen Geschehnisse würden zweifellos sofort in ihrem Sinn erkannt werden. Die republikanischeHerald Tribüne" bezeich­net die Rede als ein einzigen politischen Bombast, der sich durchUederhitztheit" und einenoffenen demagogischen Aufruf" auszeichnet. Aus der Bot- fchaft spreche eine unbewußte Ironie, die in dem scharfen Gegensatz einer Friedenspredigt für das Ausland zu haßerregenden Worten gegenüber dem eigenen Lande bestehe. Die schwerste Kritik, die jeder fair denkende Amerikaner an der Botschaft üben müsse, sei die Unmäßigkeit der Sprache. Das Blatt sagt zu der in der Botschaft aufgeworfenen Neutralitätsfrage: Neutralität unter einer Staatsführung, die die Welt in böse Angriffslustige und reine Pazifisten einteile, seiabsoluter Unsinn". Eine solchephantastische Analyse der Weltlage" sei ebensowenig realistisch wie die Vorstellung Roose­velts von Lateinamerika als einem Stück Erde, wo weder Krieg noch Kriegsgerüchte, noch Kriegs­gelüste" bestünden. Die Ausführungen Roose­velts ließen keine klare Erklärung zu, auf welche Art und Weise der Präsident die Neutralitätsgesetze anwenden werde.

Neutralität mit Vorbehalt "

Paris, 6. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die ame­rikanische Neutralitätsvorlage wird in der Pariser Margenpresse ausgiebig besprochen.Journal" sieht keine Aenderung der amerikanischen Außenpolitik voraus. Das neue Gesetz sehe ausdrücklich vor, daß der Präsident und der Kongreß zwischen den krieg­führenden Staaten wählen und denjenigen vom Ausfuhrverbot befreien können, der ihnen ge­falle. Das bedeute nichts anderes, als daß Amerika von der Neutralität nur Gebrauch machen werde, wenn es ihm paffe. DerMatin" ist der Ansicht, daß die Neutralitätsvorlage einen schweren Schlag gegen den Völkerbund bedeute, da in Zukunft diejenigen Staaten, die Krieg führten, um dem Völkerbundspakt zur Achtung zu verhelfen, auf die gleiche Stufe gestellt würden wie diejenigen, die diesen Krieg unter Verletzung

Litauen hindert Sanierung im Memelland.

Beto gegen notwendige Wirtschaftsgesetze.

Memel, 4. Jan. (DNB.) Der litauische Gouver­neur des Memelgebietes hat gegen das vom memel­ländischen Landtag am 20. Dezember 1935 verab­schiedete Gesetz über Maßnahmen zur Ver­hinderung der Folgen bei Zahlungs- schwierigkeiten in der Landwirtschaft sein Veto eingelegt mit der Begründung, daß die Regelung dieser Frage nicht zum Zuständig­keitsbereich des Landtages gehöre und daß die berührte Angelegenheit durch ein im Jahre 1934 erlassenes Gesetz der Kownoer Zentralregie' rung geregelt wäre. Damit ist eine der wich­tigsten Maßnahmen des neuen Landtages, durch die vor allem zur Erleichterung der großen Notlage der memelländischen Landwirtschaft Zwangsver­steigerungen verhindert werden sollten, hinfäl­lig geworden. Das erwähnte litauische Gesetz ist lediglich auf die grotzlitauischen Ver­hältnisse zugeschnitten und berücksichtigt in keiner Weise die besondere Lage und die ganz anders liegenden Verhältnisse des Memelgebiets. Die übrigen fünf wirtschaftlichen Gesetze des memel­ländischen Landtages find durch den Gouverneur unterzeichnet und damit bestätigt worden.

___ichsberufswettkampf der deut­schen Jugend soll die Jugend zur Höchstlei­stung in Arbeit, Beruf und Staat mobi­lisieren. Jeder und jede aus der Landjugend müssen eine besondere Ehre darin sehen, ihr Können vor aller Oeffentlichkeit unter Beweis zu stellen. Land­jugend zum Reichsberufswettkampf 1936 heraus!

vollständig von einer Verbindung und Zusammen­arbeit mit ihm zurückziehen. Das Neutrali­tätsgesetz sei daher ein Rückschritt und kein Fortschritt. Das Blatt tadelt die Vereinigten Staa- en, daß sie anscheinend die Rolle eines E i n si e d - I e r 5 in der Welt spielen wollten.

Morning Post" meldet aus Genf, viele an den Sühnemaßnahmen beteiligten Länder hätten fest- gestellt, daß diese Maßnahme eine beinahe u n - erträgliche Schädigung ihrer Wirt­schaft bedeuten. Diese Länder, von denen einige im Dölketbundsrat vertreten seien, würden aber gerade aus diesen Gründen die Anwendung schärf st er Sühnemaßnahmen fordern, in der Hoffnung, daß dadurch der ganze Fall schnellstens erledigt werde. DieTimes" meint, daß zwar ein himmelweiter Unterschied zwischen der Rooseveltschen Absonderungspolitik und der Völkerbundspolitik bestehe, daß aber im gegen­wärtigen Augenblick das geplante Neutralitätsgesetz den Dölkerbundsmächten großen Spielraum bei der Anwendung der wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen gewähre. Bei der Erörterung weiterer Möglich­keiten dürfe man aber nicht etwa von der Annahme ausgehen, daß der bereits ausgeübte Druck wir­kungslos fei, denn alle Beweise deuteten auf das Gegenteil hin. Der sanktionsfeind­licheD b f e r d e r" betont, daß die Erklärung Roosevelts jede Hoffnung einer wirksamen Anwen­dung von Oelsühnemaßnahmen gegen Italien end­gültig vernichtet habe. Der ganze Zweck der Sühnemaßnahmen bestehe darin, zwischen Italienern und Abessiniern zu unterscheiden, d. h. den einen Staat zu bestrafen und dem anderen zu hel­fen. Roosevelt dagegen weigere sich, irgend­einen Unterschied von Italienern und Abessiniern und etwaigen anderen kriegführenden Staaten zu machen.

Oelsühnema^. ,

Der der Regierung nahestehende -,,D aily Tele­graph" erklärt:Der erste Eindruck der Roose­velt-Rede in London ist der, daß es jetzt nicht mehr tunlich für den Völkerbund ist, eine wirk­same Oelsanktion gegen Italien anzuwenden." Das neue amerikanische Neutralitätsgesetz stelle eine ein­schneidende Wendung in der amerikanischen Politik dar. lieber die Auswirkungen der Roosevelt-Bot­schaft auf den Völkerbund dürfe man sich keiner Täuschung hingeben. Weit entfernt davon, daß sich Amerika dem Völkerbund nähere, werde es sich

schewistische Ansteckung mit sich bringen? Sowjet­rußland sei trotz gewisser neuer Tendenzen {einer Politik nicht ein Staat wie die anderen Staaten geworden. Seine Stellung als Führer des Weltbolschewismus gebe ihm die Möglichkeit, in die Innenpolitik aller Staaten einzugreifen. Sein revolutionärer Imperialismus, der aus prak­tischen Erwägungen in gewissen Fällen vorüber­gehend zurückgehalten werde, sei in anderen Teilen der Welt um so lebhafter und in der Wahl seiner Mittel schamloser denn je. Alle Staaten seien vor dieser Gefahr f oliöarifd). Es fei zu hoffen, daß man das nicht vergesse, selbst in Genf nicht.

Oer abgesetzte Präsident der Sowjet republik Ostkarelien ermordet?

Helfingfors, 4. Jan. (DNB.)Uufi Suomi" meldet aus dem Städtchen Joensuu in Nordost- Finnland, daß der frühere Vorsitzende des Räte-Kar eli sche n Volkskommissari­ats, Dr. Edvard Gylling, ermordet worden sein soll: Gylling, der schwedischer Abstammung und Dozent an der Universität Helsmgfors war, war viele Jahre hindurch Vorsitzender des Vollzugsaus­schusses der Volkskommissare der autonomen Sowjetrepublik O st k a r e l i e n, wurde aber Anfang November 1935 von den Zentralstellen in Moskau abgefetzt und aus Ostkarelien a u s ge­rn i e f e n , ihm wurde vorgeworfen, er habe die karelische Bevölkerung im finnisch-nationa­len Sinne erzogen. Er wurde damals von der Provinzhauptstadt Petroskoi in Begleitung einer starken Wachtmannschaft fortgebracht, um anschei­nend im Strafarbeitslager Solovets untergebracht zu werden. Dort fei er jedock nicht angekommen; anscheinend sei er auf dieser Fahrt ermordet worden.

3m Zeichen deutsch-englischer Front- kameradschast.

London, 4. Jan. (DNB.) Auf Einladung der Ortsgruppe Swansea des englischen Frontkämp­ferbundes British Legion trafen fünf Mitglieder des Kyffhäuserbundes in Southampton ein. Sie wurden von Angehörigen der British Legion begrüßt und begaben sich nach Swansea, wo ihnen eine deutsche Fahne überreicht wurde, die im Weltkrieg von den Engländern erbeutet worden war und die bereits den Feldzug von 1870 mitgemacht haben soll. Die Fahne war nach dem Weltkriege der British Legion von einem Waliser Offizier der Shropshire Jnfanteriebrigade über­geben worden.

Genf, 4. Jan. (DNB.) Im Välkerbundsfekre- tariat ist die Note der Sowjetregierung eingegangen, in der beantragt wird, das Vorgehen Uruguays gegenüber Rußland auf die Tagesordnung der näch­sten Ratstagung zu fetzen. In der Note wird gesagt, der Abbruch der diplomatischen Beziehungen an Stelle des Vorgehens auf dem Wege, der durch Artikel 12 Absatz 1 d e s Pakte s vorgesehen sei, daß nämlich Streitfälle zwischen Völkerbunds­mitgliedern einem Schiedsgerichtsverfahren oder einer Untersuchung durch den Völkerbundsrat zu unterbreiten sind, bilde nach Auffassung der Sowjet­regierung einen Verstoß gegen einen der wesent­lichen Grundsätze des Völkerbundes. Daher betrachte die Sowjetregierung das Vorgehen der Regierung von Uruguay alsunvereinbar mit der Achtung, die Uruguay feinen Pflichten als Völkerbundsmitglied schuldet".

DasEcho de Paris" schreibt, daß dieser Fall die Nationen der ganzen Welt angehe, be­sonders Frankreich. Moskau habe den Völ­kerbund angerufen. Das bedeute ein langwieriges und verwickeltes Verfahren, wobei in der Zwi­schenzeit die regelwidrigen rotey Diplomaten in aller Ruhe die Revolution in Lateinamerika vorbereiten könnten. Wenn diese Auffassung den Sieg davontrage, werde kein Staat mehr, der von inneren Unruhen infolge einer sowjetrussifchen Einmischung in seine Ange­legenheiten bedroht werde, das Recht zur Wehr haben, das Recht zur Schließung des Hauptquar­tiers der Agitation. Ein solcher Staat werde nicht nur den Zsi strom roter Hilfsgelder mit Hilke des diplomatischen Gepäcks dulden müssen, sondern auch die eifrige Regsamkeit der als amtliche Persönlichkeiten verkleideten Mos­kauer Sendboten. Viele Staaten hätten sich be­reits verpflichtet gesehen, mit den revolutionären Unternehmungen, die von den Sowjetrussen durch­geführt würden, Schluß zu machen. Manche unter ihnen, so England und Deutschland, hätten nicht gezögert, die diplomatischen oder wirtschaftlichen Beziehungen zu Sowjetrußland abzubrechen. Würde diese Vorsichtsmaßnahme als ein Vergehen gegen das internationale Recht ange­sehen werden? AZerde die Zulassung Sowietruß- lands zum Völkerbund eine Schwächung der Ver­teidigungsmittel der Regierungen gegen die bol-

und ein Hagel von Maschinengewehrkugel- sei durch die Zelte gefegt. 28 Verwundete und etwa 50 Helfer seien getötet worden.

Italiens bisherige Verluste in Ostasrika

Rom, 5. Jan. (DNB.) Nach einer amtlichen Statistik sind bei dem italienischen Feldzug in Ostafrika im Dezember zwölf Offiziere und 63 Unteroffiziere und Soldaten im Gefecht gefallen. Für die Zett vom 3. Oktober, dem Beginn des Feldzuges, bis zum Jahresende werden insgesamt 86 Tote und 14 Vermißte angegeben. An Krankheit oder an den Folgen von Unglücksfällen starben im Monat Dezember sechs Offiziere und 68 Unteroffiziere unö Mannschaften, insgesamt 390. Insgesamt sind rund 61 000 Arbeiter nach Ostafrika verschifft worden. Davon wurden 11 338 wegen Ablaufes ihres Ver­trages oder aus anderen Gründen in die Heimat zuruckbefördert, während 259 in Ostafrika gestorben sind.

Die lateinischen Schwestern

Garibaldiner-Feier in Paris.

Paris, 5. Jan. (DNB.) Auf einem der Pariser Friedhöfe fand die übliche Erinnerungsfeier an die Kämpfe der italienischen Garibaldi- ner in den Argonnen statt, wo im Dezember 1914 rund 50 junge italienische Freiwillige gefallen sind. Hauptmann Marabini, der Vorsitzende des Verbandes der Garidaldiner, erklärte, daß die zwi­schen Mussolini und Laval abgeschlossenen Verträge als eine lebendige Wirklichkeit zu betrachten seien. Die Tatsache, daß ausländische Völker und geheime Mächte der französisch-italienischen Freundschaft einen. unversöhnlichen Haß geschworen hätten, fei Fein ausreichender Grund dafür, daß die beiden Völker auf die Hoffnungen verzichteten, die an die wiedergefundene Freundschaft geknüpft worden seien. Wenn in Frankreich d i e Partei des Hasses gegen das neue Italien siegen würde und französische Soldaten gegen Italien ein­gesetzt werden sollten, so würden die Garidaldiner ihren ehemaligen Waffengenossen unbewaffnet entgegentreten unter dem alleinigen Schutz ihrer Fahne in den italienischen und französischen Farben, entschlossen, sich niedermetzeln zu lassen, weil sie sicher seien, daß Frankreich es nicht wagen werde, das Opfer der Garibaldiner zu entweihen. Mit den Rufen:Es lebe Italien! Es lebe Frankreich!" trennten sich die Teilnehmer der Ver­anstaltung.

England und Aegypten.

Besprechungen in Kairo über die Neu­regelung der Beziehungen.

London, 6. Jan (DNB. Funkfpruch.) Wie Daily Telegraph" meldet, werden noch in dieser Woche Besprechungen über die Neuregelung der englisch-ägyptischen Beziehungen zwischen dem britischen Oberkommissar Sir Miles Lampson und der ägyptischen Regierung in Kairo ftattfinöen. Der Augenblick f e i noch nicht gekommen, wo Außenminister Eden dem britischen Kabinett Vorschläge für eine neuere und bessere Verständigung zwischen Eng­land und Aegypten vorlegen könne. Sir Miles Lampson sei jedoch ermächtigt worden, in Kairo mitzuteilen, daß die britische Regierung der For­derung der ägyptischen Einheitsfront nach Wieder­aufnahme der Verhandlungen auf der Grundlage des Vertragsentwurfes von 1 930 wohlwollend gegenübersteht. Insbeson­dere sei das britische Versprechen neu bekräftigt worden bei den Mächten, die Kapitularrechte in Aegypten besitzen, auf die Uebertragung der Recht­sprechung von den bestehenden Konsulargerichten auf die gemischten Gerichte und die Anwendung der ägyptischen Gesetzgebung auf Ausländer hinzu­wirken. Von den scharf nationalistischen Kreisen Aegyptens werde jedoch auch die Abschaffung der gemischten Gerichte gefordert, ein Punkt, der in London ernstlich erwogen werde.

Eine kommunistischeAndacht" in einer englischen Kirche.

London, 6. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Ein sonderbares Ereignis wird aus Sheffield berichtet. In einer Kapelle der Kirche von England fand eine Begräbnisfeier für ein 13jähriges Mädchen statt, das der k o m rn u n i ft i s ch e n Jugendorganisation angehört hatte. Plötz­lich drang ein Kommunistenführer mit meh­reren Anhängern, die kommunistische Fahnen und Parteiabzeichen trugen, in die Kirche ein und er­klärte, daß er einenk o m m u n i st i s ch e n Got­te s d i e n st" halten wolle. Der Pfarrer verwahrte sich gegen diesen Eingriff und rief die Polizei herbei. Nach langen Streitigkeiten zwischen dem Pfarrer, der Polizei, dem Kommunistenführer und dem Vater des kommunistischen Mädchens erhielt der Kommuni ft enführer die Erlaub­nis, sowohl in der Kapelle wie am Grabe t*es Mädchen eine kommunistischeAndacht" zu veranstalten.