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Freude an einer zahlreichen und gesunden Familie. Die kinderreiche Familie sott den Ehrenplatz im Volksleben erhalten, das ist das Ziel des Bundes der Kinderreichen, der jetzt in Köln seine große Kundgebung veranstaltet. Die Mutter vieler Kinder sott nicht nur im engen Kreis verehrt und ge­schätzt, der Vater muß wirtschaftlich gefördert wer­den. Keinesfalls aber darf eine große Kinderzahl als lästig oderunvornehm" gelten. Wenn ein solcher Geist überall lebendig wird, dann wird unser Vaterland nicht zu den .^vergreisenden" Ländern gehören, sondern durch eine gesunde und qualita­tiv hochstehende Bevölkerung der Kulturwelt auch fernerhin ein Vorbild sein.

Grüße an das Handwerk.

Frankfurt a. M., 4. Juni. (LPD.) Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger hat an das zum Reichshandwerkertag zusammentretende deutsche Handwerk folgende Begrüßungsworte gerichtet:

Wenn sich in diesen Tagen das Führerkorps des Handwerks zu einer Kundgebung unter dem Leit­spruch .Arbeit und Ehre' in der Stadt des deutschen Handwerks versammelt, dann freue ich mich, in unserem Gau alle diejenigen zu begrüßen, die in uneigennützigem Einsatz und freudiger Opfer­bereitschaft an dem inneren Aufbau dieses wertvollen Gliedes unseres Volkskörpers mitgearbeitet haben. Mögen die Veranstaltungen des diesjährigen Reichs­handwerkertages die handwerkliche Lei­st ungsgemeinschaft weiter vertiefen und ihr jene innere Ausrichtung geben, aus der heraus alles Tun und Handeln in den Dienst des gesamten Volkes zu stellen ist im Sinne unseres Führers Adolf Hitler."

Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorga­nisationsleiter Dr. L e y, hat an das deutsche Hand­werk anläßlich des Reichshandwerkertages 1936 zu Frankfurt a. M. folgende Begrüßungsworte ge­richtet:Der diesjährige Reichshandwerkertag wird zeigen, daß das Handwerk immer mehr in d i e Deutsche Arbeitsfront hineinwächst. Ich grüße das deutsche Handwerk in der schönen Stadt Frankfurt und wünsche, daß die Tagung zum Segen des Handwerks verlaufen möge."

Totenehrung

als Auftakt desReichshandwerkertags

Berlin, 4. Juni. (DRB.) Als Auftakt des diesjährigen Reichshandwerkertages fand am Don­nerstagnachmittag eine Totenehrung statt, die den Gefallenen der Bewegung und des Weltkrieges galt. Vor dem Ehrenmal Unter den Linden waren eine Ehrenkompa­nie der Wachtruppe, Ehrenstürme der SA., der SS. und des Arbeitsdienstes sowie Handwerker in Berufstracht aufmarschiert. Auch das Führerkorps der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk war an­getreten. Reichsleiter Dr. Ley, Reichshandwerks­meister Schmidt und der Kommandeur der Berliner Wachtruppe legten gemeinsam am Ehrenmal einen Kranz nieder. Anschließend nah­men sie den Vorbeimarsch der Ehrenkompanie und der Ehrenstürme ab. Sodann begaben sich Dr. Ley und Reichshandwerksmeister Schmidt z u m G r a b e H o r st Wessels auf dem alten Nicolai-Kirchhof, wo sie gleichfalls einen Kranz im Beisein der Ehrenformation der StandarteHorst Wessel" nie­derlegten. Im Tannenberg-National­denkmal legten die ostpreußischen Handwerker einen Kranz nieder. Der Präsident der Ost­preußischen Handwerkskammer, Pg. M a g u n i a , traf mit einer großen Anzahl von Amtswaltern im Reichsehrenmal ein und legte in der Gruft des Feldmarschalls einen großen Lorbeer­kranz nieder. Der Kranz trägt eine blau-rote Schleife, auf der die Inschrift steht:Das deutsche Handwerk seinem Chrenmeister."

Zum Tode des Generalleutnants Wever

(Scherl-Bilderdienst-M.)

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Berlin, 4. Juni. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat der Witwe des tödlich ver­unglückten Generalstabschefs der Luftwaffe, Gene­ralleutnant Wever, fein Beileid mit folgenden Worten ausaedrückt:Zu dem schweren Verlust, den Sie durch den Unglucksfall Ihres Mannes, des hochverdienten Generalstabschefs der Luftwaffe, er­litten haben, spreche ich Ihnen meine aufrichtigste Teilnahme aus". Generaloberst Göring und Frau Göring suchten die Gattin des Generalleut­nants Wever auf und sprachen ihre persönliche Anteilnahme aus. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmar- schall von Blomberg, hat in einem Hand- schreiben sein aufrichtiges Beileid übermittelt. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe hat eine acht­tägige Trauer für d i e gesamte Luft­waffe und eine dreiwöchige Trauer für das Reichsluftfahrtmini ft erium und das FliegergeschwaderGotha", das künftig den NamenFliegergeschwader General Wever" führt, angeordnet.

AmlsemfiihM des neuen Landesfinanzamlspräsidenten in Darmstadt.

LPD. Darmstadt, 4. Juni. Im stimmungs­voll geschmückten Festsaal des Alten Palais in Darmstadt erfolgte die Amtseinführung des neuen Präsidenten des Landesfinanzamts Darmstadt Dr. Werth. Nach dem Adagio aus dem Haydnschen Streichquartett op. 74, gespielt vom Schnurrbusch- Quartett, gab

Reichsfinanzmmister

Graf Schwerin von Krosigk

seiner Freude darüber Ausdruck, in der Anwesen­heit des Herrn Reichsstatthalters und einer ganzen Reihe von Vertretern von staatlichen und Partei­dienststellen, den Willen zu erkennen zu einer rei­bungslosen und vertrauensvollen Zusammenarbeit aller staatlichen und Parteidienststellen beizutragen. An den neuen Präsidenten gewandt, erklärte der Reichsfinanzminister u. a.: Als Sie im Weltkrieg an die Front zogen und Jahre hindurch dort Ihre Militärpflicht erfüllten, war dies für Ihr Leben und für Ihren Beruf das vielleicht tiefgreifende Ereignis, denn Soldat zu fein und wie ein Sol­dat auch im Berufsleben die Pflicht für die Gemeinschaft zu erfüllen, das ist eine bestimmende Richtschnur Ihres dienstlichen Lebens geworden. Nur der Sache zu dienen, in diesem Grundsatz waren Sie Ihrer Gefolgschaft ein Vorbild strenger Pflichterfüllung. Aber Sie wären fein Niedersachse, wenn nicht daneben auch stets das Gefühl des Herzens und der Kamerad­schaft hervorleuchten würden.

Der Reichsfinanzminister unterstrich sodann die Verdienste Dr. Werths in seiner Arbeit im Lan­desfinanzamt Hannover. Dort galt es, die braun­schweigischen Landes st euern zu vereinfachen, ihre Erhebung zu beschleunigen und die Verwal­tung auf das Reich zu übernehmen. Aehnliche Auf­gaben harrten des neuen Präsidenten in Hessen.

Es gelte, die besonders notwendige 23 e r e t n f a- chung durchzuführen. Die Reichsfinanzoerwaltung achte auf die aus Beruf und Boden sich ergebenden Notwendigkeiten der einzelnen Gaue. Das werde eine besondere Notwendigkeit auch hier sein in einem Bezirk, der unter den Sünden der vergan­genen Jahre besonders habe leiden müssen. Der ehrliche Steuerzahler könne verlangen, daß die Pfennige, die er an den Staat abführt, bei der Verausgabung so geachtete werden, wie es der Schweiß und die Tränen verlangen, die an jedem solchen Pfennig kleben. Bei der Steuererhe­bung wie bei der Verausgabung der Steueremnnahmen die notwendige Härte zu zeigen, sei eine der Aufgaben der Finanzoerwaltung. Dazu müsse aber treten wirtschaftliches V er­st ä n d n i s und das Gefühl für soziale Ge­rechtigkeit. Erst die Vereinigung einer not­wendigen Energie mit wirtschaftlichem Verständnis und mit sozialer Gerechtigkeit mache den guten Finanzbeamten aus, der sich immer nur fühle als Helfer und Diener der Allgemeinheit.

Reichsstatthalter Gauleiter Sprenqer begrüßte den Reichsfinanzminister herzlich. Alle wüßten, was es bedeute, in einem Staat geord­nete Finanzen zu haben, und was es bedeute, im Dritten Reich die Mittel zu schaffen, die notwendig seien zu dem Aufbau aus dem Nichts heraus. Be­sonderen Dank sprach der Reichsstatthalter dem Reichsfinanzminister aus für das Verständnis, das er auch den kleinen Dingen entgegenbringe. Gerade Hessen sei wie kein anderes Land durch die fremde Besatzung bedrückt worden. In Hessen habe die Systemregierung wie kaum in einem anderen Lande Raubbau getrieben. Darum danke er dem Reichs­finanzminister, daß er ein bereitwilliger Helfer fei. Der neue Landesfinanzamtspräsident werde in seinem Amtsbereich Verständnis finden. Alles fei abge-

stellt auf den Zusammenklang der Arbeit innerhalb aller Staatsverwaltungen. Dabei bestehe die Selb­ständigkeit, die erforderlich fei, um dem schöpferi­schen Menschen den Antrieb zum Handeln zu geben. Der neue Präsident dürfe auf die volle Unter­stützung auch der Partei zählen, um das zu er­reichen, was der Führer von allen verlange: die Zusammenschweißung des Volkes zu jener Einheit, von der das deutsche Volk schon seit Jahrhunder­ten träume und der es nachlebe.

Landesfinanzamtsdirektor Müller versicherte dem neuen Präsidenten namens der Beamtenschaft treue Gefolgschaftsarbeit, woraus

Präsident Dr. Werth

für die Anerkennung und das Vertrauen dankte und versicherte, daß er zusammen mit seinen Ar­beitskameraden alles tun werde, um das Landes­finanzamt Darmstadt zu einem immer schlagkräf- tigeren und scharfen Instrument zu machen, welches das Wollen und Wirken der Reichsfinanzverwal­tung immer nachdrücklicher unterstütze und durch Erziehungsarbeit ein Heer von ftahlharten Män­nern zu schaffen, die wissen, wo die sittlichen Grund­lagen unseres Volkes liegen, die nicht wanken, wenn der Weg zur Gesundung auch in Zukunft noch einmal steiler und entbehrungsreicher werden sollte, auf die sich der Führer in jeder Lage voll verlassen könne. An fein dreifaches Sieg-Heil auf Führer, Volk und Vaterland schloß sich der Gesang der Nationalhymnen. Anschließend war der Reichs­finanzminister Gast des Reichsstatthalters auf einer Besichtigungsfahrt in das Ried Am Abend fand ein Kameradschaftsabend statt, wobei dem scheidenden Präsidenten des Landes- finazamtes Dr. Giese eine Erinnerunasaabe überreicht wurde und die Beamtenschaft der Finanz- Verwaltung mit ihrem neuen Präsidenten Stunden harmonischer Kameradschaft verlebte.

Oer Beamte im nationalsozialistischen Staat.

Oer Stellvertreter des Führers in einer Berliner Beamtenkundgebung.

Berlin, 4. Juni. (DNB.) Der Reichsbund der deutschen Beamten hatte zu einer Kundgebung in der Deutschlanühalle gerufen, bei der der Stell­vertreter des Führers Reichsminister R u - > olf Heß über die Fragen sprach, die den beut» chen Beamten am meisten am Herzen liegen. Der Leiter des Reichsbundes deutscher Beamten und Hauptamtsleiter in der Reichsleitung der NSDAP. Neef begrüßte den Reichsminister als den ersten Mitarbeiter des Führers und gedachte der zwei alten Kämpfer der Bewegung, die in den letzten Tagen gestorben find, des Brigadeführers Julius Schreck und des Generals L i tz m a n n.

Oer Stellvertreter des Führers,

mit lang anhaltendem Händeklatschen und Heilrufen begrüßt, widmete dem verstorbenen Chef des Stabes der Luftwaffe, Generalleutnant Wever, ehrende Gedenkworte. Dann stellte er fest, daß die lebendigste Berührung, die es zwischen Volk und Staat gibt, zweifellos der Staatsbeamte darstellt, der fei­nen Volksgenossen laufend als Verkörperung des Staates gegenübertritt. Heute fei das Verhältnis des Volkes xu feinem Staate dank der Durchsetzung mit nationalsozialistischem Gedankengut so feststehend, daß es nicht sage, der Staat sei schlecht, wenn ein Beamter unnationalsozialistisch handele, jondern es sage, der Beamte sei schlecht. Unter der Ein­wirkung des Nationalsozialismus habe sich der Be­griff vom guten Beamten gewandelt, so wie der Be­griff des Staates sich gewandelt hat, der nicht mehr ein über den Wolken schwebendes Gebilde ist, zu dem derUntergebene" auffchaut, sondern eine Ein­richtung, die dem Volke dient. Im gleichen Maße ist der gute Beamte nicht mehr der Borge- etzte, sondern t>er Vertreter des Vol­kes, wobei der einzelne Volksgenosse mit Recht dar­über hinaus erwartet, daß der Beamte ihm gegen­über als Volksgenosse in Erscheinung tritt. Als Mensch mit Verständnis für ihn und seine Sorgen, der innerhalb seines Rahmens ihm Berater und Helfer ist. Diese Forderung gilt nicht nur für den mit dem Volk persönlich in Berührung kommen­den unteren Beamten, sondern in höherem Maße noch für den oberen Beamten. Ebenso wie der deutsche Beamte es als selbstverständlich empfin­det, daß von ihm eine Grundhaltung, die feinem Amt entspricht und eine Kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen verlangt wird, die für fein Aufgaben­gebiet notwendig sind, ebenso verlangt das deutsche Volk heute von ihm nationalsozialistische Haltung und die Kenntnis des Wesens und Wir-1 kens der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter­partei. Denn von ihr ausgehend ist der Staat umge- taltet worden und wird weiter beeinflußt in Ueber- ragung des Willens des Führers, der seinerseits der erste Beauftragte des Volkes ist.

Ihre größte geschichtliche Leistung, sagte Rudolf Heß den Beamten, heißt Pflichterfüllung. Diese Pflichterfüllung macht der neue festgefügte Staat dem deutschen Beamten leicht, und ich glaube auch, daß alle deutschen Beamten Grund haben, der nationalsozialistischen Bewegung, die einen neuen Beamtentyp sich zu schaffen bemüht, dankbar zu fein. Denn sie hat das Ihrige getan und tut es weiter, dem Volk zu zeigen, wie lebensnot­wendig eine gute Beamtenschaft für ein Volk ist, und welches Recht diese Beamtenschaft darauf hat, wenn sie das Ihre tut, auch in Ehren anerkannt und geachtet zu sein. Rudolf Heß führte dann aus, daß die Partei vor allen Einsetzungen und Be­förderungen von Beamten, soweit sie vom Führer vorgenommen würden, um ihr Urteil be­fragt werde. Diese Einschaltung der Partei gelte nicht zuletzt dem guten Beamten selbst, denn es wird verhindert, daß Vorgesetzte, von denen der eine oder andere vielleicht noch immer heimlich dem Nationalsozialismus abgeneigt ist, untergebene Beamte im Aufstieg aus weltanschau­lichen Gründen hindert. Dem Partei-Minister steht auch die letzte Entscheidung zu, ob gegen eine Er­nennung Einspruch erhoben werden soll oder nicht. Durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufs­beamtentums feien wirkliche Schädlinge ausgefchal- tet worden. Bei den im Dienst befindlichen Be­amten käme es nicht fo sehr daraus an, daß der eme oder andere Beamte vielleicht früher einmal eine Aeußerung getan hat, sondern entschei - dend ist, wie ersich heute verhält, und

w a s er I e i ft e t. Entscheidend ist, ob er loyal feine Pflicht dem neuen Staat gegenüber erfüllt, ob er sich bemüht, in feinem Verhalten National­sozialist zu sein, ob er durch sein Wirken die not­wendige Einheit von Partei und Staat nach dem Willen des Führers fördert ober nicht.

Volksgenossen", rief Rudolf Heß den Beamten zu,feien Sie dessen bewußt: Sie erleben Schick­sale mit, Sie tragen Entscheidungen von manchmal weittragender Bedeutung in die Familie: Sie kön­nen durch Rat Volksgenossen aufrichten, Sie kön­nen sie aber aud) quälen, wenn Sie Ihre Pflicht nicht im nationalsozialistischen Sinne tun. Hier ent­scheidet sich, ob ein Beamter im tieferen Sinne gut ist ober schlecht, ob er wirklich innerlich National­sozialist ist ober bestenfalls nur bem Namen nach. Hier entscheidet sich, ob er ein roürbiger Diener bes neuen Staates, ein roürbiger Diener seines Volkes ist. Der beutsche Beamte trägt feinen Teil bei zum Aufbau unseres Deutschlanb, eines Deutschlanb vor- bilblicher Drbnung unb höchster Gerechtigkeit, bas all ben Seinen Arbeit unb Brot zur Genüge geben soll, bas ihnen Schutz angebeihen läßt, eines Deutschlanb wahrhafter Schönheit unb wahrhafter Würbe."

Die Rebe bes Stellvertreters bes Führers würbe oft von Beifall unterbrochen, ber sich am Schluß zu stürmischer Zustimmung steigerte. Der Leiter bes Reichsbundes ber beutschen Beamten, Pg. Neef, schloß bie Kunbgebung mit bem Gelöbnis für bie beutschen Beamten, bem Manne, ber Deutschlanb gerettet hat, immer anzugehören in treuer Hingabe.

Dr. Oorpmittler 10 Lahre General- biref or der Reichsbahn.

Berlin, 4.Juni. (DNB.) Mit bem heutigen Tage ist Generalbirektor Dr. Dorpmüller zehn Jahre Leiter ber Deutschen Reichs­bahn. Staatssekretär Dr. Meißner überbrachte ein persönliches Glückwunschschreiben bes Führers mit folgenbem Inhalt:Sehr geehrter Herr Generalbirektor! Bei ber Wiederkehr bes Tages, an bem Sie vor zehn Jahren bie Führung ber Deutschen Reichsbahn übernommen haben, ge­denke ich der wertvollen und erfolgrei­chen Arbeit, die Sie während dieser Zeit für den Ausbau der deutschen Bahnen und ihre tech­nische Vervollkommnung geleistet haben. Als Zeichen meiner Anerkennung übersende ich Ihnen anbei mein Bild und verbinde hiermit meine auf­richtigen Glückwünsche für Ihr weiteres Wirken. Mit deutschem Gruß (gez.): Adolf Hitler."

Anschließend sprachen der Präsident des Ver­waltungsrates, Staatssekretär Königs joroie die Gefolgschaft der Reichshauptverwaltung ihre Glück­wünsche aus. Der stellvertretende Generaldirektor, Pg. K l e i n m a n n , brachte dem Generaldirektor Glückwünsche und Geschenke der Gefolgschaft und der Wohlfahrtsorganisation der Reichsbahn dar. In den Mittagsstunden vereinte ein kameradschaftliches Bei­sammensein die Gefolgschaftsmitglieder der Reichs­bahnhauptverwaltung, die Vertreter der Reichsbahn­beamtenschaft und der Reichsbahnarbeiterschaft mii der Reichsbahnleitung.

Wie sieht es in der Wirtschafi aus?

Die Rückblicke der deulschen Erwerbsunternehmen auf das vergangene Jahr lassen erkennen, daß fast überall infolge der aufsteigenden Konjunktur d i e Rücklagen verstärkt werden konnten. Auch im neuen Jahr hält die Besserung an. Die Koh- lenerzeugung stieg ohne die Produktion der Saar auf 49 188 100 Tonnen gegen 44 778 200 Ton­nen in den ersten drei Monaten des Jahres 1935; die Mafchinenindustrie führte mehr aus und konnte im April 74 v. H. ihrer Kapazität er­reichen. Die Ausfuhr von Maschinen erreichte im ersten Vierteljahr 1936 insgesamt 74 000 Tonnen, vor allem ging diese Ausfuhr nach Südosteuropa und Südamerika. Auch die Ausfuhr von elektrischen Maschinen hat sich weiter günstig entwickelt. Hand in Hand damit geht eine Neubesiedelung deutschen Landes. Drei dieser neuen Sied­lungsgebiete liegen im Osten. Im vorigen Jahr war die Anzahl der neu angesetzten Bauern 75 v. H. größer als in den Jahren vor der Machtergrei­fung. Hinzu kommt, daß die neuen Bauernhöfe vollkommen ausreichend sind, um eine gesunde und zahlreiche Familie zu ernähren, während in frühe­ren Jahren darauf kein Bedacht genommen wurde. Ein Ausweis über das Nationaleinkommen im ersten Vierteljahr 1936 weist die Summe von 7,997 Milliarden gegen 7412 in der gleichen Zeit des Vor­jahres und nur 6,079 Milliarden im ersten Viertel­jahr 1934 aus. Diese Erhöhung der Gesamtsumme der Löhne und Gehälter beweist am schlagendsten den Rückgang der Arbeitslosigkeit und die Besserung der deutschen Konjunktur.

Schon vor einiger Zeit konnten wir an dieser Stelle berichten, daß Die Wintershall-AG. in Berlin-Kassel sich besonders rührig auf dem Ge­biete der Schöpfung einheimischer Treib­stoffe betätigt. Eingehende Ausführungen hier­über machte in der kürzlich abgehaltenen General- versammlung Generaldirektor Rosterg. Danach hat sich Wintershall nicht nur erfolgreich im deutschen, insbesondere niedersächsischen Erdölgebiet betätigt und auch im Rahmen des Reichsbohrprogramms eine Anzahl von Aufschlußbohrungen niederge­bracht, sondern hat sich auch neben der Sicherung einer ausreichenden Verteilungsgrundlage durch den Kauf der Naphtha-Industrie- und Tankanlagen-AG., bekannt unter dem Namen Nitag, an der Erzeu­gung künstlichen Benzins beteiligt. Gemeinsam mit oem Klöckner-Konzern betreibt Wintershall bei der Gewerkschaft Viktor in Castrop-Raurel eine Treib- mrffgewinnungsanlage größeren Umfanges. Im Geschäftsbericht von Wintershall wurde ausgeführt.

daß sich der Konzern auch in Zukunft der Erzeugung künstlicher Treibstoffe, sowohl aus Braunkohle als auch aus Steinkohle, besonders widmen wird. In diesem Zusammenhänge ist e5 nun interessant, daß ein unter Führung der Wintershall-AG. stehendes Konsortium die Aktienmehrheit der Bergbau- S Ihringen in Bochum erworben hat. Neben Wintershall, die etwa 53 v. H. des erhöhten ^o^pitals der Bergbau-AG. Lothringen von 20,8 Millionen Mark besitzen dürfte, hat auch die Gewerkschaft Elwerath, eine der größten ^.M^ungsgefellschaften für Erdöl im nieder­sächsischen Erdölgebiet, an der ebenfalls Wintershall wieder beteiligt ist, eine Anzahl Aktien von Berg­bau Lothringen übernommen. Die Befitzverände- rungen bei Lothringen machen sich selbstverständlich auch in der Neubesetzung des Aufsichtsrates bemerk-

Für die westdeutsche Kvhlenindustrie ist ferner nod) interessant, welche Aenderungen sich durch diese Besltzverschiebungen im Rheinisch-Westfälischen Koh­lensyndikat ergeben, wobei im besonderen an eine höhere Selbstoerbrauchsbeteiligung gedacht werden ^onn, da die vorgeschriebene Höhe von mindestens 51 v. H des Kapitals erreicht worden ist. Wenn es auch heute verfrüht märe, über die Auswirkungen öer neuen Transaktion auf den verschiedenen (Ge­bieten zu machen, fo ist doch jedenfalls festzustellen, daß gerade die rein private Initiative für die För- öerung heimischer Treibstoffe sehr zu begrüßen ist. Oie Anstrengungen der letzten Jahre zusammenge- nommen werden wahrscheinlich noch im laufenden Jahre die ersten Ergebnisse zeitigen

Der d e u t s ch e A u ß e n h a n d e l im April zeigt ^^'Ohrungsgemäß ein abgeschwächtes Bild, wenn auch in diesem Jahr der Außenhandel gegenüber oem gteidjen Monat des Vorjahres aktiv geblieben Ht. ^m einzelnen betrug die Einfuhr 361 Millionen <Keid)5mQrP gegenüber 356 Millionen Reichsmark im Monat Marz. Dieser leichten Steigerung gegenüber war die mengenmäßige Erhöhung etwas großer, da die Einfuhrdurchschnittswerte gesunken sind. Zugenommen Hot im April vor allem die Ein- fuhr von Rohstoffen. Leicht zugenommen hat auch die Einfuhr von Halbferttgwaren. Die Einfuhr von Nahrungs- und Genußmitteln ist weiter gefunken. Die Einfuhr aus den europäischen Ländern war meist rückgängig Die Ausfuhr betrug im April 366 Mill. Reichsmark gegenüber 379 Mill. RM. im März. Sie

ouo 3 5 v. H. abgenommen. Mengenmäßig war h ""ch ^was stärker, da der Gesamt-

y^Llchnitt etwas gestiegen ist. Der Rückgang der Ausfuhr ist, wie gesagt, durchweg als Saifonerschel-